Die Sehnsucht zur Liebe I

 

 

 

 

 

 Michael Nehmann

 

 

11.02.2006/17.03.1992

 

 

            Prüfet alles, doch das Gute behaltet

 


 

 TOC Vorwort: .................................................................................................................

Die Sehnsucht   -als Führer zu Religion und Wissenschaft-....................................

 Einführung......................................................................................................................

   1.0   DIE SEHNSUCHT.........................................................................................

1.1      Die Sehnsucht nach Gott...............................................................................

1.2      Einwände gegen die Verbindung Sehnsucht mit Gott.................................

1.2.1   Die sexuelle Variante der Liebe ....................................................................

1.2.2   Die Psychologie unter Freud ........................................................................

1.2.3   Die Sehnsucht nach Buddha.........................................................................

1.2.4   Die Sehnsucht zu Gott...................................................................................

1.3      Die Sehnsucht nach einem persönlichen Gott..............................................

1.4      Die leidenschaftliche Sehnsucht  ..................................................................

1.5      Die leidenschaftslose Sehnsucht....................................................................

1.6      Die politische Sehnsucht................................................................................

TEIL I-  Allgemeine Darstellung von Religion, Wissenschaft und Politik........................

 2.0    DIE STELLUNG DER RELIGION...............................................................

2.1     Jesus als dreidimensionaler Gott....................................................................

2.1.1  Der Messias und das Religionssystem............................................................

  2.2 Entwicklungsstufen der Menschheitsgeschichte................................................

2.2.1  Die gläubige Phase des alten Testaments  .....................................................

2.2.2  Die Phase der Liebe des Neuen Testaments..................................................

2.2.3  Die Phase der Frühzeit des Christentums......................................................

2.2.4  Die frömmelnde Phase des Christentums .....................................................

2.2.4.1Der Kölner Dom.............................................................................................

2.2.5  Die  frömmelnde Phase, die Blütezeit der Gotik............................................

2.2.6  Die Epoche der Aufklärung............................................................................

2.2.7  Die Epoche der seelischen Verhärtung der Neuzeit......................................

2.2.8  Die Epoche des 21. Jahrhunderts...................................................................

2.4.3  Die gegenwärtige Phase anhand der Musik...................................................

 

 

 

 

 

 

 

 

Vorwort:

 

 

Die Sehnsucht   -   als Führer zu Religion und Wissenschaft -

 

 

Wir leben gegenwärtig in einer Zeit, in der es keinen unbedingten Glauben mehr an religiösmoralische Systeme gibt. Die Ära der Kirche ist vorüber. Das sittlich-moralisch festgefügte System des Mittelalters mit seiner unbedingten Einhaltung der Zehn Gebote Gottes hat sich verflüchtigt. Es ist nur noch hier und da anzutreffen. Menschen, die dieses moralische System praktizieren, gelten im Westen als nicht aufgeklärt, gelten als rückschrittlich, gelten als abergläubisch. Im Großen und Ganzen hat im Westen die Aufklärung soweit um sich gegriffen, daß der unbedingte Gehorsam gegenüber dem Kirchenkodex nachgelassen hat zugunsten einer liberalen Einstellung. So sehr dabei der Glaube an die Kirche schwand, so sehr hat der Glaube an die Richtigkeit des naturwissenschaftlichen Denkgebäudes zugenommen.

Diese beiden Systeme stehen sich konträr gegenüber. Hier die große alte Kirche mit dem Bezug auf Gott. Der Mensch sei eingebettet in ein Universum, welches von Gott geschaffen und mit ganz bestimmten Gesetzen den einzelnen Menschen verpflichtet, sich moralisch zu entwickeln. Der oberste Grundsatz dabei ist, Gott über alles zu lieben und den Nächsten wie sich selbst. Anschließend folgen Zehn Gebote. Insgesamt baut die Kirche also auf ein Gefüge von diesen zwei Liebes-Geboten und den restlichen zehn mosaischen Geboten auf. Gott schuf dabei wissentlich den Menschen nach Seinem Vorbild. Vor ca. 6000 Jahren erzeugte Er mit Adam und Eva das erste Menschenpaar und gab ihnen eine moralische Verpflichtung mit auf dem Wege, die sie wie bekannt ja nicht erfüllt haben.

Dort nun das wissenschaftliche Lehrgebäude mit den Prinzipien von Zufall und Notwendigkeit. Der Mensch wäre mitnichten von einem irgendwie gearteten Schöpfer geschaffen, sondern sei das Produkt der Evolution, das Ergebnis von Versuch und Zufall. Blinde Naturkräfte hätten im Verlaufe von Jahrmilliarden den Menschen hervorgerufen. Der Mensch wäre aus einer "Ursuppe" entstanden und müßte sich durch Versuch und Irrtum bis zum heutigen Stadium hocharbeiten. Es gäbe keinen Gott, auch keine Engel, keinen Satan, keine Verpflichtung nach den Zehn-Weisheits-Geboten von Moses und den zwei Liebes-Geboten von Jesus zu leben. Jesus als der Sohn Gottes sei nur eine Fiktion. Als Religionsstifter könnte man ihn vielleicht noch gelten lassen.

Diese beiden großen Systeme stehen sich unversöhnt gegenüber und dazwischen steht der kleine Mensch. Es gibt zwischen diesen Systemen nur ein "Entweder Oder" aber nicht ein von Fall zu Fall, oder ein harmonisches Zusammensein. Genaugenommen ist dieses Verhältnis zwischen beiden politisiert, da ihre Beziehungen zueinander kaum noch auf der Basis der Nächstenliebe, sondern zu sehr auf die Einhaltung der diplomatischen Kodices beruhen. Genauso kodifiziert sind dann auch die Beziehungen der Menschen untereinander. Entweder ist man ein Anhänger der Kirche, die somit das Wissen und das Alleinvertretungsrecht Gottes innehat, oder man ist Anhänger der neutralen Wissenschaft, die sehr gerne die moralische Verantwortung von sich weist. Kurz gesagt, entweder ist man Anhänger von unklar gewordenen Gefühlswerten oder man ist Anhänger einer verstandesmäßigen Anschauung.

Einen dritten Weg gibt es scheinbar nicht, außer man betrachtet die Politik als einen solchen, was sie jedoch vom Prinzip her nicht ist. Sie bewegt sich ja nur zwischen diesen beiden Spannungsfeldern. Weder der Buddhismus, der Islam, der Hinduismus, noch andere Naturreligionen vertreten einen irgendwie gearteten dritten Weg. Der Islam beruft sich auf Mohammed als Prophet Gottes; hat deshalb den sehr großen Nachteil dem Christentum gegenüber, daß es hier zwischen Gott und dem Menschen keinen Messias, also keinen Vermittler gibt, wie ihn Jesus für das Christentum darstellt. Beim Buddhismus, gibt es nur erleuchtete Menschen, Boddhisattwas, die gottähnlich werden können. Der Hinduismus, Shintoismus, etc, sind alles nur Naturkulte, es sind heidnische Varianten, ähnlich den altrömischen und altgriechischen Mythologien. Aber auch das ändert nichts an der Tatsache, daß sich einerseits Religionen, andererseits Wissenschaften unversöhnt gegenüberstehen. Der äußere Konflikt findet sich jedoch auch in jedem Menschen wieder und läßt ihn mal vor Glück taumeln, aber meist in Depressionen versinken. Wo ist die Verbindung, wo ist die Brücke zwischen beiden?

Diese Frage nach der Verbindung zwischen Religion und Wissenschaft ist also ähnlich, wie die Frage nach den Beziehungen der Menschen untereinander. Dabei vergißt man allzu leicht, dass doch vor 2000 Jahren eine ähnliche Fragestellung aufgetaucht ist, die durch das Erscheinen des Messias überwunden werden konnte. Als der Messias Jesus auftauchte, schuf er damit einen dritten Weg. Diesen dritten Weg finden wir im ursprünglichen Christentum wieder, genauer, wir finden ihn in der christlichen Nächstenliebe wieder, weil nur dort durch die Nächstenliebe im Herzen der Verstand im Gehirn erleuchtet werden kann, weshalb unter den wahren Christen auch immer die scharfsinnigsten Menschen, sogar herausragende Erfinder zu finden waren. Denken wir an Augustinus, an Hildegard von Bingen, denken wir an Thomas von Aquin, an Paracelsus, an Leibniz, an Swedenborg, an Tesla. Wer oder was hat sie erleuchtet? Der Messias, den sie liebten! Denken wir an Menschen, die für die Mitmenschen sehr negativ wirkten, so denken wir z.B. an Nero, an Napoleon, an Hitler, an Stalin und müssen uns eigentlich auch nach dem „warum“ fragen! Weil sie nicht an die Nächstenliebe von Jesus Christus glaubten, weil sie nur der Macht und damit ihrem Verstand vertrauten. Aber welcher westlich orientierter Mensch könnte darauf diese kurze und schlüssige Antwort geben, weiß er doch nichts mehr von der Kraft der Liebe und der angewandten Nächstenliebe. Sie wissen eher etwas von der Macht des Geldes. Das Judentum, daß sich im Verlauf der Geschichte auch mehr dem Geld und dessen Prinzipien zugewandt hat (natürlich nicht alle), wartet deshalb noch immer auf das Kommen des Messias, diese Juden erkennen Jesus deshalb nicht an, sondern halten an Moses fest. Ähnlich ist es mit den Christen, die die Nächstenliebe auch nur noch vom Hörensagen kennen. Sie halten dann zwar nicht an Moses, aber genauso fix an Kant, an Voltaire, an Hegel, an Nietzsche, an Freud, usw. fest.

 

Die große Frage der Gegenwart bleibt also für die meisten akut, da sie nicht wissen wie man diesen Riß zwischen der Religion und den Empfindungen der Menschheit, die sich mehr wissenschaftlich liberal entwickelt hat, angemessen überbrücken kann. Der einzelne Mensch spürt, dass ihn beide Systeme nicht befriedigen. Viel von seinen Sehnsüchten bleibt auf der Strecke. Die starre dogmatische Haltung der Kirche ist für den Einzelnen ein Korsett, an dem der liberal geschulte Geist vor Empörung aufschreit. Die Kirche ist einfach nicht mehr in der Lage, dem intellektuell entwickelten westlichen Menschen die Fragen des Lebens zu beantworten. Alles was sie kann, ist, vom Menschen einen unbedingten blinden Glauben zu fordern, obwohl dieser Glaube in völligem Widerspruch zu dem angeeigneten Wissen steht. Deshalb spüren diese Menschen, daß sie alleine gelassen werden und wenden sich von dieser Kirche ab.

 

Als Folge erleben sie ein enormes Freiheitsgefühl. Frei von Erbsünde, frei von Schuld, frei von Buße, frei von der Knechtschaft unter mittelalterlichem Machtgepränge. Aber diese Freiheiten und die sich daraus entwickelnde Unordnung in allen Bereichen, läßt diese Menschen etwas später wieder sehnsüchtig nach einem Zeitalter Ausschau halten (dem Goldenen Zeitalter), wo alles noch so einfach und geordnet war. Doch dieses einfache Zeitalter, das paradiesische, war nicht jenes der römisch/kath. Kirche, bei denen ähnliche Korruptionsbeziehungen und Machtstrukturen auftraten, wie heutzutage in der Politik. Denken wir nur an die Ära des Cesare Borgia, wo ein Machtmensch extremster Art, als Papst nur haarscharf an der Einführung des Erbrechtes in der Papstfolge gescheitert ist. Denken wir an die unseligen Kreuzzüge, an die Hexenverbrennungen und viele andere äußerst unmenschlichen Handlungen damals.

 

Schauen wir auf die Gegenwart, dann sehen wir keine grundlegende Besserung. Die römische Kirche ist z.B. noch immer so geblieben wie sie war. Sie tätigt Milliarden durch Spekulationsgeschäfte. Was wunder, daß sie die Zinsfrage noch immer nicht in ihren Kanon aufgenommen hat, obwohl Jesus eindeutige Aussagen dazu gemacht hat. Sie ist an dubiosen Machenschaften beteiligt, denken wir nur an die P2-Affäre, bei welcher die Freimaurer nicht nur die italienische Regierung handlungsunfähig machten, sondern wo sich Freimaurer auch innerhalb des Vatikans etablierten. Damit im Zusammenhang verschwanden mindestens 500 Millionen DM, eingezahlt von gutwilligen Gläubigen. Denken wir auch daran, wie der Papst Woytila in der ganzen Welt den Asphalt der Flughäfen küßte, sich jedoch nicht darum kümmerte, mit welchen fragwürdigen Methoden der Vatikan das Geld erbeutete, welches er der polnischen Solidarnosc in den Rachen schmiß, im Gegenteil. Er nahm keinerlei Stellung zu konkreten, den Menschen bedrückenden Vorfällen, die den Glaubensverlust dieser Menschen überhaupt erst hervorrufen. Er leugnete die herausragende Stellung der Christen, die Einmaligkeit von Jesus als unserem Messias, indem er sich mit sämtlichen Religionssystemen der Welt traf und sie alle gleichberechtigt in eine Ökumene zusammenfassen wollte. Jesus wird so zu einem Religionsstifter reduziert, wurde vom Papst auch meist nur als Christus bezeichnet, der gleichwertig neben Buddha, neben Mohammed steht. Dazu paßt es dann, wenn das am 27. November 1983 in Kraft getretene neue kanonische Recht die Zugehörigkeit zu einer Freimaurerloge nicht mehr mit sofortiger Wirkung ahndet. Als ob man zwei Herren dienen könnte.

Andererseits fand gerade mit Karol Woytila eine Marienverehrung großen Stils statt. Beide, Maria als auch Woytila füllen somit den Platz aus, welchen dem Messias Jesus genommen wurde. Beide gelten mithin als Messias-Ersatz. Maria wird als Mutter Gottes fast schon wichtiger als Jesus, der in dieser Terminologie ja eigentlich Gott selbst ist. Hinzu kommt noch die Medienwirksamkeit des verstorbenen Papstes. Während Jesus immer unklarer, immer nebelhafter gezeigt wird, präsentierte sich der Papst als ganz konkreter Werbestar. Seine Person, die doch auch nur menschlich ist, wurde dermaßen aufgewertet, wurde dermaßen geheiligt, daß man dahinter die Taten und Untaten des Vatikans vergaß, bzw. damit zudeckte. Dieser Papst fungierte somit als Hülle, innerhalb derer die römische Kirche einen großen Freiraum krimineller Handlung hatte. Wie war es denn mit dem Vorläufer von Johannes Paul II. Da gab es doch den unglücklichen Papst Johannes Paul I, der nach nur 33 Tage im Amt 1, unter sehr mysteriösen Umständen gestorben ist Es gibt nicht wenige, die diesen Papst für ermordet halten, weil dieser im Begriff stand, kriminelle Verschwörer in den Reihen der Kurie aufzudecken. Gerade auf diesen Papst hatten angeblich alle Kräfte, die sich auf Jesus beriefen, so große Hoffnungen gesetzt.

Der durchschnittliche Mensch wird völlig verwirrt und findet in der "schlichten einfachen Religion" genau die gleichen Täuschungsmanöver vor, wie in der Politik. Das alles muß einen ernst denkenden Menschen abstoßen. Und doch bleibt diese Sehnsucht nach dem Guten, nach dem Wahren erhalten. Schauen wir nur nach Lateinamerika, wo der Papst für viele wie ein Garant für eine bessere Existenz nach diesem Leben steht. Wenn schon nicht dieses Leben lebenswert ist, dann soll es wenigstens danach besser werden! Als Folge dieser Ausrichtung auf ein besseres Leben danach, findet sich die lateinamerikanische Bevölkerung zu schnell mit ihrem Leben ab und begründet somit ihre fatalistische Haltung. Der Papst wirkt deswegen automatisch als Garant einer unseligen Regierungsform, welche einem explosiven Bevölkerungsgemisch vorsteht.  Anstatt auch hier die Rolle Jesu transparenter zu machen, tut die katholische Kirche genau das Gegenteil. Damit schaffen sie es nicht, diesen Lateinamerikaner so für den Glauben zu begeistern, daß er seine Naturreligionen gänzlich fahren läßt. So nimmt er denn von der Kirche auch nur das pompöse Blendwerk, nimmt Maria, nimmt z.T. auch noch die Apostel und das war es dann.

Man kommt bei der Betrachtung der Beziehungen zwischen den Menschen nicht um die Analyse der Religionssysteme herum. Insofern ist unser westlicher Fortschritt unsere moderne Art von Religion, auch wenn es die Wissenschaftler selber nicht wahrhaben wollen. Verflochten damit ist ein scheinbar unwichtiger Punkt, der sich beim genauen Hinsehen als der einzige Eckstein herausstellt, an dem sich viele stoßen. Dieser Punkt ist die Person JESUS. Wie vorhin schon kurz angedeutet, tauchte schon vor 2000 Jahren die ähnliche Frage auf: Wer oder wie kittet man den großen Riß innerhalb der Menschheit? In dem damaligen Kulturbrennraum zwischen Rom, Palästina, Ägypten, Griechenland waren Umstände aufgetreten, die diese Menschheit ebenso sehnsüchtig auf einen Messias warten ließen, wie wir in der Gegenwart nach einem Ordner, Leiter, Großadministrator etc. ausschauen.

Egal wohin wir uns wenden, betrachten wir unsere Geschichte, unsere Religion, dann kommen wir um die Person JESUS nicht herum. Betrachten wir andererseits die Geschichte unserer Wissenschaften, betrachten unsere Technologie und unsere Wirtschaft, betrachten wir unsere Politik als Vermittler, da in diesem Chaos nur noch die höchste Staatskunst zu vermitteln mag, dann fällt uns diese Verbindung nicht mehr ins Auge, nichtsdestotrotz ist sie aber da. Sie ist nun zwar in der Staatskunst kaum noch anwesend, aber das erklärt ja auch die große Konfusion und die sich in der Diplomatie immer mehr einstellende schlangenähnliche Staatskunst der Verklauselierungen, der Geheimverträge, der subtilen Gerüchte und Lügen, die alle nur einem bestimmten Zweck dienen: die Verhinderung der christlichen Nächstenliebe, die keine politische Staatskunst, die kein Zinsgeld, die keine Drogen und selbstgemachte Naturkatastrophen, keine Tier- und Menschenversuche, keine Atomkraft usw. braucht.

Wir können daran ersehen, wie sich die ursprüngliche Politik, die sich aus dem Gottesbild ableitet und in dieser Nächstenliebe all ihre Staatsorgane so führt, wie sie die Menschen insgesamt führt, daß diese ursprüngliche christliche Politik durch bestimmte Mechanismen aufgebläht und damit völlig undurchschaubar gemacht wird. Undurchschaubar wenigstens für die Allgemeinheit, denn natürlich gibt es welche, die dieses geheime staatspolitische Treiben durchschauen und auch steuern. Durchschaut man allerdings diese Politik, so merkt man recht schnell, daß sie die Nächstenliebe als die Grundlage des Christentums zerstört und deshalb antichristlich wirkt. Die geheime Staatskunst dient somit nicht mehr den Bürgern, sondern dient sich selbst und fördert nur den Eigennutz weniger. Sie liebt damit nicht mehr den Nächsten, den Bürger, wie sich selbst, tut jedoch alles, um das zu verschleiern. Darum ist diese Politik auch geheim und breitet einen geheimen Mantel über die konkrete Nächstenliebe und damit über Jesus aus.

Denn Jesus steht in seiner Schlichtheit nicht für die Erfüllung aller weltlichen Träume, wie unsere Gesellschaft, wie unser Staat von uns fordert (er kommt nicht im weltlichen Schaugepränge) und wie man ihn zum Teil absichtlich mißverstanden hat, sondern Jesus steht für die persönliche, steht für die innere moralische Integrität und Zufriedenheit, die man als Summe dieses erreichten Zustandes mit den Worten “Glück” und “Gesundheit” umschreibt. Diese “glückliche Gesundheit” ergibt sich als Folge der Einhaltung seiner Forderungen, weil nur sie die Sehnsucht zum Schöpfer, weil nur sie die Sehnsucht zum Vater stillen. Deshalb war, ist und bleibt Jesus einmal unser persönliches Symbol für diese Erfüllung unserer inneren Zufriedenheit, der uns als der verlorene Sohn wieder zurück zum Vaterhaus führt. Andererseits ist und bleibt er ein ewiges Mysterium für uns Menschen.

Über diese Zeilen sollte man nicht milde lächeln, wie es der verstandesbewußte und in dieser humanistischen Weise erzogene Mitteleuropäer so gerne tut. Wüßte er nämlich jetzt schon, wer ihn weshalb auf was hin erzogen hat, dann müßte er nämlich weinen, darüber, daß er die milde und sanfte Liebe zugunsten einer “humanistischen Bildung” verstoßen hat. Damit hat er sein irdisches Paradies verstoßen, wurde zum verlorenen Sohn und deshalb muß er leiden und vergrößert diese auch nur, wenn er seinen Verstand zum Führer aus diesem Nebel wählt. Leider können unglückliche Menschen nicht verstehen, und wollen es zum Teil auch gar nicht, warum sie an diesem persönlichen Jesussymbol scheitern, warum gerade sie deshalb krank sind und wegen ihrer Unkenntnis diesen geistigen Verbindungen gegenüber ihre Tragödien erleben. Jesus wird so zu ihrem Fall oder ihrer Auferstehung, aber nicht weil er es so will, sondern weil wir es so wollten und zu viele wollen es noch immer. Dieses Mysterium Jesus zu enträtseln, es einfach klarer ins Bewußtsein zu fassen, indem man versucht seine Nächstenliebe praktisch zu leben, ist die lebensnotwendige Verpflichtung, die der Mensch durch den Eintritt in diese körperliche Welt eingegangen ist. Es ist für unser Seelenheil also absolut unwichtig, uns mit der Politik, mit der Staatskunst, den Wissenschaften, der Religion, der Geschichte, Hitler, etc. zu beschäftigen, wenn wir es ohne ihn (Jesus) tun. Weil wir es aber taten, sind wir eben dort, wo wir nun sind. Das sind hohe Worte, die für viele noch nicht nachvollziehbar sind und für die die Gefahr besteht, das sie dieses Büchlein nicht zu Ende schaffen. Darum sei an dieser Stelle eingefügt, nicht nur der Autor brauchte unendlich Zeit und Geduld diese Materie aufzuschlüsseln, sondern der Leser wird sie gleichfalls benötigen. Er wird Geduld und Kraft, er wird Ruhe und Konzentration, er wird Demut und Barmherzigkeit benötigen, all jenes, was er in seiner täglichen Umgebung auch anwenden sollte.

Dieses Büchlein will also die verschütteten Beziehungen zwischen Religion, Psychologie, Wissenschaft und Politik aufzeigen, indem als Führer die Sehnsucht dient. Denn der Mensch wartet sehnsüchtig auf das Gute, findet es allerdings zu selten und verstrickt sich dann in eine nebulöse Grauzone, wo er das Böse nicht mehr vom Guten unterscheiden kann. Das zu beleuchten, ist natürlich ein Unterfangen, das deutlich über dieses Buch hinausgeht. Deshalb kann die Thematik auch nur oberflächlich behandelt werden, und mag zum Teil auch sehr einfach, mag sehr simplifizierend erscheinen, aber sie stößt jedoch ab und an in die Tiefe vor. Der Vorstoß in die Tiefe gelingt aber nur, wenn die Bedeutung von JESUS klargemacht werden kann. Insofern kann dieses Büchlein auch als Versuch gewertet werden, die Person von JESUS transparenter zu machen, um unsere persönliche Existenz greifbarer zu handhaben, damit wir einen ewig gültigen Reisepaß nicht nur hier auf Erden erhalten. Denn wir und Jesus sind auf verborgene Weise miteinander verknüpft. So innig jedenfalls, daß unsere Qualität des Lebens mit der Qualität der Vorstellung, die wir von Jesus haben, untrennbar zusammenhängt. Um es einmal poetisch auszudrücken: "Die Luft, die wir atmen und das Wasser, welches wir trinken und von denen unser Wohlbefinden abhängt, ist Jesus!"

Unsere heutige Religion dagegen ist nicht greifbar. Sie bietet uns keinen persönlichen Gott, kein direktes Objekt, welches man lieben kann. Sie bot uns allenfalls Papst Woytila und, in allen ein wenig moderater den neuen deutschen Papst Benedikt, der ein schweres Erbe für eine kurze Zeit angetreten ist, oder aber versteckt sich wie die Protestanten hinter der Psychologie, aber aus bestimmten oben angesprochenen Gründen ist das für uns als Vorbild untauglich. Durch die Umtriebe der Kirchen und dieser schon erwähnten Politik der geheimen Staatskunst ist Jesus selber für die meisten von uns zu einem religiösen Schwärmer bzw. einem unpraktischen Philosophen abgewertet worden, der sich noch nicht einmal selbst, geschweige denn anderen helfen konnte. Und doch spürt ein jeder einen gewissen Zauber, spürt eine nicht zu fassende Kraft, spürt ein unglaubliches Potential, hat jedoch Angst, sich seinen innersten Gefühlen zu stellen.

JESUS scheint für unsere tägliche Lebensbewältigung unpraktisch, in der Familie, im Berufsleben, im Urlaub, im Krankenhaus, etc. Er ist dort weit weniger effizient und anerkannt als unsere wissenschaftlichen Errungenschaften, als unsere Medizin z.B. Dabei ist unsere heutige Wissenschaft jedoch genauso unklar für uns Menschen. Was kann sie uns außer an materiellen Gütern denn für unsere innere seelische Entwicklung bieten? Kernkraftwerke, genmanipuliertes Obst und Gemüse, ein Mehr an Kriegswaffen, Tierversuchen, eine gerätemäßige kalte und sterile Medizin vielleicht? Wo ist der Messias, der unsere modernen Vorstellungen vom Leben mit denen eines zufriedenen, erfüllten Lebens verbindet? Wer vermittelt uns das? Wer erlöst uns von einer aus allen moralischen Bindungen herausgelösten Wissenschaft? Etwa unsere Politik, die erst recht den Menschen aus seinem sittlichen-moralischen Bezugsrahmen herauslöst? Genauso herausgetrennt, genauso von inneren Prozessen isoliert sind dann diese westlichen Menschen.

Paradoxerweise haben wir also 2000 Jahre nach JESUS wieder die gleiche Fragestellung, nur den Umständen entsprechend angepaßt. Für eine kurze Zeit schien es, als wenn uns die Psychologie die so wichtigen Fragen des Lebens klären könnte. Woher kommen wir, wohin gehen wir, warum das alles, hat das alles wirklich einen Sinn? Die Psychologie schien im Gegensatz zur Religion einen praktischen Rahmen zu haben, der sie greifbar werden ließ. Aber allmählich haben wir gelernt, haben wir lernen müssen, daß sich die Psychologie noch nicht einmal selbst helfen kann. Die Psychologie ist materiell geworden. Sie hat sich der Diktion wissenschaftlichen Denkens unterworfen. Sie, die doch auf der Suche nach der Seele und ihren Krankheiten sein sollte, ist leider genauso vom ganzheitlichen Menschen abgetrennt worden, d.h. sie hat sich durch ihre verstandesmäßig rationale Vorgehensweise selber disqualifiziert. Die Psychologie kann die moralische Frage des sehnsüchtig auf einen Sinn harrenden Menschen genauso wenig beantworten wie die Mathematik, die Chemie, die Astronomie etc. Sie hat es versäumt, sich der Religion und damit Gott zuzuwenden, hat es leider nicht vermocht, sich mit den inneren geistigen Prozessen zu beschäftigen.

So bleibt sie auf ein Fragment beschränkt und ordnet seelische Krankheiten mehr oder weniger den physiologischen Fehlfunktionen zu. In den letzten 80 Jahren trat deshalb eine große Verschiebung auf, bei der das relativ festgefügte innere moralische Gefüge mit Hilfe der Psychologie aufgelockert wurde. Alles was von außen kam, die Sichtweise der Augen wurde einfach wichtiger. Die Mode, das Fernsehen, die Kosmetik, das Styling, etc. Das gefühlsmäßig höher entwickelte Ohr, welches Nuancen im Tonfall heraushört, läßt sich nicht so leicht wie die oberflächlichen Augen betrügen. Das Ohr hört tiefer und genauer. So entstand eine enorme Sinnesverschiebung, gerade in unseren westlichen Kulturen. Das wäre an sich nicht so schlimm, wenn nicht gerade unsere Augen mehr mit unserem oberflächlichen Verstand in einer unmittelbaren Beziehung stünden und gemeinsam diese Welt ausheckten. Nur sehr wenig von dem, was unsere Augen sehen, berührt unser Herz. Darauf bezogen ist unser Ohr höher entwickelt, weil es ohne den Umweg über unseren Verstand gleich mit dem Herzen in Kontakt steht.

Also stehen wir vor der Tatsache, daß wir angesichts vielfältiger äußerer visueller Ablenkung auch noch eine Isolation von unserem Gefühlszentrum erleben. Das Ohr wurde konsequent entmachtet, die wichtige Verbindung zwischen Ohr/Herz mit dem Gehilfe Auge/Verstand ist unterbrochen. Deshalb der Spruch, daß man nur das glaubt, was man mit den eigenen Augen sehen kann. Was jemand anderer erzählt, ist ja nur erzählt. Die Wahrheit innerhalb des Wortes wird nicht mehr verstanden, man vertraut nur noch auf seine Augen, man vertraut damit auf den Gehilfen, sprich Verstand. Der Gehilfe des Gefühls ist der Verstand in der Hinsicht, daß moralische Werte vorgegeben werden, an denen sich der Verstand zu orientieren hat. Weil ja das, was die Menschheit von den Tieren unterscheidet, primär der moralisch-sittliche Status ist. Und das sind eben entwicklungsfähige Gefühlswerte. Werte der Liebe, der Nächstenliebe; Werte der Geborgenheit, der Zuversicht, der Zufriedenheit, des Vertrauens, der Zärtlichkeit, der Treue etc. Tiere haben keine Religion, welche der äußere Garant dieser inneren Werteskala ist, bzw. sein sollte. Untersucht man daraufhin unsere wissenschaftlichen Errungenschaften, dann kommt man unweigerlich zu dem Schluß, daß sie weitgehend in Kooperation mit unseren Augen stehen, für unsere Gefühlswerteskala bleibt nicht allzu viel übrig. Sie wird eher noch reduziert. Unsere Augen trennen uns immer weiter vom Ganzen ab.

Schauen wir dabei auf die religiösen Systeme, hier jetzt konkret des Katholizismus und Protestantismus, so stellen wir besonders bei den Katholiken eine ähnliche Entwicklung fest. Das pompöse Auftreten des Papstes, die Zelebrierung der Messe, der Aufbau der Liturgie etc. alles das gilt mehr für unsere Augen. Die Bedeutung der Worte verschwindet dahinter. Genauso ist es mit der Bibel. Sie wird von dem Wortinhalt her nicht mehr verstanden. Denken wir an die Wortmächtigkeit der Propheten. Wie sollten sie überhaupt verstanden werden von Augenmenschen, die nur das sehen und sehen wollen, was ihnen ihr Verstand vorschreibt. Es sind ja leider nicht die Augen, die dem Verstand Aufschluß von allem geben, sondern die Augen stellen gefiltertes Material dar, welches von dem Gehirn vorher ausgesiebt und interpretiert werden mußte. Erst seit der Neuzeit wissen wir, daß die Augen die Gehilfen des Gehirns sind und nicht umgekehrt. Man sieht, was man denkt. Dabei könnte man sehr wohl die Augen in den Dienst des Gefühls stellen und tiefer schauen. Dann sähe man, was man fühlte, man sähe das Naheliegende, man sähe dann die Verbindungen der Menschen zueinander. Dazu müßte aber wieder das Ohr mehr entwickelt und das Auge mehr entmachtet werden. Ein Kreislauf!

Wenn man sieht was man denkt, ist die Interpretationsmöglichkeit enorm, eine Sinnesverfälschung sehr wahrscheinlich. Die Bandbreite des Denkens ist ungeheuer groß. Dabei kann man denken, was man gar nicht fühlt, bzw. man kann das Gefühl nicht definieren, es bleibt vordergründig. Das erkennt man z.B. an dem Wandel unserer Mode. Was gestern noch als schick galt, ist heute schon wieder lächerlich, obwohl die Augen wohl noch dieselben sind. Aber die Denkvorstellung hat sich geändert und mit ihnen das ausgefilterte Sehmaterial, mit ihnen das Gefühl, das mit den geschauten Objekten verbunden ist. Die Objekte sind also nicht mehr unmittelbar mit dem Gefühl der Zuneigung, sind nicht mehr mit der Liebe verbunden. Vielmehr sind sie gekoppelt an Vorstellungen der Blendung; die geblendeten Augen sind Folgen geblendeter Gefühle, daraus folgt eine reduzierte Gefühlswerteskala. In der Wissenschaft gibt es viele Phänomene, die unter dem Begriff der optischen Täuschung laufen. Akustische Täuschungen, auditive Phänomene gibt es (Echo) so gut wie gar nicht. Die verbale Lüge ist die einzige Täuschung, die auch nur gelingt, wenn der Mensch visuell abgelenkt ist und mehr auf seinen Verstand als auf sein Gefühl horcht.

Und gerade hier setzt unsere gegenwärtige Politik ein, die ein Meister der Vertuschung und Täuschung, die ein Meister der Blendung und Verblendung ist. Zudem hat sie sich noch anstatt mit der Nächstenliebe, dann lieber noch mit dem Geld getroffen und schafft in einträglicher Kooperation durch den Zins eine äußere Schutzhülle, innerhalb derer sie weitgehend frei vor familiärer und nationaler, übergeordnet also frei von moralischer Verantwortung handeln kann. Das christliche Sittengesetz mit all seinen Beschränkungen gilt dann nicht mehr. Wer auf seinen Verstand horcht, d.h. hört, der hat sich vom tiefergehenden Fühlen des Herzens abgekoppelt. Der Verstand soll natürlich schon hören, d.h. horchen. Aber, und genau daran mangelt es: Der Verstand soll auf sein Herz hören. Der Verstand soll sich im Dienste des aufrichtigen Gefühls stellen. Der Verstand soll also dem Herzgefühl "gehorchen".

Aber was geschieht stattdessen? Der Verstand hat sich abgenabelt und gehorcht nicht mehr, sondern blendet und läßt sich von seinen Augen blenden. Welcher in aller Tragödie steckender Mensch ahnt denn nur, daß der Kernpunkt seiner Tragödien an dem ungehorsamen Verstand liegt, der nicht mehr gehorcht, der seinem Gefühl, der seinem Gewissen nicht mehr unterstehen will. Wie sollte man auch darauf kommen, wie und warum das Ohr wichtiger als das Auge ist, wenn es ums gehorchen geht, wenn doch die Verstandesschärfe scheinbar im Trotz gegen den Gehorsam erworben wird. Verliebte wissen allerdings um diesen Umstand. Denn der verliebte Verstandesmensch wird seiner Liebe gehorchen und seinen ausgeprägten Verstand sofort in ihre Dienste stellen, ungeachtet der Tatsache, sich damit vor der Welt zum Trottel zu machen. Ebenso soll der Mensch auf sein Herz (Liebe) hören. In dieser Liebe erst kann der Verstand reifen und wird keine Tragödien erleben, sondern erstaunt feststellen, wie oberflächlich die Welt eigentlich ist, weil sie, anders als er nun, ihre Liebe verleugnet hat und deshalb die tiefgehende Erfüllung der Liebe gar nicht mehr kennt.

Wir können folgenden großen Bogen schlagen. Die Wissenschaft und die Religion scheinen unvereinbar zu sein, da die mangelnde Nächstenliebe nur die Differenzen betont und die Politik als der vermittelnde Faktor zusehends versagt. Und doch gibt es Elemente, welche sie gemeinsam haben. Beide haben sich zu visuellen, zu äußeren Phänomenen hinentwickelt und befassen sich mit der toten, weil äußeren Hülle. Innere, lebendige Prozesse auf der Basis einer sinnvollen Beantwortung der alten Menschheitsfragen können sie beide nicht verstehen. Der Mensch bleibt allein, bleibt von den inneren Werten, den gefühlsmäßigen Worten, abgetrennt. Wichtige Fragen können ihm somit nicht beantwortet werden. Der Bogen schließt sich, wenn wir überlegen, wo und wann in der Entwicklung der Menschheit die Stimme, das Gehörte, das Ohr, bzw. das Wort, das lebendige Wort, wichtig war. Wann und wo war die Einheit zwischen Wort und Mensch, zwischen Gefühl und Verstand, zwischen Liebe und Weisheit?

Nun, es heißt z.B. in der Bibel, dass am Anfang das Wort sei. Und das Wort war und ist bei Gott und ist Fleisch geworden. JESUS sei das fleischgewordene Wort, etc. Das fügt sich aber nicht mehr ganz mit den Vorstellungen der Kirche, die kein inneres, sondern nur noch ein äußeres Wort predigt. Das äußere Wort aber ist die Hülle, ist der Glanz und das Schaugepränge und ist nur dem Auge erscheinlich. Leider bewegt sich der Papst, wie überhaupt alle Konfessionen zu sehr innerhalb dieser Hülle und verweicht damit dem Kernpunkt.

Aber die Wissenschaft hat es ebenfalls versäumt, sich Jesus zu widmen. Anstatt z.B. die wissenschaftlichen Aussagen seiner Propheten mit liebenden Augen zu untersuchen, zu schauen, was eine von Bingen, ein Böhme, ein Swedenborg, ein Lorber, eine Emmerich, eine Dudde, usw. an Wissen vermittelt, um es in Einklang mit unserer Zeit zu bringen, haben sie sich, träge wie sie in geistigen Dingen sind, gleich von allem abgenabelt. Dabei kann man anhand des Wortes den Zusammenhang zwischen Auge und Ohr- zwischen Licht und Ton erkennen. Wie ein Gegenstand eine äußere sichtbare Hülle und ein nicht erkennbares Inneres hat, so hat das Wort dieselben Komponenten. Leider sind wir westlichen Menschen an der äußeren Hülle klebengeblieben und finden diese Entsprechung nicht mehr zum Kern. Dabei ist die Wissenschaft ebenfalls eine Entsprechungslehre, denn sie arbeitet ähnlich wie die Religion mit Gleichnissen und Gleichungen. Aber sie vermag es leider nicht ihre Wurzeln zu erkennen, vermag nicht zu sehen, wie sich die Gleichungen in Gleichnisse verwandeln, z.B. wie bei der Quantenphysik und bei den Atommodellen. Sie beharrt einfach zu sehr auf der Ebene der Körperlichkeit und nennt es Raum. Selbst das Licht muß sich bei Einstein der Zeit- und damit dem Raum beugen. Vom Wort, vom Licht des ewigen Wortes wissen sie nichts, weil sie keine ewigen Werte vertreten und weil sie in dieser Beziehung sträflich nachlässig und damit auch lau sind.

Bei der Wirkung des Wortes haben wir eine höchst komplexe Interaktion zwischen Ohr, Gefühl, Auge und Verstand. Dabei übernimmt der Verstand mit seinem Auge die äußere Form. Wie und in welcher Verfassung wird von wem, wann und wo, das Wort ausgesprochen? Das ist die typische Überlegung des Verstandes, danach analysiert es den Wortinhalt, danach richtet sich die Wertigkeit der Bemühungen um eine angemessene Antwort, eben auch die Gefühlsskala.

Die Wirkung vom Wort zum Ohr ist sehr viel komplexer. Dort geht es in das Innere des Menschen über und läßt auf eine sehr viel tieferen Ebene Gefühlsinhalte erklingen. Das Wort ruft Assoziationen der Zustimmung, der Ablehnung hervor. Es berührt den ganzen Körper, der sich förmlich versteifen kann. Genauso kann er aber in einen Zustand der Freude gebracht werden. Die Analyse und Entscheidung darüber, in welcher Art und Weise man zu reagieren hat, geschieht primär jedoch nicht vom Verstand aus, dieser Reflex ist durch unsere humanistische Bildung nur anerzogen und deswegen leider völlig verzogen. Das ist allein dem Herzen, als Sitz des Gefühls, als Sitz des Willens, vorbehalten. Der Wille ist ein Werkzeug, welcher für Intensitäten von Gefühlen spricht und mit diesen umgehen kann, sie steuern kann und soll. Der Wille ist der geistige Arm des Herzens, mit dem er nach geistigen Qualitäten greift. Das Herz entscheidet dann, inwieweit man das Wort aufgenommen-, und gefühlt hat, inwieweit der Wille das “richtige” ergriffen hat. Die Bedeutung des Gefühlten ist einfach sehr viel tiefer, als die Bedeutung des Verstandenen, des Erkannten.

Bei der Antwort, man habe das Gesagte verstanden, wird das Wort nur wieder in äußere Prozesse aufgegliedert, die sehr leicht zu "durchschauen" sind. Aber gerade weil der Verstand die Worte zu schnell und leicht versteht, "durchschaut", können sie niemals tiefgreifend vom Herzen durchgefühlt werden. Weil darum die Worte zu äußeren Gefühlsfragmenten verstümmelt werden, müssen eben, um das in etwa auszugleichen, statt einem Wort dann sehr viel mehr Worte gesprochen werden. Es kommt dadurch zu einer wahren Flut von Worten, letztlich auch von Werten.

Nicht, das uns der Osten darin überlegen wäre und es noch verstünde, sich mit den inneren Prozessen auseinanderzusetzen. Dort ist das Verständnis schon längst einer gewissen Fremdheit, einer Angst gegenüber den eigenen Gefühlen gewichen. Im Gegensatz zum Westen werden sie dort einfach für tabu erklärt. Aber in unserer Thematik widmen wir uns ausschließlich unserem westlichen System als dem Kulturträger. Vom "Untergang des Abendlandes" allein, wie seinerzeit von Oswald Spengler postuliert, können wir nichts sehen. Der Osten hat uns nichts Neues zu bieten. Im Gegenteil, er bestrebt sich geradezu uns alle Fehler nachzumachen. Alles bleibt nur äußerlich. Was hier im Vorwort gedrängt ausgesprochen wird, ist im Buch ausführlicher behandelt und soll ein Versuch sein, eine zugeschüttete Quelle zum Herzen eines Jeden zu öffnen. Möge es diesen Worten gelingen, die äußere Hülle zu durchstoßen.

Es kommt nicht darauf an, wie schön es unserem Auge sichtbar ist. Es muß unser Herz befriedigen und es erfüllen. Das Leben ist nicht das Vehikel, um die Wahrheit zu erkennen, sie zu verstehen. Nein, das Leben ist die einzige Möglichkeit die Wahrheit zu erfüllen. Erst wenn man erfüllt ist, kann man es erkennen. Das leere, rastlose Herz kann nichts als Trug und Lüge erschauen. Leider kann es in diesem Zustand auch nicht verstehen, wie ein erfülltes Leben um den zentralen Punkt der Wahrheit kreist, weil es ihn hat.

Das ist die Bedingung allen Seins: Die Wahrheit muß erfüllt (erfühlt) werden, indem die Liebe erkannt und gelebt wird; denn ohne Liebe kann man nicht leben, weil die Liebe sich im Schaffen und nicht im Denken und erst recht nicht in diesen computerisierten virtuellen Welten äußert. Von der Religion müßte das eigentlich selbstverständlich sein, daß man ohne Gott weder leben noch etwas schaffen kann. Von der Wissenschaft her ist diese Wahrheit so auch nie zu erfüllen. Es sei denn, die Wissenschaft träfe sich endlich mit der Religion und würde sich in dieser zentralen Frage durch ihren äußeren Wust von Wortgeklingel sehr viel tiefer zum Kern hin durcharbeiten, aber das kann bei unserer gegenwärtigen Politik so nie geschehen. Das geschieht nur, wenn der politisierte Mensch, der sich deshalb mehr als Wissenschaftler versteht, in seinen Worten (Werten) mehr Liebe hätte, und das ginge nur über die Nächstenliebe. Diese Nächstenliebe geht aber nur über Jesus. Das ist der einzige Weg. Wieso und warum bleibt im Nachhinein über die Sehnsucht noch zu klären.

 

Michael Nehmann. 17.03.1992

aktualisiert 11.02.2006

 

 

 

Einführung

 

   1.0   DIE SEHNSUCHT

 

 

Es gibt eine Sehnsucht nach Irgendwo. Es gibt ein heißes Sehnen, ein tiefes Verlangen, daß sich in der tiefsten Tiefe der menschlichen Brust befindet: im Herzen. Dort äußert es sich dann und wann. Diese Sehnsucht ist jenseits von Worten, ist jenseits von Taten. Sie ist das höchste Gefühl einer empfindenden Seele. Selbst in Momenten tiefster Verzweiflung kann es geschehen, daß eine innere Ruhe eintritt. Für den klar umrissenen Moment gibt es dann ein ungeheures Gefühl der Stärke, des Trostes. Es ist, als ob die Sehnsucht für einen Moment gestillt würde, auf den Körper, auf den ganzen Geist übergreift und inmitten des Chaos eine Oase der Ruhe, der Zufriedenheit einkehrt. Der Frieden kehrt ein und vertreibt die Sorgen, vertreibt die Unrast.

Sehr oft geschieht es auch in normalen Situationen. Es genügt ein Sonnenuntergang, ein Blick von des Berges Höhe, ein Spaziergang in der freien Natur, die rauschende Stille des abendlichen Meeres. Diese Episoden werden mit einem Mal aus dem gleichförmigen Kontext des Alltags herausgehoben und gefühlsmäßig enorm aufgeladen. Es findet eine Transformierung statt, bei der dann dieses innere Gefühl auf die äußere Situation zurückkehrt und einwirkt. Es findet also eine innere Berührung statt. Diese Berührung kann wie ein Schock wirken und die betreffende Person wachrütteln. Meist jedoch wirkt diese innere Berührung seelentröstend und bettet das Bewusstsein desjenigen Menschen ein in ein übergeordnetes Ganzes. Das Bewußtsein fühlt sich dann endlich geborgen, fühlt sich sicher und befindet sich in einem harmonischen Grundgefühl und weiß dann, daß es ein Teil eines übergeordneten Ganzen ist.

Leider dauern diese Momente immer nur sehr kurz an. Die Welt fordert ihren Tribut und dringt mit aller Urgewalt in das Bewußtsein desjenigen ein. Und doch bleiben diese berührenden Gefühle, die das Äußere mit dem Inneren verbinden, als Oasen der Zufriedenheit zurück. Niemand kann sie einem nehmen. In diesen Momenten weiß man, daß die Sehnsucht real ist und ein Ziel hat. Man kann es jedoch noch nicht artikulieren. In den weiteren Lebensepochen sollte man dieses Gefühl nicht aus den Augen verlieren. Die Gefahr besteht, daß es im allgemeinen Welttrubel untergeht. Aber zum Glück gibt es verschiedene Methoden, um dieses harmonische Grundgefühl zu kultivieren. Es gibt gewisse Gedichte, Gemälde, Bücher, Musik, Theater. All das sind Elemente der Kultivierung dieses Gefühls der inneren Berührtheit. Sie können zu einer Verdichtung dieses Gefühls beitragen, können jedoch auch das Gegenteil bewirken.

Ein Beispiel solch einer Verdichtung ist z.B. das Gedicht von Josef von Eichendorff ”Mondnacht".2

Bei seinem Gedicht “Mondnacht” wird von einem naturhaften Moment zwischen dem Himmel, dem Mond, dem Wald ausgegangen. Es wird eine zauberhafte Stimmung eingefangen, die mehr offenbart, als sie offenbar vordergründig besitzt. Diese äußere Stimmung fängt die innere ein und schafft eine Berührung, schafft eine Verbindung zwischen beiden. Es verbindet sich die Seele des Menschen mit der Seele der Natur. Es verbinden sich Himmel und Erde aufgrund dieser zauberhaften Mondnacht. Dies kommt im dritten Vers ganz klar zum Ausdruck.

 

Mondnacht

 

Es war als hätte der Himmel

Die Erde still geküßt

Daß sie im Blütenschimmer

von ihm nur träumen müsst

 

Die Luft ging durch die Felder

Die Ähren wogten sacht,

Es rauschten leis die Wälder

So sternklar war die Nacht.

 

Und meine Seele spannte

Weit ihre Flügel aus

Flog durch die stillen Lande,

Als flöge sie nach Haus.

 

Joseph von Eichendorff

 

 

Der normale irdische Aspekt der Mondnacht wird plötzlich von einer höheren Stufe aus betrachtet, die dem sinnlichen Auge sonst nicht zugänglich ist. Es wird seelisch-geistig gefühlt. Die Seele fühlt in diesem Moment ihre Verbindung mit der Heimat, der geistigen Heimat und spannt ganz weit ihre Flügel aus, um sich darauf vorzubereiten. Sie spürt, daß sie ebenfalls vom Himmel, sprich Geist so befruchtet werden kann, wie die Erde vom Himmel.

In diesem Sinne der Vorbereitung sind solche Gedichte etc. auch zu verstehen. Sie sollen die Vorbereitung der Seele sein, sich auf ihr Zuhause zu besinnen, es freudig aufzusuchen. Die Verbindung Geist - Seele wird dabei bekräftigt, wird gestärkt. Die Beziehung Geist - Seele ist dieselbe wie die Beziehung Vater - Sohn. Der Vater als Geist, als Zuhause, zieht den Sohn, zieht die Seele zu sich hin. Die Seele wird vom Vater gestärkt. Im Gleichnis vom verlorenen Sohn hat sich der Mensch von seiner Heimat, hat sich also von Gott getrennt. Jeder von uns ist damit der verlorene Sohn!

Jedoch gibt es weitaus mehr Gedichte, Musikstücke etc., bei denen eine Schwächung der Seele stattfindet. Das Grundgefühl der Disharmonie wird noch weiter vertieft. Verzweiflung bleibt dann zurück. Die Seele fühlt sich quasi verloren, fühlt sich alleine gelassen. Sie ist von dem Gefühl der Geborgenheit sehr weit entfernt und wähnt sich davon völlig isoliert. Sie kann jedoch auch kurz davor stehen, ihre Sehnsucht bleibt dann noch unerfüllt So, wie dies u.a. Schiller in seinem Gedicht "Sehnsucht" ausdrückte.

 

Sehnsucht

 

Ach, aus dieses Tales Gründen,

die der kalte Nebel drückt,

könnt ich doch den Ausgang finden,

Ach wie fühlt ich mich beglückt!

Dort erblick ich schöne Hügel,

Ewig jung und ewig grün!

 

Hätt ich Schwingen, hätt ich Flügel,

Nach den Hügeln zög ich hin.

Harmonien höre ich klingen,

Töne süßer Himmelsruh,

Und die leichten Winde bringen

Mir der Düfte Balsam zu.

 

Goldne Früchte seh ich glühen,

Winkend zwischen dunklem Laub,

Und die Blumen, die dort blühen,

Werden keines Winters Raub.

 

Ach wie schön muß sich´s ergehen

Dort im ewgen Sonnenschein,

Und die Luft in jenen Höhen,

O wie labend muß sie sein!

 

Doch mir wehrt des Stromes Toben,

Der ergrimmt dazwischen braust,

Seine Wellen sind gehoben,

Daß die Seele mir ergraust.

 

Einen Nachen seh ich schwanken,

Aber ach! Der Fährmann fehlt.

Frisch hinein und ohne Wanken!

Seine Segel sind beseelt.

Du mußt glauben, du mußt wagen,

Denn die Götter leihn kein Pfand,

Nur ein Wunder kann dich tragen

In das schöne Wunderland.

 

 

Hier ist Schiller in einer Gemütslage, bei welcher er nicht so kann wie er will. Er findet die Verbindung Geist - Seele nicht. Er ahnt von ihr, aber er bleibt ihr fern. Seine Sehnsucht bleibt ungestillt. Er hat einfach kein Mittel, um dorthin zu gelangen, obwohl er das Himmlische präzisieren kann. Deshalb trifft ihn die Sehnsucht zum Himmel sehr viel härter. Er steht gewissermaßen vor den Pforten des Paradieses und erheischt nur einzelne Augenblicke. Er vermag es nicht, dem tobenden Strom Einhalt zu gebieten. Er ist nicht in der Lage, seine Seele zu beruhigen, er hat nicht mehr die Kraft dazu. Im dritten Vers wird auch deutlich, weshalb es ihm an Kraft fehlt. Er kennt den Fährmann nicht und hat deshalb kein Vertrauen zu ihm. Schiller gleitet dann in die Position des Zuschauers über und hat die Hoffnung aufgegeben. Er verbannt sie in das Reich der Wunder, weiß jedoch nicht, von welchem seiner Götter er sich dieses Wunder erhoffen soll. Im Gegensatz zu seinen anderen Gedichten, z.B. “Das Glück” benennt er die Götter diesmal nicht konkret, weil er nicht weiß, welcher von den vielen griechischen Götter für seine Sehnsuchtserfüllung zuständig ist.

Wenn man Schillers[1] als auch Goethes Verbindungen zu gewissen Freimaurerkreisen kennt, dann weiß man schon, warum Schiller sehnsuchtsvoll in die Ferne starrt.

Bei Eichendorff hingegen ist in seiner “Mondnacht” die Verbindung Seele mit Gott klarer ausgedrückt. Eichendorff weiß konkreter um die Verbindung der Seele mit Gott und verliert sich nicht in überholten Sagen des klassischen Altertums. Eichendorff war auch anders als Schiller und Goethe nicht in freimaurerische 3 Bestrebungen involviert.

Hören wir zum Schluß den extremsten Fall der unausgefüllten Sehnsucht, die schon verborgen und völlig zugeschüttet ist. Hier gibt es keine wie immer geartete Verbindung zwischen Geist und Seele. Hier gibt es nur das blanke Entsetzen vor dem Zerfall. Von der Unsterblichkeit der Seele ist hier nichts zu spüren, weshalb der Schock, den dieses Gedicht auslöst, auch am Größten ist.

 

 

Bin ich es

 

Bin ich es, der nachts

durch mein Zimmer wandert,

oder der Bettler,

der durch meinen Garten schlich

in der Abenddämmerung?

Ich sehe mich um und finde,

daß alles noch gleich ist,

und ist doch nicht gleich...

War das Fenster offen?

War ich nicht eben eingeschlafen?

War der Garten nicht blaß-grün?...

Der Himmel war klar und blau.

Und da sind Wolken

und es ist windig und der Garten

ist dunkel und traurig.

Ich glaube, mein Haar war schwarz

Ich war gekleidet in Grau ...

Und mein Haar ist grau

und ich bin gekleidet in Schwarz ...

Ist dies mein Gang?

Hat diese Stimme,

die nun in mir hallt,

noch den Rhythmus der Stimme,

die ich einmal hatte?

Und bin ich ich selbst,

oder bin ich der Bettler

der durch meinen Garten schlich

in der Abenddämmerung?

Ich sehe mich um ...

Da sind Wolken, und es ist windig

Der Garten ist dunkel und traurig

Ich komme und gehe ...

Ist es nicht wahr,

daß ich bereits eingeschlafen war?

Mein Haar ist grau ...

Und alles ist gleich und doch nicht mehr gleich ..

 

Ramon Jimenez

 

Span. Dichter, 1881-1958, lebte später in Amerika, erhielt 1956 den Literatur Nobelpreis

 

Hier gibt es keinen Trost mehr, weil es hier auch keine Seele und keine Heimat für die Seele gibt. Hier löst sich alles in der Frage nach dem Sinn des Lebens auf. Wozu schuftet man Tag für Tag, wozu verschafft man sich Privilegien gegenüber seinem Gärtner, wenn es am Ende des Lebens doch alles umsonst war? Hier herrscht die Grundstimmung der Verzweiflung, hier herrscht die Unentrinnbarkeit des Schicksals. Der Körper wird vergehen, er wird verfaulen. Was außer ihm bleibt dann noch? Das blanke Entsetzen, die nackte Angst schließt sich daran an. Dieses letzte Gedicht symbolisiert die heutige Stellung der Menschen zu Gott. Es ist eine intellektuelle Position, bei welcher die Verbindung Mensch - Gott, die ja nur über die Seele als das Trägermedium Gottes geht, vom Intellekt einseitig unterbrochen wurde. Der Intellekt will nichts von der Seele wissen, weil er sonst automatisch Gott anerkennen müßte. Das aber ist der Grund der angesprochenen Verzweiflung. Das ist der völlig verlorene Sohn!

Anhand dieser drei Gedichte sehen wir, wie die innere Berührung mal mehr oder weniger, bzw. gar nicht aufkommt. Sie kann euphorisch mit der Verbundenheit des AllEINEN, des Übergeistes gefühlt werden. Sie kann aber fast schon resignierend geäußert werden, weil man keine erfolgreiche Strategie hat, sich dem erahnten Paradies zu nähern, weil man dem Führer mißtraut. Zuletzt wird nur die körperliche Seite betont, ein Paradies wird geleugnet, die Seele wird geleugnet, der Schöpfer wird geleugnet. Es bleibt die Unentrinnbarkeit des grausamen Schicksals und die Frage, warum das alles? Die Vehemenz dieses grausamen Schicksals bricht schockartig in das Bewusstsein des Betreffenden ein. Nichts und Niemand kann ihn aufhalten. Das ist dann der Kontrapunkt der inneren Berührtheit, welcher die Seele aufbaut. Hier dagegen findet eine Schwächung statt, die von unseren Medien noch extrem unterstützt wird.

 

 

1.1  Die Sehnsucht nach Gott

 

Doch trotz dieser Unterschiede gibt es etwas Gemeinsames. Keiner der drei Dichter spricht Gott gezielt an. Gott als Ziel der Seele kommt hier nur graduell, kommt nur zwischen den Zeilen zum Ausdruck. Eichendorff bezeichnet ihn mit "Heimat der Seele" noch am präzisesten. Bei Schiller bleibt nur die unklare Sehnsucht, die sich an imaginären Göttern verliert, bei Jiminez noch nicht einmal dieses. Die Wucht des Todes erscheint unausweichlich. Das Ende wird hier vehement gespürt. Es gibt keinen Trost. Es gibt keinen Himmel, es gibt einfach keinen Sinn.

Anhand dieser drei Beispiele wollen wir uns durch das Buch bewegen und den Fragen der Dichter nachspüren. Wir wollen das Grundgefühl der inneren Berührung konkreter fassen, wir wollen sehen, wer oder was dahinter steckt. Was ist das Ziel der menschlichen Sehnsucht? Wie kann es am effizientesten formuliert, gelebt werden? Gibt es eine Strategie der Sehnsuchtserfüllung, und wenn, kann sie schon auf Erden erfüllt werden?

Gibt es darüber hinaus einen Dichter, der diese Sehnsucht noch klarer, noch plastischer, noch begreiflicher darstellen kann, jemand, der gleichsam als der Vertreter des Schöpfers bzw. als der Schöpfer selbst agiert? Wer anders als der Erfüller der Sehnsucht ist die Erfüllung der Sehnsucht. Wer also füllt uns aus, wer sollte uns ausfüllen? Hören wir dazu einmal ein Gedicht eines ziemlich unbekannten Dichters, der jedoch, anders als die vorher genannten, Gott erkannt hatte.[2] .

 

 

 

Der Gnadenstrom

 

Es geht ein Strom durch alle Welt,

fließt klar durch alle Herzen.

Und wer sich in die Strömung stellt,

dem schwinden Not und Schmerzen.

Und wer in diesem Lebensstrom

sich kühlet seine Wunden,

der darf voll Licht und Freude bald

auf ewiglich gesunden.

Komm, Seele, und erhelle dich!

Die Strömung steht dir offen.

Und bald hat dich der Gnadenstrom

tief in das Herz getroffen.

Dann bist du reich, und seliglich

die hellen Wasser strahlen

aus deinem Herzen ewiglich

zu deinen Seelentalen.

 

Selig ist, wer die Liebe kennt und sein eigen nennt! Selig ist, wer Mich, die Quelle aller Liebe im Herzen trägt.[3]

 

 

Die Sehnsucht als ein starker Zug im Herzen muß befriedigt werden, um die Seele zu stärken. Man kann sie jedoch nie im Kopf spüren. Die Sehnsucht läßt sich nicht "erdenken", d.h. man kann ihr zwar mit Gedanken auf die Spur kommen, sie aber zu leben, sie zu fühlen geht mit dem Verstand aus nicht. Sie bleibt ihm unzugänglich, sie bleibt deshalb auch dem reinen Verstandesmenschen fremd.

Halten wir bei dem Gedicht vom Gnadenstrom einmal kurz inne und versuchen einfach es zu fühlen....... Fühlen wir die Wirkung, .....fühlen wir die Wirkung des Gnadenstromes in uns.......fühlen wir unsere Einsamkeit und unsere Not und fühlen wir dabei wie der Gnadenstrom uns wieder mit unserer Heimat verbindet und die Not lindert........atmen wir tief und ruhig durch und schalten unsere Gedanken einmal kurz ab.......erinnern wir uns dann kurz der anderen Gedichte und vielleicht spüren wir dann wie das Gefühl, welches wir bei Eichendorffs Mondnacht hatten, hier noch intensiviert ist. Der Gnadenstrom ist hier im Herzen lokalisiert. Die Heimat der Seele, die bei Eichendorf noch im Außenbereich gespürt wird, verlagert sich nun in den inneren Herzensbereich. Die Begriffe “selig” und “ewig” beziehen sich eindeutig auf das Herz. Fischedick schafft mit dem Gnadenstrom eine Verbindung zwischen Welt und Herz, die sehr viel präziser ist als unser Gefühl der Sehnsucht.

Das Gehirn, als blutleerstes Organ, kann die Wärme der Liebe, die sehnsüchtige Liebe nicht begreifen. Im Herzen, dem Organ das von Blutstrom zu Blutstrom durchpulst wird, befindet sich der Sitz dieser Sehnsucht. Das Herz ist das Organ der Tat, wohingegen das Gehirn mit seinem Verstand das Organ der Ruhe, das Organ des Denkens ist. Jedoch kann der Verstand keinen Grund zum Handeln finden, vielmehr findet er Gründe dagegen. Deshalb muß das Herz als Sitz des Gefühlszentrums, des Gnadenstromes, eine Handlungspriorität gegenüber dem Verstand haben. Man muß sich bewußt in diesen Gnadenstrom stellen und muß sich dort auch behaupten. Diese Handlungspriorität darf auch nicht erfolgen, um Gefühlen nachzugehen, die einen immer weiter von der Sehnsucht und damit immer weiter von unserem Gnadenstrom entfernen.

Es muß schon bei den Gefühlen entschieden werden, ob und inwieweit die Sehnsucht gestillt wird, damit die dann folgenden Taten im Einklang mit unserem Herzen sind. Natürlich denkt niemand bewußt daran, es ist auch nicht nötig. Aber wenn die Sehnsucht auf Gott, auf unseren Schöpfer zielt, dann müssen die Handlungen eben im Sinne Gottes geschehen. Dafür hat Jesus seinerzeit ganz klare Richtlinien gegeben:

 

"Liebe Gott über alles und den Nächsten wie dich selbst!" 

“Was du nicht willst was man dir tu, das füg auch keinen anderen zu!”

 

Dann entscheidet also der Wille, bzw. die Absicht, um den Gehalt an Sehnsuchtserfüllung. Der Wille entscheidet also um den Liebesinhalt, weil die Sehnsucht auf die Erfüllung der Liebe zielt. Auf den Willen kommen wir später noch detaillierter zu sprechen.

 

 

1.2 Einwände gegen die Verbindung Sehnsucht mit Gott

 

Es drängt sich an dieser Stelle die Frage auf, warum Taten, die nicht aus der Liebe zum Nächsten geschehen, warum diese Taten die Sehnsucht nicht auch stillen können? Wieso soll überhaupt die Sehnsucht so wichtig für uns Menschen sein und warum ist die Sehnsucht die sehnsüchtige Suche nach Liebe? Man kann mit seinem Leben ja wohl auch zurechtkommen, wenn man nicht hinter jedem Baum, hinter jeder Begegnung, hinter jeder Aktion, kurz hinter jedem Gedanken gleich Gott wittert! Man kann wohl auch ganz gut ohne Gott leben, oder?

Anders gefragt: Wieso soll der Gnadenstrom von Gott kommen und warum soll er vor Leid und Schmerzen schützen? Das sind berechtigte Einwände, die wir hier sogleich klären müssen, damit sie nicht wie ein Damoklesschwert über unseren Ausführungen schweben. Wir haben ja weiter oben die Sehnsucht mit der Suche nach Geborgenheit erklärt die man z.B. auch im Gnadenstrom findet. Dabei verbanden wir diese Geborgenheit mit unserer Heimat und unsere Heimat mit Gott. Wir stellten fest, daß sie unsere Seele stärkt, daß Heimatgefühle letztlich die Seele stärken. Warum stärkt jedoch die Geborgenheit (Gnadenstrom) unsere Seele?

Weil die Geborgenheit in Gott unsere Heimat ist (unser verlorenes Paradies) und weil nur dort Gottes Liebe zu uns spürbar wird. Deshalb ist die Geborgenheit der Ausfluß Seiner Liebe, deshalb ist sie die Liebe selbst, deshalb ist die Liebe Gottes unsere Heimat und dort, wo wir unsere Liebe finden, dort finden wir unsere Heimat. Haben wir unsere Heimat gefunden, haben wir also unsere Liebe gefunden, dann erst ist unsere Seele gestärkt und kann immer weiter aus der Heimat (Gott) gestärkt werden. Die Liebe Gottes allein stärkt unsere Seele. Als Abglanz werden wir ja schon gestärkt, wenn wir von jemandem geliebt werden und dieses Gefühl erwidern. Liebe gebiert wieder Liebe! Allerdings haben wir die Seele, als auch diese Liebe noch nicht weiter definiert. Das mit der Seele werden wir später nachholen; bleiben wir vorerst bei der Liebe.

 

Zuerst noch der wichtige Hinweis, daß der Begriff der Seele automatisch an Gott gekoppelt ist.

Aus diesem Grunde gibt es den Begriff der Seele im öffentlichen Leben kaum noch. Er wird nur noch mit seiner griechischen Übersetzung als Psyche verwendet. Bei Psyche denkt man auch nicht mehr an Gott. Weil man jedoch allgemein akzeptiert, eine Psyche zu haben, sie auch transparenter und stärker zu machen, dabei aber nicht mehr an Gott denkt, haben wir einfach keine Gebrauchsanweisung mehr, wie und womit man seine Psyche nährt. Genauso wurde der Begriff der Heimat abgewertet und gilt nur noch als Indiz für die Einstellung der “Ewiggestrigen.”

 

Statt Gott haben wir uns also den Psychiatern, oder den Ärzten, den Göttern in Weiß, zugewendet und erwarten von ihnen unser "Seelenheil". Als Heimatlose sind wir also nicht bereit, in unsere Heimat zurückzukehren, weil selbst die Kirche nicht mehr als Heimat erkannt wird. Darum existiert die Alternative, uns der Kirche zuzuwenden, kaum noch, denn sie hat es versäumt, unsere Sehnsucht lebendig zu halten. Von der Kirche haben wir leider nur ein statisches Bild der Seele, ein statisches Bild von Gott, kein Bild der Heimat, keines der tätigen Nächstenliebe, dafür aber hierarchische Strukturen erhalten, die der "normale" Mensch ablehnen muß. Der Mensch spürt bei dieser Kirche eben nichts mehr von der Geborgenheit, bzw. diese Geborgenheit befriedigt sein Gefühl nicht mehr und genügt seinem Verstand nicht.

Mit der Ablehnung der Kirche wird leider auch die Religion, und damit auch Gott und damit eben die Heimat und dadurch auch die Liebe abgelehnt. Die Kirche hat sich des Alleinvertretungsrechts Gottes bemächtigt. Somit wenden sich die Menschen nicht nur von den Kirchen, sondern leider auch von Gott ab. Dieser kleine Einschub ist notwendig, um die Beziehung Mensch - Seele - Gott von dem statischen, toten Modell zu befreien wie es leider allzu oft von den Kirchen gelehrt wird, um den Akzent auf die dynamisch lebendige Beziehung Schöpfer - Seele - Mensch zu lenken.

Wenn wir nun davon ausgehen, dass unsere Seele primär nicht mit der äußeren Kirche, sondern mit Gott als unserem Schöpfer verbunden ist, dann kann es nur Handlungen in Seinem Sinne geben. Die Kirchen haben Seinen Sinn natürlich entsprechend interpretiert und sich bei ihrer statisch dogmatischen Interpretation naturgemäß zwischen Gott und Mensch gestellt und somit unsere Sehnsucht und damit unseren Gnadenstrom blockiert.

Deshalb suchen wir nun jemanden, der uns eine neue lebendige Offenbarung, der uns ein neues lebendiges Evangelium für unsere Sehnsuchtserfüllung bringt und kommen folgerichtig zu Jesus, der die einzige Person ist, die uns eine dynamische Auffassung von Gott deshalb gab, weil nur er Gott mit dem Menschen verbinden konnte. Nur Jesus war und ist dieser Vermittler zu Gott, ist dieser Messias und bleibt dadurch einzigartig. In Jesus wurde unsere schwache Liebe zu Gott und zu den Nächsten wieder mit der unendlichen Liebe Gottes verbunden. Jesus band also unsere Herzen wieder an den Gnadenstrom an. Er stillte unsere Sehnsucht und bleibt aus diesem Grunde zeitlos! Jesus bindet deshalb auch heute noch unsere Herzen und bleibt für ewig der alleinige Messias, bleibt der einzige Vermittler zu Gott. (“Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben!”)

Gehen wir zur Frage zurück, warum Taten der Nächstenliebe im Sinne Jesu unsere Sehnsucht stillen soll, so können wir diese Frage jetzt präzisieren. Warum also soll Jesus unsere Sehnsucht stillen? Können denn nicht anstelle von Jesus, der eigene Partner, oder Buddha, oder Gott selbst treten?

Nimmt der Partner diese Stelle ein, so überträgt man seine Liebe, seine Hoffnungen und Sehnsüchte, aber auch seine Leidenschaften seinem Gegenüber. Das Gegenüber ist das Du und muß mit dieser Übertragung fertig werden. Das Du nimmt das Ich des anderen auf und gibt seinerseits sein Ich her. Aber wer das Ich des anderen aufnimmt, der nimmt auch dessen Leidenschaften, der nimmt also auch dessen Leiden und Träume auf und daran zerbricht er. Ein Mensch kann noch nicht einmal seine eigenen Leidenschaften tragen, geschweige denn diejenigen eines anderen, auch wenn es der Geliebte ist. Ebenso wenig die eigenen und erst recht nicht die Träume des anderen erfüllen. Die Liebe jedes Menschen ist damit völlig überfordert, weil sein eigenes Ich Angst vor den Leidenschaften hat und im Prinzip nicht leiden will. Der Liebende müßte also seine Geliebte völlig annehmen, ohne von ihr (ihm) in den Strudel der Leidenschaften zu geraten, andererseits müsste er dessen Träume verwirklichen können. Aber das ist paradox, denn ein völliges Aufnehmen des anderen bedeuten ja auch, daß man die Begrenzung seines eigenen Ich’s aufgibt. Dann ist man allerdings nicht mehr derjenige, der man mal war und man kennt sich selbst nicht mehr. Aber auch der Partner ist verwirrt und weiß nicht mehr wen er überhaupt liebt.

Die Übertragung der Liebe scheint zwar wie ein sehr großer Liebesbeweis, aber diese Liebe ist wohl doch mehr die eigene Hilflosigkeit und die eigene Resignation. Der andere wird dadurch zum Messias, der einen dort helfen soll, wo man sich selbst nicht mehr helfen kann, doch das kann ohne die Verbindung mit Gott keiner und es bleiben dann nur Verführer und Verführte übrig. Bei dieser wechselseitigen Übertragung geschieht nun auch nichts Neues, außer das die Frau z.B. sich dem Willen des Mannes unterwirft und umgekehrt der Mann sich der Frau unterwirft. Aber es gibt Grade von Sehnsüchten, Grade von Liebe, weshalb das gegenseitige Verhältnis nie ausgewogen sein kann, weil die Partner nie gleich sind.

Jahrhundertelang nahm so z.B. die Frau die Sehnsüchte des Mannes auf und konnte sie ebenso wenig befriedigen, wie es im Zuge der Emanzipation andersherum heutzutage geschieht. Das Bild des anderen in einem wird irgendwann statisch, weil das eigene Ich dagegen kämpft. Das eigene Ich möchte die Grenzen seiner Konturen auch zuliebe des Partners nicht aufgeben. Irgendwann wird deshalb das Bild des Partners statisch. Von den anfänglichen Sehnsüchten bleibt so nicht viel übrig und Enttäuschung und Verzweiflung bricht herein.

Wie soll der Partner auch damit fertig werden, für den anderen zu leben, zu lieben, den anderen voll in sich aufzunehmen, wenn er noch nicht einmal für sich selbst funktioniert, wenn er noch nicht einmal sich selbst völlig angenommen hat? Es treffen sich deshalb auch nur zwei Blinde und führen sich gegenseitig zum Abgrund. Das ist die Ehe, bzw. die freie Ehe von heute. Ja, frei ist sie in der Tat, aber frei von Gott! Warum wohl ist die Scheidungsquote heutzutage so hoch, warum wohl wollen sich viele Ehen nur mit einem, höchstens aber mit zwei Kinder “belasten?” Ist das denn nicht ein Zeichen, das es an der gegenseitigen Liebe mangelt! Viele Ehen setzen dafür verstärkt auf das Geldverdienen und benutzen dann dieses, um sich vor der gewollten Kinderlosigkeit zu trösten.

Damit findet eine Sehnsuchtsreduzierung statt, weil das geistige Gefühl der Sehnsucht auf ein materielles Gefühl des “Habenwollens” umgemünzt wird. Um mit dem Psychologen Erich Fromm 4 zu reden, vollzieht sich damit eine Transversion vom “Sein” zum “Haben.” Das Geld wird somit zum materiellen Ersatzstoff der geistigen Sehnsucht, so ähnlich, als wenn ein vernachlässigtes Kind seinen von den Eltern hervorgerufenen Liebesmangel durch eine vermehrte Nahrungsaufnahme kompensiert. (sich dick ißt) Eine typische Krankheit materieller Wohlstandsländer, deren Kinder seelisch-geistig verkürzt sind.

Auch wenn der Partner gleichgeschlechtlich ist, wird die gegenseitige Übertragung statisch, weil die Sehnsüchte des einen sich im anderen spiegeln. Sind beide mehr oder weniger identisch, dann sind auch die Spiegelbilder gleich und provozieren dadurch noch schneller das vorzeitige Ende. Gleiche Bilder stoßen sich eben irgendwann ab, sie bekämpfen sich. Damit das nicht zu schnell geschieht, verfallen die homosexuellen Paare denn auch ganz automatisch auf ein gewisses Rollenspiel. Sie agieren damit ähnlich wie die heterosexuellen. Aber auch dieses Rollenspiel kann ihnen die sehnsüchtigen Gefühle nicht vermitteln, weil es dazu eines Dritten bedarf, der eigentlich der Erste ist. Wer das genau ist, das klären wir noch.

Der Partner kann eben nur das geben, was ihm gehört, weshalb sich von allein die Frage stellt, wem denn eigentlich die Liebe gehört, zu der uns diese Sehnsucht hintreibt? Oder treibt sie uns gar nicht zur Liebe, sondern zur Weisheit oder irgendwo anders hin?

Betrachten wir unsere geistige Abstammung, dann müssen wir erkennen, wie wir eigentlich in Liebe gezeugt und empfangen und auch in Liebe großgezogen sein sollten. Allerdings müssen wir einräumen, daß dieses nur sehr selten der Fall ist. Diese vielzitierte Liebe bleibt nur ein unerreichbares Ideal, weshalb sich für jeden Menschen ein mehr oder weniger großes Liebesdefizit ergibt. Dieses Ideal jedoch, das in uns als ideelle Größe verankert ist, ja sogar verankert sein muß, da wir sonst wohl kaum eine Sehnsucht nach Liebe haben könnten, ist darum diejenige Bezugsgröße, die unseren idealen Sollwert mit dem erhaltenen Istwert an Liebe vergleicht. Die Differenz ist eben die Sehnsucht zum Sollwert. Also müssen wir schon vor unserer Geburt eine Liebesgröße erhalten, an der sich das tägliche Leben mißt. Dieses Maß wird uns in Form der Sehnsuchtsgrade mitgeteilt, die deshalb auch nur Grade der unerfüllten Liebe sind.

Schauen wir einmal auf den Akt der zu unserer körperlichen Entstehung führt, dann sehen wir darin mehr tierische Leidenschaften mit egoistischer Triebbefriedigung als die oben angesprochene Liebe. Diese doppelte Diskrepanz zwischen der ideellen und der realen Liebe einerseits, sowie andererseits der Empfängnis in aller tierischen Leidenschaft ruft unser persönliches Schicksal hervor und ist in seiner Konsequenz kein Wissensmangel oder sonstiges, sondern eine defizitäre Liebe. Diese defizitäre Liebe kann nur überwunden werden, wenn wir uns dorthin begeben, wo wir sie wieder auffüllen können. Wir müssen also zum Dritten gehen (nach Vater und Mutter der  Dritte), der aber der Erste ist, weil er die Ursache und Erfüllung der Liebe darstellt, die uns von unseren Leiden erlöst. Wir müssen dorthin, wo der Urgrund der Liebe ist. Diese Liebe müssen wir als höchstes Gut erringen. In dieser Liebe wird der Dritte zum Nächsten, wird der Nächste zum Ersten, weil das Erste eben diese Liebe ist, weil wir dadurch ebenfalls diese Liebe werden, weil wir dann mit demjenigen verknüpft sind, der diese Liebe ist: Und das ist Gott.

Das kann niemals die Evolution als anonymer Begriff sein. Allein die Vorstellung, daß diese Liebe nicht von Gott, sondern von der Natur kommt, mag niemanden trösten oder diese Sehnsucht auch nur ansatzweise befriedigen. Die Liebe ist ein geistiges Gefühl, während die Natur nur ein materieller körperlicher Begriff ist. Wäre die Natur für die Liebe verantwortlich, dann wäre sie damit Gott. Das ist dasselbe, als wenn man behauptet, ein Haus sei für seinen Bauplan verantwortlich, es würde seinen Bauplan schaffen oder ein Buch schaffe die Ordnung seiner Wörter zu Sätzen, diese Sätze erschüfen ihren Sinn. Nein, es geht nur immer umgekehrt. Erst kommt die geistige Idee als Liebe, die etwas schaffen möchte, erst kommt der Bauplan, dann das Haus, erst kommen die Gedanken und Gefühle, dann erst die Worte und Sätze, erst kommt der Gedanke, dann die Tat. Wir sehen daran, daß Geistiges immer über und vor Materielles steht. Vor der Natur muß deshalb auch ein Plan Pate gestanden haben. Wie soll sich auch ein undifferenziertes Chaos selbst geordnet haben, wenn diese Ordnung nicht von außerhalb kommend in ihr projiziert wurde? Oder kommen unsere Gedanken und Gefühle etwa nur aus uns, etwa aus unserem Kopf ? Angenommen ja, wer hat sie denn dort hinterlegt, denn wir waren es ja wohl nicht?

Ein nur einigermaßen denkender Mensch muß sehr unglücklich, sehr unbefriedigt und sehr ängstlich sein, muß wenig Liebe haben, wenn er diese Zusammenhänge nicht erkennt, sie nicht wahrhaben will und sich nur an die Evolution klammert. Wenn er nämlich so denkt, dann empfindet er es auch so und betrachtet die Natur dann höchst chaotisch und sieht sich umgeben von Tod und Verderben. Das macht ihm Angst und deshalb klammert er sich an einen Gefährten. Genauso unverständlich aber sieht er sich, d.h. seine eigene Natur. Er wird sich und seine Natur genauso wenig verstehen können, wie er die Umgebung verstehen kann. Er kennt sich nicht, er ist von seiner Wurzel getrennt, bzw. er hat sich selbst von seinem Ursprung getrennt und wird ganz natürlich auf die Natur seines Gefährten schauen ohne ihn jemals verstehen zu können.

Hier gilt es wie in einem abgewandelten Heine-Spruch:

 

selten haben wir uns verstanden, nur wenn wir uns im Kot (Triebe) wälzten, verstanden wir uns glänzend.“

 

Man kann die Natur nie aus sich selbst heraus verstehen, und wird seinen Trieben höchstens freien Lauf lassen: etwas, was uns die Psychiater gerne empfehlen. Genauso wenig kann jemand ein Kunstwerk verstehen, wenn er nichts von der Intention des Künstlers weiß. Will sich das Kunstwerk Mensch verstehen, dann muß es sich eben um die Intention des Schöpfers kümmern, sonst geht es ihm so, wie den Psychiatern, die nachgewiesenermaßen zu den unglücklichsten Geschöpfen zählen, weil sie die naturmäßige, materiell geprägte, tierisch-sexuelle Art der Liebe in der sie durch den körperlichen Akt geschaffen wurden bevorzugen, ohne an das hohe geistige Ideal der Liebe zu denken, die erst den Wert des Menschen ausmacht.

Solche Menschen haben immer die Tendenz zur Depression und bewegen sich damit ziemlich nahe an das Gedicht von Jiminez. Sie haben die Stufe der sehnsüchtigen Suche eines Schillers schon verlassen und sehen kein Land mehr.

 

 

1.2.1 Die sexuelle Variante der Liebe

 

Nur deshalb passiert bei den heterogenen als auch bei den homogenen Partnern die typische menschliche Reaktion, sie verbinden ihre Sehnsucht mit der sexuellen Variante der Liebe.

Wie wir eingangs festgestellt haben, ist die Verbindung der Seele mit der Sehnsucht diejenige, wo sich die Seele mit dem Geist für eine kurze Zeit zusammenschließt. Die Seele wird durch diesen Zusammenschluß enorm mit der geistigen Potenz von Gott aus aufgeladen. Die Sehnsucht ist also geistig und nicht materiell ausgerichtet.

Bei den menschlichen Partnern ist sie allerdings nicht geistig, sondern materiell orientiert. Der Sehnsucht wird nachgegangen, indem die vormals geistigen Berührungspunkte zwischen Seele und Schöpfer in die sexuelle Berührung zwischen zwei materiellen Körpern umgedeutet werden. Dabei findet auch eine geistige Verbindung zwischen den Liebenden statt, aber sie befindet sich auf ein sehr geringes Niveau. Im Vordergrund steht eher die körperliche Seite, steht heutzutage die Lust. Beide Partner schließen sich damit kurz und verursachen so einen enormen Potentialverlust.

Von einer Stärkung der Seele kann bei dieser materiellen sexuellen Variante der Liebe keine Rede sein. Der Gnadenstrom versiegt, man stellt sich außerhalb. Die Partner erschöpfen sich nur gegenseitig. Die Anfangsliebe, die ihren Ursprung im geistigen Bereich hat, wird durch die Sexualität immer mehr verzehrt. Man liebt zuerst den Partner, weil man in ihm ja das Ideal sieht (einen Minigott). Man stellt nicht sofort die sexuellen Handlungen in den Mittelpunkt. Nein, im Normalfall der Liebe idealisiert man den Partner und stellt sich vor, wie er ist, bzw. wie er sein könnte. Der Partner wird dann jemand, der einen die Sehnsucht wiederbringen könnte, der also das schaffen könnte, was man selbst nicht mehr kann: Nämlich die Sehnsucht zu stillen! Damit wird der Partner wie oben schon kurz angedeutet zu einem Messias- Ersatz.

Aber dieses rein geistige Gefühl verliert sich in der körperlichen sexuellen Version der Liebe. Statt diese Sehnsucht zu stillen, wird sie allmählich vergessen. Es erscheint dann im Nachhinein wie eine Fiktion, wie etwas aus den Kindertagen, was zwar schön war, was man jedoch nicht mehr greifen kann. Man hat es vergessen wie man Märchen vergißt und muß sich eben mit etwas anderes trösten, indem man sich der so geschaffenen Realität stellt und so automatisch wieder zur konkreten Sexualität greift. Deshalb ist die zu starke Ausprägung auf die sexuelle Tätigkeit der Liebe nicht von Vorteil! Der gegenseitige Respekt und die Freiheit sich auch mal jenseits der körperlichen Triebe moralisch-sittlich weiter zu entwickeln, sollte eigentlich im Vordergrund stehen, tut es aber nicht.

Leider bemerken sehr viele Menschen nicht, wie der Begriff der Liebe auf die sexuelle Erscheinung, und damit auf die materialistische Abart festgelegt wurde. Liebe ist ambivalent, sie hängt einerseits zwischen dem geistigen Pol der liebevollen Freiheit (des Sein), dem sich Aufgeben um im Größeren seine Bestimmung zu finden. Andererseits ist in ihr ein sehr starker Zug nach unten, zum Besitz, zum Haben-wollen, vorhanden. Dieser Zug nach unten, der ein materieller ist, äußert sich ja in der Sexualität, weil der pure Sexualtrieb ein egoistischer Genußtrieb ist.

Dabei könnte der Mensch auch bei der sexuellen Ausübung der Liebe spüren, wie irgendetwas nicht stimmt. Je nach Entwicklung merkt er mehr oder weniger oft, wie ihm der Geschlechtsakt eigentlich fremd bleibt. Zwischen seinen körperlichen Bewegungen, die das Ziel haben zum Orgasmus zu kommen und seinem Geist können sich plötzlich fremde Gedanken schieben. Das Bewusstsein koppelt sich dann von dem Bewegungsapparat ab. Es findet eine Spaltung zwischen Körper und Geist statt. Wie von einer höheren Warte aus kann man dann seine Bewegungsabläufe und die Reaktionen des Partners registrieren, ohne davon geistig-seelisch berührt zu sein.

In diesen Momenten könnte man schon erkennen, daß der sexuelle Liebesakt nur ein körperlicher Reiz ist, der die Seele und den Geist in ihr eigentlich nichts angeht. Die Frage, was um alles in der Welt man da macht, könnte auftauchen. Sich in dieser Phase wieder auf den Geschlechtsakt zu konzentrieren, fällt dann wirklich schwer. Diese Gedanken irritieren. Man fühlt sich gespalten und ist sehr unsicher, weil man nicht weiß, daß diese Reaktion eigentlich erst den Menschen auszeichnet. Aber durch unsere “sexualisierte Umwelt” werden solche Menschen wieder auf Kurs gebracht und meinen, sie funktionierten nicht richtig. Aber nur das Tier kennt keine fremden Gedanken, sondern ist völlig in diesem “tierischen” Akt gefangen.

Allerdings passiert das auch vielen Menschen, die, wenn gewisse Stimulanzien gegeben sind, diesen Mechanismus nicht mehr steuern können. Deren Verbindung Seele - Schöpfer ist dann schon zu sehr geschwächt. Deren Seele ist so vermaterialisiert worden, daß sie diesen mehr geistigen Liebesakt in völliger körperlicher Hingebung mit allerlei Ausschweifungen genießen und glauben, sie müßten es. Dabei kann man gerade in der sexuellen Beziehung zum Partner sehen, wo man seine Probleme mit Gott hat. Menschen im tiefen göttlichem Sein, Menschen, die ihre Heimat der Seele gefunden haben, kennen keine Sexualität. Sie kennen damit keine materielle Ersatzbefriedigung zur Steigerung ihrer eigenen egoistischen Lustbefriedigung. Ihr Gott ist der Gott der Liebe und ist nicht die schlangengleiche Sexualität.

 

 

1.2.2 Die Psychologie unter Freud

 

Zu Anfang des 19. Jhdt. wurde dieser materialistische Zug nach unten von Freud (1856 - 1939) sehr stark betont und überdeckte die liebevollen, reingeistigen Gefühle. Hören wir dazu den heutigen Fachmann Prof. Dr.Dr. Josef Rattner 5:

 

"Sein Leben (Freud) war eingefügt in epochale geistige Wandlungen, an denen er selbst großen Anteil hatte, indem er alte Denkformen zerbrach und traditionelle Vorurteile entlarvte......

Als Anhänger einer materialistischen Weltanschauung träumte er offenbar davon, auch das Seelenleben in die Einheit der Natur einordnen zu können, so daß es mittels des Kausalgesetzes und der energetischen Betrachtungsweise wie ein "Naturobjekt" abgehandelt werden konnte.

Die künstlerische Seelendeutung ist zu ersetzen durch eine exakt- wissenschaftliche, die sich der Physik, der Chemie, der Biologie usw. angleicht. Dieser Traum des Naturwissenschaftlers Freud ist nicht in Erfüllung gegangen."

 

Soweit J. Rattner.

 

Denn so exakt wissenschaftlich läßt sich die Psyche nicht festlegen. Trotzdem war dieser materialistische Einfluß so groß, daß sich die Psychologie davon nie richtig frei machen konnte. Die drei Hemmschuhe des Menschen, die Freud damals postulierte, gelten in der Psychologie nach wie vor.

Diese sind die autoritären, religiösen und sexuellen Denkhemmungen, die den Menschen hindern, seine ureigensten Interessen wahrzunehmen. (laut Freud)

Freud sah sich deshalb als Aufklärer der Menschheit und wollte die Menschheit von diesen beschränkenden Strukturen befreien. Er rebellierte gegen jegliche Art von Autorität und ließ noch nicht einmal die elterliche Autorität gelten, die das unreife Kind ja nur vor sich selbst schützen will. Darauf baut denn auch die antiautoritäre Erziehung auf, die, wie wir wissen, nichts mit Liebe, dafür aber mit völliger Lieblosigkeit, Disziplinmangel, Unfähigkeit, Trieb- und Launenhaftigkeit zu tun hat. So ein Kind ist eine Strafe für jede Eltern.

Die Religion galt Freud nur als Opium für das Volk. Die Religion war ihm nur eine "universelle Zwangsneurose", die das Volk angeblich betäubte. Daß innerhalb dieser Religion jedoch die Werte der Nächstenliebe vertreten sind, interessierte ihn nicht. Die sexuelle Denkhemmung versuchte er mit seinem eigens entwickelten Penisneidkomplex völlig lächerlich zu machen. Als Ausläufer dieser Vorstellung haben wir heute z.B. das Schlagwort Des-Sich-Auslebens, d.h. man solle doch jedes sexuelle Tabu durchbrechen. Damit zielte Freud ganz eindeutig gegen die 10 Gebote Mosis, die in ihrer Anwendung eine gesicherte Existenz innerhalb einer gesunden Familie innerhalb eines geordneten Staates bedeuten. Denn Freuds Antiautorität zielt eindeutig gegen das erste, das zweite und das vierte Gebot:

 

1. “Ich bin Dein Herr und Gott, Du sollst keine anderen Götter neben Mir haben!”

2. “Du sollst den Namen Gottes nicht verunehren!”

4 “Du sollst Vater und Mutter ehren!”

 

Damit rief Freud ganz eindeutig zum Widerstand gegen die oberste Autorität, sowie gegen die Eltern auf. Freuds sexuelles Vermächtnis griff ganz klar das sechste und das neunte Gebot an:

 

6. “Du sollst nicht ehebrechen!”

9. “Du sollst nicht begehren Deines Nächsten Weib”

 

Von diesem großen Schlag, den die Psychologie der Religion versetzte, hat sie sich nie richtig erholt. Aus diesem Grund auch wurde die Liebe, die den Schöpfer mit der Menschheit verbindet, nur als Fiktion, wurde als romantisches Geschwafel abgetan. Die Wurzeln der sexuellen Liebe, der völligen Freiheit, der Umwertung der Werte, sind hier bei Freud und seinen Nachfolgern begründet.

Bestand schon bei Nietzsche 6 die verhängnisvolle Tendenz das Gefühl der Liebe, die Verbindung Mensch - Seele - Gott zu leugnen, (Gott ist tot!) so wurde sie bei Freud endgültig zu Grabe getragen. Während man bei Nietzsche den gesellschaftlichen Bezug noch misste, kam er im Zuge der freudistisch geprägten Ära der 30er bis 50er Jahre vollends zur Wirkung. Freud hielt Eingang in soziokulturelle Bereiche. Ganze Generationen von Psychiatern und deren Abkömmlinge wurden zuerst materialistisch mechanistisch, später humanistisch, behavioristisch, dann existentialistisch etc. ausgebildet und auf die Völker losgelassen.

Bestrebungen wie von Frankl 7, den Patienten direkt zur Kirche hinzuführen, bleiben und blieben die absolute Ausnahme. Frankl stellte Freuds Feststellung der religiösen Zwangsvorstellungen entgegen, daß Zwangsneurosen nur entstünden, wenn es keine Religion mehr gäbe. In der gesamten Psychologie gab und gibt es kaum einen, der die Verbindung Jesus mit der Menschheit auch nur ahnt, bzw. in ein Konzept bringt und transparenter macht.

Wichtige Fragen wären z.B., warum man die Zehn Gebote einhalten soll ? Warum die Religion wichtig ist ? Warum die Sehnsucht zur Liebe in uns eingepflanzt ist ? Ob diese Sehnsucht ein Mensch befriedigen könnte ? Was es mit dem „Vaterunser“ auf sich hat ? Etc...

Allerdings müßte man, um diese geistigen Fragen zu klären, auch geistige, d.h. liebevolle und weise Untersuchungen anstellen, um sie zu beantworten. Schaut man dagegen auf die Psychologie, so sieht man eher, daß sie keine Liebe zu ihren Probanden hat, bzw. daß sie die richtige Liebe dazu nicht hat. Denn sie hat nur die materielle Ausprägung der Liebe, weil sie ihre Wurzeln in der Sexualität und eben nicht bei Gott hat. Wenn wir von dem dreigliedrigen Prinzip zwischen Körper-Seele und Geist ausgehen, dann ist diese sexuelle Sichtweise nur die Sichtweise des Körpers mit seinen Gedanken. Wo bleibt jedoch die Sicht der Seele, und wo bleibt die des Geistes?

Die psychologische Sichtweise hat deshalb eine Reduzierung von dieser Dreiheit zu einer Zweiheit zur Folge. Das duale Prinzip bezieht sich also nur noch auf den Menschen, insoweit er als Körper und Seele bzw. als Körper und Geist betrachtet wird. Gott – Seele und Mensch hängen dann nicht mehr zusammen. Betrachten wir jetzt einmal unsere Ausgangsposition, wo mit Hilfe der Gedichte eine innere Berührung zwischen Geist und Seele stattfand, die den Körper stärkte, so ist diese bei der Psychologie nicht mehr gegeben. Hier findet die Berührung zwischen dem Körper und dem Geist statt. Von Seele im ursprünglichen Sinn ist überhaupt nicht mehr die Rede. Das erinnert ein wenig an die Wissenschaft und ist der Preis dieser “Verwissenschaftlichung” der Psychologie!

Weil dieses duale psychologische Denken jedoch Eingang in unsere Kulturen gefunden hat, wurden die "drei Hemmschuhe" soweit abgebaut, daß sie nun kaum noch vorhanden sind. Wo sind unsere Autoritäten, wo ist unsere Religion, wo ist unsere Liebe geblieben?

Für den sexuellen “Hemmschuh” können wir das körperliche Prinzip betrachten. Für den autoritären “Hemmschuh” setzen wir die Seele, soweit sie mit den Eltern und Gott im Einklang ist. Für den religiösen “Hemmschuh” gilt zuguterletzt das Ziel all dieser Bestrebungen. Der religiöse Hemmschuh ist natürlich Gott, ist dann der reinste Geist.

Erstaunlicherweise hat Freud wohl mehr unbewußt gegen sein eigenes duales Prinzipien verstoßen, weil seine Zielrichtung mit dem Körper, der Seele und Gott, eine dreifache ist. Wenn er denn nur Körper und Geist geduldet hat, warum zielte er dann gegen die Verbindung der Seele mit Gott? Sie hätte doch nach seiner Anschauung gar nicht da sein dürfen?

Also war sich Freud doch der Existenz Gottes bewußt, wollte das jedoch nicht wahrhaben. Dagegen kämpfte er zeitlebens an, dagegen kämpft heutzutage fast jedermann.

Wir kommen deshalb nicht umhin, das festzustellen, was Josef von Eichendorff 8 mit dem verstümmelten Menschen bezeichnete. Der Mensch von heute ist zerrissen, weil seine Seele zerrissen ist. Er hat keine Orientierung mehr. Die Freiheit des Denkens, der radikale Abbau von althergebrachten Werten und Normen hat sein Denken von der Wurzel losgelöst, hat es also von Gott gelöst. Die innere Berührung zwischen Seele und Geist ist sehr selten geworden. Eichendorffs “Goldenes Zeitalter” bezeichnet hingegen die Zeit, wo diese Verbindung zwischen der Seele und Gott so intim war, daß der Körper als Sinnbild der Natur ebenfalls in Frieden lebte. Körper und Seele, d.h. Natur und Geist waren im Einklang und berührten sich auf der geistigen Ebene. Diese permanente Berührung machte die Seele klar und rein und wirkte auf den Körper wie die Sonne auf uns wirkt. In den Gedichten von Eichendorff wird schon gar nicht mehr von der Sonne gesprochen, dafür war der damalige Zustand schon zu seelendunkel. Folgerichtig konnte der Dichter nur vom Mond und von der Nacht, also von der Mondnacht sprechen.

Das Dunkel der Seele wurde nur sporadisch vom Mond erhellt. Es blieb darum die Sehnsucht nach dem Tage, nach der Sonne, nach dem Licht und der Wärme dieses Goldenen Zeitalters. Die Seele konnte sich also nur noch im Dunkel der Nacht mit dem bißchen Mondlicht treffen. Immerhin reichte dieses Mondlicht (Vollmond) der dadurch verzauberten Nacht aus, um der Seele eine Ahnung, eine Gewißheit, eine Spur eines Geheimnisses zu vermitteln, die in dieser mystisch verzauberten Dunkelheit versteckt lag.

Die Seele will aus der Dunkelheit heraus ans Licht, sie will zur Heimat zurück, aus der sie vor undenkbar langer Zeit vertrieben wurde. Bliebe die Seele länger in dieser Nacht und schwände das Licht des Vollmondes, dann würde diese zerrissene Seele den Weg nach Hause nicht mehr finden. Betrachtet man die heutige Zeit unter dieser o.a. Symbolik, dann wäre die Vollmondnacht vorbei und wir hätten noch nicht einmal Halbmond, sondern höchstens Neumond. Der Mensch kennt seine Heimat nicht mehr, weshalb seine Seele weint. Er steht außerhalb des Gnadenstromes und leidet deshalb körperlich und seelisch.

Es ist schon soweit, daß der ehrliche Mensch als der Dumme 9 bezeichnet wird. Liebe ist heute mehr denn je käuflich, sexuell alles erlaubt was gefällt, etc. Die Wahre Liebe ist zur Ware Liebe verkommen.

Vor diesem Hintergrund kann die Frage, ob die Liebe zum Partner die Sehnsucht des Einzelnen stillen kann, nur verneint werden. Die Sehnsucht, sofern nicht geistig befriedigt, kann nicht unter Menschen gestillt werden. Als geistiges Substrat gehört sie jener Sphäre an, die mit Gott verbindet, die zu Gott gehört. Gott ist die Heimat der Seele, weil die Seele aus Ihm kommt. Damit wird das Heimatgefühl zu einem Gottesbekenntnis. Wer seine Heimat in Gott hat, der steht innerhalb des Gnadenstromes. Wer diese Heimat hat, der hat zumindest einen Teil seiner Sehnsucht befriedigt. Das seine wahre Heimat jedoch in Gott liegt, weil dort das Paradies ist, das wird einem nicht sofort bewußt. Aber in dem Verlangen, seine Heimat, sein Haus, seine Umgebung zu verschönern und so zu gestalten, daß es einem selbst und dem Nächsten gefällt, darin liegt der Drang der Sehnsucht zum Paradies. Wenn schon nicht im Himmel, dann will man es wenigstens hier auf Erden haben. Es gibt also zwei Zustände, die das Paradies kennzeichnen:

Einmal einen Ort, den man aber zweitens erst dann als Heimat bezeichnet, wenn man ihn liebt, weil man jemanden liebt, bzw. weil man dort von jemandem geliebt wird. Gemeinsam will man dann diese Heimat verschönern. Die Liebe, die man dort erfährt, färbt dann gleichsam auf die Umgebung ab und markiert diesen Ort unzweifelhaft als Heimat. Deshalb bleibt die Liebe zur Heimat die Sehnsucht zur Liebe, die man dort aufnimmt und die man dort aber auch gerne abgibt. Weil die Liebe nicht Eigentum der Menschen ist, kann einem diese Heimat jedoch sofort genommen werden, wenn einem diese Liebe genommen wird, weil man sich bewußt außerhalb des Gnadenstromes stellt. Den Preis dieser bewußten Entscheidung gegen Gott sieht man bei der Parabel von der Vertreibung aus dem Paradies. Man fühlt sich dann heimatlos, fühlt sich vertrieben und einsam, so wie z.B. Friedrich Hölderlin, der ruhelos umherwanderte. Wäre die Menschheit wieder bei Gott so wie im Goldenen Zeitalter, kennte sie Ihn persönlich, weil sie Jesus kennen würde, dann erst wäre die Sehnsucht durch Menschen zu erfüllen. Aber nur, weil in diesen Menschen zuerst Gott, und dann erst der Mensch wirkt.

Solange eine Psychologie der Verfremdung existiert, solange die Kirche die Sehnsucht der Menschen nicht auf Jesus lenkt, solange das Heimatgefühl denunziert wird, solange kann die Sehnsucht der Menschheit nicht erfüllt werden.

Die Psychologie ist der letzte, dafür aber stärkste Angriff auf Gott. Wenn es nicht so wäre, dann gäbe es sie gar nicht. Beide verhalten sich spiegelbildlich. Jedoch ist an diesem Dilemma die Religion schuld, die es versäumte, den Glauben der Menschheit lebendig zu halten. Deshalb brachen aus der Religion die Naturwissenschaften heraus. Sie versuchten sich auf ihre Weise um die Lösung der Sehnsuchtsfrage. Die Psychologie ist nun die stärkste Bastion geworden, um die Existenz Gottes zu verneinen. Sie hat sich als letztes Kind der Religion von ihr befreit und leugnet somit ihre Mutter. Sie geht so weit, daß sie die Existenzberechtigung ihrer Mutter in Frage stellt.

Aber leider werden die Menschen tagtäglich mit eben dieser Psychologie konfrontiert. Sie fließt unterschwellig ein in das Handeln und Denken des Einzelnen. Sie wirft den Mensch auf den Menschen, damit aber auf das Tier zurück. Darauf kommen wir später ausführlicher zu sprechen.

Weil die Sexualität so sehr Eingang in unser Wesen gefunden hat, wollen wir hier, ein wenig früh, dieses Kapitel damit beenden, indem wir auf die geistige Sichtweise verweisen, mit der alles verknüpft ist. Dazu betrachten wir im Folgenden einmal die Prostitution unter der geistigen Erklärung des Sechsten Gebotes: Du sollst nicht Unkeuschheit treiben, nicht ehebrechen! [4]

 

“Wo aber ist diese Wurzel (des sechsten Gebotes)? Ihr wißt, daß die Liebe der Urgrund und die Grundbedingung aller Dinge ist. Ohne Liebe wäre nie ein Ding erschaffen worden, und ohne Liebe wäre ebenso wenig ein Dasein denkbar, ....Also ist die Liebe der Grund von allem und ist zugleich der Schlüssel zu allen Geheimnissen. Wie aber läßt sich eben die Liebe mit unserem sechsten Gebot in eine erklärende Verbindung bringen? Ich sage Euch, nichts leichter als das, indem bei keinem Akte in der Welt die Liebe so innig verwoben ist wie gerade bei dem, den wir zu den unkeuschsündigen rechnen.

 

Wir wissen aber, daß der Mensch einer zweifachen Liebe fähig ist, nämlich der göttlichen, welche aller Selbstliebe entgegen, und der Selbstliebe, welche aller göttlichen Liebe entgegen ist.

Nun fragt es sich: So jemand den Akt der Zeugung begeht, welche Liebe war da der Beweggrund, die Eigenliebe, unter deren Botmäßigkeit auch jegliche Genußsucht steht, oder die göttliche Liebe, welche nur mitteilen will, was sie hat, ihrer selbst gänzlich vergessend? ...

Setzen wir zwei Menschen: der eine begeht den Akt aus selbstsüchtiger Genußsucht, der andere aber in dankbarer Andacht für die Zeugungsfähigkeit, seinen Samen einer Frau mitzuteilen, um in ihr eine Frucht zu erwecken. Welcher von den beiden hat denn gesündigt? ..

Damit uns aber die Sache völlig klar wird, müssen wir uns auch mit dem Begriffe “Unkeuschheit” näher vertraut machen. Was ist Keuschheit und was ist Unkeuschheit? Keuschheit ist derjenige Gemütszustand des Menschen, in welchem er aller Selbstsucht ledig ist, oder in dem er rein ist von allen Makeln der Eigenliebe. Unkeuschheit ist derjenige Gemütszustand, in welchem der Mensch nur sich selbst berücksichtigt, für sich selbst handelt und seines Nebenmenschen, besonders in Berücksichtigung der Frauen, gänzlich vergißt.

Die Selbstsucht aber ist nirgends schmählicher, als wie gerade bei dem Akte, wo es sich um die Fortzeugung eines Menschen handelt. Warum denn? Die Ursache liegt am Tage. Wie der Grund, so der Same, so auch wird die Frucht. Ist göttliche Liebe, also die Keuschheit der Same, so wird auch eine göttliche Frucht zum Vorschein kommen; ist aber Eigenliebe, Selbst- und Genußsucht, also der unkeusche Zustand des Gemütes der Same, welch eine Frucht wird da hervorgehen?

 

Sehet, darin liegt es, warum es durch das sechste Gebot verboten ist. ...

 

Aus dem aber geht hervor, daß nicht nur die sogenannte fälschlich bezeichnete “Unzucht”, welche man besser “Genußsucht” nennen sollte, in die Reihe unserer zu behandelnden Sünde gehört, sondern jegliche Genußsucht, wie gestaltet sie auch immer sein mag, besonders aber, wenn ein Mann die ohnehin schwache Frau sich eigennützig zum genußsüchtigen Nutzen macht..... Ein kurzer Vorgang wird uns die Sache noch klarer vor die Augen bringen.-

 

Man könnte hier sagen, indem es im sechsten Gebot nur heißt: Du sollst nicht Unkeuschheit treiben”, daß da die Prostitution nicht als verboten angesehen werden kann, da es im sechsten Gebot nirgends heißt: Du sollst nicht Hurerei treiben.- Ich aber sage: Was ist die Prostitution, welcher Art sie auch sein mag, geistig oder fleischlich? Sie ist eine sichere Anbequemung des Lasters, und zwar auf folgende Weise: Man philosophiert sich über die sündige Möglichkeit hinweg, setzt alle Erscheinungen in das Gebiet “natürlicher Bedürfnisse”. Wenn jemandem seine eigene Wesenheit die Forderung kundgibt, sie zu befriedigen, so tut der Mensch zufolge seines Verstandes und seiner Erfindungskraft ja nur etwas Lobenswertes und Ersprießliches, so er für alle zu fordernden Bedürfnisse seiner Natur Mittel zustande bringt, durch welche denselben Genüge geleistet werden kann. Das Tier muß zwar seine Bedürfnisse in der rohesten instinktmäßigen Art befriedigen, weil es keinen Verstand, keine Vernunft und keinen Erfindungsgeist hat. Dadurch aber erhebt sich ja eben der Mensch über das gemein naturmäßig Tierische, daß er allein den Anforderungen seiner Art auf eine raffinierte Weise Genüge leisten kann. Daher sagt der Verstand des Kulturmenschen:

Wer kann einem Menschen zur Sünde rechnen, so er sich mit Hilfe seines Verstandes ein stattliches Haus zur Bewohnung erbaut, und somit ein ehemaliges Erdloch oder einen hohlen Baum mit demselben vertauscht? Wer kann einem Menschen zur Sünde anrechnen, so er die Baumfrüchte veredelt?....Oder sind die Dinge in der Welt für einen anderen als für den Menschen erschaffen worden, damit er sie zweckdienlich benützen sollte? –

....Wenn aber dem Menschen die verschiedenartige Kultivierung des Erdbodens doch unmöglich zu einem Fehler angerechnet werden kann, obschon sie in sich durchaus kein anderes Zweckdienliches enthält als den angenehmen und bequemeren Genuss [Michael N1]  der Dinge in der Welt; so wird doch andererseits auch ein raffinierter Zeugungsgenuß dem Menschen mitnichten zu einem Fehler angerechnet werden können, indem sich sonst selbst der gebildetste Mensch in diesem Akte am wenigsten von dem Tiere unterschieden hat. Also auch dieser Trieb des Menschen muß auf eine veredeltere und raffiniertere Weise befriedigt werden können, und das aus demselben Grund, aus welchem man sich bequeme Wohnhäuser erbaut, weiche Kleider verfertigt, etc....

 

Man nehme nur den Fall, ein Mensch gebildeten Standes hat zu seiner Befriedung die Wahl zwischen zwei Frauen, die eine ist eine schmutzige, gemeine Bauernmagd, die andere aber als die Tochter eines ansehnlichen Hauses ist ein wohlerzogenes, sehr nett gekleidetes, am ganzen Leibe makelloses und sonst üppiges und reizendes Mädchen. Frage: Wonach wird der gebildete Mann greifen? ... Also ist auch hier eine Verfeinerung am zweckdienlichsten Platze, weil der Mensch durch sie bekundet, daß er ein höheres Wesen ist, welches alles Unangenehme und Schmutzige zu reinigen und angenehmer dazustellen die volle Macht und Kraft in sich hat.

Da aber der Mann wie die Frau in dieser Hinsicht ein öfters Bedürfnis sich zu befriedigen in sich stark wahrnehmen, wobei man doch nicht allezeit die Anforderung machen kann, ein Kind zu erzeugen, wird es da wider die Gebühr der Ausübung seiner Verstandeskräfte sein, wenn er die Mittel aufstellt, durch welche die Befriedigung dieses Triebes zuwege gebracht werden kann, sei es nur durch den blinden Beischlaf mit den Frauen oder durch Selbstbefriedigung oder im Notfalle durch die sogenannte Knabenschändung? Denn dadurch unterscheidet sich ja eben auch der Mensch von dem Tiere, daß er diesen am meisten naturmäßigen Trieb auf anderen Wegen befriedigen kann als gerade auf jenen nur, auf die er von der rohen Natur angewiesen wurde. Und sonach sind ja ganz besonders wohlkonditionierte Bordellhäuser und dergleichen Anstalten mehr zu billigen, und können dem Verstande des Menschen keineswegs zur Unehre, sondern nur zur Ehre gereichen!?

 

Seht, was läßt sich, naturmäßig (körperlich) betrachtet, dagegen einwenden? Denn das ist richtig, daß das Tier dergleichen Kultivierungen und allerlei Nuancierungen in der Befriedigung seines Geschlechtstriebes nimmer zuwege bringen kann; und so ist darin gewisserart eine Meisterschaft des menschlichen Verstandes unleugbar zu entdecken. Das alles ist richtig, das Tier hat in allem dem seine Zeit, außer welcher es stumpf für die Befriedigung des Triebes bleibt.

Aber was ist alle diese Raffinesse? Das ist eine kurze Frage, aber ihre Beantwortung ist groß und gewichtig. – Diese Raffinesse hat doch sicher nichts anderes zum Grundmotiv als die entsetzlich leidige Genußsucht. Die Genusssucht aber, wissen wir, ist ein unverkennbares Kind der Eigenliebe, welche mit der Herrschliebe ganz identisch einhergeht.....

Betrachten wir die Bewohner einer großen Stadt und dagegen die eines kleinen Bauerndorfes. Die Bewohner der großen Stadt wissen sich vor lauter Genußsucht nicht zu helfen, alle wollen angenehm leben, alle sich unterhalten, alle glänzen und womöglich ein bißchen herrschen. Kommt ein armer Landbewohner in die große Stadt, so muß er wenigstens einen jeden Stiefelputzer usw. mit “Euer Gnaden” anreden, will er sich nicht irgendeiner Grobheit aussetzen.

Gehen wir aber ins Dorf, da werden wir noch Hausväter antreffen, nicht selten friedliche Nachbarn, welche sich nicht mit “Euer Gnaden” und “Herrn von” titulieren.....Alle derartigen genußsüchtigen Verfeinerungen sind nach vorangehender Betrachtung nichts als Abgöttereien; denn sie sind Opfer des menschlichen Geistes an die äußere tote Naturmäßigkeit.

Sind sie aber Abgöttereien, so sind sie auch die barste Hurerei, und daß sie nicht in die Sphäre der Keuschheit aufgenommen werden können, beweist ihre Tendenz.

.... Also heißt auch “die Hurerei treiben” im eigentlichen Sinne: der Unkeuschheit dienen nach aller Lebenskraft.(Soweit J. Lorber)

 

Also kann man sagen, daß wer “Unkeuschheit treibt” Abgötterei betreibt und sich dadurch seinem Abgott mit dem Namen Sexualität unterwirft. Deshalb sind solche Menschen in ihren Handlungen völlig befangen und von einer Freiheit gegenüber der Sexualität kann überhaupt nicht die Rede sein. Im Gegenteil wird dieser “sexuelle Hemmschuh” immer größer, weil ständig mehr und mehr Energien zu seiner Befriedigung aufgebracht werden müssen. Deshalb ist der Begriff der sexuellen Freiheit in Wirklichkeit die Unterwerfung unter diesem mehr auf tierische Art ausgelebten Trieb. Solche Menschen können später nicht mehr zwischen der reinen Liebe und der schmutzigen Sexualität trennen und verspüren in sich den unwiderstehlichen Drang, dieses Reine zu besudeln.

Die Liebe, die wahre Liebe ist ein seelisches Gefühl der Zuneigung, die im anderen widerklingt. Es ist wie ein Ton, der voll zarter Liebe angeschlagen wird und der im anderen auf einen Resonanzkörper trifft, der mit gleicher Schwingung antwortet, so antwortet, daß die Schwingungen der beiden sich anschließend ergänzen und nach außen hin wie ein mehrstimmiger Ton erklingen, der in seiner Kraft verstärkt ist. Wenn es z.B. bei alten Schriftstellern heißt, die Engel singen im Chor, so ist dieser Punkt des gemeinsamen Liebesschwingen gemeint. In dieser Liebe gibt es keine Dissonanzen. Deshalb ist es auch egal, ob man seinen Vater, seine Mutter, die Geschwister, seinen Ehepartner etc. liebt, wenn dieser Grundton der Liebe seelisch verstanden wird und nicht körperlich. Innerhalb des Gnadenstroms fühlt man sich als Teil des Ganzen und fühlt, wenn man sein triebhaftes Selbst überwindet, wie man plötzlich das Ganze ist.

Aber dieses seelisch tragende und damit erhöhende Liebesgefühl wird von den meisten Menschen nicht mehr verstanden. Der Begriff der platonischen Liebe, der das in etwa bezeichnet, wird meist nur im Sinne einer körperlich unfähigen Liebe verstanden. Er wird also umgekehrt als negativ abgewertet, obwohl er seelisch betrachtet positiv ist. Das seelisch-geistige Mitschwingen des anderen potenziert die Kraft des Einzelnen und schafft erst die Bedingungen, unter denen großartige Werke entstehen können. Denken wir an die fruchtbare Verbindung zwischen Goethe und Schiller.

Kann diese moralische Stufe der seelischen Schwingung nicht mehr erreicht werden, dann wird sie energetisch reduziert und äußert sich in der körperlichen Liebe. Die körperliche Liebe schwingt natürlich idealerweise auch im Gleichtakt der körperlichen Bewegungen. Aber das ist nur der Trostpreis, denn anstatt seelisch-geistig zu schwingen und sich im Chor zu verstärken, so schwingen diese Körper nur zusammen, während der Geist, bzw. die Seele der beiden Partner jeder seinen eigenen Grundton beibehält und für sich getrennt bleiben. Obwohl es einigen so scheinen mag, gibt es eine seelische Mitschwingung in der körperlichen Liebe nicht, deshalb auch nicht, weil das Gefühl des Orgasmus letztlich egoistisch bleibt. Jeder genießt seinen eigenen Orgasmus. Es gibt keinen gemeinsamen Orgasmus von Mann und Frau als seelisch erweiterte Mitschwingung, dafür gibt es idealerweise nur einen gemeinsamen Orgasmus zweier Körper, die der Seele einen geistigen Hochgenuß vorgaukeln, während es in Wirklichkeit einfach nur eine animalische Triebbefriedigung ist. Der Orgasmustrieb ist also ein Todestrieb, welcher die Seele enorm schwächt und die Sehnsucht zum Paradies blockiert, indem er stattdessen ein körperlich triebhaftes Fleischparadies anbietet.

Menschen mit sehr viel persönlicher Kraft wirken aufgrund ihrer seelischen Stärke auf das andere Geschlecht darum anziehend, nicht weil sie körperlich anziehend wären, sondern weil ihr seelisches Potential im anderen gespürt wird. Das andere Geschlecht möchte auf dieses seelische Niveau des Seelenstarken mitschwingen, um so frei zu werden. Aber anstatt das andere Geschlecht in dieser seelischen Liebe zu bestärken, wird der Seelenstarke allzu oft das andere Geschlecht körperlich-seelisch dominieren, (z.B. Goethe, Gandhi, indische Guru´s) indem er die seelische Zuneigung des anderen nun körperlich genießt. Allerdings geschieht es nur zu oft, dass die seelenschwächeren eine körperliche Liebe vom stärkeren fordern, weil sie ihn nur körperlich, aber nicht seelisch verstehen können. Viele Geistliche haben diesen Sachverhalt für ihre egoistischen Zwecke ausgenutzt und haben dadurch das seelische Gefühl der Liebe im anderen beschmutzt.

Den Begriff der platonischen Liebe, den wir hier als moralisch erhöhte Seelenschwingung verstehen, gibt es in anderen Religionssystemen nicht. Beim Buddhismus mit seiner ausgeprägten Diesseitsorientierung steht der Körper schon so stark im Vordergrund, daß man spezielle Kasteiungen ersonnen hat, damit dieser Körper in seinen Schranken gehalten werden kann.

 

 

1.2.3 Die Sehnsucht nach Buddha

 

Wenn man mit seinem Leben unzufrieden, von seinem Partner enttäuscht ist, dann bedeutet das, man hat den Zug der Sehnsucht zu seinem Schöpfer verloren. Das Gefühl der Unzufriedenheit zeigt diesen Zustand an. Diese Unzufriedenheit wächst dann in dem Maße, wie man einfach weitermacht, ohne sich um eine Änderung dieser unzufrieden machenden Situation zu kümmern. Zufriedenheit stellt sich automatisch mit der Umkehrung der persönlichen Situation ein. Nun ist es aber sehr schwierig, seine äußere Situation auf die innere Einstellung zurückzuführen. Darauf, inwieweit man sich an seinen inneren Lebenskern orientiert. Das etwas nicht stimmt, ist den meisten schon klar. Jedoch gelingt ihnen die nähere Eingrenzung dieser die Probleme bedingenden Faktoren nicht. Sie kommen nicht zum Kernproblem und können es auch nicht, weil sie als typisch westliche Menschen mehr nach außen gewendet sind und von dort die Lösung ihrer Probleme erwarten.

 

Vielleicht gehen sie auch einfach davon aus, daß man sich dem Unbewußten am Besten gar nicht nähert. Etwas von der psychologischen Terminologie haben sie schon übernommen und kennen die Einteilung in die groben Bereiche des Ich, des Über-Ich, sowie des Unbewußten. Sie wissen dann, dass man die Dose der Pandora, welche das Unbewußte symbolisiert, dann lieber nicht öffnet. Deshalb können sie mit dieser Strategie nicht zum Kern ihrer Probleme kommen. Was aber tun, wenn in ihnen die Sehnsucht zwar verschüttet, trotzdem aber noch rudimentär erhalten ist? In solch einer Lage befinden sich sehr viele Menschen. Sie wollen sich nicht mit dem Christentum auseinandersetzen, weil es ihnen als aufgeklärte Menschen nicht zusagt. Sie stoßen sich dabei nur an das Erscheinungsbild der christlichen Kirchen, haben aber keine tiefergehenden Motive.

Diese Menschen neigen dann zu einem Religionssystem, welches in ihnen die Spannung nach Neuem, nach dem Geheimnisvollen aufrechterhält. Denn sie, die nie an den Kern der Probleme herangehen, können sich deshalb ja auch nur mit dem oberflächlichen, die geistige Tiefe verleugnendem Geheimnisvollen abgeben. Dieses Geheimnisvolle bleibt unklar und mystisch.

Denn das, was sie dem Christentum vorwerfen, nämlich die mangelnde Klarheit der Gedankenführung, die konkrete Äußerung zu praktischen Dingen des Lebens, das alles ist in ihnen selbst begründet. Sie selbst sind innerlich noch unklar, haben Angst vor der tiefergehenden Erkenntnis vor sich selbst, haben deshalb auch Angst, ihre Liebe praktisch anzuwenden!

Warum? Jede Erkenntnis und Liebe, die zum Wesenskern führt, bringt mit sich ein enormes Potential an Steigerungsfähigkeit. Aber nur, wenn man bereit ist sich zu öffnen und die Welt mit Liebe zu umgreifen. Kann doch schon eine in ihrem Partner verliebte Frau aufgrund ihres daraus resultierenden Vertrauens Dinge tun, die sie sich selbst nie zugetraut hätte. Wie viel mehr trifft das dann zu, wenn man seinen Kern entdeckt und in ihm Gott, d.h. Jesus.

Aber mit diesem Vertrauen einher geht eine gewisse scheinbare Entpersonifizierung. Die liebende Frau muß z.B. Strukturen der Begrenzung aufgeben, ohne in diesem Moment zu wissen, was aus ihrer Persönlichkeit wird. Sie muß also so viel Kraft der Liebe besitzen, daß sie sich für eine Vergrößerung, für eine Zunahme ihrer Liebe öffnen kann. Davor aber hat der Mensch eine Hemmschwelle, wenn er noch nicht genügend Liebe angesammelt hat. Er hat dann Angst davor, was aus ihm wird. So, als ob ein Kind so selbstverliebt in sich wäre, daß es nicht erwachsen werden will.

Wenn nun Gott als Wesenskern erkannt wird, dann nimmt einem diese Erkenntnis schlicht und ergreifend gefangen. Man erstarrt sozusagen vor Angst. Also darf das erst geschehen, wenn man bis dahin genügend Liebe für Gott aufgespart hat. Und das ist eben das Problem bei den Menschen, die ihn nicht kennen, die auch ihren Nächsten nicht kennen und lieben. Sie sind dann einfach noch nicht bereit und wenden sich nur deshalb weniger offenbarenden Religionen zu. Religionssystemen, die sie nur oberflächlich beschäftigen. Für sie wäre Gott, wäre die wahre Erkenntnis von Gott einfach noch zu früh.

Für sie ist es dann der Buddhismus, der ihnen das gibt, was sie in diesem Stadium suchen. Siddharta Gautama Buddha (ca. 560 bis 483 v.Chr.), indischer Religionsstifter, Gründer des Buddhismus und der Lehre von den vier edlen Wahrheiten: des Leidens, der Ursache des Leidens, der Aufhebung des Leidens und der Erlösung vom ewigen Kreislauf der Wiedergeburten. Ursprünglich als Prinz geboren, wandte er sich im Laufe seines Lebens den weltlichen Dingen mehr und mehr ab und führte schließlich ein Leben in Enthaltsamkeit und Meditation.

Für den Buddhismus sind also das Leid und seine Ursache, die Begierde, der Urgrund aller menschlichen Probleme. Ziel des Buddhismus ist es darum, das Leid zu überwinden. Dies geschieht durch die Einsicht in die "Vier edlen Wahrheiten" vom Leid, von der Entstehung des Leides, von der Aufhebung des Leides und vom Weg, der zur Aufhebung des Leides führt. Dieser Weg ist der "edle achtgliedrige Pfad" (rechte Ansicht, rechtes Denken, rechte Rede, rechtes Handeln, rechtes Leben, rechtes Streben, rechte Aufmerksamkeit, rechte Versenkung). Das Begehren kann der einzelne Mensch vermeiden, wenn er den "mittleren Weg" zwischen Askese und Sinneslust wählt. Der Mensch erlöst sich aber nicht selbst im individuellen Sinn, sondern vom Karma, der Kette von Ursache und Wirkung seiner Taten. Am Ende steht das Nirwana als Zustand der Erlösung jenseits des Begehrens und des Karmas.

Weil der Buddhismus großen Wert auf die geistige Haltung (die "Achtsamkeit") legt, ist er stark durch innere Sammlung und Meditation bestimmt. Das macht ihn zu einer friedfertigen und sanftmütigen Religion 10. In der Lehre vom Nicht-Selbst wird eine ewige bzw. substantielle Seele verneint. Wegen der karmischen Kräfte gibt es jedoch einen ständigen Strom der Existenz, aus dem Nirvana die einzige Rettung ist. Nirvana bezeichnet das Verlöschen der Flamme des Karma.

Der normale Mensch, der Laie strebt nun aber nicht das Nirvana an, sondern er will sein Karma verbessern, indem er auf bestimmten Wegen, meist auch die Meditation, eine bessere zukünftige Wiedergeburt erreichen will.

 

Für die Wiedergeburt gelten sechs mögliche Bereiche:

 

1. die Welt der Menschen

2. die Welt der himmlischen Wesen (Devas)

3. die Welt der kriegerischen Dämonen (Asuras)

4. die Welt der Tiere

5. die Welt der hungrigen Geister

6. die Welt der Höllen

 

Das zentrale Denken des Buddhisten kreist also um den Begriff des Leidens, des Karmas. Alles Leben sei Leiden. Die Ursache der Leiden sei der Lebensdurst, das Begehren. Davon gebe es eine Befreiung. Diese Befreiung ist die Erlösung, ist Nirvana. (Soweit in aller Kürze der Buddhismus.)

Jene Menschen westlicher Prägung, die sich nun diesem Buddhismus zuwenden, wenden sich damit von der Liebe ab und überbetonen die Leidensfähigkeit. Statt auf die Ursache aller Probleme zu stoßen, rühren sie somit nur an die Symptome. Leiden entstehen ja erst, wenn sich die Liebe zum Nächsten, die Liebe zum Schöpfer nicht mehr artikulieren kann. Man leidet, wenn man von seiner Sehnsucht getrennt wird.

Der große Nachteil des Buddhismus, die Ausrichtung auf das Leiden, nimmt den Menschen die Chance, sich wieder auf das Eigentliche zu besinnen. Wenn die Wiedergeburt sogar in Tieren, etc. passieren kann, dann hat der Buddhist eher mehr Angst davor, als das er dieses Religionssystem lieben kann. Seine mangelnde Liebe gegenüber sich selbst, seiner Familie, seiner Umwelt, produziert dann förmlich sein schlechtes Karma. Es ist deshalb ja auch kein Zufall, daß gerade in buddhistischen Ländern eine Leidensfähigkeit erreicht wird, die unübertroffen auf der Erde ist. Mönche, Fakire, Yogi, etc. nehmen an sich Gewaltmaßnahmen, teilweise Verstümmlungen vor, die kaum zu glauben sind.

Es ist ähnlich wie im Hinduismus, der indischen Abart. Es gibt viele Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede. So ist im Hinduismus die Trennung in Kasten der Wiedergeburt absolut. Die Liebe ist dort sehr stark reglementiert. Sie nimmt teilweise groteske Formen an. Die Parias, die Unberührten, dürfen nicht von anderen Kasten, z.B. Brahmanen (Priester) berührt werden. Damit verglichen, ist der Buddhismus sehr viel toleranter und auch weiter entwickelt.

Aber bleiben wir beim Buddhisten. Er hat kein konkretes Ziel, weil er über die körperliche Wiedergeburt hinaus eben nur das unerkennbare Nirvana hat. Nirvana ist dabei nicht definiert. Außer, das man dort kein Selbst, also auch keine Seele mehr hat. Das genau ist der Zentralpunkt des buddhistischen Systems. Deshalb wurde die Lehre der Reinkarnation auch so bedeutungsvoll. Der Mensch hat durchaus nicht das Ziel, sich dem Erlöschen, sich der völligen Entpersonalisierung hinzugeben. Wozu denn das alles, wenn am Ende das Nichts steht?

Ist doch selbst im Schöpfer der Drang, sich menschlich darzustellen, um den Menschen als Jesus einen Pfad, einen Weg zu geben. Darum auch ignoriert der Buddhismus die Stellung von Jesus und reduziert Ihn nur zu einem Meister; damit er dessen speziellen Weg nicht nachzueifern braucht, sondern redet nur noch vom allgemeinen Christusweg. Aber genau aus diesem großen Irrtum heraus entsteht das Leiden, weil der einzelne Mensch im tiefsten Innern schon weiß, wer Gott ist. Nur muß diese tiefste Erkenntnis auf die Ebene des Bewußtseins geholt werden. Wenn nicht, bleibt eine innere Leere zurück, das bekannte Nichts vom Nirwana[5] XE "Nirwana" .

 

Das Nirwana konnte und kann keinen befriedigen. Das kann den Menschen noch nicht einmal auf ein höheres sittliches Niveau heben. Es bleibt ihm nur die Angst vor einer Rückstufung in das Reich der Tiere oder Dämonen.

 

Es bleibt vor der völligen Auslöschung nur der Trost, daß man sich wenigstens andauernd wieder inkarnieren kann. Aber wo liegt nun der tiefe Sinn? Das Leben wird hiermit zum ausweglosen Jammertal postuliert. Der Sinn bleibt unerkennbar, weil das Ziel, Nirvana unerkennbar ist. Wie wohltuend hebt sich da das Christentum ab, wo es sich ganz eindeutig nur um die Entwicklung der Seele handelt, die durch Taten der Nächstenliebe immer näher zu Gott gelangt und wo die Seele ganz konkrete Formen annimmt. Die moralisch entwickelte Seele gelangt zu Gott und nimmt dort als Engel Teil an weiteren Entwicklungen, oder aber sie gelangt als unterentwickelte Seele in ein Läuterungsreich, solange, bis sie als reif befunden aus diesem wieder herausgelangt. (Leider haben die Kirchen sehr viel vom ursprünglichen Wesen und Wissen um das Christentum vernebelt)

 

Im Christentum gibt es wenigstens den persönlichen Aspekt Gottes in seinem Sohn, in Jesus. Weiter gibt es dort ein moralisch-sittliches System, welches bei Anwendung den Menschen auf ungeahnte Höhen zieht, immer näher zu Gott hin, immer liebevoller werdend. Im Buddhismus verliert sich alles. Wege der Meditation, Pfade der Erleuchtung etc. werden wichtiger als das Ziel selbst. Hier gilt nicht, wie in anderen Bereichen die Formel: "Der Weg ist das Ziel und führt auch dorthin." Hier ist der Weg von dem Ziel verschieden. Hier ist eine Spaltung zwischen Handeln und Erfüllen.

 

Im Christentum gilt der Weg der Liebe. Das ist anschaulich durch Jesus seine 2 Gebote, mit denen er die 10 Gebote von Moses zusammenfaßte.

 

"Liebe Gott über alles und den Nächsten wie dich selbst!"

 

Daraus leitet sich u. a. folgende Konsequenz ab. "Was du nicht willst was man dir tu, das füg auch keinem anderen zu."

 

Wenn man sich also quält um seine Leidensfähigkeit zu beweisen, wenn man also in einem Wettbewerb der Qualen steht, dann quält man auch den Nächsten, dann quält man auch Gott, weil man unmöglicherweise von Gott bzw. von seinen Nächsten besser behandelt werden kann, als man es sich selbst antut!

 

Wer sich quält, der verachtet sich, der kann sich unmöglich lieben! Die Welt verachten, aber liebevoll handeln ist was anderes. Die Welt verachten, aber sich selbst auch, das ist fast schon eine Gotteslästerung. Denn Gott hat sicherlich keine Stümperei mit der Erschaffung der Menschheit betrieben. Das hat der Mensch aus sich selbst gemacht. Aber dieser sich verachtende Mensch, der in Wirklichkeit Gott verachtet, weil er ihn nicht kennt, nicht kennen will, hat ja leider nichts anderes als seinen Körper, den er dafür quält.

Was man aber verachtet, daß fürchtet man heimlich. Wer seinen Körper durch zahllose Geißelungen quält, der fürchtet sich eigentlich vor ihm. Die Geißelungen dienen dann nur dazu, um die Leidenschaften des Körpers nicht ausufern zu lassen. Diese Selbst-Kasteiungen dienen also nur einzig dem Zweck, dem Körper nicht das große Maß an Aufwendungen, an Verzärtelungen und sonstiger Abwege zukommen zu lassen, die unser westliches System eigen ist. Man fürchtet, von den Trieben des Körpers überschwemmt zu werden. Wenn man dann noch Phantasie hat!

Hören wir zu diesem Komplex einmal, was Raphael 11 anläßlich eines Gesprächs zu einem weitgereisten Essäer sagte:

 

"Du warst wohl in Indien und hast so manche Mißbräuche gesehen, namentlich die starken Bußen. Es ist so etwas für den puren Verstandesmenschen eine offenbare Narrheit, verbunden mit wenigstens einer scheinbar grausamen Willkür der dortigen Priesterkaste. Allein dem ist doch nicht ganz also, wie es gerade den Anschein hat. Dieses Volk lebt in einem Lande, das auf der Erde die größte Vegetationsfähigkeit besitzt für Pflanzen sowohl als für Tiere und Menschen. Gehe du in diesem Lande in die Wälder der Berge, und du wirst tagelang umhergehen können, um auf einem noch so alten Baume auch nur ein dürres Zweiglein zu finden, und brichst du von einem Baume einen Zweig ab und legst ihn ganz frei und offen irgend sogar auf sandigen Boden hin, so kannst du nach einem Jahr kommen, und du wirst den Zweig sicher noch ganz grün antreffen, ja sehr oft sogar mit neu ins Erdreich getriebenen Wurzeln.

Also ist die Lebensfähigkeit, besonders in den Mittelgebirgsregionen, sowohl bei den Pflanzen wie bei den Tieren eine übergroße. Man kann dort einem Tiere oder auch einem Menschen schon eine bedeutende Wunde beibringen, und es wird diese eben keine so großen Schmerzen verursachen, weil die sie deckende Luft dort schon heilsamer wirkt als hier das heilsamste Pflaster.

Versetzt dir hier jemand einen Schlag mit einem Stocke oder mit einer Rute, so wird es dich mehrere Tage lang schmerzen; dort kannst du dir tausend Rutenstreiche geben lassen, und du fühlst kaum einen Streich bis zum nächsten. Versuche dir hier einen Nagel in Fleisch zu stecken, so wirst du schon einen Schmerz fühlen, der unerträglich wird! Du wirst geschwollen werden, eine brennendste Entzündung, ja sogar ein tödlicher Brand kann hinzutreten, oder die Wunde wird zu eitern anfangen und dir unsägliche Schmerzen verursachen; in den vorgenannten Gebieten Indiens gar nicht! Jahrelang kannst du mit einem ins Fleisch gesteckten Nagel umhergehen, so wirst du davon nahe gar keinen Schmerz bald nach dem Hineinstecken mehr wahrnehmen, weil die Luft dort so balsamisch heilsam ist, daß bei Verwundungen nahe gar nie eine Entzündung entstehen kann. Entsteht diese aber nicht, so ist von einem Schmerze, am wenigsten von einem unerträglichen, schon gar keine Rede.

Zugleich aber sind dort die Menschen, weil von zu viel Naturlebenselementen beseelt, immer sehr aufgeregt und würden besonders in der Sphäre des Begattungstriebes in Ausartungen übergehen, die ihresgleichen auf der Erde nicht hätten. Die scharfen Bußwerke halten sie meistens davon ab. Durch die starken Kasteiungen wird ihr Fleisch gewisserart abgetötet, und dazu bewegt sie die ihnen stark eingeprägte Furcht vor dem Feuer der Hölle, das ihnen von den Priestern auf eine so lebendige Weise als nur immer möglich vorgemalt wird, daß es sie schon durch die Beschreibung ordentlich zu brennen anfängt; denn das Feuer fürchtet der Inder am meisten, weil ihm dieses schon hier den größten Schmerz bereitet, den sein Fleisch zu empfinden fähig ist. Durch die scharfen Bußwerke, die Gott der Herr bis jetzt und noch für länger hin bei den Indern zuläßt und duldet, wird doch die Seele dieser Menschen erhalten in ihrer Menschenlebensform und ist dann fürs ewige Jenseits fähig, in eine höhere Lebensvollendung überzugehen.

Du wirst mir dagegen freilich einwenden und sagen: »Man lasse dies Volk nur recht wissenschaftlich bilden, und es wird dann etwa sicher nicht in alle möglichen Unzuchtsausartungen übergehen!«

Tut´s nicht, mein schätzbarster Freund, trotz deiner noch so reinen Vernunft! Völkern, bei denen die Phantasie von Natur aus geweckt ist, ist die Wissenschaft ein wahres Lebensgift! Nehmen wir an, die phantasiereichen und einbildungskräftigen Inder besäßen die Wissenschaften Griechenlands, Roms und Alexandriens, so wäre die ganze Erde nicht sicher vor ihnen! Ihnen würden allerlei Künste und Wissenschaften nur die Mittel in die Hände liefern, eines der furchtbarsten und entartesten Völker der Erde zu werden; denn sie würden bald Dinge ans Tageslicht fördern, die alles, was einst Babylon und Ninive und ganz Ägypten, Athen und Rom gemacht haben, im höchsten Grade überbieten würden. Die Berge würden ihrem Mutwillen weichen müssen, Städte würden sie erbauen, die gleich über ganze fruchtbarste Länder reichten, Flüsse und Ströme würden sie eindämmen, auf daß dann ungeheure Seen entstünden. Kurz und gut, die in alle Wissenschaften eingeweihten Inder würden zu einem fürchterlichsten Volke der ganzen Erde, wenn sie jetzt auch ein noch so sanftmütiges Gemüt und Gesicht besitzen

Raphael weiter: »Übrigens aber wird ein Volk, das eine große Phantasie besitzt, schon auch darum nie zu tief wissenschaftlich gebildet, weil die zu mächtige Einbildungskraft und die daraus hervorgehende Phantasie stets hinderlich dagegen wirken. Es behagt diesen Menschen besser, allerlei läppische Bilder in ihrer Phantasie zu schauen, als logisch richtig über eine oder die andere Erscheinung nachzudenken; übrigens kommen die von dir gesehenen strengen Bußen eben nicht gar so häufig vor, wie du es meinst und man es dir gesagt hat. Denn ein Reicher löst sich auch los, und der Arme wird nur dann dazu berufen, wenn er wirklich ein schon bedeutendes Vergehen wider die bestehenden Gesetze sich hatte zuschulden kommen lassen

 

Nachdem sich Raphael in Folge über die Gründe ausließ, die zum Untergang Ägyptens führten, u.a. durch die Überhandnahme der Sklaven, kehrte er wieder zu den Indern zurück.

 

Raphael: »Da haben die Inder ihre Sache bei weitem klüger eingerichtet! Das Volk bleibt bei seinem an und für sich harmlosen Aberglauben, glaubt aber dabei dennoch an ein allerhöchstes Gottwesen und an dessen weltliche Stellvertreter, die für die Aufrechterhaltung der alten stereotypen Ordnung gleichfort dahin die eifrigste Sorge tragen, daß ja nichts Neues hinzugefügt wird, aber auch nichts hinwegkommen darf, was die alten Bücher enthalten. Und so wird der Inder in tausend Jahren auch noch ganz das sein, was er jetzt ist und schon vor etlichen tausend Jahren war. Das Schlimmste bei ihm sind seine Bußen und das, daß er sich selbst einen Richter zu machen hat.

Gegen sich selbst kann er streng sein über alle menschlichen Begriffe, weil dem selbst Wollenden kein Unrecht geschieht; dafür ist bei den Indern wieder das Gute, daß es bei ihnen keinen bösen Leumund und keinen Verräter gibt. Niemand verklagt seinen Nächsten, und es gibt unter den vielen Millionen Menschen auch nicht einen schadenfrohen! Darin aber liegt auch der Grund, demzufolge die Inder in ihrer Art und Weise ein so altes Volk geworden sind und noch älter werden. Mit den Zeiten, wenn etwa fremde Völker zu ihnen kommen und ihnen eine andere Religion, andere Sitten und Gebräuche beibringen werden, dann werden sie auch unruhiger und unzufriedener werden, werden sich selbst nicht mehr richten und keine Bußen mehr verrichten, dafür werden sie die anderen richten, verfolgen und ihnen die schwersten Bußen auferlegen. Sie werden bald sein wie die Pharisäer zu Jerusalem, die ihren Gläubigern auch die unerträglichsten Lasten aufbürden und jedermann richten; aber über sich dulden sie ja keinen Richter und rühren keine Last und Bürde, auch nicht mit der Spitze des kleinsten Fingers, an! – Findest du das gut oder besser als das, was du bei den harmlosesten Indern also gefunden hast?«

 

 Soweit Raphael vor ca. 2000 Jahren.

 

Die Naturgegebenheiten dieser asiatischen Region sind geblieben, die alten religiösen Bräuche haben sich aber nur noch in der Himalaja-Region erhalten. In Indien selbst, das zu ca. 80 Prozent hinduistisch geprägt ist, hat mit der Übernahme dieses Kastensystems genau das stattgefunden, was Raphael damals prophezeit hatte.

Kern aber aller fernöstlichen Systeme ist und bleibt die Lehre vom Karma, das durch den Kreislauf von ständigen Wiedergeburten abgearbeitet werden kann. Wenn wir die besondere Wirkung dieser geographischen Region berücksichtigen, die außergewöhnliche Vegetationskraft mit der heilskräftigen Balsamsluft, dann können wir uns auch erklären, weshalb dort die Leidensfähigkeit solch eine enorme Stellung hat. Raphael sagt uns damit etwas, was unsere Wissenschaft bisher weder festgestellt, noch psychologisch-physikalisch begreifen würde.

Dieser psychologisch-physikalische Faktor von außen, bewirkt also eine seelische Grundkomponente innerhalb des Metabolismus der dortigen Menschen, die der westliche Mensch, der sich zwar nicht dem Hinduismus anschließt, sondern eher mit der toleranteren Variante des Buddhismus liebäugelt, die dieser westliche Mensch jedoch nicht besitzt, die er sich allerdings aneignen kann, wenn er in diesen Ländern lebt. Deshalb ist die Konzentration auf das Karma, auf das Leiden, ein Reflex der besonderen Situation, die eben nicht in Europa oder Amerika gegeben ist. Deshalb gibt es auch hier keine Fakire. Die Charaktere, die seelische Konfiguration dieser Menschen ist völlig abweichend von der unsrigen.

 

Die Frage ist deshalb unter anderen Gesichtspunkten erneut zu stellen, weshalb sich der westliche Mensch den fernöstlichen Systemen zuwendet, wenn doch dort das Leiden im Vordergrund steht?

 

Es bleibt die Bewegung zum Buddhismus hin, eine Bewegung weg von der Sehnsucht zu Gott, weg von der Liebe. Diese Bewegung ist ein heimlicher Vorwurf an Gott, daß Er diese Menschen mit ihren Leiden alleine läßt. Das er eben nicht der Vater ist, der sich um seine Kinder kümmert.

Der dort in diesen Traditionen verwurzelte Mensch versteht die Anschauungsweise dieser westlichen Menschen genauso wenig, wie es umgekehrt der Fall ist. Der von fernöstlichen Systemen faszinierte Mensch vergißt dabei, daß er ja auch einiges dazu beitragen muß, um seinen Vater zu kennen, zu erkennen. Sonst könnte er ja zum nächstbesten sagen, daß er sein Vater sei. Weil er jedoch weiß, daß dies auch nur eine Ausrede wäre, so macht er sich überhaupt nicht die Mühe, sondern erklärt seinen Vater gleich für nicht existent und begründet seine Geburt nicht mit Liebe, sondern als ein Akt von Grausamkeit.

 

Allerdings sind diese Überlegungen dem typischen Buddhisten genauso fremd, wie demjenigen, der sich aus puren Überdruß und oberflächlichem Modedenken dorthin kehrt. Es gibt Hierarchien von Völkern, genauso wie Hierarchien in der Religion. Die Menschen sind eben nicht gleich, sonst sähen sie ja auch alle gleich aus. So gibt es denn Entwicklungslinien, die zum Höhepunkt kulminieren, diesen überschreiten und sich wieder nach unten bewegen. Genauso verhalten sich deren Religionen.

 

Aber die körperliche Reinkarnation ist nicht dasselbe. Dann könnte man ja auf den Gedanken kommen und sagen, die sich reinkarnierenden Menschen wären eben damals auf einer primitiven Stufe, heute auf einer entwickelteren und morgen in ihrem Höhepunkt. Es wären also immer dieselben Menschen, bzw. Seelen, die zusammen von Epoche zu Epoche springen und das Leben wie aus einem Kaleidoskop mit unterschiedlichsten Bildern betrachten.

 

Darin mag wohl auch die große Anziehungskraft begründet sein, die das buddhistische System auf die intellektuelle westliche Menschheit ausübt. Während für den asiatischen Raum sich in diesem System die höchste Leidensfähigkeit und eine tiefernste Einstellung zum Leben ergibt, die Möglichkeit, die ansonsten überbordende Phantasie zu steuern, so stellt sich das ganze für den intellektuellen, phantasiearmen Westler höchst spielerisch und locker dar. Wie interessant dann wohl die vergangenen Leben unter wechselvollsten Beziehungen waren, wie interessant dann wohl erst die zukünftigen Leben sein mögen?

 

Der Intellekt betrügt sich selbst, denn bei dieser mehr spielerischen Einstellung findet er nicht mehr zum Ernst des Lebens zurück. Er bemerkt dann nicht mehr, daß es die Liebe war, aus der er entstand, der er zu mehr verpflichtet ist. So findet dann bei ihm dieselbe Spaltung statt, die wir oben mit dem Leitsatz: "Der Weg ist nicht das Ziel" formuliert hatten. Er wird an sich bemerken, wie seine spielerische Einstellung zum Leben, zu den interessanten Aspekten der Reinkarnation, sich abwechselt mit depressiven Phasen, in denen er sehr verzweifelt ist und seine Existenz sehr in Frage stellt. Unsere altbekannte Sehnsucht meldet sich wieder und tritt vehementer als vorher auf.

Er hat den Weg der Liebe verlassen, betrat den Weg der Leidenschaft, setzte sich über sie durch seine Neugierde auf die Aussicht von weiteren Leben hinweg, und erlebt nun, wie die Leidenschaft in Form von Ängsten seinen Intellekt erschüttert. Sie macht ihn mitnichten frei.

 

Frei wollte er von einem Leben mit der Verpflichtung auf Gottes Gebote sein, frei wollte er von einer in Teilen unsinnigen Kirche sein, frei von Schuldgefühlen, frei von Ängsten sein. Dagegen tauschte er den Trost der endgültigen Auslöschung im Nichts, dem endgültigen Ende aller Leiden ein. Weil das aber kein Trost ist, sondern höchstens Angst macht, so freut er sich auf die ständige Wiederkehr und somit auf unendliche Leben. Wenn wir daran denken, daß es Madame Blavatzky gewesen war, die den Gedanken der körperlichen Reinkarnation hier im Westen publik gemacht hat, dann sollten wir einmal hören, wie sie es später sah.

 

"Es war einmal mein sehnlichster Wunsch, auf irgendeine Weise Führerin zu sein. Jetzt habe ich nur noch den Wunsch, der Welt die Wahrheit zu bringen.

 

Bei meinen Studien stieß ich auf die Frage der Wiederverkörperung, und dieser Gedanke bestrickte mich eine Zeitlang. Ich empfand es als sehr ungerecht, daß manche Menschen reich waren und es sich wohl gehen ließen, während dagegen andere so arm waren und in Kummer und Sorgen dahinlebten.

 

Mit solchen Empfindungen vertiefte ich mich in die Lehre der Wiederverkörperung und glaubte Wahrheit und Gerechtigkeit darin sehen zu können, daß wir Menschen immer wieder ins Erdenleben zurückmüßten, um zu lernen und immer mehr Erfahrungen zu sammeln. In diesem Sinne lehrte ich, und das wollte ich der Welt und allen Menschen verkünden.

Es war mir so, als könnte ich mich weit in meine Vergangenheit zurückerinnern, als hätte ich eine Erinnerung an alle meine vergangenen Leben. Doch darin täuschte ich mich.

Erinnerungen an "vergangene Leben" werden durch Geister hervorgerufen, die dem Menschen gedankliche Vorstellungen beibringen, in denen sie ihr eigenes vergangenes Erdenleben darstellen. Ein Geist beeindruckt den Menschen mit den Erfahrungen seiner Erdentage. Diese werden dem Menschen so tief eingeprägt, als hätte er sie selbst erlebt. Man glaubt dann steif und fest, es seien Erinnerungen an die eigene Vergangenheit......

 

Die Wiederverkörperungslehre ist eine Irrlehre!!!

 

Nein, Wiederverkörperung gibt es nicht! Ich habe daran geglaubt, habe sie gelehrt, und war mir dessen sicher, daß ich wiederkommen und als irgendein Mensch noch einmal auf Erden leben würde. Und doch wird das nie geschehen.”12

 

Soweit Frau Blavatzky (1831 - 1891), Gründerin der theosophischen Gesellschaft und gründliche Kennerin der östlichen Religionssysteme. Sie hatte mit ihren Werken von der "Entschleierung der Isis" sowie "Die Geheimlehre" 3 Bd. großen Einfluß auf das frühe 19. Jhdt, aber auch auf unsere neuzeitliche Kultur. (New Age)

 

Das Hauptmotiv von Frau Blavatzky, sich der Reinkarnation anzunähern, war also die soziale Ungerechtigkeit. So ähnlich mag es heute den meisten gehen. Ungerechtigkeiten, wenn man sich überlegt, wie behinderte Kinder schon von Geburt an benachteiligt sind. Da kann der Gedanke der Reinkarnation schon einigen Trost und die gewisse Erklärung bieten. Der behinderte, verkrüppelte Junge kann dann schon in einer Vor-Existenz ein bedeutender König gewesen sein. Vielleicht war er sogar eine Königin, denn die Reinkarnation ist nicht auf die Geschlechter festgelegt. Das wäre auch gleichzeitig eine elegante Erklärung für die Homosexualität, die dann durchgekommene Erinnerungen darstellen.

 

Das Motiv von Frau Blavatzky werden wir hier noch näher beleuchten, ohne unseren Faden der Sehnsucht zu verlieren. Wie finden denn von Geburt aus benachteiligte Menschen zu ihrer Würde, zu ihrer Liebe, zu ihrer Sehnsucht zurück? Sicherlich nicht, wenn man sie auf eine bessere Vor- bzw. eine bessere Nachexistenz verweist. Davon haben sie im Moment gar nichts.

 

Der Gedanke der Reinkarnation ist vielmehr für die übrigen Menschen wichtiger. Dadurch haben sie einmal die Rechtfertigung, sich nicht allzu sehr mit diesen Mitmenschen auseinanderzusetzen. "Schlechtes Karma", könnten sie sagen. "Im nächsten Leben habt ihr eben Glück und wir dann Pech!" Auch bietet sie nicht den dringlichen Hinweis auf die Schäden der Seele, hervorgerufen durch unreife und völlig falsche Verhaltensweise während und vor der Schwangerschaft. Die Handlungen der Eltern treten gegenüber dem Karma des Einzelnen zurück. Sehr fatal ist diese Einstellung auch, wenn man bedenkt, daß man wieder nur auf die Leidensfähigkeit, nicht aber auf die Liebe von und zu unserem Schöpfer zu sprechen kommt.

 

Das schlechte Karma bleibt systembedingt, d.h. die Struktur des Leidens, die ja eigentlich nur besteht, wenn man gegen die Direktiven des Schöpfers handelt, nach dem Motto: "Tue das nie wieder!", dieses Karma wird als selbstverständlicher Mangel in einem Leben betrachtet, was man nicht ergründen kann. Solch einem Leben fehlt der Grund. Denn Leiden als Grund anzunehmen ist unsinnig.

 

Wenn man sagt, man lebt um zu leiden, bzw. um diese Leiden zu vermeiden, wenn man weiter ausführt, daß man bei völliger Vermeidung von Leiden sich dann schließlich in den erlösenden und endgültigen Tod auflöst, dann gibt es einfach keinen Trost und keinen Sinn im Leben, dann bleibt das ganze nur auf pragmatische Handlungsanweisungen beschränkt, die einen eine Strategie geben, sich durchs Leben zu bewegen. Diese Strategie hilft dann Leiden zu vermeiden, aber eben keine Liebe zu entwickeln! Dann werden die Wege wichtiger als das Ziel, damit man möglichst nie zum Ziel gelangt. Die Wege sind dann keine Wege der Sehnsucht, sind keine Wege des Herzens, sondern sind schlicht und ergreifend Umwege des Verstandes.

 

Hören wir zum Schluß einmal den gottberufenen Manne Swedenborg[6] XE "Swedenborg" , der als größter Gelehrter seiner Zeit galt (1688 bis 1772) bis er von Gott zur Niederschrift dessen gerufen wurde, was er vor seinem inneren Auge auf Veranlassung Gottes sah. Aus diesem Grunde wurde Swedenborg der Seher genannt und blieb bis zum Auftreten des österreichischen Propheten Lorber 1848, der bis dahin größte Prophet. Zudem war er ein herausragender Vertreter der damaligen Wissenschaften.

 

Emanuel Swedenborg (1688-1772) schwedischer Forscher, Philosoph und Theologe, Gründer der Swedenborg Kirchensektion. Er wurde in Stockholm am 29. Jan 1788 geborgen und studierte an der Universität von Uppsala von 1716 bis 1747. Er wurde Vorsteher der schwedischen Bergbaugesellschaft. Während des großen Krieges 1718 entwickelte er eine Methode um Schiffe übers Land zu transportieren. Dafür erhielt er einen Sitz im Schwedischen House of Peers.

 

Als ein Mensch ungewöhnlicher Geisteskraft, erforschte Swedenborg viele wichtige Zusammenhänge in Mathematik, Chemie, Physik und Biologie. Seine philosophischen und mineralogischen Arbeiten (1734) erweiterten seinen Blickwinkel über die Abstammung der Materie. Seine Studien in Physiologie erforschten das Tierreich, um eine Verbindung zwischen der Materie und der Seele zu finden.

 

1745 schließlich, nachdem er einige übernatürliche Erfahrungen hatte, begann Swedenborg mit dem Studium der Theologie. Er begründete ein religiöses System, welches auf einer Interpretation der Bibel hinauslief, gemäß den Anweisungen, die er direkt von Gott (Jesus) erhielt. 1757 meinte er, daß die christliche Kirche in ihrem geistigen Charakter zu Ende geht und das eine neue Kirche geschaffen werde. Weiter sagte und schrieb er, das die ganze Natur, das die ganze Welt ihre Realität nur der Existenz Gottes verdankte, dessen Erscheinung in Jesus Christus sichtbar geworden ist. Der höchste Zweck, die Nutzwirkung, sei die Verbindung mit Gott durch Liebe und Weisheit.

(zitiert und übersetzt aus der Encyclopedia Britania)

 

»Kein Engel oder Geist darf aus seinem eigenen Gedächtnis heraus mit dem Menschen reden, sondern nur aus dem des Menschen. Spräche ein Geist aus seinem eigenen Gedächtnis heraus mit einem Menschen, so könnte dieser nur meinen, daß es seine eigenen Gedanken seien, was er dann denkt, während sie doch dem Geist angehören. Es gleicht der Rückerinnerung an etwas, das der Mensch doch niemals gehört oder gesehen hat. Diese Tatsache durfte ich aufgrund eigener Erfahrung erkennen. Daher bildeten sich einige der Alten die Meinung, daß sie nach Ablauf einiger tausend Jahre wieder in ihr früheres Leben und alle ihre Taten zurückversetzt würden, ja, daß sie bereits zurückgekehrt seien. Sie schlossen das daraus, daß ihnen zuweilen etwas wie eine Rückerinnerung an Dinge kam, die sie doch (in ihrem jetzigen Leben) niemals gesehen oder gehört haben konnten. Dies war aber geschehen, weil Geister aus ihrem eigenen Gedächtnis heraus in die Vorstellungen ihres Denkens eingedrungen waren (Himmel & Hölle, S 161)

 

Damit stellt auch Swedenborg ganz eindeutig klar, daß es so etwas wie die erwähnte buddhistische Reinkarnationslehre nicht gibt, sondern dies nur wegen eines beabsichtigten oder auch unbeabsichtigten Lecks entgegen der "himmlischen Regeln" passiert. Der betreffende Mensch kann natürlich nicht wissen, wie und warum ein Geist sich in seinen Gedanken einschaltet und eigene Erinnerungen mit denen des Menschen vermischt.

 

Gute Geister jedenfalls dürfen das nicht, aber schlechte! Kommen wir noch mal auf Swedenborg zurück, der auch hier wieder eindeutige Aussagen tätigt:

 

(S 161/257) »Es gibt auch natürliche oder materielle Geister .......« (siehe auch J. Roberts - Seth- Geistchannel, New Age, Kap. Besessenheit)

 

(479/182) »Es gibt gegenwärtig keine Besessenheit des Körpers, wie ehemals. Es gibt aber gegenwärtig innere Besessenheiten, nämlich des Gemüts (mentis), mehr als es ehemals gab. Der Mensch ist innerlich besessen, wenn er schmutzige Gedanken hat und anstößige über Gott und den Nächsten, und wenn er von deren Kundgebung bloß durch äußere Bande zurückgehalten wird, nämlich durch die Furcht vor dem Verlust des guten Rufes, der Ehre, des Gewinnes, vor dem Gesetz und des Lebens.«

 

Ohne hier weiter einzugehen, (siehe Kap. Besessenheit) können wir unsere Betrachtung vorerst beenden und feststellen, daß die Liebe zum Buddhismus, evtl. auch zum Hinduismus in der zu seichten Auffassung der Liebe begründet ist. Sie ist völlig ungeeignet, die Seele mit dem Geist zu verbinden. Die Sehnsucht bleibt unerfüllt, Gott bleibt unerkannt, die Liebe bleibt fremd.

 

 

1.2.4 Die Sehnsucht zu Gott

 

Die Sehnsucht zielt auf Gott, weil sie von Ihm in uns eingepflanzt wurde. Man könnte sie auch als Faustpfand betrachten, das Gott eines Tages von uns zurückfordert. Wir haben alle von Ihm das Leben geliehen, denn ohne Ihn gäbe es uns nicht. Somit kehrt unser Leben eines Tages zu Gott zurück.13 Wenn es sich Gott entgegenstellt und nicht zurückkehren will, so bedeutet das die Erlöschung der Existenz. Ein Leben außerhalb Gottes ist unmöglich! Allerdings gewährt Seine unendliche Liebe ein Refugium, wo wir uns frei vor Ihm wähnen. Dort hat Gott scheinbar die Führung seinem Gegenspieler überlassen. Aber das geschieht ja nur aus Rücksichtnahme gegenüber ganz schwachen Seelen.

 

Was will man Gott vorwerfen? Daß das Leben ein barster Stumpfsinn ist? Das es zuviel Ungerechtigkeiten gibt, etc.?

 

Will man sich wegen dieser Vorwürfe von Ihm abwenden? Wenn so, dann wäre es schon besser, man bleibt beim Buddhismus. Dort werden diese Vorwürfe aufgefangen und auf den Menschen zurückgeworfen. Dadurch kann zumindest der ernsthafte Mensch erkennen, daß er es selbst ist, der an seinem Schicksal webt. Der an seinem Stumpfsinn letztlich selbst Schuld ist. Nur warum es so ist, wird er eben nicht herausbekommen. Die Ursachen seiner Leiden, seines Lebens, kann er dann nicht erkennen.

 

Weil Gott jedoch kein statischer Begriff ist, wie man dem Westen jahrhundertelang weismachen wollte, so muß man Ihn mit Liebe ergreifen, damit Er für einen klarer, damit auch dynamischer wird. Wer sich von Gott abwendet, der erwartet einfach eine eindeutige Definition, der erwartet eine feste unbeirrte Größe, der erwartet großartige erhabene Ideen. Was er jedoch vorfindet, entspricht diesem Ideal nicht. Er findet Chaos und Verzweiflung vor. Wie kann Gott so etwas wollen!

 

Mit diesen Erwartungen verhält er sich wie ein Kleinkind, das von seinen Eltern immer wieder das gleiche erwartet. Das Kleinkind weigert sich, erwachsen zu werden. Es fordert tagtäglich seine Versorgung rund um die Uhr. Es kann ohne Eltern noch gar nicht leben. Trotzdem jedoch wirft es ihnen vor, daß ihm ihre Welt absolut nicht gefällt. Damit will es nichts zu tun haben. Mit dieser Einstellung verweigert es die Liebe von und zu seinen Eltern. Es ist nicht mehr entwicklungsfähig. Gut, daß ein Kleinkind noch einen unbändigen Willen zum Leben hat und die Welt der Erwachsenen als ein zu ergründendes Geheimnis betrachtet, was es den Eltern pö a pö entreißen möchte.

 

Diese Einstellung des Kindes, diese Sehnsucht, endlich erwachsen zu werden, genau diese Einstellung ermöglicht seine enorme Entfaltung. Wenn man den Status des Kleinkindes mit dem des jungen Menschen vergleicht, dann kann man nur überwältigt sein. Das alles ist im Kinde noch unentwickelt. Nur die Liebe hat es herausgeholt. Wohlgemerkt nur die Liebe, und nicht die Ausbildung des Verstandes, auf den heute soviel Wert gelegt wird!

 

Warum soll man also Gott leugnen und damit seine eigene Entwicklung negieren? Fühlt man sich im tiefsten Innern vielleicht schuldig?

 

Was macht ein Kind, wenn es seinen Willen nicht bekommt? Es reagiert trotzig! Es bekommt von seinen Eltern den Willen nun deshalb nicht, weil diese erkennen, daß ihm dieser Wille schadet. Das Kind mußte sich nun dem guten Willen seiner Eltern unterwerfen und tut dies, sofern ihm seine Eltern noch als Autoritäten, als Respekt- und Liebespersonen noch etwas bedeuten.

 

Genau in dieser Phase ist jemand, der Gott leugnet. Er will sich dem Willen Gottes nicht unterwerfen. Das Kind, welches sich fügt, kann erst dann die Weisheit und Liebe seiner Eltern bemerken. Es weiß dann etwas später, seine Eltern haben klug, und doch mit viel Liebe gehandelt. Es kann dann seinen Fehler einsehen und ist bereit, neue Entwicklungen entgegen zu sehen.

 

Der Mensch jedoch, der sich Gottes Willen nicht fügt, will und kann nicht einsehen, daß er selbst schuld hat. Zur Beruhigung entwirft er dann das bekannte Szenario der Verzweiflung und schaut um sich herum nur Chaos, weil man außerhalb des Gnadenstromes nur Chaos sieht. etc. Global hat die Menschheit so reagiert und steht nun vor den Trümmern ihrer Handlungsweise. Damit aber nimmt dieser Mensch von sich die enorme Entwicklungsmöglichkeit und verbleibt auf der Stufe des "Tiermenschen".

 

 

1.2  Die Sehnsucht nach einem persönlichen Gott

 

Warum handeln aber die meisten Menschen so, als gäbe es nach ihnen die Sintflut? Warum ist es so schwer für sie, Gott oder dessen Gebote zu begreifen? Weil sie Gott eben nicht greifen, eben nicht begreifen können. Er bleibt ihnen fremd und nichtssagend. Die Sehnsucht, die auf ein konkretes Ziel der Liebe zielt, braucht eben auch ein anschauliches Bild als das Objekt, welches sie lieben kann und soll! Wer sich jedoch mit dem Komplex Gott beschäftigt, der wird automatisch an Jesus verwiesen und findet in ihm das konkrete Bild der Liebe.

 

Wer Gott aber nichts, Jesus schon überhaupt nichts abringen kann, dessen Sehnsucht hat allerdings resigniert. Damit grenzt er aber religiöse Erfahrungen aus seinem Leben aus und betrachtet z.B. die Mystiker, die sich um eine persönliche Anschauung um Gott bemühten, als Phantasten und Spinner. Wer sich hingegen um Gott bemüht, wird sich automatisch mystisch verhalten, weil Gott auf dieser Erkenntnisstufe selbst höchst geheimnisvoll und unerklärbar ist. Für den Mystiker ist es sehr schwer, seine Erfahrungen in einen allgemein-verständlichen Rahmen den Mitmenschen mitzuteilen. Genaugenommen muß er unverständlich bleiben, und das scheint auch das einzige Kriterium für einen richtigen Mystiker zu sein.

 

Wer bei einem hochkarätigen Mystiker, wie z.B. Meister Eckhart (13 Jhdt) Aufschluß über die Seele sucht, über Gott sucht, dem wird ein ziemlich hartes Brot zu essen gegeben.

 

Hier einige Auszüge: Meister Eckhart (1260 – 1328)

 

»Ich dachte neulich darüber nach, ob ich von Gott etwas nehmen oder begehren wollte. Ich will es mir sehr wohl überlegen, denn wenn ich von Gott nehmen würde, so wäre ich unter Gott wie ein Knecht und er im Geben wie ein Herr. So aber soll es mit uns nicht sein im ewigen Leben... Wenn der Mensch etwas von außerhalb seiner selbst bezieht und nimmt, so ist das nicht recht.

 

Man soll Gott nicht als außerhalb von einem selbst erfassen und ansehen, sondern als mein Eigen und als das, was in einem ist...

 

Gott und ich, wir sind eins. Durch das Erkennen nehme ich Gott in mich hinein; durch die Liebe hingegen gehe ich in Gott ein. Manche sagen, die Seligkeit liege nicht im Erkennen, sondern allein im Willen. Die haben unrecht; denn läge sie allein im Willen, so handelte es sich nicht um Eines. Das Wirken und das Werden aber ist eins. Wenn der Zimmermann nicht wirkt, wird auch das Haus nicht. Wo die Axt ruht, ruht auch das Werden. Gott und ich, wir sind eins in solchem Wirken; er wirkt, und ich werde. (Deutsche Predigten. Quint 186f)

 

Darum bitte ich Gott, daß er mich Gottes quitt mache; denn mein wesentliches Sein ist oberhalb von Gott, sofern wir Gott als Beginn der Kreaturen fassen. In jedem Sein Gottes nämlich, wo Gott über allem Sein und über aller Unterschiedenheit ist, dort war ich selbst, da wollte ich mich selber und erkannte mich selber, diesen Menschen zu schaffen. Und darum bin ich Ursache meiner selbst, meinem Sein nach, das ewig ist, nicht aber meinem Werden nach, das zeitlich ist. Und darum bin ich ungeboren, und nach der Weise meiner Ungeborenheit bin ich ewig gewesen und bin jetzt und werde ewig bleiben…wäre aber ich nicht, so wäre auch Gott nicht. Dies zu wissen, ist nicht not.

 

Hier reicht uns Eckhart als Hauptvertreter der deutschen Mystiker vorerst, wir werden jedoch später auf ihn und andere zurückkommen. (Gegen Ende des Buches sollten diese Texte auch leichtverständlich sein) Übrigens finden sich in seiner Mystik Elemente, die dem Zen-Buddhismus japanischer Prägung verwandt sind. Aber das wundert gar nicht, wenn man bedenkt, daß unsere Mystiker und speziell Eckhart sich ausgiebig mit dem Nichts beschäftigen, welches nur deshalb an das "Nichtsein" der Buddhisten 14 erinnert, weil der westlich geprägte Mensch keine innere Anschauung darüber hat, worüber Eckhart so eigentlich spricht.

 

Das ist eben auch die große Abschreckung, die der Mystiker generell auf jemanden hat, der sich zu früh mit Gott beschäftigen will, dadurch automatisch zu den Mystikern gelangt und von ihnen keine Aufhellung bekommt. Alles was der Mystiker sagt, ist die Essenz der eigenen Erfahrung zwischen sich und Gott, jedoch ohne die untere Stufe der verstandesmäßigen Reflektion, die der Suchende so dringend benötigt. Die Mystiker, und damit speziell Meister Eckhart bieten dem Anfänger einfach ein zu hohes seelisches Niveau Für ihn klingt die Mystik einerseits zu geheimnisvoll, zu nichtnachvollziehend, andererseits stößt sie ihn auch wegen ihrer absoluten Diktion in Wort und Schrift ab.

 

Es vermögen nur wenige, ihre Sehnsucht durch die Mystiker zu stillen. Es ist im Grunde für einen Anfänger ja auch ein zu karges Brot, denn wie wir jetzt schon wissen, muß der Gott ein persönlicher sein, damit unsere Liebe wächst und ihn ergreifen kann. Das aber kann uns der Mystiker in diesem Stadium leider noch nicht bieten. Sein Gott bleibt und ist unpersönlich, weil nur er ihn persönlich erfährt, in bruchstückartigen Aspekten sozusagen!

 

Deshalb bleibt auch die Sehnsucht der Mystiker zum großen Teil unerfüllt; es sei denn, sie durchbrechen den Nebel des Mystizismusses und formulieren ihre Sehnsucht neu und klar. Aber dann werden sie sich vom Mystiker Gottes zum Jünger Jesu weiterentwickeln und werden die einsame Klause mit dem lebendigen Leben in dieser Liebe vertauschen wollen, um ihren Geschwistern zu helfen.

 

Weil die meisten Menschen aber so sintflutmäßig handeln, sich schon gar nicht zu den geistigmoralischen Höhen eines Mystikers emporschwingen können, nichts von Gottes Geboten halten, so muß es neben unser altbekannten Sehnsucht zu Gott hin, noch eine andere Sehnsucht geben!

 

Es muß eine Sehnsucht sein, die sich direkt Seinem Willen, dem Willen Gottes, entgegenstemmt.

 

 

 

1.4  Die leidenschaftliche Sehnsucht

 

 

Diese Sehnsucht verursacht Leiden, weil sie von Gott trennt. Andererseits muß sie einen aber befriedigen, denn sonst könnte sie nicht vom Willen des Einzelnen ergriffen werden. Die Frage ist also, wer oder was wird befriedigt.

 

Der Unterschied zwischen beiden ist: Die Sehnsucht zu Gott macht immer seliger und stärkt auch den Körper. Die Sehnsucht weg von Ihm verursacht Leiden, weil sie die Seele schwächt. Sie verursacht Einsamkeit, Depression, Verzweiflung und körperliche Gebrechen. Die Sehnsucht zu Gott hin kann nur mit geistig-seelischer Liebe verwirklicht werden. Diese Liebe muß in Seinem Sinne rein sein.

 

Die Sehnsucht zum Leiden kann dann nur mit einer materiellen Liebe, mit einer körperlichen Liebe, verbunden sein. Mit einer Liebe, die zutiefst unrein, zutiefst irdisch ist.

 

Die Sehnsucht ist also mit der Liebe verknüpft. Die Liebe ist das Vehikel der Sehnsucht, mit dem sie erfüllt wird. Das Pfand, das Gott zurückgegeben wird, setzt sich aus der erfüllten Liebe zusammen. Wenn es also zweierlei Sehnsüchte gibt, so gibt es zweierlei Lieben, wie wir auch zuvor in Zusammenhang mit der Sexualität erfahren haben. Gibt es aber zweierlei Lieben, dann gibt es automatisch zwei Möglichkeiten, wie der Wille tätig wird: entweder im guten- oder im bösen Sinne. Der Mensch hängt zwischen diesen Polaritäten und muß sich mit seinem freien Willen für eine Möglichkeit entscheiden.

 

Pauschal gesagt, gibt es eine Sehnsucht zum Himmel, die uns geistig und moralisch auf ein immer höheres Niveau heben will, weg von der Tierhaftigkeit grober Naturmenschen. Daneben gibt es jedoch die Sehnsucht, die auf Triebbefriedigung des Körpers zielt. Das bleibt eine zutiefst irdische Sehnsucht, sie bleibt tellurisch und kann als höllisch umschrieben werden, weil sie nur der eigenen Genußsucht dient! (siehe oben)

 

Nochmals: Es gibt also eine höhere, eine himmlische Sehnsucht, welche unsere Seele stärkt und nützt. Daneben gibt es leider auch die körperliche Sehnsucht, welche unsere Leiden erhöht und unsere Seele schwächt. Von unseren Entscheidungen hängt die weitere Entwicklung ab. Sie hängt also nicht von Gott oder von sonst wem ab. Nein, es kommt im Endeffekt nur auf den Menschen an, wie er seinen Willen einsetzt, welcher Sehnsucht er nachgeht. Der Mensch schafft sich sein Schicksal selbst, weil es die Qualität seines “Selbst” ist, welches ihn formt und treibt und ihn den Weg finden oder verlassen läßt.

 

Ist sein Weg ein unendlicher, mit unendlicher Liebe und Sehnsucht und Seligkeit bepflastert, dann wählt er die Sehnsucht zu Gott. Ist sein Weg aber endlich, ist er voller Leiden und Verzweiflung, dann befindet er sich auf einem Weg ohne Herzen und wählt den Pfad der körperlichen Triebe, wählt den Pfad der Leidenschaften, wählt den endlichen Weg. Der endliche Weg wird von Menschen ergriffen, die ihr Leben mehr im Diesseits verstehen. Hier im Diesseits ist die Präsenz Gottes sehr schwer auszumachen. Hier ist die Welt der Materie, die Welt der Vergänglichkeit, die Welt des Todes.

 

Ergreift man den Weg der Leiden, egal ob nur einmal bis zum endgültigem Tode, oder eben mehrmals wie von der Reinkarnation souffliert, dann bleibt man auf der Stufe der Vergänglichkeit. Man weigert sich einfach weiterzugehen. Das Jenseits bleibt ein Gespenst. Gott bleibt damit gespenstisch. Man hat Angst davor. Man verbleibt auf der Stufe der Vergänglichkeit, der Endlichkeit, der Stufe des Todes. Unfaßbar, wenn man weiß, auf was man damit verzichtet! Aber die endliche Materie kann das Unendliche nicht fassen.

 

Man verzichtet auf Liebe, Licht, Leben!

 

Nur die Beziehung zu Gott ist es, die die Liebe, das Licht, das Leben bestimmt. Damit nimmt im öffentlichen Leben die Religion einen zentralen Punkt ein. In der Religion eines Volkes ist die globale Beziehung zum Schöpfer geregelt.

 

 

1.5 Die leidenschaftslose Sehnsucht

 

Kann die Sehnsucht wie bei den meisten wissenschaftlich geschulten Menschen nicht mehr direkt artikuliert werden: weil

 

a) das Objekt der Liebe unerkannt

b) diese Sehnsucht überhaupt nicht eingestanden, weil überdeckt wird, dann treten nebulöse und völlig irrationale Vorstellungen über das Leben und über Gott auf.

 

Eine direkt gespürte Sehnsucht hat den Handlungsimpuls in sich, der sie zur Erfüllung treibt. Eine indirekt verspürte Sehnsucht, die sich mit einer Hülle aus falscher leidenschaftsloser Analytik umgibt, hat kein konkretes Ziel um eine gezielte Handlung vorzunehmen, kann eine Reaktion darauf auch überhaupt nicht relevant einordnen. Die derart umnebelte bzw. überdeckte Sehnsucht stößt überall nur auf die Begrenzungen der sterblichen Hülle, welche eben die vergehende Materie darstellt. Alle ihre Fragen stoßen ihren inneren Geist immer mehr ab. Ihm erschauert vor der Sterblichkeit und damit vor der Unsinnigkeit des materiellen Lebens. Um sich als Wesen vor diesen lähmenden Konsequenzen zu schützen verfällt endlich der Verstand, der sich wissenschaftlich geschult hat, auf die glorreiche Idee, es könnte ja noch einen Ausweg aus dieser tristen Möglichkeit der sterbenden Körper geben.

 

Wenn dieser wissenschaftlich geschulte Verstand nicht den Weg zum Buddhismus einschlägt, dann bleiben ihm nur zwei Möglichkeiten offen:

 

Erstens, wenn er keine Hoffnung mehr hat, weil seine Sehnsucht schon zu weit zugedeckt wurde, dann wird er zu einem puren Materialisten, der nur noch das glaubt, das er mit seinen Augen sehen und mit seinen Händen betasten kann. Solch ein Mensch hat Gott verloren und ist wie eine Pflanze, die ohne Feuchtigkeit bald eingehen wird. Denn das Licht alleine reicht nicht zum Leben!

Zweitens, so wie der umnebelten Sehnsucht nur noch das Prinzip Hoffnung bleibt, um den Weg zum unbekannten Schöpfer zu finden, genauso bleibt diesem Verstand nur noch die Wahrscheinlichkeit als letzten Hoffnungsträger. Es könnte ja immerhin wahrscheinlich sein, daß es einen Ausweg aus dem Tode gibt.

 

Aber bevor es soweit ist, daß die Wahrscheinlichkeit als letztes Hoffnungspflänzchen der darniederliegenden Sehnsucht auftritt, muß zuvor der tiefste Punkt der weisheitsvollen Wissenschaft überschritten werden. Er ist erreicht, dann, wenn die Sehnsucht des Menschen völlig von Gott isoliert glaubt, ihr Ziel sei nicht in Gott, sondern nur wieder im Menschen, d.h. in seiner Vernunft zu finden, wie es der Humanismus auch vorschreibt.

 

Aber in dieser Vernunft erkennt der Mensch, wie chaotisch sich das gesamte Leben ausnimmt, und wie wenig er davon begreift. Der tiefste Punkt ist also die Phase der Chaotik, die der suchende Verstand um sich herum erblickt. Weil dem Verstand aber eine gewisse Ordnung eigen ist, so wird er versuchen, in diesem Chaos Regeln aufzustellen. Er entwickelt eine Theorie vom Chaos, er entwickelt also die Chaos-Theorie.

 

Aus der Angst heraus, sich in einem leidenschaftlichen Strudel von Gefühlen zu befinden, die die Urteilskraft und damit auch die Unabhängigkeit des Verstandes bedrohen, begibt er sich in eine leidenschaftslose Analytik, die ihm nicht gefährlich werden kann. Denn die für ihn gefährlichen Emotionen werden außen vorgelassen. Der Verstand mauert sich sozusagen aus Angst vor den handelnden Emotionen ein, um in aller Ruhe die Beschäftigung mit sich selbst zu spielen. (siehe auch Kapitel 3.4.2)

 

Bei dieser intellektuellen Spielerei gerät er dann an das Hauptelement vom Chaos, er gerät an die vielzitierte Wahrscheinlichkeit. Denn wenn es Gott nicht geben kann, der solch ein Chaos schafft, außer er wäre ein chaotischer Gott, dann könnte das nur die gottlose Wahrscheinlichkeit schaffen.

Ein Pendel aus Eisen an einen Faden genau in der Mitte über drei Magneten aufgehängt, kommt am Ende mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:3 über einen bestimmten Magneten zum Stillstand. Nun, die Elemente der Versuchsanordnung sind bekannt, nur das Ergebnis unterliegt der Wahrscheinlichkeit. Also soll die Wahrscheinlichkeit das Chaos regeln!

 

Der Schritt vom chaotischen Chaos bis zum geregelten Chaos ist dann auch nicht mehr so weit. Man müßte eben nur genügend Informationen haben, um das Chaos einschätzen zu können. Wenn die Elemente der Anordnung bekannt sind, dann kann das Unbekannte ja nur im umgebenden Raum liegen. In diesem Raum sollen nun die Informationen verschlüsselt sein. Diese Informationen werden damit zum Schlüssel über das Chaos erhoben. Dem unsichtbaren Raum, in welcher sich das Pendel und die drei Magneten aufhalten, liegen unerkannte Informationsmuster zugrunde, nach denen sich das Pendel richten muß. Nun ist der Weg der verirrten Sehnsucht zum Schöpfer zurück ein langer. Wenn er wie hier, von einigen fortschrittlichen Physikern über die Information, über die Struktur der morphogenetischen Felder führt, dann ist er sogar ein sehr langer.

 

Immerhin wird damit jedoch zugegeben, daß es geistige Inhalte sind (Informationen) die letztlich die Materie steuern. Wenn man sich mittels der Theorie 15 der "Morphogenetischen Felder" aus den Verirrungen der Chaos-Theorie herausgewunden hat, dann hat man sich aber in den Abgrund der Wahrscheinlichkeiten hineinbegeben. Denn nach welchen Kriterien sind die Informationen geordnet? Wie und warum sind sie so geknüpft? etc. etc.

 

Hier, in diesem unendlichem Meer der Wahrscheinlichkeiten, wird es für die analytische Sehnsucht, wird es für den leidenschaftslosen Verstand unmöglich, die Fäden zu bestimmen, nach denen das Chaos geregelt wird. Wir für uns wissen wohl an dieser Stelle, daß es nur die Liebe und mit ihr im Gefolge das Licht ist, welches alles regelt. Aber für die Wissenschaftler bleiben das Chimären. Sie müssen den Weg, ihren Weg, bis zum Ende gehen, ohne in diesem Moment zu wissen, daß er ein sehr großer Umweg ist. Der schlichte Mann auf der Straße hat es dort leichter. Ist er doch den Verirrungen seines Verstandes nicht aufgesessen.

 

Im Zuge der Wahrscheinlichkeit stolpern diese intellektuellen Menschen zunächst über Intensitäten von Mustern, die gewisse Knotenpunkte schaffen, nach denen sich diese Felder richten. Sie spüren diesen Intensitätsmustern nach und stellen fest, wie es eine Barriere im realen Raum-Zeit-Kontinuum gibt. Alles, was vor dieser Barriere der Materialisierung existiert, nennen sie die virtuelle Ebene, die noch nicht körperlich manifestiert ist, die jedoch durch die genannten Energie-Intensitäten dann real werde, wenn eine gewisse Energie-Intensitäten dann real werde, wenn eine gewisse Energie-Schwelle überschritten wird. Sie könnten also definierte Wirkungen erzielen, wenn sie die virtuelle Ebene mit einem bestimmten Informationsmuster hoher Energieintensität impfen würden. Und genau an dieser Stelle greifen sie ein. Es gibt schon seit Jahren gewisse Geräte, mit denen man in die biologischen Systeme von Tier und Mensch eingreift, um sie zu deren Nachteil zu stören. Es gibt sogenannte Wetterkriegsgeräte, die auf der Grundlage des Tesla-Verstärkers arbeiten. Diese "psychotronischen" Apparate 16 arbeiten auf der Elf-Frequenz, auf der Extrem (Low) niedrigen Frequenz, also genau dort, wo sich die Wellenlänge der menschlichen Organe befindet. Zwischen 10 und 70 Hertz. Eine Energiewelle von 30 Hz ist dann 10000 km lang. Unser Herz befindet sich z.B. auf der 30 Hz Skala und kann durch eine gewisse Anordnung von ELF Wellen aus dem Rhythmus gebracht werden, etc. (Schumann-Resonanz bei 31,5 Hertz) Alle diese Verfahren greifen die Versuche von Nikolai Tesla, einem rumänischen Erfinder auf, der im Unterschied zu den freischwingenden Hertzschen Wellen, stehende Wellen, sogenannte Wellenskalare, bzw. Tesla-Wellen konstruierte. Eine stehende Welle entsteht laut Al Bielek und T.E. Bearden17:

 

“Wenn man duale elektromagnetische und magnetische Wellen in einem konstruktiven Interferenz- Muster koppelt und mischt, und zwar auf der entgegengesetzten Erde, könnte möglicherweise, wenn diese beiden Wellen sich koppeln, eine sich seitlich bewegende und gleichzeitig vertikalstehende Welle entwickeln. Wenn man die Wiederholungsgeschwindigkeit und die Impulsdauer sorgfältig aufeinander abstimmt, können diese gestrahlten Dual-Wellen an die magnetische Feldlinien der Erde geheftet werden. Die vertikale Welle könnte dann den Weg durch die Erde hindurch und wieder hinaus in den Luftraum nehmen, wobei sie wiederum kinetische Energie von dem natürlichen irdischen Schwingungssystem zusätzlich aufnimmt.”

 

Bearden: “Nikola Tesla entdeckte, was wir heute Hertz-Wellen nennen, einige Jahre vor Hertz, aber als der brillante Experimentator, der er in der Tat war, entdeckte Tesla sofort anschließend eine noch wichtigere Welle, die Skalar-Welle. Dabei handelt es sich um eine Welle mit reinen Feld-Widerstand-Potential im Medium selbst, d.h. in dem Raumzeit-Medium. Diese Art von Welle hat ein seltsames Verhalten, mit dem man stehende Wellen erzeugen kann.

 

Tesla Verstärker: Sie können alles durchdringen. Man muß eine stehende Welle durch die Erde senden, und der geschmolzene Kern derselben beginnt die Welle mit Energie zu beliefern. Wenn einmal eine stehende Welle hergestellt ist, hat man damit eine Triode geschaffen. Man hat damit erreicht, daß der geschmolzene Kern der Erde die Energie liefert und ihrem Signal ähnlich ist, das man einsendet und damit das Gitter der Triode ausblendet.

 

Hiernach muß man die Frequenz ändern. Wenn man die Frequenz in einer Richtung ändert, das heißt, anfängt sie zu entphasen, verlagert man die Energie hoch in der Atmosphäre über dem Standort auf der anderen Seite der Erde, den man als Brennpunkt gewählt hat. Man beginnt sozusagen die Luft zu ionisieren, und man kann den Fluß der Wetterstrukturen (Jetstreams) ändern. Man ändert das alles, wenn man es langsam, wirklich langsam verlagert. Man kann so das Wetter entscheidend beeinflussen. Es handelt sich um eine riesige Wettermaschine.

 

Wenn diese Verlagerung schnell vorgenommen wird, wird man die gewünschte, geringe Ionisierung nicht erhalten, stattdessen entstehen Blitze und Feuerbälle, die auf die Oberfläche der Erde herunterfallen.

 

Wenn man es in die Erde führt und in entgegengesetzter Richtung zurückphasen würde, entlädt man es in den Mantel der Erde – nicht in die Atmosphäre auf der anderen Seite – zurück in den Mantel – und zwar sehr langsam. Wenn man die entgegengesetzte Wirkung erhält -, man führt elektrische Energie ein-, erhält man mechanische Energie und Streß und nicht lange danach wird die nächste Verwerfungszone (Erdbeben) sich aufspalten. Man erlebt dann ein sehr normal erscheinendes Erdbeben. Nichts bei diesem Prozeß wird darauf hinweisen, wie es hierzu kam.

 

Wenn man jedoch überstürzt handelt und die Energie in den Mantel der Erde abrupt entlädt, ist es gleichgültig, ob dort eine Verwerfungszone vorhanden ist oder nicht. Das Gestein wird zermalmt und dieser Umstand stellt so etwas wie eine Unterschrift dar. In diesem Fall kann es gar keinen Zweifel darüber geben, wie dieses Erdbeben erzeugt wurde.” Soweit Bearden, der es als Oberstleutnant und Master of Science auf dem Gebiet der Kerntechnik wissen müßte. Diesen Vortrag hielt er 1981 vor der US Psychotronics Association mit dem Titel: “Die Ausschaltung von Nikola Tesla.”

 

Dr. Michrowski von PACE, dem kanadischen Verband für saubere Energie erklärte 1984 was geschehen könnte, wenn die Sowjets, die diese Technologie in den 80er Jahren wiederbelebt hatten, eine kleine stehende Welle an der Ecke einer bestimmten Straße z.B. in Cincinnati einrichten würden: Motoren würden aufhören zu arbeiten, Sender würden in die Luft fliegen, Computer explodieren und das gesamte elektrische System des Gebietes würde lahmgelegt. Die Menschen würden lethargisch werden und körperliche Schäden sowie psychologischen Veränderungen unterworfen sein, etc.[7]

 

Daß dieses keine Ausgeburt einer phantastischen Phantasie war, erklärte der damalige Sicherheitsberater unter Jimmi Carter; Zbigniew Brzezinksi, dann in seinem Buch: “Zwischen zwei Zeitaltern”. Dort erklärte er u.a. “daß Methoden der Wetterveränderung angewandt werden könnten, um ausgedehnte Trockenperioden oder Stürme zu produzieren und dadurch die Kapazität einer Nation zu schwächen und sie zur Annahme der Forderungen des Gegners zu zwingen. Das All und die Wetterkontrolle haben Suez und Gibraltar als Schlüsselelemente der Strategie ersetzt”.

 

Wie es scheint, wird Teslas US Patent Nr. 787412 vom 18.April 1905 die Menschheit noch sehr lange beschäftigen. In dieser Patentschrift mit dem Titel “Stehende Wellen, die mit Hilfe eines Apparates für die Transmission elektrischer Energie der Erde aufgeprägt werden” heißt es:

 

“Unser Planet verhält sich wie ein absolut glatter, polierter Leiter geringsten Widerstandes, wobei seine Kapazität und Eigeninduktion gleichmäßig über die Symmetrieachse der Wellenausbreitung verteilt sind und langsame elektrische Schwingungen ohne schädliche Verzerrung bzw. Dämpfung übertragen werden. Durch das Aufprägen von zwei oder mehr Schwingungen verschiedener Wellenlänge auf die Erde ist es möglich, eine stehende Welle langsam über den Erdball wandern zu lassen, wodurch eine Reihe von nützlichen Wirkungen erzielt werden können. Wenn man mehrere solcher Generatoren stehender Wellen vorzugsweise verschiedener Wellenlänge, an sorgfältig ausgesuchten Stellen aufbauen würde, könnte der gesamte Erdball in klar abgegrenzte Gebiete elektrischer Aktivität eingeteilt werden.”

 

Der Biograph J. O`Neill schreibt: “Tesla lebte und arbeitete hart dafür, der Welt Frieden zu bringen. Er widmete sein Leben der Erleichterung, die Last von den Schultern der Menschheit zu nehmen und ein neues Zeitalter des Friedens, des Überflusses und des Glücks für die menschliche Rasse herbeizuführen.” Und doch wurden fast alle seine 100 Patente und Entdeckungen zur Kriegsführung benutzt. Tesla starb verarmt und bewußt vergessen, während ein “Minderbegabter” (Einstein) völlig zu Unrecht hochgejubelt wurde, während doch alle seine Erkenntnisse völlig daneben lagen und nur dazu dienten, Tesla unglaubwürdig und vergessen zu machen.

 

Wir erleben gerade gegenwärtig durch das HAARP-Projekt eine gewaltige Renaissance auf diesem Gebiet der Wetterbeinflussung und in der Antarktis steht beispielsweise eine riesenhafte Apparatur, um die Ionenstrahlen aus der Stratossphäre gewisserweise herauszuschneiden und selbst in Berlin Tempelhof hat man Anzeichen für eine solche Anlage entdeckt und all das sind Versuche, die globale Erwärmung herbeizuführen und das Wetter negativ zu beeinflussen.[8]

 

Die moderne Physik bewegt sich damit auf Abwege, die z.B. bei der Kernspaltung dämonische 18 Züge annimmt. Aber wie gesagt, wagt sie sich damit in geistige Bereiche vor, die ähnlich der Magie des Mittelalters sind. War die mittelalterliche Magie eine naturmäßige Variante von Wurzeln und Kräutern, um auf das Leben der Menschen einzuwirken, war Paracelus[9] ein begnadeter Arzt und Christ, so ist die heutige technologische Magie eine apparatemäßige und damit unchristliche geworden, die nichts von Teufeln und bösen Mächten, nichts von mikro- und makrokosmischen Entsprechungen, damit aber auch nichts von Gott wissen will.

 

Und doch liegt verdeckt in dieser wahrscheinlichen Technologie der Weg zu Gott. Nach der Wahrscheinlichkeit kann Gott existieren oder nicht. Jesus kann gekreuzigt worden sein oder nicht. Gott ist also immerhin möglich. Das erinnert an die Fragestellung der UFOs. Sie können möglich sein oder auch nicht. Aber die UFOs haben Gott gegenüber den Vorzug, daß sie auf einer niedrigeren Wahrscheinlichkeitsstufe liegen, und dass sehr viele Menschen sie zu sehen gehabt glauben. Bevor die Wahrscheinlichkeit sich mit dem Thema Gott beschäftigt, wird sie sich eher mit den Außerirdischen befassen.

 

Nur sehr wenige Wissenschaftler wenden sich noch Gott zu. Mehr von ihnen widmen sich dagegen der Frage: ob es Außerirdische gibt und ob sie uns vielleicht geschaffen haben? Und genauso zwiespältig, wie unsere westliche Einstellung zu Gut und Böse ist, insofern man es als Gott und Satan bezeichnet, genauso zwiespältig ist die Einstellung gegenüber der UFO-Thematik. Die Außerirdischen zerfallen dann in dieselbe Kategorie von Gut und Böse und treten in dieser Literatur dann meist als die “Grauen” auf. Also nicht eindeutig schwarz oder weiß, d.h. gut oder böse, sondern mehr lau. Die “Grauen” symbolisieren damit für jene Kreise das Verständnis von Gott, daß nicht mehr klar und rein, sondern zu einem unkenntlichen und sogar gefährlichen Begriff geworden ist. Einige Elemente dieser “Grauen” sind angeblich menschlich, andere dagegen fremd und kalt. Ihnen ist eine gewisse Gefühllosigkeit eigen. Dasselbe kann der oberflächliche Mensch auch von Gott behaupten.

 

Das Problem der Wissenschaftler wird es sein, wie sie mit der Wahrscheinlichkeit fertig werden sollen. Wenn alles wahrscheinlich ist, was ist dann das spezifisch menschliche wert? Die Konturen der Menschlichkeit beginnen sich dadurch aufzulösen. Was ist dann noch normal? Die Psychologen haben evidente Schwierigkeiten einen normalen sexuellen Status anzuerkennen. Wie ordnet man die Homosexualität ein, wie die Genmanipulationen etc. etc.? Wer schreibt also die Regeln vor?

 

Die Wahrscheinlichkeit geht deshalb ganz eindeutig zu Lasten der Menschlichkeit. In ihr liegt auch die drohende Vernichtung der Menschheit. Auch das kann ja wahrscheinlich sein. Damit sich die Waage der Wahrscheinlichkeit wieder dem menschlichen zuwendet, müßte man sie leidenschaftlich zugunsten der Menschheit fortführen und müßte das Menschliche auf den größten Menschen, also auf Gott zurückführen. (“Ich schuf den Menschen nach Meinem Ebenbild...”) Aber genau das ist das Manko dieser Vertreter, die keine Grundwahrheit mehr haben, weil sie Gott nicht kennen. Sie wissen nicht mehr was wahr ist, weshalb sie sich auch nicht zugunsten Gottes entscheiden können. Damit entscheiden sie sich allerdings auch gegen den Menschen, weshalb viele Zweige der Wissenschaft auch dort dämonische Zuge haben. Der Verstand wartet erst einmal ab.

 

Das ist eine sehr fatale Lage und bedroht die Zukunft unseres Planeten!

 

Kommen wir nochmals auf die morphogenetischen Felder zurück, die wie gesagt durch bestimmte

Prägemuster von Energieintensitäten charakterisiert sind, so ist der Ansatz ja nicht grundlegend verkehrt, sofern die Definition dessen was der Raum ist, mehr von diesem Prägemuster als geistige Idee abhängt. Wenn es hier bedeutet, daß die geistige Idee als Informationsträger diesen Raum prägt, dann bedeutet es im Kern, daß am Anfang das Wort war und dieses Wort dann eben den Raum schuf.

 

Dann wäre man folgerichtig bei Gott und bräuchte die Genesis nur richtig interpretieren, um dahin zu kommen, wer oder was denn so eigentlich diese Prägemuster oder diese Energieintensität wäre. Dann könnte man konsequenterweise tatsächlich sagen, daß Gott die Energie ist und Er mithilfe von Elektrizität und Magnetismus diesen Raum so impft, damit er seine charakteristischen Eigenschaften erhält. Der Wille Gottes schuf in einem virtuellen Alles (Ewigkeit) durch gefesselte Energiemuster einen beschränkten Raum, weil er Seine Ideen dorthin lenkte. Gott fixierte also seine Ideen und schuf damit erst den Fall aus der freien Virtualität (Vorstellung = Phantasie) in die gefesselte Materie. Unterliegt dieses virtuelle Gebilde weder Zeit noch Raum, so muß sie sich als gefesselte Materie allerdings der Zeit und dem Raum stellen. Wir bewegen uns übrigens noch immer innerhalb der Vorstellungen der Genesis, wo anstelle des gefesselten Raumes von dem gefallenen Luzifer gesprochen wird, der deshalb gefesselt wurde, weil er zuerst geistig, d.h. moralisch fiel. Dem materiellen Fall ging damit der geistig moralische Fall voraus. (laut Bibel, Lorber, Dudde)

Aber um diesen gefesselten Raum zu überwinden, genügt es natürlich nicht, diesen Raum mit einem neuen Energiemuster zu prägen, wenn dieses Energiemuster nicht dem Willen Gottes und damit nicht dessen höchster Moral entspricht. Der Raum kann im Prinzip nur von der Ewigkeit überwunden werden, weshalb alle Versuche und Überlegungen die Zeitreise betreffend, völlig illusorisch sind. Will man, wie in der sogenannten Psychotronic der Fall, bestimmte Raumstrukturen in dem Hyperraum schaffen, der als Überraum nur die physikalisch-magische Vorstellung der Ewigkeit symbolisiert, dann möchte man das durch ein konkretes Bild schaffen, z.B. ein Foto, welches man mit sehr hohem Elektromagnetismus durch die Konstruktion der stehenden Wellen an einem gewünschten Ort platziert. Durch die Tesla-Verstärker würden diese magischen Physiker, die Psychotroniker, also Gott spielen und Materie erschaffen.

 

Das funktioniert jedoch nicht und erinnert ein wenig an das Phantasie-Gebilde der Kernschmelze, wie sie angeblich in der Sonne geschieht.

 

Obwohl sich der Gedanke vielleicht schlüssig anhört, Materie zu schaffen, indem man mittels Elektromagnetismus die Entstehungszeit innerhalb des Raumes überwindet oder zumindest extrem verkürzt, so erinnert er doch nur an die Versuche der alten Zauberer und Magier. Auch sie wollten Materie schaffen, indem sie imaginäre Vorstellungen mittels ritueller Kraftübertragung aufluden. Aber alles, was sie vermochten, war höchstens, sich die Elementargeister nutzbar zu machen, war räumliche Beeinflussung unterster Stufe.

 

Woran scheitern solche Psychotroniker konkret? Einmal erkennen sie in diesem Enegiemuster noch nicht Gott und selbst wenn, dann müßten sie sich darüber im Klaren sein, daß nur die Absicht höchster Moral diejenige geistige Kraft ist, die auch wirklich den Raum überwinden kann (Gottes Wille). Damit müßten sie also der höchsten Moral die höchste Willenskraft und somit die höchste Energieintensität einräumen, während ihre Versuche doch nur belegen, wie wenig Moral sie haben. Wenn man sich in diesem Zusammenhang einiger Apostel und Heiliger erinnert, die wahrhaft Geistiges in Materielles umgewandelt haben, die also die ersten Pschotroniker waren, dann sieht man daraus, wie nur die geistige Qualität als moralischer Faktor über die Konkretisierung solcher Ideen entscheidet. Wie nur durch eine geistige Entwicklung im Sinne des Schöpfers der begrenzte Raum überwunden werden kann.

Es ist verständlich, daß sich die heutigen Psychotroniker nicht dazu durchringen können, den Raum als gefallene moralische Größe zu betrachten und daraufhin die Erlösung desselben zu versuchen, sondern im Gegenteil, sie wollen ihn noch mehr einkerkern oder aber, sie wollen ihn vor der Zeit gewaltsam befreien (Atomtechnologie).

 

Die Tesla- Verstärker, Moray Transmitter, das HAARP-Projekt und sonstigen Apparate haben tatsächlich unbestritten eine räumliche Wirkung, sofern sie sich der Kombination der stehenden Wellen und der sich daraus ergebenden Interferenzmuster bedienen, aber mit ihrer Hilfe die Zeit zu entkoppeln bzw. die Entstehung realer Gegenstände sofort zu bewirken so wie es Gott möglich ist und solchen, denen Er es erlaubt, ist mit diesen Apparaturen völlig unmöglich und bleibt damit nur eine verblendete virtuelle Phantasie ohne Kern. Man kann nicht Tesla mit Einstein koppeln, d.h. man kann nicht die Vorteile (Tatsachen) von Tesla mit der pseudo-Philosophie (Nachteilen) von Einstein verbinden. Keine materielle Vorstellung innerhalb des gefangenen Raumes vermag die Ewigkeit zu durchdringen. Mit anderen Worten: keine negativen Ideen vermögen den virtuellen Raum und damit einer virtuellen Wahrscheinlichkeitsebene zu einem realen materiellen Durchbruch zu verhelfen, da sie nicht vom Willen des Schöpfers beseelt sind und darum nicht von Seiner geistigen Kraft getragen werden. Es bleiben intellektuelle Spielereien, bleiben leere unbeseelte Hülsen.

 

Man mag einwenden, daß sich ja doch physische Manifestationen böser Kräfte durchaus materialisieren lassen und eine definierte Wirkung haben. Das ist richtig, aber sie gelten auch nur für diejenigen, die sich ihnen in ihrer geistigen Freiheit auch freiwillig unterwerfen[10],  weil sie noch nicht den hohen Stand der göttlichen Moral vertreten. Anders ist es bei den größten Mystikern oder den Aposteln, wenn sie aus freier Überzeugung und aufgrund ihres eigenen freien Willens sich dem absoluten Guten, sich der höchsten Moral Gottes unterwerfen, wie sie von Jesus repräsentiert wird. Sie werden im Namen Jesu überall auf dessen liebevollsten Manifestationen treffen, bzw. diese wirken für sie dann gutmütig und böse Manifestationen vermögen sie höchstens ein wenig irritieren, können ihrer geistigen Moral jedoch keinen Abbruch tun (dem Reinen ist alles Rein!), weshalb das Böse ja auch flieht und sich nur dort hält, wo sich das Unreine befindet.

 

Aus diesem Grund sind psychotronische Versuche, die mit ungeheuren Hyperraumverstärkern arbeiten und die mehr oder weniger materiell unreife Gedanken und Vorstellungen in den Raum schleudern, nicht so sehr eine Gefahr für die Allgemeinheit, sondern mehr für die Erzeuger selbst, die dann auf eine für sie unvorstellbare Art und Weise mit physischen Rückkoppelungen konfrontiert werden, die sie nie für möglich gehalten hätten. Negativ beschleunigte Gedankenmuster können niemals positive Wirkungen für den Verursacher haben, da man den Erzeuger dieser Gebilde nicht vor dessen negativen Auswirkung schützen kann. Als Beispiel mögen die in den 80er Jahren in der ehemaligen Sowjetunion explodierten Waffen- und Atomlager dienen, die für den Westen völlig unerklärlich waren. In primitiven Kulturen wußte man noch, daß ein Zauberer nie vor einem Gegenzauber gefeit war, es sei denn, er handelte aus der größten moralischen Integrität heraus, denn nur die höchste Moral schützt vor der negativen Auswirkung. Eine gute Tat trägt den Lohn in sich, während eine schlechte auch an ihrer schlechten Frucht erkannt wird.

 

Moralisch betrachtet, kann man die Zeit und den Raum durchaus überwinden und muß es auch[11],  siehe Jesus, aber physikalisch betrachtet kann man sie nie überwinden, denn das versucht selbst Luzifer vergebens. Materie kann nicht von Materie überwunden werden, erst der reine Geist vermag solches. Physiker irren, wenn sie ihre geistigen Vorstellungen bezüglich der Psychotronik, der Quantenphysik, der Relativität, der Atomtechnologie, usw. als geistig im Sinne von wahr betrachten und deshalb meinen, diese Vorstellungen seien dann tatsächlich jene Energien, welche die Materie überwindet. Solche Vorstellungen ergeben sich aus dem Dunkel ihrer Seele und erhellen nichts, wie könnten sie deshalb die Zeit überwinden? Daß sie es wie weiland Einstein überhaupt versuchen, bedeutet nur, sie versuchen Luzifer reinzuwaschen.

 

Zeit und Raum sind linear nicht erfaßbar und können auch niemals in exponentialen oder auch in mehrdimensionalen mathematischen Gleichungen erfaßt werden. Zeit und Raum sind in erster Linie moralische Grenzen, sind die Grenzen, die sich ergeben, wenn die Liebe deshalb gefangen ist, weil sie materiell wurde. Sie sind somit Intensitätsgrenzen der Liebe. Die wahre Liebe akzeptiert keine Grenzen, weder zeitlich noch räumlich, denn sie wandelt den Raum um und überwindet die Zeit, wie Liebende zu allen Zeiten beweisen. Jesus, der die Menschen am meisten liebte, überwand die Zeit und ging deshalb aus dem Raum, obwohl er sich natürlich jederzeit wieder in Raum und Zeit versetzen könnte. Solange wir noch eine sehr begrenzte Liebe haben, solange unterliegen wir auch diesen zeitlichen und räumlichen Gesetzen. Physiker, die sich solchen zeit/räumlichen Experimenten verschreiben, verschreiben damit ihre Seele dem Teufel, wollen und können es in der Tragweite aber erst hinterher erfassen.

 

Mag der Zweig der Psychotronik aufgrund seiner magischen Aspekte anrüchig sein, so ist es der andere Zweig nicht, der sich mit der Überwindung der Zeit beschäftigt. Bedeutende Physiker befassen sich damit und träumen unbewußt davon eine Zeitmaschine zu konstruieren, mit deren Hilfe sie letztlich auch den beschränkten Raum überwinden wollen. Sie betrachten diesen Raum mehr unbewußt als geistige Fessel und protestieren gegen den Schöpfer, ohne wahrhaben zu wollen, daß sie diese Fessel doch durch die Nächstenliebe überwinden könnten. Aber diese direkte und konkrete Nächstenliebe liegt ihnen nicht, weshalb sie sich lieber in ihr geistiges Schneckenhaus zurückziehen und mit abstrakten Modellvorstellungen arbeiten. Dadurch fühlen sie sich auch in “seelenhygienischer” Hinsicht sauberer, vorerst jedenfalls, müssen dafür jedoch später den hohen Preis der seelischen Vereinsamung zahlen. Anstatt sich also mit moralischen Fragen zu befassen und zu untersuchen, wie ein erhöhtes Liebespotential die Qualitäten des Raumes[12] und der Zeit umwandelt, befassen sie sich lieber mit der “leeren” Zeit.

 

Wie wir alle wissen, setzte Einstein damals die Relation zwischen Raum, Zeit und Licht und fand in der Lichtgeschwindigkeit eine Größe, die unter gewissen Umständen die Zeit manipuliert. Ein Raumschiff, daß sich auf 99,99999999 Prozent der Lichtgeschwindigkeit beschleunigen ließe, würde nach Einsteins spezieller Relativitätstheorie an Bord um den Faktor 70.000 verlangsamt werden und könnte einen neun Lichtjahre entfernten Planeten in wenigen Stunden erreichen und ebenso schnell wieder zur Erde zurückkehren, während ein daheim gebliebener Freund inzwischen um 18 Jahre gealtert wäre.[13]   Diese Zeitkontraktion, das Zwillingsparadoxon, ist zwar keine Zeitreise im eigentlichen Sinn, aber Einsteins Überlegungen bilden die Grundlage aller dieser Zeitüberwindungstheorien. Aus Einsteins Gleichungen lassen sich Transittunnel zwischen unterschiedlichen Bereichen des Universums ableiten. Diese “Wurmlöcher” sollen nun innerhalb des Gewebes der Raumzeit so vergrößert und gehandhabt werden, daß sie sich wie ein Tunnelbohrer durch die Raumzeit bohren und weit entfernte Gebiete unmittelbar über den Hyperraum verbinden.

 

Es ist verständlich, daß sich die am meisten illuminiertesten Physiker mit solchen Theorien beschäften und ihnen mit einem enormen Aufwand nachgehen, aber realistisch ist das schon lange nicht mehr.

 

Fragen wir uns einmal, wo Einstein irrte, dann kommen wir zu seiner Aussage, die Beschleunigung einer Masse mit nahezu Lichtgeschwindigkeit schüfe zweierlei Zeiten. Einmal eine kontraktierte für die beschleunigte Masse selbst, zum anderen die normale Zeit für die Beobachter. Zu dieser Aussage kam Einstein jedoch nur mit Hilfe einer imaginären Vorstellung, d.h. sie beruht keinesfalls auf experimentelle Grundlagen. Einstein projizierte sich nur jeweils in die Situation eines Beobachters, der zum einen mit der Lichtgeschwindigkeit reist und der zum anderen nur als Beobachter von außerhalb fungiert. Durch diese sehr unwissenschaftliche Betrachtungsweise kam Einstein zu dem Schluß, die Lichtgeschwindigkeit wäre die Bezugsgröße zwischen Zeit und Masse. Wie wir z.T. schon herausgearbeitet haben und es später auch noch weiterhin tun, so ist die einzige Bezugsgröße jedoch nicht das Licht selbst, sondern die Ursache des Lichtes. Wir wissen doch, wie Licht niemals aus sich allein besteht, da es einer Quelle, einer Lichtquelle bedarf. Warum kam Einstein damals jedoch nicht auf diese Quelle zu sprechen, sondern blieb nur bei der Wirkung hängen?

 

Die Ausgangsfrage dieser Physiker ist, wie überwindet man die Zeit und den Raum? Einstein lieferte dazu die Scheinantwort und sagte, diesen Raum und diese Zeit, also diese Raumzeit überwinde man mithilfe der Lichtgeschwindigkeit. Sicherlich überwindet man einen Raum, indem man ihn mit einer definierten Geschwindigkeit durchquert, aber man bleibt immer innerhalb des Raumes und seiner Zeit. Vergrößert man nun die Geschwindigkeit so weit es geht, so bleibt man trotzdem innerhalb des Raumes, da das Licht nur die zeitliche Befähigung einer Strahlenquelle ist, den Raum innerhalb seiner Quelle zu beleuchten. Das Licht kommt in Wahrheit jedoch von außen, es kommt aus der Ewigkeit und nimmt erst innerhalb des Raumes seine spezifischen Eigenschaften an, wo es mehr ein “Schattenlicht” ist. Darum hat das Licht zwei Aspekte:

 

1.  Einmal die Leuchtkraft an der Quelle selbst. Die Quelle wäre im Hyperraum, wäre die Ewigkeit, wäre rein geistig und wäre damit Gott. Die Geschwindigkeit hier ist unendlich, Zeit gibt es nicht, Materie gibt es ebenfalls nicht. Schatten und Dunkelheit kann es ebenfalls nicht geben. Dieses Licht ist also rein geistig und kann als die positive Polarität bezeichnet werden. Es hat keine Begrenzung in der Geschwindigkeit, weil es zeitlos ist, weil es ubiquitär ist.

 

2.   Der Lichtstrahl mit seiner definierten Geschwindigkeit außerhalb dieser Quelle im Raumzeit-Gefüge, ist also innerhalb unseres materiellen Raumes, des dreidimensionalen Schattenreiches. Sowohl die Geschwindigkeit als auch die Zeit sind hier endlich, weil sie sich, sowie sie in den dunklen Raum treten, zu einem gewissen Teil von dem Hyperraum abgrenzen. Das, was den Hyperraum eigentlich bedingt, kann sich hier in der Dunkelheit nicht vollständig auswirken, es bleibt noch unvollständig, will sich jedoch unbedingt vervollständigen (Sehnsucht). Dieses geistige Licht ist im materiellen Raum deshalb materiell; es ist der negative Pol.

 

Das geistige Licht hat sich im materiellen Raum mit einer materiellen Hülle umkleidet, weshalb die Polarität so gestellt ist, daß sie sich wie ein Inneres und Äußeres verhält, wobei der Innere der positive Pol und der Äußere der negative Pol ist. 19

 

Dort im zweiten äußeren Punkt befinden wir uns. Das Licht in unserem Raumzeitgefüge besitzt natürlich im Gegensatz zum Hyperraum eine körperliche Masse, die seine Geschwindigkeit begrenzt, muß jedoch auch, da es vorher diesen Hyperraum verlässt, um zu uns durchzudringen, eine Eigenschaft dieses ewig zeitlosen Hyperraumes mitbringen. Es muß also die Komponente der Zeitlosigkeit und damit die Komponente der Ewigkeit mit sich führen, obwohl sie diese hier nur sehr begrenzt anwenden darf. Die Geschwindigkeit, die im Raum masseabhängig und endlich ist, kann es entgegen Einsteins Vermutungen deshalb niemals sein. Deshalb kann man Zeit und Geschwindigkeit, die sich nur auf das Innere dieses begrenzten Raumzeitgefüges beziehen, niemals benutzen um damit dieses Gefüge zu überwinden, das wäre paradox. Materielles kann die Materie nie überwinden. Und wenn man (körperlich) noch so schnell fliegt, so bleibt man doch innerhalb dieses Raumzeitgefüges. Anders gesprochen, der äußere, endliche, materielle Pol kann den inneren, ewigen, geistigen Pol nie überwinden. (Luziferkonflikt)

 

Was also ist dann diese zeitlose Komponente innerhalb der Materie und damit auch innerhalb dieses materiellen Lichtes, welche die Zeit und auch den Raum überwindet, weil es in sich diesen geistigen Anteil der Ewigkeit trägt?

 

Wir ahnen es: das kann nur immer die ewige Liebe sein, die sich als Gefühl der Wärme spürbar macht. Erst die Wärme als Gefühl der Liebe läßt dieses Licht leuchten und sendet sich mit ihm aus und trifft in dem Raumzeitgefüge auf Gegenstände, die es sammelt, die es zum Leuchten miterregt. Das Licht wird erst dann in Wärme umgewandelt, wenn es auf Gegenstände trifft. Dunkle Gegenstände verschlucken es und behalten es damit in ihrer egoistischen Eigenliebe, dafür werden sie jedoch erwärmt. Sie werden dann solange erwärmt, bis sie seinerzeit die Farbe wechseln und heller werden. Je heller sie werden, desto mehr strahlen sie wieder ab.

 

Warum diese Liebe sich in Wärme verwandelt, liegt im Magnetismus begründet. Ungleiche Pole ziehen sich an, gleiche stoßen sich ab. Die sich anziehenden ungleichen Pole werden jedoch in dem Moment, wo sie in Liebe eins geworden sind, untereinander gleich, während gleiche Pole nie eins werden. Durch diese magnetische Anziehungskraft der Liebe, die alle ungleichen Pole überwindet und die gleichen solange bearbeitet, bis sie ungleich werden, bildet sich die Wärme.

Die höchste Form des Magnetismus ist nun die ewige Liebe. Die ewige Liebe als ewig anziehendes Band, physikalisch in der Wirkung als Magnetismus bezeichnet, wirkt hier bei uns im dreidimensionalen Raum zumeist über die körperliche Anziehungskraft zwischen den Geschlechtern.

 

Mann und Frau als ungleiche Pole ziehen sich magnetisch an. Aber jenseits dieser materiellen Ausprägung des Magnetismus gibt es wiederum diejenige der geistigen Quelle, dort wo uns die Liebe Gottes anziehen soll.

 

Der geistige Magnetismus bezeichnet darum die reine Liebe zu Gott in Jesus.

 

Es ist das Licht deshalb nur das zeitliche Transportmittel, das Medium, um diese ewige Liebe hier für uns im begrenzten Raum zu übermitteln. Klappt diese Übermittlung des positiven magnetischen Pols sogestalt, daß der zuerst negative materielle Pol damit immer mehr positive Energie (Liebe) aufnimmt und sich dadurch in seiner Polarität umkehrt, dann erst hat sich das materielle Zeitlicht in das unendliche Geistlicht verwandelt und kehrt somit zu seinem Ursprung zurück. Es ist das materielle Zeitlicht also niemals die Überwindung der Zeit, egal mit welcher Geschwindigkeit es auch fliegen mag. Es fliegt in erster Linie als negativ geladener Pol von der positiven Quelle hinweg. Erst wenn in ihm der geistige Magnetismus des Schöpfers in Form Seiner Liebe gefunden wird, erst dann wird dieses Licht zeitlos. Einstein in Unkenntnis dieser geistigen Qualität hatte deshalb seinerzeit viele philosophische Irrtümer begangen, die sich natürlich auch auf seine physikalischen Theorien auswirken mußten.

 

Er hatte z.B. nicht beachtet, daß der Begriff der Lichtgeschwindigkeit bei uns immer materiell bleibt, damit immer eine materielle Form ist und damit nur immer innerhalb unseres Raumgefüges angewendet werden kann, während der reine Begriff der Liebe zeitlos ist. Einstein war mit seinen Gedanken jedoch nicht bei der reinen und zeitlosen und damit körperlosen geistigen Liebe, sondern er bevorzugte geistige Vorstellungen von durch den Raum reisenden Kabinen und Menschen. Damit verwob er innerhalb dieser geistigen Vorstellungen nur wieder negativ geladene körperhafte Formen ohne zu beachten, daß diese negativen Formen das Prinzip der Zeitüberwindung blockierten. Einstein nahm also die Gedankenschnelligkeit seiner Vorstellung und reiste mit ihr der Lichtgeschwindigkeit hinterher und mußte sie dann auch einholen und meinte sie zu überholen, weil er anschließend die rein geistige Gedankenschnelligkeit mit der begrenzten Lichtgeschwindigkeit in Beziehung setzte. Dies gelang nur über den Trick mit der Zeit. Da er die Zeit nicht mit der Gedankenschnelligkeit verbinden durfte, denn das sah er wohl ein, verband er sie eben mit der Lichtgeschwindigkeit, was ein verhängnisvoller Irrtum war. Dieser Irrtum führt gerade in unserer Gegenwart zu enorm riskanten physikalischen “Zeitexperimenten”.[14]  Ein reiner Engel könnte allerdings zeitlos reisen, aber eine irdisch materielle Form nie. Durch diese Form bedingt gibt es doch erst die Gradation von Lichtgeschwindigkeit. Sie ist unendlich im ewigen Hyperraum, dort, wo sich rein geistige Formen aufhalten, weil sie sich dort auch der Gleichzeitigkeit des liebenden Gefühls bewußt sind. Innerhalb unseres Raumes, z.B. im freien Weltenraum sind diese vormals geistigen Formen jedoch materiell beschränkt, weshalb auch ihre Geschwindigkeit begrenzt ist. Allerdings ist die Geschwindigkeit immer noch größer als z.B. innerhalb eines Planeten, da die Lichtgeschwindigkeit dieser materiellen Formen eben von der Dichte der sie umgebenden Materie abhängt. Weil nun aber das Licht im freien Weltraum weder abgebremst noch sonst wie aufgehalten werden kann (außer wenn es auf Gegenstände trifft), so muß die Materie des Weltraumes auch weniger massiv sein, als es der Lichtstrahl an sich ist. Dadurch, dass sich diese Lichtstrahlen völlig gleichförmig hinwegbewegen können, muß es so etwas wie einen reinen Weltraum-Äther geben, der es als positiv polare Energie dem sehr viel dichteren Licht erlaubt, ihn widerstandslos zu durchqueren. Aber selbst dieser von Einstein geleugnete Äther ist noch immer ein substantielles Etwas, besitzt eine minimale Masse, eine minimale negative Form und reduziert diese Lichtgeschwindigkeit auf das bekannte Maß. Dieser Äther als das ruhende Bezugssystem ist natürlich eben dasselbe, was Einstein mit seiner Relativität verworfen hat.

Für Einstein gab es nichts Ruhendes und gab es keine physikalische Form oberhalb der Lichtgeschwindigkeit. Das Licht als expandierendes, energetisches Phänomen war für ihn höchst elektrisierend, so daß er in ihm nur den raumdurcheilenden expansiven Charakter sah, der imstande wäre, diese Raumbarrieren zu durchbrechen. Er sah nur in dieser materiellen Form der strahlenförmigen Ausbreitung das Geheimnis Gottes, er übersah einfach den wichtigeren Aspekt der magnetischen (sehnsüchtigen) Rückführung, dadurch übersah er auch den völlig glanzlosen Äther. In seinem Gedankenexperiment mit dem Betrachter innerhalb der Kabine inmitten des Lichtstrahls 20, wo er zwei unterschiedliche Zeiten postulierte, eben weil er zwei unterschiedliche Seinsformen vermischte, bewegte er sich nicht mehr im seriösen Bereich, sondern verwob nur physikalisch nie reproduzierbare imaginäre Vorstellungen mit pseudowissenschaftlichen Vorstellungen, um die Existenz eines Äthers ad absurdum zu führen. Erstaunlicherweise ist ihm das auch noch gelungen.

 

Einsteins unterschiedliche Zeiten mußten sich aufgrund seiner unterschiedlichen Betrachtungsweise seiner unterschiedlichen Formen ergeben. Zum einen ließ er seine Kabine und den in ihr befindlichen Betrachter plötzlich rein geistig werden, postulierte alle materiellen Formen und Gegebenheiten hinweg und setzte diese nun virtuell gewordenen Kunstfiguren innerhalb einer Lichtgeschwindigkeit, die plötzlich im Vergleich dazu, sehr materiell geworden war. Damit stellte er sogar die naturmäßigen Konstanten völlig auf den Kopf. Dann versetzte sich Einstein auch noch in die Lage dieser plötzlich körperlos gewordenen Kabine, später dann sogar in die Lage des in dieser Kabine reisenden und ebenfalls körperlos gewordenen Menschen. Dann spielte Einstein in Gedanken Gott und betrachtete gleichzeitig diesen Kabinenmenschen als auch einen zuhause gebliebenen Freund und sagte daraufhin, daß es keinen Äther geben könne, der diese Lichtgeschwindigkeit begrenze, sondern daß es nur an der Zeit läge. Diese wäre in der Kabine nur abhängig von der Geschwindigkeit nahe bei 300.000 km pro Sekunde.

 

Wenn jedoch eine Geschwindigkeit den Raum überwinden will, dann muß sie natürlich sehr viel größer sein als diese 300.000 km/sec. Beispielsweise wäre die Gedankenschnelligkeit eine geeignetere Größe, da man sich allein mit seinen Gedanken nicht nur in alle zeitlichen, sondern sogar auch in alle möglichen räumlichen Positionen begeben kann. Aber Einstein sprach nicht von dieser Gedankengeschwindigkeit, obwohl er seine Experimente mit den Gedanken ausgeführt hat. Wäre Einstein jedoch konsequent bei den Gedanken geblieben, dann hätte er die Unmöglichkeit seiner lichttheoretischen Erwägungen sofort erkannt, denn in Gedanken kann man nie innerhalb einer Kabine durch den Raum sausen und dann behaupten, es sei für die körperhafte Vorstellung real. Aber indem er seine Gedankenschnelligkeit (Zeitlosigkeit) in dem Moment verließ, wo er sie ins Licht reduzierte, wollte er diese Reduzierung durch die enorme Aufblähung von beschleunigter Materie rückgängig machen und sagte einfach sein bekanntes Paradoxon, Materie könne die Zeit überwinden. Es gibt schon auf unserer Erde nicht ein Beispiel, wo die Materie die Zeit überwunden hätte. Und wenn man Jesus als Beispiel anführt, so sollte man auch hinzusetzen, daß eben gerade Jesus mit dieser Materie starb und erst dann zeitlos wurde, als er sie im geistig positiven Sinne (in Liebe) umgestaltet hatte.

 

Deshalb kann die Materie an sich nie den Raum überwinden, bevor sie sich nicht geistig umgewandelt hat. Darüber, inwiefern es Möglichkeiten zur Materieumwandlung gibt, sollte man sich unterhalten. Bei diesen Erörterungen kommt man dann automatisch auf den Magnetismus zu sprechen, kommt auf eine völlig andere Technik zu sprechen, etwas, was wir später noch einmal berühren werden.

 

Somit sollte jetzt schon erkennbar sein, daß alle von Einstein getroffenen Aussagen über die Zeit und das Licht völlig unsinnig sind, da sie nicht nur dem Ewigkeitsprinzip, sondern sogar jeder wissenschaftlichen Methodik widersprechen.

 

Dadurch, daß Einsteins “Lichtphilosophie” völlig überbewertet wurde, hielt dieses eindeutig falsche Lehrgebäude die Physik bis heute nur auf und läutet in nächster Zukunft die Endphase unseres Fortschrittsglaubens ein.[15] Was spricht denn eigentlich gegen die Existenz eines Äthers, in welchem alle Planeten und Planetensysteme so ähnlich schwimmen, wie es die Fische im Wasser tun?

 

Zum einen wäre der Äther als das Medium des Lichtes auch zugleich dessen Grundlage, da die Qualität des Lichtes von der Beschaffenheit des Äthers abhängt. Der Ätherraum wäre damit die Entsprechung des Hyperraumes im dreidimensionalen Raumfeld, wäre damit der auf das Materielle hin reduzierte Hyperraum. Dadurch wäre der Ätherraum die Verlängerung der ewigen Lichtquelle des Hyperraumes innerhalb der Materie und würde es diesem materiellen Licht überhaupt erst ermöglichen, sich unendlich fortzupflanzen, obwohl es doch von seiner Urquelle getrennt ist. Deshalb wäre die Emanation des Hyperraums der besagte Ätherraum, deshalb wäre das reine Liebeslicht des Hyperraums in das auf die Lichtgeschwindigkeit gebremste materielle Licht reduziert.

Indem also der Ätherraum durch unhaltbare imaginäre philosophische Beschreibungen geleugnet wird, wird die Verbindung zwischen dem Hyperraum und unserem dreidimensionalen Raum-Zeitfeld geleugnet, wird im Prinzip also die Verbindung der göttlichen Emanationen aus der Ewigkeit innerhalb unseres Raumes geleugnet, wird damit die Liebe geleugnet, wird damit Jesus geleugnet und wird damit die Betonung nur noch auf das materielle Licht gesetzt, wird damit das negative[16] gepolte materielle Licht als die einzig verbindende Komponente zur Ewigkeit betrachtet, wird also dieses Licht gottgleich gestellt. Nun, was will Luzifer noch mehr, der ja gegenwärtig mit diesem illuminierten Prinzip die Erde in Schach hält?

 

Über den Kunstgriff der Zeitdilatation, der beschleunigten oder kontraktierten Zeit, soll aus diesem materiellen Licht dann folgerichtig der luziferische Raum- und Zeitüberwinder werden, wobei tatsächlich doch das Gegenteil der Fall ist, wie die Geschichte wohl hinreichend bewiesen hat.

 

Eine unendliche Geschwindigkeit, wie sie im Hyperraum ist, wäre als solches auch keine Geschwindigkeit. Sie wäre eine Gleichzeitigkeit der Zeit, weil dort, in der Ewigkeit, die Zeit deshalb überall gleich ist, weil sie dort nicht als Zeit auftritt, die sich ihres Gefühls erst bewußt werden muß, sondern weil die Zeit hier nur noch das reine Gefühl ihres geeinten Selbst ist. Aber diese Gleichzeitigkeit der Zeit in unserem Raumzeitkontinuum zu versuchen, wie es Einstein mit seiner speziellen Relativitätstheorie von 1905 auch tatsächlich fordert, ist unter Licht- bzw. quantenspezifischen Berechnungen absolut unmöglich, wenn man das in sich selbst bewußte Gefühl, den geistigen Magnetismus (Liebe) außer Acht läßt. Es gibt und gab nur immer die einzig wahre Möglichkeit jener Überwindung von Raum und Zeit, es gibt und gab nur immer die einzig wahre Zeitmaschine, unabhängig davon, was unsere Wissenschaftler behaupten, es gibt und gab nur immer die Ewige Liebe, die höchste Moral als höchstes Gefühl, die größte magnetische Kraft (sicherlich wirkt senkrecht auf diese magnetische Kraft auch das elektrische Feld, aber immer nur in Abhängigkeit von dieser magnetischen   Kraft[17]), aber auch das größte Licht in der Quelle selbst. Das Licht selbst wirkt als materielles Quant partikulär, es bleibt damit eine lineare singuläre Einheit. Erst in Verbindung mit der in sich gefundenen geistigen Liebe mit jener materiellen von außerhalb wirkt es wie eine Welle und biegt dadurch die expandierende Bewegung der anderen Teilchen um (Nächstenliebe), wirkt dadurch rückführend (religiös), wirkt dann unüberwindbar und ist es auch. Dann, wenn sich Lichtquant um Lichtquant in der magnetischen Liebe zusammenfindet (ändert), dann erst kehrt diese Welle zur Ewigkeit zurück und überwindet so den dreidimensional begrenzten Raum, überwindet so erst unser Raumzeitgefüge, weil sie in dieser Rückführung wieder die magnetische Kraft des Schöpfers spürt und mit dieser wirken darf. Darum ist im Licht eine unendliche Steigerungsfähigkeit der Intensität enthalten, die sich nur aus der Möglichkeit der unendlichen Aufnahme dieser geistigen Liebe ergibt. Nur dadurch wird der Hyperraum der Physiker überwunden.

 

Im Licht selbst könnten diese Physiker natürlich auch den Zeit- und Raumüberwinder finden. Dazu bräuchten sie auch keinerlei Apparaturen. Sie müßten nur innerhalb dieses Lichtes den liebemäßigen Anteil Gottes studieren, analysieren, filtrieren, verifizieren, oder einfach gesagt, sie bräuchten nur den Äther akzeptieren, sie müßten die demütige Liebe lieben, die selbst im Licht so klein ist, daß die Wissenschaftler extreme Schwierigkeiten haben, sie zu finden. Sie sollten die Liebe im Licht lieben indem sie das Licht der Nächstenliebe suchen und daraufhin anwenden, um dadurch wahrhaft zu leuchten und erleuchtet zu werden. Sie sollten also nur die sieben Gebote der Nächstenliebe anwenden, nebst den drei anderen, dann würden sie mit den sieben Farben als den sieben Eigenschaften des Lichtes auch besser klarkommen, weil sie die Liebe in ihren Tugenden lieben würden.

 

Aber hören wir zu diesen Licht- und Zeittheorien einmal den renommierten Wissenschaftler Dr. Walter Theimer, der wie folgt ausführt:[18]

 

Die Relativitätstheorie ist mehr ein philosophisches als ein physikalisches Problem. Sie steht und fällt mit Einsteins Auffassung von Zeit, Raum und Erkenntnis. Die schwachen experimentellen Beweise erscheinen nur dann als solche, wenn die relativistischen Begriffe schon vorausgesetzt werden. Ansonsten sind sie auch anderer Deutung fähig. Nach Einstein können die Grundbegriffe der Wissenschaft nicht, wie in der klassischen Physik, aus der Erfahrung abstrahiert werden. Sie müssen intuitiv aufgefunden und nachträglich mit der Erfahrung korreliert werden. Die Relativitätstheorie leitet ihren Wahrheitsanspruch primär aus der behaupteten mathematischen Harmonie der Natur ab, die sie in der Lorentz-Invarianz der Naturgesetze in allen Systemen ausgedrückt findet. Was aus der Invarianz folgt, ist automatisch wahr. Aus der mathematischen Struktur der Welt, die er erschaut zu haben glaubt, leitet Einstein Voraussagen über physikalische Phänomene ab. Die mathematische Physik Einsteins läßt sich bis auf Platon und Pythagoras zurückverfolgen. Das Mittel der Naturerkenntnis ist die Frage nach den mathematischen Beziehungen der Dinge, nicht nach ihrem Wesen. Die Relativitätstheorie wird als die richtige Beschreibung der Natur erklärt.

 

Die Kritik erwidert, daß die Relativitätstheorie keine Natur beschreibt, sondern eine mathematische Konstruktion auf Grund vorgegebener philosophischer Axiome. Sie setzt mathematische Beziehungen mit physikalischen gleich und sieht von den qualitativen Wesenszügen der Dinge ab. Sie macht aus heuristischen Formeln ein philosophisches System. Sie ist mit der Annahme objektiver Dinge nicht vereinbar und öffnet die Tür für ein magisches Denken. Die Relativitätstheorie wimmelt von inneren logischen Widersprüchen. Der Gebrauch von Gedankenexperimenten zur Theorienbildung widerspricht der maturwissenschaftlichen Methode. Die Relativitätstheorie, fährt die Kritik fort, ist formal, spekulativ und phänomenalistisch. Sie ist reiner Mathematismus. Bei seiner Grundthese, daß Raum und Zeit experimentell definiert werden müssen, vergißt Einstein, daß alle denkbaren Experimente schon in Raum und Zeit stattfinden und daher eine Definition von Raum und Zeit voraussetzen. Diese Definition ist Sache der Philosophie und nicht der Physik. Die subjektivistische und impressionistische Erkenntnismethode Einsteins verwischt den Unterschied zwischen Schein und Wirklichkeit. Zum größten Teil ist die Relativitätstheorie eine Physik imaginärer Vorgänge.

 

In Zusammenhang mit einer zum Irrationalen neigenden Zeitströmung hat die Relativitätstheorie dazu beigetragen, den Glauben an die naturwissenschaftliche Sicherheit zu erschüttern. Man hat aus ihr eine Relativierung aller wissenschaftlichen Erkenntnis gefolgert. Unter den Philosophen hat sie Anhänger fast nur in der neopositivistischen Schule. Im Publikum ist sie dank jahrzentelanger Progagierung und durch die von ihrem mystischen Gehalt ausgehende Faszination weithin bekannt geworden. An Kritik hat es von Anbeginn nicht gefehlt. Sie ist neuerdings im Zunehmen, doch findet sie längst nicht die Publizität wie die relativistische Literatur. In die Diskussion um die Relativitätstheorie mischen sich besonders seit 1933 unverkennbar zeitgeschichtliche und weltanschauliche Untertöne. (vergl. W. Theimer, Die Relativitätstheorie. München und Bern 1977)

 

Soweit der berechtigte wissenschaftliche Einwurf gegen eine Theorie, bei der es keinen festen Bezugspunkt mehr gibt, weil eben alles relativ geworden ist. Durch diese Relativierung wurde denn auch einer ungeheuren Abwertung aller festen bestehenden Systeme und vor allem auch der festen unbeugsamen Moral Vorschub geleistet. Es ist daher nicht von ungefähr, daß sich Einstein für den Bau der Atombombe eingesetzt hat.

 

So ähnlich lieblos wie diese Zweige der Physik mit der Licht-, der Raum-, der Hochenergie- und Atomtechnologie-, so ähnlich handeln auch die Biologen und Chemiker, die dasselbe auf ihre Art versuchen, indem sie die menschlichen Gene manipulieren, um letztlich einen Mensch zu klonen. Sie lieben im Licht nicht die geistige und ewige Liebe, sondern sie lieben das Licht nur mehr in seiner materiellen Ausprägung. Sie lieben also die Lichtquelle selbst nicht, wollen auch vom Äther nichts wissen und lieben darum das Licht quellenlos. Sie lieben damit das Transportmittel Gottes innerhalb unseres Raumzeitgefüges mehr als seinen Inhalt, mehr als Gott selbst. Sie lieben diese Illuminationshülle, während sie von Gott selbst nichts halten, weil sie von seiner Nächstenliebe nichts halten, weil sie im Kern noch ziemlich haltlos gegenüber Seiner Liebe sind. Aber das muß nicht immer so sein.

 

Eine wahrhaft nächstenliebende, christliche Wissenschaft würde auf sanfte und umweltschonende Sonnenenergie setzen, die jeweils für den einzelnen Haushalt völlig dezentral eingesetzt würde. Es wäre mithin das genaue Gegenteil einer gigantischen zentralistischen Atomtechnik, welche Energien aus der Zerstörung heraus gewinnt. Ob es nun Verbrennungsmotoren, Kraftwerke oder sonstige großtechnologische Einrichtungen sind, immer basieren sie auf dem Prinzip der zerstörerischen Explosion. Hierbei werden enorme Energien nach außen freigesetzt, die in ihrer zerstörerischen Kraft so stark wirken, daß sie nur mit einem äußersten Aufwand wieder eingedämmt-und davon nur Bruchteile nutzbar gemacht werden können. Dieses Explosionsprinzip ist ebenfalls primitiv und könnte schon längst durch die sanftere Art der Implosion abgelöst sein. Bei der Implosion werden die Ressourcen so angezapft, daß sie die Substanzen, sei es der Atomkern oder dessen Elektronen oder sonst was, nicht gewaltsam erschüttern, zerreißen und hinwegsprengen, sondern sie behutsam aufladen und erregen, um dieses aufgeladene Potential langfristig zu nutzen. Die Solarzellentechnologie z.B. oder die Magnetfeldtechnik, aber auch das Prinzip der Informationsübertragung arbeiten so. Viktor Schauberger hat dies schon vor ca. 60 Jahren mit seinen Wasserversuchen in Österreich und Kanada bewiesen. Ebenso die Grander-Technologie aus Österreich. (belebtes Wasser)

 

Die Implosionstechnik arbeitet nicht gewaltsam, sondern bewegt sich nach innen auf den Kern zu. Wenn Viktor Schauberger seinerzeit sagte: “Ihr bewegt falsch!” so meinte er damit dieses nach außen hinwegschleudernde Prinzip sei falsch, weil es das zerstreuende wäre. Das “richtige Bewegen” sei mehr die sammelnde Funktion, die sich nach innen konzentriert. Erst wenn man gesammelt hat, kann man etwas abgeben. Sammeln kann man alles Mögliche, aber dies soll man nicht im Sinne von behalten auch für sich horten, sondern zum Prinzip soll man für andere sammeln. Richtig bewegen tut man sich, wenn man sammelt, um es für andere zu nutzen. Dann bedeutet das Sammeln die reine Nächstenliebe. Heutzutage gibt es diese nächstenliebende Technik allerdings noch nicht, jedenfalls nicht offiziell. Nikolai Tesla, der ebenfalls diese Sammeltechnik benutzte, ist ja offiziell aus dem wissenschaftlichen Geschichtsbuch gestrichen worden und taucht nur mit ziemlich “banalen” Erfindungen, wie z.B. der Drehstromkraftübertragung oder der Tesla-Spule auf, ihm zu Ehren wird die Magnetkraft in Tesla angegeben, während seine sehr viel wichtigeren Erfindungen für geheim erklärt wurden. Es ist auch kaum bekannt, daß Tesla seinerzeit empört den Nobelpreis ablehnte, weil sein Intimfeind Edison ihn zusammen mit ihm erhalten sollte.

 

Jedenfalls ist das Prinzip des Versammelns, um das Innere zu stärken, kein ausschließlich technisches, sondern betrifft wieder den ganzen Menschen. Man findet es in der Yoga- Technik, im autogenen Training, in der christlichen Kontemplation, in der intellektuellen Konzentration, im Taize ´, in der Lehre vom inneren Wort, kurz man findet es überall dort, wo es um die Steigerung der Moral, der Gesundheit oder der Geisteskraft geht. Aber dort, wo es zur Steigerung des Eigennutzes dient, um es nur für sich zu haben, hortet man es und zerstreut es dadurch geistig, weil man durch Eigennutz seinen inneren Kern nur wieder schwächt. Darum ist der Eigennutz im höchsten Maße zerstreuend. Aber was sammelt oder zerstreut er eigentlich?

 

Bleiben wir bei der Wissenschaft so müssen wir feststellen, wie sie nicht die Liebe, sondern die Weisheit zusammenhanglos sammelt, weil sie nicht mehr an der Liebe Gottes gebunden ist. Das Wissen schafft materielles Licht und beleuchtet damit ihre Objekte der Leidenschaft, die darum trotzdem dunkel und zusammenhanglos bleiben. Leidenschaftslos zwar, soweit es sich um die wahre geistige Liebe handelt, denn die hat sie nicht, aber leidenschaftlich im Sinne des kalten materiellen Weisheitslichtes. Also sammelt sie kaltes Licht und zerstreut dadurch ihre heiße Liebe zu Gott. Sie sammelt Licht und zerstreut ihre Liebe, weil sie ihr gesammeltes Licht nicht mit der darin gefundenen Liebe zusammenbindet. Dadurch zerstreut sie ihr Licht innerhalb des Raumes und der Zeit, stößt endlich an dessen Barrieren, will jedoch, anstatt endlich demütigst zurückzukehren, dann doch lieber in aller Hochmut diese Barrieren einreißen, protestiert gegen Gott und fabuliert sich dann in die schon besprochenen Hypothesen der Zeitreisen hinein. Dadurch erkennt sie Gott nicht mehr, sondern setzt an seine Stelle die geliebte Wissenschaft der kalten Liebe. Dadurch bleibt sie kalt und fremd, dadurch bleibt, wer nicht in Liebe sammelt, um es den Liebenden zu geben, ebenfalls kalt und fremd.

 

Wenn wir nur auf unsere moderne Technik und die anderen wissenschaftlichen Errungenschaften schauen, so sehen wir die Parallele. Wir sehen in den Krankenhäusern die kalten Apparate, die den Menschen fremd bleiben. Wir sehen kalte Mediziner, die vom Herzen weg auf und in die weit entfernten Organe schauen und ebenfalls zerstreuen, da doch alle Krankheiten im Kern Liebesdefizite sind, die aus der Entfernung zum Schöpfer resultieren. Je weiter man sich dabei den Schöpfer und dessen Gebote hinwegphantasiert, desto kranker wird man dadurch. Je mehr man sich und je weniger man den Nächsten sieht, desto mehr zerstreut man sich selbst und schwächt damit seinen seelischen Magnetismus. Das mag uns vorerst genügen. Wir werden auch dieses Thema zu gegebener Zeit vertiefen.

 

Wir können deshalb feststellen, daß sich die leidenschaftslose Vernunft der Wissenschaftler ebenfalls verrannt hat, aus der sie aus eigener Kraft nicht mehr herauskommen. Jemand von außen muß ihnen helfen ihre Liebe zu sammeln. Sie müssen erkennen, daß sie nichts im Griff haben, wie alles so fein von ihnen ausgetüftelte aus den Fugen gerät und explodiert. (Explosionsprinzip) Wie selbst ihre so geliebte Lichtwissenschaft, die angeblich Raum und Zeit überwindet, in Wahrheit doch nur wieder vom eigentlichen Leben wegführt. In dieser Situation stellen sie fest, wie sie ebenfalls ein Experiment entweder der unsinnigen zerstörerischen Natur oder den Außerirdischen XE "Außerirdischen" [19] sein können. Plötzlich wird ihnen bewußt werden, wie sie von Kräften abhängen, denen sie nichts entgegenzusetzen haben. Sie werden eine kolossale Todesangst empfinden, weil sie keinen Sinn im menschlichen Leben sehen. Ab diesem Stadium sind sie reif für die Religion, sind sie reif für Gott. Der sich in dem Strudel der Wahrscheinlichkeit befindende intellektuelle Mensch wird sich ganz am Ende Gott zuwenden, oder sich explosionsartig selbst vernichten.

 

Deshalb stellen wir also gegen Ende des ersten Kapitels unsere Anfangsfrage erneut, ob und inwieweit ein Weg ohne Jesus zum Ziel führt? Anders gefragt: Kann etwas anderes außer Jesus (Liebe) die Materie umwandeln?

 

Unsere Antwort lautet: Ohne Jesus gibt es keine Umwandlung und gibt es keinen Weg diese Umwandlungs-Sehnsucht zu mildern!

 

 

 

1.6 Die politische Sehnsucht

 

Das vorher Erwähnte mag ja einleuchtend sein, aber wir haben es in unserer Realität ja nicht nur mit einzelnen Menschen zu tun. Wir haben es vielmehr mit einer Masse von Menschen zu tun, die in irgendeiner Weise organisiert sind und durch diese Organisation den einzelnen Menschen in eine bestimmte Richtung drängen.

 

Die Religion drängt die Menschen, sie sollten an Gott glauben, die Wissenschaft drängt die Menschen unbewußt, dieser unbewiesenen Religion nicht zu trauen. Der Staat drängt die Menschen dazu, sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen, um ihn die nötigen Steuern zu bezahlen, die er wiederum für die Allgemeinheit braucht.

 

Wir haben also drei große Hauptstrukturen, denen der einzelne Mensch unterworfen ist und denen er nicht ausweichen kann. Wählt er die Religion, so hat er sich doch noch dem Staat zu beugen und muß auch vor einem Wissenschaftler bestehen können. Wählt er die Wissenschaft, dann sollte er trotzdem noch religiös sein und muß ebenfalls dem Staat dienen, während ein Staatsdiener beiden dienen sollte, aber nicht die Interessen seines Staates als Körperschaft vernachlässigen darf.

 

Diese drei Institutionen stehen entsprechungsmäßig für den Körper (Staat), der ihm seine Sicherheit garantiert und ihn vor Unbill schützt. Hat der Staat einen fähigen Grenzschutz und ein gut organisiertes Militär, dann ist es ein effizienter Staat, der seine Wissenschaft und Religion auch vor äußeren Angriffen schützen kann. Hat er eine fähige Polizei und eine effiziente Verwaltung und Gerichtssprechung, so kann er ihn auch vor innerer Zersetzung (Insubordination) schützen.

 

Die Wissenschaft steht für den Lichtanteil, steht für die Fähigkeit sinnvoller und logischer Überlegung, die wie das Licht nach außen gerichtet ist. Die Religion steht für die Liebe, die Nächstenliebe und wirkt damit wie die Wärme nach innen, um sie immer weiter zu konzentrieren. Durch diese Wärmekonzentration soll das ausgesendete Licht verstärkt werden, um es letztlich mit seiner Quelle zu verbinden.

 

 

Insgesamt haben wir dann einen Staatskörper, haben die Wärme und das Licht, weshalb dieser Staatskörper denn auch schon lebensfähig ist. Der einzelne Mensch steht also innerhalb dieses Staatsgebildes und hat seine spezifische Funktion. Wenn es, wie wir vorher herausgearbeitet haben, zu allererst auf die Liebe des Einzelnen ankommt, so ist es hier in diesem Staat auch nicht anders. Nur heißt diese Einzelliebe hier Nächstenliebe, obwohl sie im Prinzip eigentlich dasselbe ist. Der Staatskörper lebt also nur aus seiner Nächstenliebe heraus und so wie diese beschaffen ist, so ist der Rest des Staates beschaffen, so sind die Einzelnen beschaffen.

 

Solch ein Staatskörper ist deshalb auch ein höchst lebendiges und offenes Gebilde und darum auch ein höchst dynamischer Prozeß. Damit er jedoch lebensfähig bleibt, braucht er gewisse Regularien, braucht er Prinzipien, braucht er Gesetze, die zur maßgebenden Norm werden und durch entsprechende Sanktionen unterstützt werden.

 

Innerhalb der Staatskörperschaft heißen sie also Gesetze und verköpern damit einen gewissen Zwang. Innerhalb der Wissenschaft heißen sie Axiome und sind nur theoretische Grundlagen, und innerhalb der Religion heißen sie Gebote. Sie sind also in der Staatskörperschaft, also im Körper selbst reine Gesetze, während sie in der Religion nur freiwillige Gebote sind, da der Geist nicht geknebelt werden darf. Der Geist der Wissenschaft dürfte auch nicht geknebelt werden, aber er hat sich von den Geboten schon wieder zu weit entfernt und hat deshalb auch schon mehr den Zwangscharakter von Gesetzen angenommen, er ist mithin dogmatisch geworden. Die Beziehungen aller drei zueinander sollten nicht dogmatisch, sondern harmonisch abgestimmt sein. So sollten die Gesetze (Sittengesetz) natürlich auf die Morallehre und die Prinzipien der Wissenschaftler ebenfalls auf die Nächstenliebe beruhen, so daß es aus nächstenliebender Sicht keine Tierversuche geben kann, da man nicht helfen kann, indem man ein Wesen dafür quält. (Das entspricht nicht der Nächstenliebe, sondern besteht nur aus dem Nutzeffekt heraus, bei welchem der Zweck die Mittel heiligt).

 

Diese trilateralen Beziehungen zwischen Staat, Wissenschaft und Religion würden im Idealfall durch die undogmatische Nächstenliebe geregelt-, werden heutzutage jedoch in der Staatspolitik, der Staatskunst geregelt, die, damit sie erfolgreich ist, auch sehr nächstenliebend sein müßte, um den Nutzen aller vor Augen zu haben. Denn alle zusammen bedingen erst den Staat und werden in ihrer Effektivität nur von der waltenden Nutzwirkung für alle (Nächstenliebe) zusammengehalten. Die Nutzwirkung für einige wenige ist dann der pure Egoismus und ist dann das Gegenteil von dieser Nächstenliebe.

 

Wenn diese Religion aber keine wärmende, sondern nur eine kalte aus dem angewandten Egoismus heraus ist, dann wird die Staatskunst ebenfalls mehr vom egoistischen Nutzdenken als von der hohen Ethik der Nächstenliebe heraus bestimmt. Die Ethik als Gradmesser der Moral ist der Grad der angewandten Nächstenliebe, die natürlich auch der Staat gegenüber seinen Bürgern walten lassen muß. Deshalb sinkt die Ethik, wenn die Religion erkaltet, damit sinkt aber auch die Nutzwirkung für jedermann, damit nimmt der Nutzeffekt für einige wenige zu und dadurch reduziert sich wiederum die trilaterale Beziehung zu einer dualen Beziehung zwischen dem einzelnen Egoisten und dem Staat. Die Gemeinschaft als beseelte Größe fällt in der Betrachtungsweise des Egoisten heraus, damit fällt die Seele heraus, weshalb ihm dann auch die Nächstenliebe als seelenstärkender Faktor nichts mehr gilt. Denn erst die Nächstenliebe ist der Schöpfer der Gemeinschaft, da sie Seele um Seele harmonisiert.

 

In einer trilateralen Beziehung bekommt der Staat (Kaiser) was des Staates (Körper) ist, und die Religion (Seele) was der liebende Geist, was Gott, was also die Nächstenliebe ist. Ist der liebende Geist also vorhanden, dann bekommen beide etwas. Ist er nicht da, so bekommen beide im Grunde genommen nichts, denn der Staat mag zwar Steuern bekommen, aber ohne den nächstenliebenden Anteil sind sie nichts wert, weil diese Steuern dann ja auch nicht mehr für alle, sondern nur noch für einige ausgegeben werden und der Körper, ohne vom Geist gesättigt zu sein, sich im Prinzip übersteuert.

 

Darum hängt die Lebensfähigkeit eines Staatsgebildes von der Nutzwirkung für sein Volk ab, weil nur sein Volk ihm diese Nutzwirkung im Sinne der Nächstenliebe auch freiwillig gibt, während dies fremde Völker innerhalb seines Staatsgebildes nur tun, wenn sie genug Nächstenliebe haben, was allerdings sehr selten der Fall ist. Es wäre nur dann der Fall, wenn die fremden Völker diesen Staat auch lieben könnten.

 

Also muß die Politik als Staatskunst ein Interesse daran haben, daß der Grad der Nächstenliebe nicht erkaltet und muß deshalb auch sehr eng mit der Religion zusammenarbeiten und muß das Volk beseelen können, während sie es mit der Wissenschaft nicht so dringend bräuchte. Vertauscht diese Staatspolitik jedoch die Beziehungen und wendet sich mehr dem Licht der Wissenschaft als der Liebe der Religion zu, so arbeitet sie gegen ihre eigenen Lebensinteressen und reduziert die Nutzwirkung für jedermann. Sie sammelt dann nicht, sondern sie zerstreut! Wäre die Wissenschaft allerdings im Besitz der Liebe Gottes, dann wäre es letztlich egal. Aber so wie es auf Erden ist, können wir das nirgendwo sehen, da diese nächstenliebende Wissenschaft noch nicht existiert.

Wenn der Staat kein ausgesprochen religiöser Staat im Sinne der Nächstenliebe von Jesus ist, dann ist er auch keine Gemeinschaft mehr, und dann kann er keine große zeitliche Wirkung haben und kann niemals lange bestehen. Denn erst in der Gemeinschaft werden die magnetischen Kräfte aller vereinheitlicht und werden wieder an ihre Quelle angeschlossen (Beseligung). Sämtliche Staatsgebilde, die einen langen Bestand hatten, waren und sind auf der Nächstenliebe gegründet gewesen. Erst dann, wenn die Staatskunst als Politik dem nicht mehr Rechnung trug, weil sie die Nutzwirkung für alle zugunsten einiger reduzierte, erst dann wurde der Untergang dieses Staatskörpers eingeläutet, der die Gemeinschaft nicht mehr förderte, der nur noch gemein wirkte.

 

Also gilt für einen Staat genau dasselbe, was für einen einzelnen Menschen gültig ist: Es ist nur die Liebe Gottes, die einen leben läßt.

 

Während der Einzelne seine Lebensführung dahin ausrichten muß, muß es der Staat und dessen Organe durch seine politische Tätigkeit ebenfalls tun. Er muß sich nicht irgendeiner liebekalten Religion unterwerfen, sondern er muß seine Prinzipien fest auf den Boden der Nächstenliebe gegründet haben. Die Nächstenliebe des Staates muß in seinen Gesetzen als der Grund dieser Gesetze verankert sein. Die Nächstenliebe muß damit im Grundgesetz verankert sein, damit sie das Volk beseelen kann.

 

Sollte eines Tages die Zeit kommen, wo die Nächstenliebe innerhalb der Grundgesetze herausgefiltert wird, indem diese Grundgesetze einfach geändert werden, dann kann selbst der höchstentwickeltste Staat nicht mehr lange existieren.

 

Die Nächstenliebe innerhalb der Grundgesetze ist also das Fundament, auf dem das ganze Staatsgebäude gegründet ist. Sinn und Zweck einer geheimen als auch der offenen Staatskunst muß es deshalb sein, diese verfassungsmäßige Nächstenliebe im Mindesten zu erhalten. Dazu sind einige Prinzipien zu verteidigen, welche man als Axiome nicht in Frage stellen darf. Diese Grundprinzipien sind z.B.:

 

1.      Du sollst deinem Staat wohlgesonnen sein.

2.      Du sollst deine Staatsführung so betrachten, wie ein gehorsames Kind seinen Vater betrachtet.

3.      Jeder Staatsbürger ist vor dem Gesetze gleich.

4.      Jede Gesetzesübertretung ist Diebstahl, ist ein Raub der Nächstenliebe und wird durch Strafe sanktioniert.

5.      Du sollst die Staatsdiener nicht töten, weil du damit die Gemeinschaft schwächst.

6.      Die Beziehungen untereinander müssen im Sinne der Nächstenliebe erfolgen (das bedeutet konkret, die Nutzwirkung einer Tat darf nicht dem Einzelnen zugute kommen), weshalb man nicht lügen und stehlen darf.

7.      Die Pflichten müssen im Sinne der Nächstenliebe geregelt sein.

8.      Die Freiheit ergibt sich nur dann, wenn die Pflichten im Sinne der Nächstenliebe auch freiwillig befolgt (bevolkt) werden.

9.      Die Nächstenliebe ist der allgemeine Nutzeffekt, den man aus einer beliebigen Tat schöpft.

10.   Die Familie wird besonders geschützt, da sie die Keimzelle des Staates ist und weil sie sich selbst die Nächsten sind.

 

 

Wir können schon das Schema erkennen, was hinter diesen Grundgesetzen zu stehen hat. Es ist die Nächstenliebe, die darum sehr stark im Kontext zu den Zehn Geboten steht. Bevor die Grundgesetze formuliert werden, müßte erst diese Nächstenliebe definiert werden.

 

Das grundlegende Prinzip dieser Nächstenliebe lautet:

 

Was du nicht willst was man dir tu, das füg auch keinem andern zu! Also alles, von dem du willst, das man dir an Gutem angedeihen lasse, das lasse auch deinem Nächsten angedeihen.

 

Deshalb muß man jemand, der z.B. kriminell wurde und damit gegen diese Nächstenliebe verstoßen hat, dreimal abstrafen.

 

1. Einmal, weil dieser, ein Räuber, ein Lügner, Betrüber, Mörder, etc. die Nächstenliebe der Allgemeinheit stiehlt und deshalb ein staatspolitischer Wille besteht, diesen Frevel zu ahnden. Der Staatskörper kann keine Beschädigung seiner staatlichen Souveränität zulassen.

 

2. Weil dieser Räuber, Betrüger, etc. ganz direkt seinem Nächsten schädigt, um einiger zeitlicher Vorteile willen. Es muß ihm klarwerden, wie dieser kleine zeitliche Vorteil sich im Hinblick auf sein längerfristiges Leben nicht lohnt, da er gegen das höchste und lebenseffizienteste Prinzip überhaupt verstößt: Die Nächstenliebe.

 

3. Im Hinblick auf den Räuber selbst, weil er in sich selbst dieses nächstenliebende Prinzip ermordet und deshalb in der Zeit länger leiden muß. Aus diesem Grunde muß die Strafe so gestellt sein, daß sie ihn vor sich selbst schützt.

 

Diese drei Aspekte müssen bei jeder Straftat berücksichtigt werden, wobei das Hauptaugenmerk natürlich wieder der Gesichtspunkt der Nächstenliebe ist. Und hier gibt es eine prinzipielle Entscheidung zu treffen, wer denn so der Nächste ist, den diese Liebe gilt? Ist es der Täter oder ist es das Opfer?

 

Aus der reinen Nächstenliebe ergibt es sich ganz eindeutig, daß dem Staat das Opfer sehr viel näher steht, als dessen Täter; denn es ist ja das Opfer, das unter dem Täter gelitten hat und nun von dem Staat die Wiedergutmachung eines Unrechts fordert. Der Staat ist deshalb in Zugzwang gegenüber diesem Opfer.

 

Erst, wenn die Verurteilung eines Täters über das sichtliche Maß der Nächstenliebe verstößt, erst dann, wird aus diesem Täter seinerseits wieder ein Opfer. Deshalb muß die Nächstenliebe des Täters bei dessen Strafmaß berücksichtigt werden. Hat er keine, dann wird die Bestrafung eben sehr hart sein. Hat er jedoch welche und zeigt er diese durch seine Reue glaubhaft an, dann mildert das automatisch sein Strafmaß.

 

Beugt sich also der Staat seinem eigenen Grundgesetz, dann beugt er sich auch seinen Gesetzen und wird bei seinem Strafmaß weder das Opfer noch den Täter schädigen. Handelt er nächstenliebend, dann werden weder das Opfer noch der Täter auf Rache sinnen.

 

Ein Staatskörper, der auf die Nächstenliebe gegründet ist, basiert damit in seinen inneren Werten auf das Christentum und kann deshalb auch nur christlich sein. Alle christlichen Prinzipien müssen sich in solch einem Staat auch wiederfinden lassen. Das Geld darf nie wichtiger als die Nächstenliebe sein, Zinsen darf es schon gar nicht geben, weil sie dem Raub der Nächstenliebe Vorschub leisten und zutiefst antichristlich sind. Die Kinder müssen eindeutig christlich erzogen werden, sonst gibt es für diesen Staat keine Rettung mehr (siehe Hitlerdeutschland, wo man nicht nur gegen dieses Prinzip verstoßen hatte). Die Religionsvertreter als die Erzieher der geistig-moralischen Werte müssen in den Schulen tätig sein. Das Hauptlehrfach muß die Nächstenliebe (das Christentum und in ihm die Geschichte und die Bedeutung von Jesus Christus) sein, weil die Geschichte des Christentums natürlich die Geschichte der Nächstenliebe ist und man genau sehen kann, wo es innerhalb der Geschichte an ihr brach, z.B. zur Zeit Luthers, zur Zeit Hitlers.

Die Politiker als die Mittler der äußeren Beziehung der Bürger zueinander müssen solches und noch mehr berücksichtigen, wollen sie nicht arbeitslos werden oder Mächten unterliegen, denen sie dann nicht gewachsen sind. Ebenso müssen die Religionsvertreter als die inneren Mittler der Bürger handeln, wollen sie überhaupt noch ernst genommen werden.

 

Schauen wir uns unter diesen Bedingungen einen beliebigen Staat an, dann müssen wir uns eigentlich schon erschreckt fragen, wie er denn überhaupt noch leben kann? Daß die Staaten noch leben, hat jedoch nichts damit zu tun, daß unsere Prinzipien falsch sind, sondern sie beruhen schlicht und einfach auf den göttlichen Gnadenakt. Bei den staatspolitischen Beziehungen der Staaten untereinander kann man diesen Gnadenakt noch genauer sehen. Der Geldfluß ist der einzige Lebensfluß dieser Staatengemeinde. Da mag man noch so viel Geld austauschen, da mag man neue Währungen postulieren, die alten besseren Werte infiltrieren, da mag man handeln und kaufen wie man will, von einer Nächstenliebe schaut da nirgends etwas heraus, eher schon vom egoistischen Konkurrenzdenken. Es gibt, außer den besagten göttlichen Gnadenakt auch keinerlei Grund, diese die Nächstenliebe raubenden Staaten überhaupt noch bestehen zu lassen.

 

Darum kann man ohne Umschweife sagen, die Staaten untereinander sind nur noch abstrakte Gebilde einer temporären Nutzwirkung, die wohl mehr beim Gelde, als bei den einzelnen Menschen liegt.

 

Daran hat aber nur eine blinde und kurzsichtige Politik Schuld, die von ebenfalls blinden und kurzsichtigen Religionsvertretern beklatscht wurde.[20]

 

Wo ist nun innerhalb dieser Politik unsere Sehnsucht? Ist sie überhaupt noch da oder ist sie schon völlig verschüttet? Kann ein europäisches Gebilde diese Sehnsucht des Einzelnen stillen?

Wenn wir innehalten und uns fragen, wo die Sehnsucht abgetrieben ist, dann kommen wir nicht nur als Wortspiel zur Abtreibung hin. Jedenfalls wurde die Sehnsucht zu einem persönlichen Gott dann blockiert, als die Sehnsucht zu unseren Nächsten, unseren Kindern, so völlig blockiert worden ist. Wenn wir zugunsten eigener Kinder auf Urlaub und Karriere verzichten würden und eigene Kinder zeugten, dann hätten wir auf jeden Fall sehr viel mehr an Nächstenliebe als wir tatsächlich haben. Darum haßt eine Gesellschaft, die die eigenen Kinder der Lust wegen abtreibt, die gezeugten Kinder ebenfalls, weil sie dieselbe Lust stören. Und in diesen unseren ungeliebten Kindern stirbt die Sehnsucht nach einem persönlichen Gott ab, da sie uns (die Kinder) von Ihm als Geschenk dargereicht werden, wenn wir dafür auch genügend Nächstenliebe hätten. Stirbt deshalb die Nächstenliebe des Staates, dann stirbt die Nächstenliebe seiner Bürger und damit sterben die Kinder, d.h. sie werden überhaupt nicht geboren, damit aber stirbt auch unsere Sehnsucht und damit beginnt unser Leiden in der Zeit.

 

Wenn wir nämlich Gott nicht liebten, darum nur für uns selbst lebten, dann hätten wir ja nichts, was wir irgendwem weitergeben könnten. Weil wir aber gottlos sterben müßten, so wollen wir wenigstens, wenn schon nicht geistiges, so doch wenigstens weltliches weitergeben und in dieser Situation sind uns die Kinder dann doch noch lieber als sonst wer. Denn wenn man nichts außer sich selbst liebt, so kann man doch noch seine Kinder deshalb lieben, weil sie einem am meisten an sich selbst erinnern. Man möchte dann unbewußt in seinen Kindern weiterleben.

 

Sterben also die meisten Kinder, weil sie durch die Abtreibung erst gar nicht geboren werden, dann stirbt damit auch die Möglichkeit gottloser Menschen, in einem Kinde weiter zu leben, damit stirbt aber auch deren Sehnsucht überhaupt zu leben.

 

Deshalb nimmt die politischerseits so sanktionierte Abtreibung den Menschen tatsächlich ihre Sehnsucht zum Leben. Daran scheitern sie endlich und wollen sich mit adoptierten Kindern oder mit der Einbürgerung fremder Kinder nur trösten,. Auch wenn dies im Einzelnen sehr lobenswert ist, so es in der Masse nur der völlige moralische Verfall eines Staatsgebildes und untergräbt höchst effizient die Vitalität (Lebensfähigkeit) des Einzelnen. Sie rufen dann in Folge nach noch mehr staatlicher Regelung und Sicherheitsgewährleistung auf, um ihre beschädigte vitale Energie zurückzubekommen.

 

Aber die kann ihnen nur der Schöpfer selbst geben.

 

 

 

TEIL I-

 

Allgemeine Darstellung von Religion, Wissenschaft und Politik

 

 

2.0             DIE  STELLUNG  DER  RELIGION

 

 

Wie aus der Einführung ersichtlich, ist die zentrale Frage die Stellung der Religion, weil sie mit der Person Gottes verknüpft ist. Diese zentrale Frage muß jedoch erkannt werden, sie muß aus den täglichen Anforderungen als die Ursache der moralisch-sittlichen Entwicklung begriffen werden. Man unterhält Beziehungen sowohl innerhalb seiner Familie, als auch außerhalb in der Gemeinschaft nur in der Weise, wie man dazu von seinem Religionsbegriff angehalten wird. Darf man z.B. nur einen Ehepartner haben, weil dies einem das Religionssystem vorschreibt, so wird man nicht darüber nachgrübeln, ob man es mit zwei weiteren Partnern nicht besser haben könnte. Es sei denn, dass man nicht mehr in seiner Religion verankert ist. Dann meint man, nicht mehr an das Gebot gebunden zu sein und kann sich nach Belieben mit Ehepartnern eindecken. Selbst wenn, dann ist der Glaube, mit mehreren Partnern glücklich zu sein, auch wieder eine Religion.

 

Somit gibt es Grade von Religionen. Es gibt eine Wertigkeit, inwieweit eine bestimmte Religion den Menschen das bietet, was wir oben mit dem konkreten Ziel der Sehnsucht beschrieben haben. Inwieweit vermag es eine Religion, diesen Menschen, genauer, die Seele des Menschen wieder an seinen Schöpfer anzubinden, um ihn innerhalb des Gnadenstromes zu stellen? Das bedeutet Religion, das ist der tiefere Sinn.

 

Daß wäre eine "hochwertige" Religion, die das Höchste vermöchte, was die Religion erreichen könnte. Die Anbindung, die Verbindung mit Gott schon zu Lebzeiten. Das schlimmste wäre dann, sich schon zu Lebzeiten vom Schöpfer abzunabeln, Ihn zu leugnen, Ihn für überflüssig zu erklären.

 

Nun ist jedoch alles, was der Mensch macht, wie er urteilt, wie er sich gibt, nach wem er sich richtet, wie er seine Liebe äußert, alles das ist nach menschlichen Kriterien bemessen. Der Mensch kann nicht göttlich handeln, wenn er nicht weiß, daß und wie Gott menschlich handelt, bzw. wo Gott und Mensch sich treffen. Der Mensch ist nicht fähig, ohne konkrete Anschauung Gottes Gebote zu übernehmen. Menschlich sein bedeutet automatisch, eine Person als Beispiel, als Lehrer, als Erzieher zu haben, zu kennen, und sich nach ihr zu richten. Wenn man sie, bzw. die Ziele, die sie vertritt liebt, dann kann man durch diese Person auf eine höhere Stufe der Erkenntnis und der Moral gehoben werden. Aus diesem Grund ist das höchste Religionssystem für den Menschen jenes, welches ihn ein konkretes und lebendiges Beispiel Gottes vermittelt. Das Religionssystem mit einem Vermittler, mit einem Messias, mit einem personalen Gott gibt die Richtschnur seines Handelns vor, und kann ihn auf die höchste Stufe der Liebe, der Erkenntnis und der Moral heben. Der Mensch wird damit zunehmend Gott gleich. Der Mensch als klar begrenzte Person, kann sich dann der Person Gottes nähern.

 

Der Begriff Person Gottes impliziert, daß Gott personal zu ergründen ist. Er muß sich also menschlich, d.h. persönlich darstellen lassen. Das ist der erste bedeutende Kritikpunkt, den z.B. das Judentum den Christen vorhält. Das Christentum antwortet darauf mit der Person JESU.

 

Gott zu ergründen gilt im alttestamentarischen Sinne als frevelhaft, gilt als ketzerisch. Und doch kann man Gott nur begreifen, wenn man über Ihn nachdenken darf. Als das allesbestimmende Wesen, das Er nach dem Christentum, dem Islam und dem Judentum ist, muß Er über Eigenschaften verfügen, die Ihn bestimmen lassen. Weder das Judentum, noch der Islam sind nun aber bereit oder auch nur in der Lage, über Gott konkrete Reflektionen anzustellen.

 

Sie lassen Gott in einem geheimnisvollen Kosmos weit hinter den nebulösen Sternen thronen, damit nur ja kein Mensch auf die dumme Idee kommen mag, in eine nähere Beziehung zu seinem Schöpfer zu treten. Dadurch bleiben sie, die Priester, allein im Besitz der Mittlerrolle zu Gott. Der Mensch kann sich dann nur über sie Gott nähern. Auch heutzutage denken die Vertreter der christlichen Kirchen zu wenig über Gott nach und handeln deshalb unisono wie die oben aufgezählten Religionssysteme. Auch sie haben einmal eine tiefe Scheu davor, Gott dem Menschen näherzubringen, zum anderen haben sie Angst, weil hiermit ein Machtverlust verbunden ist.

 

Das war aber nicht immer so. Zur Zeit Jesu wußte man durch dessen Belehrungen z.B. schon, wie es sich mit Gott und seinem Willen, seiner Absicht uns Menschen gegenüber verhielt. Leider wurde dieses Wissen im Verlauf der Zeiten völlig entstellt, und zum Teil auch nicht mehr verstanden.

 

Deshalb müssen wir endlich wieder lernen, uns über Gott und das was Er will, Gedanken zu machen. Das beinhaltet aber auch, sich über die räumliche Struktur und seine Eigenschaften zu unterhalten. Wenn denn alles was uns umgibt Gott ist, dann muß der Raum und dessen Atome, Moleküle, Seine Eigenschaften genauso widerspiegeln, wie wir Menschen es tun. Wenn auch in unterschiedlichen Intensitäten. Das, was die Physiker praktizieren, ist in diesem Sinne die angewandte äußere Religion, ist ein winziger Teilaspekt innerhalb der Religion. Man kann nicht die Eigenschaften der Materie oder des Raumes untersuchen und Gott außen vorlassen. Alle Wissenschaften sind nur äußere Methoden der Religion, sind nur äußerlich, weil die nicht zum Kern, weil sie nicht zu Gott selbst kommen.

 

 

2.1 Jesus als dreidimensionaler Gott

 

Der Raum verfügt über die bekannten drei Dimensionen. Gott wird natürlich über unendliche verfügen. Für uns relevant ist nur der Sachverhalt, daß Er sich uns Menschen dann eben nicht in Seinen unendlichen Dimensionen, sondern nur in Seiner reduzierten Form gemäß den drei Dimensionen zeigen muß. Will sich uns Gott verständlich machen, dann muß Er das in der Form tun, wie wir als von Ihm geschaffen es auch verstehen. Wir verstehen momentan nur drei Dimensionen, deshalb unterliegen wir momentan auch genau diesen.

Deshalb ist die erste Bedingung, die wir an Gott stellen, wenn wir Ihn uns menschlich begreiflich machen wollen, daß Er sich uns in den bekannten drei Dimensionen zeigt.

 

Er muß sich quasi aus Liebe für uns in ein dreidimensionales Korsett zwängen, damit wir Ihn lieben und verstehen lernen können, damit wir ein Vorbild haben.

 

Darüber müssen wir uns Gedanken machen. Gott muß sich dann von uns in eine räumlich Struktur zwängen lassen, die für Ihn äußerst banal sein mag, die für uns aber die einzige Chance ist, Ihn zu verstehen. Wir verstehen zuerst aber nun nur menschlich–körperliches. Geistiges können wir nur soweit erfassen, wie es sich uns materiell mitteilt. Denn auch unser Geistiges teilt sich über unseren Körper mit. Unser Körper ist damit der Schnittpunkt, der Brennpunkt unseres Geistes.

 

Dann muß uns Gott einen Weg zeigen, wie wir aus diesem dreidimensionalen Gefängnis herauskommen, wie wir es überwinden, wie wir den Tod überwinden.

 

Der Raum als Gott verfügt über Unendliches, aber speziell für uns Menschen nur über die drei erwähnten Dimensionen. Diese drei Dimensionen reduzieren den Raum zu einer endlichen Größe, während Gott selber unendlich ist. Gottes Unendlichkeit ergibt sich ganz logisch aus der Tatsache, daß er Geist ist. Geistiges unterliegt nicht den rämlichen oder zeitlichen Begrenzungen, wie das innerhalb unserer Dreidimensionalität der Fall ist. Als unendliche geistliche Größe wird Gott aber anders wie dieser materielle Raum über unendliche Brennpunkte verfügen. Überall ist Gott im Mittelpunkt. Jener unendliche Raum ist also der geistige Raum, ist der Gesamtaspekt Gottes dort. Hier, im geistig reduzierten, materiellen, dreidimensional verkürzten Raum, kann Gott auch nur über einen materiellen Brennpunkt verfügen, der jedoch weder der Zeit noch diesem Raum unterliegt, denn sonst wäre es nicht Gott.

 

Diesen Brennpunkt können wir uns nicht anders als in einer dreidimensionalen Form vorstellen, innerhalb derer der unendliche Geist Gottes ist. Gott mußte also Menschengestalt innerhalb dieses dreidimensionalen Kerkers annehmen. Damit ging er weit über die Vorstellungen des alten Testamentes hinaus und deshalb beginnt mit Jesus die neue Zeitrechnung, weil der Gottmensch Jesus der Herr der Zeit und des Raumes ist. Was fehlt, ist die neue Zeit- und Raumrechnung, die den Eingeweihten allerdings schon seit ca. 150 Jahren zugänglich gemacht wurde 21. Die menschliche Gestalt bleibt damit das einzige Nadelöhr, um von der materiellen zeitlichen, in die geistige unendliche Schöpfung überzugehen.

 

Wenn wir Gott in Seinem Mittelpunkt scheinbar auf Jesus reduzieren, dann haben wir den ersten und damit größten Schritt getan, um uns Gott zu nähern. Aber vor diesem Schritt tat Gott für uns den ersten Schritt und nahm diese menschliche Gestalt an. Deshalb handeln wir weder eigenmächtig, noch frevelhaft bzw. ketzerisch, wenn wir über dieses Thema unsere Überlegungen äußern. Wir handeln gemäß dem Hinweis Jesu, daß der Weg zu Gott nur über Ihn gehen kann. Genau das wollen wir hiermit nachvollziehen.

 

Wir reduzieren ja Gott nicht auf uns endliche Menschen, wie das von vielen sehr falsch verstanden wird, denn es ist ja Sein Geist, der unendlich ist. Nein, Gott selbst hat diese räumlich und zeitlich begrenzte Form deshalb gewählt, damit Er sich durch seine unendliche Liebe bedingt, seinen Geschöpfen gleichmacht und diesen Geschöpfen dann in Jesus zeigt, wie man diesen an sich toten Raum und diese tote Materie mitsamt der Zeit überwindet. Darum ist Jesus letztlich Gott, der sich uns in der Möglichkeit zeigt, wie man es Ihm nachtun soll. “Ich bin der Weg, wer mir folgt, der wird ewig leben!” Damit ist das auch  die einzige Möglichkeit, die Ihn uns näherbringen kann. Was wäre Er denn sonst für ein Vater, wenn die Kinder Ihn nicht sehen, bzw. Ihn sich nicht vorstellen könnten!

 

Wie auch sollte man sonst über Gott sprechen, wenn man Ihn nicht in Seinem Brennpunkt festlegen kann? Hätte denn eine Religion, die dem Sinn nach eine Rückführung bedeutet, denn überhaupt einen Sinn, wenn die Rückführung zu einem personalen Nichts, bzw. zu einem unbestimmten Alles, wirklich alles sein sollte? Oder hätte sie einen Sinn, wenn wir selbst nicht als Person, sondern apersonal als persona non grata, also als nicht gewünschte unpersönliche Form zu Ihm zurückkämen. Was wollten wir denn bei einem Gott, wo wir nicht mit unserer persönlichen Menschenform auftauchen dürfen, wo wir also entmenschlicht, vielleicht als Drachenform auftauchten? Wir sehen schon, zu welch unsinnigen Vorstellungen man kommt, wenn man sich Gott unpersönlich vorstellt. Dann gibt es nämlich in der letzten Konsequenz auch gar keine Seele, die Menschenform hätte. Dann gibt es darüber hinaus auch keinen Gott.

 

Ist denn nicht sogar Kennzeichen eines jeden Heidentums, das es versucht, Charaktereigenschaften verschiedenen Göttern zuzuordnen, sie also personal-, sie zu einer definierten Person zu machen. Das Heidentum hat quasi die Gesamteigenschaften Gottes auf einzelne Götter aufgeteilt. Gott in Seiner Mächtigkeit wurde dadurch gespalten. Genauso gespalten sind allerdings dann auch die betreffenden Menschen untereinander. Die Frage, welcher von allen Götter ist der Mächtigste, wird dabei sehr brisant. Dann müssen eben Götterkriege auftauchen. Weil schlussendlich dabei keiner der Götter gewinnt, tauchte dann das alles bestimmende Fatum auf, welches keiner bestimmten Kontrolle mehr unterlag. Also führt eine Zerspaltung des Gottesbegriffes zum Atheismus, führt zum blinden Schicksal.

 

Beim Atheismus erübrigt sich die Frage nach dem Sinn, die Frage nach der inneren Ordnung der Menschheit. Ein Diogenes in seinem Faß, der faul und träge herumliegt wird dann genauso wichtig wie ein Alexander der Große, welcher ein ganzes Weltreich gegründet hat. Beim Fatalismus, Atheismus werden alle Unterschiede bedeutungslos, weil chaotisch, weil ohne inneren Zusammenhang.

 

Deshalb ist es aus psychologischer Sicht ungeheuer bedeutsam, wenn man sich ein Bild vom Ganzen machen kann. Nur dann kann man Zusammenhänge sehen, nur dann gründet man sein Urteil auf eine Wahrheit, die jeder sofort akzeptiert. Das Bild vom Ganzen ist menschlich, aber in der höchsten, von uns nie erreichbaren Vollkommenheit. Darum auch, um diese göttliche Vollkommenheit, dieses unerreichbare Ideal von den materiellen profanen Menschen nicht mit Dreck zu besudeln, darum sollte sich von Gott als Liebe keiner ein Bild machen.

 

Ist die Menschheit aber weiterentwickelt, dann kann sie das Göttliche innerhalb der Menschenform erkennen, dann muß sie es sogar akzeptieren und mit Staunen annehmen. Vorher galt nur die Phase des Glaubens. Nun aber gilt die Phase des Verstehens.

 

Demgegenüber steht doch nur Moses sein Gebot, sich von Gott kein irgendwie geartetes Bild vorzustellen. Als Elias Ihn aber in der Höhle am Berge Horeb schauen wollte, spürte er nur ein sanftes Säuseln, als Jehova, der Gott des Judentums, an ihm vorüber zog. Man könne ihn nicht schauen und am Leben bleiben hieß es. Das alles bezieht sich nur auf die Vorzeit, auf die alte Glaubenszeit, wo Jesus als der Erlöser noch gar nicht aufgetreten war. Nachdem Jesus jedoch da war und auferstanden ist, kann man so nicht mehr denken, es sei denn man trüge noch die dreifache Decke Mosis, glaubte nicht an diese Auferstehung und wäre demzufolge geistig und seelisch blind. Aber dann glaubt man noch allerhand Unsinn und hat den langen Verstandesweg vor sich.

Die Sehnsucht nach einer menschlichen Vorstellung des unzugänglichen Gottwesens trieb Jesaja zu der Forderung, Gott sehen zu wollen. Dieselbe Sehnsucht ist in allen Menschen vorhanden, damit sind das Alte und das Neue Testament ebenfalls symbolisch im Menschen enthalten, was sich auch schon im Kleinen zeigt. Dann, wenn der typisch westliche Mensch den Tieren, seinem Auto, etc. irgendwelche Charaktereigenschaften unterstellt. Der Mensch vermenschlicht unbewußt die Elemente seines täglichen Handelns. Deutlicher wird es, wenn der Mensch in Gottesfurcht erzogen wurde, dann wurde er im Sinne des alten Testaments erzogen. Aber in eines jeden Menschen Entwicklung kommt es dann zum Bruch mit dieser alttestamentarischen Glaubensphase und er sucht nach Beweisen. Der Glaube allein genügt ihm nicht mehr, da sein Verstand und sein Gefühl mehr als nur einen leeren Glauben wollen. Sie wollen diesen Glauben mit Liebe füllen. Nun sind sie bereit für das Neue Testament, wo diese sehnsüchtig erwartete Liebe nun auch endlich als Jesus auftritt. Der moderne Mensch hat in dieser Situation allerdings seine Zweifel, reagiert wie Judas und verrät seine Liebe, indem er Jesus leugnet.

 

Nun soll dieser moderne Mensch aber andererseits nach dem Ebenbilde Gottes geschaffen sein. Glaubt er nicht an die Liebe Jesu, dann glaubt er natürlich auch nicht an die Schöpfungsgeschichte und vergrößert seine Seelenqualen. Denn die Schöpfungsgeschichte ist doch nur die entsprechungsmäßige Form, wie sich das menschliche Bewußtsein in Beziehung zum Alten- und Neuen Testament verhält und verhalten soll soll.[21]  Glaubt er wie gesagt nicht daran, so kann er das größte Licht nicht innerhalb seines Bewußtseins leuchten lassen und verdunkelt damit nur sein Eigenlicht. In der Genesis heißt es z.B., daß wir als seine Ebenbilder geschaffen seien, somit Träger seiner Eigenschaften sind.

 

Demzufolge müßte Gott für uns ja doch ein personales Zentrum haben, von dem aus Er die ganze Unendlichkeit regieren kann. Dieses personale Zentrum stünde dann zwischen uns Menschenkindern und dem unzugänglichem Gott. Es wäre somit eine Verbindung zwischen uns und dem Schöpfer, der sich uns zeigt. Es wäre ein Messias, es wäre der Messias, der uns aus diesem Kerker der dreidimensionalen Materiewelt hinausführt, um uns zum Ewigen Geistigen zu bringen.

 

Aber hören wir zu diesem Komplex einmal die deutsche Prophetin Bertha  Dudde[22],  wie sie schon 1946 in ihrer Kundgabe Nr. 3651 im göttlichen Auftrag schrieb:

 

Menschwerdung Gottes...

 

Daß Ich in einer menschlichen Hülle auf Erden Aufenthalt nahm, wird ein unlösbares Problem bleiben für die Menschen, solange sie auf Erden weilen, denn niemals werden sie es fassen können, dass Sich der Erhabenste, der Schöpfer Himmels und der Erde, bergen konnte in einem menschlichen Wesen, in einer Hülle, die sonach Begrenzung für diesen Geist von Ewigkeit bedeutete. Niemals werden die Menschen in dieses Mysterium einzudringen fähig sein, selbst wenn es ihnen erklärt wird ihrer Seelenreife gemäß. Es ist dieses Problem der Menschwerdung so geheimnisvoll, und doch sucht Meine Liebe, es immer wieder den Menschen verständlich zu machen, auf dass sie glauben können, was sie glauben sollen, um selig zu werden. In Meiner unendlichen Liebe liegt vorerst die Begründung für Meine Menschwerdung auf Erden. Meine Geschöpfe vermochten nicht mehr den Zusammenhang von sich zu ihrem Schöpfer zu erkennen. Und also wollte Ich Mich Selbst ihnen erkennbar machen, um sie anzuregen, die Bindung mit Mir wiederherzustellen, denn Meine Liebe verlangt ewiglich nach dem, was aus Mir hervorgegangen ist. Und es muß das Verlangen auf Seiten Meiner Geschöpfe sein, soll der Zusammenschluß stattfinden können. Meine Liebe also wollte sich selbst den Menschen nahe bringen, auf dass sie Mich erkannten... Der Mensch ist nur ein Schöpfungswerk in kleinster Miniatur, gemessen an Meiner unendlich großen Kraft ... er würde Meiner Kraftfülle nicht gegenüberstehen können, ohne erdrückt zu werden davon... Ihm musste Ich also gegenübertreten in für ihn fasslicher und ertragbarer Form, um ihm die Möglichkeit zu geben, mit Mir in Verbindung zu treten. Und also kam Ich zu den Menschen als Mensch... Mein Geist, der als geistiger Funke auch in jedem Menschen schlummert, nahm in aller Fülle Aufenthalt in einer menschlichen Form. Die Form also verbarg das Göttliche vor ihren Augen, vor dem sie nicht bestehen konnten, so es in aller Kraftfülle sie bestrahlen würde... Mein Geist füllte die Unendlichkeit aus... Er konnte sich aber auch bergen in kleinster Hülle, weil Mein Geist nicht an Zeit und Raum gebunden ist. Mein Geist benötigte keine Hülle, aber er gab sich eine Hülle Meiner Geschöpfe wegen, die hüllenlos Mich nimmer zu ertragen vermochten. In einer menschlichen Form also brachte Ich Mich den Menschen in schaubare Nähe..........

 

... Der Mensch Jesus nun brachte durch Liebeswirken den Geistesfunken in Sich zum Leben, der Funke entzündete sich zur hellen Flamme, und er zog Mich in aller Fülle in Seine körperliche Außenform, die nun zum Aufenthalt Meiner Selbst wurde. Mein Geist von Ewigkeit ist nicht gebunden an Zeit und Raum, er ist nicht begenzt, er erfüllt das ganze Weltall, das geistige Reich und alle Schöpfungen, er ist überall... folgich muß er auch in einer menschlichen Hülle weilen können, so diese Hülle sein Verweilen darin zulässt insofern, als dass sie sich so gestaltet hat, dass sie nicht mehr verzehrt wird von Meiner Kraft und Liebe... Denn dies setzt Vollkommenheit voraus, die den Menschen mangelte, Jesus aber erreicht hatte auf Erden. Darum konnte der Mensch Jesus mit Mir in engster Verbindung stehen, ohne zu vergehen, während Seine Hülle Mich barg vor denen, die Meine Nähe nicht ertragen konnten, weil sie noch unvollkommen waren. Dennoch konnten sie Mich sehen, aber sie erkannten Mich nicht, sie sahen nur den Menschen Jesus, nicht aber Mich in Ihm. Ich Selbst aber war Mensch geworden, Ich Selbst hatte Mir eine menschliche Hülle gegeben, denn Ich Selbst bin ja der Schöpfer alles dessen, was ersichtlich ist. Daß Ich zu den Menschen kam, hat in Meiner übergroßen Liebe zu ihnen seine Begründung, weil sie Meine Gegenwart benötigten, um wieder zu Mir zurückzufinden. Ich wurde Mensch und nahm als Mensch den Kampf auf mit Meinem Gegner, der Meine Geschöpfe von Mir abdrängen wollte und ihnen jegliche Willenskraft nahm, sich ihm zu widersetzen... Und also kämpfte Ich mit ihm für die Menschen... Und Meine Waffe war die Liebe, die alles besiegt, was sich ihr widersetzt... Ich litt und starb als Mensch für die Menschen, aus Liebe zu ihnen, um den Gegner zu besiegen, dessen Kraft dieser Waffe nicht standhalten konnte, dessen Kraft Ich brach durch die Liebe.

 

 

 

2.1.1 Der Messias und das Religionssystem

 

Wenn wir darauf aufbauend in die Weltreligionen hineinschauen, um etwas Ähnliches wie einen Messias, einen Vermittler, zu sehen, dann finden wir außer im Christentum und Judentum nichts Vergleichbares. Nur daß der Judaismus, der quasi ältere Bruder des Christentums, noch immer auf seinen Messias wartet und Jesus nicht als solchen anerkennt.

 

Jesus ist für diejenigen, welche zum Christentum gehören, der Messias, der Vermittler zwischen Gott und der Menschheit. Ohne hier weiter auf die Einzelheiten eingehen zu wollen, gehen sie von Jesus als das personale Zentrum des unerkennbaren Gottes aus. Es mag ihnen in der Konsequenz nicht klar sein, aber wenn Jesus selbst behauptet, man komme zum Vater nur über ihn, dann bezeichnet er sich damit als das menschliche Zentrum des unerkennbaren Gottwesens. Wenn wir das für uns behaupten, wäre es natürlich eine Lüge und man hat Jesus schon alles Mögliche unterstellt, aber selbst seine größten Kritiker haben nie gewagt zu sagen, er habe irgendwann und irgendwo gelogen.

 

Genauso, wie wir Menschen einen unsichtbaren Geist haben, den wir aber nicht sehen, den wir aber durch unseren Körper hindurch agieren lassen. Unser Körper ist dann das personale Zentrum unseres Geistes. Ohne dieses Werkzeug, ohne dieses Medium könnte sich der Geist uns Menschen gegenüber nicht ausdrücken. Der Geist ist unendlich, weil aus Gott, während der Körper als dreidimensionale Form endlich ist, deshalb vergeht er auch. Andere Religionssysteme waren nie so extrem, Gott förmlich zu einem Menschen zu reduzieren. Aber auch das Christentum machte wieder Abstriche und verschanzte sich hinter dem Begriff, daß Jesus der Sohn Gottes sei, was er selbst übrigens auch mehrmals betont hatte. Nur bezog Jesus das "Sohn sein" auf die zu entwickelnde Seele, die sich durch das moralische System der 10 Gebote von Moses und der 2 Gebote von Jesus erst zu Gott hinorientieren mußte, ihn erkennen und lieben sollte. In diesem Sinne ist der Sohn die Seele, welche sich zum Vater, der Liebe, zu Gott also, hinbewegen soll. In diesem Sinne auch besitzen wir alle eine "Seele", die sich ebenfalls Gottes Ordnung gefallen lassen

Müsste, um den Weg Jesu zu gehen. Weg vom Materiellen, hin zum Geistigen.

 

Aber, wie schon kurz angedeutet, schaffte das Christentum mit dieser von Jesus selbst abgeleiteten Behauptung einen Präzedenzfall, der noch nirgends vorgekommen war. Vorwürfe des Judentums, Jesus sei viel eher ein wahnsinniger Betrüger, der sich die Messiasrolle nur angemaßt hätte, konterte das Christentum anschließend mit Passagen aus dem Alten Testament, aus ihrer eigenen Quelle, sozusagen. (Siehe dazu in „Drei Tage im Tempel – Jakob Lorber)

 

Das Christentum zitierte dem Judentum die alten Texte, die sich eindeutig auf Jesus festlegen ließen. Die Genealogie von Jesus, als Sohn Josefs bis hin zu David ließ sich eindeutig belegen, auch die Prophezeiungen des Jesaja, Elias und anderer Propheten. Außerdem hatte Jesus in Johannes den Täufer seinen Verkünder.

 

Dieser frühchristlichen Strategie hatte das Judentum nichts mehr entgegenzusetzen. Es konnte die neu entstandene Religion nicht mehr an der Wurzel packen. Es mag wohl sehr schmerzlich für die Hohenpriester von Jerusalem gewesen sein, als sie zu ihrem Schrecken feststellen mußten, daß mit Jesu Tod diese "religiöse Erweckungsbewegung" keinesfalls erledigt war. Vielmehr trat sie nach der Auferstehung Jesu triumphal wie der Phönix aus der Asche auf. Das Judentum zerfiel mit dem Fall von Jerusalem und zerstreute sich in alle Welt (Diaspora).

 

Diese christliche Messiasfunktion von Jesus macht überhaupt erst Sinn, wenn wir Jesus als den eigentlichen Gott betrachten, der sich uns Menschen zeigen wollte, zeigen mußte.

 

Das allein erklärt aber nicht die Beziehung, die zwischen dem Schöpfer und uns besteht. Wodurch hängen wir denn mit Gott zusammen? Mit dem Körper wohl nicht, der ist vielmehr ein Hinderungsgrund, um Gott verstehen zu können. Folglich bleibt nur das Gebilde der Seele übrig. Nur mit der Seele sind wir mit Gott verknüpft. Wenn wir bedenken, daß auch nur die Seele die moralische Verpflichtung der insgesamt 12 Gebote hat, diese ihrem Körper einimpfen soll, dann verstehen wir Jesus besser.

 

Schließlich hat Jesus immer wieder auf die Wichtigkeit dieser Beziehung hingewiesen:

z.B. “Was hülfe es Dir alle Schätze dieser Erde zu gewinnen, wenn Deine Seele schaden nähme!” Wir ersparen uns weitere konkrete Angaben und Zitate. Wer bereit ist zu glauben, der weiß es auch so. Für diejenigen, die zweifeln, helfen auch keine noch so ausführlichen Quellen und Zitate! Das dient nur dem Auge! Um nochmals auf die Kernpunkte zurückzukommen, halten wir Folgendes fest:

 

Im Christentum hat Gott ein personales Zentrum in der Person Jesu. (Auch wenn dieser Punkt niemals offiziell herausgearbeitet wurde, aber genau das soll ja der einzelne aufgrund seiner moralischen Entwicklung selbst herausfinden) Jesus ist der Messias, der die Seele mit Gott zur wahren Religion verbindet. Die Seele ist dabei der Sohn aus dem Geist Gottes. Nur die Seele kann und muß sich im Sinne Gottes entwickeln, um Träger von seinem Willen, von seinem Geist werden zu können.

 

Noch mal: Der Begriff der Religion hängt mit Gott zusammen und soll uns zu ihm zurückführen. Wir als Teile Gottes sollen wieder zu ihm zurückkehren. Das bedingt automatisch, daß wir durch irgendetwas von Gott getrennt sind. Dieses Irgendetwas können wir auch präziser fassen; es ist der Körper, es ist die Materie. Wir sind durch unseren Körper von Gott getrennt. Unser Körper kann Gott nicht wahrnehmen. Wäre es anders, bräuchten wir darüber nicht zu spekulieren. Dann hätten wir allerdings auch keine Chance, vor dem sichtbaren Gott zu bestehen.

 

So ist die Unsichtbarkeit Gottes, hervorgerufen durch unsere körperliche Schutzhülle, die einzige Möglichkeit, uns zu Ihm hinzutasten. Wenn uns jedoch der Körper vor Ihm schützt, indem er unseren Sinnen seine Existenz vorenthält, was zieht uns dann aber andererseits wieder zu Ihm hin und läßt Ihn uns in der Person Jesu sichtbar werden? Darauf gibt es die eindeutige Antwort, daß das nur durch unsere Seele geschehen kann. Unsere Seele zieht uns zu unserem Schöpfer hin. Genauer: Gott als Samenkorn in dem Herzen der Seele zieht von dort die Seele zu Ihm hin. Das ist auch die Sehnsucht des "Getrenntes Teiles", welches dort in einer finsteren Hülle eingeschlossen ist.

 

Wenn wir schon eine Seele haben, die uns zu Gott hinziehen soll, dann muß Gott natürlich auch eine Seele haben. Die Seele Gottes ist in dieser Terminologie dann eben Jesus. Dimensionen der Größe sind bei dieser Betrachtung unerheblich, denn sie gelten nur für stoffliche, für körperliche Materie, aber nicht für die Seele, die aus feingeistigen Seelensubstanzen, den Seelenspezifika besteht.

 

Jesus als Seele zieht uns zum Vater, zum Geist, zur Liebe hin. Diese Hinführung ist die "stufenweise Entwicklung" der Seelen, die immer geistiger werden sollen.

 

Deshalb liegt in uns auch die Sehnsucht verborgen, die uns antreibt, nach den Ursachen zu forschen und unsere Herkunft herauszufinden. Diese Sehnsucht ist die Rückführung zu Gott, ist die sehnende Suche, ist die Sucht nach Ihm. Es ist die Suche nach Jesus. Es ist eine Suche, die zur Sucht wird und die von jedem persönlich durchgeführt werden muß. Jeder muß seine eigene Beziehung zum Schöpfer aufbauen. Die Kirche soll den Menschen an diese Suche erinnern, sie soll nicht lockerlassen und sie über Gott aufklären. Aber leider geschieht heute meist das Gegenteil. Über Gott, bzw. Jesus wird der Mantel des Schweigens gehüllt.

 

Die Menschen übertragen ihre Liebe und Sehnsucht zu Gott den Kirchen, die leider ein schlechter Sachverwalter geworden ist. Bei ihren Vorstellungen über Geld verfahren die Menschen jedoch vorsichtiger. Da trauen sie den Kirchen nicht über den Weg. Geldgeschäfte werden ihnen deshalb nicht so leicht aufklären[23].  Die höchst wichtigste persönliche Suche zum Schöpfer aber überlassen sie den Kirchen, z. T. aus Bequemlichkeit und weil sie es für unwesentlich halten. Dadurch treffen sich die Menschen aber zweifach. Einmal wird ihre Sehnsucht durch diese Kirchen nicht weiter artikuliert, sie wird vielmehr blockiert. Zum anderen bleibt für ihre Seelen nichts Helles, Lichtvolles übrig. Sie haben die Religion zu Gott, sie haben die Rückführung unterbrochen. Ausnahmen bestätigen dabei eher die Regel und noch haben gerade viele ältere Menschen dennoch einen Zugang zu Gott und Jesus, aber schon in den Jüngeren sieht es anders aus.

 

Für die Völker insgesamt repräsentiert diese Suche das jeweilige Religionssystem. Wie intensiv die Suche zum Schöpfer ist, wie sehr die Verbindung herbeigesehnt wird, ist an dem Aufbau und der Repräsentanz dieser Religionssysteme zu sehen. Verläuft die Suche im Sand, wird sie zugedeckt, dann kann man bei den Religionssystemen, hier speziell den Kirchen auch pompöses Auftreten, nimbusartige Glorifizierung statt Aufklärung und Unterstützung erkennen.

Bei dieser Suche nach Gott gibt es für die verschiedenen Völker als auch für die einzelnen Menschen verschiedene Stadien der Entwicklung. Angefangen vom puren Triebmenschen, der sämtliche höheren Werte als Hirngespinste erklärt und für den nur der Bauch etwas zählt, bis hin zu einem gotterfüllten Menschen, dessen ganzes Streben nach und auf Jesus zielt. Ein gotterfüllter Mensch, der jedoch nichts vom Messias, nichts von Jesus, nichts von der Seelenentwicklung weiß, ist alles andere, nur eben kein gotterfüllter Mensch, sondern er befindet sich noch auf der unbewussten Stufe. Diese unbewusste, mehr triebhafte Ebene wollen wir ja gerade transparent machen, um den einzelnen die Möglichkeit der Seelenreife zu vermitteln.

 

Diejenigen, welche sich an dieser Stelle über diese Behauptung zu ärgern anfangen, bitten wir um Geduld. Sie mögen bedenken, daß wir ein sehr komplexes Thema in aller Ruhe und Vorsicht entwickeln wollen, um nicht schon im Vorfeld den Faden unserer Absicht zu verlieren. Denn wo wir hinwollen, sind wir noch lange nicht. Deshalb muß eine konsequente Entwicklung der Thematik gewährleistet sein. Denn wie kann ein Anfang ohne Gott zu beinhalten, sich erdreisten eine weite Strecke zu gehen!

 

Aber zurück zum Thema.

 

2.2 Entwicklungsstufen der Menschheitsgeschichte

 

2.2.1 Die gläubige Phase des alten Testaments

 

In unserer Menschheitsgeschichte gab es einmal die Entwicklung unter einem unpersönlichen Gott, wie aus den Schilderungen des Alten Testaments ersichtlich. Hier sind Abraham und Moses die zentralen Gestalten, der gottesfürchtige Glaubensheld und Stammvater der Israeliten, sowie der Gesetzgeber von Gottes Gnaden. In der Gegenwart finden wir die unpersönlichen Religionssysteme wieder z.B. im Islam, entfernt im Buddhismus.

Dieser Zyklus des alten Testaments, von Adam, Eva, Noah, Abraham, Moses bis kurz vor Auftauchen von Jesus bezeichnet die 1. Phase in der Entwicklung der Religion, damit auch des Menschen. Gott war nicht persönlich sichtbar, Gott war noch keine Person. Gott war unser unzugänglicher Schöpfer, den niemand schauen und sehen konnte. Es war die Phase der Gläubigkeit.

Diese Gläubigkeit war gekennzeichnet durch eine absolute Tabuisierung gegenüber der Thematik Gottes. Er existierte für den Menschen und wurde nicht so in Frage gestellt, wie z.B. heutzutage. Der Gehorsam gegenüber Gott fand seinen Niederschlag in dem Gehorsam gegenüber den Priestern, die als die sichtbaren Stellvertreter Gottes fungierten.

Es war vergleichbar mit der Erziehung eines Kleinkindes, welches von seinen Eltern zu sehr geliebt wird. So sehr jedenfalls, daß die Anfangsliebe des Kindes durch diese zu starke Elternliebe überschwemmt werden würde. Wäre Gott jetzt schon sichtbar, dann fehlten das notwendige Korrektiv und auch die notwendige Freiheit in dem Bewußtsein der Menschen, die das Gute selbst erkennen und danach handeln sollen.

Aber den Priestern zu gehorchen, die man dadurch mehr fürchtet als liebt, verdirbt die Gottesliebe nicht, weil nun Gott anstelle der Priester zum notwendigen Korrektiv wird, dann, wenn die Priester abtrünnig wurden und das Volk verführten. So war denn auch die damalige Erziehungsmethode auf dieses System abgestimmt und die Kinder wurden, völlig anders als z.B. bei Freud und den heutigen Pädagogen, in genau derselben hierarchisch patriarchalischen Ordnung des Gehorsams erzogen.

 

Zuerst mußte das Kind also einem sichtbaren Vertreter Gottes gehorchen, der normalerweise von dem Vater symbolisiert wurde. Das Kind sah und spürte natürlich mehr die Liebe der Mutter und hatte eine sehr enge emotionale Bindung zu ihr. Diese natürliche Mutterliebe macht automatisch blind gegenüber Auswüchsen, die dann weder vom Kinde noch von der Mutter korrigiert werden können, schafft andererseits jedoch den Schutzraum, innerhalb dessen das Kind natürlich erstarken kann. Durch den Vater, der in dieser patriarchalischen Struktur den Priester und damit auch Gott vertritt, tritt dann das neue Element der seelischen Stärke hinzu und kämpft gegen jenes der natürlichen Liebe von Seiten der Mutter an. Vater und Mutter befinden sich damit im Widerstreit, weil die natürliche Liebe mit der seelischen Liebe nicht im Einklang ist. Die seelische Liebe führte zwar zur Erzeugung des Kindes, bzw. sie sollte eigentlich der Auslöser dazu sein, aber wenn dieser Auslöser nur die körperliche Liebe als der Ausfluß der natürlichen Liebe war und ist, dann wird die seelische Komponente bedeutend geschwächt und kann nur durch Gott oder dessen Stellvertreter korrigiert und damit geheilt werden. Die natürliche Liebe der Mutter schafft in den ersten Jahren die Voraussetzung zum Wachsen und Erstarken des natürlichen Leibes. Die Muttermilch ist die bedeutendste Komponente dieser natürlichen Lebenskraft. Da jedoch die Triebfeder der natürlichen Liebe die seelische Liebe von Gott (Jesus) ist, muß sie auch im Interesse des Kindes allmählich innerhalb dieser natürlichen Liebe freigelegt und damit befreit werden. Dieser Prozeß der inneren Befreiung von der natürlichen triebhaften Liebe bis zur Umwandlung in die edlere seelische Liebe geschieht allerdings nie freiwillig, weil die naturmäßige Liebe eine besitzergreifende und damit eine herrschsüchtige ist. Weil es im Interesse Gottes, des Kindes, der Familie, der Priester und damit auch wieder Gottes ist, daß bei diesem Liebeskampf zwischen der natürlichen Liebe mit der seelischen Liebe die seelische gewinnt, ist damals der Gehorsam des Kindes eindeutig festgelegt worden. “Du sollst Vater und Mutter ehren (gehorchen).”

 

Damit wären laut diesem Gebot die natürliche Liebe und die seelische Liebe aber nur gleichberechtigt, wenn nicht Moses und die anderen Propheten dem Manne die letztendliche Stellvertreterfunktion von Gott übertragen hätten. Eva wurde somit wieder auf die Rolle der Gehilfin festgelegt. Aber in dieser alttestamentarischen Verfügungsgewalt wurde also nur festgelegt, daß die seelische Liebe vor und nach der natürlichen Liebe kommen muß. Hat z.B. eine Frau selbst genug seelische Liebe in sich, weil sie entsprechend gottgläubig ist, dann wird sie im eigenen Lebens- und Liebeskampf ihre naturmäßige Liebe überwunden und damit in die edlere seelische Liebe verwandelt haben. Dieser Liebeskampf tritt also in jedem Menschen auf, wird aber umso vehementer bei einem Ehepaar und wird erst dann real und zur Gefahr, wenn sich innerhalb eines Kindes die naturmäßige Liebe als die stärkere erweisen sollte. (Kainsmal(defekt) = Judasmal)

 

Genauso kann die seelische Liebe in einem Mann der natürlichen Liebe unterliegen. Solch ein Mann wäre aber damit kein Mann im Sinne Gottes mehr und würde seiner Frau unterliegen und sich damit zu deren Gehilfen machen. Die Frau hätte vor ihm keine Achtung mehr und würde dadurch automatisch die seelische Liebe leugnen, weil sie diese nicht kennen würde. Aber eine normale Frau würde sich auch nicht mit solch einem “weibischen Mann” verehelichen wollen.

 

Also kam in dieser Frühphase der Menschheit das patriarchalische Prinzip deshalb zum Tragen, weil den Priestern als den Stellvertretern Gottes noch geglaubt wurde. Mißtraute man ihnen, dann spürte man damit diesen seelischen Mangel und stärkte damit nur wieder die natürliche Liebe, die ihrerseits glaubt, daß sie ohne Gott leben könnte. Um das zu verhindern, mußte die Glaubensstruktur so stark sein, daß dem Vater dieses Prinzip einfach geglaubt wurde. War das Kind dann alt genug, dann würde es dieses Prinzip entweder verwerfen oder bestätigen und in die neue Liebesphase des Neuen Testaments hinübertreten.

 

So ähnlich war es mit dieser Phase. Als die Menschheit alt genug war um zu entscheiden, wählten sie nicht Jesus als das Sinnbild dieser seelischen Liebe, wählten sie also nicht Jesus als ihren Vater, sondern blieben nur mehr bei der naturmäßigen, der vaterlosen Liebe hängen, die in erster Linie eine fleischliche Liebe ist. Deshalb sagte Jesus seinerzeit diesen Menschen auch, daß er sie nicht kenne.

 

Bevor das Kind (die Menschheit) nun völlig auf die schiefe Bahn gerät, wird der Vater, der natürlich alle Schritte seines Kindes kennt, noch rechtzeitig eingreifen und es zum rechten Weg zurückführen. Er wird seinen verlorenen Sohn aufnehmen. Er kann ihn aber nur dann aufnehmen, wenn der Sohn auch freiwillig zum Vater zurückkehrt, weil er ihn dann als Vater akzeptiert. Gott greift an diesem Punkte der Entscheidung als Jesus ein und behandelt sein abgedriftetes und verlorenes Kind mit der allumfassenden Liebe und heilt es damit. Die Rückkehr des verlorenen Sohnes wird somit zu einem Triumpf der seelischen Liebe und stellt es wieder in den Gnadenstrom.

 

Hier hat das abweichende und verlorene Kind von seinem Vater eine direkte Gegenüberstellung gefordert, ohne jedoch Jesus in seinen Vater zu erkennen, d.h. ohne vorher die seelische Liebe zu erkennen. Das Kind vermag diese Stellvertreterfunktion Gottes innerhalb des Vaters nicht zu akzeptieren, wenn seine seelische Liebe noch zu unterentwickelt ist. Seine naturmäßige Liebe revoltiert dagegen und fühlt sich in seiner Existenzberechtigung beleidigt und verbündet sich dann mit der Mutter. Um das zu verhindern, ist nur in der Vaterliebe die Gottesfurcht enthalten. Diese Gottesfurcht, die das Kind als auch den Menschen zum Gehorsam gegenüber Gott veranlaßt, wandelt sich dann in die gesegnete Gottesfrucht  um.[24]  Hat jedoch ein seelisch notreifes Kind keine Gottesfurcht mehr, dann gibt es später auch nichts, was sich in diese Gottesfrucht umwandeln kann. Das ist auch den damaligen Juden geschehen, als sie im Abschluß dieser ersten gläubigen Phase waren.

 

Das Prinzip des Patriarchats sieht die seelische Liebe des Kindes (der Menschheit) richtigerweise in einer naturmäßigen Dominanz gefangen, die es zu durchbrechen gilt. Gelingt dies nicht, dann gilt das naturmäßige Kind als der verlorene Sohn, weil er die seelische Liebe nicht annehmen will. Von der Rückkehr des verlorenen Sohns spricht man dann, wenn sich dieser wieder zur seelischen Liebe bekehrt. Der verlorene Sohn als die naturmäßige Liebe kehrt dann zum Vater als die seelische Liebe zurück und ist dann ebenfalls seelisch umgewandelt. Das Kind muß natürlich beide, Vater als auch Mutter ehren. Es darf die naturmäßige Liebe nie verachten, da er ihr seine körperliche Existenz verdankt. Aber letztendlich muß es sich der seelischen Liebe beugen. Nur diese Beugung der Natur vor der Seele bedeutet “Patriarchat.” Für uns Menschen ist Gott der große Patriarch und wir sind alle seine verlorenen Kinder. Aber wir glauben es eben nicht, weil wir es im Dunkel (Dünkel) der natürlichen Liebe noch nicht erkennen können.

 

Dieses Erkennen gelingt erst mit der zunehmenden seelischen Liebe des Kindes (der Menschheit) zum Vater. Später kann das nun in seiner Liebe gereifte Kind seinen Vater fragen, wieso er sich nicht von Anfang an gezeigt hatte? Der Vater wird als Jesus antworten, daß er sich doch zu jeder Zeit zu erkennen gegeben hätte. Seine Liebe wäre in jedem Wesen, in jeder Blume, in jedem Grashalm, in jedem Stein, jeder Wolke, jedes Tier, wäre einfach überall enthalten gewesen. Allein das Kind war noch nicht reif, diese hohe Liebe, die das Leben des Kindes trug, zu begreifen. Jesus würde weiter antworten, daß Er die Sehnsucht und die Liebe des Kindes einfach genotzüchtigt haben würde, wenn er sich ihm sofort zu erkennen gegeben hätte, denn durch den Sündenfall sei die menschliche Seele zu sehr geschwächt, um neben ihn bestehen zu können.

 

Das Kind hätte sich eben nicht zur vollen Liebe entwickeln können, hätte nicht zu einer Liebe reifen können, die stark genug wäre, neben IHM als Gott zu bestehen.

 

Aber so über den Umweg über die fremden Erzieher, über den Umweg seiner leiblichen Eltern, die es spürt, die es sieht, wäre die Sehnsucht vorerst gestillt worden, bis sie dann später wieder mit aller Macht aufbräche. So stark jedenfalls, daß das Geistige als hinter allen äußeren Erscheinungen stehend erkannt worden wäre. Jesus hätte gefragt, wie ihn das Kind denn hätte lieben können, wenn es noch nicht einmal den Vater liebte, den es doch sehen konnte?

 

Das Kind hätte daraufhin erst erkannt, wie innerhalb der Materie, die zuerst sichtbar wird, wie hier innerhalb dessen der Geist Gottes webt und lebt und wirkt. Darum konnte und kann Jesus erst kommen, wenn die Grundübung, wenn die Grundausbildung sozusagen vorüber ist. Je nachdem, wie gut das Kind, bzw. wie gut die ersten Menschen ihre gläubige Lektion gelernt hätten, so gut würden sie IHN erkennen.

 

Aber das bedeutet nun nicht, das die Mutter damit die Gegnerin in der Erziehung des Kindes wäre und man ihren Einfluß ausschalten müßte, sondern es sollte nur gezeigt werden, wie gewisse Eigenschaften Gottes sich im Vater manifestieren und dem Kinder zur weiteren Entwicklung nützen. Das die Eigenschaften Gottes sich auch in der Frau als die Mutter des Kindes kundtun braucht eigentlich nicht erwähnt zu werden, denn die nährende Fürsorge, die uneigennützige Opferbereitschaft, die barmherzige Geduld, etc. das sind alles die Garanten im Zusammenspiel mit dem Vater, das das Kind auch alle besten Voraussetzungen erhält um später ein Gotteskind zu werden.

 

Da wir jedoch vom Patriachat ausgegangen sind und die Notwendigkeit dessen herausstellen wollten, wurde in dieser Situation nicht so groß auf die Rolle der Mutter eingegangen. Aber durch die im Verlauf sich verhärtete Priesterschaft ist dieses Patriachat denn auch gescheitert.

 

Weil jedoch der eigenständige Willen des Volkes gebrochen werden muß, genauso wie der Vater den zu früh selbständig werdenden Willen des Kleinkindes brechen muß, um eine Offenheit und gläubige Aufnahmefähigkeit zu erreichen, eben so und nicht anders verfuhr Gott in der ersten Phase der Menschheit, die die Phase des Kleinkindes ist, welche auch diejenige des Glaubens genannt wird. Daran schließt sich später jene Phase des Wissens, die mit dem Protest des Jugendlichen gegenüber seinen Eltern bezeichnet wird.

 

Aber hier in der gläubigen Phase des alten Testamentes sahen die Menschen auch, wie schlecht es den Kindern anderer Eltern geht. Wie es den Kindern erging, die keinen Bund mit Gott geschlossen hatten. Diese Menschen hatten zwar alle Freiheiten, besaßen deshalb aber kein inneres Zusammengehörigkeitsgefühl mehr und besaßen deshalb auch sehr wenig Nächstenliebe. Gott wurde in der Frühzeit deshalb wegen Seiner Strenge gefürchtet, mit der er seine Kinder aus den oben genannten Gründen am Gängelband hielt. Teilweise wurde Er sogar der Grausamkeit bezichtigt. "Jehovas Kriege" sind denn auch 2 Werke, die Moses darüber verfaßt hatte[25]. (Genaugenommen war es nicht Moses, sondern Garbiel und Besediel, siehe HHG )

 

In dieser Phase wollte Gott sich ein Volk heranziehen, daß unbedingt auf Ihn vertraute. Er durfte sich Ihm aber nicht zeigen, weil es unbeeinflußt von Seiner Präsenz sich gegenüber der materiellen Umwelt behaupten mußte. Die Israeliten wurden also am Gängelband des Glaubens gehalten. Hielten sie sich daran, so passierte ihnen nichts. Fielen sie jedoch vom Glauben ab, dann hagelte es Strafen. Sie wurden deshalb von fremden Völkern angegriffen, versklavt, sie verarmten, litten Krankheit und Not, wurden durch die Sündflut vernichtet, etc.

 

Sie hatten nur den Glauben an Gott und die Direktive danach zu handeln. Sie waren jedoch das einzige Volk, das von Gott mit dessen Geist „geimpft“ wurde. Das Volk Israel = Gottesstreiter, war die Keimzelle von der die anderen Völker aus befruchtet werden sollten.

 

Wie die Geschichte zeigte, hatte das jedoch nicht allzu lange geklappt. Trotz der vielen Propheten waren die Juden uneinsichtig, hartherzig, fanatisch gegenüber den Andersgläubigen. Der Glaube alleine trug keine Früchte. Es fehlte die liebevolle Anwendung. Die Juden töteten ihre eigenen Propheten, weil sie ihnen zu unbequem waren und erkannten deshalb auch Jesus nicht. Sie wurden zum verlorenen Sohn.

 

 

2.2.2 Die Phase der Liebe des Neuen Testaments

 

Die 2. Entwicklungsstufe beginnt mit Jesus. Mit ihm beginnt ja auch das Neue Testament. Hier tritt der Messias das erste Mal auf, hier zeigt sich Gott das erste Mal in einer menschlichen Gestalt, die Er eigens dazu geformt hatte.

 

Hier entstehen Begriffe wie Geist, Seele, Körper. Diese unterschiedlichen Formen werden miteinander verbunden. Der Verbinder, Vermittler ist Jesus. Die Menschheit erhält hier ein moralisch-soziales Gerüst (Bergpredigt, 2 Gebote der Liebe, Vaterunser) was sie zur eigenen Seelenentwicklung verpflichtet. Hier entstand als Novum in der Geschichte der Menschheit durch Jesus der personale Gott.

 

Und genau daran scheiden sich die Geister. Das Judentum macht die Entwicklung des Neuen Testaments  nicht mit und bleibt stur bei seinen Doktrinen, es verbleibt deshalb auf der ersten Stufe. (Wohlgemerkt nur die Juden, die an diesen Glauben festhalten) Das Christentum tritt als der jüngere Bruder auf und macht ihm anhand der Person Jesus den Rang streitig. Eine Feindschaft beginnt. Das orthodoxe Judentum verweigerte sich damit den Übergang in die 2. Phase der Liebe, bei welcher sich der Schöpfer Seinen Geschöpfen zeigen kann, weil sie in ihrer starken Liebe nun schon neben IHN bestehen können. Das Christentum übernahm dessen Rolle und erlebte in der Frühzeit eine Renaissance der Liebe, die beispiellos war. In dieser übergeordneten Liebe erkannten die frühen Christen, erkannten die Urchristen, wie der Geist Gottes in der Person Jesu auch in ihnen wirkte.

 

Die enorme Liebesfähigkeit, die sie anders als vorher jetzt besaßen, konnten sie eindeutig als Ausfluß bzw. Einfluß der göttlichen Liebe in Jesus nachweisen. Jesus floß in ihr Handeln und Denken ein und stärkte ihren Geist, stärkte ihre Liebe, stärkte damit ihr Leben.

 

Dieses Denken und Sehnen nach Jesus stülpte eben nicht ihrem eigenen Geist einen fremden Geist über, so wie es  Satan[26]  mit der von ihm initiierten Besessenheit vermochte, und so wie es viele Menschen irrtümlich glauben möchten. Nein, der Geist Gottes fließt durch die praktische Handlung der Nächstenliebe im Sinne Jesu so in den eigenen Geist hinein und belebt ihn, wie das Wasser in der Wüste einen Verdurstenden belebt. Jesus wird und ist damit das lebendige Wasser, von dem er am Jakobsbrunnen in Sichar (Samaria) zur Frau ( Irhael[27]) sprach. Die einzelnen Phasen stellen einmal innerhalb der Entwicklungsgeschichte der Menschheit die aufeinanderfolgenden Reifezyklen dar. Sie gelten global für die einzelnen Völker und charakterisieren die Stellung der Völker zu ihrem Schöpfer.

Ein ganz enger Bezug wird erreicht, indem das Wissen um die Mission und Person von Jesus bekannt wird.

 

Aber unabhängig von dieser globalen Religionserkenntnis gibt es die persönliche Stellung des Einzelnen. Er kann, anders als das Volk, anders als die globale Rasse, kann anders als sein Kulturkreis in dem er lebt, schon das Wissen um Jesus verinnerlicht haben und lebt dann innerhalb seines Volkes als kleinster Geistbringer, lebt als kleinstes Symbol des "lebendigen Wassers" und reicht es den Verdurstenden, die sich in der Wüste um ihn herum befinden. Weil das globale Volk um ihn herum jedoch von Satana so bezirzt ist, merkt es von seiner Wüste nichts, in die es sich selbst mit Hilfe Satans halluzinierte.

 

In dieser liebenden "Wasserphase" kann sich nur der behaupten, der seinen Geist rein genug gehalten hat. Denn die Versuchungen der um ihn herumirrenden Menschheit sind ziemlich groß und teilweise auch grotesk.

 

Hat er noch keinen direkten Anschluß an die Liebe zu Jesus gefunden, weil er nicht ihn, sondern nur Gott kennt, dann ist es mit seinem lebendigen Wasser sehr bald aus, denn wer möchte ihm neues reichen? Von Gott kommt nur etwas, wenn man IHN persönlich ruft, weil die Bewegung zu Ihm eine freiwillige sein muß.

 

In dieser Situation, wo das lebendige Wasser versiegt, befinden wir uns nun global, auch wenn wie gesagt, einzelne schon noch den direkten Bezug zum Schöpfer haben.

 

Das genau ist der Punkt der Entscheidung. Schauen wir einmal auf das Volk und betrachten den Werdegang der germanischen Völker, die mit diesem Jesusgeist in Berührung kamen.

 

 

2.2.3 Die Phase der Frühzeit des Christentums

 

In der ersten Zeit leisteten die germanischen Stämme als die Symbole der naturmäßigen Liebe erbitterten Widerstand gegen die gleichfalls noch natürlichen Römer, wie z.B. Armin der Cherusker, der den römischen Feldherr Varus im Teutoburger Wald bezwang. Die Römer blieben jedoch unnachgiebig und wandelten sich durch die Kenntnis und Anteilnahme der Christen allmählich seelisch um und schafften es schließlich doch noch, die germanischen Naturmenschen, im Laufe der Jahrhunderte in grausamen Kämpfen natürlich zu besiegen und damit seelisch zu beeinflussen.

 

Die Römer herrschten dann als “Seele” mehr oder weniger gut über den germanischen “Körper”. Jedenfalls solange, wie sich die Römer in der Liebe Jesu, d.h. ganz konkret in Bezug auf Petrus (Glauben), Johannes (Liebe) und Jakobus (Vertrauen) einig waren. Solange die Anschauungen über diese Apostel nicht unüberbrückbar waren, solange hielten sich die Römer als die beherrschende Macht.

 

Nachdem die Römer so diese Germanen allmählich seelisch kultivierten und sich ihrer als Kriegsheer bedienten, kamen so auch diese Germanen mit dem christlichen Glauben in Kontakt und wurden treue Vasallen, während diejenigen Germanen, die wie die Goten noch heidnisch waren, dann schließlich die Römer überrannten, die in ihrer seelischen Haltung schon wieder nachgelassen hatten. Die Romanen, (Römer in Italien und Gallier in Frankreich) hatten im Gegensatz zu den Germanen das unselige babylonische System der Geldwirtschaft eingerichtet[28], welches die Lebenskraft dieser Völker allmählich verzehrte. Die Germanen blieben hingegen auf eine Naturalwirtschaft beschränkt, die sie zwang, gegen die Naturelemente anzukämpfen, weshalb sie in ihrer natürlichen Lebenskraft verblieben. Im Zuge der Völkerwanderung wurde dieser abnehmenden Nächstenliebe Roms Rechnung getragen und das nächstenliebendere Prinzip dieser Naturalwirtschaft durch die Goten wieder eingeführt. Der Stamm der Goten zog von seiner skandinavischen Heimat aus bis nach Spanien hin, wo er in Katalanien (Gotland) seßhaft wurde. Die Goten trennten sich in zwei Abteilungen auf, den West- und den Ostgoten und übernahmen allmählich das römische Imperium, daß sich in einen schwachen westlichen römischen Teil sowie den stärkeren östlichen Teil um Konstantinopel abgetrennt hatte.

 

Aus dieser römischen Trennung resultierte auch die Spaltung des christlichen Glaubens. Das Patriarchat in Konstantinopel betrachtete sich als Nachfolger des Bischofs von Rom, weil es für sich den reineren Glauben und die stärkere Nächstenliebe in Anspruch nahm. Die römischen Bischöfe dachten natürlich nicht daran, ihre Vormachtstellung freiwillig aufzugeben und beriefen sich in der Folgezeit immer mehr auf den Apostel Petrus, den sie nicht in Babylon, dem damaligen Bagdad, sondern in Rom gestorben zu sein wähnten.[29]

 

Das war natürlich eine klare Fälschung, aber durch diesen römischen Tod schufen die Bischöfe eine Legitimation, die nur auf Rom begrenzt ist, und betrachteten sich als seinen Nachfolger. Um ihre Vormacht gegenüber dem oströmischen Reich auch zu dokumentieren, schufen sie um das 5. Jhdt. den Titel des Papstes und hatten in Bischof Leo als Leo I den ersten Vorläufer schon im Jahre 440 n. Christus.

 

Dabei war Paulus von Jesus als der Apostel der Heiden eingesetzt, und eben dieser Paulus war nicht nur im späteren oströmischen Reich in Ephesus, sondern er wurde von Nero in Rom hingerichtet. Also hätten sich die römischen Bischöfe als getaufte Heiden höchstens auf Paulus, aber nicht auf Petrus berufen dürfen, der niemals in Rom gewesen war und der von Jesus niemals ein Amt erhalten hatte. Aber auf Paulus wollten sie sich nicht berufen, weil er wie gesagt, der Apostel der Heiden war, und als solche empfanden sie sich nicht mehr. Für die Römer wog das weitaus schwerer, was Jesus zu Petrus gesagt hatte: “Du bist Petrus, auf diesem Felsen will Ich Meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen! – Dir will Ich die Schlüssel des Himmelreiches geben; was du lösen wirst auf Erden, das soll auch im Himmel gelötet sein, und was du binden wirst auf Erden, das soll auch im Himmel gebunden sein” Darum mußte Petrus also in Rom gestorben sein damit die römische Kirche auch in Rom gegründet werden konnte, damit sie sich auf Petrus und dessen Schlüsselgewalt berufen durfte.[30]

 

Wie wir außerdem aus der Apostelgeschichte (8) erfahren, gab es damals in Samaria einen Simon Magus (Zauberer), der, als er Philippus reden hörte, so beeindruckt war, daß er dieses Aposteltum kaufen wollte, weshalb der Kauf von geistlichen Ämtern und Würden nach ihm als Simonismus bezeichnet wird. Petrus verbat sich das aufs strengste und forderte von Simon Magus Buße, was dieser völlig unberührt zur Kenntnis nahm. Dieser Simon Magus verfälschte das Christentum ohne Frage mit heidnischen Ideen und Praktiken. (Apostolisches Christentum, Band 2, S.514) Simon Petrus und dieser Simon Magus wurden in der Folge zum Teil verwechselt. Diesem Irrtum unterlag sogar die sonst so genaue “Stigmatisierte”, die Therese von Konnersreuth, über deren Schauungen z.B. Wolfgang J. Bekh berichtet. Sie wähnte den mit dem Kopf nach unten gekreuzigten Simon Magus als den Petrus. (S. 344)[31]

 

Im Wörterbuch Christlicher Biographie, Band 4, S. 682 können wir lesen: “Als Justinian der Märtyrer seine Apologie schrieb (152 n. Chr.) scheint die Sekte der Simonier eine imposante Verbreitung gehabt zu haben, denn er erwähnt den Gründer Simon viermal..... Er weist darauf hin, daß dieser in der Regierungszeit des Kaisers Claudius (45 n. Chr.) nach Rom gekommen sei und durch seine magischen Fähigkeiten ein solches Ansehen erregt habe, daß er als Gott verehrt wurde. Eine Statue Simons wurde zwischen den Tiberrücken am Flussufer errichtet; sie trug die Inschrift “Simoni Deo Sancto” (der heilige Simon) Womit allmählich klar wird, auf welchen Simon sich die römische Kirche beruft. Auf den richtigen Simon Petrus jedenfalls nicht. 22

 

Dieser Simon Magus jedenfalls schuf eine Mixtur aus den alten babylonischen Mysterien, die er mit den Elementen des neu aufgetauchten Christentums verschmolz. Wie die Geschichte der Antike berichtet, verehrten die Babylonier heidnische Götter, die “Petri” hießen. “Nicht nur die Götter, sondern vor allem auch die Priester, die die Mysterien zelebrierten hießen Patres” (Bryant, Antike Mythologie, Band I, S. 354)

 

Die teilweise Namensgleichheit zwischen Simon Jona, der von Jesus Petrus genannt wurde und Simon Magus, der ein äußerst geschickter Fälscher im Dienste Satans war, rief ein beträchtliches Chaos unter den frühen Christen hervor, so daß der Tyrann Nero, um endlich Ruhe zu haben, einen großen Teil dieser Christen vertilgen ließ.[32]    Die späteren Generationen wußten nicht mehr um diesen Tatbestand und sahen in dem Tod des Mysterien Zauberers Simon Magus, der mit dem Kopf nach unten gekreuzigt wurde, einen grausamen Akt und meinten zu unrecht, Nero habe Petrus gekreuzigt.[33]  

 

So wurde dieser falsche Petrus denn auch auf einen Heidenfriedhof bestattet, während der echte Petrus, wenn er denn in Rom umgekommen wäre, doch als Jude auch ein jüdisches Begräbnis erhalten hätte und auch so wie Jesus, aufrecht gestorben wäre.

 

Dieser Zwiespalt zwischen Paulus und Simon Petrus, der zum Oberhirten der Kirche gemacht wurde, sowie die Durchdringung und teilweise Ersetzung des christlichen Simon Petrus mit dem des babylonisch geprägten Simon Magus bestimmte fortan die Geschicke der römischen Kirche, weil sie, wenn sie sich schon nicht auf Jesus als ihren Herrn berufen wollte, so doch wenigstens auf seinen Lieblingsjünger Johannes hätte berufen sollen.

 

Aber indem sie sich auf Petrus, mehrheitlich jedoch auf den falschen Petrus festlegte, fixierte sie sich einseitig auf den Glauben, ohne diesen Glauben spezifisch auf Jesus, also auf die Liebe zu gründen. Deshalb findet man in den Jahrhunderten des Papsttums nichts von der Nächstenliebe des Jesus, bzw. nicht viel davon, dafür aber sehr viel von dem Widerstreit zwischen Petrus und Paulus und Simon Magus. An diesem Widerstreit zwischen dem Glauben und der Liebe scheiterte letztlich die Versöhnung zwischen dem katholischen und dem orthodoxen Christentum. Der römische Simonismus, d.h. der verdiente Glauben (Verdienstglauben = käufliche Glauben), kämpfte gegen den berufenen “germanischen” Saulus, der zum Paulus wurde. Damit wurde eine Wurzel in der christlichen Kirche groß, die unter dem Gesichtspunkt des Verdienstes einen Hochmutskeim in sich trug, der sich im späteren Ablaßhandel, den Wallfahrtstourismus, den Reliquienhandel, den Kreuzzügen bitter rächte und sehr wesentlich zur weiteren Trennung der Kirche durch Luther beitrug. Hätte sich die Kirche, wenn schon nicht in der Liebe eines Johannes, so doch wenigstens in der Berufung eines Saulus verstanden, der unverdientermaßen nur durch Jesu Gnade zum Paulus wurde, so hätte es weder die damalige Trennung in Ost und West, sowie die spätere unter Luther gegeben.

 

Nachdem also das Papsttum[Michael N2]  in Rom eingerichtet war, konterte das oströmische Reich mit der Einsetzung des Patriarchen. Aber das war nur die Folge des o.a. Konfliktes. Schon ein Jahrhundert vorher errichtete Kaiser Konstantin XE "Kaiser Konstantin" , welcher der erste römische Kaiser war, der zum Christentum übergetreten ist und dann die Christenverfolgungen einstellte, die christliche Staatsreligion.

Aber nicht im alten Rom, wie man meinen sollte, sondern konsequenterweise in Byzanz, dass man nach ihm dann in Konstantinopel umtaufte. Ihm träumte im Jahre 312 vor einer entscheidenden Schlacht, er würde siegen, wenn er das Zeichen des Kreuzes auf seinem Schild trüge. Konstantin glaubte daran und ließ dieses Zeichen denn auf alle Schilde seiner Krieger malen. Mit diesem Zeichen siegte er: “in signo hoc vinces!”, genau so, wie er es geträumt hatte. Er berief im Jahre 325 das Konzil von Nicäa, um die verlorengegangene Einheit der Christen wieder herzustellen. Der seelische Konflikt zwischen Glaube und Liebe war in Rom schon unüberbrückbar geworden, da es wie gesagt nicht der wirkliche Petrus, auch nicht der Paulus und schon gar nicht der wahre Johannes war, auf dem sich die römischen Bischöfe beriefen. Zu diesem Zeitpunkt gab es deshalb die unmöglichsten Evangelien über Jesus, die sich zum Teil sehr widersprachen. Daraus resultierten denn auch die verschiedensten Sekten, wie z.B. die Arianer.

 

Konstantin der, um die leidige Petrusfrage zu klären, ursprünglich nur das Johannes- Evangelium und Paulus gelten lassen wollte, konnte sich damit jedoch nicht durchsetzen. 23 Immerhin einigte man sich erst dreißig Jahre später auf gewisse Grundfragen und faßte die gesammelten Schriften über Jesus zum Neuen Testamentes zusammen, aus dem zusammen mit den restlichen Schriften dann die Bibel wurde.

 

Weil jedoch der Bischof von Rom mit dem Patriarchen von Konstantinopel um das Primat stritt, ließ der Bischof von Rom diese Texte sammeln und ins Lateinische zur Vulgata übersetzen. Der Patriarch tat dasselbe und ließ sie in die griechische Sprache übersetzen. Die erste Kirchenspaltung ist so entstanden. Viele wichtige Schriften, so z.B. das Jakobus-Evangelium wurden jedoch nicht in den Kanon aufgenommen, weil sie Jesus zu sehr als Menschen darstellten, aber auch die Aufnahme der synoptischen Evangelien (Markus, Lukas, Matthäus) brachte viel Verwirrung, weil diese Evangelien untereinander sehr unterschiedlich sind und dadurch einen großen Raum an Interpretationsmöglichkeiten derjenigen zulassen, die in der Liebe Jesu noch nicht genügend gefestigt sind.

 

Der Gotenführer Wulfila übersetzte dann die Bibel um 375 ins Gotische und wurde Bischof. Allerdings vertraten die Goten noch nicht das reine Christentum, sondern übernahmen die Vorstellungen des griechischen Predigers Arius, die gemeinhin als Arianismus bekannt wurden. Arius betrachtete Gott weiterhin als unbekannten Schöpfer 24, der mit Jesus Christus nur einen Propheten schuf, in dem also nicht die Fülle der Gottheit wohnte. Er, Arius, wäre selbst solch ein Prophet. Das Konzil von Nicäa wurde darum auch noch einberufen, um diesem Unfug ein Ende zu bereiten. Aber dieses Verbot konnte die Goten damit jedoch nicht schrecken, da sie nun als stärkste Macht im west- und oströmischen Reich ziemlich unabhängig waren. Dieser arianische Glaube war damals bis ins 5. Jhdt. durch die Langobarden auch bis nach Oberitalien verbreitet und erst Chlodwig, der frühe Frankenkönig, brach mit diesen germanischen Vorstellungen des Christentums und kehrte zum urtümlichen Glauben zurück.

 

Damit hatte sich das reinere germanische Christentum gegenüber dem arianisch verfälschten Christentum durchgesetzt, aber die Spaltung zwischen dem ost- und weströmischen Reich konnte nicht mehr überbrückt werden, da die Franken anders als die Goten, nur auf den weströmischen Teil begrenzt blieben und den römischen Papst zu sehr respektierten. Der römische Papst blieb von ihnen und auch von den späteren Langobarden, die 570 von der Niederelbe bis nach Ober-Italien vordrangen, unangetastet. Die arianischen Langobarden brachten der dortigen italienischen Bevölkerung das katholische Glaubensbekenntnis .

 

Im zähen Ringen um die Konstituierung des germanischen Reiches entsteht dann im 8 Jhdt. nach Christi erstmals mit Karl dem Großen so etwas wie ein christlich geeinigtes germanisches Reich, bei dem die seelische Komponente der Liebe ebenfalls überwog. Mit Karl dem Großen aus dem Stamme der Franken zeichnete sich nun schon endgültig die germanische Nachfolgerschaft über die ehemals herrschenden Römer ab, die als Volk allmählich ihre seelische Kraft verloren. Der Bruderzweig der älteren Kelten schien im Ringen um die Vorherrschaft zu unterliegen, als die salesischen Franken im 5. Jhdt. unter ihrem König Chlodwig geeint wurden.

 

Als Karl darüber hinaus dann später die jungen germanischen Stämme einte und unter der christlichen Fahne zusammenschweißte, da gab es in seinem Reich trotzdem noch alle damaligen politischen und geographischen und nationalen Strömungen, die unter seinen Nachfolgern wieder aufbrachen und die bis in die heutige Zeit reichen. Sein Sohn Ludwig der Fromme hatte nicht mehr die Fähigkeit, das Reich zusammenzuhalten. Er übergab es seinem ältesten Sohn Lothar, der jedoch von seinen Brüdern Karl dem Kahlen und Ludwig dem Deutschen bedrängt wurde.

In dem Vertrag von Verdun wurde 843 nach vielen Kämpfen dann folgendes festgehalten:

 

Karl der Kahle erhielt danach den Westteil, der sich später zu Frankreich formierte, Lothar bekam die Kaiserkrone und behielt den mittleren Teil, der sich nach ihm Lotharingen (Lothringen) nannte, während Ludwig der Deutsche den damaligen östlichen Teil bekam, der ebenfalls ein Vorläufer des späteren Deutschlands war. Aber der Stiefbruder Karl der Kahle bekämpfte Lothar und Ludwig und erhielt den Westteil Lothringens. Ludwig der Deutsche konnte Karl noch gerade abwehren. Dieser Ausfall Karls des Kahlen blieb für die Jahrhunderte prägend und bestimmte z.B. noch die Politik des Kardinals Richelieu sowie des Napoleon Bonaparte. Wie Napoleon[Michael N3]  sagte, sind die Germanen ein politisch unglaublich dummes Volk, das man mit den unsinnigsten Lügen und Intrigen auseinander dividieren könnte. Während die Jahrhunderte hindurch diese lotharingsche Mitte deshalb ständig von Frankreich beansprucht wurde, welches seine Ostgrenze bis zum Rhein hin verschieben wollte, war dieses Lothringen der Puffer, der das aggressive Frankreich vom behäbigen germanischen Reich fernhielt. In dieser Frühzeit, wo das Reich Karls des Großen auseinanderbrach, da trennte sich auch der römisch/keltische Westen vom römisch/germanischen Osten und wurde anstatt germanisch dann romanisch und blieb auch in Folge materiell eingestellt.

 

In Frankreich konnten sich später die germanischen Völker nicht mehr halten, die Sprache wurde abgelegt und das Vulgär Latein der ersten römischen Besetzer setzte sich allmählich wieder durch und wurde über die Jahrhunderte hindurch dann zum heutigen Französisch umgemodelt, “so daß dieses Land kaum noch einen Laut besitzt, der auf eigenem Grund gewachsen wäre.” (J. Lorber) Mit dieser Veränderung kehrten die Romanen in Frankreich und Italien auch wieder zur Geldwirtschaft zurück, während das Ostreich bei seiner Naturalwirtschaft blieb.

 

Karl der Große hatte diese Trennung zwischen Romanen und Germanen, zwischen Körper und Seele geahnt und seine weltliche Metropole noch im heutigen Aachen und die geistige Metropole im heutigen Köln eingerichtet und darum immer versucht, die östlichen germanischen Stämme zu kultivieren und deren Heidentum auszutreiben, was ihm bei den Sachsen auch gelang. Die Germanen konnten ihre Eigenständigkeit nur bewahren, wenn sie in Verbindung mit ihrer Heimat waren. Wurden sie jedoch von ihrer Heimat getrennt, dann gingen sie in der jeweiligen Landesbevölkerung auf, so wie es mit den Goten in Spanien, den Franken in Frankreich, den Langobarden in Italien geschah.

 

Damit ist nun nicht gemeint, daß die Germanen nur deshalb untergingen, weil sie sich mit der jeweiligen Bevölkerung vermischt hätten. Vielmehr gingen sie unter, weil sie ihre kulturelle und moralische Schaffenskraft verloren, da sie in der Fremde ihre seelische Grundkomponente aufgaben. Anstatt auf ihre urchristlichen Werke der Nächstenliebe zu setzen, die sie alleine zum “Beherrscher” der damaligen Völker legitimierte, wurde sie im täglichen Glanz und Pomp des Regierens immer weniger, der Hochmut wurde dafür immer stärker. Die natürliche Eigenliebe gewann wieder die Oberhand gegenüber der seelischen Nächstenliebe.

 

Obwohl die Bezeichnung Frankreich ein germanisches Reich der Franken vermuten läßt, war dem nur damals so, denn diese Bezeichnung hatte später nichts mehr mit den Franken  zu tun, sondern bezieht sich auf das damalige kleine Herzogtum in der Ile de France (der Gallier im Becken von Paris), von wo ihre Königsmacht ausging, und danach heißen sie Franzosen, wie die Römer, deren Macht von Rom ausging. Die Franzosen fühlten sich also überhaupt nicht als Franken oder Germanen. Im Gegenteil ist dieses Westreich fast völlig entgermanisiert worden, indem es alle Völker und Kulturen vollständig assimiliert hat. So gibt es in der französischen Sprache nur noch ca. 400  Worte[34], die aus der fränkisch-germanischen Sprache stammen. Das heutige Französisch hat wie gesagt nichts Eigenständiges vorzuweisen, weil die früheren Kelten, die Gallier, zuerst hellenisiert, dann romanisiert, dann germanisiert und schließlich normannisiert wurden und ihre Sprache um das volkstümliche Latein herum aufbauten und dieses mehr oder weniger den jeweiligen Umständen anpaßten. Deshalb haben die Franzosen eine ähnliche Verwandtschaft mit den Römern aufzuweisen, wie die Italiener. Soweit diese Völker aus dem keltischen Sprachraum kamen, faßten sie im jeweiligen Französisch Fuß, so daß die keltisch-gallische Sprache allmählich zu einer romanisch/französischen Sprache wurde.

 

Diese Völker sind von diesem Land und seinen widersprüchlichen Charakter vollständig aufgesaugt worden und deshalb stellt der Franzose dasselbe widersprüchliche Empfinden in sich selbst dar. Nur durch eine starke zentralistische Führung, die den einzelnen Völkern eine übergeordnete Idee der Grande Nation verliehen, konnte das Zerbröckeln dieser multikulturellen Nation verhindert werden und hatte sich dann jahrhundertelang auch bewährt.

 

Das eigentliche Frankenreich war das germanische Deutschland, während der deutsche Begriff “Frankreich” eine Verwandtschaft impliziert, die vor tausend Jahren bestanden hatte, die heutzutage jedoch erloschen ist. Aber durch diese deutsche Bezeichnung “Frankreich” wird ein Bogen von der Vergangenheit bis zur Gegenwart gespannt, bleibt die Beziehung vom Deutschen aus brüderlich, weil auf beider Entstehungswurzeln verwiesen wird. Umgekehrt benutzt der Franzose das Wort “Allemagne” welches die Volksbezeichnung der Alemannen ist, die im 3. Jhdt. zwischen Main und Donau lebten und sich später im Elsaß niederließen. Von den Franzosen aus wird dieser Begriff im Sinne der Trennung gebraucht, jedenfalls weitaus mehr als es bei uns der Fall ist, obwohl sie sich dieses angeblich fremden Territoriums bemächtigten, und die Alemannen assimilierten.

 

Die Deutschen sagen zu einem Einwohner Frankreichs nun allerdings nicht Franke, was eigentlich naheliegend wäre, sondern sie gebrauchen den abgrenzenden Begriff “Franzose”. Also gibt es bei uns zwei unterschiedliche Bedeutungen hinsichtlich des Landes und seiner Bewohner. Das Land wird als verwandt betrachtet, der Bewohner indes nicht, da er sich von den germanischen Wurzeln befreit und mehr den gallo-romanischen Kelten zugewandt hat.

 

Vom Mittelalter bis zur Neuzeit wurde die Vorherrschaft auf dem Kontinent zwischen diesen beiden feindlichen Völkern der romanisierten keltischen Gallier, die latinisiert wurden, sowie den romanisierten germanischen Völkern, die Latein abschüttelten, entschieden. In der vieldeutigen Bezeichnung Frankreichs liegt also die Wurzel des Mißverständnisses, weil sie nur anfangs den Boden dieses germanischen Stammes meinte, der später jedoch latinisiert wurde. Es ist, als ob bei den Franzosen die gallisch-keltisch-bretonischen Elemente gegenüber denjenigen der germanischen überwiegen und ihnen die damalige Herrschaft nie verziehen haben, weshalb sie so unerbittlich gegen die Germanen kämpften, obwohl sie ihnen ihre Staatsgründung verdankten. Ohne die Germanen hätten die Franzosen überhaupt keine Nation, weil erst die Franken die Geburtshelfer waren. Als Erinnerung daran gibt es im Elsaß und Lothringen auch noch diese germanische Ausprägung, die wie gesagt, von der Mittelzone des Franken Lothars stammt.

 

Paradoxerweise wurde später auch nicht das gallisch/romanische Frankreich, daß den Italienern charakterlich viel zu ähnlich war, sondern das germanische Deutschland der Nachfolger der Römer. Hier steckt aber eine gewisse Logik hinter, waren doch die Germanen die größten natürlichen Widersacher und faszinierten die frühen Römer durch ihre mentale Stärke. Die Römer unternahmen denn auch unglaubliche Mühe, um dieses barbarische Germanenvolk zu kultivieren und machten aus ihnen dann ihre Vasallen, die jeweils aushalfen, wenn es brenzlig wurde. Später wurde aus dem ehemaligen Hilfsvolk ein Herrschervolk. Außerdem waren und sind die Germanen das stärkere Volk insofern, als sie es vermochten, einen eigenständigen seelischen Charakter und Glauben zu schaffen, indem sie das Land im Glauben an Jesus besiedelten, während Frankreich mehr zur Jungfrau Maria tendierte. Sie brachen dadurch die Vorherrschaft der lateinischen und später der der italienischen Sprache.

 

Die Germanen blieben als junges und dynamisches Volk weitaus ursprünglicher in ihrem Ursprungsraum als die Kelten, Gallier und Bretonen der Franzosen, die alles in ihrem Staat assimilierten und die mindestens Seelen[Michael N4]  in ihrer Brust  haben.  Verloren die germanischen Stämme jedoch, wie schon gesagt, diese Bindung zu ihrer Wurzel, dann verloren sie wie die Goten, die Franken, die Langobarden und die Alemannen ihre Identität und gingen im jeweiligen Gastland auf. So betrachtet waren die Germanen die Gebenden, sie waren die Befruchter vieler Völker und Staaten, während die Kelten und Romanen die Nehmenden wurden, nachdem vorher die Römer, und vor den Römern die Juden, die Gebenden gewesen waren. Die Deutschen blieben deshalb ein Bündnis germanischer Völker in ihrem jeweiligen Bereich und waren dezentralisiert (vergl. die alttestamentarischen Juden mit ihren 12 Stämmen) mit allen verschiedenen Facetten, während die Franzosen ein Zusammenschluß eines geographischen Raums um einen zentralen Mittelpunkt blieben, bei dem alle völkischen Elemente zugunsten der zentralen Metropole aufgegeben wurden. Damit gab es zwei verschiedene Prinzipien.

 

Das Prinzip des alles aufsaugenden Zentralismus und das germanische Prinzip der dezentralen Organisation. Als sich dieses germanische Ostreich später zu dem Österreich der Habsburger konsolidierte, da erhielt es im 17. Jhdt. durch die Heirat von Maria Theresia mit Franz von Lothringen (Franz I.) auch die damalige Mitte Lothringen zurück. Ab Maria Theresia gab es also die Verbindung zwischen Habsburg und Lothringen, ein Umstand, der die Franzosen mit den Zähnen knirschen ließ.

 

Deutschland und nicht Frankreich wurde also nach dem Verfall des römischen Reiches dessen legitimer Nachfolger, was auch durch die Namensgebung [Michael N5] vom “Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation” dokumentiert wurde. Entscheidend dabei war, daß die Habsburger als das von Gott aus sanktionierte Herrschergeschlecht sehr innig an Jesus als den Kerngedanke des Christentums festhielten 25 und deshalb diese seelische Befruchtungsfunktion übernehmen durften. Aber durch die damalige Entstehung der germanischen Rebellion zwischen dem Stiefbruder Karl dem Kahlen [Michael N6] mit Lothar, sowie Ludwig dem Deutschen, alle zusammen gegen ihren Vater Ludwig dem Frommen, der jedoch seiner zweiten Frau Judith hörig war, die ihren Sohn Karl begünstigte, ist ein seelischer Anfangskonflikt zwischen Frankreich und Deutschland geschaffen worden, der nicht vollständig bereinigt werden konnte.

 

Die feindlichen germanischen Brüder blieben zerstritten und nahmen völlig unterschiedliche Charaktere ein und stärkten dadurch die Gallier (Kelten) in Frankreich. Frankreich wurde zusehends wieder entgermanisiert. Einerseits wurde die germanische Herkunft verleugnet, andererseits wurde neidisch auf den pompösen gallisch-lateinischen Bruder geschaut und in späterer Zeit wurde an deutschen Höfen sogar französisch gesprochen. Aber die deutsche Seele blieb stark genug und konnte sich dieser “körperlichen” Übergriffe solange wieder erwehren, bis sie in der Gegenwart anderen Einflüssen hilflos unterliegt. Nachdem die Franken sich heillos zerstritten und damit wegrationalisiert hatten, traten andere germanischer  Stämme [Michael N7] auf.

 

Im 9. und 10. Jhdt. traten dann die Sachsen zuerst mit Heinrich I (dem Vogler), dann mit dessen Sohn Otto dem Großen auf. Ihm folgten sein Sohn Otto II und sein Enkel Otto III. Diese schafften, was unter Karl dem Großen noch nicht gelungen war, sie setzten die Päpste in Rom ein, um eine gewisse einheitlich geistig-weltliche Ordnung zu schaffen. Otto I der Große wollte dann folgerichtig sogar wieder die Verbindung mit dem oströmischen, byzantinischen Reich. Er wollte also das weströmische Imperium als Heiliges Reich mit dem oströmischen so verschmelzen, wie es vor ein paar Jahrhunderten gewesen war, diesmal jedoch unter der weltlichen und geistigen Führung der Germanen. Aber das mißlang[Michael N8]  und mußte deshalb mißlingen, weil weder Petrus mit  Paulaus und Johannes verbrüdert wurde. Es wurde zwar der simonitische Heidenglaube zurückgedrängt, indem die glanz- und prunkvolle Machtanmaßung der katholischen Kirche reduziert wurde; es wurde jedoch versäumt, an dessen Vakuum nun die reine Nächstenliebe zu setzen.[Michael N9] 

 

Bis zum 14. Jhdt. blieb das verbindende Element zwischen Frankreich und Deutschland die lateinische Sprache. Das “Welsch” der keltischen Gallier, soweit sie nicht das Vulgärlatein “französisch” sprachen wurde als Kauderwelsch abqualifiziert und damit als trennend empfunden, während das (seelische) lateinische als zusammengehörig betrachtet wurde. Durch den zunehmenden römischen Simonismus, den Kauf von geistigen Ämtern, der schon im 11. Jahrhundert überhand genommen hatte, den Handel mit Reliquien und Ablaß, etc. nicht nur in Rom, sondern auch in Frankreich und Deutschland gab es dann eine breite Volksbewegung in beiden Ländern, die in Deutschland die Abkehr vom Latein bewirkte. In Frankreich war das Latein doch schon stärker verhaftet und verinnerlicht worden, deshalb konnte es nicht wieder verdrängt werden.

 

Diese lateinisch-römische Epoche der Germanen, die bis zum 14. Jhdt. dauerte, wird mit dem Kulturbegriff des Romanischen Zeitalters verknüpft und bedeutet eine sehr enge Deutsch-Italienische Beziehung, die eine enge platonische Seelenbeziehung war, während die Beziehung zu Frankreich nicht mehr so seelenbezogen war. Danach gab es einen Wandel, der sich in der Schöpfung eines neuen Kulturbegriffs ausdrückte: Das gotische Zeitalter. Dieses gotische Zeitalter hatte allerdings schon die Jahrhunderte vorher Vorläufer, die allerdings noch isoliert blieben, wie z.B. das Straßburger Münster, wie z.B. die Werke von Hildegard von Bingen, von Meister Eckhart, wie die Zeit der Minnesänger eines Wolfram von Eschenbach, eines Walter von der Vogelweide, etc.

Bedeutende Kunstwerke sind damals mit einem eigenen deutschen Stil geschaffen worden. Herauszuheben sind einmal Hildegard von Bingen, der Nürnberger Maler Albrecht Dürer, der mit seinen Holzschnitten u.a. den Zyklus der Apokalypse Johannes verbildlichte, der Dombaumeister Erwinen von Steinbach, welcher der Erbauer des Straßburger Münsters war, sowie der erste, der die Steinmetzgilden die aus der rein mönchischen Zunft bestanden, in die der weltlichen überführten und somit den ersten außermönchischen handwerklichen Zunftorden gründete, später dann der Theologe Martin Luther, der der Reformator der verkrusteten Kirche wurde, sowie der Universalgelehrte Leibnitz, der Mediziner Paracelsus, sodann viel später den Dichter und Dramatiker Schiller sowie Goethe.

 

Sie waren besondere Geistesgrößen und sind nur im Zusammenhang mit der Sehnsucht zu verstehen. Diese genannten symbolisieren insgesamt die vier Epochen der Deutschen Kulturgeschichte, die mit dem Übergang von der Romanik zur Gotik begannen und welche die seelische Dominanz der Deutschen gegenüber Italien und Frankreich andeutete:

 

 

2.2.4 Die frömmelnde Phase des Christentums

 

Die erste Epoche kann mit der des Frühlings bezeichnet werden. Hier wurde im 11 Jhdt. Durch Hildegard von Bingen innerhalb einer jungen Nation eine neue Verbindung zwischen Gott und Mensch geschaffen. Gott ließ durch seine “Prophetin” Hildegard dem Kaiser als auch dem Papst Mitteilungen machen. Sie lebte in der Frühzeit unserer Nation von 1098 bis 1179. Hildegard war zwar von Geburt an leidend, während vier Perioden ihres Lebens aber scheinen die Krankheitserscheinungen von besonderer Heftigkeit gewesen zu sein, vor allem dann nämlich, wenn die Äbtissin säumte, den Auftrag zur Niederschrift einer Schau zu befolgen, wenn Unfrieden in ihrer Umgebung aufkam. Hildegard nimmt dieses Leiden als Züchtigung Gottes an, der verhindern will, daß sie ihre Demut verliere. (zitiert aus Scivias)26

 

Das Leben Hildegards ist nicht verständlich, nicht zu interpretieren ohne einen Blick in die Zeitgeschichte. Denn dieses zwölfte Jahrhundert, in dem die Äbtissin von einem rheinischen Kloster aus zum Gewissen der Mächtigen in der damals bekannten Welt wurde, dieses zwölfte Jahrhundert war eine Zeit des geistigen, des geistlichen, des politischen und des wissenschaftlichen Umbruchs. Der Investiturstreit, die Auseinandersetzung zwischen kaiserlicher und päpstlicher Macht, manifestierte sich in innenpolitischen Wirren ebenso wie in internationalen Verwicklungen. Doch nicht nur Krone und Tiara standen einander entgegen, sondern auch das morgenländische-orthodoxe und das römisch-abendländische Christentum brachen auseinander.

 

Das eng geknüpfte Netz überkommener christlicher Moralvorstellungen zerriß angesichts der sinnenfrohen Lebensgier einer Zeit, in der Kriege, Verwüstungen und Seuchen frühen Tod brachten, in der eine erbarmungslose Gerichtspraxis durch Vertreibung aus der armseligen Hütten jeden ins Elend brachten, der nach einer Mißernte, bei Krankheit Zins und Zehent nicht pünktlich abliefern konnte.

 

Doch neben kaum vorstellbarer Brutalität und der Abkehr von allen überkommenen Moraltraditionen brachte dieses zwölfte Jahrhundert auch eine unerhörte Glaubensbereitschaft, Opfermut und Liebe. Nicht umsonst fiel die Aufforderung Papst Urbans II., das Grab Christi aus der Hand der Heiden zu befreien, beim jungen Ritterstand auf fruchtbaren Boden. Die Kreuzzüge freilich brachten für lange Epochen ein unvorstellbares Blutbad mit sich, für Christen wie Heiden. Und auch der neuerblühte Glaubenseifer hinterließ traurige Spuren in der Geschichte: Fanatismus regierte die asketischen Sekten wie die der Katarer, der Flagellanten – Fanatismus jagte die “Ketzer” in den Tod, auch wenn diese Ketzer oft genug nur einfache, des Lesens und Schreibens unkundige Gläubige waren, die in bester Frömmigkeit einem eifernden Bußprediger folgten.

 

Machtgier und Weltflucht, Prunksucht und Askese hielten einander die Waage, neben dem Festhalten am dunkelstem Aberglauben begann in den neubegründeten Universitäten Europas scholastisch systematisches Forschen. Ein Jahrhundert der Gegensätze, des Aufbruchs, der Verzweiflung und Hoffnung... Kämpft im Kloster von Clairvaux der heilige Bernhard um die Rückbesinnung des in Reichtum, Bequemlichkeit und lockere Lebensweise verstrickten Mönchtums auf seine eigentlichen Ideale, so scheut Hildegard von Bingen keine Mühe und keine Anstrengung in ihrem Streben, Kleriker, Bischöfe und Päpste ihrer machtpolitischen Verstrickung, der Vernachlässigung geistlicher Pflichten wegen zu mahnen. (Soweit das Vorwort in Scivias)

 

Wer denkt angesichts dieser o.a. Schilderungen nicht automatisch an die Wirren, die entstehen, wenn alt gegen neu bzw. wenn der Winter mit dem beginnenden Frühling- oder noch genauer, wenn die natürlichen Triebe gegen die Seele kämpfen. Diese Schilderungen könnte man deshalb auf die Jahreszeit bezogen mit “typisch April” konstatieren. Dort kämpft das alte und kalte, das machtbesessene und darum innerlich verhärtete romanische Papsttum gegen eine junge und aufstrebende germanische Nation und will es mit aller Gewalt beherrschen. (Investiturstreit) Jedoch sind die Propheten nicht mehr im alten und verkrusteten Papsttum, sondern befinden sich schon in den Reihen dieser jungen Nation. Dachte noch um 1076 Papst Gregor VII irrtümlich, daß der Apostel Petrus zu ihm spräche und ihm befehle, daß er auch weltlich wirken solle und deshalb den späteren Kaiser Heinrich IV mit einem Bannspruch belegte, der diesen dann um 1077 zum berüchtigten Gang nach Canossa nötigte, so sind schon einhundert Jahre später die Verhältnisse fast umgekehrt. Diesmal spricht die Stimme Gottes nicht nur aus Deutschland, sondern dazu noch aus einer Frau! Papst und Kaiser gehorchen ihr, dadurch gehorchen sie auch Gott.

 

Wiederum einhundert Jahre später, im Jahre 1275 erbaute Dombaumeister Erwinen von Steinbach das Straßburger Münster und gründete parallel dazu die erste Laienbruderschaft der Steinmetze und löste diese damit von den mönchischen Bauvereinigungen los. Aus den klösterlichen Brüderschaften der Bauhandwerker waren die Bauhütten entstanden, die von den am Bau beteiligten Steinmetzen als zünftige Vereinigung gebildet wurden. Die Mönche als Baukünstler ihrer Klöster und Klosterkirchen schlossen sich in Deutschland, England und Frankreich als erste zu Baubrüderschaften zusammen. Ihre Bauhütten, die mächtige Kirchen, Kathedralen und Münster errichteten, die oft von vielen Seiten Aufträge erhielten, mußten, um die Arbeiten bewältigen zu können, bald zahlreiche Laienbrüder, Architekten ohne geistliche Weihen und weltliche Steinmetzen in ihren Verband aufnehmen. Dieser Mischung von geistlichen und weltlichen Mitgliedern in den Klosterhütten folgte in der weiteren Entwicklung die Stiftung rein weltlicher Steinmetzbruderschaften.[35]

 

Wie Goethe viele Jahrhunderte später begeistert ausführte, war das Straßburger Münster eine eigene Stilschöpfung und hatte eigentlich nichts mit der Gotik zu tun.[36]

 

Hören wir einmal Goethe dazu: “ Und nun soll ich nicht ergrimmen, heiliger Erwin, wenn der deutsche Kunstgelehrte, auf Hörensagen neidischer Nachbarn, seinen Vorzug verkennt, dein Werk mit dem unverstandenen Worte gotisch verkleinert. Da er Gott danken sollte, laut verkündigen zu können, das ist deutsche Baukunst, unsere Baukunst, da der Italiener sich keiner eignen rühmen darf, viel weniger der Franzos. Und wenn du dir selbst diesen Vorzug nicht zugestehen willst, so erweis uns, daß die Goten schon wirklich so gebaut haben, wo sich einige Schwierigkeiten finden werden. Und, ganz am Ende, wenn du nicht dartust, ein Homer sei schon vor dem Homer gewesen, so lassen wir die gerne die Geschichte kleiner gelungner und mißlungner Versuche, und treten anbetend vor das Werk des Meisters, der zuerst die zerstreuten Elemente in Ein lebendiges Ganze zusammenschuf. Und du, mein lieber Bruder im Geiste des Forschens nach Wahrheit und Schönheit, verschließ dein Ohr vor allem Wortgeprahle über bildende Kunst, komm, genieße und schaue...”

 

Hier übertrieb Goethe natürlich, weil er wie so viele im 18. Jhdt. unter dem Wort Gotik nur mehr die barbarische Kunst der Goten, nicht aber das eigenständige deutsche Ringen, das sich von der Romanik verselbständigte, sehen wollte. Die Jahrhunderte der Aufklärung waren in die heidnisch klassizistische Epoche des Hellenismus abgerutscht, weil sie ihr Heil in den griechischen Mythen suchte. Darauf wurde dann später das germanische Heldentum errichtet, auf das viele große Geister setzten und damit scheiterten. (Hölderlin, Nietzsche, z.T. Goethe, der jedoch in späteren Jahren durch die Werke Swedenborgs bekehrt wurde)

 

Das Elementare der Gotik, die großen Innengewölbe in Verbund mit den großen Fenstern, durch die eine unglaubliche Lichtfülle drang, sowie das geradlinige Streben in die Höhe, ist nur durch die damals neu auftauchende innige Beziehung zwischen dem Herrn und der Bevölkerung zu verstehen. Gott, und damit Jesus, und damit auch die Kirchen sollten und wollten transparenter gemacht werden. Die damaligen Menschen wünschten sich einfach mehr Klarheit darüber. Sie wollten mehr Licht über Jesus, über die Nächstenliebe. Sie spürten die Liebe Jesu im Umgang untereinander. Aber sie bezogen sie noch nicht eindeutig auf Jesus, sondern brachten sie mehr mit Maria in Verbindung. So hörten sie die Liebe Marias in den Gesängen der Minnesänger, die zwar zum Burgfräulein sangen, aber insgeheim noch eine indirekte Liebe zum Schöpfer meinten. In Frankreich war es noch sehr viel indirekter und direkt an Maria gerichtet. Aber dieses Licht und die damit verbundene Nächstenliebe wurde ihnen dann genauso indirekt vorenthalten, weshalb dieser Epoche dann die der licht- und lieblosen Renaissance der Heiden nachfolgte, wo man sich wieder den alten Griechen und Römern zuwandte und damit Jesus und damit diese Gotik vergaß. Man kann also innerhalb dieser Kunststile gewisse Reduktionszirkel sehen, worauf wir später noch zu sprechen kommen.

 

Anhand des Mystikers Meister Eckhart (1260 – 1328) kann man diesen Umschwung zumindest zu Anfang des 13. Jhdts. erkennen. Er war deutscher Mystiker und christlicher Theologe. Meister Eckhart stammte aus einem Hochheimer Rittergeschlecht und trat im Alter von 15 Jahren in den Dominikanerorden ein. 1302 schloss er die Sorbonne mit dem Titel eines Magisters der Theologie ab. Anschließend leitete er ein Kloster in Erfurt und wirkte als Vizegeneral der Dominikaner in Böhmen. Ab 1311 hatte er einen Lehrstuhl für Theologie in Paris inne. Zwischen 1314 und 1322 unterrichtete und predigte er zunächst in Straßburg und später in Köln.

 

Eckharts Theologie verband die Lehren seines prominenten Ordensbruders, Thomas von Aquin, mit neuplatonischen Gedanken. Seine Lehre von der Seelengemeinschaft mit Gott führte dazu, dass der Vorwurf des Pantheismus, der als Häresie galt, gegen ihn erhoben wurde. Als Papst Johannes XXII. ihn 1327 aufforderte, sich gegen die Anschuldigung zu verteidigen, verfasste Eckhart eine Rechtfertigungsschrift in 28 Sätzen, die 1329 durch eine päpstliche Bulle verurteilt wurde.[37]

 

Dabei war alles was Eckhart erreichen wollte, nur die eingangs erwähnte Transparenz der Gotik, d.h. er wollte den Begriff Gott definieren, indem er die Menschen unterwies, wie sie Gott sehen, reden, und spüren sollten. So wie es eintausendfünfhundert Jahre vorher Jesus Sirach mit seinem Buch der Weisheit tat.

Jesus Sirach besteht hauptsächlich aus einer Reihe von lose zusammenhängenden Maximen und anderen, Sprichworten ähnelnden Sprüchen, die sich an das Buch der Sprüche anlehnen. Der Autor gibt Anleitungen, wie man sich in allen Bereichen des Lebens weise verhält. Er setzt Weisheit mit dem göttlichen Gesetz gleich (24, 23). Seine Ratschläge beschäftigen sich aber mehr mit Fragen der Ethik als mit göttlicher Offenbarung. Außerdem enthält Sirach mehrere lange Gedichte zu Ehren der Weisheit (1, 1-20; 24, 1-22), zum Lob Gottes und seiner wunderbaren Werke (42, 15-43; 33) und zu den ehrwürdigen Patriarchen und Propheten Israels (Kap. 44-49). Erwähnenswert ist dabei Kapitel 24, in dem die ewige Weisheit als göttliche Person spricht. Frühe christliche Schreiber betrachteten dieses Kapitel daher als Vorgriff auf das Wort Gottes in der Einleitung des Johannesevangeliums. Manche Gelehrte sehen Sirach als das letzte und herausragende Exemplar der Weisheit Salomos an und als das erste Beispiel für jene geistige Richtung des Judaismus, die sich dann innerhalb der pharisäischen und sadduzäischen Schulen entwickelte. (Lexikon Microsoft-Encarta)

 

Meister Eckhart berief sich nun auf diese Weisheit des Jesus Sirach und führte sie weiter aus, indem er sie vom Menschen hinweg auf Gott selbst hinlenkte. Damit jedoch eckte Eckhart gewaltig an. In Paris hatte er seinen Magister gemacht und wurde fortan als der Meister bezeichnet. In Straßburg finden wir ihn im Jahre 1314 als dortigen Leiter des Dominikaner-Konvents im Zentrum der deutschen Mystik als ihren unbestrittenen Führer und hier wurde der Meister auch über die Grenzen hinaus verehrt. Aber als er nach Köln auf den Lehrstuhl berufen wurde und hier die Arbeiten des Jesus Sirach zu Ende führte, indem er die Reden der Unterweisung veröffentlichte, schlug sein Schicksal um. Köln war schon lichtlos und damit zu engstirnig und dessen damaliger Erzbischof eröffnete folgerichtig das Inquisitionsverfahren und Eckehart wurde als Häretiker verurteilt. Dieses Urteil erlebte dieser jedoch nicht mehr.

 

Von diesem Urteil hat sich die deutsche Mystik nie so recht erholt und die neu aufblühende Gotik wurde dadurch extrem behindert, die Gottesliebe wurde blockiert, daß Verständnis für Jesus wurde geringer. Aber auch Köln und dessen gotischer Dombau mußten für dieses Fehlurteil bitter büßen. Das Licht und die Liebe von Jesus, die sich in Köln als dem damaligen mystischen Zentrum Deutschlands hätte etablieren können, wurden dadurch gewaltsam jahrhundertelang verjagt, Köln wurde geistig relativ bedeutungslos und hatte nur noch eine gewisse kaufmännische Bedeutung innerhalb der Hanse. In der Gegenwart ist es allerdings eine Millionenstadt mit über 1 Millionen Einwohnern geworden und beherbergt z.B. die größte Rundfunkanstalt mit dem Westdeutschen Rundfunk, das Amt für Verfassungsschutz sowie einige Universitäten.

 

Die deutsche Gotik erlitt damals einen Bruch und konnte sich nicht mehr mit ihrem geistigen Ursprung verbinden. Die Chance, Köln als geistigen Ruhepol einzurichten war damit vertan.

 

Selbst Goethe, auf der Suche nach der deutschen Seele, war sehr viel später nur in Straßburg, jener Stadt in der durch die Jahrhunderte hindurch ständig fruchtbare Impulse ausgingen, während Köln bis heute nur materiell und oberflächlich blieb. Denken wir dabei an die vielen niveaulosen Fernsehsendungen, (Talkshows, etc.) die von Köln ausgestrahlt werden, denken wir dabei an den Begriff des “Kölnischen Wassers 4711” welches mit dem geistigen Lebenselixier vom Format eines Eckharts nichts gemein hat, sondern nur mehr die Frische der großen weiten Welt symbolisiert, mit der Köln einen Pakt geschlossen hat, denken wir an das dubiose Amt für Verfassungsschutz, daß von einer Panne in die andere schlittert und alles mögliche unternimmt, jedoch weder die Verfassung noch die Bürger vor irgendwelchen Übergriffen schützt.[38]

So mußte der geistige Ruhepol im unruhigen Straßburg als “amputierter” Ruhepol verbleiben. Immerhin war er noch stark genug, um später starke Geister a la Goethe und Herder anzuziehen. Das Straßburger Münster wurde sogar noch nach einem Brand wieder neu aufgebaut und inspirierte sogar noch Goethe.

 

Goethe, dem jedenfalls aller Kitsch einer überladenen und spielerischen Gotik der Italiener und Franzosen zuwider war, hatte den Genius um in diesem Werk des bedeutendsten Domerbauers die reine und lebendige Seele des Deutschen zu erschauen. Er wußte, daß damals in dieser jungen deutschen Nation ein eigenes Kunstverständnis aufblühte, was er jedoch nicht wahrhaben wollte, und woran er schließlich verzweifelte, war, dass es seine Kraft aus dem intimen Bezug zum Schöpfer zog. Die Verbindung Gott und Nation, die sich zuerst in den Schriften und Mahnungen der Hildegard von Bingen zeigten, wurden hier erstmals auch im Handwerk deutlich und konnten der breiten Masse vor Augen geführt werden. Laut Goethe hatte dieses monumentale Bauwerk nichts mit denen einer barbarischen Gotik gemein, wie sie sonst verstanden wurde. Früher wurde die Gotik deshalb als barbarisch gebrandmarkt[39],  weil sie eben nicht das Werk von Künstlern war, die sich an das klassische Altertum der Griechen anlehnten und dieses kopierten, weil sie eigentlich nichts Eigenständiges hervorzubringen in der Lage waren. Die an sich höherwertigere Gotik, als barbarisch denunziert, hatte es darum schwer, die Anerkennung zu erhalten, die ihr zustand.[40]   

 

Die Seele wurde also denunziert!

 

Der Kölner Dom, 1248 angefangen und erst 1880 beendet, wird allgemein als das bedeutendste Bauwerk der deutschen Gotik betrachtet. Dieser Dom ist deshalb mehr noch als das Straßburger Münster das Symbol für die geistige Beziehung Deutschlands zu seinem Schöpfer, weil hier in dem direkten Streben zu Jesus, die Form eines Kreuzes gewählt wurde.

 

Außerdem symbolisieren die beiden Türme die Liebe und die Weisheit. Leider wurde die Säule der Liebe nur so groß wie die der Weisheit, aber sie wurde immerhin konkretisiert. Erst aus der Luft betrachtet ergibt die Form des Domes das Bild eines riesigen Kreuzes. Hören wir einmal in die Geschichte des Kölner Doms herein.

 

2.2.4.1 Der Kölner Dom

 

Als Imageträger ist er unschlagbar: der Dom Sankt Peter und Maria - wie der Kölner Dom mit vollem Namen heißt. Keiner kann dem Bauwerk entgehen, das in bester Platzhirschmanier aus jeder Blickrichtung die Stadt dominiert. Zugreisende überfällt die kolossale graue Steinmasse ohne Vorwarnung, kaum daß sie den Bahnhof verlassen. Doch nimmt offenbar niemand diese totale Dominanz übel: Die hochmittelalterliche Kathedrale der Erzbischöfe von Köln ist nicht nur Mittelpunkt der Stadt und millionenfach verwendetes Wahrzeichen der Rheinmetropole, sie ist für Kölner -egal ob geborene oder hinzugezogene -auch Identifikationsfigur mit ihrer Heimatstadt.

 

Dabei beginnt die Geschichte des Kölner Doms lange vor seiner Grundsteinlegung: als Karl der Große die Stadt 795 n. Chr. zur neuen Kirchenprovinz von vier Bistümern machte und damit seinen Freund und Vertrauten, den Kölner Bischof Hildebold, zum Erzbischof erhob. Hildebold wollte ein seiner neuen Stellung und der nun größeren Bedeutung der Stadt angemessenes Kirchenbauwerk. Er renovierte den bestehenden Dom und baute ihn aus. Doch rund fünfzig Jahre später vernichtete ein Brand diese Bischofskirche. Man begann rasch mit einem Neubau, der 870 geweiht wurde: der “alte" Dom.

 

Fast 400 Jahre lang erging es dem alten Dom wie fast allen Bauwerken mit ständig wechselnden “Bewohnern": Erzbischöfe bauten ihn aus, bauten um, bauten an und statteten ihn aus. Im 10. Jahrhundert erwarb zum Beispiel Erzbischof Bruno einige Reliquien: den Hirtenstab und die Gefängniskette des Heiligen Petrus.

 

Ein noch größeres Schnäppchen machte Erzbischof Reinald von Dassel 1164. Er brachte die Gebeine der Heiligen Drei Könige als Kriegsbeute aus Mailand mit. Damit war Kölns Ruf als Heilige Stadt begründet, denn für gläubige Katholiken stellt der Schrein mit den Drei-Königs-Gebeinen die einzig authentische Kultstätte der Geburt Christi dar - da es weder ein Grab Marias noch eines von Josef gibt.

 

Damit hatte Reinald von Dassel auch Aachen als Krönungsstadt einen Teil seiner Bedeutung genommen. Denn da die Heiligen Drei Könige als Urbilder jeglichen Königseins galten, wurde Köln zum einzigen Ort, in dem man König von Gottes Gnaden werden konnte. Zwar fanden die Krönungszeremonien weiter in Aachen statt, doch führte der Weg neuer Monarchen stets zuerst nach Köln - zum ersten aller Christenkönige. Kein Wunder, daß die Kölner vor Stolz fast platzten. Erzbischof Philipp von Heinsberg ließ 1211 einen angemessenen Behälter für die wertvollen Gebeine schaffen: Er beauftragte den Goldschmied Nikolaus von Verdun damit, den goldenen Dreikönigsschrein zu fertigen. Das erhöhte noch die ohnehin schon große Zahl der Neugierigen und Pilger, die in die Stadt und zu den Reliquien strömten. Der Plan, eine neue, größere Kathedrale zu bauen, wurde gefaßt, die Idee des gotischen Kölner Doms war geboren.

 

Neubau nach einem Brand

 

Wiederum beschleunigte ein Brand die Ausführung der Pläne. Der alte Kölner Dom wurde durch das Feuer vernichtet. So legte im August 1248 Erzbischof Konrad von Hochstaden den Grundstein für den Neubau. Seine Ziele waren äußerst ehrgeizig. Mit der größten Kathedrale der Welt, damals ausgelegt für mehr als 25.000 Menschen, also weit mehr, als die Stadt Köln Bewohner hatte, wollte er auch sich selbst ein Denkmal setzen. Den idealen Partner für seine Ideen fand Konrad von Hochstaden in der Person des ersten Dombaumeisters Gerhard. Er wollte den Kathedralenbau zum absoluten Höhepunkt führen und zeichnete, inspiriert von den französischen Vorbildern St. Denis, Amiens und Beauvais, einen Plan (ein fast 4 m hohes, noch erhaltenes Pergament, das heute zum Domschatz zählt), der die Grenze des damals technisch und wirtschaftlich Machbaren weit überschritt. 1322 waren der Chor und seine sieben Kapellen fertig gestellt und wurden geweiht, die Bauarbeiten an den Türmen hingegen gingen weiter. Rund 200 Jahre lang ging das gut, das Langhaus bis zum Laufgang und der Südturm bis zum dritten Geschoß entstanden. Doch 1560 entschloß sich das Domkapitel, den Bau einzustellen. Seit Luther die Ablaßdiskussion losgetreten hatte, waren die Spenden für den Dom immer geringer geworden. Dann hatten die Kölner für drei Jahrhunderte das, was die Berliner erst kurze Zeit ertragen müssen: die größte Baustelle der Welt.

 

Erst in der Romantik wurde der Dom wieder salonfähig. Nachdem das Rheinland auf dem Wiener Kongreß Preußen zugeordnet worden war, machte sich Friedrich Wilhelm IV. - ein Protestant - für die Vollendung der Kathedrale stark und sagte zu, einen Teil der Kosten zu tragen. Ab 1842 wurde weitergebaut, und 1880 feierten die Kölner im Beisein von Kaiser Wilhelm l. die Vollendung ihres Domes - nach 632 Jahren und zwei Monaten Bauzeit. Etwa zwei Drittel der Baukosten für den Weiterbau nach 1841, rund 7 Millionen Taler (was heute etwa 1,8 Milliarden DM entspräche), wurden von Kölner Bürgern aufgebracht. Sie gründeten 1841 den Zentral-Dombau-Verein, der auch für die Behebung der Kriegszerstörungen nach 1945 aufkam. 14 Bomben schlugen während des II. Weltkrieges in den Dom ein, insgesamt 13 Gewölbe wurden zerstört. Die Fenster aus dem Mittelalter und dem 19. Jahrhundert blieben jedoch erhalten – man hatte sie frühzeitig ausgebaut und ausgelagert. [41]

Versprach das Münster eine glorreiche Beziehung zum Herrn und konnte man damals davon ausgehen, daß Jesus endlich als der gütige Vater auch in der Bevölkerung verankert wurde, so unterblieb das jedoch durch den Investiturstreit, die schon erwähnte Simonie, sowie überhaupt durch den Handel mit religiösen Gütern. Köln, das unter Claudius I. im Jahre 50 nach Chr. zur  Kolonie ausgebaut- und das von ihm nach seiner Frau Aggripina benannt wurde, Colonia Aggripina, war im Verlauf der Jahrhunderte immer ein wichtiges Zentrum.

 

Im 2. Jahrhundert war es z.B. die Hauptstadt von Niedergermanien. Trotzdem vermochte es dieses Köln bis auf die Zeit des Meisters Eckharts nie, das eigentliche geistige Zentrum Germaniens zu werden. Wenn die früheren Deutschen sich einiger gewesen wären, und die gewisse “Frömmelei” als Vorstufe zur innigen Schöpferliebe überwunden hätten, dann hätte es mit dem Dom und daraufhin auch mit der Verlegung des geistig toten Zentrums von Rom nach Köln gelingen können. Die Deutschen würden somit auch geistig dokumentiert haben, was sie die Jahrhunderte über weltlich praktiziert hatten. Sie waren der Nährboden Europas und der legitime Nachfolger der Römer, soweit diese sich auf Jesus beriefen. Auch Martin Luther vermochte es nicht, die geistige Herrschaft der Römerkirche abzuschütteln. Als der Dom endlich 1880 fertig gestellt wurde, war es dafür schon zu spät. Warum das so war, werden wir später ergründen.

 

Hier nur kurz eine symbolische Deutung. Der Dom Sankt Peter und Maria wie der Kölner Dom eigentlich heißt, beruft sich auf Petrus und Maria. Wenn schon nicht auf Jesus, dann hätte er sich wenigstens auf Petrus und Johannes berufen sollen. Nicht, das man sich nicht an Maria wenden sollte, aber als der übergeordnete Dom, welcher dieser Bau damals ja sein sollte, hätte er sich auch auf die übergeordnete Liebe eines Johannes berufen müssen. Immerhin waren Johannes und Maria später zusammen; denn Jesus am Kreuze sagte zu Johannes: “Sieh, deine Mutter!”, womit er Maria meinte. Und zu Maria sagte er: “Sieh, dein Sohn!”

 

Damit meinte Jesus auch, daß die irdische Liebe mit der himmlischen Liebe im Einklang bleiben müßte, und dass die himmlische Liebe (Johannes) für die irdische Liebe (Maria) sorgen müßte. Johannes wurde damit zum Stellvertreter Christi. Es sollte also nicht der feste Glauben mit der irdischen Liebe zusammen bleiben. (Petrus und Maria)

 

 

2.2.5 Die frömmelnde Phase, die Blütezeit der Gotik

 

Albrecht Dürer, der 1471 – 1528 in Nürnberg lebte und Maler, Zeichner und Grafiker war, ist in seinem Genius ebenfalls auf einer Stufe mit Steinbach, dem Dombaumeister Gerhardt oder Goethe zu stellen. Verkörperte Steinbach die Steinmetzzunft und zeigte darin, was man durch Gott inspiriert alles mit Steinen machen konnte, so drückte Dürer dies kongenial in seinen Bildnissen aus. Dürer reiste zweimal nach Italien und wurde zuerst der Hofmaler von Kaiser Maximilian I, später dann von Kaiser Karl V.

Dürer beschäftigte sich ausgiebig mit der christlichen und altjüdischen Thematik und schuf durch seinen Bilderzyklus der Johannes Offenbarung ein herausragendes Werk. Er malte u.a. Lots Flucht aus Sodom, Christus am Kreuz, Joseph und Maria mit Jesus auf der Flucht nach Ägypten, wie Jesus ans Kreuz genagelt wurde, Jesusknabe mit Weltkugel etc. Das 15. Jhdt. war eine Epoche der Entdeckung, weil die Menschen, die aus dem zu engen Korsett des Glaubens heraus wollten, dieses nur in der Fremde tun konnten. Außerdem suchten sie in der Fremde Gott, den sie innerlich nicht mehr als Jesus hatten. In der Fremde hofften sie deshalb Gott zu begegnen.

 

Als sie ihn dann in den Völkern Südamerikas trafen, da hatten sie noch weniger Nächstenliebe und dachten nicht an Jesus, sondern nur an das Gold. Die spanische Inquisition nahm unter Karl erst recht zu, er setzte sie zeitweilig sogar in den Niederlanden gegen die Protestanten ein. Als der spanische Zweig der Habsburger (Karl V) auf diese Naturvölker traf und damit in ihrer Brüderlichkeit geprüft wurde, da versagten sie kläglich. Unter Karl V. wurde mit grausamsten Methoden das spanische Kolonialreich gegründet und 1521 Mexiko und 1533 Kolumbien erobert Der Versuch, das christliche Abendland unter seiner Vorherrschaft zu einigen, mißlang dagegen, weil sich Karl der V. auf den Reichstag zu Augsburg gegen die Protestanten stellte und im wesentlichen die kaufmännischen Interessen der Fugger vertrat, mit deren Geld er schließlich zum Kaiser gewählt worden war. Die Fugger finanzierten denn auch die Kriege gegen die Protestanten. Karl benötigte für seine Kriegsführung immer mehr Geld von den Fuggern sowie das Gold aus den spanischen Kolonien, bis er sie und damit auch das spanische Reich schließlich an den Rand des Ruins brachte.

 

J. Lorber schrieb in seinem Tagebuch (Himmelsgaben I, Seite 56) z.B. darüber: “Siehe, es gibt kein Land gleich diesem (Spanien), das du nanntest, welches mehr der schändlichsten Hurerei getrieben hätte, leiblich und geistlich, und mehr als dieses verbrannt und gemordet hätte Meine unschuldigen Kindlein zu allen Zeiten. Könntest du sehen und zählen wie Ich, wie viele unschuldige Mägdlein von den überfalschen Horden der Mönche geschändet und dann lebendig begraben und eingemauert wurden, wie viel Knaben der sodomitischen Unzucht geopfert wurden; zu wie vielen tausend und tausendartigen unerhörten Schändlichkeiten, Betrügerein und Gräueln man vorzüglich geistlicherseits seine niederträchtige Zuflucht nahm, um auch nur einen geringen zeitlichen Zweck zu erreichen; wie man da öffentlich fluchte über Mein geschriebenes Wort, weil es nicht passen wollte als Unterlage aller erdenklichen Gräueltaten – dann würdest du wohl sehr klar gesehen haben, wonach daselbst Mein sein=sollender Dienst gestrebt und gerungen hat!”

 

Karl V. trug mit seinem Hochmut einen maßgeblichen Anteil daran.

 

Dürer wuchs also in eine stürmische Epoche hinein und hielt doch in aller Ruhe und Konsequenz am Heiland fest. Diese innere Ruhe sieht man seinen Bildern an. In ihnen liegt ein überirdischer Ernst. Seine Figuren strahlen auch eine große Würde aus, vor allem sind sie gut bekleidet und wirken deshalb trotz aller Leiden irgendwie vorwurfsvoll, weil dieses innere Leiden im Widerspruch zu der äußeren eleganten Erscheinung steht. Seine Farben sind klar und leuchtend, die Gestalten wirken erhaben und teilweise durchgeistigt, ihre Haltung ist fromm. Aber wieso steht das geschilderte Leid, welches man nur in der Mimik und Gestik der Hände sieht, so in Widerspruch zu der äußeren Erscheinung? Dieser scheinbare Widerspruch löst sich auf, wenn man erkennt, wie es Dürer darum geht, daß diese Leiden als von einer unsichtbaren Macht von außen kommend, völlig überraschend und in ihrer Grausamkeit auch unverdient eine fromme Menschheit überfällt und diese straft, obwohl sie sich doch keiner Schuld bewußt ist. Wieso passiert das gerade uns, mögen seine Protagonisten ziemlich ratlos fragen: “waren wir denn nicht fromm genug?” Auch überhöhte Dürer durch diese prunkvolle Darstellung die abgebildeten Gestalten und riß sie aus dem alltäglichen Lebenskampf und Elend auch seiner Zeitgenossen heraus. Ihren inneren Seelenreichtum stellte er ähnlich wie die katholische Kirche auch äußerlich reich dar, obwohl die damalige Kirche diesen Seelenreichtum nicht mehr innehatte. Aber anders konnten sich die damaligen Menschen dieser Thematik auch nicht zuwenden und verstanden die demütige und unscheinbare Liebe Jesu nicht mehr.

 

Trotz allem Licht, d.h. Verstand vermochten es die Leute damals also nicht, ihr Schicksal zu erkennen.

 

In all seinen Ölgemälden kommt dieses gewisse unschuldige naive Glaubenselement zum Tragen. Seine Gestalten wirken auch deshalb nicht wie aus dem Leben gegriffen, wirken nicht von Arbeit gezeichnet und schmutzig, sondern erscheinen mit einigem Abstand wie schon überhöhte Gestalten. Die Geschichten, die sie erzählen, kann man deshalb nur aus ihrer Gesichtsmimik sowie den Gesten ihrer Hände erahnen, mit denen sie dem Betrachter nur ihre Ratlosigkeit zeigen. So, als wenn sie wie weiland Hiob fragen würden: “was habe ich gesündigt, was habe ich getan, du Wächter der Menschheit?”

 

“Warum werde ich so von Dir geprüft?” Die Deutschen, die in dieser frömmelnden Phase stecken, warten gleichsam auf die Erlösung durch den Herrn, aber wie damals bei Hiob dem Gerechten, so fordert Er auch hier Geduld und demütiges Ertragen dieser Lebensprobe. Er will, dass die Menschen, seine Kinder, alles von Ihm in Liebe nehmen und ertragen, damit sie so in der Leidenszeit ihre Stärke und Liebe zu Ihm erproben können und vertrauensvoll durchhalten, um so ihre momentane Stufe der gläubig frommen Gerechtigkeit zu überwinden, und selbst in dieser schwierigen Zeit Liebe, Seine Liebe, spenden zu können.

 

Denn später, in der Zeit, wo die Gerechten über die Leidenden Gericht halten, können diese Gerechten vor Gott nicht mehr bestehen, wenn sie selber diese Leiden nicht kennen und diese Menschen mit Liebe betrachten. Diese Leiden selber kennen bedeutet jedoch, daß sie dann auch wissen, wie sie selbst nicht viel zu ihrer Überwindung beigetragen haben, sondern vor allem nur Gott, d.h. hier Jesus, vertraut haben. Hiob vertraute Gott, auch wenn er nicht verstand, warum das alles geschah. Aber aus der Bibel wissen wir, wie Satan Gott den Vorwurf machte, Hiob alle Fähigkeiten gegeben zu haben und dieser deshalb durch Jehovas Protektion nichts zu beanstanden hatte.

 

Um diesen Vorwurf auszuräumen, deshalb durfte der Satan Hiob prüfen. Hiob, in Unkenntnis dieser Sachlage, genau wie Albrecht Dürer und die damaligen Deutschen, tat sich bei seiner Prüfung schwer, die Deutschen taten sich allerdings weitaus schwerer.

 

Die Deutschen jedenfalls beklagten sich und wandten sich von Jesus ab. Aber auch heute, wo sie sich körperlich nicht mehr beklagen können, wenden sie sich von Ihm ab.

 

Wie ausgeprägt dieser Hang zur Frömmigkeit war, ist für uns kaum noch vorstellbar. Um es ein wenig nachvollziehen zu können, hören wir einmal in diese Zeit hinein.[42] 

 

“Das religiöse Leben des späten Mittelalters (15 Jhdt) ist gekennzeichnet durch eine Fülle verschiedenster, vielfach bis zum Widerspruch gegensätzlicher Äußerungen und Formen der Frömmigkeit” (F. Machilek), wobei diese Unterschiede nicht allein geographische Gründen haben, sondern vor allem inhaltlicher Natur waren, sind doch die Motive zu frommen Handlungen recht unterschiedlichen Ursprungs gewesen. In enger Verbindung dazu steht der Kirchenbegriff, denn das ursprüngliche Bild von der Kirche als “Braut Christi” wurde von den Kirchenvätern zum Bild von der “Mutter Kirche” erweitert, um schließlich im Spätmittelalter von der Vorstellung der Kirche als “Heilsanstalt” abgelöst zu werden. In jedem Augenblick war den Menschen die überirdische Welt gegenwärtig, und die Erregung über die Schrecknisse und Notzeiten dieser Epoche “steigerte das Bewußtsein der Abhängigkeit und die Sehnsucht nach dem Einklang mit den himmlischen Mächten.” (B. Moeller)

 

Erschütterungen aller Art wie Krieg, Hungersnot, Naturkatastrophen und Seuchen bewirkten eine Unsicherheit und verstärkten das allgemeine Streben nach Heilsversicherung. Deshalb suchte man wohl nicht in erster Linie die Kirche als solche, sondern ihren Heilsbesitz. Die Menschen ergriffen deswegen – in der Sorge um ihre Seligkeit – die von der Kirche angebotenen Formen des religiösen Lebens und die Möglichkeiten der Frömmigkeitsübung, was insbesondere in einer augenfälligen quantitativen Steigerung der Devotion seinen Ausdruck fand. Diese äußerte sich in der Anhäufung von Gebeten und Andachtsübungen, in der Vervielfachung der Festtage, in dem Bemühen der Gläubigen, in bestimmten Anliegen des Schutzes und der Fürsprache möglichst vieler Heiliger gleichzeitig teilhaftig zu werden.

 

Aus einer solchen Überlegung legte der Wiener Bürger Ulreich der Wild 1416 in seinem Testament fest, dass für ihn nach seinem Tod 500 Seelenmessen zu lesen sind. Graf Werner von Zimmern ließ für sich 1483 sogar 1000 Seelenmessen lesen, und Kaiser Friedrich III. vermeinte sein Heil mit der Stiftung von 30 000 Seelenmessen zu erlangen, durchwegs ergreifende Gewaltanstrengungen, die von der Kirche eröffneten Möglichkeiten frommer Leistungen bis zum Letzten auszuschöpfen.... Dazu gehörte auch die Gepflogenheit, von einer Kirche in die andere zu eilen und jeweils nur an der Elevation (Hochheben) der Hostie teilzunehmen, weil dieser Moment als der Kern des Gottesdienstes angesehen worden ist... Das macht die heftigen Reaktionen der Menschen auf wirkliche oder auch nur vermeintliche Hostienschändung verständlich...... Die städtische Bevölkerung und in gewissem Maße auch die ländliche Gesellschaft hatten sich durch ihre Werktätigkeit einen Platz in der Gesellschaft gesichert, und zwar durch Leistungsökonomie. Im Denken dieser Generationen war es nur allzu verständlich und konsequent, sich auch den Himmel durch religiöse Leistung zu erwerben. Das Verständnis der Zeit für die Ablaßleistung, das Anhäufen von Reliquien, die zahllosen Stiftungen und die Wallfahrtsleistung rührt von dieser ökonomischen “rechnerischen” Einstellung und war Ausfluß einer neuen, frühkapitalistischen Kaufmannsmentalität. In diesem Zusammenhang müssen die umfangreichen Sammlungen von Reliquien gesehen werden, die in den ersten beiden Dezenien des 16. Jhdts. entstanden sind und bei denen häufig der Wunsch maßgebend war, sich einen Riesenzeitraum von Ablaß zu sichern. Kardinal Albrecht von Brandenburg brachte es, wie er meinte, in Halle auf 39 245120 Jahre! Für den Kardinal bestand der Wert seines um 1500 angelegten Reliquienschatzes von über 30 000 Objekten ebenso “in der vermuteten Authentizität der verehrungswürdigen ... Überreste, zugleich aber auch in der materiellen Kostbarkeit der Behältnisse.” (J. Rasmussen) Der Nürnberger Nikolaus Muffel, der 1468 ein Gedenkbuch verfaßte, berichtet darin vom eifrigen Sammeln der Reliquien.

 

Es bereitete ihm Schmerz, daß es ihn in 33 Jahren nicht gelungen war, für jeden Tag des Jahres ein Stück zu besitzen, weil er dann pro Tag einen Ablaß von 800 Tagen erlangt hätte. Bis zu seinem Tod brachte er es immerhin auf 308 Reliquien. Es war gleichsam eine meßbare und wägbare Leistung, ebenso wie man schon seit dem 14. Jhdt. Gebetsleistungen in den “heiligen Längen” absolvierte, und zwar nach Gebetsstreifen von der vermeintlichen Körperlänge Christi oder Mariens; diese Streifen verbreiteten sich trotz kirchlicher Verbote rasch......Mit der Zurschaustellung von Heiligtümern war ein Ablaß verbunden, der von Papst Clemens VII. am 11. Juli 1391 erteilt worden war. Man hat damals z.B. den Gläubigen zu verstehen gegeben, daß sie sich sieben Tage in München aufhalten müßten, nur dann werde die Buße wirksam. Burkhard Zink, Augsburger Chronist und Kaufmann, nennt den wahren Grund für dieses Hinhalten der Pilger: “es war alles nur um das Gelt zu tun.”

 

...Der Zug zur Massenhaftigkeit, wilde Erregtheit und krankhaft überhitzte Phantasie lösten oftmals entsetzliches Gedränge aus. Bei den Heiltumszeigungen brachen unter der Last der Gläubigen aufgestellte Gerüste zusammen, Dächer wurden von den Platz-Suchenden abgedeckt, Menschen im Gewühle erdrückt oder fanden wegen Überfüllung eines Fährschiffes den Ertrinkungstod.

 

Soweit ein kleiner Auszug der Studie.

 

So skurril frömmelnd einerseits, aber so distanziert andererseits, kann man auch das Verhältnis der Deutschen des 14 und 15. Jhdt. zu Jesus bezeichnen. Während alle Welt im Wandel begriffen ist, während der Handel der Nationen untereinander beträchtlich zunimmt, woraufhin die Hanse entsteht, während das Lateinische als Kultursprache allmählich vom Deutschen entthront wird, nimmt auch der “lebendige” Glaube der Deutschen zu Jesus ab. Er artet nämlich durch die Duldung und den Eingriff seitens Rom zu einem völlig unkontrollierbaren Geschäftsgebaren aus und schlägt somit ins Gegenteil um. Der Glaube wird zum Ablaßhandel umgemünzt, gegen den Luther so vehement predigt. Die lichtvollen gotischen Bauwerke werden damit immer weniger, der Bau des Kölner Doms wird eingestellt. Gibt es beinahe den weltumspannenden Handel der Hanse, mit einer extrem kaufmännischen Gesinnung, so gibt es ebenfalls einen weltumspannenden Glauben mit religiösen Handelsartikeln, gibt es dieselben Prinzipien von Angebot und Nachfrage nach Reliquien und Wallfahrtsorte.

 

Durch diese neue kaufmännische Komponente innerhalb der Religion nimmt diese kaufmännische Beziehung nach Rom hin zwar zu, dafür aber nimmt die geistige Bedeutung desselben Roms weiterhin ab. Es ist nicht mehr vorstellbar, daß sie sich auf Jesus beruft. Schon seit Jahrhunderten wird nach einer Reformation der römischen Kirche gerufen, die dringend notwendig ist, weil sie die Sehnsucht der Gläubigen nicht mehr befriedigen will und kann. Stattdessen befriedigt sie die Sehnsucht nach Konsumgütern, betrügt dafür jedoch die Sehnsucht um Jesus. Hier im Spätmittelalter treten rauschhafte Zustände der Begeisterung nach geistigen und weltlichen Konsumartikeln auf. Es wird ein unglaublicher Handel betrieben, der sich hinter dem der Neuzeit nicht zu verstecken braucht, die Mobilität der Menschen ist ebenfalls neuzeitlich. Im Durchschnitt wechselt der Bürger alle 10 Jahre seinen Wohnort. Selbst Kaiser und Könige, Landesfürsten und Grafen übten seit dem 12. Jhdt. eine “ambulante[43]”  Reiseherrschaft aus. Es fehlte eine einheitliche Metropole. Das Reich kam einfach nicht zur Ruhe und konnte deshalb weder ein geistiges, noch ein weltliches Zentrum ausbilden. Das Reich fand nicht die Ruhe und Kraft in Jesus, es fand seine seelische Ruhe nicht.

 

Diese frühlingshafte Begeisterung des frühen Mittelalters setzte sich bis in die Sommerzeit fort, setzte sich bis ins Spätmittelalter fort und ließ die Menschen vor hektischer Betriebsamkeit den Schöpfer vergessen. Der unmittelbare Bezug zu Jesus ging im Spätmittelalter verloren und schaffte dadurch die eingangs erwähnte Distanz und Dunkelheit. Die dunkle Epoche des 16. Jhdts mit seinen Hexenverbrennungen konnte so nahtlos folgen und war die Konsequenz dieser hektisch nach außen strebenden Frömmigkeit. Es wurde ganz einfach versäumt, sein Innenbereich zu öffnen, sein Herz gegenüber dem Nächsten zu öffnen. So konnte der prunksüchtige Außenbereich gegenüber dem demütigen Innenbereich triumphieren.

 

Die Herrscher, die diese Betriebsamkeit abstellen wollten, um diese an Haupt und Gliedern völlig kranke Kirche zu reformieren, unterlagen der kaufmännischen Kirche so wie Kaiser Heinrich IV. , oder wie Kaiser Friedrich I. und II., später Joseph II. Auch als die Habsburger später Wien als Sitz ihrer Monarchie auswählten, schufen sie damit lediglich nur eine von zwei Grundbedingungen. Die an sich wichtigere, einen eigenständigen geistigen Ort für die Kommunikation mit den Herrn zu schaffen, eine intime Beziehung zu Jesus zu schaffen, vergaßen sie schlicht und einfach, obwohl sie aus der Geschichte wußten, wie und warum es die Juden und später die Römer taten.

 

Natürlich fehlte es nicht an kritischen Stimmen. Aber sie fanden vor Martin Luther kaum Gehör. Martin Luther, der ein Zeitgenosse Albrecht Dürers war, bleibt es vorbehalten, mit seinen 95 Thesen diese römische Struktur zu erschüttern. Aber leider wankte die Kirche nur, es änderte sich jedoch nichts Grundlegendes. So wurde das Problem nur bis zum Ausbruch des 30-jährigen Krieges einhundert Jahre später vertagt.

 

Die Deutschen bleiben innerlich  gespalten. Während privat ein starker Jesus-Glaube mit einer enormen Frömmigkeit vorhanden ist, der sie auch zum geistigen Nachfolger von Rom legitimiert, halten sie aus Trägheit und falschem Obrigkeitsgefühl trotzdem noch an die unhaltbaren Zustände in Rom fest und betäuben sich dafür mit einer rastlosen Suche nach Reliquien, dem Aufsuchen von Wallfahrtsorten, sowie den unseligen Kreuzzügen. Darunter leidet diese intime Beziehung zu Jesus und der wahre Glaube erlischt allmählich. Luther übersetzt sogar noch die Bibel aus dem lateinischen ins deutsche und begründet damit die Unabhängigkeit der Deutschen, die sich in geistiger Beziehung endlich von den Römern freistrampeln wollen. Weil das Deutsch noch so urtümlich war, hatten die gebildeten Schichten vorher alle Latein gesprochen und studiert, so das Luther bei seiner Übersetzung noch keine voll ausstrukturierte deutsche Sprache zur Verfügung stand. Aber ab dem 14. Jhdt. und nicht zuletzt durch Luthers Bibelübersetzung verdrängte Deutsch allmählich das Latein. Im 15. Jhdt. wurde Deutsch erstmals die offizielle Sprache und Schriftsprache zuerst in Thüringen und Sachsen, in Leipzig und Wittenberg, dann überall. Damit sind Thüringen und Sachsen als das eigentliche Kernland der deutschen Sprache anzusehen.

 

Das Deutsche mußte deshalb auch ein Sammelsurium von lateinischen Ausdrücken übernehmen, die sich bis ins 19 Jhdt. hielten. So wurde z.B. die lateinische Deklination beibehalten. Man deklinierte lateinisch und sprach also nicht so wie heute von Jesus, sondern von Jesum, Jesi, je nach Satzstellung. Erst viel später kam dann der sächsische Genitiv, wo es z.B. nicht mehr Jesi, sondern Jesus hieß.

 

Auch war es Pflicht für bedeutende Künstler und Herrscher, sich nach Italien zu begeben, um dort auf eine höhere weltliche Reife vorbereitet zu werden. So war Dürer z.B. zweimal in Italien, genauso wie später Goethe. Ein durchschnittlicher Kaufmann bringt es auf unzählige Auslandsreisen, wie es das Tagebuch des Augsburgers Lucas Rem von 1491-1541 zeigte.

 

Nach Aufenthalten in Leipzig und Ulm erlernte Rem in Venedig die italienische Sprache und wurde in Rechnen und Buchführung ausgebildet. Im Alter von 17 Jahren trat er in den Dienst von Anton Welser und wird in Mailand, Padua, Verona, Lyon eingesetzt. In 73 Tagen reiste er nach Paris, Rouen, Brügge u.a.. Im Dezember 1500 brach er von Lyon nach Genf, Fribourg und Bern auf und kehrte im Januar wieder nach Lyon zurück, wobei alle diese Reisen zu Pferd geschahen. Später kam er nach Spanien, Portugal, Schweiz und Niederlande.

 

Hier in der zweiten Epoche der Selbstfindung der deutschen Nation, die innerhalb ihrer geistigen Struktur Jesus entdecken sollte, um von seinem Geist durchtränkt die Länder zu befruchten, damit das übergeordnete Ganze auch überlebensfähig blieb, verzettelte sie sich und unterlag geistig dem schon dekadenten Rom, sie unterlag seinem weltlichem Charme, seinem Glanz und Gloria. Daraus erwuchs später die Reformation mit der Spaltung der christlichen Kirche.

 

Obwohl also schon im 8. Jhdt. unter Karl dem Großen ein vielversprechender Anfang gemacht wurde, der im 10. Jhdt. unter den Kaisern Otto I., Otto II. und Otto III. fortgesetzt wurde, die Rom dahingehend beherrschten, daß sie die jeweiligen Päpste einsetzten und Otto I. sogar mit dem oströmischen byzantinischen Reich und seinem weströmischen Heiligen Reich eine Vereinigung anstrebte, unterlagen auch diese frühen Kaiserreiche den Intrigen und oftmals mußte der Vater gegen den Sohn und umgekehrt usurpieren. So mißrieten diese vielversprechenden Ansätze und die Vereinigung des oströmischen mit dem weströmischen Reich unter der Regie der Germanen konnten genauso wenig realisiert werden, wie die frühe deutsch/italienische Allianz von Otto dem III., der Rom zu seiner geistigen und weltlichen Metropole machen wollte. Aber um diese Zeit von 962 bis 1002 war zumindest der Wille der Germanen zu spüren, auf der Basis der Nächstenliebe die geistigen und weltlichen Geschicke des frühen Europas zu lenken.

 

Da aber, wie schon mehrfach betont, diese Nächstenliebe noch zu sehr von der Eigenliebe blockiert wurde, konnte sich damit auch keine eindeutige Vorrangstellung der Seele gegenüber dem Körper durchsetzen.

 

Mit dem weiteren Versagen der Salier (Heinrich IV.), anschließend der Hohenstaufer (Friedrich I., Friedrich II. und andere) den Jesusgeist besser umzusetzen, geriet die Kaiserkrone wie schon kurz erwähnt, dann über schlechte Zwischenlösungen an das Geschlecht der Habsburger, die sich als gotteserfüllter erweisen sollten und wenigstens einen von zwei Ruhepole schafften.

 

Rudolf von Habsburg wurde 1273 deutscher König und weil er in Jesus Gott erkannte und ihn auch liebte wurde er auch gesalbt zum Leiter der Völker und bekam von Ihm auch das Erbrecht für seine Nachkommen, so daß von 1438 bis 1806 die Habsburger die Kaiserkrone trugen. 27  Erst als Kaiser Karl VI. 1711 deutscher Kaiser wurde, erlosch die Jesusliebe und nur weil seine Tochter Maria Theresia eine Umkehr einleitete, durfte das damalige Österreich fortbestehen. Ihre Nachkommen wurden die späteren Kaiser. Unter Karl dem VI. wurden die Protestanten auf das grausamste verfolgt und mit ihm hatte Rom seine stärkste Waffe gegen seine Feinde.

 

Karl war hochmütig und grausam und haßte das arme Volk. Nur der eitle Prunk konnte bei ihm bestehen. Durch seine Verfehlungen seinem Volk und Gott gegenüber, erlitt die geistige Beziehung zu Jesus einen ungeheuren Schaden. Die deutsche Nation kam zwar endlich nach Jahrhunderten der hektischen Betriebsamkeit zu einer gewissen Ruhe und fand in Wien ihre weltliche und geistige Metropole, aber als sie ihrer geistigen Aufgabe nachkommen sollte, da versagte sie unter Karl VI. kläglich. Weltlich untermauerte sie diesen Anspruch gegen Feinde, aber geistig verlor sie ihn an Rom.

 

Wenn man so will, kann man von einer geistigen Tragödie sprechen, weil es die Deutschen Kaiser nicht vermochten, sich dem dekadenten Einfluß Roms (dem simonitischen Petrus- und dem frömmelnden Mariakult) zu entziehen. Erst im 17. Jhdt. hatte Kaiser Joseph II. das damalige Rom völlig durchschaut, und diktierte über den Erzbischof Migatzki dem Papst, der von ihm abhängig war, aber leider regierte er nur 10 Jahre allein als Kaiser, während er vorher nur Mitregent seiner frömmelnden Mutter war. Sein Bruder Leopold I. sowie dessen Sohn, Kaiser Franz, führten diese josephinischen Reformen dann auch nicht weiter. Das Volk mußte unter dieser Unfähigkeit leiden. Die Beziehung zu Jesus blieb unter den deutschen Herrschern darum so merkwürdig zwiespältig und distanziert, ein deutscher Gottestempel als geistiger Einheitssitz und Verbindungsglied zum Schöpfer fehlte weiterhin. Aber hier im 17. Jhdt. wurde versäumt, Rom zu disziplinieren oder in Schutt und Asche zu legen. Die Deutschen legten eine merkwürdige Schwäche zu Tage, wenn es um Rom ging und unterlagen regelmäßig seinen Infiltrationen.

 

Das alte Germanien, welches früherer Vasall Roms war und von den alten Römern noch Kultur und Religion übernahm, hatte eine unerklärliche Scheu davor, den schwächeren Nachfolgern der Römer, den Italienern, auf die Finger zu klopfen, während doch die alten Römer schon im Jahre 70 n. Chr. keinerlei Scheu hatten, ganz Jerusalem mit einem noch viel größeren Tempel als zu Rom in Schutt und Asche zu legen. Diese Scheu bzw. Unfähigkeit der Deutschen sich eindeutig auf die Seite des Herrn zu stellen, reicht bis in die heutige Zeit. Selbst heutzutage noch bekommt der Vatikan bedeutende Summen der deutschen Katholiken vom deutschen Staat eingezogen und freiwillig nach Rom überwiesen, obwohl mit diesem Geld viel besser die Nächsten, sprich die eigene notleidende Bevölkerung, versorgt werden könnte.

 

Insgesamt war es also wie bei Karl dem Großen, der Neid und die Mißgunst der deutschen Könige und Herzöge untereinander verhinderten, daß sich Deutschland in dieser wichtigen Phase ganz eindeutig zum Herrn kehrte. Aus dieser deutschen Zwietracht heraus bildete sich dann später die Katastrophe des 30-jährigen Krieges.

 

Wer nun meint, die evangelische Kirche sei in Bezug auf Jesus schlauer gewesen und hätte mehr erreicht, der irrt gewaltig. Ja, ganz am Anfang hat sie eine große geistige Kraft entfaltet und konnte zum Teil die Hoffnungen der Massen auffangen. Später jedoch, als sie endlich der rechtmäßige Nachfolger hätte werden können, versagten nicht nur die Habsburger und hielten mehr zum Papst als zum deutschen Volk, sondern die Protestanten ritten zu sehr auf der falschen Seite der Aufklärung. Die Habsburger, die schon damals eine multikulturelle Herrscherfamilie waren und die auf ihre Weise so fromm waren, wie die Gemälde Albrecht Dürers ihrerseits, vermochten es genauso wenig wie er diese Vorstufe der Frömmigkeit zu überschreiten und sich ganz dem Herrn Jesu hinzugeben. So verharrten sie allzu lange auf dieser Stufe und überließen diese Intimität zum Herrn leider nur Rom, das daraus entsprechend Kapital zu schlagen wußte. Somit wendeten sich die habsburgischen Kaiser bis auf Josepf II. von der deutschen Unabhängigkeitsbewegung, die im lutherischen Protestantismus ihre Triebkraft hatte, ab und schufen so die Voraussetzungen für eine geistige und weltliche Spaltung.

 

Wie wir von Jakob Lorber wissen 28, war diese Habsburger Dynastie äußerst romhörig und stärkte damit den römischen Papst, wo sie nur immer konnte. Angesichts dieses habsburgischen Defektes konnte der evangelische Glauben nicht mehr richtig im gesamten Volk verankert werden und Jesus wurde schlicht und einfach unter einem frömmelnden katholischen Regel- und Liturgiewerk vergessen. Damit einher ging ebenfalls das Vergessen und Verleumden seiner Propheten. Jakob Böhme, 1574 – 1624, der visionäre Schauungen ähnlich wie Hildegard von Bingen hatte, wurde von der Kirche als Häretiker beschimpft und mußte in Dresden Asyl suchen. Seine Werke, wie z.B. “Aurora, die Morgenröte am Aufgang”, waren vom Gottesgeist durchdrungen und wollten das Volk im Sinne Jesu wieder enger an ihn anbinden. Aber dessen Herrscher wußten es leider zu verhindern.

 

 

2.2.6 Die Epoche der Aufklärung

 

Im Herbstzeitalter dieser deutschen Nation ging es so weiter wie bislang. Die Zeit vor dem 30-jährige Krieg verschärfte diese Situation noch beträchtlich und zeigte der Nation nur ihre Unfähigkeit, einmal das eigene Volk mit dem Jesusimpuls zu prägen; zum andern zeigte es auch, wie erfolglos solch eine Nation anschließend seine völlig konfusen Nachbarn bändigen konnte. Die innere Zerrissenheit der deutschen Nation griff auf das Ausland über und verschärfte den Konflikt, bis er sich in einer gewaltigen Explosion entlud und der 30jährige Krieg begann, der darum hauptsächlich auf deutschem Boden ausgetragen wurde.

 

Dänemark, Schweden und Frankreich nahmen diesen religiösen Konflikt zum Anlaß, um die Vorherrschaft der Habsburger zu brechen. Da sie noch weniger “Jesusgeist” besaßen, gelang es aber ihnen nicht. Aber immerhin wurde die religiöse Spaltung innerhalb Europas etabliert. Der Süden Europas blieb katholisch, der Norden blieb protestantisch und mitten durch Deutschland verlief diese Glaubensfront. Nun, das war erst die Nord-Süd Linie. Als die West-Ost Linie 1961 mit dem “Eisernen Vorhang” folgte, hatte Deutschland auch historisch sein Gesamtkreuz für 28 Jahre zu tragen. 1648 wurde im westfälischen Friede die Gleichberechtigung zwischen Protestanten und Katholiken vereinbart, gerade noch rechtzeitig, denn die Türken schickten sich an, in das entstandene Machtvakuum zu stoßen. Sie standen 1683 vor Wien. Leopold I. besiegte sie schließlich und setzte die Tradition der Habsburger fort.

 

Die entscheidenden Jahre hier im Herbstzeitalter des deutschen Volkes waren zwischen 1770 – 1840. In dieser Zeit artikulierte sich gerade unter den deutschen Dichtern erneut die Sehnsucht zu unserem Schöpfer. Sie ergab sich als emotionale Gegenbewegung gegen die verstandesmäßige Aufklärung der Rationalisten und fühlte in sich diese Sehnsucht als ein starkes Drängen. Diese Periode wurde denn auch als “Sturm und Drang” bezeichnet und wurde maßgeblich in Gang gebracht, nachdem sich Herder und Goethe 1770 in Straßburg getroffen hatten. Allerdings war diese Sehnsucht noch ziemlich unklar und mußte erst noch in die entsprechenden Kanäle geleitet werden. Allerdings vermochten es unsere damaligen Geistesgrößen nicht, diese Richtung auf Jesus hinzulenken.

 

Sie spürten als Dichter schon, wie sich dieser weltliche Einfluß Roms auch nachteilig auf den “deutschen Geist” auswirkte und wandten sich deshalb sogar von der römischen Religion, und somit von Jesus ab. Sie fanden dann in der griechischen Mythologie einen ihn unverdächtig erscheinendes Vorbild, ohne zu realisieren, daß sie sich damit von ihrem “Geist” abschnitten. Da jedoch tote Götter nicht beleben und deshalb auch nicht begeistern können, ging dieser Bewegung folgerichtig die Puste aus. Nach dem Tode Schillers erlosch sie allmählich, hatte jedoch noch soviel Kraft, daß sie noch bis in die Jahre um 1870 hinreinragte und maßgeblich zum Weiterbau des Kölner Doms beitrug.

 

Die Sehnsucht kanalisierte deshalb in die falsche Richtung und konnte nicht mehr so belebend wirken, wie sie es hätte sein müssen. Warum war das so?

 

Ein wichtiger Grund lag in dem damaligen Erziehungssystem des Jesuitenordens, die das Unterrichtsmonopol besaßen und der 1534 von Ignatius von Loyola gegründet wurde, um den Ruhm Gottes zu erhöhen. Diesem Orden ging es hauptsächlich um die Vormachtstellung der Katholiken gegenüber den Reformatoren, weshalb er sich auch höchst antireformatorisch benahm. Weil jedoch die damalige Sehnsucht aus der reformatorischen Richtung eines Luther , Hus, Calvin, etc. herrüberschwappte, wurde diese Sehnsucht, die primär auf Jesus ausgerichtet war, von den Jesuiten ebenfalls bekämpft.

 

Die Furcht der Jesuiten war es nun, wie eine patriotische Dichterbewegung in sich als Kern Jesu Liebe entdecken könnte, um dann anschließend das ganze Volk mitzureißen. Dann wäre es mit der Herrschaft der Jesuiten vorbei, die es verstanden hatten, einen weltumspannenden Handel aufzubauen, die es auch verstanden ein Land gegen das andere auszuspielen. Denn die Jesuiten wußten, daß sie ihre Existenz nicht der Liebe Jesu verdankten, sondern dem Licht der Weisheit. Alles was an die Liebe und Sehnsucht von Jesus appellierte, war ihnen deshalb suspekt. Darum begannen sie diese Jesus-Sehnsucht durch ein groß angelegtes Erziehungssystem abzuleiten und lenkten sie in die ungefährlichen Gewässer der Klassik bzw. der Antike um. Wie J. Lorber in seinen Werken ausführt, wirkten die Jesuiten damit wie Wolfsmenschen vor dem Königsthron.[44]

 

In diese Zeit fällt auch die Gründung des Illuminaten-Orden durch den Ingolstädter Jesuiten Adam Weishaupt am 1. Mai 1776. Wie der Orden der Jesuiten, so bezog auch er sich auf den alten Geheimorden in den Pyrenäen, den Alumbrados, was übersetzt die Erleuchteten, bzw. die Illuminierten heißt. Obwohl er offiziell mit dem Jesuiten-Orden brach, arbeitete er doch insgeheim mit ihm zusammen und schuf durch ein fein ausgeklügeltes Geheimprinzip eine sehr mächtige Organisation, welche alle damaligen Monarchien bedrohte.

 

Als Weishaupt in dem Frankfurter Freiherrn von Knigge, den bekannten “adeligen Proletarier”, einen glühenden Verbreiter seiner Ideen fand, wurden bald die edelsten Männer aus ganz Norddeutschland, insbesondere aus Preußen und Sachsen, in den Bann des Ordens gezogen. Die höheren Offiziere, die höheren Beamten verfielen dem Orden ebenso wie alle großen Denker und Dichter. Durch Knigge und den Darmstädter Geheimrat Bode zu Weimar, zwei hervorragende Mitglieder des Freimaurerordens, gewann Weishaupt, der selbst im Jahr 1777 in München Mitglied einer Freimaurerloge war, Einfluß auf die Logen der strikten Observanz.....

 

Da der Orden in seinem untersten Grad bereits höhere Weisheit gab, als der Freimaurerorden in seinem höchsten, so setzte sich der Illuminatenorden dem der Freimaurer als ein neues Hochgradsystem auf, und dadurch wurde der an sich dem edelstem Streben zugewandte Freimaurerorden in der verhängnisvollsten Weise bevormundet. (H. Ahlwardt) Knigge als heller Kopf durchschaute bald Weishaupt und warf ihm vor, nur ein verkappter Jesuit zu sein. Der ganze Haß und die Rache der Jesuiten richtete sich gegen Joseph II. wegen der im Jahr 1773 auf Betreiben der innerkirchlichen Konkurrenz und ihres feudalen Anhangs erfolgten Aufhebung des Jesuitenordens. Sehr bezeichnend ist nun, daß die praktischen Maßnahmen dieses edelsten Kaisers auf dem Habsburger Thron ganz in den Richtlinien der Jesuiten-Rache gelegen war, so daß er unbewußt die Geschäfte des Jesuitenordens mit besorgt hat. Joseph II hob nicht weniger als 900 Klöster der Karthäuser, Eremiten, Trinitarier, Karmeliter, Kapuziner, Paulaner auf und verlangte von den Bischöfen den Eid der Treue, wodurch er die päpstliche Macht knickte, die sich kurz zuvor dem Staat so willfährig gegen die Jesuiten gezeigt hatte. (Ahlwardt)[45]  

 

Weil Rom in geistiger Beziehung so ziemlich versagte, gab es die Jahrhunderte vorher wie schon gesagt, die Protestbewegung über Melanchthon, Luther, Calvin und Hus, die im 30jährigen Krieg nur mit einem Patt endete. Um vollends nicht nur mit der römischen Macht und der sich von ihr abgespalteten protestantischen Bewegung, sondern gleichzeitig auch mit der Macht sämtlicher Dynastien und Monarchen zu brechen, wurde durch den jesuitisch geprägten Weishaupt ein System der Aufklärung geschaffen, welches der abergläubischen römischen Kirche genau entgegenlief und dessen Ziele man mit “Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit”, dem Sinnspruch der Franz. Revolution umschreiben kann. Weil der Protest gegen die bornierte römische Haltung ihrer völlig verweltlichten Ordensträger im Volksbewußtsein verankert war, mußte Weishaupt mit seinen Helfershelfern die neue Triebkraft der Protestanten brechen, um eine starke Gegenreligion zu verhindern. Das gelang ihnen, indem sie ihre aufklärerischen Ideen als der römischen Kirche total entgegengesetztes und befreiendes System diesen Menschen anbot.

 

Die Protestanten, die durch diesen Kunstgriff natürlich nicht auf die Seite der römischen Kirche oder aber der Jesuiten stehen wollten, mußten sich deshalb wohl oder übel diesem Gedankengut ganz vorsichtig anschließen. Daraus erklärt sich eine bis in unsere Zeit hineinreichende Entmystifizierung des Christentums, die durch eine pseudo-wissenschaftliche Einstellung erreicht wurde, die ihre Wurzeln im damaligen Illuminatentum hatte. So sind auch die Bestrebungen eines R. Bultmanns zu verstehen, der die Entmystifizierung des Christentums maßgeblich vorantrieb.

 

Adam Weishaupt sagte sich vollständig von der Bibel und der Abstammung seitens Adam und Eva ab und wollte diesen “Aberglauben” als unfrei machend den damaligen Menschen austreiben. Dafür bot er die “freimachende” Konzeption eines aufgeklärten Menschen an. Dieser Mensch sollte darüber aufgeklärt werden, daß die Monarchien sowie die Religion nur Tyrannen seien, welche dem eigentlichen Glück im Wege stünden. Hinter Weishaupt standen letztlich kaufmännische Interessen, denen die Dynastien sowie die Religionen ein Dorn im Auge war, weil diese nur lästige Konkurrenten darstellten, die man auf diese elegante Art und Weise loswerden konnte, ohne das die Schuld auf die Banken fiel. Gaben sich die Jesuiten immerhin noch einen religiösen Anstrich, so ist dieser von ihrem Schüler Weishaupt konsequent abgelegt worden. Mit Adam Weishaupt trat das erste Mal ein machtpolitischer Geheimorden auf, der sich weder auf Jesus, noch auf Gott berief.

 

Eine neue Macht, die universelle Geldmacht der Bankkaufleute, setzte die rein kaufmännische Macht der römischen Religion sowie jener der Monarchien schachmatt, ohne daß diese beiden Machtsäulen von dem Vorhandensein dieser Dritten etwas bemerkten. Das Geld war die Quintessenz im kaufmännischen Denken, und wer dieses kontrollierte, der verfügte über die wahre weltliche Macht. Die Jesuiten als äußerst kaufmännische Sekte des damaligen Rom hatten dies zuerst begriffen, waren aber schon zu sehr bekannt und etabliert und hatten doch noch ihren religiösen Touch, weshalb die frühen Banken wie z.B. die Rothschilds aus Konkurrenzneid nicht mit ihnen zusammen arbeiten wollten, zudem hatten gerade die Jesuiten die antisemitischen Hetzkampagnen eingeführt. Also wandten sich diese globalen Banken an den unbefangenen Weishaupt, der sich öffentlich von den Jesuiten losgesagt hatte.

 

Weishaupts Freiheit bestand darum nur in der Freiheit vor Gott: frei wollte er vor einem tyrannischen Gott sein, welcher ihm eine bestimmte Morallehre mit entsprechenden Geboten vorschrieb. Deshalb wären alle Monarchen und Religionen Tyrannen.

 

Weishaupts Gleichheit bestand nur in der Gleichheit mit Jesus: Jesus sollte ein Mensch und kein Gott sein; er wäre eben wie jedermann. Jesus sei also gleich wie ein Mensch und wäre deshalb nicht Gott, sondern nur Christus, der gekreuzigte Mensch. Deshalb sprachen Weishaupt und seine Anhänger auch nie von Jesus, sondern wenn, dann nur von Christus. (wie heutzutage übrigens fast alle, einschließlich dem Papst)

 

Weishaupts Brüderlichkeit bestand nur in der Bruderliebe zu Satan: Denn die Freiheit vor Gott und dessen Gebote führt konsequent zur Verneinung Jesu, führt damit zur Nihilierung seines Gottesstatus, führt somit logischerweise zur Verbrüderung mit Satan.

 

Diese Thesen wurden alsbald freimaurerisch verklärt und bekamen den Geruch des Humanen, des Aufgeklärten im Gegensatz zu denen der römischen Kirche. Anhänger wurden überall rekrutiert. Selbst Könige, Herzöge, etc. Kardinäle und Bischöfe waren Freimaurer, ohne zu wissen, daß sie eigentlich nur dem Illuminaten (dem illuminierten Luzifer) in die Hände spielten, der über seinen Getreuen Adam Weishaupt (im Gegensatz zu Adam, dem Getreuen Gottes) seine Schlingen auslegte.

 

Ein wenig Entsprechungslehre möge diesen Sachverhalt erhellen:

 

Adam bedeutet u. a. auch der erste freie Mensch vor Gott, weil er die Gabe der Verneinung, weil er die Gabe des freien Willen in sich trug. Weishaupt bedeutet die innere Ausrichtung auf den Verstand, bedeutet an sich auch schon eine gewisse Erleuchtung. In der Kombination Adam und Eva bedeutet es, daß sich der erste freie Mensch mit seinem Weib Gott als Liebe freiwillig unterordnet.

 

Als Wortkombination Adam Weishaupt bedeutet es, daß sich der erste freie Verstand seinem Haupt unterordnet. Damit ordnete sich Weishaupt automatisch dem kalten Licht von Luzifer unter und bekämpfte automatisch die Seele, soweit sie vom warmen Jesuslicht inspiriert war.

 

Um das auch zu dokumentieren bezeichnet Adam Weishaupt den so mit Luzifer gezeugten Orden als illuminiert (d.h. als erleuchtet). Der Illuminaten-Orden ist deshalb ganz konsequent die Frucht zwischen Weishaupt und Satan, also zwischen “freigemachten” Verstand und “gleicher” Erleuchtung sowie “brüderlicher” Vereinigung.

 

Natürlich wußte dies kaum ein Freimaurer, auch wurde und wird alles getan, um diese Verbindung nicht ruchbar werden zu lassen. Sehr viele Freimaurer kämpften und kämpfen für ihre hehren Ideale und konnten nicht wissen, daß sie von luziferischen Kräften unterwandert werden. Jedenfalls kämpfte in dieser Herbstphase die Habsburger Dynastie mit der römischen Kirche, obwohl sie beide eigentlich im selben Boot saßen. Beide haben ihre übergeordneten Feinde nicht erkannt. So waren Kaiser Joseph II. und Kardinal Migatzki beide Freimaurer, weil sie sich Aufklärung über die letzten Dinge versprachen, die ihnen jedoch zu Lebzeiten nie zuteil geworden ist.

 

Die Freimaurer kämpften mit Hilfe des Universalmittel Geldes als wahrhaft satanisches Werkzeug, welches vaterlandslos und damit übernational und damit global war, gegen die Religion und gegen die Monarchien. Die Geldhäuser waren international, wie die Rothschilds, die Warburgs, die Morgans, später die Rockefeller etc. und damit wurden die nationalen Grenzen als Mauern empfunden, die man einreißen mußte. Die Geldhäuser wurden später ebenso global, wie es vor ihm der Jesuiten Orden gewesen ist.

 

Vor allem wurde eine wahre Religion, welche das Zinsverbot einhielt sowie unmissverständlich erklärte, das man nur einem Herrn dienen könne, als äußerst befremdend betrachtet. Mußten diese Jesuiten noch zum Schein auf Jesus eingehen und sich deshalb nach außen wie Lämmer gebärden, so brauchten dies die Geldhäuser nicht mehr.

 

Der Monarch als Stellvertreter Gottes mußte genauso beseitigt werden, wie gewisse patriotische Gefühle der Zusammengehörigkeit, denn Geld und Macht sind nun mal zuerst übernational, dann multinational, sind in der Endphase dann global und wollen und können dadurch keinerlei Beschränkung akzeptieren, weder weltlich noch geistig. Sie sind die Insignien des luziferischen Hochmuts. Soweit es das patriotische betraf, kämpfte dieser illuminatorische Globalismus gegen hervorragende Geistesgrößen wie Leibnitz, Lessing, Schiller, Goethe, Mozart etc. an, weil der Patriotismus als nächstenliebendes Prinzip gegen das fernstenliebende Prinzip des Globalismus ist.

 

Als Goethe und Herder der Sehnsuchtsbewegung mit dem Sturm und Drang eine Richtung gaben, bestand natürlich die Gefahr, daß diese Bewegung sich auf Jesus ausrichtete und damit stark genug würde, um im Volk eine Initialzündung auszulösen, die letztlich im Patriotismus mündete. Denn die Triebkräfte nicht nur jedes Menschen, sondern auch die eines gesamten Volkes können ins Elementare gesteigert werden und vermögen dann sämtliche Fesseln abzuschütteln, wie es zuletzt 1989 beim Fall der Mauer geschah. Der einzelne Mensch, aber auch das gesamte Volk kann aus der einschläfernden Gleichgültigkeit, kann aus der materiellen Über- oder der Unterversorgung, kann aus sexuellen- oder sonstigen Genußsüchten herausgerissen werden, wenn das bewusst oder unbewußt im Namen Jesu geschieht. Das Beispiel vom Herbst 89, wo die Leipziger “Wir sind das Volk” skandierten, mag dies ein wenig verdeutlichen. Diese Bewegung riß in ihrer Kraft sämtliche Mauern hinweg, weil die Seele, von der Kraft und Liebe Gottes geführt, dann die Fesseln des Körpers (hier die Mauer) abstreift.

 

Diese Gefahr bestand damals in den Augen der Illuminaten, als die junge deutsche Nation auf dem Weg zu ihrer Selbstfindung war. Das alte Ostreich (Österreich) erschien dem jungen Nordreich (Preußen) dann durch deren Einflüsse suspekt; also wollten sie sich auf ihre eigenen Wurzeln besinnen, indem sie jedoch nicht auf sich, sondern auf das antike Rom und das klassische Griechenland blickten. Dadurch aber schnitten sie sich von ihrer Lebenskraft ab und dekadierten im Sinne der kaufmännischen Gegner.

 

Erst das Genie Schiller ahnte, was eigentlich falsch lief und wollte diese Bewegung wieder zurück zum unbekannten Jesus rücken, aber dazu kam es nie.

 

Als Schiller mit seinem “Wilhelm Tell” der Schweiz einen Helden gab, knirschten die globalen Aufklärer, die sich zwecks Tarnung mit einem humanistischen Anstrich versahen, hörbar mit den Zähnen und verwarnten ihn.

 

Selbst Goethe, der von Schillers Tod zutiefst betroffen war, getraute sich nicht, seinen Faust zu Lebzeiten veröffentlichen zu lassen, weil er darin unüberhörbar eine vehemente Kritik an diesem Pseudo humanistischem Streben verband. Er betrachtete später durch den Einfluß Swedenborgs den Humanismus[46] als eine künstliche Trennung von Gott und rückte ihn damit in die Nähe des Atheismus.

 

Aber nach dem Tode Schillers schuf er das Werk des Wilhelm Meisters, wo er das schrieb, was die humanistischen Aufklärer zu hören wünschten. Dieser große Erziehungsroman der Menschheit schaltet die vorgeblichen Ziele des Illuminatenordens in diejenigen des Jesuitenordens ein. Er macht den Jesuitenorden zum Führer der ganzen Menschheit. Es ist also das Jesuitenreich, das nur poetisch verklärt ist, welches Goethe im “Wilhelm Meister” darstellt. Da der Faust so ganz anders ausklingt als der Wilhelm Meister, da im Faust in geradezu poetisch herzergreifender Form Goethes wahres Ideal zum Ausdruck kommt, er außerdem in seinen Worten dem Jesuitenorden seinen vernichtenden Fußtritt versetzt, so muß der ganze Wilhelm Meister lediglich als eine einzige große Heuchelei angesehen werden, die die Liebe zum Leben notwendig machte. (Ahlwardt) Als er den zweiten Teil des Faust verfaßte, da gab er diesen humanistisch illuminierten Aufklärern einen Tritt, weil sein Faust letztlich Mephisto (Weishaupt) betrog, nachdem er von diesem betrogen wurde. 29

 

Jedenfalls sah Goethe völlig richtig, daß die neuen Menschen, nun humanistisch geprägt, nichts mehr auf ihren Gott hielten und deshalb automatisch mit Luzifer paktierten und von diesem betrogen wurden. Goethes zwiespältige Situation wird klarer, wenn wir bedenken, wie er Zeit seines Lebens mit der fleischlichen Liebe zu kämpfen hatte und ihr ein ums andere Mal erlegen ist. Diese fleischliche Hinwendung trübte seine klare Erkenntnis weniger als seinen Mut, dafür auch einzugestehen. Im Nachhinein spricht von seinem Wilhelm Meister keiner mehr, dafür jedoch umso mehr über seinen Faust. Das eine Werk wurde nur für den weishauptischen Verstand geschrieben, daß andere für das Herz.

 

Hier in der dritten Phase kam also durch die globalen Banken und der humanistischen Betrachtungsweise eine völlig neue Komponente ins Spiel, die sich der kaufmännischen und industriellen Gütererzeugung bediente, um mit ihrer Hilfe die nationalen und religiösen Schranken zu überwinden. Ihre Absicht wurde in der Freimaurerei verklausuliert dargestellt mithilfe der genannten Begriffe von “Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.”

 

Von diesem Hintergrund ausgehend kommt plötzlich das kaufmännische Prinzip Englands Bedeutung, dass schon die alten Babylonier mit Erfolg vertreten haben. England als typischer Kaufmannsstaat mit überseeischen Provinzen betrachtete sämtliche andere Nationen als Konkurrent. Nicht mehr die Religion als völker-bedrohendes Streitobjekt beherrscht nunmehr die politischen Fragen, sondern der Konkurrenzgedanke des Geldes rückt in den Vordergrund. Die Wertigkeit der Religion wurde noch eine Stufe weiter nach unten gedrückt. Konsequenterweise stammt die europäische Mutterloge der politisch motivierten Freimaurer denn auch aus England, die 1773 gegründet wurde. Die Prinzipien von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, die sich vordergründig wirklich sehr human anhören, sind also in Wirklichkeit zutiefst materielle Vorstellungen und damit wirtschaftliche Artikel, für die zuerst die Bedürfnisse, sodann die Abhängigkeiten geschaffen werden müssen.

 

Es ist also auch die Freiheit des Handels, also die Freiheit des Geldes, die keinem moralischem System, welches auch immer, unterliegt. Es ist die Gleichheit der materiellen Produkte, die nur das eine bewirkt, nämlich: wahrhaft unsinnige und geisttötende Bedürfnisse zu schaffen, welche die Nächstenliebe blockieren. Es ist die Brüderlichkeit der Händler und Bankleute (der Besessenen untereinander), welche die Menschen nur als Konsumenten betrachten.

 

Natürlich sind diese drei Fanale völliger Unsinn, weil:

 

1.       es eine Freiheit ohne Jesus nicht gibt und nie geben wird, weil nur durch Jesus die Seele   von dem Fleisch (Körper) befreit wird, 

 

2.      eine Gleichheit der Güter nur bedeutet, daß alle materiellen Produkte ohne Liebe, d.h. gleich wertlos sind, weil sie ohne Gottes Zustimmung geschehen,

 

3.      die vielzitierte Brüderlichkeit ebenfalls Utopie bleiben muß, wenn sie nicht im Sinne Jesu auf der Grundlage der Gottes- und Nächstenliebe geschieht. Bruder sein bedeutet das    Erkennen Jesu im Anderen. Aber hier unter der Prämisse Weishaupts wird das nur mit einer Gruppe von Besessenen verstanden, die unfähig sind zu merken, wie sie ihre Gier dem Satan in die Fänge getrieben hat. Ihre Bruderliebe ist deshalb nur eine Zweckgemeinschaft, die wenn der Zweck erfüllt ist, sämtliche moralische und gesetzmäßige Regularien verwirft und im Notfall den Bruder auffressen würde.[47]) (siehe dazu die Franz. Revolution, wo hinterher u.a. ein Robesspier wütete und wo diese Revolution ihre Kinder fraß) .

 

In dieser bedeutsamen Epoche können wir bei gründlicher Examinierung feststellen, wie viele hervorragende Nationalgestalten durch den Einfluß solch luziferischer Freimaurereinstellung diskreditiert wurden. Angefangen vom “Engelskaiser” Josef II. bis zu Leibnitz, Schiller, Lessing, Goethe, Mozart, etc.

 

Die deutsche Nation, die im 30-jährigen Krieg eine horizontale Spaltung in Nord- Süd über sich ergehen lassen mußte, hätte diesen übernationalen Kaufmannsgedanken der fleißigen Beschäftigung mit industriellen Gütern überwinden müssen, um eine weitere Spaltung abzuwenden. Aber sie vermochte es nicht, ihre Feinde zu erkennen, die in den eigenen Reihen saßen. Als die religiöse Bindung zu Jesus gelöst wurde, nahm die wirtschaftliche Bedeutung der industriellen Güter zu, nahm gleichzeitig die Bedeutung des Geldes zu. Die Sehnsucht zum Paradies, die Sehnsucht nach Geborgenheit und Glück, die Sehnsucht nach Gesundheit, kurz die Sehnsucht zu Jesus nahm ab und im gleichen Maße nahm die Sucht nach Geld, die Hatz nach Karriere und Güter zu. Es war also eine weitere Reduzierung des Glaubens eingetreten.

Erinnern wir uns hier kurz an Schillers Gedicht über die Sehnsucht

 

“Ach aus dieses Tales Gründen,

die der kalte Nebel drückt,

könnt ich doch den Ausgang finden....”

 

Die junge deutsche Nation fand aber diesen Ausgang ebenso wenig wie Schiller.

 

Innerhalb einer kurzen Phase schien es zwar, als ob die Sehnsucht wieder offen ihren Weg zu Gott hin durchbrechen könnte. Doch in der Gestalt eines Goethe sehen wir, wie diese Sehnsucht der Deutschen so starb wie Goethes Herzensbruder Schiller starb: gewaltsam und zu früh. Immerhin reichte der Nachklang dieser kurzen Goethe/Schiller Phase aus, um in dieser Romantik, die leider keine Gotik wurde, den Weiterbau des Kölner Doms zu gewährleisten. Die Sehnsucht zu Jesus wurde leider in eine schwärmerische Naturphilosophie zugeschüttet, die sich eher den antiken Göttern als dem lebendigen Christus zuwandte. Die Wurzeln der Aufklärung, daß der Mensch vom Menschen und nicht von Gott abstammte, hatten schon zu tief gegriffen. Die Ideen des Humanismus, aus der klassischen Antike entlehnt, ließen das Geistige außen vor und beschränkten sich nunmehr auf den Leib und die Seele.

 

Hören wir einmal den hellsichtigen Hölderlin, der später an seiner durch diese Antike verschütteten Sehnsucht starb, (Nah ist und schwer zu fassen der Gott) wie er in seinem fragmentarischen Briefroman “Hyperion” 1797 schrieb:

 

So kam ich unter die Deutschen. Ich forderte nicht viel und war gefaßt, noch weniger zu finden. Demütig kam ich, ich der heimatlose blinde Oedipus zum Tore von Athen, wo ihn der Götterhain empfing; und schöne Seelen ihm begegneten – Wie anders ging es mir!

 

Barbaren von alters her, durch Fleiß und Wissenschaft und selbst durch Religion barbarischer geworden, tiefunfähig jedes göttlichen Gefühls, verdorben bis in Mark zum Glück der heiligen Grazien, in jedem Grad der Übertreibung und der Ärmlichkeit beleidigend für jede gutgeartete Seele, dumpf und harmonielos, wie die Scherben eines weggeworfenen Gefäßes – das, mein Bellarmin! waren meine Tröster.

 

Es ist ein hartes Wort und dennoch sag ich´s, weil es Wahrheit ist: ich kann kein Volk mir denken, das zerrißner wäre, wie die Deutschen. Handwerker siehst du, aber keine Menschen, Denker, aber keine Menschen, Priester, aber keine Menschen, Herrn und Knechte, Junge und gesetzte Leute, aber keine Menschen – ist das nicht, wie ein Schlachtfeld, wo Hände und Arme und alle Glieder zerstückelt untereinander liegen, indessen das vergoßne Lebensblut im Sande zerrinnt?....

 

Hölderlin, der eigentlich Pfarrer war, sich jedoch geweigert hatte, dieses Amt auch auszuüben, war sein Leben auf der Flucht. Die ersten Jahre floh er vor dem württembergischen Konsistori , der ihn als Pfarrer haben wollte. Später wurde die Flucht zu seiner Gewohnheit. Aber aus der Distanz desjenigen heraus, der nie eine Heimat hatte, weil er sie nicht wollte, sah er ein, wie kostbar und unersetzlich diese Heimat eigentlich ist. In dem oben angesprochenen Text bezieht er sich auf Frankfurt, den Ort seines höchsten Glücks, aber auch den Ort seiner größten Verzweiflung. Er wollte eben, ein menschenwürdiges Dasein und nicht das entmenschte, kalte und geldgierige und mechanische Dasein, dessen Aufschwung er in Frankfurt erleben mußte. (David Constantine) Hölderlin war von einer zu empfindsamen Seele und konnte sich in die Deutschen nicht hineinversetzen. Er fühlte nur, wie sie ihren Geist verrieten, weil er auch seinen Gott verraten hatte. Hölderlin war nicht fähig, wie ein wahrhaft liebender auch im Schaffen, auch in der Arbeit zu wirken, soweit sie über das bloße Schreiben von Empfindungen hinausging. Goethe war da schon viel ausgereifter und konnte sich in die menschliche Seele hineinversetzen und verstand ihre Leiden, die er ja selbst erlebte. Hölderlin blieb geistig ungebunden, d.h. er schaffte es nicht wie z.B. sein großes Vorbild Schiller, diesen seinen hohen Geist auch in die Seele zu verankern, um dadurch tatkräftig zu wirken. Das, was er diesen Deutschen vorhielt, das war seine eigene Angst vor dieser gerichteten Tatkraft des Körpers, die er einfach nicht zu beherrschen wußte. Er vermochte es also nicht, seinen Geist in die Seele einzuhauchen, soweit sie von Jesus kam. Jesus wurde bei ihm zu Christus, aber seine antiken Gestalten, denen er sich Zeit seines Lebens widmete, waren ihm wichtiger. Griechenland galt ihm als das heilige Land. Damit hatte er keine Tatkraft, konnte seine Liebe nicht halten und wurde schwächer. Hölderlin suchte später Zuflucht in einer formalisierten Sprache, um sich die Nächsten vom Leibe zu halten, da seine selbstreduzierte Liebe nicht mehr reichte, um sich mit ihnen liebevoll auszutauschen. Er mied ganz konsequent seine Nächsten, mied seine Familie. Die Deutschen hingegen waren ähnlich, wirkten aber weniger vom Geist, vom Denken, als von der tatkräftigen Liebe aus, die jedoch in ihrer unbewußten Natürlichkeit auf dem Fundamente Jesu ruhte und noch die Verbindung zum Nächsten zuließ, wenn es auch mehr im materiellem Bereich geschah.

 

Es fehlte beiden also die bewußte Liebe und Kenntnis um Jesus, auch wenn sich Goethe mit dem Schriften des „Sehers“ Swedenborg befaßte, so war er doch zu sehr im politischen Kontext seiner Zeit verhaftet und konnte nicht so wie er wollte. Aber immerhin war im Deutschen noch die uranische Triebkraft der unbewußten Liebe vorhanden, die ihn zum Handeln trieb und die Hölderlin nicht verstand. Hölderlins Geist, sein Verstand war am Ende nicht mehr an das Herz gebunden und vagabundierte dann ebenso frei herum, wie er früher durch die Länder vagabundierte. Er hatte also auf das falsche Pferd der griechischen Götter gesetzt.

 

So wie Hölderlin durch die Länder vagabundierte und nirgends seßhaft werden konnte, so sehr vagabundierte die Seele der damaligen Deutschen durch die Kriege und durch ihre menschlichen Beziehungen. Die Sehnsucht zur Heimat wurde in dieser Periode zu einer beinahe übersteigerten Hysterie. Aber anstatt daß diese Heimat auch gefunden wurde, wurde nur das klassische Altertum neu entdeckt. Es war klar, daß diese Heimat kein bleibendes Zuhause bieten konnte. Die Deutschen fühlten sich irgendwie fremd und blieben deshalb innerlich zerrissen.

 

Die Deutschen waren freiwillig aus dem Gnadenstrom getreten und suchten ihn dort, wo er nicht war. Es vermochten immer nur Einzelne, den Weg des Herrn mit Nächstenliebe, aber auch mit der notwendigen Strenge gegenüber den weltlichen Ausschweifungen zu gehen.

 

Aber als homogene Masse, die sich und damit ihre Seele einheitlich auf Jesus ausrichteten, gelang es ihnen zu selten. Aus diesem Grund sah und sieht sich die junge Nation damals als auch heute immer wieder irgendwelchen Anfeindungen ausgesetzt, die sie, in Unkenntnis dieser Seelenfunktion, einfach nicht versteht. Hierzu zitieren wir einmal eine Strophe von J. Fischedick 30, die uns sowohl das damalige als auch das heutige Scheitern deutlich vor Augen hält.

 

“Wer treulich Mich im Herzen hält,

den halt Ich stark und rein,

den heb Ich hell aus Nacht und Welt

und laß ihn blühend sein!”

 

Die Deutschen jedenfalls hielten Ihn nicht treulich genug im Herzen und blühten zu selten, zwar meist mehr als ihre Nachbarn, jedoch zu wenig, um eine übergeordnete Einheit zu schaffen. Als sie es dann sehr viel später mit Hitler versuchten, da verfehlten sie das Ziel, weil sie Jesus systematisch ausgegrenzt hatten, weil sie Jesus verfehlt hatten.

 

Als seinerzeit die Jesuiten aus den Alumbrados hervorgingen, da ging die Liebe Jesu aus dem Licht hervor, was eine absolute Unmöglichkeit ist und die Verhältnisse auf den Kopf stellt; denn die Liebe gebiert das Licht. Anstatt diesen Fehler zu korrigieren, gingen in Folge aus diesem erleuchteten Jesuitentum die noch mehr erleuchteten, die höchsterleuchteten Illuminaten hervor und verankerten sich in wichtige Bereiche der Gesellschaft. Sie korrumpierten u.a. Dichter, Politiker, Banken und Gelehrte. Somit versandete die Sehnsucht und wurde nun nicht mehr göttlich, sondern nur noch human, d.h. menschlich gesehen.

 

War im Spätmittelalter noch eine ausgesprochene religiöse, d.h. fromme Phase vorherrschend und kreiste diese hektische Betriebsamkeit nur um religiöse Themen wie der Besitz von Reliquien und dem Aufsuchen von Wallfahrtsorten, um sich im späteren Jenseits eine gute Ausgangsposition zu verschaffen, so bewirkte der nun folgende Glaubensverlust der Neuzeit nur eine hektische Betriebsamkeit, ohne die Ausrichtung auf das Jenseits. Diese Betriebsamkeit galt deshalb auch nicht mehr den religiösen Artikeln, um sich eine beste Ausgangsposition im Jenseits zu verschaffen, sondern nur noch den pur materiellen Gütern des alltäglichen Lebens. Österreich – Deutschland hatte somit kaum noch Bindungen an Jesus, obwohl sich noch vereinzelt erstaunliche Liebesbezeugungen zeigten. (Kaiser Josef II.) Bei einer weiteren Glaubensreduktion würden sich jedoch Katastrophen ergeben müssen.

 

Hatte die erste Glaubensreduktion im 16 Jhdt. daraufhin die große europäische Katastrophe des 30-jährigen Krieges zur Folge, so würde bei einer weiteren Verschärfung mit schlimmeren zu rechnen sein. Die Tragödie der Neuzeit begann sich abzuzeichnen, die man symbolisch in Hölderlin sehen konnte. Erst wurde Gott verneint, dadurch wurde man seelisch – geistig heimatlos. Anschließend schaffte man sich eine neue geistige Heimat, die ohne Jesus jedoch nur kurz Schutz bieten konnte.

 

Ohne die entsprechende Wahrheit als Ruhepol mußte man in Folge nicht nur geistig vagabundieren um (schein) zu leben, sondern diese geistige Unruhe verlagerte sich dann nach außen in die materielle Welt, wo man dann heimatlos herumirrte. So wie dann in dieses geistige Vakuum sich völlig fremde Vorstellungen schlichen, so schlichen sich dann in der wirklichen Heimat der Deutschen ebenfalls Fremde ein. Dadurch wiederum wurde es den Deutschen zu eng und zu chaotisch, weshalb er noch weiter in die Ferne zog. Dieser Kreislauf prägte das Mittelalter. Der Trieb nach Bewegung wurde so zum vorherrschenden Zweig dieser heimatlosen Gesellschaft und ließ u.a. große Transportsysteme schaffen. Diejenigen, die blieben, mußten sich dann natürlich einerseits mit materiellen Gütern trösten, oder andererseits in bitterer Armut leben. Das mittelalterliche Zeitalter, wo die Bewegung immerhin noch auf dem Wasser als dem Symbol der Liebe passierte, war nun vorüber. Nun war bis auf die Luft, alles in Bewegung und vagabundierte frei herum. Am meisten jedoch das Geld.

 

Österreich, nur noch mit einem Bruchteil der Liebe zu Jesus ausgestattet, konnte mit diesem geringfügigen Jesus-Anteil seine Länder nicht mehr zusammenhalten und wurde daraufhin zu einem Zehntel seiner Größe reduziert. Der reduzierte Jesus-Glaube hatte ganz automatisch eine Reduzierung der politischen Bedeutung zur Folge. Deutschland und Österreich wurden selbständig. Das Österreich als das Ostreich, als das Ostreich des Herrn bestand nicht mehr, somit gab es auch kein Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation. Ex Oriente Lux (Das Licht kommt von Osten) galt nicht mehr.[48] Für eine kurze Zeit regierte das Geschlecht der Hohenzollern Kaiser in Deutschland, aber diese Preußen konnten die Verelendung der Massen nicht mehr aufhalten und erwiesen sich somit als unfähige Leiter ihrer Völker. Die Monarchien wurden vom Herrn nicht mehr sanktioniert und mußten daraufhin der Demokratie weichen[49]. Selbst die Erweckung des bis dahin größten Propheten in der Steiermark zu Österreich im Jahre 1843 vermochte es nicht, diesen verhängnisvollen Trend umzuwenden, denn das was dieser Prophet zu sagen hatte, konnte die damalige Welt genauso wenig verstehen, wie die heutige.

 

 

2.2.7 Die Epoche der seelischen Verhärtung der Neuzeit

 

Die Zeit der Demokratien, die sich im 19 Jahrhundert vermehrt durchsetzten, ist ähnlich wie die Zeit der 1000 Räte unter dem damaligen Hanoch, kurz vor Ausbruch der Sintflut.31 (Sündflut) Hatte eine Monarchie noch Interesse an dem jeweiligem Lande und konnte die herrschende Familie noch direkt zur Verantwortung gezogen werden, so verwässerte dieses Verantwortlichkeitsgefühl gegenüber Gott zusehends.

 

In einer Demokratie, wo aus einer beinahe tausend herrschende Familien werden, kann sich der lebensbringende Jesusimpuls nicht mehr durchsetzen, weil es zu viele widerstreitende Interessen gibt. Den Staatsgebilden (von Nationalgebilden spricht schon keiner mehr) der Demokratie entspricht kein direkter Bezug mehr zu Jesus, weshalb eine völlige Freiheit gegenüber sämtlicher Triebauslegung kaum geahndet wird. Je mehr Sprecher, desto mehr Triebe!

 

Der Liebesimpuls von Jesus gegenüber dem deutschen Volk, wobei das Attribut “deutsch” im Sinne von rein und klar zu verstehen ist, dieser Liebesimpuls läßt sich innerhalb der Demokratie nicht mehr erkennen. Aber das ist nicht nur ein deutscher Mangel, sondern erscheint global auch in anderen Ländern eben als die Folge dieses Versagens.

 

Die Befruchtungsphase der Deutschen, die das ganze Mittelalter über einigermaßen funktioniert hatte, erlischt in der Neuzeit zusehends. Indiz dafür sind nicht nur die zwei Weltkriege, sowie die Spaltung in Ost und West, Indiz dafür ist auch die völlige Gleichgültigkeit gegenüber religiösen und nationalen Gefühlen. Das deutsche Volk hat insgesamt geschlafen und ist dem gelenkten Konsumterror erlegen. Es hat diesmal sogar seine Identität in der Urheimat (Deutschland) aufgegeben und leugnet seinen Schöpfer.

 

Es fehlt und fehlte nicht an geistige Warnungen seitens der Seher, Propheten und Visionäre (Swedenborg, Lorber, Mayerhofer, Theresa von Konnersreuth, A.K. Emmerich, Bertha Dudde), es fehlte auch nicht an weltlichen Warnungen (Goethe, Bismarck, Oswald Spengler), aber sie verhallten ungehört bzw. sie wurden einfach ignoriert oder wie im Falle Spengler, einfach umgedeutet. Oswald Spengler (1880-1936) beschäftigte sich in seinen Studien ausgiebig mit der Entwicklung der Kulturen.

 

In seinem Hauptwerk Der Untergang des Abendlandes (2 Bde., 1918-1922) versuchte er zu beweisen, dass jede Kultur eine “Seele” besitze, die in ihrem Stil und ihrer Denkweise zum Ausdruck komme. Nach seiner Theorie durchlaufen die verschiedenen, voneinander unabhängigen Kulturen einen dreiteiligen Lebenszyklus, der dem biologischen Kreislauf lebender Organismen gleicht. Am Ende dieser Entwicklung von Jugend und Reife steht dieser Theorie zufolge unweigerlich ihr Verfall – und damit ihre Ablösung durch eine neue kulturelle Entwicklung. Bei seiner Analyse der abendländischen Geschichte glaubte Spengler, dass die abendländische Kultur mit der Ära der technologischen und politischen Expansion ihre letzte Stufe erreicht haben müsse. Großstädtische Zivilisation und kulturelles Ende waren für den Philosophen synonym, was er am Untergang Babylons, Roms und Thebens – sowie in der Gegenwart an der “Dekadenz” von Paris, New York und London – zu illustrieren suchte.[50] 

 

Nach Spengler sollte also unsere abendländische Kultur ihren Höhepunkt überschritten haben und z.B. die damalige Sowjetunion den nächsten Kulminationshöhepunkt erreichen. Ex oriente lux hieß das Schlagwort, wobei unter “Lux” nun die Sowjetunion verstanden wurde. Maßgebliche gesellschaftliche Kräfte vor allem in England unterstützten diese Vorstellung und sahen im neuen Sowjetreich ihr Heil. Sie vergaßen dabei völlig, daß mit Licht nur das geistige Prinzip gemeint ist und daß dieses neue Reich nur durch die Ermordung der alten Eliten geboren wurde. Dieses Reich hatte nichts mehr mit Jesus Christus zu tun, sondern verfolgte diesen unerbittlich. Spengler bzw. dessen Anhänger glaubten, daß man einfach von Ägypten angefangen, den Kulturschwerpunkt immer weiter nach Osten verlagern müsse und kamen dann zu Anfang unseres Jahrhunderts auf die Sowjetunion. Aber so simpel kann es natürlich nicht funktionieren. Außerdem hätte es dann weder die USA noch die chinesische Kultur geben dürfen. Mit Osten wird laut Swedenborg der unverrückbare Standpunkt des Herrn bezeichnet, der ewig und unveränderbar seinen gleichen Standpunkt einhält. Wer will denn auch auf der Erde festlegen, von wo Osten gilt. Auf der Erde ist diese Ortsbestimmung nur relativ.

 

Insgesamt betrachtet waren Spenglers Überlegungen insoweit schlüssig und richtig, als er von einer Kulturseele sprach und dieser eine dreistufige Entwicklung zuschob. Aber Spenglers Auffassung von Entwicklung leitete er nur aus dem klassischen Altertum ab und vergaß dabei völlig die liebe- und lichtmäßige Entwicklung im Sinne unseres Schöpfers. Dadurch, daß er in seinen Betrachtungen Jesus außen vorließ, urteilte er auch nur weltlich und blieb ein weltlicher Prophet, der sich deshalb natürlich irren mußte. Trotzdem, bzw. gerade deshalb hatte er damals so einen großen Einfluß. Jedenfalls wurde das antichristliche Sowjetreich sehr positiv bewertet, während in Deutschland eine Untergangsstimmung herrschte und z.B. England nicht mehr an die Zukunft Deutschlands glauben mochte.

 

Es wurde also wie immer, nur auf die falschen weltlichen und nicht auf die geistigen Propheten gehört.

 

Deutschland ist von Luzifer gekreuzigt worden, nicht etwa weil Satan so stark, sondern weil die Deutschen seelisch einfach zu zerrissen waren. Wer die Geschichte des jüdischen Volkes in der Bibel nachliest, wird erstaunliche Parallelen finden. In der Gegenwart findet sogar die völlige Selbstaufgabe dieser ehemals so starken deutschen Nation statt. Es gibt keine Ausrichtung mehr auf Gott, erst recht keine auf Jesus. Es gibt einfach keinen Grund mehr für Deutschland, sich als geistige Nachfolgernation der Juden bzw. der Römer zu empfinden. Der Grund ist natürlich nicht, weil sie die Juden verfolgt und getötet haben, das taten nicht nur andere Nationen, sondern die Juden ebenfalls. Leider haben die Deutschen und die Juden nicht in dem Sinne zusammengefunden, wie es hätte sein können. Der Grund ist, sie gaben Jesus auf, um dafür völlig wertlose materielle Güter und Bedürfnisse einzutauschen, der Grund ist, sie betrachteten Jesus nur als den Juden der ihr Heldentum schmälern wollte, der Grund ist, sie unterlagen der Welt und ihren Genüssen und töten ihre Ungeborenen sogar gesetzlich legitimiert. Gerade als die ganze Welt über die Deutschen herfielen, hätten sie standhaft sein müssen und in Liebe zu ihrem Schöpfer stehen müssen. Sie hätten sich dem Konsumterror sowie der Entwertung der Werte widersetzen müssen, auch wenn dies als besiegte Nation sehr schwer gewesen wäre. Aber gerade die Niederlagen der Weltkriege hätten Deutschland zu Jesus zurücktreiben sollen, hätten ihn um Verzeihung bitten sollen. Aber nichts dergleichen geschah. Sie gaben stattdessen Jesus auf, gaben damit ihre Heimat auf und sehen tatenlos zu, wie sie dadurch von ebenfalls heimatlosen Fremden überschwemmt werden. So ist diese Gegenwart von einem Bild gekennzeichnet, daß man mit einer Minute vor Zwölf beschreiben muß, und das war vor 15 Jahren.

 

Betrachten wir die Endzeit der Winterperiode, so befinden wir uns im Zeitraum von 1970 bis zum Jahr 2010. (Es begann mit der legalisierten Abtreibung) Aber schon vorher war der Niedergang angelegt. Die Deutschen, die nach dem Untergang des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation zum Teil ihren Hochmut noch immer nicht lassen konnten, verstanden diese Folgen als Ursachen ihrer mangelnden Jesusliebe nicht und suchten dafür nach vordergründigen Schuldzuweisungen. Österreich- Habsburg war zerschlagen, das preußische Deutschland wurde als schuldig betrachtet und befand sich seinerseits im Konkurrenzkampf mit dem englischen Kaufmannsstaat, aber anstatt sich wieder an Österreich anzugliedern, konnte durch Bismarck leider die “Kleindeutsche Lösung” ohne Österreich praktiziert werden.

 

Das Bayernland hing dazwischen. Als das Deutsche Reich 1871 gegründet wurde geriet Preußen gleichsam in den Schatten seiner eigenen Gründung und fiel ihr schließlich zum Opfer.[51]  Wilhelm I. hat es nicht anders gesehen. Am Vorabend deutschen Triumphes, der Kaiserkrönung in Versailles, bekannte er Bismarck unter Tränen: “Morgen ist der unglücklichste Tag meines Lebens. Da tragen wir das preußische Königtum zum Grabe.” (Krockow) Die Strategie der illuministischen Freimaurer, von globalen Banken aufgebaut und unterstützt, ist ziemlich effizient umgesetzt worden, denn nur England profitierte von dieser bismarckschen Lösung und konnte sehr lange eine religiöse Spaltung innerhalb seines Inselreiches vermeiden, während Preußen im Deutschen Reich unterging. (übrigens eine Parallele heutzutage, wo Deutschland innerhalb der EU untergeht!)

 

Als es dann zum Eklat des ersten Weltkrieges kam, war England schon längst mit seiner ehemaligen amerikanischen Kolonie geeint, während Österreich und Deutschland aufgrund ihrer Religionsspaltung sich noch lange nicht grün waren. Also siegte anschließend die kaufmännische Anglo-amerikanische Liga gegenüber Österreich-Deutschland und zerteilte dann die Beute zu ihren Gunsten. Dieser Krieg war ein reiner “Konkurrenzkampf” mit brachialen Mitteln. Aber ausschlaggebend war nicht die Stärke von England und Amerika, nein, ausschlaggebend war das Fehlen der übergreifenden Nächstenliebe in Deutschland und Österreich. So konnte England dieses Machtvakuum ausfüllen und seinen großen Konkurrenten zerschlagen. Für Österreich und Deutschland rächte es sich bitter, daß sie im 30-jährigen Krieg so unversöhnlich zueinander waren und seitdem auseinander drifteten. Als Maximilian, dem jüngeren Bruder des Kronprinzen Rudolf von Napoleon III. die Kaiserkrone von Mexiko angeboten wurde und deshalb 1865 versuchte in Mexiko Fuß zu fassen, um dieses unterentwickelte Land auf den richtigen Weg zu bringen und gleichzeitig dieser englisch – amerikanischen Kaufmanns Liga quasi durchs Hintertürchen zu trotzen, bekam er von Österreich / Deutschland keine Unterstützung und wurde von Benito Juarez im Juni 1867 hingerichtet. Hatten die Habsburger damals im 15. Jhdt. unter Karl dem V. noch Mexiko erobert und zur Kolonie erklärt, so wurde diese Eroberung an dem beinahe letzten Habsburger 1865 genauso geahndet, wie die Kolonie erobert und geführt worden war.

 

Im ersten Weltkrieg wurden sämtliche Monarchien hinweggefegt, gemäß der Losung von Adam Weishaupt, bzw. sie wurden einfach bedeutungslos. Das Deutsche Reich wurde erheblich geschwächt, England ging zwar als der Sieger hervor, verlor seine herausragende Stellung jedoch wieder an die Vereinigten Staaten von Amerika und hatte insgesamt nur einen Pyrrhus-Sieg erfochten. Nun hätte also eine Rückbesinnung auf die deutschen als auch die der englischen Tugenden geschehen sollen, die Verbindung zum Schöpfer hätte wieder erneuert werden können. Was passierte jedoch?

 

Es fand eine weitere Glaubensreduktion statt. Ohne daß sich die Regierenden um eine bessere Beziehung zu Jesus kümmerten, proklamierten sie für sich das Recht, die anerkannten Leiter ihrer Völker zu sein. Keiner von ihnen war jedoch von Jesus dazu legitimiert, sondern eher wohl vom Gegner. So kam es zu der planmäßigen Katastrophe im zweiten Weltkrieg. Deutschland war wirtschaftlich wieder erstarkt und stellte damit eine weitaus größere Gefahr für England dar, als es noch vor dem ersten Weltkrieg der Fall gewesen ist. Hitler nahm all die vergangenen Großmachtsträume auf, träumte von Vergeltung und wollte dem Deutschen Reich wieder die ehemalige Weltgeltung verschaffen. Dazu vereinigte er zuerst Bayern mit Deutschland, später kam Österreich hinzu.

 

Aber die Zeit war schon abgelaufen. Es war kein Jesusimpuls mehr vorhanden, der dieses künstliche Gebilde eines großdeutschen Reiches, eines tausendjährigen Reiches, zusammengehalten hätte. Keiner unter Hitlers Leuten verstand den christlichen Glauben, der die Deutschen in der Vergangenheit zum Kultur- und Lichtträger Europas gemacht hatte. Keiner verstand die Demut von Jesus, keiner wollte akzeptieren, daß der Erste nur ein Diener der Nächsten sei. So konnten sich aufgeblähter Hochmut mit luziferischen Vergeltungsträumen treffen, ohne daß er die berechtigten Einsprüche seitens der Jesusanhänger, seitens der wirklichen Christen zur Kenntnis nahm. Diese Christen wurden nämlich nur mit dem fetten und tauben vatikanischen Rom in Zusammenhang gesehen.

 

Der Führer träumte von einem starken und weltlichen Führer, er wollte nicht so enden wie der angeblich schwache Jesus, der sich von den Juden kreuzigen lassen mußte. Deshalb taugte diese christliche Religion der “Schwachen” überhaupt nicht für ihn. Er brauchte keine Religion der Nächstenliebe, die zum Kreuz führt, er brauchte eine starke Religion. Er brauchte eine Religion eines Nietzsches, eines Wagners, die mit ihrem germanischen Götter- und Heldentum den schwachen Jesusglaube bekämpfen- und die ihm helfen sollten, die verlorene Größe, die durch zuviel “Nächstenliebe” (auch hier irrte Hitler ebenfalls, denn es war nicht zuviel Nächstenliebe, sondern das genaue Gegenteil, zuviel Fernstenliebe!) zerstört wurde, wieder zu erlangen. Der Nazikult wurde somit zu einem Götterkult. Das ehemalige Deutschland als Kern- und Befruchtungsland Europas verkam dadurch zu einem Heidenreich.

 

Diese Hybris, die die Nationalsozialisten mit ihrem Hitlerkult trieben, war so stark, daß sie auch vor Gebeten nicht einhielt. Lesen wir einmal ein Gedicht, das den Kindern in Köln, in der Ortsgruppe Reinau, für die Speisung in der NSW (Nationalsozialisten Volkswohlfahrt) gegeben wurde 32

 

Vor dem Essen:

 

“Führer, mein Führer, von Gott mir gegeben,

beschütz´und erhalte noch lange mein Leben!

Hast Deutschland gerettet aus tiefster Not,

Dir danke ich heute mein tägliches Brot.

Bleib lange noch bei mir, verlaß mich nicht,

Führer, mein Führer, mein Glaube, mein Licht!

Heil, mein Führer!”

 

Nach dem Essen:

 

“Dank sei Dir für diese Speise,

Beschützer der Jugend, Beschützer der Greise!

Hast Sorgen, ich weiß es, doch kümmert´s Dich nicht,

ich bin bei Dir bei Nacht und bei Licht.

Leg ruhig Dein Haupt in meinen Schoß,

bist sicher, mein Führer, denn Du bist groß.

Heil, mein Führer!”

 

Wenn dieses Gedicht auch noch nicht Allgemeingut wurde, so ist es doch exemplarisch für den Versuch der Nationalsozialisten, sich als heilsbringende Religion zu etablieren mit Hitler als Kultfigur. So ist es nur konsequent, daß dieser Kult in einer Götzendämmerung unterging, denn soviel Gottesfrevel konnte einfach nicht gut gehen. Für die Seele, die nur aus der Verbindung Jesus mit Gott seine Kraft bezieht, gab es bei Hitler nichts außer Dunkelheit. Allerdings gab es damals viele, die das Ende vorher ahnten und auch rechtzeitig warnten 33, aber Hitler mußte seinen Weg wohl bis zum bitteren Ende gehen, da auch er mit Kräften spielte, denen er nicht gewachsen war. Anstatt also zum Heiland, wurde er zum großen Verführer und wir Überlebenden, Hinterbliebenen und Kinder dieses damaligen “Großdeutschen Reiches” dürfen nicht an diesen “Hitlerkomplex” verzweifeln, sondern wir müssen ihn überwinden, indem wir ganz eindeutig die Finger auf die wunden Stellen legen und Hitler dort entlarven, wo er vom wirklichen Christentum abgewichen war. Diese damalige Abweichung müssen wir dann in Beziehung zur gegenwärtigen setzen. Dann erst wird uns die Dramatik auch unserer gegenwärtigen Zeit bewußt werden können. Aber indem man Hitler nur totschweigt, verschweigt man leider auch diese Beziehung zwischen Verführer und Heiland tot und ist in unserer Gegenwart dann völlig blind und taub.

 

Hitler hatte also wie die meisten Deutschen auch heute noch, nicht realisiert, das es nur der Jesus-Impuls war, der die Deutschen seit der Kaiserkrönung Otto´s des Großen im Jahre 962 zu Rom bis zu Kaiser Franz II. im Jahre 1806 befähigte, der würdige Nachfolger des römischen Imperiums zu sein. Hitler hätte wie damals Kaiser Konstantin (312 n. Chr.) im Namen der Liebe kämpfen müssen, hätte sich in diesem Zeichen bewähren müssen, aber sein Zeichen war nicht die Seele, die voller Liebe und Weisheit den irdischen Trieb durchkreuzt. Hitlers Zeichen war völliger Wirrsinn, war die Aufhebung dieser Seelenkraft. Das Hakenkreuz gab es schon lange vor Hitler. So gibt es u.a. das indogermanische Swastika Zeichen, was als linksläufige Variante als Schwarze Magie und als rechtsläufige Variante als die Weiße Magie bezeichnet wird. Das nationalsozialistische Hakenkreuz jedenfalls war rechtsläufig.

 

Aber auch in der alten ägyptischen Symbolik des Isis-Osiris-Kultes gibt es das Hakenkreuz, das für Hitler vermutlich sogar von solch einem inspirierten Kult, den Herrschern von Thule, ausgesucht wurde. Aber auch Helena Blavatsky, Gründerin der Theosophischen Gesellschaft und Verfasserin des Buches “Isis Unveiled” (Enthüllte Isis) benutzte das Hakenkreuz als persönliches Totem. Das Hakenkreuz begrenzte jedenfalls die seelische Stärke nur wieder auf die Stärke des körperlichen Triebes und verführte sie damit nur. Es war im Prinzip nur ein Schlangenkult, d.h. damit das Zeichen einer Schlange, die sich selbst in den Schwanz beißt. Vom Heil der Seele, wie es vom Heiland Jesus kommt, war Hitler jedenfalls völlig entfernt. Hitler wollte das christliche Kreuz deshalb auch durch das Hakenkreuz ersetzen. Sein Gruß: “Heil Hitler!” war schon als Anspielung auf den Heiland Jesus gedacht, bezeichnete aber nicht das durch ihn kommende Seelenheil, sondern bezog sich vielmehr auf deren materielle Abart, bezog sich also nur auf das körperliche Lust-Prinzip. Hier sah er sich als weltlicher Führer und scheiterte zwangsläufig, da er sich geistig-seelisch nicht von Jesus ziehen lassen wollte, ebenso wenig wie ein Großteil der Deutschen. Das, und nur das ist die eigentliche Tragödie, welche alle weiteren Untaten des II. Weltkrieges auch auf Seiten der Alliierten zur Folge hatte. Auch wenn es viele Menschen geben mag, die das nicht einsehen, die Hitler ähnlich glorifizieren wie die Franzosen das heutzutage mit Napoleon, die Sowjets z.T. mit Stalin tun, so bleiben doch diese Gestalten einsam und verzweifelt und schufen nur verzweifelte Einsamkeit, sie schufen zerstörte Seelen. Sie wandten sich zerstörerischen Kräften zu, die sie nicht verstanden und denen sie letztlich ihren Untergang zu verdanken hatten. Das körperliche Machtprinzip ist das Gegenteil der Nächstenliebe, es ist die reine Selbstliebe, die sich auch deshalb als Schlange in den Schwanz beißt. Nun hatte Hitler als Patriot allerdings eine geistige Vision und wußte, daß nur ein starkes Deutschland das Bollwerk gegenüber dem kommunistischen Bolschewismus sein konnte, während sich Stalin, der noch nicht einmal Patriot war, als dieses Bollwerk verstand. Vergeblich hoffte Hitler, England würde dies begreifen, die “deutsche Mission” honorieren und sich wenigsten aus dem  Krieg heraushalten, nicht ahnend, dass wichtige Kreise Englands schon mit diesem Bolschewismus liebäugelten (siehe Spengler) und ihn noch eher als ein starkes Deutschland bevorzugten. Aus diesem Grund zog die Friedensmission von Rudolf Heß auch nicht mehr. Zitieren wir hier einmal den hellsichtigen Lorber, wie er schon um 1850 schrieb: “... Im Gegenteil wird es nun stets stürmischer und stürmischer werden, so daß am Ende jeder seines Lebens kaum mehr sicher sein wird und wird verlieren alle irdische Habe, so er irgendeine besitzt. Denn so die Liebe erkaltet, und der Verstand für sich allein wie der Nord- oder Südpol dasteht, da wird auch bald jeder Funke von Rechtsgefühl verschwinden und der festeste sogenannte Kommunismus wird an die Stelle des Rechtes treten und wird gewaltigste zerbrechen alle Schranken zwischen Mein und Dein.....”[52] Wenn wir uns einmal an die Grausamkeiten in Kambodscha unter Pol Pot zurückerinnern, dann wird deutlich, was hier bei Lorber angesprochen ist. Churchill gab später auch zu, “mit Deutschland das falsche Schwein geschlachtet zu haben”, aber da war es schon zu spät und der Kommunismus hatte seinen Einzug gehalten. Den jeweiligen Völkern, die sich in England, Frankreich, Rußland, Deutschland, etc. vorher schon vom wahren Heiland abgewandt hatten und diesen Verführern als Ersatzheiland zujubelten, war dieser Gottesverrat zum Teil überhaupt nicht bewußt, da deren Religion schon zu sehr versagt hatte, aber sie mußten alle darunter leiden. Am meisten jedoch die Deutschen. Ganz anders war es hingegen früher. Das Erste Deutsche Reich konnte deshalb auch so lange währen, weil es im Prinzip nur eine große Glaubensreduzierung durchstehen mußte, die zweite wurde wie gesagt von Maria Theresia und Josef II. zum Teil rückgängig gemacht. Das Zweite Deutsche Reich welches unter Bismarck 1871 gefestigt bis 1918 Bestand hatte, brachte es mit dem nochmaligen Verlust seines Glaubens nur auf ca. 50 Jahre Herrschaft, während es das Dritte Deutsche Reich nur auf 12 Jahre brachte, von 1933 – 1945. Die Jesus-Substanz hatte innerhalb des Glaubens im Dritten Reich also dermaßen abgenommen, daß allein schon die räumliche Reduzierung bedeutend war, daß sich darüber hinaus das zeitliche Verhältnis innerhalb dieser von Hitler zitierten Reiche sogar von 90:5 bis auf 1 im Dritten Reich reduzierte. Mit solch einem unsinnigen Verhältnis überhaupt einen Versuch zu unternehmen, zeugte wahrlich von Größenwahn.

 

Ohne Jesus auf seine Seite mußte Hitler versagen. Das deutsche Volk mußte für seinen Verrat gegenüber seinem Schöpfer büßen. Aber immer noch schützte der Herr diesen alten Kämpen, der doch so treu gegenüber den Römern und den späteren Abkömmlingen, den Italienern, gehandelt hatte, obwohl es von ihm und ihr (der römischen Kirche) so oft verraten wurde. Die Allianz von Hitler und Mussolini, die Verbindung zwischen Italien und Deutschland war eben nicht die Verbindung des weltlichen mit dem geistigen Zentrum, wovon Luther und die Habsburger unbewußt geträumt haben mögen. Diese Allianz war nur eine rein weltlich materielle, war eine Allianz der leeren Hüllen, weil der Inhalt, weil Jesus fehlte.

 

Man kann es als Ironie des Schicksals bezeichnen, wenn man die tieferen Zusammenhänge nicht kennt, jedenfalls siegte für eine kurze Zeit der Götterkult über Europa, weil sich Deutschland mit Italien verbunden hatte. Aber in dem, was anschließend passierte, können wir eine Lehre für die Zukunft sehen.

 

Deutschland wurde wieder zerstört, sein Gebiet weiter reduziert, viel Leid trat auf, die Beziehung zu Gott wurde dadurch kurzzeitig wieder stärker. Man hätte nun meinen können, daß das christliche Abendland, nun vor einer angeblichen Katastrophe bewahrt, allmählich wieder den Glauben zum Herrn finden würde. Das war aber nur vorübergehend so, solange bis die Umerziehung der Sieger griff. Nun wurde es erst richtig toll. Hatten die Siegerstaaten keinen Funken Nächstenliebe und plünderten und zerteilten die “Kleider” der Deutschen, so machten sie sich anschließend auch noch an dessen Seele zu schaffen und versuchten aus ihr die letzten Reste von Jesus herauszuschütteln, anstatt wie ein wirklich Helfender die pure Nächstenliebe walten zu lassen. Aber sie hatten keine bzw. kaum Nächstenliebe.

 

Mit der großangelegten “Entnazifizierung” trafen sie nämlich nicht nur Hitlers Schergen, sondern sie zerstörten die restlichen Beziehungen zur Heimat und damit zu Gott, die die Deutschen überhaupt noch hatten und entzündeten nicht nur hier, sondern weltweit eine Fortschrittsmanie als Ersatzdroge. Von Jesus direkt war damals schon nicht mehr viel übrig, aber Gott steckte immerhin noch im Familiengewand, steckte in dem halbwegs intakten Verhältnis zum Nächsten, steckte im Gehorsam gegenüber dem Staat und der Kirche, steckte im Gehorsam gegenüber den Eltern, steckte letztlich auch im Patriotismus. Aber die Entnazifizierung zerstörte den Bezug zur eigenen Heimat, nicht so sehr in den Älteren, die sich noch an früher erinnern konnten, als vielmehr in den nachfolgenden Generationen. Den Deutschen blieb somit nur noch ihre materielle Schaffenskraft. Solange die Älteren noch da waren, die sich nach dem Zusammensturz wieder auf ihre christlichen Werte besannen und somit erfolgreich gegen den Verfall stemmten und damit sogar das Wirtschaftswunder schufen, solange ging es einigermaßen gut. Aber den Nachfolgenden bleibt im Zuge dieser Entnazifizierung nichts anderes zu tun, als Perlen vor die Säue zu schmeißen. (geistig und materiell)

Folgendes geschah:

 

1. Die Entnazifizierung trennte Jesus noch weiter von Deutschland, sofern damit auch patriotische Heimatgefühle verleugnet wurden, die ihre Wurzeln in der Nächstenliebe haben. Heimatliebe ist im Kern die Liebe zum Reich Gottes. Menschen, die ihre Heimat lieben, lieben damit auch Gott und wollen aus ihrer Heimat ein Paradies machen. Dieser Drang ist menschlich. (siehe Swedenborg, der dies genau ausführte)

 

2. Die Entnazifizierung schuf damit eine Trennung zwischen heimatverbundenen Menschen und solchen, die ihre Heimat aufgaben und immer noch aufgeben. Dadurch gibt es einen Generationskonflikt zwischen den Alten, die so sehr gekämpft haben und den Jungen, die für nichts kämpfen außer für sich selbst, während doch der Patriot für andere kämpft. Dieser Konflikt verlagert sich bis in die Familien, wo die Kinder im Leben ihrer Eltern keinen Sinn sehen und umgekehrt. Durch diesen inneren Wertewandel gibt es einen äußeren Wortwandel dergestalt, daß sich die Kinder auf der seelischen Ebene nicht mehr mit den Eltern verständigen können. Damit wurde eine Verstandesbewegung eingeleitet, die sich immer weiter weg vom Herzen, von der Seele im Herzen begab.

 

3. Deshalb reicht die so über das Heimatgefühl reduzierte Liebe nicht mehr aus, daß die Kinder ihre Eltern lieben und ehren können. “Ehre Vater und Mutter!” heißt es im Vierten Gebot. Die Liebe der Eltern zu den Kindern ist ebenfalls reduziert.

 

4. Dadurch reicht die Entnazifizierung bis in die Ehe, wo sich der Mann nicht mehr mit seiner Frau versteht, weil sie die Liebe nicht mehr verstehen. Die Ehe, die laut Swedenborg eine Bindung zwischen Liebe und Weisheit ist, kann ihre seelischen Differenzen nicht mehr überbrücken und scheitert. Anstatt sich im Lebens- und Liebeskampf zu bewähren und sich dadurch seelisch zu entwickeln, entfernen sich die Partner nur von ihrer inneren Liebe. Weil diese Liebe jedoch von Gott (Jesus) kommt, schließt sich hier wieder der Kreis. Die gegenwärtige Struktur der Familien, die von solchen Ehen geprägt werden, ist daher von sehr wenig Nächstenliebe, dafür aber von umso größerem Freiheitsdrang gekennzeichnet.

 

Aber wir wollen es noch genauer wissen und schauen, wo und wie sich das Gottesbild mit der Entnazifizierung trifft. Zwar wurde schon 1954 offiziell diese Entnazifizierung beendet, aber hintergründig wird sie natürlich durch sehr viel sublimere Maßnahmen fortgeführt, wie einer lizensierten Presse, einer freudianisch[53] geprägten Soziologie und Pädagogik, die in Schulen und Universitäten eingeführt wurde, konkret in den Schulfächern der Staats- und Heimatkunde, sowie dem Hochschulfach der Politischen Wissenschaften.34  Das Wort Nazi entstand, von Kommunisten eingeführt, als Gegenreaktion auf das verächtliche “Sozi” für die Sozialdemokraten, während es heute ein Begriff für alles Böse ist. Hören wir dazu einmal Woltersdorf:35

 

“Im Mittelpunkt steht die Nation, ihre Geschichte und Kultur, so dargestellt, daß jedermann darauf stolz sein konnte, und so dargestellt, wie es die Franzosen, die Engländer, die Polen, die Italiener ebenfalls zu Gunsten ihrer Nation taten, selbst die Amerikaner, wenngleich sie in diesem Sinne weder eine Nation noch ein Volk waren. Denn da war die Verherrlichung von Blut und Boden, von der heimatlichen Scholle, die das Volk ernährte, von einem gesunden Bauerntum als Quelle unseres Ursprungs und Seins. Und was den Sozialismus im Nationalsozialismus angeht, so betraf dieser keine materielle Gleichmacherei, sondern die Solidarisierung des Menschen zu einer Volksgemeinschaft. Davon wollte sich kaum jemand ausschließen... Es war schlichtweg die Aufwertung eines Nationalgefühls, notwendig deswegen, weil der berüchtigte Schuldartikel 231 des Versailller Diktates die Deutschen als ein schlimmes Verbrechervolk disqualifiziert hatte – wie auch nach 1945.”

 

Und genau dagegen zielte die Entnazifizierung und die nach ihnen kommende Geschichts- und Sozialklittung ab. Begriffe wie Volk und Boden, wie Bauerntum, wie Nation, wie Heimat, wie Handwerk etc. wurden so verächtlich gemacht, daß speziell hier in Deutschland ein Klima der Europäisierung geschaffen wurde. Die Deutschen betrachteten sich dann nur noch als gute Europäer und sind darüber hinaus auch gute Globalplayer. So gut jedenfalls, daß sie wirtschaftlich betrachtet schon wieder ein Ärgernis darstellen.

 

Aber dieses Prinzip wurde nicht nur auf Deutschland begrenzt, sondern griff später auf alle westlichen und in der Neuzeit sogar auf alle östlichen Staaten über. Je erfolgreicher diese Entnazifizierung später dann in allen Staaten umgesetzt wurde, desto stärker wurden die Wurzeln des Christentums zerstört.

 

Einmal wird der Begriff vom Reich Gottes denunziert, weil die Begriffe von Heimat, von Boden, von Scholle, verächtlich gemacht werden. Gut mag man sagen, wenn die Heimat als Reich schon denunziert wurde, so wird wenigstens Gott respektive Jesus nicht heruntergezogen.

 

Weil aber unsere Geschichte im Kern den Widerstreit zwischen einer nächstenliebenden, von Jesus inspirierten Volksseele und dem glanz- und prunkvollen, herrschsüchtigen Hochmut darstellt, der diese Seele so ähnlich umstellt wie neidvolle Nachbarn einen Gutmütigen umstellen, die nur darauf lauern, in diesen Jesusgeist einzubrechen, so wurde mit dieser Denunzierung der Geschichte natürlich nur wieder Jesus und der Gutmütige schlechthin denunziert. Die Verbindungen zwischen Gott und Juden, wobei es den alttestamenarischen Juden nur dann gut ging, wenn sie Gottes Geboten gehorchten sowie die Verbindungen zwischen Jesus und Deutschen, wobei es den Deutschen nur wieder gut ging, wenn sie auf Jesus hörten, diese eminent wichtigen Verbindungen sind in der modernen Geschichtsforschung völlig verpönt. Damit ist aber auch verpönt, wer es wagt, zum einen auf diese Verbindung hinzuweisen und zum anderen klarzulegen, wer ein Interesse daran hat, diese Verbindung zwischen Gott und Jesus einerseits, sowie zwischen Juden und Deutsche andererseits offen zu legen. Genauso verpönt ist es konsequenterweise dann auch, sich mit dem Judas-Charakter des Geldes auseinanderzusetzen oder sich mit der Beziehung zwischen Paulus und Petrus zu befassen. Darum ist die moderne Geschichtsbetrachtung keine Betrachtungsweise, bei welcher unsere Seele irgendetwas gewinnen könnte, sondern sie kann nur verlieren, weil sie die Verbindung zu Jesus, weil sie die Verbindung zum Nächsten verliert, weil sie ihre Heimat verlor und dadurch nochmals aus dem Paradies vertrieben wurde. Aber eine wahre Geschichtsbetrachtung, die ihre seelische Heimat nicht vernachlässigt, ist im Deutschland der Nachkriegszeit schon wieder ein Wagnis. Erst in Deutschland, später in Europa und Amerika.

 

Aber Jesus soll auch der Führer sein, der uns zu seinem Vater, d.h. zu Gott hinzieht. Aber indem völlig undifferenziert der Begriff des Führers pauschal denunziert wurde, wurden sämtliche Autoritäten denunziert, wurde somit auch Gott als die oberste Autorität denunziert, werden heutzutage sogar die Eltern als Autoritäten gegenüber den Kindern denunziert. Anstatt zu realisieren, wo und warum Hitler als Führer versagen mußte, anstatt sich also die Unterschiede zwischen Hitler und Jesus einmal klarzumachen, wird das Kind mitsamt dem Bade ausgeschüttet.

Die Nächstenliebe der Deutschen, die trotz alledem noch sehr stark ausgeprägt ist, wurde nicht einfach nur aufgegeben. Dann hätte es wohl keine Deutschen mehr und kein Europa gegeben. Nein, diese Nächstenliebe wurde vielmehr auf den Übernächsten, wurde auf den Fremden und damit auf den Fernsten übertragen. Die Not des Nächsten, die man sehen, die man fühlen, die man hören, die man irgendwie spüren kann, indem man innerlich seelisch mitleidet, diese Not kann immer nur unmittelbar gelindert werden. Es ist die Not der eigenen Kinder, der Eltern, der Geschwister, der Familie, der Verwandten, der Bekannten, von Fremden, von Tieren, kurz derjenigen, mit denen man gerade zu tun hat. Aber indem man die seelische Not der Kinder nicht mehr sieht und sie nur einfach irgendwie abfertigt, so wie man später deshalb von diesen Kindern in ein Altenheim abgefertigt wird, so wie man auf seine Geschwister herabschaut, weil sie vielleicht nicht so erfolgreich sind, so wie man einseitig nur auf Karriere aus ist und Kinder einfach ausgrenzt, sie nicht haben will, so wie man das Neugeborene der Lust wegen einfach tötet, und so fort, so und nicht anders wird damit die direkte Nächstenliebe getötet. Wenn dann der Staat einspringt, um über gewisse Institutionen wie der Sozialhilfe, den Altenheimen, den Krankenhäusern, den Feuerwehren, etc. noch wenigstens rettet, was zu retten ist, so ist das natürlich sehr lob- und hilfreich, ist im Kern jedoch schon Fernstenliebe, ist also Drittliebe. Für diejenigen, die das nicht einsehen können, fragen wir nach dem “Warum?”

 

Wenn jemand ein Problem hat, so hat er das in Bezug auf den Nächsten, mit und durch den das Problem überhaupt entstanden ist. Er hat ein Problem mit dem Nächsten und dieses Problem ist ein Gefühlsproblem, ist letztlich also ein Liebesproblem. Die Nächstenliebe wird dadurch behindert und daraus entstehen weitere Probleme. Diese Probleme können wirklich sehr gravierend sein, sie können bis hin zum Tode führen. Um dieses Anfangsproblem auszuräumen, um es zu beseitigen, muß man sich logischerweise mit diesem Nächsten auseinandersetzen. Wenn sich also Mann und Frau streiten, wenn dieser Streit dann auf dem Rücken der Kinder ausgetragen wird, dann können die Kinder als die Dritten diesen Streit nicht beseitigen, bevor nicht die beiden Nächsten als Mann und Frau sich wieder besänftigen. Die Kinder könnten sie vielleicht zwingen oder sonst wie beeinflussen. Aber erst wenn sich die Eltern nächstenliebend äußern, erst dann haben sie Erfolg. Die Frau mag ihre Kinder so lieben, daß sie den Streit zugunsten der Liebe zu ihren Kindern beilegt oder sie mag ihren Mann so lieben, daß sie den Streit beendet. Egal wie, die Liebe zum Nächsten ist dann stärker als dieses Problem, auch wenn es später, bei weniger Nächstenliebe wieder aufbricht. Entscheidend ist aber immer, daß sich die beiden Partner aussöhnen. Aber ohne Nächstenliebe ist das nur Zwang und hält nur solange aufrecht, wie dieser Zwang akzeptiert wird.

 

Gibt es diese Aussöhnung nicht, werden die Eltern geschieden, dann werden die Probleme nur größer. Ein anderer Partner wäre nur wieder der Dritte in Bezug auf diese Anfangsproblematik und ein Dritter könnte nie die Probleme der vorhergehenden lösen, außer wenn dieser Dritte auch wieder Nächstenliebe hätte. Aber ohne Nächstenliebe bleibt er einfach der Dritte und bleibt damit diesen Problemen gegenüber fremd und fern und vergrößert diesen Konflikt nur. Das ist die so bezeichnete Fernstenliebe.

 

Damit jedoch ein Problem gelöst werden kann, darf das auch nie durch Zwang geschehen, sondern es muß bei Einschaltung eines Dritten naturgemäß von diesem soviel Nächstenliebe geleistet werden, daß die beiden Ursprungspartner wieder ausgesöhnt werden können. Jeder erfolgreiche Schlichter weiß dies und fordert von den Parteien Zugeständnisse in Form von Nächstenliebe. Wenn wir also Anfangs sagten, daß ein Dritter nie die Probleme anderer lösen kann, dann müssen wir das jetzt ergänzen, indem es heißt: er kann nur helfen wenn er zum Zweiten wird. Zum Zweiten jedoch wird man nur durch die Nächstenliebe im Sinne Jesu.[54]

 

Schauen jetzt wir nochmals auf die konkreten Tatbestände der Kindergärten, der Altenheime, der Sozialämter, der Kirchen, der Asylantenheime, der Tierheime etc. dann müssen wir uns doch fragen, wer von diesen Ämtern und Institutionen soll denn soviel der Liebe Jesu = Nächstenliebe aufbringen, um diese Stufe und Abgrenzung des Fremden, des Dritten zum Zeiten hin zu überspringen? Wie wir alle wissen, gelingt das nur in Ausnahmefällen und ist eben nicht die Normalität. Welches Sozialamt kann denn wirklich die familiären Probleme lösen? Es kann Geld geben, was eine materielle Hilfe, aber niemals eine seelische Hilfe ist. Kann die Kirche helfen, können die Altenheime, die Kinderheime, Asylantenheime, etc. denn wirklich seelisch, d.h. also nächstenliebend helfen? Und selbst wenn sie es könnten, müssen die Betreffenden es ja auch wollen. Aber wollen sie auch? Die wahre Nächstenliebe muß doch die Seele der Betreffenden berühren und muß sie wieder zusammenbringen, d.h. beide Parteien müssen es auch wirklich wollen. Darum artet Nächstenliebe, wenn eine der Parteien nichts von Jesus annehmen will, auch nur wieder in Fernstenliebe aus, bei welcher nur der kleinste gemeinsame Nenner in Form von Geld akzeptiert wird. Alles was diese Dritthilfe (Geldhilfe) bieten kann, ist nur die Vermeidung von materiellen Verhältnissen, die den Menschen unter die Stufe der Existenzgrundlage zieht. Das ist natürlich nicht wenig und hilft wirklich, um eine Not zu lindern. Aber diese Not ist ja nur die Folge der oben angeführten Seelen-Probleme. Darum kann die innere Seelennot so nie überwunden werden. Ohne Jesus kann einfach nichts überwunden werden!

 

Ist in einem Staat das Verhältnis von Dritthilfe zur Nächstenliebe so groß, daß diese Dritthilfe eine Fernstenliebe bleibt und die Ebene der Nächstenliebe nicht oder zu selten erreicht, dann wird die Möglichkeit dieses Staates Fernstenhilfe zu leisten, zuerst extrem behindert und später völlig unmöglich gemacht, weil durch zuviel Fernstenliebe die gesamte Problematik der Nächstenliebe nur wieder vergrößert wird und es zu dem aus der Wirtschaft bekannten Schneeballeffekt kommt. Da diese Institutionen inzwischen alle mehr an das Geld als an die Nächstenliebe gebunden sind, brechen alle Probleme verstärkt wieder auf, wenn das Geld knapper wird. Und wie und warum wird das Geld knapper? Der Geldumlauf wird aufgrund des Zinsproblems gesteuert, wobei niedrige Zinsen durch eine freie Zirkulation des Geldes bedingt sind, während hohe Zinsen auf die Hortungsfähigkeit eben dieses doppelgesichtigen “Janus-Gottes”, des Geldes beruhen und dadurch den Geldumlauf verknappen.

 

Also bräuchte man natürlich nur diese Hortungsfähigkeit des Geldes zu zerstören, indem man die Hortungsmöglichkeit abschafft. Genau das wurde in unserer Geschichte auch schon des Öfteren sehr erfolgreich praktiziert, indem man dem Gelde seine Zinsmöglichkeit nahm. Man verbot also einfach den Zins. Das Mittelalter sah im Zins eine Ausbeutung des Mitmenschen und lehnte ihn ab. Schon Kaiser Lothar verfügte: “Wer Zins nimmt, wird mit dem Königsbann belegt.” Thomas von Aquin sagte es kurz und prägnant: “Der Gebrauch des Geldes liegt einzig und allein darin, daß man es ausgibt; also ist dem Gläubiger kein Zins zu vergüten.” Diese Auffassung bekräftigt eine Bulle von Papst Bonifatius VIII im Jahre 1301: “Wir schließen aus der Gemeinschaft der Kirche alle jene aus, die das Geld untätig oder schlafend bei sich liegen haben. Von 1150 ab gab es für knapp drei Jahrhunderte in Mitteleuropa ein Geld, das seiner Funktion nicht entzogen werden konnte, begründet von Erzbischof Wichmann von Magdeburg. Dieses Geld bestand aus dünnem Silberblech und wurde halbjährlich zur Neuprägung aufgerufen, wobei das alte seinen Wert verlor und eine Prägesteuer von 25 Prozent einbehalten wurde. Diese Prägesteuer machte jede weitere Steuerbelastung überflüssig. (F. Strübling) Damit war dieses Geld in seinem Umlauf gesichert, regte dadurch die Wirtschaft an und konnte keinen Zins erbringen. Jeder lieh es sich auch gerne ohne Zinsen aus, da er so die Prägesteuer sparte. Genau diese Zeit war auch die Blütezeit des Mittelalters, wenn sie auch in Frömmigkeit ausartete. Die Problematik der Zinsen und der angehäuften Reichtümer wurde dann außerhalb dieser zinsfreien Zone geschürt, z.B. von dem Orden der Templer, der in Jerusalem ansässig war und der seine Reichtümer durch diese Zinspolitik erwarb. Später waren es die Jesuiten, die diese wirtschaftlichen Erkenntnisse der Templer wieder ausgruben und für sich nutzbar machten, noch später und noch effizienter dann die von Weishaupt beeinflußten Rothschilds und Rockefellers und wie sie alle heißen mögen.

 

Unser Geldmangel kann effizient nur durch praktizierte Nächstenliebe aufgefangen werden, aber die ist ja in der Form (in der geldlosen Form) nicht mehr bzw. kaum noch da oder aber, wirtschaftlich betrachtet, durch diese eben geschilderten geldpolitischen Mechanismen, die den Zins verbieten. Aber selbst vor den zwei Weltkriegen war man nicht bereit, auf die Vertreter dieser Lehren (vom rostigen Geld) zu hören. So versuchte es seinerzeit Sylvio Gesell vergebens, die Folgen dieser Hortungsfunktion des Geldes ruchbar zu machen. Keiner wollte oder durfte auf ihn hören.

 

Das familiäre System bricht also aufgrund mangelnder Nächstenliebe zusammen während sich wirtschaftspolitisch dieselbe Äquivalenz ergibt, weil dort das Geld als nächstenliebendes Prinzip dieser Nächstenliebe dadurch beraubt wurde, indem man Zinsen gewährt. Diese Zinsen sind denn auch die satanische Verschlingungsfunktion der Nächstenliebe und haben eine ständige Verschlingungserhöhung zur Folge, auch wenn Einzelne noch helfen können und dagegen steuern. Das können wir gegenwärtig nicht nur in Deutschland, sondern in allen europäischen Ländern genauesten verfolgen. Aber in Deutschland fällt es am ehesten auf, weil dieses Land schon immer eine hohe und große Umwandlungsfähigkeit der Dritt- zur Zweitliebe hatte, da sie unbewußt den Heiland (Jesus) liebte und unbewußt den Zins haßte. Aber in unserer Gegenwart will die Mehrheit davon nichts mehr wissen. Ihr Heiland ist das Geld geworden und ruft seelisch auch nur Verwirrung hervor.

 

Denn dieser Heiland ist ebenfalls nur ein Verführer und betrügt. Oftmals sind es ja auch die Dichter, die die Wirklichkeit mit klarerem Auge sehen als die Gelehrten und Politiker. So schreibt denn auch Adalbert Stifter über den luziferischen Charakter des Geldes:

 

“Das Geld, ein Ding, erst harmlos erdacht zur Bequemlichkeit der Menschen, ein hohler unbedeutender Vertreter der wahren Güter, dann sachte wachsend in mählicher Bedeutung unsäglichen Nutzen gewährend, Dinge und Völker mischend in steigendem Verkehr – endlich ein Dämon, seine Farbe wechselnd, statt Bild der Dinge selbst Ding werdend, ja einzig Ding, das all die andern verschlang, ein blendend Gespenst, dem wir als wäre es Glück, nachjagen – ein rätselhafter Abgrund, aus dem alle Genüsse der Welt auftauchen und in den wir die Wirtschaft wie das höchste Gut dieser Erde hineingeworfen haben, die Brüderlichkeit.”

 

Stifter erklärt den Charakter des Geldes, indem er zuerst auf die Bequemlichkeit hinweist. In der Bequemlichkeit ist nicht viel Nächstenliebe zu sehen, aber scheinbar auch nicht viel Böses enthalten.

 

Aber wenn wir uns vergegenwärtigen, was Jesus gegenüber Judas ausführt, dann sieht die Sache schon ganz anders aus :36

 

...Solange es kein Geld gab, gab es auch keine öffentlichen Buhldirnen also wie jetzt! Da man nun aber das Geld hat und allerlei Scheidemünze, so gibt es zu Jerusalem wie nahe in allen andern Städten feile Dirnen in die schwere Menge, und die Männer sündigen mit ihnen Tag und Nacht!.....Aber das ist nur der Anfang des Fluches, der an dem Gelde liegt. Es werden aber Zeiten kommen, die schlechter sein werden als jene, da Noah die Arche baute, und sie werden dem Golde und Silber ihr Elend zu verdanken haben,...”

Auf des Judas Gegenfrage, wenn man das Geld gut anwende, könne es doch nicht gefehlt sein, erwiderte der Herr:

 

“Ja, so man es gut anwendete, da wäre es ebenso gut als alles andere auf der Erde, das man ebenfalls gut und schlecht benützen kann! Aber der große Unterschied besteht darin: So du in eine Stadt gehst, so mußt du auf deinen Schultern hereintragen allerlei, entweder Gerätschaften oder Eßwaren, und du bekommst dafür etwas anderes, das dir Not tut, und bereitete Speise und Trank. Das ist freilich etwas unbequem, - aber auch unbequem, damit zur Sünde verleitet zu werden! Denn so du kommst mit Kram und Pack oder ziehest einen Karren voll Gerätschaften, kommst damit zu einer Dirne und willst mit ihr sündigen um einige Töpfe und Schüsseln, so wird sie dich verspotten und auslachen, und du bist von der Sünde verschont! Kommst du zu ihr aber mit Gold- oder Silberstücken, da wird sie dich nicht verspotten und auslachen, sondern dich führen in ihr Lottergemach und wird dich mit allerlei reizen zur Sünde, um dir dadurch desto mehr Goldes und Silber zu entlocken! Also ist das Geld wohl eine bequeme Sache, aber auch überaus lockend und bequem zur Sünde!

 

Und darum hat es der Satan in diese Welt gebracht, damit durch dasselbe leichter und mehr gesündigt werden solle in der Welt! – Kennst du dich noch nicht aus, wie die gute Gelegenheit das beste Mittel ist, Diebe zu ziehen?”

 

Kap. 135,20 “Es wird aber ohnehin nur zu bald eine Zeit kommen, in der das Gold, das Silber und das Erz die Menschen regieren wird und wird bestimmen ihren Wert vor der Welt. Das aber wird eine böse Zeit sein; da wird das Licht des Glaubens erlöschen, und die Nächstenliebe wird hart und kalt werden wie das Erz!”

 

Als uns Jesus damals durch Paulus seine Liebesgebote gab: Liebe Gott über alles und den nächsten wie dich selbst, da sagte er wohlweislich nicht, daß man den Fernsten lieben solle indem man ihm Geld gegen Zinsen leiht. Die Nächsten sind in diesem Sinne auch die eigenen Kinder, sind einfach die, mit denen man den unmittelbarsten Kontakt hat. Aber anstatt eigene Kinder zu zeugen, die ja das sichtbare Resultat dieser Nächstenliebe sind, haben die Deutschen aus Bequemlichkeit beinahe ihre Zeugung eingestellt und werden dafür mit fremden Kindern “bestraft”, die natürlich noch unbequemer sind. So kann man diese Überfremdung natürlich auch nachträglich sanktionieren und aus Deutschland dann eben ein Einwanderungsland machen mit der Folge: daß diese nichtassimilierbaren Fremden dann das wenige an Nächstenliebe verzehren, was überhaupt noch da ist. Ja, wenn Deutschland allerdings diese hohe unbequeme Nächstenliebe noch hätte, oder wenn diese Fremden sie hätten, oder aber, wenn schon, schlimm genug, wenigsten keine direkte Nächstenliebe, so doch wenigstens genügend Geld da wäre, um das Abdriften unter diesem materiellem Notstand zu verhindern. Aber so, wie es die reale Situation zeigt, sind beide Seiten völlig überfordert, weil der deutsche Staat über die Grenzen seiner Belastbarkeit gegangen ist und z. T. aufgrund internationaler Verträge auch gehen mußte und jenes Geld, was er zur Aufrechterhaltung der sozialen Absicherung für die eigene als auch für die fremde Bevölkerung braucht, dummerweise von den internationalen Geldgebern geliehen hat. Nur eine totale Rückkehr auf die ursprüngliche Nächstenliebe könnte noch retten was zu retten ist. Aber diese bequemen Deutschen sind dazu nicht mehr in der Lage, dazu haben beide Konfessionen zu sehr versagt.[55]

 

Aber schlimmeres könnte zum Teil gemildert werden, wenn wenigstens die Zahlungsfähigkeit der Deutschen erhalten bliebe, mit der sie es dann wie gesagt auch verhindern könnten, daß diese Fernstenliebe eine Fernstenliebe bleibt, indem sie mit diesem eigentlich nächstenliebend angewendetem Gelde diese Hürde der Fernstenliebe überspränge.

 

Anhand dieser Geldproblematik können wir auch das Problem der Nächstenliebe sehen, die also ähnlich wie das Geld ambivalent ist. Entweder ist die Nächstenliebe eine Eigenliebe, weil man sich selbst als Nächsten betrachtet oder aber sie ist wirklich für den Nächsten gedacht. Ähnlich auch das Geld, das entweder zinslos dem Nächsten geliehen wird, oder das sich selbst mehr liebt und sich diesen Akt über den Zins bezahlen läßt.

 

Diese Fernstenliebe scheint nun dazwischen zu hängen, tut es jedoch nicht, da sie, wenn sie denn dem Nächsten nicht wirklich hilft, ja doch nur eine verschleierte Eigenliebe ist. Das wird uns nur bei der seelischen Betrachtungsweise klarer, da wir erst dann wirklich sehen, wem diese Fernstenliebe nutzt: dem Körper oder der Seele?

 

Anders gefragt: wem nutzt das Geld im Sinne der Nächstenliebe? Antwort: Natürlich den Bedürftigen und damit auch dem Staat, der dadurch von Aufruhr verschont bleibt. Aber wenn nun dieses Geld nicht dem Staat, sondern den internationalen Banken deshalb gehört, weil es von ihnen geliehen wurde, wem nutzt dann diese Form der Nächstenliebe?

 

Antwort: Einmal den Bedürftigen, dann diesen Banken und dem Staat nur insofern, wie er die Mittel aufbringen kann, um das geliehene Kapital auch zurückzuzahlen. Wie wir wissen, hängt die Fähigkeit zur Rückzahlung von dem Beschäftigungsgrad seiner Wirtschaft und von der Nächstenliebe der Regierung sowie der Höhe der Bankzinsen ab. Der Staat, der sich Geld leiht, ist natürlich schon unvernünftig daß er es sich überhaupt Geld leiht, aber umso dümmer ist er, wenn er dieses Geld von fremden Leuten leiht, wo er es gegen einen hohen Zins zurückzuzahlen hat. Also ist diese Form der Nächstenliebe eigentlich nur eine verkappte Fernstenliebe, weil das Staatsbudget für die Zukunft extrem belastet wird, um in der Gegenwart einen kleinen Nutzen zu haben. Das drohende Damoklesschwert der Zahlungseinstellung schwebt somit schon über diesen Staat und belastet dadurch die eigene Bevölkerung, die nicht nur diese geliehenen Mittel, sondern auch die Verzinsung aufzubringen haben. Wenn aber also die eigene Bevölkerung die Mittel nicht nur zurückzahlt und es in Form von Steuern auch tut und darüberhinaus auch die Zinsen durch noch mehr Steuern zurückzahlt, so ist dieser ganze Vorgang ja eigentlich völlig sinnlos gewesen. Hätte sich der Staat das Geld gleich von den Bürgern über die Steuern geholt, dann würde zumindest die überhöhte Steuer für die Verzinsung gespart würden. Also nutzt dieser Vorgang höchstens den Banken, nicht jedoch dem Staat, es sei denn, es wären wenigstens Staatsbanken, aber auch dann wäre diese Verzinsung Unfug. Der Staat würde nur die Unzufriedenheit seiner Bürger schüren.

 

Warum handeln aber die Regierungen so? So weit her kann es mit ihrer Nächstenliebe gegenüber der eigenen Bevölkerung also nicht sein, eher schon gegenüber den Banken. Schauen wir schnell zu der Institution, die sich jahrhundertelang mit eben dieser Nächstenliebe rühmte, die Kirche, so sehen wir, wie sie sich vergeblich gegen diesen Zins gesträubt hat, denn der Zins d.h. die Verzinsung des eingesetzten Kapitals ist es letztendlich, die über die Nächstenliebe des Geldes entscheidet.

 

Um die Nächstenliebe in moralischer Hinsicht bewerten zu können, muß man sie natürlich mit Jesus in Bezug setzen. Da wir uns von Jesus aber schon zu weit entfernt haben, können wir dies für die Wirtschaft bzw. für die Allgemeinheit leider nur in dieser wirtschaftlichen Terminologie über die Nutzwirkung nachvollziehen. Und die Nutzwirkung des Geldes bleibt dann beim Geber, wenn er für sein geliehenes Kapital Zinsen nimmt. Die Nächstenliebe erlischt also mit der Verzinsung und alle Werke, die aufgrund verzinsten Kapitals getätigt werden, haben nur noch eine temporäre, aber keine reale Nutzwirkung außer für den Kapitalgebenden. Genau daran ist ja auch die Kirche gescheitert, deren Eigennutzen schließlich so hoch wurde, daß von Nächstenliebe nicht mehr soviel herausschaute.

 

Diesen angesprochenen Mechanismus zwischen der Wirkung der Nächstenliebe innerhalb des Geldes kann man auch in der Geschichte verfolgen und wir haben es zwischen den Zeilen hin und wieder angesprochen und werden das im Kapitel über das Christentum weiter vertiefen, wollen jedoch hier wieder zum ursprünglichen Thema der Entnazifizierung zurück.

 

Durch diesen Hitlerkomplex, der ja auch nur ein Zustand der mangelnden Nächstenliebe zum Nächsten war, sind wir bis in die Gegenwart automatisch mit der mangelnden Nächstenliebe innerhalb des Geldes durch dessen verwerflichen Zinscharakter verbunden, denn wir zahlen noch immer dafür, d.h. Hitler ist das eingesetzte Kapital, das uns noch immer zur Zinszahlung zwingt und es zu oft verhindert, daß wir zu Jesus kommen.

 

Man kann also sehr genau sehen, wie das Hitlerbild im Zuge der Entnazifizierung nicht nur auf Deutschland bezogen, sondern sogar global dermaßen überbläht wurde, daß unser christliches Gottesbild und damit die Liebe und damit die Nächstenliebe von Jesu verdeckt werden, stattdessen die unselige Fernstenliebe propagiert wird, weshalb das Geld und dessen Eigennutz, die Zinsen, immer wichtiger wird. Erinnern wir uns später bei dem Kapitel über die Besessenheit nochmals hieran. Wir müssen dann konstatieren, wie das deutsche Volk geistig besetzt, d.h. besessen ist und den Frieden mit Jesus noch nicht hat. Als Folge davon gibt es für Deutschland auch noch keinen Friedensvertrag mit den ehemaligen Feindmächten. Dadurch, daß es Jesus nicht mehr hat, ist es von Minderwertigkeitsgefühlen geprägt, weil ein Selbst ohne Jesus nichts taugt. Andererseits ist es dann auch wieder vom Hochmut geprägt, weil ein Selbst ohne den demütigen Jesus sich für Gott hält. So pendeln die Bewohner Deutschlands zwischen Depressionen und Hochmut. Viele machen dabei den Fehler und suchen die Schuld nur bei Hitler, andere suchen sie beim Gegner und glorifizieren ihn dadurch. Dabei ist beides völlig falsch und verschleiert nur wieder den Blick auf unseren Schöpfer. Wir als die Nachkriegsgeneration dürfen nicht rufen: “weg mit Hitler!”, wenn wir diese Problematik nicht aufarbeiten und dann nur allergisch auf ihn reagieren und allerlei Fälschungen zulassen, während wir den amerikanischen Materialismus und dessen Fernstenliebe ungehemmt genießen. Damit reagieren wir genauso allergisch auf Jesus. Denn es kann nur immer heißen: Entweder kommen ein Hitler, ein Stalin, ein Napoleon, etc. oder aber es kommt der wirkliche Führer in der Person von Jesus Christus. Entweder Verführte sein und hinterher vor dem Scherbenhaufen stehen, oder aber frei zu sein, frei von unnötigen Trieben, von sinnlosen seelischen Besessenheiten.

 

Deshalb dürfen wir auch nicht wieder rufen: “Her mit einem Hitler!” Denn ein Hitler, ein Stalin, ein Napoleon kommen ja nur, wenn die Seele eines Volkes, die sich von Jesus abgeschnitten hat, aus ihrer dann selbstverschuldeten Not heraus keinen anderen Ausweg mehr kennt und sich gewaltsam befreien will. Dadurch verstrickt sie sich immer nur tiefer in ihre Not und vergrößert wie gesehen auch nur ihr Elend. Aber wer Jesus nicht zu seinem Führer wählt, der wählt dann natürlich einen Napoleon, einen Stalin[56],  einen Hitler, etc., der wählt damit auch das Geld und dessen Zinsen und wird unter ihnen zu leiden haben. Genau an dieser Problematik haben die atheistischen Völker des Ostens zu leiden und könnten nur durch wahre Nächstenliebe unsererseits davon abgehalten werden, daß sie einem erneuten Hitler oder Stalin hinterherlaufen. Aber wo bleibt unsere Nächstenliebe. Alles, was wir ihnen geben, ist nur wieder von internationalen Banken geliehenes Zinsgeld. So wird uns dieses Geld zweifach treffen. Einmal müssen wir als Steuerzahler diese Kredite abzahlen, zum anderen bekommen wir sie von den atheistischen Staaten nicht mehr zurück, dafür bekommen wir Gewalt zurück.

Indem man also in Hitler nur den gewaltigen Verführer und nicht den armen und kranken Menschen sieht, indem man also niemals Pardon und Vergebung zeigen kann, hat man sich vom wahren Führer, vom Heiland, abgetrennt, hat man sich von der lebensrettenden Nächstenliebe abgetrennt und krankt dann ebenfalls. Darum krankt nicht nur Deutschland an diesem Hitlersymbol, sondern darüberhinaus die ganze Welt. Die Juden, die nicht vergeben, kranken daran und leben dann mit ihren Nachbarn in Unfrieden. Diejenigen Deutschen, die den Juden nicht vergeben, kranken dann mit Hitler und leben in Unfrieden, genau wie diejenigen Deutschen, die Hitler nicht vergeben, dann mit den Juden kranken. Die Amerikaner, die Engländer, die Franzosen, die Russen etc. sie alle sind krank, weil es ihnen an der wahren Nächstenliebe fehlt. Der Weg zum Herrn ist global völlig verbaut. Nun sollte man auch mal fragen: Wozu das? Qui bono? Wem nutzt das?

 

Wem nutzt es, wenn die Seele zerrissen wird und ihren Körper nicht mehr lenken kann? Wem nutzt es, wenn Deutschland als ein christliches Bollwerk durch zuviel Fernstenliebe zerstört wird? Wem nutzt ein entwurzeltes Europa, daß nicht bzw. kaum noch auf die christliche Nächstenliebe, sondern nur noch auf wirtschaftliche und damit auf egoistische Fundamente gegründet ist? Wem nutzt also die immense Zerstörung der christlichen Nächstenliebe, die deshalb christlich ist, weil sie ihre Wurzeln in Jesus hat?.. Auch hier kommen wir wieder zur Besessenheit und zum Satanismus, die wir deshalb in dem nächsten Kapitel ansprechen werden.

 

Darum auch sind die nach 1945 bis zur Gegenwart installierten Systeme zutiefst hedonistisch, weil sie nur auf eine kurze Triebbefriedigung innerhalb der irdischen Zeitspanne ausgehen. Ab 1980 wurde der Glaube nochmals reduziert, obwohl man sich das eigentlich nicht mehr vorstellen kann. Jetzt gilt nur noch die Kombination von Geld und Jugend. Die Jugend, die während der Jahrhunderte immer ihren infantilen Charakter besaß und innerhalb der Nationen ein sehr geringes Mitspracherecht hatte getreu dem christlichen Motto: “Du sollst Vater und Mutter ehren damit Du lange lebst!”, diese Jugend wollte und will ja nicht mehr lange leben um alt zu werden, sondern sie will nur im Hier und Jetzt im völligen Konsumrausch leben. Deshalb gilt nichts mehr was alt und ehrwürdig ist. Nun gilt nur noch das jugendliche mit seinen infantilen Prinzipien von Aufsässigkeit, Oberflächlichkeit, Unreife, Ungeduld, der Ablenkung wie Sport, etc. Es gilt also das Prinzip der Gärung, das Prinzip des Durcheinanders, um dann erst Hinterher zu reifen. Aber zu diesem “Hinterher”, wo das Unreine vom Reinen ausgeschieden wird, kommt diese ungeduldige Jugend nicht mehr. Nunmehr ist alles vagabundierend, und die geistigen Verhältnisse in Deutschland sind nicht viel besser als unter Hitler. Sie sind nur anders und sehr viel feinfühliger verpackt.

 

Man heiratet nicht mehr den Nächsten, sondern den Fremden, falls man überhaupt noch heiratet. Man arbeitet nicht mehr in der Nähe, sondern in der Entfernung, falls man überhaupt noch arbeitet. Man hilft nicht mehr dem Nächsten, sondern dem Übernächsten, falls man überhaupt noch hilft. Man liebt nicht mehr die Ruhe um zu Jesus zu finden, sondern man liebt die Bewegungen, man liebt den Sport, weil man vor ihm wegläuft. Statt in Kirchen geht man in die Arenen. Anstatt die Kinder in der Kraft und Ruhe um das Wissen der Liebe zu zeugen, vernichtet man sie durch eine extreme, nur auf die egoistische Befriedigung ausgerichtete Sexualität, die mehr mit dem Sport, als mit der Zärtlichkeit verknüpft ist. Diese Aufzählung könnte man endlos fortsetzen.

 

Fassen wir die Geschichte nochmals zusammen, so finden wir drei ausgeprägte Reduktionsstufen innerhalb unseres christlichen Glaubens.[57] Ausgehend vom Idealfall, wo Jesus als unser persönlicher Schöpfer erkannt wird, der unsere Sehnsucht zum Paradies stillen kann, wenn man seine leichten Gebote hält, betrachteten wir die einzelnen Phasen und stellten fest:

 

Die erste Reduzierung dieses Glaubens geschah, als ab dem 13. Jhdt. nicht mehr auf die Propheten gehört wurde. Dadurch wurde Jesus nicht mehr als Gott selbst erkannt und geliebt.

Er wurde nur noch der Sohn Gottes. Damit einher kam die Inflation von Religionsgütern um sich die Sicherheit zu verschaffen, die einem nur Jesus direkt geben konnte, die man jetzt natürlich nicht mehr hatte. Allerdings gab es noch die starke Jenseitsausrichtung; Himmel und Hölle wurden direkt im täglichen Leben einbezogen. Ja, dieses tägliche Leben wurde so geführt, dass man sich einen guten Himmelsplatz verschaffen wollte.

 

Da jedoch der Bezug zu Jesus im Allgemeinen nicht mehr so ausgeprägt war, hatten die Menschen diesen richtigen “Fahrplan” der diesseitigen Welt nicht mehr und nahmen dafür den falschen der römischen Kirche an. Der Kölner Dom, der indirekt das Erbe Karls des Großen war, wurde zum großen Teil aus dieser falschen Frömmigkeit heraus gebaut und kam dann genauso zum Erliegen wie diese Frömmigkeit. Er hätte sich noch mehr auf Jesus, als auf die “Pseudo-Gebeine der Dreikönige” stützen müssen.[58]  Das gotische Zeitalter mit seinem großen Versprechen dem Schöpfer gegenüber unterlag leider seinen Feinden und wurde so nur zu einer äußeren Frömmelei umfunktioniert.

 

Die zweite Reduzierung geschah ab dem 16 Jahrhundert mit der Aufklärung, indem Jesus nicht mehr als Gottessohn erkannt, sondern nur zum Mensch “dezimiert” wurde. Damit einher ging die Inflation von religionsfreien Gütern. Die Industrie trat auf und mit ihr das Zinsgeld und das von Goethe sehr richtig erkannte “faustische Streben” brach sich offen seine Bahn. Nun gab es keine Verbindung mehr zu Gott, weil auch der Sohn Gottes nichts mehr galt. Jetzt musste man sich erst recht mit materiellen Gütern betäuben.

 

Nun rückte das Diesseits immer weiter in den Vordergrund, während das Jenseits zur Fabel erklärt wurde. Luthers Korrekturphase hatte leider nicht so gegriffen, wie von vielen gewünscht. Um sich vor der Angst des Todes zu “schützen” wurde das unbekannte religiöse Element nun in das bekannte kaufmännische Streben nach Gütern pervertiert. Statt Gott kam nun das Gut als das “Gut”, kam nun als die Ware, kam als Konsummittel. Jetzt war nicht mehr Gott gut, jetzt war Jesus nicht mehr Trost und Heiler, sondern jetzt waren fast nur die Waren gut. Das “Gut” als die Güter mußten materiell darüber trösten, daß man seelisch keinen Frieden und keine Sicherheit mehr hatte. Durch Maria Theresia und ihren Sohn Josef konnte dieser Verlust zum Teil jedoch wieder aufgefangen werden, allerdings nicht völlig. In der Person von Goethe kann man die gesamte Tragik dieser Phase erkennen, die anstatt in der Liebe zu Jesus neu zu erstehen (Renaissance zur Gotik), sich nur noch mit Frauen tröstet (Romantik) und den Humanismus gegen Gott lenkt.

 

Die dritte Phase der Glaubensdezimierung fand im 19. Jahrhundert durch die Psychologie statt und erklärte Gott als einen überholten Reflex (Archetypen) und Jesus als einen verächtlichen Menschen und bewegt sich nunmehr auf ihren Endpunkt zu, indem diese Menschen völlig im Materialismus aufgehen. Jesus wird denunziert. Sämtliche bestehende Verbindungen zu Christen, welche die reine Urlehre vertraten, und die sich in den vergangenen Jahrhunderten immer wieder halten konnten, sind nach den beiden Weltkriegen verlorengegangen. Der gesellschaftliche und religiöse Einfluß dieser “Urchristen” ist völlig unerheblich geworden. Es gibt keinen mehr, der dieses Urchristentum offiziell lebt. Damit gibt es keine Gerechten mehr im Sinne Jesu und damit gibt es keinerlei Sicherheiten mehr, daß wir dieses irdische Leben auch in Ruhe vollenden können. Jesus kann nicht mehr als Bindeglied zwischen Volk und Leben fungieren, weil es keiner will!

 

Das Leben der Völker, nun nicht mehr an das Grundleben Gottes angeschlossen, dezimiert sich in erschreckendem Maße selbst. Jesus ist nicht mehr der gute Gott, der “Liebegott”, sondern nur noch der verachtete Mensch. Was zählt, ist das extrem kaufmännische Prinzip des Geldes, das durch seinen vaterlandslosen globalen Charakter, das ihn zu Gebieten mit hoher Verzinsung führt, zum “guten” Geld geworden ist und nun fleißig Güter produziert. Geld wird grenzenlos und ist in seiner Bewegung weitaus weniger beschränkt als die Liebe, die immer einen direkten Bezug braucht und nur mit Jesus grenzenlos werden kann. Statt Geist wird Materie geschaffen. Statt Nächstenliebe zu lieben, wird das Geld geliebt. Damit die Staaten untereinander funktionieren braucht man jetzt keinen lieben Gott mehr, sondern dafür reicht jetzt das liebe “geldschaffende Geld”. Die Hüter des Geldes, die global illuminierten Banker sind nun die Priester dieser Weltordnung und können unliebsame Personen im besten Fall entmutigen. (z.B. Lafontaine)

 

Innerhalb dieser dritten Phase fanden darum so große Tragödien statt, wo das zinstragende Geld wichtiger wird als die Zeugung eigener Kinder, wo man also seine nächstenliebende Funktion nicht auf die Nächsten, sondern auf das Fernste, damit auf das Geld überträgt. Die Zeugungsfähigkeit der Menschen wird vermehrt auf die Zeugungsfähigkeit des Kapitals übertragen, die natürlich ebenso wie die Kinder, im Sinne des Erzeugers handeln sollen. Die Erzeuger des Geldes sind jedoch gewisse Großbankvereine, sind internationale Wuchergruppen, deren Kinder aber viel gehorsamer sind, als die menschlichen, da deren Zins genau das tut, was er soll! Wollen wir sehen, was die Zukunft bringt, so können wir nur unter diesem Blickwinkel der Jesusverbindung zu realistischen Einschätzungen kommen.

 

Es wird im weiteren Verlauf dieses Buches oft genug angesprochen, aber weil es diese Thematik hier ebenfalls berührt, so wollen wir diese kleine Prognose auch durchführen, bevor wir uns etwas tiefer mit unserer Gegenwart beschäftigen.

 

 

2.2.8 Die Epoche des 21. Jahrhunderts

 

Entscheidend in allen diesen Phasen ist die jeweilige Beziehung des geistigen zum weltlichen Standpunkt. Das Geistige in Rom hatte die Jahrhunderte hindurch das christliche Abendland mit seinem Jesus-Geist mal mehr, mal weniger befruchtet. Die Deutschen als das Kernland Europas wurden automatisch der Nachfolger des römischen Reiches und damit wuchs diese innige Beziehung zwischen Rom und Deutschland, bis sie von Deutschland (Österreich) alleine getragen wurde. Ab dem Mittelalter wurde sie allmählich gelöst und durch kaufmännische Interessen ersetzt. Wie wir sahen, konnte sich ein geistiges deutsches Zentrum nicht durchsetzen, dafür jedoch ein weltliches. Diese beiderseitigen Beziehungen waren durch verschiedenste Reduktionsstufen geprägt, die ihrerseits die politische Landkarte empfindlich änderten.

 

Nachdem in der Neuzeit sich das die nordischen Götter liebende Deutsche Reich mit den Italienern und einem pseudo-christlichen Rom zusammengetan hatte, wurde dieses Götterreich naturgemäß vom unchristlichen und kaufmännischen Rom verraten, als deren kaufmännische Interessen gewahr wurde, wie sich Deutschland in der Welt als zweiter Hauptkaufmannsladen etablieren wollte, dabei aber immer mehr isolierte, weil der erste “Hauptkaufmannladen” England damit nicht einverstanden war. Aber keiner bemerkte, das durch einen Krieg ein Dritter, Amerika zum Hauptkaufmannsladen werden konnte, was dann auch geschah. Der deutsche Götterkult, auf sich alleingestellt, konnte sich nicht mehr halten.

In der Gegenwart bis in die 90er Jahren haben wir nun die finanzielle Beziehung, zwischen Vatikan, Amerika und Polen, weil Amerika, nunmehr unangefochten Hauptkaufmann Nr.1, mit Hilfe des polnischen Papstes, durch die konsequente Hilfe, die er der Solidarnosc angedeihen ließ, tatkräftig an der Auflösung der Sowjetunion mithalf. Wie von so vielen Gläubigen erhofft, wurde der ehemalige Osten einschließlich Polen jedoch nicht christlich, sondern diese verfielen dem Atheismus. Polen unternimmt genauso wie die Rumänen oder die Russen Raubzüge gegen den satten und trägen Westen. Noch findet das im Kleinen statt und kann deshalb weltmännisch belächelt werden. Man kann darüber sogar noch Witze reißen, wie es im Fernsehen in einigen Talkshows geschieht.

 

Waren die damaligen Deutschen in der Mehrheit christlich, während nur die Führungsriege sich als verblendete Götterabkömmlinge betrachtete, so sind die heutigen Deutschen kaum noch christlich, während der Osten hingegen völlig atheistisch ist. Eine weitere Glaubensreduktion findet gegenwärtig statt. Von einer seelischen Befruchtung der Deutschen gegenüber den anderen Nationen kann keine Rede mehr sein. Sie ist eher in die materielle Abart durch Befriedigung von Gütern und Konsumartikeln abgedriftet.

 

Wenn das Rom des zweiten Weltkrieges auch vom Deutschen Reich bedroht wurde, so konnte es in seiner Souveränität weitgehend fortbestehen. Bei einer weiteren Glaubens-Reduzierung wird es diesem Rom weitaus schlimmer ergehen. Die Deutschen des dritten Reiches akzeptierten Rom aus der vergangenen Geschichte heraus immerhin noch, weil sie sich in ihrem Unverstand als die Nachfolger des Heiligen Römischen Reiches sahen, und als treues Kind ihren Vater nicht verderben wollten. Aber die gegenwärtig sich neu formierende atheistische Koalition östlicher Staaten kennt keine wie immer geartete Schonung und muß alles unternehmen, um diese Keimzelle, an der die westlichen Völker noch oberflächlich hängen, zu bezwingen.

 

Polen befindet sich folgerichtig genau dazwischen, tendiert jedoch durch den Einfluß des Papstes sowie der Verführungskünste des Westens zum Westen hin, will aber noch alle Vorteile von damals aus der innigen Verbindung beim Fall der Sowjetrepubliken von Amerika aus haben, nahm deshalb auch am Irak-Krieg teil und sucht Anschluß an das westlich orientierte Europa. Polen mit seiner falschen Religionseinstellung der Überhöhung der Madonna hat sich jedoch nicht dem wahren Christentum, sondern auch nur dem “Scheinchristentum” zugewendet. Aber selbst das wird die ehemaligen Sowjetstaaten natürlich noch mehr erbosen und läßt sie heimlich auf Rache sinnen.

 

Da sich im gesamten Westen die Beziehung zu Jesus gegenüber fast auf dem Nullpunkt befindet, und sich die Menschen nur ihrem irdischen Vergnügen hingeben, so hat eine atheistische Koalition welcher Staaten auch immer, die im Gegensatz dazu am Hungertuch nagen, sehr leichtes Spiel. Sie haben dann keine Moral, die ihnen vorschreibt, daß sie bei uns nicht einfallen dürfen, im Gegenteil, sie fühlen sich dazu sogar noch berufen. Denn Völker, die nicht mehr durch den Jesus-Geist gebunden sind, haben nur zwei Möglichkeiten:

 

Erstens: Sie zerfleischen sich gegenseitig solange, bis sich ein starker aufmacht und sie bändigt.

 

Zweitens: Sie lenken anschließend ihre Augen zu dem Nachbarn, der alles das hat, was ihnen entbehrt und einigen sich untereinander in dem Bestreben, diese(n) Nachbarn zu überfallen. Hinzu kommt noch eine unterdrückte Wut gegenüber Jesus, die aus Satans Geschichte heraus logisch erscheint. Wenn auch im Vatikan nicht viel von Jesus vorhanden ist, so gilt er ihnen doch noch soweit als christliches Jesus-Symbol, das sie ihn vernichten möchten, damit im Westen die letzte Bindung an das Christentum aufgelöst wird und ihnen dadurch auch der letzte Halt genommen wird. Damit werden diese Menschen zu Heimatlosen gemacht, die sich in ihrem eigenen Land nicht mehr wohlfühlen. (Hölderlin) Aus dem von ihnen verachteten Jesus wird zuallerletzt der gehaßte Jesus, dessen Namen man nicht mehr nennen darf. Allerdings geschieht dies sehr heimlich, da sie wie weiland Satan eine unglaubliche Angst und Wut vor dem Namen Jesu haben.

 

Waren es z.B. früher die Hunnen, die Sarazenen oder die Türken, welche das christliche Abendland immer dann bedrohten, wenn dessen Glaube zu gering war, so sind es in der nächsten Phase deshalb die atheistischen Völker des Ostens, weil bei ihnen als Folge unserer Glaubensreduktion ebenfalls diese Reduzierung stattfindet. Dann kommt nicht mehr das Licht aus diesem Osten, wie Spengler seinerzeit ausführte, sondern nur noch Dunkelheit. Nur wird dieses Glaubenslicht bei uns durch Trägheit schlicht und einfach vergessen, während es bei ihnen durch den notwendigen Überlebenskampf völlig erlischt und an deren Stelle nur noch Kampf steht. Stünden eines Tages die Völker des Ostens vor unserer Tür, so würde der blinde Westen dies erst bemerken, wenn es zu spät wäre. Konnte sich damals ein Kaiser Leopold I. noch aufraffen, um die Türken 1783 vor Wien zu besiegen, so hätte bei unserem gegenwärtigen geistigen Reduktionsgrad keiner eine Chance.

 

Bei einer so “simplen” Angelegenheit wie die Selbstzerfleischung Jugoslawiens, die allerdings erst auf massiven Eingriff seitens der USA entstand, konnte und kann man sehen, wie unfähig unser Westen ist, sich in Hinblick auf Europa zu einigen und deshalb nur als amerikanischer Vasall fungierte. Amerika, nicht Europa profitierte von der jugoslawischen Zerstörung und konnte dadurch seine Industrie ankurbeln[59], während Europa und damit weitgehend Deutschland, die Folgen zu tragen haben.

 

England als Kaufmannsstaat ohne tiefverwurzelte Religion konnte und kann das habsburgische Vakuum nicht auffangen und wurde nach dem 2. Weltkrieg endgültig von Amerika entthront. Amerika jedoch wußte mit dieser nächstenliebenden Funktion der Habsburger erst recht nichts anzufangen. Stattdessen haben sich in der Vergangenheit die atheistischen Völker der ehemaligen Sowjetunion insgeheim mit diesen angloamerikanischen Kaufmannstaaten arrangiert, während Deutschlands Seele zusehends merkantilisiert wurde.

 

Durch den Kosovo-Krieg haben es die USA auch sehr erfolgreich verstanden, einen Keil zwischen Europa und den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion zu treiben, so daß entgegen der Hoffnungen der frühen 90er Jahre nun nicht mehr der europäische Teil von Rußland, der an sich logische Partner von Europa wurde. Stattdessen wurde Europa von den Amerikanern nur sehr erfolgreich domestiziert und agiert darum auch nicht mehr souverän, sondern benimmt sich zum Einen wie eine amerikanische Exclave. Andererseits kooperiert es nicht mehr mit Rußland, sondern scheint sich selbst zu genügen und drückt durch seine Osterweiterungspläne Russland wirtschaftlich an die Wand. Der Russe wird also gegenwärtig von China, USA und Europa eingekreist, obwohl das von den unfähigen Globalpolitikern nicht einmal bemerkt wird, bzw. die Konsequenz ist ihnen überhaupt nicht klar.

 

Diese negative Entwicklung wurde durch den Irak-Krieg noch verstärkt und die amerikanische Regierung verstand es, den Keil zwischen Europa noch tiefer einzuschlagen.

 

Die Deutschen sind gerade eben dabei, ihren letzten Kern, der sie mit Jesus verknüpft, zu zerstören. Sie unterminieren die Beziehung zum Schöpfer, indem sie nicht mehr den Nächsten, sondern den übernächsten, sei es der Türke, Kurde, Pole, Afrikaner, etc. lieben, indem sie ihnen Rechte einräumen, welche ihre eigene staatsbürgerliche Souveränität vernichtet. Diese “Fernstenliebe” erkennt man daran, daß immer mehr deutsche Familien auseinanderbrechen, die ja doch die Nächsten sind, während “Zerbrochene” aus der Fremde, diese Nächstenliebe aufsaugen, ohne dies dem Deutschen in irgendeiner nächstenliebenden Aktion wiederzugeben, wo doch eine Nächstenliebe die Nächste gebiert, während eine Fernstenliebe nur Gleichgültigkeit sät.

Diese in Wahrheit auf Pump basierende Form der Nächstenliebe ist deshalb auch keine Nächstenliebe, weil sie in Zukunft die Zahlungsfähigkeit des Staates bedroht und weil sie für die eigene Bevölkerung eine überhöhte Steuerzahlung bedeutet. (1992 geschrieben)

 

Betrachtet man die ausländischen Mitbürger unter diesem Gesichtspunkt, so muß man selbst als überzeugter Ausländerfreund gestehen, wie sie dem Deutschen fast immer nur gleichgültig gegenüberstehen und ihn nicht verstehen können und wollen, weil sie ihn nicht lieben, und weil sie oft genug auch nur “Wirtschaftsflüchtlinge” sind. Ausnahmen bestätigen nur die Regel. Wenn die Deutschen hingegen souverän wären, sich selbst (Jesus) akzeptierten und liebten und somit in völliger Intaktheit ihrer Beziehungen untereinander dem Ausländer Hilfe leisten würden, (was tatsächlich zu selten passiert) so würde damit diese Situation der unverträglichen Lauheit bei ihnen durchbrochen werden, und sie könnten diese Liebe den Deutschen auch erwidern.

 

Aber so schuldbewußt und nur auf eine Art dabei erpicht, ihr besudeltes Gewissen durch die Gräuel der Weltkriege zu säubern, sind sie gar nicht in der Lage, irgendjemandem zu helfen. Ihre Hilfe gleicht damit nur einer Betäubung, ist völlig unpersönlich und wird von den Fremden zwar angenommen, aber nur mit einer gewissen Verachtung gegenüber solch einem Deutschland, dass sich nicht liebt und sie, trotz aller gegenteiliger Ansicht, erst recht nicht lieben kann. So etwas nennt man dann die schon erwähnte Fernstenliebe, die keine Liebe, sondern nur Blindheit ist. Eine Integration, eine Assimilierung unter solch einem fernstenliebenden Prinzip ist so nie möglich. Die Tage solch eines Staates sind schon gezählt, unsere Tage sind gezählt.

 

Die angeblich so hochstilisierte Angst des Westens vor einem neuerwachenden Fanatismus islamischer Prägung ist völlig überzogen, hilft nur den illuminierten Kreisen mit ihrer neuen Weltordnung und lenkt nur vom eigentlichen ab. Diese islamischen Völker sind immerhin noch gottgläubig und halten sich darum auch noch an Verträge, etc. aber die Atheisten brauchen nichts und niemandem vertrauen, und brauchen die göttlichen Spielregeln deshalb auch nicht einzuhalten.

 

Was für die Atheisten zählt, sind vordergründig nur kaufmännische Fakten, hintergründig geht es natürlich um die Weltherrschaft. Dafür nehmen sie auch in Kauf, wenn der Westen auf ihre Kosten gedüngt und fettleibig gemacht wird, damit sie dann später umso mehr von dieser Fettleibigkeit zehren können. Die globalen illuminierten Banken, die dieses Schauspiel inszenieren, glauben, sie könnten allein durch die Steuerungsfunktion des konkreten und virtuellen Geldes dieses Schauspiel zu ihren Gunsten lenken. Aber sie alle haben die Rechnung ohne den Wirt gemacht.

 

Unsere unmittelbare Zukunft wird also von einer stetigen Abnahme der Nächstenliebe gekennzeichnet sein da es kaum noch intakte Familienverbände mit einem starken seelischen Glauben und einer hohen nächstenliebenden Integrationsfähigkeit gibt. Die Kinder solcher Familien funktionieren nur noch seelenlos, sie sind wie Larven, sie sind wie Hüllen ohne Inhalt, bzw. der Inhalt ist wurmstichig. Diese Kinder haben kein Heimatgefühl, sie haben ihre reine deutsche Sprache aufgegeben, sie haben Deutschland innerlich aufgegeben, sie haben Gott aufgegeben. (Von Jesus braucht man gar nicht mehr zu sprechen!)

 

Hören wir dazu einmal die Einschätzung des ehemaligen Sicherheitsdirektors unter dem amerikanischen Präsidenten Jimmy Carter, hören wir also Zbigniew Brzezinsksi :37

 

Die erste Phase der Geschichte habe sich um Religion gedreht und dafür gesorgt, daß die Idee angenommen wurde, das Schicksal des Menschen liege im Wesentlichen nur in der Hand Gottes. Die zweite Phase müsse der Mensch auf dem Weg zur wahren Erleuchtung durchgehen und wäre der Nationalismus. Die dritte Phase sei der Marxismus, der eine weitere entscheidende und kreative Phase der Ausreifung des menschlichen Universalbildes darstellt. Gleichzeitig bedeute der Marxismus einen Sieg des äußeren, aktiven Menschen über den inneren, passiven Menschen und einen Sieg des Denkens über den Glauben. Die vierte und abschließende Phase wird von Brezinkski als die Technotoronische Ära bezeichnet – bzw. das Ideal des vernünftigen Humanitarismus, den Grundsatz, der das göttliche Wesen von Jesus Christus verneint. (Des Griffin über Brezinski)

 

Wir leben also in dieser vierten, der “Technotronischen Ära”, wo das Ideal des “vernünftigen Humanitarismus” die Nächstenliebe von Jesus Christus verneint, wo also der äußere materielle “Körpermensch” den inneren “Geistmensch” übertölpelt. Ja, so kann man unsere Geschichtsphase auch ausdrücken, wenn man uns und unsere Kinder so oberflächlich betrachten will. Aber so leicht sollte man es sich wirklich nicht machen, denn dies ist nur der flüchtige Schein.

Unsere Kinder leben als Erwachsene im großen Konflikt mit ihren Eltern. Als die “Jesus-People” , als die Hippi-Generation damals gegen das Althergebrachte protestierte, da gab es immerhin noch Bindungen zwischen den Generationen. Aber hier im 21. Jahrhundert wird es so etwas nicht mehr geben. Der gemeinsame Konsens ist aufgehoben. Damit nimmt die seelische Verzweiflung der Älteren auf der einen Seite zu, während auf der anderen Seite die illuminatorische Ablenkung der Jüngeren extrem stark wird. Die “Technotronic” mag zwar in Form der globalen Telekommunikation mit seinen Handys, mit seinem digitalen Fernsehen, mit seinem Internet, mit Apparaten der Gedanken und Gefühlskontrollen, mit den Wetterkriegsgeräten, etc. zwar zunehmen, aber diese Kinder bleiben innerlich leer: sie bleiben sich fremd, damit bleiben sie ihren Eltern fremd. Ein Ehepartner wird nur noch akzeptiert, wenn er die persönliche Freiheit des Einzelnen nicht beschneidet. Reisen und Geld rückt vollends in den Brennpunkt der Menschen. Glücklich jene, die es sich erlauben können, unglücklich solche, die weder das eine noch das andere haben. Die Beziehung zwischen Staat und Bürger wird beinahe kriminalisiert, weil der Staat, um seinen Haushalt zu finanzieren, ständig mehr Steuern von den Bürgern verlangen wird, während die Bürger immer mehr Wege suchen, dieses zu umgehen. Alle Krankheiten und sämtliche Naturkatastrophen treten äußerst verstärkt auf. Kurz und gut: in den kommenden Jahren wird es eine derartige seelische Vereinsamung geben, die unter einer extrem dünnen Oberflächlichkeit verborgen ist, daß die Menschen nicht mehr ein noch aus wissen. Solche, die nach einem weltlichen Führer Ausschau halten, werden enttäuscht sein, da dann jedermann “Dreck am Stecken”  hat. Solche, die auf Gott vertrauen, werden dann verzagen, weil sie sich fragen, wie Gott denn so etwas zulassen könne.

 

Darüber hinaus wird es eine starke Bewegung nach links geben, indem rechte Parteien völlig bloßgestellt werden, wie dies durch die Parteienfinanzierung der CDU Ende 1999 ja auch schon geschah. Aber dieser Ruck nach links wird auch ein internationaler sein. Durch diese, sich bald einstellende Linksbewegung, ist im Prinzip nicht nur das rote Tuch der Kommunisten gemeint (wir erinnern uns, Amschel Mayer Bauer änderte seinen Namen 1850 damals in Rotschild um, dem Zeichen seines Vaters Moses, der es als Siegeszeichen für die revolutionsbewußten Juden in Osteuropa verstand und an sein Haus geheftet hatte) sondern in der Tiefe bedeutet es die Einstellung des Verstandes, der sich von seinem Jesus Gefühl im Herzen gelöst hat. Das rote Zeichen steht in der tiefsten Tiefe seiner Bedeutung also nur dafür, daß die Liebe Jesus als das rote Tuch betrachtet wird, den man so erledigen muß wie es der Torero mit dem Stier vormacht. Dieses Erledigungsmittel heißt beschönigend und völlig harmlos: die geheime Staatskunst der Politik. Als Sinnbild von Jesus werden und wurden natürlich alle seine Anhänger und damit vor allem die katholische Kirche betrachtet. Die katholische Kirche, die sich durch ebenfalls “rote Politik” aus der Schußlinie ziehen wollte, wird in Zukunft genauso sehr wie andere Kirchen als dieser Stier betrachtet werden, den es zu schlachten gilt.

Die Religionsvertreter wissen dann nicht mehr ein noch aus. Sie kennen Jesus nicht mehr, kennen Gott nicht mehr und haben in diesem letzten Stadium nur noch die vage Hoffnung auf die Jungfrau Maria. Das was der “Polenpapst” Wojtila die ganzen Jahre vorpredigte und das was ihn auch so unsagbar leiden ließ, das was der letzte Notnagel der Verzweifelten ist, das was Jesus am meisten traf, ist jedoch nicht nur Judas als Stellvertreter der Juden. Dieser Verrat wäre zu leicht zu durchschauen und trotzdem glauben es noch zu viele. Das was es ist, ist die Kirche in ihrer Verhärtung dann selbst geworden: Es ist und war die Umwandlung der jungfräulichen Kirche in die hochmütige Hure Babylon, die es, um ihre Macht zu erhalten, mit allen trieb und dann erst den Herrn verkaufte, wie weiland Judas. Rein wie Maria hätte sie sein müssen, rein und voller Demut hätte sie die Magd des Herrn sein müssen, indem sie Ihm gehorchte, aber sie wurde vorerst zur Maria Magd(alena) ohne sich wie die historische Gestalt, von Jesus heilen zu lassen und dadurch gleitet sie immer weiter ab, bis sie zur Hure Babylon wird. Zuletzt hat sich die Kirche mit den Kommunisten eingelassen, hat sich mit Gottlosen eingelassen. Jetzt in der Endphase, wo sie von allen früheren “Geliebten” verlassen wird, wendet sie sich noch immer nicht an den Herrn, sondern nur an die reine Jungfrau Maria zurück und erhofft von ihr Fürbitte beim Herrn.

 

Wenn man den Maria-Kult der katholischen Kirche insbesondere seit Woytila betrachtet, so kann man es kaum fassen, inwieweit der Name und die Stärke von Jesus zugunsten Marias abgenommen haben. Und doch ist es so. Maria ist momentan allgegenwärtig und scheint mithin zum Messias mutiert zu sein. In der Endphase wird das noch übersteigertere Züge annehmen. Aber von einem Messias Maria kommt im wahren Christentum nichts vor, weshalb sie auch keine Hilfe geben kann. Es heißt denn auch bei Jesus zu den Aposteln: “In meinem Namen treibt ihr die Dämonen aus!” Also nur im Namen Jesu kann die Kirche so genesen, wie weiland Maria Magdalena genaß, nachdem sie dem Herrn die Füße gewaschen hatte und ihren Lebensstil bitter bereute. Der gegenwärtige Papst Benedikt, den die Last des Alters drückt, hat dem Maria-Kult leider nichts entgegenzusetzen und kann auch nicht viel zu der notwendigen Erneuerung der Kirche beitragen und kann den Kräften des Atheismus dann später auch nichts mehr entgegensetzen. In diesem Sinne hatte der verstorbene Papst Woytila auch kläglich versagt.

 

Europa als übergeordnetes Staatsgebilde wird so ähnlich wie weiland Hanoch[60],  die einzelnen von Amerika zu beugen. Der Euro hat dem Dollar nicht viel entgegenzusetzen. Durch die Hereinnahme völlig verarmter und unterentwickelter Länder wird die Kaufkraft des Euro sogar soweit abnehmen, daß Deutschland als größter Nettozahler allmählich ausblutet und sich nur durch weitere Staatsanleihen eine gewisse Zeit über Wasser hält, aber die Inflation wird dadurch natürlich nicht aufgehalten. Andererseits wird es dann auch wieder Phasen der Erstarkung geben, damit der so kranke Patient eben zur gewünschten Zeit und nicht vorzeitig stirbt, während alle denken, das der an sich Kranke nun völlig genesen ist. Wenn es dann beginnt, seine völlig überzogenen Sozial- und Asylleistungen herabzuschrauben, wird sich durch die gleichgeschaltete Presse ein Sturm von Entrüstung erheben.

 

Die Bevölkerung wird zusehends gespalten und bürgerkriegsähnliche Zustände werden auftauchen. Die Deutschen, die dann einer sehr starken politischen Zensur unterliegen, haben auf der anderen Seite eine völlige Triebfreiheit gegenüber Drogen, Sex, Sport, Nahrung. Durch die ständige offene Präsenz sämtlicher östlich- fernöstlich- süd- und westlicher Mafiastrukturen wird die Verfügbarkeit von Waffen, Drogen, Prostitution so stark werden, wie es in etwa in den südamerikanischen Staaten an der Tagesordnung ist. Damit einher geht die völlige Tabulosigkeit in den Medien. In den nächsten Jahren dürften die Paragraphen für die Jugendgefährdung alle hinwegfallen. Erigierte Geschlechtsteile werden dann über das normale Fernsehen den Jugendlichen zugänglich gemacht werden, Drogen noch mehr in den Schulen verteilt werden, die Prostitution wird dann auch das letzte Dorf erreicht haben und wird als Beruf betrachtet werden, etc. Die einzigen Tabus, die überhaupt noch bestehen werden, sind die Beziehungen Hitler, Jude, Judas, Priester, Zinsgeld – Seele, Gott, Kirche, Jesus; es sind die Beziehung zwischen Körper, Seele und Geist. Der materielle Kommunismus als Gegenpol zum nächstenliebenden Christentum wird wieder erstarken und wird seine östlichen Vasallen zurückerobern, während er sich als Wolf hier bei uns im Westen mit einem Schafspelz verkleidet und bedenkenlos wütet. In spätestens 10 bis 15 Jahren wird die Situation dann dermaßen verfahren sein, daß man eigentlich leichter sterben sollte, da solch ein Leben ohnehin nicht mehr lohnt.

 

Europa als multikulturelles fernstenliebendes Kunstgebilde hat leider nicht die Kraft gehabt, sich im Sinne der Nächstenliebe genügend zu konstituieren. Durch ihre ungenügende seelische Ausprägung. Die USA lassen das auf der einen Seite genauso wenig zu, wie andererseits die kommunistischen Staaten.

 

Da wir das in späteren Kapiteln noch ausführen werden, brauchen wir jetzt nicht noch tiefer einzusteigen und kehren in unsere Gegenwart zurück, die wir jetzt ein wenig persönlicher betrachten wollen.

 

 

2.4.3 Die gegenwärtige Phase anhand der Musik

 

Nach soviel Theorie und trüben Zukunftsaussichten wenden wir uns wieder der Gegenwart zu und betrachten diese einmal, indem wir uns einigen Idolen zuwenden, mit denen die heutige westliche Generation anstelle von Jesus aufgewachsen ist. In der Kunst und Musik, wo die moralischen und sittlichen Bedingungen einer Gesellschaft widergespiegelt werden, kann man den Jesus-Geist am besten ablesen.

 

Das neue Testament ist ja das Zeugnis vom Kommen des Herrn. Dieses damalige Kommen des Herrn als Jesus streute gewissermaßen seinen Liebessamen unter die Menschheit aus. Er in der Person als Jesus brachte hier auf Erden die Initialzündung in Gang und setzte hier in dem unvergleichlich harten Erdboden die jungen Keimlinge der Menschheitspflanze aus.

 

Im Verlauf von nahezu 2000 Jahren sollten aus diesen Keimlingen die besten Früchte des Himmels reifen; Seine Kinder eben!

 

Aber was finden wir stattdessen vor? Das Menschengeschlecht scheint global dem Wahnsinn verfallen, die Natur rebelliert, die Zerstörung unseres Planeten steht bevor. Luzifer ist auf der Höhe der Macht und hat den Baum der Erkenntnis dermaßen mit seinen Schmarotzerpflanzen besudelt, daß der Baum des Lebens des Todes ist, weil er sich immer weiter vom Urgrund, immer weiter von Gott entfernt hat und deshalb keine Nahrung mehr erhält. Und dennoch blüht inmitten dieser Todespflanze Menschheit der anfänglich gepflanzte Keim von Jesu unangetastet in seiner Heiligkeit und beginnt umgeben von Tod und Verwesung sein unaufhaltsames Wirken in wenigen Menschen.[61]

 

Denn viele Keimlinge fallen auch heutzutage auf sandigen Boden und vertrocknen, viele fallen auf felsigem Grund, einige auf dornigem, der Rest wird vom Winde der Welt verweht. Aber einige wenige, zu wenige, beginnen gerade jetzt zu blühen und wirken unerkannt und bescheiden. Als Elias damals verzweifelte und meinte, er sei der einzige Gerechte vor Gott, wurde er eines besseren beschieden. Ihm wurde mitgeteilt, daß es noch ca. 7000 Gerechte gäbe, die nicht vor dem Baal ihre Knie gebeugt hätten. (1. Buch d. Könige, 18) Aber wie viele es heutzutage sind, kann man nur vermuten. Es müßten ja eigentlich mindestens tausendmal so viele sein, da sich die heutige Bevölkerungszahl mindestens auf das tausendfache erhöht hat. So soll es von den ca. acht Milliarden Menschen ca. zwei – drei Milliarden Christen geben, ob aber von diesen Milliarden nur sieben Millionen gegenüber Jesus standhaft geblieben sind, kann man nur hoffen.

 

Selbst in Deutschland sollen laut Umfrage des Nachrichtenmagazins Focus nur noch 12 Prozent der Bevölkerung an einen “dreifaltigen, personalen Gott” glauben. Wie viele davon tatsächlich an den dreieinigen Gott in Jesus glauben, darüber sagt es nichts. Diese Frage kam überhaupt nicht vor.[62]

 

Darum spielen die wahren Getreuen Jesu bislang auch noch keine Rolle, dafür aber diejenigen “halbwahren Getreuen”, die das Banner Gottes auf der einen oder anderen Art und Weise hochhalten und sich evtl. zu den Wahren Getreuen bekehren können. Sie könnten aus der Statur der “Zwischenweltler”, der Nephelims, heraustreten, um in der Gestalt eines wahren Apostels aufzutauchen. Aber diese Umwandlung ist ein solch elementarer innerer geistig-seelischer Prozeß, dass es die meisten wohl nicht schaffen werden.

 

Wenn die Welt von dem Wirken dieser halbwahren[63] Getreuen Kenntnis genommen hat, dann fragt sie sich, was diese "Verwirrten" denn überhaupt wollen. Sie fragt sich, ob sie zu den Esoterikern gehören, die alles mit dem Mantel des Geheimnisvollen umgeben. Oder ob sie gar zu den New-Age-Leuten gehören, oder mit der UFO-Thematik sympathisieren, bzw. welcher sonstigen psychologischen Abart sie entsprungen sind, bzw. ob sie gar wohl ein Sammelsurium von allen diesen sind, somit nichts Eindeutiges, sondern spintisierende Fanatiker. Ob sie wohl gar gefährlich werden könnten?

 

Natürlich würden die Kinder des Übergangs den weltlichen Machthabern gefährlich werden, weil sie den Niedergang der Schmarotzerpflanze wissentlich oder unwissentlich vorbereiten. Deshalb unternimmt die Welt ja auch die ungeheure Fleißaufgabe, diese Nephelims, (hebr. Riesen) diese Zwischenweltler, vorher in ungefährliche Gewässer, sprich, in weltliche Gewässer umzuleiten.

 

Als da wären die Psychologie, die Ufologie, der Buddhismus, der Lamaismus, die New Age Bewegung, die Ökumene, die Grünen, die Pazifisten die Yuppies, die Satanisten, etc.

 

Weil die Kinder der Gegenwart, aber auch Kinder der materialistischen Welt sind, können sie allerdings verlockt werden nicht dem Schöpfer, nicht dem geistigen Prinzip, sondern Satan, also dem körperlichen Trieb zu frönen.

 

Ihre Sehnsucht zum Schöpfer, die Sehnsucht nach reiner Liebe, nach dem Sinn des Lebens, nach dem Licht der Wahrheit und der Ordnung, die sie in sich offengehalten haben, wird und wurde leider zutiefst verwirrt und auf eine falsche Pfade gelockt.

 

Viele suchten zuerst Anfang der sechziger Jahre und haben sich in der Flower- Power-Bewegung (der Sturm- und Drang-Bewegung der Hippies) engagiert, die z.B. eine universelle Freiheit (Freaks), eine universelle Bruderliebe praktizieren wollten, die jedoch sofort vom geschäftstüchtigen Establishment unterminiert wurde und deshalb später in depressiven Drogenerfahrungen endete. Diese Bewegung verlief ähnlich wie die unter Goethe und endete leider auch so ähnlich.

Diese Liebe, undifferenziert und vom Urgrund getrennt, fand den Weg zum Schöpfer nicht mehr zurück. Sie hatte ihren Anfang im Westen Amerikas (Kalifornien, San Franzisko) resultierte aus der Leere der jungen Menschen, deren Eltern sich im Big Business auszeichneten und betraf sehr viele Kopfanhänger, sprich die intellektuelle Jugend.

 

Diese Jugend war liebeleer, d.h. sie verspürte die Sehnsucht nach Liebe, nach einer Liebe, die sie von ihren Eltern her nicht bekommen hatte. Sie ahnte, daß die wahre reine Liebe frei machte, weil sie als geistiges Substrat nicht mehr den Trieben des Körpers unterworfen war. Aber sie wußte es nicht genau und verwechselte deshalb die freie geistige Liebe mit der unfreien körperlichen. Aber das war nicht ihre Schuld, sondern ist auf das Konto der Psychologie zurückzuführen, die, wie es schon unter Goethe die Jesuiten und Illuminaten so erfolgreich verstanden haben, alles was von Gott, d.h. von der Religion kam als unfrei brandmarkte. Wurde damals das klassische Altertum initiiert und damit diese neue Bewegung zum Tode verurteilt, so war es hier die sehr viel subtilere Methodik der Psychologie. In diesen jungen Menschen war deshalb das Bild der Religion verzerrt, war Gott verzerrt. Andererseits aber galt ihnen Jesus als der erste "Freak", weil er eben nicht Gott, sondern der erste Mensch war, der fern von materialistischen Verpflichtungen von freier Liebe predigte und sie auch vorlebte.

 

Genau an diesem Widerspruch sind sie jedoch später gescheitert. Denn Gott und Jesus kann man nicht trennen. Der Weg und das Ziel sind beide miteinander verbunden.

 

Ohne Weg gäbe es kein Ziel, ohne Jesus wäre Gott hinfällig.

 

Weil die Flower-Power-Bewegung mehr ein verstandesmäßiges Aufbegehren gegen den toten Materialismus war, suchte sie auch verstandesmäßige Gründe für ihr Verhalten und maskierte die Gestalt von Jesus dort, wo sie liebevolle väterliche Züge annahm und den Einzelnen ganz konkret zur Einhaltung der 10 Gebote anhielt. Dieser Teil wurde als der Kirche zugehörig entschieden abgelehnt, weil er die freie Macht der Handlungsfähigkeit nur wieder einer anderen Gruppe zuschob, anstatt sie selbst auszuführen. Dafür waren sie nun nicht mehr an dieses moralische System angebunden und konnten sich in freier Triebentfaltung ausleben.

 

In diese Hippie-Bewegung mischte sich deshalb von Anfang an die Ablehnung von Autoritäten. (Siehe Freud) Ihre eigenen Eltern waren ihnen ja keine Autoritäten mehr, der Staat nicht, die Kirche nicht, Jesus nur insoweit, wie er sie in ihrer Triebauslegung bekräftigte. Darum war diese Bewegung von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Freie Erfahrung galt später nur der Freiheit gegenüber Drogen bzw. gegenüber neuen experimentellen Formen des Zusammenlebens, der Liebe, die in ihrem Kern aber nichts mit Gott, nichts mit Jesus zu tun hatten. Deshalb auch der große Widerspruch innerhalb der Musik, die das zentrale Thema der Flower Power Bewegung ausdrückte.

 

Nur einzelne der großen Kultfiguren, wie Bob Dylan, wandten sich Gott zu. Leider konnte er diese Hinwendung nicht für andere nachvollziehbar gestalten.

 

Andere Kultfiguren, wie Bruce Springsteen füllten sofort die Lücke, die Bob Dylan hinterlassen hatte, während der Großteil wie Greadful Dead, Jefferson Airplane, Jimmi Hendrix (Woodstock Konzert), Beatles, Rolling Stones, etc. weiterhin mit Drogen experimentierte. Andere wie Carlos Santana wandten sich dem östlichen Religionssystem zu.

 

Die Bands liefen in eine Sackgasse und wurden entweder immer härter, z.B. Deep Purple, Beatles, Rolling Stones (England) Led Zeppelin, neue Spielarten der Rockmusik tauchten auf mit Speedrock, Trashrock, Dead-Rock wie Alice Cooper, Black Sabbath, ACDC, Rainbow, etc. oder aber sie sahen keinen Sinn mehr und gaben auf, bzw. starben wie Jimmi Hendrix, Jenis Joplin, John Lenon, Jim Morrison, usw.

Der Grundtenor wurde aggressiver. Der sympathische homogene Gitarrenklang wie z.B. bei Santana, Sweet Smoke, oder hier in Deutschland z.B. bei Grobschnitt, Eloy, bei denen die Gitarrensoli zwischen 10 und 20 Minuten kulminierten, die sich mit dem Schlagzeug, den Kongas, der Orgel in einer Harmonie zusammenfanden, wich einem kontrapunktären zerrissenem Kampf, ganz extrem z.B. bei Jimmi Hendrix oder aber monoton wie bei Kraftwerk. Er deutete damit schon die gewisse Leere an und wies darauf hin, wie die Seele den Kampf zusehends verlor, weil die Liebe unterging, weil Jesus verkannt worden war. Er wurde schrill bei Deep Purple, den späteren Beatles, Led Zeppelin, etc. vor allem bei Frank Zappa, der dann ja auch folgerichtig an Herzversagen starb. Zappa hatte seine Musik einfach zu sehr überintellektualisiert, hatte zu sehr gegen das verbindende Prinzip der Liebe verstoßen.

 

Die Folge dieser Schrillheit und dieser Aggressivität, die ein heimlicher Vorwurf an Gott war (warum hast Du mich verlassen, bist Du denn doch schwächer als Satan?) war der zunehmende Kommerz, der sich in den Auftritten von den Rolling Stones, Pink Floydt, Deep Purple, Beatles, niederschlug. Durch den Kommerz wurde der letzte Bezug zur Liebe beendet, wurde die Anfangsintention vernebelt. Da diese Gruppen immerhin aus diesem Anfang empor gegangen sind, blieben und bleiben sie dennoch für viele das Symbol einer Freiheit, die es so nie gegeben hatte.

 

In Deutschland äußerte sich dieser Vorwurf gesellschaftspolitisch, wie z.B. bei den Liedern von “Ton, Steine, Scherben” in ihren zum Dogma erhobenen “Mach kaputt, was dich kaputtmacht!”, oder aber: “keine Macht für niemand!”, die genau die Gefühle der protestierenden Jugend ausdrückte. Aber diese letzte Protestphase endete zusehends und glitt Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre dann in die sogenannte “New Wave” Phase über, die sehr stark in England und Deutschland vertreten waren. Hier gab es nur noch die gewisse Monotonie der irdischen Rhythmen, die eventuell mit witzigen Texten verbunden wurde. Extrabreit, Geier Sturzflug, UKW,

Spider Murphy Gang, Trio, u.a. waren die heimlichen Stars der Zeit. Damit wurde durch diese Montonie der Rhythmik ein Vorläufer der Techno Musik geschaffen, während Gruppen wie Tangerine Dream, die mehr auf überirdisch sakrale Musik setzteten, zunehmend isoliert blieben und sich dann wieder dem Techno-Prinzip annähern mußten. Damit starben die sanften und liebemäßigen Gitarrenklänge allmählich aus und blieben nur noch in ihrer klagendes Form wie z.B. bei Santana übrig, der die Gitarre so spielt, wie heutzutage das Saxophon eingesetzt wird: seelenklagend, elegisch. Obwohl gerade Santana einer der größten Musiker war, hat er doch die Herkunft aus dem Himmel vergessen. Damit endete das Kapitel der freien Liebe, die nicht auf Gott, sondern auf die Wurzeln von Freud (Freiheit von Autoritäten, Enthemmung der Sexualität, Freiheit vor Religion, Religion sei Opium fürs Volk) gründete.

 

Auch in den Schriften oder Filmen dieser Generation fand sich nichts, was auf Gott hinwies.

 

Peter Fondas "Easy Rider" war ein Abgesang auf die Sinnlosigkeit des freien Lebens und verstärkte die Isolation der ehemaligen Blumenkinder nur. Charles Manson hatte mit dem Mord an Sharon Tate nur dafür gesorgt, daß religiöse Bezüge für völlig irrsinnig angesehen wurden. Roman Polansky, als ihr Ehemann und Filmemacher schuf mit seinen filmischen Werken (Rosemaries Baby) ebenfalls eine Orientierungslosigkeit großen Stils. Visuell (filmisch) und musikalisch wurde der Weg zu Gott verbaut.

 

Gruppen wie Led Zeppelin, Black Sabbath, Alice Cooper usw. arbeiteten in ihren Texten retrogarde Botschaften ein, die den Sinn des Schönen ins Gegenteil verkehrten. Als Beispiel "Stairways to Heaven" von Led Zeppelin:

 

"It´s a feeling I get, when I look to the west and my spirit is crying for leaving."

 

Dieser Text heißt in der Version rückwärts abgespielt: » I have got to live for satan «. »Ich muß für Satan leben. Ja, zum Teufel, habe keine Angst vorm Teufel, sei kein Idiot. Ich will, daß der Herr vor dem Teufel auf die Knie fällt

 

Es gibt zweifelsfrei eine Verbindung von Rock und Rauschgift, wie die Beispiele der Beatles mit "Yellow submarine" und die Rolling Stones mit "Brown Sugar" (Kokain) zeigten. Und es besteht seit damals (1968) ein Zusammenhang zwischen Rock und Okkultismus, der zum Teufelskult führt. 1968 wurden von den Beatles in ihrem Song "The Devils White Album" das erste Mal unterschwellige Botschaften über das Unterbewußtsein mitgeteilt, um das "Evangeliums Satans" zu übermitteln. Damit nahm der Rock den Weg der teuflischen Perversion, der sich in den Rolling Stones, Black Sabbat, Led Zeppelin, Rainbow, ACDC, um nur einige von damals zu nennen, fortgesetzt hat.

 

Durch einen Prozeß der Verbraucherschutzorganisationen in Kalifornien sind diese unterschwelligen Steuerbotschaften an das Unterbewußtsein in die Öffentlichkeit gekommen. So wurde z.B. die amerikanische Rockgruppe Led Zeppelin 1982 von einem kalifornischen Gericht wegen Beeinflussung mit satanischen, unterschwelligen Botschaften auf der Schallplatte "Stairway to Heaven" verurteilt. (siehe oben)

 

Aber diese im Rock übermittelten Botschaften, die sehr verschieden sind, wie: sexuelle Perversion, Revolte gegen die bestehende Ordnung, Einflüsterung des Selbstmordes (Catch the Rainbow, von Rainbow), Anregung zu Gewalt und Mord und schließlich die Weihe an den Teufel, die alle im Revers-masking-prozess, also rückwärts auf die Platte damals, heute auf die CD übertragen werden, hatte für die Bandmitglieder ebenfalls fatale Folgen.

 

So starben wie schon erwähnt der Schlagzeuger von Led Zeppelin, wurde z.B. John Lennon von den Beatles erschossen, starb der Sänger von ACDC, starb Jim Morrison von den Doors, von den Rolling Stones einer, starb Marc Bolan von Ty Rex, Freddy Mercury von Queen, etc. Die Liste läßt sich beliebig fortsetzen, Kennzeichen ist immer der gewalttätige Tod und der Tatbestand, daß sie gegen ihre eigenen Botschaften nicht gefeit sind.

 

Alle dem Teufel geweihten Schallplatten und CD´s sind auf den gleichen Grundsätzen aufgebaut (lt. Diagnosen 10/83).

 

Dazu gehört der Rhythmus, damals auch Beat genannt, der sich der Bewegung der sexuellen Beziehung entsprechend entwickelt. Man hat plötzlich das Gefühl, in Raserei geraten zu sein. Dazu wird eine Lautstärke bewußt sieben Dezibel oberhalb der Toleranzgrenze des Nervensystems gewählt. Das ist genau berechnet: Wenn die jungen Menschen dieser Musik eine gewisse Zeit ausgesetzt sind, entsteht eine Art von Depression, Empörung und Angriffslust. Sie wissen nicht warum, sie meinen, im Grunde nichts anderes getan zu haben, als Musik zu hören. Durch Erregung des Nervensystems ist es zu diesem Ergebnis gekommen, das heißt eine Verwirrung, die die Leute drängt, den Rock, den sie den ganzen Abend gehört haben, zu verwirklichen.

 

Hinzu kommen unterschwellige Signale. Es handelt sich um sehr hohe Signale oberhalb der Hörgrenze. Es ist eine Harmonie der Ordnung von 30000 Schwingungen pro Sekunde. Die Zuhörer können es mit ihren Ohren nicht vernehmen, weil es im Obertonbreich liegt. Es löst in ihrem Gehirn den Ausfluß einer Substanz aus (Serotonin), die dieselbe Wirkung wie Rauschgift hat. Es handelt sich um eine natürliche Droge, die vom menschlichen Gehirn erzeugt wird. Sie fühlen sich fremdartig und das ist auch die Absicht, um in ihnen das Bedürfnis nach Rauschgift zu wecken oder die daran sich anschließenden Gefühle fortzusetzen.

 

Dieser letztgenannte Komplex ist besonders im Zuge der heutigen "Techno-Musik" zur perfiden Perfektion gereift. Die Techno-Musik ist so teuflisch subtil abgestimmt auf die menschliche Psyche (Seele), daß der Grad der Fremdheit gegenüber den Eltern, der Gesellschaft, gegen alle Ordnung und Disziplin so extrem geworden ist, daß exzessive Zuhörer einen Ekel davor bekommen und gesellschaftlich- sozial nicht mehr richtig funktionieren. Der Einstieg zur Drogenszene über die Techno Modedrogen "Speed, Ecstasy und wie heutzutage auch durch synthetisches Haschisch und Marihuana, wo der Wirkstoff THC von ca. 2 % künstlich bis auf 20% gesteigert wird, ist dermaßen leichtgemacht, daß das allmähliche Abdriften der Jugendlichen im Gegensatz zu damals sehr viel schwieriger zu durchschauen und auch nachzuvollziehen ist. Dazu wendet sich die Techno-Musik sogar an Kinder! Da war die gute alte Rockzeit noch ehrlicher!

 

Besonders effektiv in der gesellschaftslockernden Funktion ist die Techno-Musik auch, weil sie anders als die Rockmusik früherer Tage, sehr konsequent mit visuellen Effekten arbeitet, die synkoptisch zur Beatfrequenz gesteuert werden. Mittels großdimensionierten Bühnen-, bzw. Lasershows n den gigantischen Techno-Hallen wird die "Langweiligkeit" der an sich schon disharmonisierten Kulturlandschaft, die mit Gott, wenn, dann nur noch rudimentär verbunden ist, bis zur Ekstase herausgeschüttelt. Dadurch wird das moralische Urteilsvermögen (10 Gebote) aufgehoben und so der Eingang der unterschwelligen Wortbotschaften wesentlich erleichtert.

 

Aber kehren wir zu den Anfängen der frühen 70er Jahre zurück, die angesichts heutiger Techno-Begeisterung, fast niedlich wirkt.

 

Der Mensch stand damals ebenfalls diesen Techniken der Wortumkehr hilflos gegenüber. Einige Beispiele: "Fire on High" von Elektric Light rückwärts gespielt: "Music ist reversibel, but time is not, Turn back" (Musik ist umkehrbar, Zeit aber nicht. Kehr um")

 

Die Beatles-Platte "Number Nine" rückwärts gespielt: "Turn me on, dead man!" (Ein obszöner Ausdruck gegen Christus gerichtet)

 

Um die frühen Gedanken dieser Gruppen zu vermitteln, folgen hier drei Erklärungen aus dem Jahr 1966, also schon zur Hochblüte der Hippies.

 

John Lennon: "Das Christentum wird vergehen. - Wir sind heute populärer als Jesus."

 

Paul McCartney: "..keiner von uns glaubt an Gott."

 

Ringo: "In jedem  Fall, ob sie es glauben oder nicht, wir sind nicht der Antichrist, sondern nur Antipapst und Antichristen."

 

Weitere Rückwärtstexte von z.B. Black Sabbat:

 

"Jesus, du bist der Abscheuliche! Nimm deine Marke und lebe!"

Es handelt sich um die auf der Plattenhülle mit einem Teufelsblitz eingeprägte Zahl 666, die ihnen als Zeichen des Antichristen gilt.

 

Der berüchtigte Magier Aleister Crowley (1875 bis 1947) gilt als der größte Satanist des 20. Jahrhdts. ("Satan ist nicht der Feind des Menschen: Er ist... Leben....Liebe....Licht")

 

Crowley bezeichnete sich selbst als das "Große Biest 666" als den Antichristen aus Offenbarung 13,18 und glaubte, von okkulten Intelligenzen mit übermenschlichem Wissen und Fähigkeiten als ihr Kommunikationskanal zur Menschheit benutzt zu werden. Crowley interpretierte seine Mission dahingehend, "okkulte Kräfte in Bewegung zu setzen, die gegen Ende dieses Jahrhunderts in der Erleuchtung aller gipfeln".

 

Er sah sich selbst als Prophet, der ein neues Zeitalter einleitet, um die Reste eines überalterten und unfähigen Christentums hinwegzufegen.

 

Alle die damaligen und heutigen Musikgruppen, die wissentlich die genannten Praktiken vollführen, sind eben Anhänger dieses falschen Propheten, der eindeutig in Satans Dienste stand.

 

Deshalb haben solche Schallplatten und die heutigen CD´s die Merkmale einer rituellen Weihe im Rahmen einer schwarzen Messe. Bevor diese Art von Musik auf den Markt kommt, wird jede Matrix von ihnen innerhalb eines besonderen Ritus, den man "schwarze Messe" nennt, dem Teufel geweiht.

 

Diese geheimen schwarzen Messen werden und wurden sogar unverblümt dem Publikum präsentiert. In seiner damaligen Bühnenshow zerhackte Alice Cooper eine naturgetreu nachgebildete Puppe in zig Teile, "liebt" eine sich krümmende Schlange und hängt sich manchmal selbst an einem Galgen auf. Von den Hell`s Angels (Höllenengel) der Ordnertruppe der Rolling Stones im Konzern von Altamont, Kalifornien, wurde ein junger Schwarzer genau in dem Moment getötet, als die Stones ihren Song "Sympathy for the Devil" zelebrierten. In diesem Song wird das Publikum angehalten, dem Satan zu begegnen, was mit dem Mord an dem Schwarzen ja auch rituell in die Tat umgesetzt wurde. Der Tote wurde damit quasi zur Opfergabe der Stones an Satan erhoben 38.

 

J. Rockwell, der Autor des damaligen Insiderwerks "Trommelfeuer- Rocktexte und ihre Wirkungen, Verlag Schulte + Gerth, Susslar, weist auf einen besonders wichtigen Punkt hin:

 

"Im Gegensatz zum Fernsehen, Film oder Buch wird eine Platte oder ein einziger Song vielleicht hundert Mal von demselben Hörer abgespielt, ohne eine Sättigung zu erreichen. Die Praxis des immer wieder Hörens, besonders wenn es mit Kopfhörern geschieht, schafft ein ganz eigenes Milieu."

 

Zitat eines Musikers von der damaligen Gruppe KISS:

 

"Wenn du uns nicht zuhören willst, dann mußt Du rausgehen. Wir spielen nämlich so laut, dass du nichts anderes denken oder hören kannst. Wir sind eine totale Umwelt."

 

Bob Larson ein anderer Experte auf diesem Gebiet berichtete 39 z.B.:

 

"Mit meinem aus Erfahrung erworbenen Wissen über die dämonischen Kräfte, die in der Rockmusik präsent sind, stehe ich nicht allein. Eine der unheimlichsten Fälle, die ich jemals gehört habe, wurde mir von einem Freund erzählt, der unter Drogenbenutzern und "Dropout" arbeitete. Mehrere Wochen lang verkehrte er mit einem 16-jährigen Jungen, der angab, mit dämonischen Geistern in Kontakt zu stehen. Eines Tages bat er meinen Freund, das Radio einzuschalten und einen Sender einzustellen, der Rockmusik brachte. Während sie zuhörten, konnte der Teenager - bevor überhaupt der Sänger zu singen begann - die Worte von Songs erzählen, die er niemals zuvor gehört hatte. Als er gefragt wurde, wie er das zustande bringe, antwortete der 16jährige, dass die gleichen dämonischen Geister, die er kenne, diese Songs inspiriert hätten. Er erklärte ebenfalls, daß er auf seinen LSD- Trips Dämonen hören konnte, die einige von genau denjenigen Songs sängen, die er erst später auf Aufnahmen von "Acid Rockgruppen" (Drogenrock) hörte."

 

Dazu Ulrich Bäumer 40:

 

Viele "Heavy-Rock Gruppen schreiben ihre Songs unter Drogeneinfluß. Einige geben zu, die Inspiration für ihre Kompositionen durch eine "Macht" zu erhalten, die die Musiker bzw. die Band kontrollieren. Keith Richard von den Stones beobachtete, daß die Lieder der Stones oft ganz spontan entstünden, wie eine Art Inspiration bei einer "spiritistischen Sitzung".

The Rolling Stones 1965

 

Er erklärte, daß die Melodien in großer Auswahl aus ihnen herauskämen, als wenn sie ein "williges und offenes Medium" sind.

 

Aleister Crowley schlug folgende wirksame Methode vor, um die Menschen in ekstatische Zustände und in Trance zu versetzen: Eine auf Wiederholung und Rhythmus basierende Musik, die Drogen und eine besondere Form der sexuellen Magie. (Bob Larson) "Satan weiß, daß wenn er in diesen letzten Tagen vor der Wiederkunft Christi wirkungsvoll arbeiten will, er Kontrolle über die Jugend gewinnen muß. Satan benutzt Hardrock (Techno), um diese Generation en masse zu beherrschen.

 

Mit meinen eigenen Augen habe ich Jugendliche gesehen, die beim Tanzen zu Rockmusik (Techno) von Dämonen besessen wurden. Dies war besonders bei Mädchen beobachtbar. Von einer jungen Dame dürfte man erwarten, daß sie beim Tanzen einigen Anstand bewahrt; ich habe jedoch Teenager-Mädchen beobachtet, die in krampfartige Zuckungen fielen, die nur durch die Manifestation dämonischer Aktivität erklärbar waren. Es gab mir Furcht ins Herz, als ich solche Dinge geschehen sah, während sie zu meiner Musik tanzten.

 

Ein Dämon ist nicht gezwungen, permanent in einer Person zu verbleiben. Wenn sich diese Person aber in die Rhythmen von Rockmusik (Techno) fallen läßt, vermag der Dämon augenblicklich einzutreten, richtet moralische und geistige Verheerung an und verläßt die Person dann wieder."

 

Larson (1984) schließt mit der Forderung:

 

"Kirchen und Geistliche müssen aufgrund dieses Wissens endlich von Kompromissen ablassen und die Rocktänze mit Entschiedenheit anprangern."

 

Von den heutigen Auswüchsen jedoch konnte sich damals auch noch keiner eine Vorstellung machen.

 

Überlaute Musik mit einem stetig stampfenden, betäubenden Rhythmus, Duftstoffe, Dunkelheit, abwechselnde Farben und in Blitzen aufleuchtendes Licht, genügend viele Zuschauer, die sich gegenseitig suggestiv beeinflussen- dies sind wesenhafte Kennzeichen von Rockkonzerten und Diskotheken. Es sind genau die gleichen Faktoren, deren man sich auch bei magischen Vorgängen bedient. Sie tragen entscheidend dazu bei, die Zuschauer in Trance und Ekstase zu versetzen, einen Brückenkopf für okkulte Mächte im Geist des Menschen zu schaffen.

 

Die okkulte Beeinflussung der Rockszene ist bei alledem nur eine kleine Spitze des Eisberges - der okkulten Katastrophe, die in apokalyptischen Ausmaßen über die Menschheit hereingebrochen ist. Satanskult, Hexerei, Schwarze Magie, Hexenringe und Satanszirkel schießen wie Pilze aus dem Boden und untergraben den ehemals christlichen Boden des Abendlandes.

 

Der amerikanische Evangelist John Todd, der sich aus der Führungsspitze der Hexenringe bekehrte und auch Insider der Rockszene war, offenbart folgende Zusammenhänge zwischen der Hexerei und Rockmusik:

 

"Wenn Hexer oder Hexen gerettet werden, braucht kein Prediger ihnen über die Rockmusik etwas zu sagen - sie sagen dem Prediger etwas darüber! Als ich alle meine okkulten Artikel verbrannt habe, nachdem ich mich zu Jesus Christus bekehrt hatte, habe ich auch meine ganzen Rockplatten vernichtet. Wenn die Musik der Rockmusiker von Macht oder von Kraft begleitet werden soll, dann gehen die meisten von ihnen zu einem Hexenpriester und bitten um eine ganz bestimmte Zeremonie innerhalb des Hexenringes. Die meisten der heute berühmten Rockplatten in unserer Schallplattenindustrie haben schon einen Hexenbannspruch auf sich. Das bedeutet, daß Dämonen befohlen wurde, dieses Produkt, was da hergestellt wurde, zu begleiten. Wenn man nun solch ein Produkt, das von einem Hexenritual begleitet wurde, kauft, dann bekommt man diese Dämonen frei ins Haus geliefert. Wenn Sie nun eine Schallplatte mit Rockmusik kaufen, dann besteht da eine große Chance, daß ein Dämon mit in ihr Haus gekommen ist!"

 

(Bäumer) Es ist eine Tatsache, daß viele Schwarze Magier und Satanisten wissen, daß sie die Macht haben, Dämonen anzurufen und auszusenden - und auch entsprechende Zeremonien kennen.

 

Weiter führt der Ex-Hexer John Tod aus, wie er als Handlanger der Illuminaten - einer ganz Amerika umfassenden, ultra- satanischen Geheimorganisation - geholfen habe, die Rockmusik in die christlichen Gemeinden einzuschleusen als sogenannte "Jesus-Rockmusik".

 

Ziel der Illuminaten: "Die Kirche ihres übernatürlichen Charakters zu entkleiden, sie mit der Welt zu amalgieren. Nicht mehr die Vernichtung der Kirche ist das Ziel, sondern sie zu benutzen und in sie einzudringen".

 

Natürlich gab und gibt es auch eine Bewegung in der Rockmusik, die sich gegen diese satanischen Strömungen wendet. Aber sie ist fast nirgends mehr aufzutreiben. Es gibt quasi keine Plattenfirma mehr, die solche Musik vertreibt, z.B. Rockrequiem von Gundram & Pauli, Karbitz, Haimerl.

 

Andere Gruppen wie Colosseum veränderten den homogenen Gitarrenklang in dem sie das Soloinstrument "Saxophon" als dominierendes Element in der Rockmusik einfügten. Allerdings nicht so extrem wie beim Jazz. In dem Song "Lost Angelie" ist zwar die Kraft und Dominanz eines Erdenlebens zu spüren, allerdings sind schon subtile Anfänge einer experimentellen Spielart zu finden, welche die anfängliche Kraft immer mehr unterminieren und am Ende ganz versanden, sprich verjazzen lassen.

 

Das Experimentelle der Hippies, die Experimente mit dem Zusammenleben, mit den Drogen, mit der Musik fand am Ende ein jähes Ende deshalb, weil in ihnen der nötige Ernst, weil in ihnen die notwendige Disziplin und Beständigkeit fehlte, einfach weil Gott fehlte. Es gab kein inneres Ordnungsgefüge mehr, welches die Menschen, die Musik, die Kunst aneinander band.

Stattdessen wurde der Kommerz, der anfangs bei den Hippies überhaupt keine Rolle gespielt hatte immer wichtiger. Mit der Macht des Geldes jedoch tauchten die vorher angeführten schwarzmagischen Praktiken auf. Der frühere Hippie, der eigentlich frei und in der Natur integriert ein bescheidenes Landleben führen wollte, wurde von Kräften und Mächten beherrscht, die er zwar hereingelassen hatte, deren Kontrolle ihm jedoch sofort entglitten ist, weil er Gott nicht kannte. Anfangs war schon eine sehr große Kameradschaft vorhanden, jeder verstand den anderen, jeder teilte mit dem anderen, jeder wurde akzeptiert. Es gab so etwas wie ein universelles “Wir-Gefühl”. Und doch versandete diese Bewegung, weil sie nicht die Kraft hatte, sich Jesus anzunähern.

 

Der Mißklang innerhalb dieser Bewegung wurde immer größer. So wurde auch das Saxophon als dominantes, jammerhaftes, weltenschmerzendes Soloinstrument immer wichtiger, die Spielarten der Musik immer übersteigerter (sophisticated, z.B. bei Yes = sophisticated Rock)

 

Die Orgel, die in den frühen Siebzigern in der Rockmusik noch prägend war und welche das tragende Element der Kompositionen ausmachte, wurde ständig entmachtet. Nur in der Kirchenmusik blieb sie tragend, bis sie auch hier, jedenfalls in Amerika, von ihrer hohen Gottesposition durch die Gitarrenklänge der Jesus-Musik verdrängt wurde.

 

Mit dem Niedergang der Orgel erstarkten zuerst die Gitarren. Einige Zeit hielten sich die beiden Instrumente im Gleichgewicht, wie z.B. bei Emmerson, Lake and Palmer, bei den frühen Deep Purple, bei Rare Earth. Später jedoch überwogen die Gitarrenklänge, die allmählich, von Jimmi Hendrix initiiert und von ihm zuerst verfremdet (Distorted Guitars) immer unreiner wurden. Mit dem Grad der Unreinheit im an sich sanften Gitarrenklang ging die Aggressivität der Bands einher. So zerstörten denn auch die Who´s, zuerst aus Versehen, später jedoch mit purer Absicht, immer öfter gegen Ende eines Konzertauftritts ihre Gitarren, später auch die Schlagzeuge.

 

Als die barocke Orgel, die noch eine majestätisch, überirdisch schöne Musik ausdrückte, aus den Repertoire der Bands immer mehr verschwand, verschwand ebenfalls der reine Gitarrensound. Damit einher ging die Hereinnahme des weltlichen, weil unter- bzw. ebenerdigen Saxophonklanges.

 

Nun zelebrierten die Gitarren im Einklang, bzw. im Kontra ein gigantisches Spektakel mit dem Saxophon und hinterließen erst recht eine Orientierungslosigkeit, deren einzige Intention mit dem Worte "Spaß" ausgedrückt werden konnte.

 

Dies geschah allerdings nicht nur in der von der schwarzen Magie beherrschten Rockmusik, sondern eher in der intellektuell geprägten Szene der Jazzmusik.

 

Hier passierte auf viel sublimere Art dasselbe, wie es mit der frühen Beat- dem frühen Rock, ja wie es eigentlich schon sehr viel früher in den 50er Jahre mit dem Rock´n Roll geschah. Nur war der Rock´n Roll verglichen mit der Rockmusik so harmlos, wie es die Rockmusik im Vergleich zur Techno ist.

 

Allerdings gibt es auch innerhalb der Rockmusik eine intellektuelle Richtung. Wenn wir uns an die vorhergehenden Kapitel erinnern, die den Jesusgeist z.B. in der Baukunst als Gotik bezeichnete und damit die alte formale Romanik ablöste, wenn wir daran denken, wie unter Goethe und Herder die Bewegung des Sturm und Drang einsetzte um gegen die alten formalisierten Konventionen zu protestieren und um sie zu brechen, dann sahen wir darin einen Ausdruck der Sehnsucht, der sich von dem zu engen Korsett der geknebelten Jesusliebe freimachen wollte. Das gelang aber nur teilweise. Als Goethe die Leiden des jungen Werther schrieb, da war das vordergründig ein Liebesroman, hintergründig jedoch ging es um die Liebe zum Schöpfer, die er eigentlich suchte. Aber so klar wie den Minnesängern im 12. Jahrhundert war es Goethe nie geworden.

 

Aber mit dem Werther wurde diese materielle Art der Liebe, in der immerhin Jesus versteckt war, doch den denkenden Kreisen ins Bewußtsein gerufen und sie fühlten ebenso wie Goethe ihre innere Leere. Der Werther wurde so zur Initialzündung der Sturm- und Drang-Epoche. Aber Goethe und seine Epoche mochte die Gotik nicht, damit verneinte er z.T. Jesus und diese Sturm-und Drang-Epoche verlor sich so ähnlich, wie sich die Bewegung der Flower-Power-Generation verliert. Ihre Initialzündung war das Woodstock Konzert, war ähnlich wie bei Goethe die Liebe, wurde ebenso vermaterialisiert. Goethe indes schaffte es ganz am Ende doch noch, sich zu Gott zu bekehren, aber die Hippies schafften dies nicht. Die intellektuelle Bewegung der Rockmusiker (einige, nicht alle) jedenfalls wandte sich der Gothic-Mode zu. Aber ähnlich wie im 18. Jahrhundert wird hier mehr eine morbide und verächtliche Sehnsuchtsrichtung verstanden. Diese musikalische Richtung hat ihren Ursprung in England, wo sie Anfang der 80er Jahre entstand Die Gothic-Szene ist sehr mystisch, pathetisch, aber auch sehr friedlich. Der Bezug zu Hexenkult und schwarzen Messen ist viel kleiner, als oft angenommen wird. (Szene Experte Ecki Stieg in der HAZ vom 24. April 99)

 

Die Musik ist eine düstere Mischung aus Psychedelic Rock, Wave und Heavy Metal. Die Band “The Sisters of Mercy”, zählt zu den musikalischen Gründern der Gothic-Szene, ihr größter Hit war “Temple of Love”. Auch die Band “The Cure”, die diese Bewegung mit ihren traurig melancholischen Weltschmerz-Songs prägte, zeigte diese eindeutige Tendenz der dekadierten Sehnsucht. Die semantische Bedeutung des Begriffs Gotik wird also ständig negativiert und in Zusammenhang mit dem Tod (Satan) gebracht. Deutlicher kommt dies in der US-amerikanischen Fernsehsendung “The American Gothic heraus.” Dort spielt ein Sheriff eine sehr zwielichtige Rolle und wirkt sich mit übersinnlichen Kräften nachteilig für die Bürger aus, ist aber dennoch der Protagonist dieser Serie. Somit setzt sich in der Neuzeit nur das fort, was im Zuge der Aufklärung unter den Illuminaten begonnen wurde.

 

Anstatt die Gotik mit der sakralen Musik zu verschmelzen, wie es z.B. in der Bewegung des Rock-Requiem von 1972 versucht wurde, blieb die sakrale Musik ebenso sinnleer wie die der Gothic. Damit hat sich die Rockmusik als Felsmusik, als pure Glaubensmusik ohne die wahre Jesusliebe erwiesen. Diese Felsmusik ohne Inhalt ist zur puren Simonie verkommen, weil sie anstatt den wahren Geist zu tragen, nur wieder Schmutz in einer bombastischen Hülle anbietet.

 

Es würde auch den Umfang dieses Buches sprengen, wenn wir noch näher auf die Rockmusik eingingen, sowie den Parallelen in der Baukunst, in der Literatur, in der Kunst, oder gar die völlig gehaltlosen Opern und Operetten analysierten, etc. Hier wollen wir nur festhalten, wie alle Bewegungen rhythmisch geschehen und der Anfangsrhythmus sehr stürmisch ist, während das Ende langsam ausklingt und sich zu einem großflächigen Delta verzweigt. Diese Bewegung zum auslaufenden Delta hin, erinnert ein wenig an die Suche zur Sehnsucht. Anfangs ist sie wie eine Quelle, die zum mächtigen Strome wird und jegliches Hindernis überwindet. Aber gegen Ende verzweigt sie in unzählige Richtungen und jede für sich sucht auf eigene Faust ihren Weg.

 

Es ist sicher kein Zufall, daß der Faust unter Goethe damals einen sehr starken Flußarm dieses Deltas darstellte. An seinem Anfang stand Werther, an seinem Ende stand Faust. Beides sind indes eigene Richtungen gewesen, die nur indirekt mit Jesus zu tun hatten und darum gescheitert sind. In der Rockmusik war es ähnlich, die Flower-Power-Bewegung kann man mit Werther vergleichen, den teuflischen Drogenkult mit Faust. Nur schlug dieser dem Teufel ein Schnippchen. Aber hier ging es Goethe nur darum, den “Illuminatenorden einen Tritt zu versetzen!”(Ahlwardt). Dieser Tritt geschah denn auch nicht in der Realität, und wenn, dann ist er einfach zu vereinzelt gewesen. (Bob Dylan)

 

Deshalb wählten wir die Thematik der Rockmusik und analysierten dort gründlicher den Zusammenhang zwischen Musik und Gott, den Zusammenhang zwischen Ekstase und Besessenheit.

 

Das, was dort geschah und geschieht, ist Kennzeichen einer Richtung, die wir überall vertreten sehen. Sie ist in der Politik, in der Presse, den Medien, der Kultur genauso vertreten wie in den Schulen, der Uni, der Forschung und im Elternhaus, etc. Zwei Prinzipien bekämpfen sich. Der Mensch steht mit seiner Entscheidung dazwischen und kann sich einmal körperlich materiell und zum anderen geistig – seelisch entscheiden. Egal wie, aber entscheiden muß er sich um seinen Weg zu gehen. Nur wie lange will er gehen und ist er überhaupt gewillt, diese Strukturen auch zu erkennen?

 

Es ist ein universelles Problem der Vernebelung, der Besessenheit, des Ausgliefertsein, der Einsamkeit, der Verzweiflung, die entsteht, wenn sich ein Mensch, eine Gruppe oder eine Gesellschaft von Gott abwendet und Satan hofiert.

 

In der Kunst wurde z.B. Andy Warhol ein Idol, obwohl, bzw. gerade weil er ein ziemlich oberflächliches Lebensgefühl, Pop Art, zur Kunst erhob.

 

In der Literatur gab es ebenfalls experimentelle Werke, die an den Grundfesten der althergebrachten Moral rütteln. Charles Bukowski und C. Castaneda, sowie Jane Roberts, um nur drei zu nennen.

 

Charles Bukowski (geb. 1920, gest. 1994), amerikanischer Schriftsteller, beschreibt in seinen Werken mit Hilfe einer derben und obszönen Sprache das Leben der Menschen aus den Elendsvierteln amerikanischer Städte. Werke u.a.: "Fuck Maschine", "Das Liebesleben der Hyäne" (1984-1986).

 

Während Bukowski ziemlich direkt und brutal die gruselige Szenerie der Gestrandeten schilderte, zwischen Drogen, Prostitution und Pennertum, setzte Castaneda genau entgegengesetzt an und machte sich die Sehnsucht nach dem Freien zunutze.

 

Der Sinn des Lebens wurde von ihm in ein fortwährendes Mysterium versetzt, daß ihn lebenslang in Atem hielt. Aber anstatt es Gott zu nennen, nannte er es die "Kraft" bzw. die "Absicht" bzw. den "schwarzen Adler".

 

Das Geheimnisvolle blieb bei Castaneda verschlüsselt und bleibt deshalb auch unergründbar. Immerhin versteht er es, die Welt wieder interessant und tiefgründig zu erklären, ein Märchen zwar, aber immerhin sehr realistisch entworfen. Aber Gott bleibt ausgegrenzt und ist nicht relevant.

 

Aber man spürt dennoch die Tiefe der Verzweiflung, man spürt die Tragik der Sehnsucht, die unerfüllt bleibt, weil Castaneda an einer nichtalltäglichen Weltbeschreibung festhält, die zwar vom Intellekt her sehr interessant ist, die vom Gefühl aber extrem isoliert. Sein Weg zu Gott ist mindestens so weit, wie der eines gestrandeten Hippies.

 

Jane Roberts, die zu einem Medium des Geistwesen "Seth" wurde, vermochte es sogar, den ganzen gesellschaftlichen und religiösen Komplex auf die hohe Stufe der Vernunft zu ziehen. Einer Vernunft jedoch, die mit Gott nicht viel im Sinn hatte. Sie, bzw. Seth machte z.B. aus Jesus eine "multidimensionale" Persönlichkeit, die eigentlich aus drei Personen bestand. Erstens aus Johannes dem Täufer, zweites aus Jesus, der aus der Schule der Essener hervorgegangen sein sollte, sowie drittens aus Paulus, der jedoch in gewisser Weise versagt hätte, weil er es nicht vermochte, eine effiziente kirchliche Organisation aufzubauen. Laut Seth sind der Körper und die Seele gleichberechtigt und wohnt Gott innerhalb eines Körpers, etc.[64]

 

Nun verfügt Seth über eine sehr logische Sprache und hat deshalb auch die Fähigkeit, komplexe Vorgänge ziemlich leicht und faßlich darzustellen. Der Leser, der von Bukowsky abgestoßen-, der von Castaneda fasziniert ist, wird schließlich bei J. Roberts fündig, indem diese genau die intellektuelle Kapazität aufweist, die sie haben muß, um ihn in den Bann zu schlagen.

 

Seth ist dem Leser immer ein bzw. zwei Schritte voraus und kann sogar erkennen, in welchem Bereich es Verständigungsschwierigkeiten gibt, so daß er schon vorher, die sich ergebenden Probleme ausräumt.

 

Seth weiß von Jesus nichts Konkretes, kennt dafür jedoch die multidimensionale Persönlichkeit, die in einem ständigen Kreislauf der Wiedergeburt lebt. So war z.B. der Vater vorher der Bruder, bzw. die Schwester. “Sieben schnitt Kypros eine Grimasse und legte los. “Also”, sage er, “nach irdischen Begriffen bin ich mittwochs und freitags ein Mann, sonntags und donnerstags eine Frau, und den Rest der Zeit habe ich für mein freies Studium zur Verfügung. Allerdings wird die ganze Sache wegen der irdischen Vorstellung von Zeit kompliziert. Jedes Leben wird in einem anderen, äh, Zeitbereich gelebt, der jeweils spezifisch bezeichnet wird.” Als Lydia befinde ich mich im 20. Jahrhundert, als Josef im 17. Jhdt., als Ma-ah lebe ich 35000 vor Christus und als Proteus im 23. Jhdt. nach Christus....”(aus Überseele Sieben) Bei Seth dreht sich alles um die Entwicklung von Persönlichkeitsstrukturen, die vorher mal Schwarz, mal Weiß, mal Mann, mal Frau etc. gewesen sein sollen und können. Homosexualität ist deshalb nur eine Erinnerung an eine Vorexistenz, die in dieser jetzigen durchschlägt, und und und...

 

Damit wird der Leser von Seth allmählich aus dem festen moralischen Kontext seiner Zeit herausgelöst und empfindet bald nur noch einen Ekel davor. Und hier findet sich die Parallele zu der o.g. Musik, findet sich die Ähnlichkeit zu Bukowsky und Castaneda und darüberhinaus zu sämtlichen heutigen Schriftstellern, die für die Massen und Eliten prägend sind. z.B. Popper.

 

Begriffe wie die Seele werden angesprochen, aber nicht klar definiert. Gott wird angesprochen und nicht im Zusammenhang mit Jesus gebracht. Die Moral wird angesprochen und in Zusammenhang mit der inneren Befreiung gebracht. Ebenso werden die Theorien der Wahrscheinlichkeit propagiert, indem die Rede von mehreren Selbst ist, die die Spurlinie der Existenzen ablaufen. Das gegenwärtige persönliche Selbst ist dann nur noch eines von unzähligen.

 

Die jeweilige Charakterisierung, d.h. der evidente Unterschied zwischen ihnen liegt jedoch nicht in der Gottesauffassung, sondern soll an den jeweiligen Interessen liegen. Hier werden also die Spuren der Moral, die in Bezug auf die 10 bzw. auf die 12 Gebote ausgerichtet ist, völlig verwischt.

Die Moral der Jesusliebe als einzige feste Größe, die ewig Bestand hat, weil sie vom ewigen Schöpfer, von Gott, von Jesus selbst stammt, diese Moral erscheint bei Seth nur als Regelwerk innerhalb einer Zeitphase, die das jeweils reinkarnierte Selbst zu durchlaufen hat. Anstelle dieser höchsten Ethik wird von einer Moral gesprochen, die den jeweiligen Bedingungen der Zeitepoche unterworfen ist und damit wie eine Mode wirkt.

Es versteht sich von selbst, daß sich hierdurch die Sehnsucht zu Gott verflüchtigt, weil Gott ebenfalls nur zu einem Regelwerk innerhalb einer Existenz wird. Es ist nun interessant zu sehen, wie die jeweiligen Repräsentanten ihrer Werke lebten und starben.

 

Bukowsky jedenfalls ist 1994, nun endgültig dem Alkohol verfallen, elendig gestorben. Von Castaneda weiß man offiziell nichts, weil bei ihm ja sowieso nie was transparent gemacht wurde. Sein Leben wurde zu dem Geheimnis als das er das Leben selbst betrachtete. Er soll zwar im Herbst 1998 gestorben sein, aber genaueres konnten wir darüber nicht erfahren. Jane Roberts schließlich ist schon mit 54 Jahren verstorben. Auch ihr Geistführer Seth konnte ihr nicht helfen. Als Sterbegrund gab sie ihr sündiges Selbst an. Sündig insofern, als sie eigentlich tief religiös war und deshalb auch erkannt hat, daß Seth aus ihr eine neue Religionsstifterin machen wollte, die Jesus und die damalige Moral überflüssig machen sollte.

 

Bevor das geschehen konnte, starb sie lieber. Aber mit ihr ist keinesfalls das "Channeling" gestorben. Sie war nur die hervorragendste Persönlichkeit dessen. Shirley Mc Lane ist ebenfalls ein begeisterter Geistchannel. Channel bedeutet in diesem Zusammenhang, daß man sich darauf versteht, sich in einem gewissen entspannten Zustand mit den jenseitigen Geistern in Verbindung zu setzen. Leider sind dies jedoch vorwiegend Geister, die wenn nicht im Dienste des Bösen, so doch aber auch nicht in himmlischen Diensten stehen, sondern aus dem Geisterreich der noch ziemlich unwissenden stammen.

 

Diese Kinder der frühen 60er Jahre, die sich nun in den 70er und 80er befinden, fielen also auf felsigem Grund und konnten nicht Fuß fassen. Jetzt, in den chaotischen 90ern sind sie erst recht orientierungslos. Sie hatten damals ein Ideal, sie waren schon nahe bei Jesus, aber sie wurden von der Welt doch noch abgehalten und trauern deshalb um etwas, was sie gar nie gehabt hatten. Es ist bei ihnen so, wie es das Gedicht Schillers über die Sehnsucht so treffend ausdrückt. Sie sahen es dicht vor Augen, aber sie sahen Jesus nicht, bzw. sie reduzierten ihn zu sehr.

 

Das Schöne, das Zarte, die freundschaftlichen Gefühle von damals wurden zurückgedrängt und mußten dem Egoistischen, mußten dem Häßlichen, den Kaputten, den Vereinsamten weichen. Gesellschaftlich global, deshalb auch in der Kunst, die ja der Spiegel der Gesellschaft ist.

 

Hören wir zur Erbauung einmal unseren Schöpfer[65]:

 

"Ihr wißt sehr wohl, daß ein Kulturvolk am leichtesten nach seinen Kunsterzeugnissen zu beurteilen ist; denn diese geben nach außen ein Bild von dem, was sich in der Seele des Volkes, in seinem Empfinden, Denken und Handeln abspiegelt. Je mehr dasselbe fortschreitet in dem Losringen der Seele vom materiellen Genuß, desto wirklich vollendetere Kunstwerke wird es schaffen können. Selbstverständlich ist es auch imstande, seine Kunstprodukte jeder Art von Sinnlichkeit benutzen zu können. Dann aber werden diese auf den reinen Beschauer keinen erhebenden Eindruck machen, sondern einen abstoßenden hervorbringen.

 

Nie aber werden Kunstprodukte von dem Standpunkt des Schönen aus erreicht werden können, wenn in der Seele des Künstlers nicht die Fähigkeit vorliegt, sich in reinere Sphären aufzuschwingen, das heißt mit geistigem Auge zu schauen, um selbst etwas zu schaffen. Wie er das Geschaute verwertet, steht in seinem freien Willen. Fortschreiten, um stets Vollendeteres zu geben, kann er jedoch nur, wenn er die Wege des vor Mir gerechten Schaffens einschlägt

 

Soweit Jesus, der hier ganz klar betont, daß die Qualität des Kunstproduktes nur von Ihm abhängt.

 

Aber wo ist er innerhalb der Musik, der Malerei, die Schriftstellerei zu finden?

 

Das absurde häßliche Kunst-Theater bestimmte und bestimmt unchristliche Werke und Künstler. Presse und Fernsehen unterstützen diese unselige Tendenz auch noch, indem sie Menschen aus dem Homo-Milieau, der Lesben- Sportler- Schauspieler Crux hofieren. Jedenfalls alles Gruppierungen, die am Aste der christlichen Gesellschaft sägen und mit denen der brave Bürger nichts anfangen kann.

 

Die Gesellschaft ist also orientierungslos. Wenn die intellektuell besseren Jugendlichen damals in der Hippie- Bewegung assimiliert waren und ihren Eltern damit zeigten, wie unwichtig es ihnen war sich gleich wie sie mit dem Aufbau und der Existenzsicherung zu beschäftigen, so zeigten sie ihnen damit auch, wie wenig sie von ihnen und ihren Werten hielten.

 

Damit aber gaben sie kund, wie wenig Liebe sie von ihnen erhalten hatten, wie liebes-leer sie eigentlich beide waren. Die Eltern, weil sie als Materialisten ihren Kindern keine Liebe geben konnten. Die Kinder, weil sie in den Werten der Eltern keine Liebe entdecken konnten. Letztlich gaben sie damit unbewußt zu, daß in ihnen selbst keine Liebe sein konnte. Denn die Werke der Eltern waren ja schlecht, also waren auch sie schlecht.

 

Ihr Vorteil dadurch war ein großer, weil sie aufgrund dieser Umstände eine enorme Sehnsucht nach Liebe hatten. Aber diesen Vorteil haben sie nicht genutzt, weil ihre Idole zu wenig von Jesus inspiriert waren, weil sie selbst zu sehr verstandesstark waren. Nur anfangs hatten sie eine starke Jesusliebe. Aus dieser Liebe folgte dann auch die Initialzündung dieser Bewegung, die jedoch sehr schnell durch die Drogen und das falsche Prinzip des ehelosen Zusammenlebens zerstört wurde. In ihrem Tun grenzten sie damit Jesus wieder aus, weil sie es versäumten, ihn für sich selbst noch persönlicher, noch erkenntlicher zu machen. Sie benutzten ihn nur zur Rechtfertigung ihrer Triebbefreiung, dabei hätten sie ihre Seele lieben und damit die Triebe in Schach halten sollen.

 

Diejenigen, die sich anders als die Hippies politisch betätigten, ob als Grüne, ob als Pazifisten, ob im Extremfall als Terroristen, sie alle gingen der Welt ebenfalls in die Schlinge. Ihr Los war und ist um nichts besser. Sie fielen und fallen auf sandigen Boden und finden ebenfalls keinen Halt und verdorren.

 

Für sie gilt, obwohl augenscheinlich von anderer sozialer Statur, doch genau dasselbe. Ihr Credo beruht entweder auf der Natur, entweder auf Frieden, entweder auf Gewalt; also nur auf ein Spezialgebiet innerhalb eines Spezialthemas. Wo bleibt jedoch Gott? Wo bleibt dabei Jesus?!

 

Wie will ein Grüner die Komplexität des politisch - wirtschaftlichen Konglomerats von Beziehungen überhaupt begreifen, wenn er nur ökologische Zusammenhänge sieht und die machtpolitischen Erwägungen der Selbstsucht nicht kennt, die Menschen veranlassen, die ganze Natur wegen der Steigerung ihrer Genußsucht zum Teufel gehen zu lassen! Kann ein Grüner überhaupt begreifen, wie und warum wir eine Geldwirtschaft haben und das selbst unser Schöpfer, käme er in unsere Welt, sich etwas Kleingeld mitbringen müßte! Und was ist von einem Grünen zu halten, der aus einer roten Ecke kommt, d.h. der im Kern kommunistisch marxistisch ist? Solch ein Grüner, der seine erste Überzeugung verrät, wird auch die zweite verraten. Gottlos zu sein und das als Politiker, egal welcher Coleur, bedeutet untreu zu sein. Oder was ist von Politikern zu halten, deren Ehrgeiz es auch ist, sich an drei oder vier Ehefrauen verheiratet zu haben. Sind deren moralische Überzeugungen denn nicht ähnlich wankelmütig wie deren Liebe. [66]

Nun, wird jemand antworten, daß er es auch nicht müßte. Aber wer seine Liebe d.h. seine Überzeugung leugnet, der kennt die wahre und stetig unwandelbare Liebe nicht, der kennt dann aber auch seinen Feind nicht, bzw. ist nicht willens und in der Lage, ihn zu kennen und kennenzulernen. Wie will solch einer dann kämpfen bzw. uns vertreten, wenn er also keine Nächstenliebe hat, wenn er seine Überzeugungen wechselt wie andere Leute ihre Hemden. Man beachte dabei das Affentheater um den Atomausstieg!

 

Wie wollen die Pazifisten überhaupt begreifen, wozu das Militär notwendig ist? Wie soll man einen hochkulturellen Staat vor den Übergriffen seiner primitiveren neidischen Nachbarn anders als mit der Abschreckung seiner exekutiven Gewalt schützen?

 

Oder hilft das gute Zureden, wenn einheimische oder ausländische Banden hier in Deutschland tätig werden um zu plündern, was nicht niet- und nagelfest ist? Warum hat denn wohl selbst das Paradies, bzw. der Himmel eine Pforte, die bewacht wird! Damit kein Unberufener hineingelangt. Was bedeutet denn die Allegorie von der Schlüsselgewalt des Petrus? Damit ist doch nur gemeint, daß eine Herde von Schafen vor einem Wolf geschützt werden muß. Denn nichts ist schädlicher, als wenn ein äußerst böswilliger Mensch in der Gesellschaft von lauter Gutmütigen wütet. Wie soll aber heutzutage der Gutmütige dem Böswilligen entgegentreten? Das geht doch nur über eine effiziente exekutive Gewalt, sei es die Polizei, sei es das Militär. Wir haben ja gegenwärtig, (2004) das Problem im Irak, wo die Amerikaner im Verbund mit den Engländern, Spaniern, Polen den ehemaligen Machthaber Hussein vertrieben und dabei das Land fast völlig zerstörten. Es ist interessant zu sehen, wie sich die grünen Pazifisten von ihren Doktrinen wegbewegen mußten um sich einzugestehen, daß es ohne Militär nun doch nicht geht und gerade jetzt, wo die fundamentalistischen Terrornetzwerke sich gegen den Einfluß dieser westlichen Allianz wehrt, sind auch die Grünen aufs äußerste besorgt und alle damaligen Positionen sind vergessen.

 

Die Philosophie der Pazifisten geht davon aus, daß alle Menschen gleich wären und gleich gut. Aber das ist ein Märchen. Wenn schon die Tiere nicht gleich sind, wie kann es dann der Mensch sein, der sich doch ab und an noch schlimmer als die Tiere gebärdet? Bei den Pazifisten fehlt ebenfalls der wichtigste Zusatz, nämlich:

 

Alle Menschen sind nur vor Gott gleich! Untereinander aber gibt es Hierarchien von Völkern, deren Entwicklung je nach dem Liebe-Grad ihrer Religion verschieden ist, je nach dem Grad ihrer Beziehung zu Jesus.

 

Nur Jesus in seiner unendlichen Liebe ist der einzige Pazifist. Wir Menschen aber, begrenzt in der Aufnahmefähigkeit der Liebe können deshalb keine Pazifisten sein. Wenn, dann nur mit Jesus!

 

Wo aber ist das Land, das eindeutig auf der Seite Gottes steht und deshalb keinen Krieg zu fürchten braucht? Solch ein Land gibt es noch nicht. Zwar kann ein Pazifist völlig von Gott überzeugt sein, sogar völlig von Jesus, aber dann wird er erst recht nicht fordern, daß man das Militär abschaffen müßte. Nur im Himmel selbst gibt es kein Militär. Die Erde erinnert jedoch mehr an die Hölle, weshalb sich die Länder noch gegenseitig in Schach halten müssen.

 

In den 90er Jahren wurden anstelle der Hippies, anstelle der Grünen und Pazifisten andere Menschen tätig, die jedoch dieselbe Funktion der damaligen Generationen übernahmen. Teilweise finden sich in ihnen Gestrandete von damals wieder. Sie fielen auf felsigen Grund, konnten keine Wurzeln fassen, wurden erneut vom Wind hochgewirbelt und gerieten zwischen die Dornen. Hier in den Dornen befinden sie sich entweder als Suchende der Hippie- und der Grünen-Pazifisten etc. Bewegung wieder, oder aber sie gelangten gleich in die Dornen als Vertreter der Esoterik, als Vertreter der Parapsychologie, oder als eifrige Forscher des UFO-Phänomens.

Alles, was vorher über die Rockmusik ausgesagt wurde, gilt für diese Bereiche auch und wir werden es an geeigneter Stelle auch noch besprechen...In der Politik der Grünen, wie überhaupt in aller Politik wurde zuerst der Kern (Gott) von seinem Wirken (Jesus) in Bezug auf die Menschen entfernt. Der Ort, das Ziel wurde damit von seinem Weg, von Jesus, getrennt. Übrig bleibt damit nur die tote Hülle.

 

Diese tote Hülle finden wir deshalb auch bei den Grünen, den Roten, den Braunen und Schwarzen wieder. Erinnern wir uns, dass sie (die Hülle) innerhalb der Musik in den leeren Ritualen und Zeremonien des Satanskult, in den Spielereien mit der versteckten Rückwärtsbotschaft zu finden ist. Alles nur, um einen Grad der Besessenheit zu evozieren, der von der Gesellschaft als ungefährlich attestiert, ihr trotzdem höchst gefährlich wird.

 

Also dieselben Prinzipien sind in der Politik vertreten. Innerhalb dieser politischen Hülle fungiert der Parteienvertreter zuallererst als Nutznießer von Privilegien in Form von Geld, von Ansehen, von Macht. Auch die Rolling Stones sind Nutznießer derselben Privilegien. Weiter geht damit einher die leichte Verfügbarkeit über Sex, über Alkohol, Drogen, über lukullische Leckereien, über den Genuß von anderen Luxusartikeln.

 

Deshalb konstatieren wir, daß die Musik genau wie die Kunst, bzw. wie die Politik eine tote Hülle ist, die sich selbst nur mit Nahrung versorgt. Weil sie aber als tote Hülle nicht lebensfähig ist, muß sie ihre Hülle sofort gegen eine andere, ebenfalls tote Hülle austauschen. Also sind die Musiker, die Künstler, die Politiker alle mit dem gleichen Geschäft des Tauschens von Genüssen beschäftigt, um sich innerhalb der toten Hülle am Leben zu halten. Was aber ist der Tausch anders als die Mode der Musik, die Mode des Schreibens, die Mode der Kunst, die Mode des Tanzes, die Mode der Politik, etc?

 

Die tote Hülle aber ist die vorwiegende Leidenschaft dieser Menschen, eben nicht anderen Menschen im Sinne der Nächstenliebe zu helfen, sondern diese Hülle ist deshalb tot, weil sie es versteht sich einen äußeren Anschein von Nutzen zu geben, obwohl sie nur den Eigennutz hegt und pflegt. Diese Hülle verbirgt deshalb das innere Geflecht der Leidenschaften, die gegen das Interesse der Seele, die gegen das Interesse von Gott gerichtet sind. Diese Hülle verhüllt deshalb ihre wahre Absicht, verhüllt ihre wahre Intention, die nicht auf Liebe, die nicht auf Leben, sondern die nur auf Befriedigung ihrer körperlichen Triebe gerichtet ist. Damit ist ihre Hülle eine den Kern verbergende, damit ist sie jedoch tot.

 

Weil eine tote Hülle jedoch über Mechanismen der Verborgenheit verfügt, die der Durchschnittsmensch nicht durchschaut, wollen wir der Deutlichkeit halber den oben genannten Vergleich mit den Musikern vertiefen, obwohl es eigentlich auf der Hand liegt:

 

Denn in der Absicht der Musik muß die Form der Musik eine innere Botschaft transportieren, in welcher die Form mit dem Inhalt übereinstimmt. Der Inhalt aber kann und soll nur gut sein, ebenso wie die Form als Hülle nur gut sein darf!

 

Aber in der Musik genau wie in der Kunst und Politik, etc. stimmt die Form nicht mehr mit dem Inhalt überein. Und genau das bezeichnet das Wort von der toten Hülle. Wenn der Inhalt nicht mehr die Liebe von und zu Gott, nicht mehr die Liebe zum Nächsten ist, dann muß die entsprechende Hülle ja tot sein, weil ohne innere Liebe nichts existieren kann. Deshalb finden wir gerade in der Musik eine solch verzerrte Form, weil ihr Inhalt auf Seiten von Satan steht und damit die äußere Form entstellt. Gleiches ist so potenziert in der Kunst festzustellen, die dem eigentlichen Beschauer nur noch fremd erscheint. Nur in der Politik läuft es scheinbar differenzierter ab. Jedoch sind die äußeren Elemente bei Musik und Politik gleich. Es sind die Mittel der Ablenkung, der Blendung. Hier die gigantische Bühnenshow mit Laserlicht, dort die gewaltige Gala eines großpolitischen Ereignisses. Hier die instrumentale Untermalung des Textes, dort die verbale Verklauselierung der Absicht, die strategischen Manöver der Redekunst, die Rhetorik.

 

Aber alles bewegt sich innerhalb einer Form, bei welcher diese mehr als der Inhalt ist. Denn der Inhalt ist im eigentlichen Sinne Dreck, ist Abfall, ist Abschaum, ist Macht, ist Eigennutz, ist Eigenliebe, ist Selbstzweck, ist Genußsucht und führt zum Tod. Das aber bedarf schon eines gigantischen Täuschungsmanövers, bedarf einer gigantischen Form, einer gigantischen illuminierbaren Hülle, um von diesem toten Inhalt abzulenken. Denn wer würde den Musikern, den Politikern, den Schriftstellern, den Künstlern etc. denn glauben, wenn er in ihnen sofort den inneren Abschaum entlarven würde und könnte? Also muß eine Form geschaffen werden, die höchstens von Gott bzw. von gotterleuchteten Menschen auf ihren primitiven Inhalt hin durchschaut werden kann. Und das sind noch zu wenige, als das es ihnen gefährlich werden könnte.

 

Diese wenigen sind zwar jene, deren Samen richtig fiel und aufging, die jedoch innerhalb der heutigen Welt keine politische, keine musikalische, keine schriftstellerische, keine schauspielerische, keine sonstige weltliche Bedeutung haben. Sie leben mit und ohne Familie unerkannt und tun im Kleinen ihre Pflicht. "Gebt dem Kaiser was des Kaisers ist, alles andere aber Gott." Aber genau sie sind es, die den Fortbestand der Welt garantieren, wenn die heutige im globalen Reinigungsbad aufgelöst werden sollte.

 

Aber kehren wir wieder zu den Musikern zurück, wohlgemerkt zu denen, die von Gott nichts wissen wollen, denn z.B. im Deutschen Schlager und der Volksmusik findet sich noch sehr viel von der Liebe Gottes und auf ihn trifft das Hiergesagte nicht zu. Die deutsche Schlagermusik war im Grunde genommen das einzige Standbein Gottes, weil hier die Liebe thematisiert wurde.

 

1. Die Musiker benötigen einen Grundrhythmus. Der normale menschliche Grundrhythmus 41 ist 1:3. Eins bedeutet dabei ein Atemzug, drei bedeutet dabei der Pulsschlag, bzw. Herzschlag. Also kommen auf einem Atemzug drei Herzschläge. Damit bekommt der Körper ein ausgewogenes Verhältnis von Sauerstoff, daß mit dem Herzschlag über das Blut zirkulieren kann, welches vorwiegend ins Gehirn zirkuliert. Also tätigt der Mensch in einer Minute 24 Atemzüge, aber insgesamt 72 Pulsschläge. Das ist das Verhältnis von 1:3.

 

Durch eine geistige Tätigkeit kann der Rhythmus reduziert werden, was anschließend eine Müdigkeit aufgrund von Sauerstoffmangel hervorruft. Bei einer körperlichen Tätigkeit wird das Verhältnis ebenfalls geändert. Der Puls geht schneller, der Atem auch, die Körpertemperatur steigt, die Blutgefäße öffnen sich.

 

Nun ist der Mensch so eingerichtet, daß er sein Verhältnis immer halten sollte. Bei einer längeren körperlichen Tätigkeit, bei welcher sich sein Puls bis auf 90 erhöht, sollte sich auch sein Atem auf 30 Züge erhöhen, d.h. alle drei Pulsschläge geschieht ebenfalls wieder ein Atemzug. Bei diesem Verhältnis wird der Körper, als auch das Gehirn nicht belastet. Er kommt dem Kreislauf sogar zugute, weil er in kürzerer Zeit schädliche Stoffe hinaustreiben kann. Bei diesem Verhältnis gibt es keine unnötige Hülle, weil im Verhältnis von 1: 3 die notwendige Energie vom Denken und der tätigen Körperwärme abgeleistet wird. Das meiste davon natürlich während des Arbeitsprozesses, bei dem man selbstverständlich denken sollte.

 

Bei der richtig sein sollenden Musik wird dieser Rhythmus nie gestört, bzw. falls er gestört ist, so wird er von richtiger Musik, die im Sinne des Schöpfers geschieht, wieder in Einklang gebracht. Der Kreislauf wird also korrigiert, das Gefühl wird gestärkt, wie dies u. a. bei den Liedern von Dana Winner auf ihrer CD, “Wo bleibt das Gefühl?” geschieht.[67]

 

Innerhalb des Deutschen Schlagers und der Volksmusik gibt es dadurch eine indirekte Gegenbewegung. Indirekt deshalb, weil sich dieser Schlager nur meist auf die irdische Liebe und nicht auf die himmlische von Gott stützt. Aber weil diese Musik wenigstens noch liebevoll ist, so ist der Deutsche Schlager eine Gegenbewegung. Die an sich logischere Gegenbewegung durch sakrale Musik, d.h. durch Kirchenmusik gibt es dagegen nicht, weil diese Kirchenmusik keinen Eingang mehr innerhalb der kulturellen Bewegung der Deutschen hat. Dieser Eingang, im Mittelalter geschaffen, wurde nach dem II. Weltkrieg verschüttet.

 

Bei der Beat-Rock- Techno- Jazz Musik wird dieser Grundrhythmus negativ verändert, indem über den Musikrhythmus des Schlagzeugs, vorwiegend des Basses, die Pulsfrequenz auf weit über 150 vergrößert wird. Das Schlagzeug spielt einen Beatschlag von ca. 120 im Normalfall, der bei einem Heavyrockstück im Speedrhythmus z.B. auf über 160 Schläge pro Minute erhört wird. Durch die Lautstärke der Musik geht dieser Schlagrhythmus deshalb in die Pulsfrequenz über und erhöht sie, weil die Schallwellen von außen kommend über den Bauch direkt in den Solar Plexus gehen und von dort aus den Pulsschlag mit dem Musikrhythmus koppeln.

 

Der Körper schwingt automatisch im Takt mit. Nun braucht jedoch eine Erhöhung der Pulsfrequenz ebenfalls eine proportionale Erhöhung der Atemfrequenz. Also muß der Mensch kürzer und schneller atmen. Aber genau das wird verhindert. Zwar atmet der Mensch schon schneller. Aber nicht in dem benötigten Verhältnis, denn mit dem schnelleren Atmen allein ist es nicht getan. Denn es kommt nur auf die Qualität des Sauerstoffs an. Die ist jedoch in solch einer Diskothek dermaßen schlecht, daß mit der Erhöhung des Pulsschlags automatisch eine Erhöhung des Nikotingehalts, bzw. von anderen schädlichen Substanzen zu rechnen ist, während der qualitative und auch der quantitative Sauerstoffgehalt immer weiter abnimmt. Dadurch kommt es zu einer sich immer mehr verstärkenderer Atemnot, die Blutgefäße schließen sich, um den Sauerstoffverlust auszugleichen. Der Mensch wirkt dadurch plötzlich blaß und taumelt vor Schwäche. Es stellt sich ein körperliches Gefühl wie bei einer Angina ein. Jedoch unterbleibt die Rückmeldung vom Gehirn.

 

Die Rhythmusfrequenz von bis zu 160 Schläge pro Minute schafft also ein Hinterherhinken des Atems. Damit ist eine Hüllenfunktion gegeben, weil die überzähligen Schläge sich um den Körper legen. Um sie abzubauen, müßte der Körper noch mehr agieren, kann es aber wegen des Sauerstoffmangels nicht.

 

Das Gehirn müßte dem Körper seinen bevorstehenden Kollaps melden und den Menschen zwingen, sich der Musik, bzw. sich dem Tanz zu entziehen. Aber hier kommt Punkt 2 zur Geltung.

 

2. Durch die unterschwelligen Signale mit 30000 Hz oberhalb der Hörgrenze wird im Gehirn genau diejenige Substanz (Serotonin)[68] ausgelöst, die eine Rückmeldung verhindert und dem Körper ein Wohlbefinden, bzw. ein Weitermachen vorgaukelt.

 

3. Durch die vielen optischen Reize wird die Situation so verstärkt, daß der Mensch sich in einer totalen Umwelt befindet, die ihn nebelartig wie mit Watte umgibt und die für die Aufnahme von unkritischen Botschaften öffnet. In Zusammenhang mit Drogen und Alkohol können somit sehr leicht gewisse Geister in den Körper eintreten und eine Vorübergehende Besessenheit induzieren, bei welcher das Denkvermögen des Betreffenden ausgeschaltet ist.

 

Also ist alles, was dem Betreffenden passiert, in einer nebelartigen Hülle eingeschlossen, die ihn völlig umgibt. Gleichzeitig fühlt er sich mit den Stimmungen der anderen Menschen im Einklang. Damit befindet er sich in seiner Körperlichkeit selbst berauscht und betrachtet das als normalen Prozeß.

 

Viele brechen anschließend in dieser Situation ohnmächtig zusammen. Ihr Sauerstoffbedarf konnte nicht mehr gedeckt werden. Dieses Symptom wird von den Medizinern völlig verharmlosend mit dem Begriff der “Hyperventilation” belegt.

 

Hyperventilation bezeichnet die Beschleunigung oder Vertiefung der Atmung, die einen verminderten Gehalt an Kohlendioxid im arteriellen Blut nach sich zieht (Hypokapnie), was eine Verschiebung der Säure-Base-Gleichgewichts nach sich zieht. In Extremfällen kann eine Ohnmacht nicht ausgeschlossen werden, die eine Beatmung mit reinem Sauerstoff notwendig macht. Als Auslöser für eine Hyperventilation können psychisch bedingte Atemstörungen oder willkürliche Hervorrufung fungieren.(soweit ein Lexikon 42)

 

Wir sehen also, dass die Mediziner mit ihrer Diagnose völlig im Dunkeln tappen und den Zusammenhang zwischen der Puls- und Atemfrequenz, die wie gesagt drei zu eins sein müßte, nicht erkennen. Wenn das Verhältnis dann auf fünf oder sogar sieben zu eins steigt, dann ist es verständlich, wieso sich das Säure – Base Gleichgewicht verschieben kann. Bei sieben (168 Pulsfrequenz zu 25- 30 Atemzüge) müßte man eigentlich über 50 mal atmen, tut es aus den gesagten Gründen jedoch nicht. Darum tritt diese Sauerstoffunterversorgung auf, deshalb bricht der Kreislauf zusammen.

 

Wie sieht es dagegen bei den Politikern aus, die nicht im Sinne Gottes handeln?

 

1. Ihr Grundrhythmus von eins zu drei ist ebenfalls gestört, weil sie im Schnitt mehr Worte aussprechen als sie zur nötigen Atemfrequenz benötigen. Um das Verhältnis zu korrigieren, müssten sie bedächtiger sprechen und im gleichen Verhältnis zuhören. Weiter müßten sie, um ihren Körper gesund zu halten, des öfteren eine reinigende Tätigkeit unternehmen. Diese 2 Punkte allein könnten verhindern, daß sich eine sie selbst isolierende tote Hülle um sie legt. Man müßte ihre Nächstenliebe auch sehen und spüren können!

 

Wie wir jedoch wissen, werden und können die wenigsten Politiker bedächtig sprechen und zuhören. Zweitens wird kaum einer eine Tätigkeit suchen, um seinen Überschuß abzubauen. Eher passieren da schon Unfälle, um einen Abfluß zu gewährleisten. Denn langfristig darf das Verhältnis nie gestört sein, will dieser Mensch weiterleben. Deshalb greifen Unfälle, Krankheiten, etc. regulierend ein, um eine tote Hülle, die sehr mächtig geworden ist, zu reduzieren.

 

2. Was macht aber ein Politiker, wenn er eine tote Hülle in sich erzeugt hat? Er verschafft ihr zusätzlich Nahrung, indem er sie mit allerlei Genußmittel[69] vergrößert. Er bläht sich auf.

 

Beispiel 1.

Der Politiker wird zu einem Völlerer und Fresser. (Im politischen Kontext heißt das jedoch Feinschmecker) Durch diese Feinschmeckerei werden dem Körper diejenigen Säfte und Kräfte entzogen, die er für die ordnungsgemäße Umsetzung des Grundrhythmus benötigt. Also wird er bei falscher Nahrung, die nicht von Gott aus sanktioniert ist, sein Verhältnis auf 1:4 bzw. 1:5 erhöhen. (zuviel Schweinefleisch, Wildfleisch, Alkohol grundsätzlich, aber auch Kaffee, Tabak, etc.)

 

Beispiel 2.

Oder aber er hortet Macht, bzw. Einfluß. Wenn er dann mächtig geworden ist, so kann er über seine Aussprache, z.B. über seine verbalen Fähigkeiten andere Menschen zu gewissen Handlungen nötigen, die nur ihm oder seiner Interessensgruppe Vorteile verschaffen.

 

Beispiel 3

Er beschäftigt sich über alle Maßen mit dem Sex, im schlimmsten Fall wie in Belgien geschehen, vergeht er sich dabei an kleine Kinder. In dieser seiner mächtigen Aussprache legt er dann einen großen Atemdruck, eine große Gefühlsstärke, eine gewisse Eindringlichkeit und Lautstärke hinein. Damit stört er ebenfalls seinen Grundrhythmus und erhöht die Herzfrequenz, ohne daß er mit dem Atemrhythmus gleichziehen kann. Diesen reduziert er sogar noch. Das ist das typische Verhalten eines Bluthochdruck-Menschen, eines extrem Kreislaufgefährdeten.

 

Sein Atem wird stoßweise, seine Sicht wird einseitig, seine Gesundheit wird reduziert. Er bewegt sich innerhalb seiner verbalen Kreise und ist hier der Antreiber. Allerdings ist er außerhalb seiner Sphären sehr devot und versucht seinen Machtzuwachs ständig zu vergrößern. Damit vergrößert er jedoch nur seine tote Hülle. Jeder Politiker, der eine Rede hält, muß ja darauf achten, daß er mit wohlgesetzten Worten eine Absicht äußert, die der eigentlichen Absicht im Sinne der Nächstenliebe zuwiderläuft. Dadurch ist er gezwungen, seine innere physiologisch/biologische Harmonie zu verändern. Denn, und hier kommt es in einem harmlosen Nebensatz:

 

Die Harmonie des Grundrhythmus hängt von der Nächstenliebe ab!

 

Das dürfte für uns keine Überraschung mehr sein. In einem späteren Kapitel werden wir ausführlicher erfahren, was es mit der Nächstenliebe auf körperlicher Ebene für eine Bewandtnis hat. Hier nur ein kurzer Hinweis, daß Swedenborg das schon im 17. Jhdt. herausgearbeitet hat.

 

3. Beispiel.

Alle Politik besteht aus Ränke, besteht aus Signalen, aus Moderichtungen und Beziehungen, die mal mehr mal weniger offen zu durchschauen sind. Der Einzelne hat in ihr ohne Gott keine Chance. Da der normale Politiker Gott nicht kennt, weil er Jesus nicht kennt, braucht er anderen Beistand in Form von Parteien bzw. von der Lobby oder wie innerhalb der Freimaurerei von anscheinend übergeordneten Verbänden.

 

Alle sie haben ihre eigenen Symbole, haben ihre Geheimsprache, haben ihre Geheimzeichen, wie z.B. die Freimaurerzinken, haben also ihre Codices, die nur die jeweils eigenen Interessen vertreten. In diesem politischen Ränkespiel bestimmt ja nicht Gott die Regeln, sondern der Gegenspieler. Deshalb gibt es hier keine Ordnung, gibt es keine Disziplin, gibt es kein Vertrauen. Deshalb gibt es hier den größten Verrat, die größte Schande, den größten Betrug[70].

 

So passiert es oft, daß der wahre Zweck einer Handlung dem äußeren Anschein extrem zuwiderläuft. Dann war und ist die äußere Handlung ebenfalls die tote Hülle, unter welche der eigentliche Sinn verborgen liegt. Weil Kennzeichen der Politik eben genau diese sinnverbergende Handlung ist, sind die Politiker von daher schon automatisch mit einer äußeren Hülle umgeben, deren Ursprung sie jedoch selten, wenn überhaupt erkennen.

 

Alles das und noch viel mehr schafft in ihnen von vornherein eine Hüllentendenz, die sie nur mit Gottesgewalt durchbrechen können. Wo aber ist die innerhalb unserer heutigen Politik?

 

Deshalb koppelt sich von ihnen genau wie bei den o.a. Musikern die Rückmeldung vom Gehirn zum Körper ab. Sie benebeln sich mit ihrem Firlefanz von Presse und Fernsehen, von Empfängen und Glanz und Gloria dermaßen, daß sie die normalen Menschen und ihre Probleme nicht mehr sehen. Sie sind süchtig, ihre Hülle am Leben zu halten und sehen doch immer irgendwie tot, irgendwie krank aus.

 

Damit wirken sie ebenfalls wie die oben zitierten Musiker, wenn auch nicht so ungeschminkt brutal, sondern sehr viel sublimer hinter ihren wohldosierten Worten versteckt. Aber das Prinzip ist dasselbe, der Grad der Besessenheit ist ähnlich ausgeprägt. Wie der Durchschnittsbürger nichts von den Machenschaften von Jagger und Co. ahnte, so ahnt er auch nichts von dem wahren Hintergrund der Politik, ahnt z.B. nichts von dem Treiben der Illuminaten XE "Illuminaten" [71],  ahnt nichts vom wahren Hintergrund in der Kunst, dem Sport, etc. Aber alles ist gleich, wenn auch jede Sparte über ihr charakteristisches Ambiente verfügt.

 

Wer wird einen besessenen Künstler, Schriftsteller, Musiker, Politiker erkennen? Wer außer derjenigen, der mit Gott ist. Wer ist aber wirklich mit Gott. Was sind die Kriterien? Darauf kommen wir im nächsten Kapitel zu sprechen.

 

In alle diese o.a. Unternehmungen sind die Kinder der Nephelims verstrickt und müssen sich angesichts solch gewaltiger Einflüsterungen und Verstrickungen behaupten. Sie befinden sich damit zwischen Scylla und Charybdis, drohen also am Felsen der Scylla zu zerschellen bzw. von dem Ungeheuer der Charybdis gefressen zu werden. Wo ist der Ausweg? Für sie gibt es keinen Ausweg, wenn sie nicht akzeptieren wollen, daß es eine geistige, daß es eine seelische neben dem der toten körperlichen Hülle gibt. Wie will man Besessenheit einordnen, wie will man Musik einordnen, die Politik einordnen, die Moral, ja wie will man Jesus einordnen, wenn man nichts von der Seele weiß!

 

Nichts von der Seele zu wissen bedeutet orientierungslos zu sein. Wenn man jemanden fragt, ob er wüßte wo es langgehe und ob er alle Geschehnisse einordnen könne, dann muß der so Gefragte ehrlicherweise antworten, daß er es nicht könnte und nicht wüßte. Allenfalls in Auszügen aber nicht in der Gesamtheit.

 

Würde man ihn weiter nach dem Kenntnisstand seiner Seele fragen, so verstünde er das ebenfalls nicht. Anschließend nach Gott und Jesus zu fragen, hätte dann auch keinen Sinn mehr. Deshalb kommen wir um eine Seelendefinition nicht herum. Wie sonst wollten wir die hier skizzierten Phasen der Entwicklung zum Abschluß bringen. Deshalb müssen wir dieses Kapitel vorerst vertagen und uns mit der Funktion der Seele beschäftigen[72]

 

Ende Teil I von III

 


 

Fußnoten 1-42

 

  

 

1.

In diesem Zusammenhang ist das 1984 erstmals erschienene Buch von David Yallop – Im Namen Gottes – herauszuheben. Yallop will diesen mysteriösen Tod des 33 Tage-Papstes Johannes Paul I als abgefeimten Mord entlarvt haben und führt ihn auf freimaurerische Kräfte zurück, die Angst vor tiefgreifenden Veränderungen hatten. Luciano wollte nicht nur die Spekulationsgeschäfte der Vatikan Bank unterbinden, sondern wollte insgesamt diese Kirche wieder näher an Jesus Christus heranbringen.

 

2.

Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff (geb. 10.3.1788 auf Schloß Lubowitz bei Ratibor, gest. 26.11.1857 in Neisse), deutscher Schriftsteller.

Eichendorff stammt aus einem alten, katholisch geprägten Adelsgeschlecht. Ab 1805 studierte er Jurisprudenz und Philosophie in Halle/Saale, Heidelberg und Wien. Begegnungen mit Clemens von Brentano, Heinrich von Kleist und Adam Heinrich Müller, der Besuch von Vorlesungen bei Joseph Görres sowie der enge Kontakt zur Familie Friedrich Schlegels (in Wien) prägten den jungen Eichendorff nachhaltig. 1813 und 1815 nahm Eichendorff aktiv an den Befreiungskriegen teil, ab 1816 war er als Beamter im preußischen Staatsdienst tätig, zunächst in Breslau, ab 1821 in Danzig, ab 1824 in Königsberg, schließlich ab 1831 bis zur Pensionierung im Jahre 1844 in Berlin.

Eichendorff ist einer der wichtigsten Schriftsteller der deutschen Romantik und als Lyriker und Erzähler gleichermaßen bedeutsam. Seine Gedichte und Erzählungen kreisen um die zentralen Motive der Romantik wie Sehnsucht, Heimweh und Aufbruch. Das Ungenügen an einer als entfremdet und einengend empfundenen Realität führt zur Konstruktion einer literarischen Gegenwelt, die einen Zustand der absoluten Harmonie zwischen Mensch und Natur heraufbeschwört. Diesen paradiesischen Zustand hat es - der literarischen Fiktion zufolge - in einer imaginären Vorzeit einmal gegeben, im Goldenen Zeitalter. Nun ist er unwiederbringlich verloren. Zurückgeblieben ist eine im Menschen verschüttete Erinnerung an die ursprüngliche Weltharmonie. Diese Erinnerung gilt es freizulegen und als Korrektiv einer sich immer stärker atomisierenden Gegenwart zu nutzen. Seine Gedichte wurden von zahlreichen Komponisten vertont, u.a. von Robert Schumann und Hugo Wolff. Werke: "Ahnung und Gegenwart" (Roman, 1815), "Aus dem Leben eines Taugenichts" (Novelle, 1826).

 

3.

Sogar außerhalb der kath. Kirche sind andere Kirchen zu der Überzeugung gelangt, daß Freimaurerei und Christentum unvereinbar sind. So erklärten die Bischöfe der griechisch-orthodoxen Kirchen auf ihrer Konferenz am 12. 10. 1933:

“Freimaurerei ist eine Mysterienreligion, sie ist vom christlichen Glauben völlig entgegengesetzt und fremd. Wie die Mysterienkulte, trotz scheinbarer Toleranz und Anerkennung fremder Götter zum Synkretismus (Vermischung der Religionen) führen, das Vertrauen zu anderen Religionen untergraben und allmählich ins Wanken bringen, so ist die heutige Freimaurerei.”

Erzbischof Chrysostomos von Athen gab folgende Beschlüsse bekannt: “Die Freimaurerei kann absolut nicht mit dem Christentum im Einklang gebracht werden, weil sie eine Geheimorganisation ist, die im dunklen und geheimen arbeitet und lehrt, sowie den Rationalismus vergöttert....... Es ist unrecht zu Christus zu gehören und Erlösung sowie seelische Vervollkommnung dann außerhalb von ihm zu suchen.”

 

4.

Erich Fromm – Sein oder Haben

 

5.

Josepf Rattner – Klassiker der Tiefenpsychologie – Psychologie Verlagsunion 1990, S. 3,4

 

6.

Das Nietzscheproblem – Prof. Dr. R. Kötzschke – Verlag Bertelsmann 1928, S. 2,4

 

7.

siehe bei Joseph Rattner – Klassiker der Tiefenpsychologie unter Frankl nach

8.

Manfred Häckel – Eichendorffs Werke, eine kurze, aber ausgezeichnete Abhandlung über Eichendorff.

 

9.

Ulrich Wickert – Der Ehrliche ist der Dumme. Der bekannte Fernsehmoderatur hat die heutige Einstellung auf den Punkt gebracht.

 

10.

Aus dem Großen Lexikon auf CD von Data Becker 1998

 

11.

J. Lorber – Große Evangelium Johannes (GEJ) Bd. 4. Kap. 38 f; Jesus ist mit seinen Jüngern in der Gegend um Cäsarea Phillipi und trifft dort auf

einige Essäer, nachdem dessen Stadt abgebrannt ist. Hier entbrennt ein Disput über die Ungerechtigkeiten der Indischen und Tibetanischen Priester.

Raphael antwortet im Auftrage Jesu darauf..

 

12.

Dr. med. Wickland – Dreißig Jahre unter den Toten – Reichl Verlag. Der Leuchter St. Goar, Seite 431, wo Frau Wickland mit H. Blavatzky spricht.

 

13.

siehe dazu auch bei J. Lorber – Die Fliege – hier wird die Rückkehr zu Gott beschrieben.

 

14.

vergl. Dazu auch Shizuteru Ueda – Die Gottesgeburt in der Seele und der Durchbruch zur Gottheit. In Japan gibt es Bestrebungen, diese mystischen

Erfahrungen im Zen-Buddhismus wiederzuerkennen.

 

15.

Vergl. Rupert Sheldrake – Die Struktur der morphogenetischen Felder

 

16.

Autoren, die sich sehr ausführlich mit diesem Thema (PSI- Waffen etc.) beschäftigen, sind Ernst Meckelburg und Peter Blackwood, T.E. Bearden

 

17.

T.E. Bearden – Teslas Geheimnis und die sowjetischen Waffen

- The Excalibur Statement

 

18.

Johannes Widmann – von der Materie und dem Geist; über die außerordentliche Gefahr der Kernspaltung, wo weit vor der geplanten Zeit äußerst

explosive Substanzen freiwerden.

 

19.

Siehe auch bei Jakob Lorber – Die Fliege, Einblicke in die Wunder der Schöpfung, Seite 53f

 

20.

In dem Buch – Die Evolution der Physik – beschreibt Einstein sehr anschaulich seine Irrtümer

 

21.

Siehe die Werke der Neu-Offenbarung von Jakob Lorber

 

22.

Wer mehr darüber wissen möchte, der sei an das Buch von Des Griffin – Die Herrscher, Luzifers 5. Kolonne verwiesen

 

23.

Himmelsgaben Bd III von J. Lorber Seite 398, wo Kaiser Konstantin eine Einheit versuchte, aber nach dreißig Jahren scheiterte.

 

24.

Siehe Himmelsgaben Bd. 2, Seite 174 über Arius, der Jesus nur als Prophet betrachtete, sich selbst aber auch

 

25.

Siehe dazu das außergewöhnliche Buch von J. Lorber “ Von der Hölle zum Himmel”,

dort werden die Habsburger charakterisiert.

 

26.

Aus Scivias – Wisse die Wege von Hildegard von Bingen, aus der Einleitung von Rose Termolen, Seite X

 

27.

zu den Habsburger siehe bei J. Lorber – Von der Hölle bis zum Himmel Bd. II, S 211 ff

 

28.

siehe Jakob Lorber, Von der Hölle bis zum Himmel, die jenseitige Führung des Robert Blum, wo der Herr zu dieser fatalen habsburgischen Haltung Stellung nimmt. S. 211 - 255

 

29.

siehe dazu im Buch “Mehr Licht” von Herman Ahlwardt

 

30.

30 Johannes Fischedick – Vom inneren Leben, Worte der Ewigen Liebe, Seite 38

 

31.

siehe in der Haushaltung Gottes von J. Lorber, wo kurz bevor die noahsche Süntflut geschah, der Rat der 1000 noch versuchte zu retten, was zu retten war.

 

32.

Aus G.L. Mosse – Der Nationalsozialistische Alltag, Seite 268, Athenäum Verlag

 

33.

siehe dazu auch in dem Buch von W.J. Bekh – Therese von Konnersreuth. Bekh weist dort nach wie der Hauptschriftleiter der Münchner Nachrichten,

Fritz Gerlach, der mit Hitler schon 1923 in Kontakt kam, rechtzeitig auf die Katastrophe hinwies und dafür mit seinem Leben bezahlen mußte.

 

34.

Caspar von Schrenck-Notzing in “Charakterwäsche – Die Politik der amerikanischen Umererziehung in Deutschland”, Kristall Verlag bei Langen

Müller. Dieses Buch wirkte bei seinem ersten Erscheinen 1965 wie ein literarischer Schock, da es eines der am meisten tabuisierten Themen aufgriff,

in einer Zeit, in der die Debatte über das deutsch-amerikanische Verhältnis auf breiter Front aufgerollt wird, ist deses streckenweise prophetische Buch erneut aktuell geworden.

 

35.

Hans Werner Woltersdorf – Hinter den Kulissen der Politik, Was die Deutschen nicht wissen sollen auf Seite 141, Grabert Verlag - Tübingen

 

36.

siehe im GEJ Bd. 1 Kap. 94 Abs. 12 über das Geld

 

37.

Zbigniew Brzezinski in Between two Ages

 

38.

Siehe dazu John Rockwell, den damaligen Insider in der amerikanischen Rockszene in seinem Buch: Trommelfeuer, Rocktexte und ihre Wirkungen.

Rockwell weist auch auf die Gefährlichkeit der Texte in Bezug auf optische Effekte hin. Etwas, was heutzutage noch sehr viel extremer geworden ist.

 

 

39.

Siehe Diagnosen 10/84 Seite 61

 

40.

Ulrich Bäumer in Diagnosen 4/84 Seite 58f

 

41.

siehe Swedenborg – Homo Maximus, Seite 46, wo er auf das Verhältnis zwischen Atem und Pulsschlag eingeht

 

42.

Data Beckers Großes Lexikon 98 auf CD

 

 

 

 

 

 

 Weitere Fußnoten 1-72


 


[1]                  Schiller XE "Schiller"  als auch Goethe XE "Goethe"  gehörten dem Orden der Illuminaten XE "Illuminaten"  an, der 1776 von Adam Weishaupt XE "Weishaupt"   in Ingolfstadt gegründet wurde. Weishaupt war abtrünniger Jesuit und überzeugter Vertreter einer kosmopolitischen Weltregierungs-Elite, die äußerst extrem alles Patriotische und monarchistische bekämpften. Gerade Schiller hat mit seinen Werken von “Wilhelm Tell” und “Wallenstein” viel für die Entfaltung des vaterländischen Geistes getan, ein Umstand, der von seinen Ordensbrüdern nicht mehr länger toleriert werden sollte.

 

                    Siehe dazu das ausgezeichnete Buch von Hermann Ahlwardt – Mehr Licht – Der Orden Jesu in seiner wahren Gestalt.

                    Siehe dazu die Bücher von Manfred Adler XE "Manfred Adler"  über die Freimaurer im Miriam Verlag, Jestetten.

 

[2]                 aus “Vom inneren Leben – Worte der ewigen Liebe von Johannes Fischedick XE "Fischedick"

[3]                 aus “Vom inneren Leben – Worte der ewigen Lieben von Johannes Fischedick XE "Fischedick"

[4]                 Die Zehn Gebote sind von Jakob Lorber XE "Jakob Lorber"  in seinem Werk “Die geistige Sonne” Bd. 2 in ausführlichster Weise erläutert worden. Im Folgenden beziehen wir uns auf diese geistige Betrachtungsweise und stellen sie der sexuellen gegenüber.   Siehe unter “Geistige Sonne, Bd.2” Kapitel 79 - 81

[5]          *  Durch den Glauben an die Reinkarnation XE "Reinkarnation"  ist der Buddhismus XE "Buddhismus"  westl. Prägung sehr stark mit dem UFO- Problem verbunden. Weitaus stärker jedenfalls als das Christentum.

 

[6]

 

Emanuel Swedenborg in Himmel & Hölle, Seite 161 ff

[7]                 das erinnert auch an die Eigenschaften, die man den UFOs zuschreibt

[8]                 siehe dazu auch unter www. Bunkhale.de, sowie Schriften von R. Hoff, Bad Münstereifel, Kundgabe 13.09.2001 und 01.02.2002

[9]                 siehe u.a. bei G.W. Surya;  Paracelsus – richtig gesehen vom Rohm Verlag

[10]                siehe dazu das Kapitel über den Satanismus

[11]                das werden wir später noch ausführlicher behandeln

 

[12]                der Liebende sieht den Raum rosarot, d.h. in hoffnungsfroher Hinsicht

 

[13]                laut Ernst Meckelburg in Jenseits der Ewigkeit

[14]                siehe dazu auch die “Endzeitprophetin” Bertha Dudde XE "Dudde" , die in ihren umfangreichen Werken auf die extreme Gefährlichkeit dieser Experimente hinweist. (“Experimente der Wissenschaftler rufen eine Katastrophe hervor, die der Mensch nicht mehr beenden kann...”) Kundgabe 3950, 4731, 6081, 8624

[15]                Bertha Dudde XE "Dudde" : So wird es kommen! Siehe S. 40 Kap. Zerstörung der Erde ist Folge von Experimenten

[16]                negativ nur immer im Sinne der Polarität, wobei der positive innen und der negative außen ist. Der negative Pol ist die äußere Materie und der positive Pol der innere Geist als diese Idee

[17]                zur Elektrizität kommen wir noch später

[18]                Walter Theimer – Handbuch naturwissenschaftlicher Grundbegriffe, Seite 450 ff, DTV Verlag

[19]             vergl. gegenwärtige UFO-Literatur, z.B. Sternensaat - galaktisches Erbe der Menschheit; Besucher von Innen - Lyssa Royal XE "Lyssa Royal" /Keith Priest XE "Keith Priest" , G. Reichel Verlag