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Teil 2  DIE SEELE INNERHALB DES MENSCHEN

 

              4.0          DIE FUNKTION DER SEELE

 

 

Erinnern wir uns noch mal, was wir im Kap. 3.1 herausgearbeitet haben. Die Seele ist also ein geistiges Bild des Menschen, welches den Körper als ihr Werkzeug gebraucht, um in unserer körperlichen Welt agieren zu können. Der Körper ist das Schlachtfeld   zwischen Gott und Satan. Gewinnt Gott, dann wird die Seele noch geistiger und stärker, gewinnt Satan, dann triumphieren körperliche Triebe und Leidenschaften, dann gibt es Einsamkeit und Verzweiflung, Tod. Nur die Seele kann sich zu Gott hin bewegen, wenn sie es sich gefallen läßt, Jesus  zu lieben und das Gute und Wahre von ihm annimmt. Tun wir einmal so, als ob wir es nicht besser wüßten und fragen nochmals nach der Seele.

 

Was also ist die Seele? Hat man sie oder ist man eine? Kann man sie verpfänden, verlieren oder sonst wie verunstalten? Nochmals eine kurze Wiederholung dazu.

 

Zuerst einmal hat man einen sichtbaren Körper. Dieser wird mittels Prozesse am Leben erhalten, die man teils erklären, andernteils aber nicht erklären kann. Was man weiß ist, daß dieser Körper durch ein Nerven- und Hormonsystem gesteuert wird. Psychiater reden heutzutage von der Psyche. Das Nervensystem verknüpft die grobe Materie des Körpers mit unserem Geist. In unserem Geist haben wir Gefühle und Gedanken. Diese Gefühle und Gedanken gehören also nicht dem Körper an. Dieser ist an und für sich tot, wird nur über die Nerven gesteuert. Die Nerven ihrerseits sind Werkzeuge des Geistes und steuern auch die Funktion des Hormonsystems, also der endokrinen Drüsen welchen den 7 Chakren entsprechen. Etwas wird bewußt gesteuert, das meiste verläuft jedoch unbewußt.

 

Wir haben demzufolge eine Dreigliederung:

 

a) Zuerst sichtbar unseren Körper. Dieser besteht aus grobmateriellem Stoff mit seinen innenliegenden Organen und seinen sichtbaren Sinneswerkzeugen.

 

b) Das Nervensystem, das mit seinen Impulsen Träger von Reizen ist, die wir als Gefühle und Gedanken empfinden, die alle Bereiche innerhalb des Gehirns und innerhalb des Körpers miteinander verbindet und die über den Hypothalamus mit dem Hormonsystem verbunden sind.

 

c) Der Geist, der die Koordinationseinheit und übergeordnete Instanz dieser Nervenimpulse ist. Ohne diesen Geist geht nichts. Ohne ihn gibt es keinen Willen, keinen Gedanken, kein Gefühl, gibt es nichts.

 

Soweit die Gliederung, die jeder für sich überprüfen kann. Wie paßt das aber nun mit der Seele zusammen? Der Körper kann nicht die Seele sein. Der Körper als Stoff ist tot, und verfault, wenn der belebende Geist dieser Person sich aus dem sterbenden Körper begibt. Kann der Geist die Seele sein? Er begibt sich beim Tode des Körpers aus diesem und kann weder zerstört-, noch sonst wie geschädigt werden. Geist bleibt Geist.

 

Nein, auch der "Geist" kann nicht die Seele sein. Die Seele ist zwar geistig, und damit auch unsterblich, aber trotzdem nicht der Geist selbst. Der Unterschied ist wirklich schwer zu definieren. Denn die Seele besteht ja erstens aus geistigem, und zweitens ist sie der Gradmesser  inwieweit sich der Geist der Seele bemächtigt hat.

 

Die Seele hängt als Kompositum zwischen dem Körper einerseits, sowie dem Geist andererseits. Bei Befolgung der richtigen Ordnung wird sie immer mehr Geistanteile (Photonen) in ihrem Seelenstoff integrieren, damit immer geistiger werden. Beim Gegenteil wird sie immer materieller (nimmt mehr Nervenäther auf) und empfindet den Druck des Fleisches immer schwerer. Krankheiten sind die Folge.

 

Die Seele besteht deshalb aus dem, was die Psychiater mit dem nichtssagendem Wort Psyche umschreiben, das zwar übersetzt ebenfalls Seele bedeutet, aber nicht in dem ursprünglichen Zusammenhang mit Gott. Dieser Zusammenhang wurde von Jesus  aufgezeigt. Aber kein Psychiater wird auf Jesus zurückkommen. Die Seele ist durch das Herz  mit dem Geist verbunden. In einer winzigen Region innerhalb des Herzens liegt der gesamte Antrieb zum Leben. Genau dies ist der Bezirk, der durch die Einhaltung der Gebote entwickelt werden muß. Hier in dieser winzigen Kammer liegt das Samenkorn von Gott, der von jedem durch praktische Anwendung entwickelt werden muß. Davon ist den Psychiatern noch nichts bekannt.

 

Die Psyche wird nur mit Nerven in Verbindung gebracht. Die Gesamtheit der Nerven bildet die Psyche. Die Seele dagegen wird nur mit den geistigen Trägerimpulsen dieser Nerven in Beziehung gesetzt. Weil diese Impulse den ganzen Körper durchziehen und nachbilden, so ist die Seele eben die feinstoffliche Nachbildung unseres Körpers. Aber die Seele hat auch einen Geist, der sie steuert, der letztlich über die Seele den gesamten Körper steuert. Geistimpulse steuern also die Seele. Welches ist aber nun das Instrument, was die Seele befähigt, mal mehr oder weniger Geist aufzunehmen? Wir ahnen es, es ist der freie Wille. Der freie Wille allein entscheidet, ob die Seelenstruktur stabil bleibt und sich noch verstärken kann, oder ob sie labil wird und sich dadurch allmählich zersetzt.

 

Bei Willensentscheidungen gegen die Direktiven unseres Schöpfers zersetzt sich die Seele allmählich. Der innere Zusammenhang, durch die Impulse getätigt, durch den Geist gesteuert, wird dann immer geringer. Die Struktur der Seele hängt also allein von unserem Willen ab. Er entscheidet über Liebe und Licht. Also haben wir einen Körper, der uns nicht gehört, der zeitlich begrenzt ist und uns als Mittel dient, unsere Seele zu tragen. Der Körper ist Mittel, aber nicht Zweck. Er soll der Seele dienen, sie aber nicht beherrschen. Der Körper ist gleichzeitig das Schutzobjekt, was uns Gott gegenüber verhüllt.

 

1. Der Körper verfinstert erstens durch die Dichtigkeit seiner Struktur die Wahrnehmungsfähigkeit unserer Seele. Dadurch schützt er uns vor Gott, und wir Menschen haben Zeit und Ruhe uns zu entwickeln.

 

2. Der Körper verschafft uns gleichzeitig das Betätigungsfeld, auf dem wir als Seele uns austoben, bzw. entwickeln sollen. Er ist der Anreiz, unseren Willen zu erproben. Er steht damit dem Geist konträr gegenüber. Unser Wille befindet sich genau zwischen diesen starken körperlichen Reizen, sowie der Sehnsucht  nach dem Geist von Gott, der Sehnsucht zum Paradies. Weil die körperlichen Reize stärker sind, müssen wir immer dagegen streben. Das erzeugt ein ständiges Ungleichgewicht, ein kontinuierlicher Kampf entsteht. Den Geist, den wir in unserer Seele integrieren sollen, um dafür andere, minderwertigere Seelenstoffe auszutauschen, diesen Geist haben wir ganz klar aus Gott. Von wem sonst, als von unserem Schöpfer könnte er denn auch stammen? Er ist das Samenkorn, von ihm bei unserer Geburt eingezeugt.

 

Unser Geist ist unsterblich, genau wie Gott. Unser Geist ist unendlich, genau wie Gott. Unser Geist ist wie Gott, weil er Gott selbst ist. Er ist uns von ihm geliehen. Damit im Zusammenhang können wir von einem geliehenen unendlichen geistigen Leben sprechen. Die Seele ist dann also das Vehikel, um diesen Geist von Gott tragen zu können, Ihn aufnehmen zu können, Ihn anwenden zu können. Gehen wir jetzt etwas mehr in die Tiefe und betrachten die Seele in Beziehung zum Schöpfer einerseits, sowie dessen Gegenspieler, Satan, andererseits, damit wir die Bedeutung unserer Seele ermessen können.

 

 

 

4.1 Die Bestandteile der menschlichen Seele und ihre Aufgabe

    

Im 7. Band des Großen Evangeliums (GEJ) wird darüber gesagt:

 

»Die Seele des Menschen ist eine rein ätherische Substanz, also - wenn du das fassen kannst - aus sehr vielen Lichtatomen  oder möglichst kleinsten Teilchen zu einer vollkommenen Menschenform zusammengesetzt durch die Weisheit und durch den allmächtigen Willen Gottes...« (GEJ 66,5)

 

Und etwas weiter heißt es: »Die Seele ist gewisserart durch die Kraft des Geistes wieder aufgelöste Materie, die in des Geistes eigene Urform, durch seine Kraft genötigt, übergeht und sodann, mit ihrem Geiste vereint, gleichsam seinen lichtätherisch-substantiellen Leib ausmacht, so wie die Seele aus der sie umgebenden Fleischmaterie, wenn diese völlig verwest und aufgelöst worden ist, sich durch ihren rein geistkräftigen Willen ihr einstiges Kleid formt und bildet.) (GEJ 6 66,7)

 

1.Die Seele besteht, wie schon herausgearbeitet, also aus Lichtatomen, die durch die göttliche Kraft zu einer Menschenform zusammengesetzt sind.

 

3.      Diese Seele stellt die Umkleidung des Geistes da, nachdem sie sich aus dem verweslichen Kleid zusammengeklaubt hat und wird so im Jenseits ebenso sichtbar, wie es hier im Diesseits mit dem Fleisch der Fall ist.

 

Was für einen Zweck hat nun die Seele, wozu dient sie? Im Lorberwerk gibt es darüber übergenügend zu finden und wohl dem, der sich dort auf die Suche macht. „Die Seele ist das Aufnahmeorgan für alle zahllos vielen Ideen des Urgrundes, aus dem sie wie ein Hauch hervorgegangen ist. Sie ist der Träger der Form, der Verhältnisse und der Handlungsweisen. All diese Ideen, Formen, Verhältnisse und Handlungsweisen sind in ihr in kleinsten Umhüllungen niedergelegt. « (Erde und Mond)

 

Also hat Gott seine Ideen in diese Formen eingelegt und somit ist die menschliche Seele das Aufnahmeorgan für das göttliche Leben. Welche Ideen hat aber Gott unseren Seelen eingelegt? Auch das finden wir mit den Geboten übergenügend beschrieben. Wer sie ausführlich und in der göttlichen Wahrheit kennenlernen will, so wie sie uns von Jesus gegeben sind, der befasse sich mit dem zweibändigen Werk von J. Lorber – Die geistige Sonne.

 

 

4.2   Der Fall der Seele

 

   Im Lorberwerk erfahren wir, daß alle Materie und sämtliche Seelenspezifika aus einer einzigen Urseele stammen, nämlich der des erstgeschaffenen Urgeistes Luzifer  : dieser ist aber gefallen, so daß die gesamte Materiewelt eigentlich nichts anderes als eben diese fleischlich verdichtete Seele Luzifers darstellt. So heißt es in "Erde und Mond ":

 

»Wir sagten aber oben, daß die ganze gefestete Erde eine Seele des Satans ist; ja, nicht nur die Erde allein, sondern auch alle anderen zahllosen übrigen Weltkörper sind gestaltet aus dieser einen Seele, welche eben in diesen Weltkörpern  schon in zahllose Kompendien geteilt wurde.« (Erde Mond  53 S. 151)

 

Als Luzifer sich also gegen das Göttliche empörte, da wurde seine ganze Seelensubstanz in das grobmaterielle gesät und wo vorher alle Atome der seelischen Substanz einem Geist, dem luziferischen Geist untertan gewesen ist, so wurde durch diesen luziferischen Hochmut dann die Verbindung zu seiner gesamten Seele geteilt und nur sein Ichzentrum, also nur der reine Geist Luzifers wurde im festen und hartnäckigsten Teil dieser nun daraus gebildeten Materie verbannt: der Erde.

 

Also ist die Seele teilbar und somit kann die gesamte luziferische Urseele wieder in ihre einzelnen Seelenatome aufgespalten werden und kann letztlich in neu gestalteten Menschenseelen wieder neu erstehen. Bei der Zeugung der Kinder bekommen diese von ihren Eltern deshalb ähnliche Eigenschaften, weil gewisse Seelenspezifika von den Eltern auf die Kinder übertragen werden. Aber von den Eltern stammt nicht alles, sondern die Kinder haben ja ihrerseits auch wieder ihre eigene Geschichte und Herkunft. Aber allen menschlichen Seelen hier auf dieser Erde ist gemein, daß sie die Ur-Information vom ersten, sich ihres freien Willens bewußten Menschenpaar, von Adam und Eva erhalten haben und somit wurde die „Erbsünde“ auch allen anderen Seelen hier auf der Erde „eingeimpft.“

 

 

4.3 Unterschied zwischen Seele und Geist

 

Seele ist nicht gleich Geist und Geist ist auch nicht gleich dem göttlichen Geist und von daher muß man Obacht geben, diese Begriffe nicht zu verwechseln. Schauen wir einmal auf den Geist im Körper, der im Allgemeinen mit dem Geist der Nerven, den energetischen Zustand der Nerven bezeichnet wird und hier noch genauer als der Nervengeist charakterisiert wird:

 

»Der Leib besitzt nun noch einen ganz eigentümlichen Nervengeist , welcher fürs erste höchst verwandt ist mit dem magnetischen Fluidum, fürs zweite aber ebenso innigst mit der Seele, welche eben durch diesen Nervengeist mit dem Leibe zusammenhängt und mit demselben korrespondiert.« (EM 5, S. 244) Zusammengesetzt ist dieser Nervengeist  aus verschiedenen Spezifika, die das neugeborene Kind  mit der Atemluft aufnimmt und zur Bildung desselben wie auch zur Kräftigung der Seele gebraucht. (EM 51,S. 146)

 

Wenn der Mensch stirbt, so trennt sich eben durch den besagten Sterbenvorgang, die Seele von ihrem Körper und erst, wenn dieser obige Nervengeist ganz in die Seele aufgenommen ist, ist der Sterbevorgang vollendet und der Tod ist eingetreten. Im Herzen sammelt sich also dieser Nervengeist während des Sterbeprozesses.

 

 

4.4 Seele und Körper

 

»Die in einem Lebe wohnende Seele aber ist natürlich anfangs um nicht viel reiner als ihr Leib, weil sie auch der unreinen Urseele des gefallenen Satans entstammt. Der Leib ist für die noch unlautere Seele eigentlich nichts als eine höchst weise und übergut und zweckmäßig eingerichtete Läuterungsmaschine  . « (GEJ II 210,3)

 

Während des besagten irdischen Lebens soll sich die Seele, d.h. also der betreffende Mensch hinsichtlich seines satanischen Eigensinns (der Gottvergessenheit) läutern, soll also in aller Demut an diesem satanischem Hochmut an sich arbeiten und hat dazu vom Schöpfer eigens die 10 Gebote und darüber hinaus auch noch die zwei Liebesgebote bekommen:

 

Liebe Mich über alles, aber den Nächsten wie dich selbst!

 

Diese Gebote sind also die Handlungsanweisungen, wie die Seele sich ihrer Aufgabe hier auf dieser Erde erfolgreich entledigt. Damit die Seele allerdings auch ein Medium hat, mit welchem sie hier in dieser materiell gefallenen Welt wirken kann, so erhält sie also den fleischlichen Körper wie ein Werkzeug, ein notdürftiges Werkzeug der Seele.

 

Die Seele steht also zwischen zwei Bedingungen:

 

  1. Die erste Bedingung, um ihre Aufgabe zu erfüllen, sind die rein geistig gegebenen 10 Gebote und zusätzlich als gebotene Direktive die zwei Liebesgebote.

  2. Die zweite Bedingung ist, daß sie einen Körper als notwendiges Werkzeug erhält, an welchem die Durchführung der Gebote ersichtlich ist und wird.

 

   Über den Nervengeist steht die Seele mit dem Körper in der notwendigen Verbindung, damit dieser Körper als ausführendes Organ der Seele auch tatsächlich dienen kann, während der eigentlich als Geist anzusprechende göttliche Geist als ein Funke Gottes in das Herz der menschlichen Seele eingelegt wird. Also steht die Seele zwischen dem göttlichen Prinzip der Liebe und Nächstenliebe und dem körperlichen Prinzip des Genusses, denn aus dem körperlichen Fleisch leiten sich ja alle Genüsse ab.

 

Der göttliche Funke wird allein durch die Liebe und Nächstenliebe genährt, er wächst, durchdringt die Seele ganz und gar und damit erkennt sich die Seele dann immer mehr selbst als göttlichen Ursprungs. Die Freiheit der Seele und die Gesundheit derselben wird also nur durch die Qualität des göttlichen Funkens gewährleistet, der im Herzen der Seele eingelegt, dann die ganze Seele durchdringen kann und diese Durchdringung mit dem göttlichen Geist kann man aus der Befolgung, der freiwilligen Befolgung der Gebote ableiten. Der Wille der Seele bleibt immer frei. Will sie etwas, so ist es gut, will sie nichts, so ist es auch gut, denn der göttliche Geist drängt sich von sich niemals der Seele auf, denn das widerspräche der göttlichen Liebe.

 

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