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3.5.5  Die Filterungsfunktion des Verstandes

 

Das Wort, von Gott, aus dem Herzen stammend, ist rein himmlischen Ursprungs. Es muß für uns Menschen verpackt werden. Es muß mit einer Hülle versehen zu uns hingetragen werden. Diese Hülle, der Klang wird durchs Ohr aufgenommen, dort, bzw. im Gehirn ausgepackt und muß weiter zum Herzen geführt werden.

 

Erst im Herzen entfaltet es seine ganze Bedeutung und Kraft und fließt zum Verstand weiter, der Wege und Mittel der Umsetzung finden soll.

 

Ist das Herz  verhärtet, dann bleiben die Worte auf das Gehirn beschränkt. Ein Herz kann aber nur verhärten, wenn die Feuchtigkeit des Gefühls vom Verstand herausgefiltert wird. Die Feuchtigkeit des Gefühls ist dabei jener Anteil, der nicht vom Verstande aus nachvollzogen werden kann. Es sind dies Aspekte der Nächstenliebe, der Gottesliebe. Also vorwiegend Aspekte, in denen der Verstand keinen Nutzen sieht, deren Erfüllung er eben nicht sehen kann. Es sind demütige Charakterzüge, die dem Verstand überhaupt nicht einleuchten.

 

So wie das Wasser jede vorgegebene Form demütig ausfüllt, sich als einzige Flüssigkeit mit fast allem vermischt, immer bestrebt ist, dem tiefsten Punkt zu erreichen um am Ende alles zu nivellieren, alles zu überwinden, genauso demütig kann der Verstand niemals empfinden. Es widerstrebt ihm einfach aufgrund seines Hoheitsgefühls [11].

 

Dieses Hoheitsgefühl  entsteht aus der richtigen Erkenntnis, daß der Mensch als solcher unsterblich ist, weil er eine unsterbliche Seele hat. In diesem Gefühl fühlt sich der Verstand gottgleich, er fühlt sich erhaben, obwohl er sein Hoheitsgefühl niemals begründen könnte. Versucht er jedoch dieses unsterbliche Hoheitsgefühl zu ergründen, dann stößt er auf die für ihn unhaltbare Situation, daß er das Gegenteil erkennen muß. Der Verstand muß akzeptieren, wie sein Leben von Faktoren abhängt, die er nicht beeinflussen kann. Er sieht, wie er trotz seines Hoheitsgefühls von Tod und Vergänglichkeit umgeben ist. In dieser Lage sollte er demütig werden und erkennen, wie er von Gott als seinem Schöpfer abhängt. Der Verstand sieht den ihn umgebenden Tod und fängt dann an zu hadern oder sich die Sicherheiten des ewigen Lebens erkaufen zu wollen, während das Gefühl im Herzen einen sagt, das man tatsächlich ewig in Gott leben wird.

 

Der Verstand befindet sich in einer Zwickmühle  . Aus dieser kann er nur durch sein Demutsgefühl herauskommen. Das Demutsgefühl sitzt im Herzen und weiß, daß Gott als unser Vater und unsere Liebe, uns niemals vernichten würde. Deshalb hat das Demutsgefühl ein unbegrenztes Vertrauen zu Gott und kann den heimlichen Groll des Verstandes gegen eine Abhängigkeit von Gott auch überwinden.

 

Der Verstand will frei und unabhängig sein. Als gottgleich stößt er sich somit von Gott ab und wird zum Gegenpol, er wird luziferisch. Dadurch trennt er sich aber immer weiter von Gott, er trennt sich immer weiter von seinem Leben. Das Demutsgefühl muß aus diesem Grunde stärker sein als das Hoheitsgefühl  . Es muß das Hoheitsgefühl erweichen, um es wieder zu Gott zurückzuführen. Das ist auch die Aufgabe der Priester, das ist die Aufgabe der Religion. Sie sollen das Hoheitsgefühl des Verstandes, der sich von allem trennt, wieder zu Gott zurückführen. Also müssen die Priester zuerst demütig sein! Aber sie müssen auch, wie schon herausgearbeitet, auch geduldig sein, denn die wirkende Kraft der Barmherzigkeit Gottes, die sie als Seine Stellvertreter überkommt, resultiert aus der Demut und der Geduld. Die Geduld ist der Vater der Barmherzigkeit und die Demut quasi deren Mutter.

 

Dem Verstande widerstrebt es, sich mit allem verbunden zu fühlen, sieht er doch überall nur Getrenntes. Erst die Sehnsucht  kann diese Tendenz der Betrachtung überwinden. Darum führt die Sehnsucht zur Demut zurück, weil diese erst wieder alles mit allem verbindet.

 

Erkennt der Verstand dann endlich, wie die demütige Liebe alles mit dem Geliebten teilt und sich ihm sogar selbst darbringt, sich opfert, (Jesus  am Kreuz) das höchste Opfer ihm darbietet, dann erst kann der Verstand selig werden, weil er in der Einheit mit seiner Liebe ist. Liebe und Weisheit haben sich getroffen und in einer harmonischen Ehe miteinander verbunden.

 

Bleibt der Verstand hingegen unbeugsam, bleibt er herrisch und schwelgt weiter in seinem Hoheitsgefühl , dann versetzt er sich ja in eine immer stärkere Vereinsamung, die bald darauf in Verzweiflung endet. Er filtert dann die Demut aus, er filtert somit das Leben aus.

 

Diese obengenannten Differenzen wurden von der Priesterschaft nicht beigelegt. Im Wort "Schaft" steckt eigentlich auch der Grund dazu. Das Wort "Schaft" bezeichnet eine Hülle, die einmal den Kern vor dem Außen schützt, die aber auch das Außen vor der Schärfe des Kerns schützt. Dann, wenn der Kern wie hier zu hoheitsvoll, und damit auch schon messerscharf geworden ist.

 

Dann, wenn die Priesterschaft versagte, dann traten natürlich sofort falsche Propheten auf, die den Richtigen das Wort Gottes streitig machten. Aber das hängt wie gesagt, mit dem Versagen der Priesterschaft zusammen. Denn eine intakte Priesterschaft verfügt über genügend Mittel, um die falschen Propheten zu erkennen. Einige Fragen wären z.B.:

 

-          berufen sie sich auch auf Jesus , als den Sohn Gottes und damit auf dessen Erlöserfunktion, oder stellen sie Ihn nur verkürzt dar und lassen den Erlöser weg?

 

-        nehmen sie Geld, bzw. Geschenke an?

 

-        verweilen sie länger an einem Ort des Ruhmes wegen?

 

-        lassen sie sich verherrlichen, statt Gott die Ehre zu geben?

          

Wenn nur eine von diesen Fragen mit Ja beantwortet werden kann, dann sind es falsche Propheten. An den Früchten kann man sie erkennen, heißt es denn auch. Aber der zentrale Punkt ist der erste, denn wer die Erlöserfunktion von Jesus unterschlägt, der handelt eindeutig im Namen des Gegners, denn er betrügt die Menschen um die Kraft des wiederauferstandenen Jesus, betrügt sie um die Überwinderkraft von Jesus Christus, das ja das zentrale Element auf dem Wege zur geistigen Wiedergeburt darstellt.

 

Wie wir in Kap. 3.4 schon gesehen haben, gibt es beträchtliche Unterschiede zwischen Medien (falschen Propheten) und den wahren Propheten, weshalb wir uns hier nicht unnötig wiederholen wollen. Aber zur Erinnerung:

 

Ein wesentliches Kriterium um falsche Propheten ausfindig zu machen stammt dabei von Johannes  aus seinem 1. Brief. Darin heißt es:

 

»Daran sollt ihr den Geist Gottes erkennen: ein jeglicher Geist, der da bekennt, daß Jesus   Christus ist in das Fleisch gekommen, um uns von den Sünden zu erlösen,

 

(dieser fettgedruckte Nebensatz ist in einigen Übersetzungen leider verschwunden, hat jedoch eine ungeheure Brisanz für die Zukunft, denn: Wenn man akzeptiert, daß Jesus gekommen war, um uns von den Sünden zu erlösen, um uns den Weg in den Himmel freizumachen, dann braucht ja später kein Pseudo-Jesus, kein falscher Prophet mehr aufzutreten und zu sagen, er müsse uns erlösen. Damit würde er Jesus verwerfen. Andererseits kann dieser Nebensatz auch herhalten, um unser Wohlleben zu bestätigen, indem man sagt: was soll´s, was kann uns denn schon passieren, Jesus hat uns doch schon erlöst.     Das ist wohl wahr, gilt aber nur für diejenigen, welche diese Erlösung auch akzeptieren, sie also auch freiwillig annehmen. Wer von Jesus nichts wissen will, der bleibt natürlich in seinem alten Sündengewand.)

der ist von Gott; und ein jeglicher Geist, der da nicht bekennt, daß Jesus Christus ist in das Fleisch gekommen, der ist nicht von Gott.«(1.Joh.4,2-3)

 

Wie Gerd Kujoth  in der Zeitschrift "Das Wort 11/12-96, Seite 366 ausführt, bezeugt Johannes   hier ganz klar, daß Jesus  der ins Fleisch zu uns Menschen gekommene Gott ist, denn das Wort war Gott. (siehe Kap. Propheten)

 

(Kujoth )"Johannes   bringt somit zum Ausdruck, daß jeder Geist, der bekennt, daß Jesus   Christus der ins Fleisch gekommene "Ewig-Vater" und daß Gott Mensch geworden ist, von Gott ist und gibt uns dieses Bekenntnis als ein Unterscheidungsmerkmal einer göttlichen Offenbarung  . In den Offenbarungsschriften Swedenborgs, Lorbers, Mayerhofers und noch einiger anderer kommt das ganz klar zum Ausdruck. In vielen Geisterkundgebungen dagegen ist Jesus, wenn auch ein herausragender, aber dennoch nicht mehr als nur ein Mensch. Er ist in ihnen ein Meister oder ein ins Fleisch gekommener Engel oder der erstgeschaffene, höchste Engel oder der Gottessohn, aber nicht Gott Selbst."

 

Vollständigkeitshalber müssen wir Kujoths Gedanken noch zu Ende führen, denn das jenseitige Reich ist doch noch schlauer, was die Camouflage mit Jesus angeht.

 

Ein negativer Geist wird sich entgegen Kujoths Angaben nicht scheuen zu bekennen, daß Jesus Christus ist in das Fleisch gekommen (Luthers Übersetzung). Wieso auch, denn das weiß ja fast jedermann. Aber, wie z.B. Wolfgang Kühner, einer der Herausgeber der Bertha Dudde- Schriften in seinem Vorwort zum Heftchen “Falsche Propheten” von Bertha Dudde ausführt, hat Martin Luther diese Stelle nicht präzise genug übersetzt. Kühner weiter:

 

In der von Hermann Menge übersetzten Bibel steht oben erwähnte Textstelle folgendermaßen: “Jeder Geist, der da bekennt, daß Jesus der im Fleisch gekommene Christus (oder Messias, Erlöser) ist, der ist von Gott.” Hier kommen wir der Wahrheit näher, denn hier wird nicht nur gesagt, daß Jesus im Fleisch gekommen ist, sondern dass Er aus einem bestimmten Grund gekommen ist – nämlich zu unserer Erlösung.

 

Jeder echte Prophet wird immer klar bekennen, dass Christus unser Erlöser ist – und daß es außer Ihm keine Erlösung gibt. Das aber werden die falschen Propheten nie bekennen, sondern sie werden immer nur um das Wichtigste drum herumreden, um uns zu täuschen. – Aber ohne Klarheit findet keiner die Wahrheit, die uns nur Jesus Christus geben kann, was Er auch in vorliegender Schrift tut.

 

Zur Verdeutlichung dieses Tatbestandes hören wir einmal in das zitierte Heftchen der “Endzeitprophetin” hinein.[12]

 

B.D. Nr. 8337

Ich will allerorten mein Wort hinleiten, Ich will, daß alle Menschen Kenntnis nehmen, und führe euch auch alle in den Weg, denen ihr Mein Wort vermitteln sollet. Ich gieße meinen Geist aus über alles Fleisch und erwähle Mir allerorten die rechten Gefäße, die Ich gedanklich oder auch durch das innere Wort belehren kann, weil es notwendig ist, daß die Menschen wissen um Meinen Willen und um ihre Erdenaufgabe.

 

Und so bin Ich überall am Wirken, weil die letzte Zeit vor dem Ende ungewöhnliche Hilfeleistung erfordert. Und immer wieder sage Ich euch, daß ich direkt oder indirekt euch anspreche durch meine Lichtboten, die von Mir Mein Wort empfangen und es weitergeben an euch, die ihr den Geistesstrom einfließen lasset in euch. In letzterem Falle wird Mein Wort als von Mir diesen Lichtboten gegeben auch erkenntlich sein an der Form des Wortes.... Doch immer wird es reine Wahrheit sein aus Mir, weil die Lichtboten nur Meinen Willen erfüllen und nichts anderes als Wahrheit euch vermitteln werden, die ihr die Wahrheit ernstlich begehret.

 

Dennoch sollet ihr stets prüfen und immer dessen eingedenk sein, daß sich auch Mein Gegner in der letzten Zeit äußern will, daß er sich ausgeben wird als Engel des Lichtes....ihr sollet immer dessen eingedenk sein, daß Ich euch gewarnt habe vor falschen Christusse und falschen Propheten....Denn auch diese treiben ihr Unwesen auf der Erde und wollen die Menschen verwirren. Und immer werdet ihr diese Prüfung durchführen können unter Anrufen Meines Beistandes und unter Beachtung Meines Wortes: daß jeder Geist, der bekennet, daß Jesus Christus ist in das Fleisch gekommen, auch als von Mir dazu berufen angesehen werden kann...

 

Es muß aber dabei immer beachtet werden, daß euch über diese Einzeugung im Fleisch Aufschluß gegeben werden muß... Denn es kann auch ein Ungeist, um euch zu täuschen, gleiche Worte gebrauchen, die ihm wohl bekannt sind, doch zu einer Erklärung ist er nicht fähig. Ebenso können sich auch unreife Geister, die noch nicht im Licht stehen, aber keine schlechten Absichten haben, äußern wollen, und sie geben nun das wieder, was ihnen bekannt ist aus dem Erdenleben. Diese sind als lehrende Kräfte nicht anzuerkennen...

 

Und wieder ist die Einstellung des Empfangenden ausschlaggebend, ob sich solche unreife Wesen äußern können oder durch den ernsten Willen zur Wahrheit gehindert werden an ihren Absichten. Wie auf Erden es Prediger gibt, die nur das zum Inhalt ihrer Predigten nehmen, was ihnen bekannt ist, ohne aber vom Geist erleuchtet zu sein...und dennoch nicht schlecht zu sein brauchen... so auch äußern sich jenseitige Wesen, die auch auf Erden dieses Amt versehen haben, und sie setzen nun im Jenseits ihre Belehrungen fort. Und solange sie sich als jenseitige Lehrer ausgeben, werden sie angehört oder abgelehnt...je nach der Reife des Menschen, den sie zu belehren suchen.

 

Da diese jenseitigen Wesen es selbst nicht wissen, daß Gott und Jesus eins ist, sondern immer nur den “Menschen” in Jesus sehen, der Sich vollendet hatte auf Erden... sie aber auch nicht wissen, was unter dieser “Vollendung” zu verstehen ist... bedienen sie sich Seines Menschen-Namens, um ihre Belehrungen glaubhaft zu machen... Denn die volle Erkenntnis dieser großen Sünde fehlt ihnen, ansonsten sie diese wahrlich nicht begehen würden... Denn immer noch haben sie die Absicht, die Menschen dem “Himmelreich” zuzuführen, wie sie es auf Erden tun wollten mit ihrer Tätigkeit als Prediger.... Darum werden auch ihre Berichte aus dem geistigen Reich auf die Menschen den Eindruck machen, einwandfreien Geistes zu sein, stammend aus höheren Sphären...

 

Der geistig Geweckte aber spürt es, daß nicht Ich der Quell jenes Geistesgutes bin und sein kann, weil Meine Gottheit in Jesus nicht klar herausgestellt wird, Diese aber stets durch Mein Wort euch verständlich gemacht werden soll, weil erst dann das Erlösungswerk Jesu Christ verstanden und anerkannt wird, wenn ihr Menschen darüber wahrheitsgemäß Aufschluß erhaltet.

 

Es kann euch nicht genug der Hinweis zugehen, euch ständig innig mit Mir zu verbinden und im Geist und in der Wahrheit mit Mir zu beten, auf daß alles ausgeschaltet werde, was irrig oder unverständlich für euch ist, was eurer Seele keinen Nutzen, sondern eher Schaden einträgt.... Denn es ist Mein Gegner eifrig bemüht, überall durch Schatten das Licht zu verdunkeln, das dort hell leuchtet, wo der Wille zur Wahrheit vorherrscht und wo er selbst daher die Menschen nicht irreführen kann.... Doch wo ihr im unklaren seid, fraget Mich, und Ich will euch stets Licht schenken und immer wieder euch den Beweis Meiner Liebe erbringen, die euch alle zum Licht führen will, auf daß ihr selig werden könnet... Amen.  (16.2.1958)

 

Hier sagt unser Schöpfer u. a. ganz präzise, daß es also nicht reicht, wenn man Ihn nur als im Fleisch eingezeugt erkennt, sondern man muß, wenn man sich auf Ihn beruft, dann auch von Seiner Erlösungsfunktion wissen. Ein Umstand, den falsche Propheten nicht wahrhaben wollen. Leider ist es auch gerade unter den Anhängern von Lorber nicht bekannt und deshalb sind viele aus diesen Kreisen nicht in der Lage z.B. Bertha Dudde oder auch H.B. (die Kundgaben aus dem R. Hoff Verlag) als von Jesus gegeben anzunehmen. Aber die Liebe zu Jesus, die im gelebten Leben und nicht im theoretischen Betrachten liegt, hat mit der Annahme der genannten Propheten keine Schwierigkeiten und weiß sehr wohl das Falsche zu trennen.

 

Nun gibt es allerdings weder im Heidentum , noch in den östlichen Religionssystemen Propheten. Die Propheten kamen damals nur unter dem Judentum  vor, später durch Mohammed auch im Islam. Wenn man die Geschichte der Bibel  konsequent verfolgt, dann erkennt man sofort, wie sich wie ein roter Faden Gottestreue mit Gottesvergessenheit abwechselt. Die Propheten wurden in bestimmten Perioden geachtet, in den meisten jedoch nicht.

 

So wurden die letzten Propheten teils gesteinigt, teils auch auf andere Weise ums Leben gebracht. Das Wort und der Wille Gottes hatte somit keine Verbindung mehr mit den Menschen. Die Priesterschaft wurde dem Geiste Gottes abtrünnig und mit ihr die Menschen.

 

Zur Zeit von Sodom   und Gomorrha  , zur Zeit der Sündflut  , die Gefangennahme durch die Ägypter  etc. überall treffen wir auf Zeiten, in denen zwischen den Propheten und der Priesterschaft keine Verbindung herrschte. Erst durch Moses   und Aaron   kam sie wieder für einige Zeit in Gang. Die Verbindung zwischen Ohr und Mund wurde für einige Zeit wirksam und wirkte deshalb auch handelnd auf die Menschen ein. Meistens jedoch blieb sie blockiert.

 

Zu sagen, Gott hätte die Juden in diesen Katastrophenzeiten bestraft, ist natürlich falsch. Gott hat eine bestimmte Ordnung aufgestellt. Handeln nach dieser Ordnung ist durch Ihn sanktioniert, Handeln aber dagegen muß automatisch Konsequenzen heraufbeschwören. Es sind deshalb immer die Menschen, die ihren Gott verraten und nie umgekehrt. Im Gegenteil, Gott rief immer wieder Propheten ins Leben, um die verdorbene Menschheit zu warnen, sie abhalten wollte von ihren widernatürlichen Handlungen. Aber es war meist vergebens.

 

Außer im Falle des Propheten Jona , der den baldigen Untergang der Stadt Ninive   prophezeite, der jedoch nicht eintrat. Warum? Weil sich die Stadt schnell auf Seine Worte besann und einhielt in ihrem unsinnigem Treiben. So liegt eben die Vollziehung irgendwelcher Strafen nicht in Gottes Händen, sondern allein in der Hand des einzelnen Menschen.

 

 

 3.6     Der historische Messias

 

Aber gerade um die Zeitenwende herrschte überall in diesem Brennpunkt der Menschheit eine große Verwirrung. Alte Reiche wurden zerschlagen. Die Phönizier   waren nicht mehr, die Griechen hatten ihren Höhepunkt überschritten, die Perser   ebenfalls. Die Ägypter   hatten sich schon längst verabschiedet.

 

Den damaligen Juden allein oblag es, die Völker zu Ruhe und Frieden zu führen. Aber das wäre nur gelungen, wenn sich die Verbindung zwischen den Propheten und der Priesterschaft nicht entzweit hätte. Weil sich die Priesterschaft in ihrem Wahn verstieg, als auserwähltes Volk über all die anderen Völkerschaften zu herrschen, vergaß sie die Anweisungen Gottes und wurde stattdessen von den Heiden regiert. Die Römer als neu aufgetauchte Macht hatten das Sagen.

 

Die Rolle der Propheten hatte also ausgespielt, weil sie von den Priestern geleugnet wurden.

 

Johannes  der Täufer , der Sohn des Hohenpriesters Zacharias   und der Elisabeth war eine völlig neue Erscheinung, weil er nicht zu den Menschen ging, sondern sich in die Wüste begab. Die Menschen mußten sich schon selbst zu ihm hinbegeben. Also sah es damals mit der Beziehung Mensch und Gott genauso wüst aus. Johannes hatte eine sehr große Wortgewalt und ihm oblag es, in diesen chaotischen Wirren zwischen vier großen Völkerschaften, den Römern, Griechen, Juden, Ägypter  Ordnung zu bringen., indem er auf die Wege des Herrn verwies und die damaligen Ungerechtigkeiten anprangerte. Die Ordnung war allerdings in den betreffenden Ländern wie Rom , Ägypten  und Griechenland durch ihre jeweiligen Göttersysteme vorhanden. Rom war jung und dynamisch und hatte auch ebensolche kraftvollen Götter . Griechenland war dafür das genaue Gegenteil. Seine Götter waren alt und kraftlos. Dafür bestimmte immer mehr das geheimnisvolle Fatum das Schicksal. Genauso wurde dieser Glauben durch die verschiedensten Philosophen reflektiert. Homer mit der Schaffung der kraftvollen Göttergeschichten der Illias ganz am Anfang vor ca. 800 vor Chr. dann kam Plato 427 vor Chr. im Höhepunkt des griechischen Reiches.  Nach Sokrates  477 bis 399  begann schon der Untergang, der sich bei Aristoteles  384 bis 322 ankündigte, weshalb dann das kurze Intermezzo des Alexanders des Großen begann. Kurz bevor Jesus   erschien, lag Griechenland schon in einer religiösen Agonie.

 

Das Orakel   von Delphi   war das Symbol und die letzte Konsequenz in diesem fatalistischen Untergangsbestreben. Die Orakelsprüche beruhten hier nicht mehr auf die Gabe der Weissagung, der Prophetie, wie allgemein angenommen. Nein, sie waren vielmehr ein Meisterstück griechischer Dialektik.

 

Ein kleines Beispiel soll das verdeutlichen. ( aus dem Evangelium Johannes Band,GEJ.01_187,15).

 

Ein Jude, der nicht weiß, ob er eine bestimmte Frau ehelichen soll, macht sich auf den Weg zum Orakel  nach Delphi. Dort bekommt er folgende Antwort auf seine Frage, ob er mit dem betreffendem Weibe glücklich werden würde:

 

1."Glücklich werden wirst du, nicht aber unglücklich sein"

 

Wir sehen, daß nur allein das Satzzeichen über die Aussage dieses Satzes entscheidet. Würden wir das Komma ein wenig verrücken, was sich allerdings nur schriftlich tun läßt, dann erhalten wir die gegenteilige Aussage.

 

2."Glücklich werden wirst du nicht, aber unglücklich sein"

 

Mit solch einer formulierten Antwort, wird dem Fragesteller allein die Deutung überlassen. Ist er positiv eingestellt, dann wird er die Frage nach dem ersten Fall verstehen. Ist er aber pessimistisch betreffend seines Glückes, dann interpretiert er die Antwort gemäß Fall Zwei. Keine Spur von Wahrsagung, keine Spur von einem moralisch-sozialen System. Der fragende Mensch wurde mit seinen Zweifeln auf die allerschlaueste Art und Weise allein gelassen.

 

Auch in Ägypten  herrschte die Agonie in religiöser Hinsicht. Als Symbol der völligen Unklarheit in dieser Beziehung gilt das damalige Isis - Osiris  System. Keiner könne hinter dem Isisschleier blicken, hieß es denn auch. Die ägyptischen Priester ließen denn auch solch dicke Schleierwolken verlautbaren, daß das normale Volk überhaupt nichts verstand. Die ehemals mächtigen Pharaonen waren mit Kleopatras Selbstmord dahin.

 

Die Römer  waren die Herren. Trotz all der Agonie dieser Systeme, gab es in den betreffenden Ländern noch eine gewisse Ordnung. Nur nicht im damaligen Judenreich. Hier strömten von allen Seiten Griechen, Römer, Ägypter  herein. Dreisprachigkeit war fast die Pflicht unter den gebildeten Juden. Die Griechen traten als die Händler auf, die Römer als die Herren. Die Juden, denen das Land gehörte, hatten nichts außer der Genugtuung, daß demnächst die Rache in der Person eines Messias   kommen würde.

 

Das Wenige, was den armen Juden nicht die Römer  aus Gründen der Staatsräson   wegnahmen, nahmen ihnen mit Sicherheit die cleveren Griechen ab. Wenn es nicht die weltschlauen Griechen waren, dann war es mit Sicherheit der Pachtfürst Herodes, der seine Herrschaft von den Römern geliehen hatte. Wenn Herodes ihnen noch irgendetwas übrig ließ, dann kam der letzte Vollzug in Gestalt der eigenen Priester, die von Gott aus das Privileg besaßen, überall im Judenland umsonst herumzureisen, umsonst zu speisen und zu übernachten, von allen weltlichen Geschäften auch noch den zehnten Teil beanspruchen durften.

 

Unter solchen Voraussetzungen wundert es nicht, daß Zustände herrschten, in denen ein normaler Jude nicht mehr wußte, ob er Männlein oder Weiblein war.

 

Die Propheten ermordet, den Hohepriester Zacharias (Vater des Täufers)   ermordet, der die Priester zur Einkehr bewegen wollte. Von vagabundierenden Priesterscharen umzingelt war es für die Juden schwierig zu sagen, wer denn nun ihr eigentlicher Feind sei. Mit Sicherheit waren die Römer  verläßlicher, auch forderten sie vom Juden weit weniger an Tribut, an Steuern, wenn er sich zum römischen Staatsbürger umschreiben ließ. Der Exjude, nunmehriger Römer unterstand der römischen Gerichtsbarkeit und war deshalb gegen Übergriffe des Tempels als auch gegen Herodes  gefeit. Immer mehr Juden vollzogen diesen Schritt, denn ihren Gott Jehova brauchten sie deshalb nicht aufzugeben.

 

So war die damalige Situation sehr paradox. Die eigentlichen Feinde der Juden waren ihre eigenen Priester, die in ihrem Tempel zu Jerusalem   alle möglichen Tausch- und Kuhhandelsgeschäfte vollzogen. Nur ihrer eigentlichen Aufgabe, das innere Wort, von Propheten ausgesprochen, dem Volke zugänglich zu machen, kamen sie nicht nach. Ihr Ohr war dem Volke nicht geneigt, sondern es wandte sich nur ihm selbst zu. Das Ohr hörte nicht dem Mund zu und konnte deshalb den Händen nichts vermitteln. So wurden die Handlungen ziellos.

 

Insofern war die Besetzung der Judenprovinzen durch die Römer   kein weiterer Fakt der Verschlechterung. Samaria war schon vorher von Jerusalem   abgefallen, Galiläa war das Armenhaus und galt in Jerusalem nichts. In Judäa mit der Hauptstadt Jerusalem war die Bespitzelung enorm, die Intrigen meisterlich, das verfluchte Wasser, eine Mixtur aus dem Toten Meere, war ein sehr oft benutztes Mittel, um einen unliebsamen Gegner aus dem Leben zu befördern. Alles deutete darauf hin, daß das Judenland kräftig dabei war, sich selbst zu zerfleischen.

 

Aber dann kamen die Römer  und schafften wieder Ordnung, aber durch die Umtriebe des Tempels blieb es weiterhin unruhig. Viele Menschen warteten deshalb nur allzu sehnsüchtig auf den Messias, der ihnen endlich wieder in wohlverdiente Ruhe bringen sollte.

 

In diese chaotischen Zustände wurde nun Jesus  geboren. Sein Vater ein Zimmermann , seine leibliche Mutter eine vormalige Tempelschülerin, die im zarten Alter von 14 Jahren dem Josef   durch Los zuerteilt wurde.[13] Josef hatte zwar abgelehnt, weil schon im hohen Alter von fast 70 Jahren, aber der Tempel ließ sich keine Vorschriften machen. Josef mußte die Maria  zur Frau nehmen. Seine erste Frau, mit der er 4 Kinder gezeugt hatte, war inzwischen verstorben.

 

Das weitere ist bekannt. Maria  wurde jungfräulich schwanger. Es wurde ihr vom Engel gesagt, daß ihr Kind Jesus , der Erlöser, heißen sollte.

 

Maria  und Josef  stellten zur damaligen Zeit das reinste Menschenpaar dar, um zu gewährleisten, daß Jesus eine unverdorbene unbeschädigte Seele erhielt. In ihr sollte Gottes Geist wirken. Die Wundertaten sind bekannt. Die Geburt, die Flucht vor Herodes  nach Ägypten , etc. etc.

 

Das waren also die äußeren Umstände, in denen Jesus  hineingeboren wurde. Josef , sein Ziehvater war dem Berufe nach Zimmermann . Also erlernte Jesus ebenfalls diesen Beruf. Als Jesus dann mit seinem Wirken anfing, begab er sich zuerst in die Wüste zu Johannes, mit dem er verwandt war und ließ sich von ihm taufen.

 

Warum mußte er sich von Johannes taufen lassen und nicht umgekehrt?  Die Wüste bedeutet die Dürre innerhalb der Menschen Herzen, die sich wüst und leer gegenüber Gottes Liebe gemacht hatten, der Jordan bedeutete den fast schon vertrockneten Liebesfluß von Gott in diesen Herzen und Johannes bedeutete der alte Gottesfunken, der nur noch an seinem Ursprungsort wirken konnte. Johannes, der Jordan und die Wüste sind also das allerletzte innerhalb dieses Zeitabschnitts und bedeuten den tiefsten Fall dieser Juden. Als nun Jesus kam, hätte alles drei erneuert werden können. Die Priester hätten ihm glauben können, die Herzen der Menschen wären dadurch erneuert worden. Johannes hätte Jesus Liebe annehmen und ihn folgen können, aber er zweifelte noch. Jesus hingegen hatte sich ihm als auch dieser “wüsten” Menschheit in Liebe angenommen und ließ sich symbolisch von Johannes mit dem Wasser der Demut taufen und gab dafür den Menschen Seine Liebe.

 

Während also Johannes ihn wenigstens erkannte, ihm aber nicht folgte, verblieb er somit auf der Stufe des Alten, was nun mit Jesu Erscheinung hinfällig geworden war. Die meisten Menschen jedoch, bis auf wenige erkannten Jesus erst gar nicht und wollten und konnten ihm deshalb auch nicht folgen. Also blieb die Wüste wüst und leer, also starb, indem Johannes als das Symbol des Alten starb, mit ihm die Hoffnung auf die belebende Wirkung der Liebe Gottes. Dadurch konnte das Land nicht mehr ergrünen, weil die Menschen als die Träger dieser Liebe liebeleer bleiben wollten.

 

Für eine geistige Erneuerung und das vollständige Erblühen dieser Wüste hätte also nicht nur der Geist von Johannes Jesus erkennen und lieben müssen, sondern auch dessen Seele. Aber diese war zu schwach dazu, ebenso schwach waren die anderen Seelen der Juden, insbesondere jener der Pharisäer zu Jerusalem. Damit erblühte nun nicht nur diese Wüste nicht mehr, sondern darüber hinaus wurde das ganze andere Land zur Wüste.

 

Jesus wurde von Johannes getauft als das Sinnbild dafür, daß dieser letzte große Geistfunke der Wüste nicht mehr die Kraft hatte, zu ihm zu kommen, weil die Seele der Juden schon zu schwach war. Jesus als Gott selbst mußte darum zu den verhärteten Seelen kommen und sich wie ein Mensch gebären und gebärden. Zudem bedeutet die Beziehung Johannes zu Jesus auch folgende Entsprechung:

 

Johannes als letzter Geistbewahrer der Juden taufte Jesus, weil Jesus nicht als Geist Gottes, sondern als Menschensohn zu ihm kam, der erst nach der Kreuzigung zur Seele Gottes wurde. Denn dort am Anfang war er es noch nicht. Deshalb war Johannes der alte Geist Gottes, war der letzte der alten jüdischen Religion, die nicht mehr lebensfähig war und sich durch ihren Hochmut gleichsam selbst in die Wüste hineinfabriziert hatte. Dadurch erkannten sie Jesus nicht als ihren Messias. Wie wir aus den Schauungen von Max Seltmann (Max Seltmann – Köstliche Szenen- Lorber Verlag, Bietigheim ) wissen, erkannte auch Johannes der Täufer den Jesus nicht, weshalb er ihn auch schon vorher nicht begleiten wollte, obwohl zwei seiner Jünger ihn gleich erkannten und mit Jesus gingen. Symbolisch steht der Täufer also für das alte Judentum, dessen Seele schon zu schwach geworden war. Also mußte Jesus seinerseits zu den Juden, und damit auch zu Johannes kommen, damit eine neue Kontinuität zwischen dem alten, sich nun in der Wüste befindenden Glaubenskörper und der neu zu schaffenden Seele hergestellt wurde. Als Johannes den Jesus taufte, da erst ging diese Kontinuität zwischen altem Körper und neuer Seele, da erst ging dieser Geist Gottes von Johannes vollständig auf Jesus über. Der Täufer als der letzte der gottgläubigen Alten übergab mit dieser Taufe die Legitimität an den Neuen, so daß Jesus nun zum gesamten Erneuerer der Juden oder aber zu ihrem Eckstein werden konnte, an dem sie schließlich auch zerschellten. Als durch Salome das Haupt des Johannes gefordert wurde, da forderte die materielle Eigenliebe die Vorrangstellung über die geistige Liebe. Indem Johannes kopflos wurde, verloren die Juden ihr Herz, weil sie zu diesem Zeitpunkt ihr Herz im Kopf getragen hatten, während Jesus als das wahre Herz nicht von ihnen anerkannt wurde.

 

Hätte Jesus den Johannes mit Wasser getauft, so hätte er sich hier als Menschensohn über den Geist Gottes in Johannes gestellt und hätte damit auch die Kontinuität von alt nach neu verworfen. Später, als Jesus zum Gottessohn wurde, da hätte er Johannes ruhig taufen dürfen, aber hier am Anfang war er es noch nicht. Jesus als Mensch, d.h. als Menschensohn mußte die von Gott selbst aufgestellte Ordnung beachten, auch wenn es wie ein Widerspruch wirken mag. Johannes stand also für das Alte, das sich nun völlig verhärtet hatte da, während in Jesus die sich immer wieder erneuernde Liebe wirkte. So wie sich Johannes nicht vollständig dem Jesus anschloß, genauso unvollständig verhielt sich wie gesagt das jüdische Volk und mußte damit sein Waterloo erleben, indem dessen alte Staatskörperschaft mit der Zerstörung Jerusalems 70 n. Chr. gänzlich aufgelöst wurde.

 

Darüber hinaus ist die Wassertaufe auch nur ein Symbol für die geistige Taufe durch Gott. Da durch die Taufe mit Wasser im Sinne des alten Testaments geschehen kein neuer Geist mehr verliehen werden konnte,  war sie im Grunde auch wertlos. Erst Jesus taufte mit dem Geist Gottes, taufte mit der Liebe und garantierte dadurch das Fortbestehen der Menschheit. Aber indem sich Jesus mit Johannes in der Wüste traf, wurde das schon völlig leblose Wasser im Herzen der Menschen nun wieder mit Gottes Liebe aufgeladen, obwohl viele Priester noch immer auf das “verfluchte Wasser” beharrten, das eine giftige Mixtur aus dem Wasser des toten Meeres war, um ihnen unangenehme Menschen zu eliminieren.

 

Also vollzog sich der Übergang vom alten zum neuen Glauben auch nicht reibungslos. Wenn wir uns daran erinnern, daß die zwei ersten Jünger Jesu vormals die Jünger des Johannes waren, und wenn wir beachten, daß der eine (Thomas) erst wegging, bevor er wiederkam, während Andreas, der Bruder des Petrus gleich bei Jesus blieb, dann sehen wir auch hierin sehr bedeutsames.

 

Thomas, der von Andreas als sehr gutmütig, aber auch äußerst zweifelhaft beschrieben wurde, derselbe Thomas brachte auch später den Judas mit zu Jesus. Dieser Thomas war es auch, der nicht an das Erscheinen Jesu glauben konnte und erst seine Hände in dessen Wunden legen wollte, und danach erst glaubte.

 

Also brachte Thomas der “Zweifler” die alten Zweifel des alten Judentums vom Täufer mit in den neuen Glauben. Diese alten Zweifel waren es auch, welche den Verrat zum Gefährten hatte. Thomas brachte den Verräter Judas mit. Der Zweifel bringt mit sich den Verrat. Nun war Thomas allerdings völlig integer und liebte den Herrn außerordentlich und ärgerte sich später sehr, daß er den Judas “angeschleppt” hatte. ( siehe dazu im Großen Evangelium Band 2). Er war ja auch mit der erste seiner Jünger. Aber durch die Mitnahme von Judas, der diesen neuen Liebesglauben verriet, können wir sehen, wie ein anfänglicher Zweifel, resultierend aus dem alten Judentum, sich schon in die neue Bewegung schlich und diese zu verschlingen drohte.

 

Rein materiell und weltlich gedacht hatte dieser Verrat denn auch Erfolg. Aber rein himmlisch gedacht, war sie das Todesurteil des alten hochmütigen Glaubens, war sie deshalb auch das Todesurteil von Judas, der durch eigene Hand starb.

 

In Thomas und Judas sehen wir die ganze Tragik des jüdischen Volkes. Es war voller Zweifel, und als es sich endlich bekehrt hatte, da verriet ein Teil dieses Volkes seinen und unseren Erlöser. Den Juden haftet dieses “Judasmal” (die dreißig Silberlinge) noch immer an. Sie können es nur überwinden, wenn sie sich zu Jesus bekehren und sich vom Gelde lossagen und ob und wie das gelingt, sehen wir in späteren Kapiteln.

 

 

3.6.1  Die Aufgabe des damaligen Messias 

 

Wie schon oben angesprochen, konnte die Aufgabe des künftigen Messias  nur darin bestehen, die unterbrochene Verbindung zwischen Gott und den Menschen, zwischen Geist und Hand, wieder herzurichten = Herz  zu richten. An den Propheten hatte es nicht gelegen, an den kleinen Juden nur insoweit, als wie er die Regierung verdiente, die er gerade hatte. Aber wenn man etwas Grundlegendes ändern wollte, dann mußte der Messias eben bei der abgefallenen Priesterschaft anfangen. Folgerichtig begann Jesus  sehr früh mit der "Tempelreinigung", wo er die Taubenwechsler, Krämer, Pfandleiher etc. hinaustrieb.

 

Jesu erster öffentlicher Auftritt war bei der Hochzeit  zu Kana. Hier machte er das Weinwunder, indem er Wasser in Wein verwandelte. Was hatte das zu bedeuten?

 

In Jesus  hatte Gott selbst Gestalt angenommen, um die Menschen durch ihn mit sich zu verheiraten, d.h. um die Menschen und die menschliche Weisheit und Liebe mit seiner göttlichen Weisheit und Liebe zu verbinden. Denn das Wort Hochzeit  bezeichnet ganz klar eine liebende Verbindung, bezeichnet eine Ehe zwischen der Liebe der Frau mit der Weisheit des Mannes.

 

Gott selbst hielt zum Einen Hochzeit, weil sich Jesus als Sohn mit Seinem Vater verbunden hatte. Dadurch kehrte die Liebe, die sich zwischen Gott und Seinen Geschöpfen gestellt hatte, wieder ganz zu Gott zurück. Denn nach dem Fall von Adam  und Eva  hätte Gott schon die ganze Schöpfung als mißglückt vernichten können, tat dies aber durch den Einspruch Seiner Liebe nicht. (Siehe HHG Band 1, Anfang, sowie Himmelsgaben  Bd. III, hier in Auszügen zitiert.)

 

Bd.III, Seite 75 ff

"...so will ich auf einen kurzen Augenblick eure Gefühle zurückführen in die große Zeit der Menschwerdung Meiner Liebe. Und wie von dort aus alles Licht und alle Hilfe in die Welt gekommen ist, so soll auch eben dieses Licht euch wohl erleuchten das Inwendige einer kleinen Haselnuß, die Ich, euer Vater, in diesem siebenten Jünger  oder in dem "Sehr Schwachen" euren Zähnen zum Aufknacken unterschoben habe.

 

So fraget auch da Meine Liebe: Du reinstes Wesen Gottes, das nie auch nur des allergeringsten fehlerhaften Gedankens fähig ist, wie ist es und wie war es möglich, Dich vom Vater zu trennen, um Dich mit allen Sünden und mit aller ihrer Scheußlichkeit auf der Welt zu beladen, um Deinem Vater oder der Heiligkeit Gottes zu erscheinen in einem ärgeren Lichte als derjenige selbst, durch den alle Bosheit in die Welt gekommen ist?

 

- Wie konntest Du zum Mörder  aller Mörder werden? Wie konntest Du zum Ehebrecher aller Ehebrecher werden? Wie konntest Du zum Lügner aller Lügner werden? Ja, wie konntest Du alle großen und kleinen Sünden auf Dich nehmen vom Anfange der Welt und bis ans Ende derselben, da Du doch die Liebe Gottes Selbst warst, und der Vater in Dir, wie Du im Vater, und der Gott in Dir, wie Du in Gott? Und wie konnte die Gottheit vor aller Welt aus den Himmeln bei Deiner Taufe im Jordan  zu Dir sagen: Das ist Mein geliebter Sohn, an dem Ich Wohlgefallen habe, den sollt ihr hören!?-

 

Sehet, ihr könnt da denken, wie ihr wollt, so werdet ihr nichts Verständliches herausbringen. Und wird euch nicht, je tiefer ihr die Sache verfolgt, auch um desto rätselhafter werden, so ihr das recht ans Licht ziehet und so recht tief in euch denket, wie es möglich ist, daß gerade das allerreinste Wesen Gottes, ja das Leben in Gott Selbst, welches ist das Leben alles Lebens und das Licht alles Lichtes, sich wohl so arg beladen mochte mit dem Tode alles Todes und mit der Finsternis aller Finsternis?-

 

Sehet, wenn ihr das begreifen könnet, so wird euch diese kleine gebotene Haselnuß   so leicht verständlich vorkommen, als wäre sie ganz enthüllt vor euer Herz  gelegt worden. Allein, das ist der große Schritt, den ein jeder in seinem Herzen zu machen hat und helfe, der ewigen Liebe das Kreuz zu tragen, damit er dereinst Teil haben möchte an dem großen Werke der bis jetzt noch immer unbegriffenen Erlösung, der Überwindung des Todes und der Auferstehung . Darum habet acht und begreifet zuerst dieses große Geheimnis, und ihr werdet darinnen jede einzelne Pore des Sehr Schwachen hell erleuchtet erblicken.-

 

Daß die Welt von Anbeginn in allerlei Argem war, wißt ihr; - und durch wen und wie sie in solches gekommen ist, wißt ihr auch. Aber wie die Welt in ihrem Argen hätte bestehen können vor Gott, das ist eine andere Frage. Sehet, die Welt war also tot in ihrer Bosheit und konnte sich somit unmöglich mehr selbst richten nach der unantastbaren Heiligkeit Gottes. Sie mußte daher beständig aus der Barmliebe Gottes gerichtet werden, damit sie bestehen mochte als das wenigstens, was sie war; aber sagtet ihr selbst, wie ist ein gerichtetes Ding, ist es tot oder lebendig?-

 

Da kann Ich euch nichts anderes sagen, als euch mit einer Frage behilflich entgegenzukommen: Ist ein Automat tot oder lebendig? Eure Antwort kann unmöglich anders ausfallen, als daß ihr saget: Ein Automat ist tot, und seine Bewegung ist nichts als eine künstliche Richtung des Mechanikers. Und seht, gerade so verhielt es sich auch mit der argen Welt vor der Erlösung. Sie war bloß ein durch Meine Barmliebe immer gerichteter Automat. Aber so ihr einen sonst recht possierlich schönen Automaten vor euch hättet, dem die Kunst des Bildners sowohl, als die des Mechanikers alles gegeben hätte, daß ihm nichts abginge als nur das selbständige Leben, um ein Mensch in aller Vollkommenheit zu sein, - ja würdet ihr da nicht sehnlichst wünschen nur nicht das künstliche Leben, diesem Automaten, sondern ein wirkliches selbstständiges Leben? Und wäret ihr fähig, wie Ich es bin, so würdet ihr euch mit eurem Leben im Geiste selbst hineinziehen in den Automaten und würdet somit alle seine Mängel und innerlichen Gebrechen notwendig an euch ziehen und euch gewisserart mit denselben bekleiden.

 

Sehet, wie war es denn nun da zu tun, da Ich nur allein das Leben bin und das Leben habe in und aus Mir, um der beständig zu richtenden Welt ein wahres freies und nicht bloß mechanisches Leben zu geben?

 

Sehet, da mußte die Liebe sich trennen von Gott oder der urewigen heiligen Kraft, aus der sie ewig geboren ward und die Kraft Gottes ewig aus ihr. Also dieses ewige Leben aus sich selbst oder aus der urewigen Kraft Gottes mußte einen Bruch machen mit Gott und mußte sich niedersenken zur toten Welt und anziehen das Sterbliche derselben, damit das Sterbliche dadurch die Sterblichkeit verliere und wieder frei lebendig werde in und aus dem Leben aus Gott, welches ist das Leben alles Lebens, da Gott Selbst ist in diesem Leben und das Leben selbst in Gott. Und so ist aber das Leben von Gott ausgegangen, hat sich mit der Sterblichkeit des Fleisches bekleidet, damit dadurch alles Fleisch möchte frei lebendig werden in sich durch das Leben aus Gott, wie Gott Selbst lebendig ist von Ewigkeit durch dasselbe ewige Leben der Liebe in Sich.-

 

-Sehet, das ist nun das große Geheimnis, warum die Liebe Gottes im Menschen sich selbst gemacht hat zur allerartigen Verbrecherin und Sünderin, damit da nicht nur ein Fleisch, sondern alles Fleisch mit dem Leben aus Gott durchwirket werden mochte. Und diese nun so mit aller Schuld überladene Liebe mußte sich dann im Gegensatze vor der Heiligkeit Gottes vermöge der an sich genommenen allgemeinen Schuld oder Sterblichkeit eben auch bis auf den alleräußersten Punkt aller Punkte demütigen und mußte ertragen jeden erdenklichen Vorwurf, um dadurch sich mit Gott wieder vereinigen zu können, wie auch alles das dem Vater oder der Heiligkeit Gottes lebendig wieder anheimzustellen, was zwar lebendig dereinst aus Gott gegangen ist, aber sich tot gemacht hat durch die eigenwillige und hochmütige Losreißung von Gott - oder von Seiner ewigen Ordnung.

 

Sehet, nachdem ihr dieses doch so ziemlich mochtet begriffen haben, so will Ich euch nun auch ein wenig mit den Vorwürfen bekannt machen, die Mir da notwendigerweise von der Heiligkeit Gottes gemacht wurden, damit ihr da etwas erfahret, was die Welt bis zur gegenwärtigen Minute noch nicht erfahren hat.

 

Ihr wißt, daß alles, was da erschaffen wurde in der ganzen Unendlichkeit, laut des Zeugnisses Meines lieben Johannes  durch Mich gemacht und erschaffen wurde. Nun nehmet aber die böse gewordene Welt, die dadurch von der Heiligkeit Gottes immer verdammt ward, daß Ich als der Hervorbringer solcher Verdammlichkeit  somit auch von der Heiligkeit Gottes diesen Vorwurf notwendig teilen mußte, da die Welt und alles, was in ihr ist, nicht durch sich, sondern durch Mich einzig und allein ins Dasein gerufen wurde. Da also die Welt schnurgerade entgegen war der Heiligkeit Gottes, wie war hernach das Bestehen der Liebe, die solches hervorgerufen hatte, das die Heiligkeit Gottes verdammen mußte, anders als ein Selbstverdammliches? - Nun denket euch all die namenlosen Taten der Menschen. Sehet, aller dieser Taten wegen mußte Ich verdammt sein von der Heiligkeit Gottes, weil die Taten selbst verdammt waren als Erscheinungen in der Welt, die aus Mir hervorgegangen ist. Was war da zu tun?

 

Sehet, nur zwei Wege standen Mir offen, nämlich der Weg nach oben, und der Weg nach unten, das heißt: Ich kehre zu Gott zurück, werde Eins mit Ihm und vernichte durch die Kraft Seiner Heiligkeit alles das, was aus Mir hervorgegangen ist - oder aber Ich trenne Mich mit allem Vorwurf beladen, mit der höchsten Verdammlichkeit , von Gott, belebe und heilige da Meine Werke und tue in Meiner unendlichen Demütigung Genüge der ebenso unendlichen Heiligkeit Gottes. - Sehet, wenn Ich nicht die ebenso unendliche Liebe selbst wäre, wie Gott die unendliche Heiligkeit selbst ist, so hätte Ich freilich das erste getan. Allein Meine Liebe vermochte das Unaussprechliche aussprechlich zu machen, verleugnete ihre Heiligkeit und machte sich unheilig, da sie sich belastete mit aller Schuld, und somit auch mit des Todes schwerster Bürde.

 

 Allein, ihr wißt die Begebenheit, als Ich in dem Garten Gethsemane  an dem sogenannten Ölberge   zu Gott, von dem Ich Mich der Welt wegen getrennt habe, betete. Sehet, da erst erwachte vollends die große Blindheit Meiner Liebe und sah mit dem entsetzlichsten Grauen zwischen Sich und Gott die unendliche Kluft; allda bereute Ich im Ernste, daß Ich Gott verließ und zum toten Werke Meiner eitlen Lust Mich gewendet habe, - und damals stand die ganze Schöpfung in der großen Schwebe zwischen Sein und dem ewigen Nichtmehrsein. Denn entweder trinke ich den Kelch , so besteht die Welt und alles, was auf ihr ist - oder Ich setze den Kelch zur Seite und die Welt und alles unter ihr wird zunichte in dem Augenblick, da Ich den Kelch zur Seite setze.

 

Aber sehet, eben da, wo die Liebe und das Leben in der unendlichen Entfernung von Gott schwach geworden ist, da erbarmte sich Gott Seiner Liebe selbst, stärkte Sie und gebot Ihr, den vorgesetzten Kelch zu leeren, und sprach insgeheim zu Ihr: "Noch sind zwischen Mir und Dir die Extreme der Unendlichkeit nicht berührt; daher senke Dich hinab in die äußerste Tiefe des Todes, welcher ist die äußerste Grenze im Gegensatze zu Meiner Heiligkeit, damit Ich Dich da wieder erfassen kann, da der ewige Kreis Meiner Heiligkeit sich schließt."-

 

Sehet, nun werdet ihr, so ihr dieses ein wenig bedenket, wohl einsehen, wie Ich bei euch Sündern der "Sehr Schwache" bin, und wie Ich Mir noch immer muß von der Heiligkeit Gottes an eurer Statt in irgend einer vorgestellten menschlichen schwachen Beschaffenheit Vorwürfe machen lasse, um euch jeden sonderheitlich neuerdings wieder zu erlösen und einzuführen lebendig in die Heiligkeit des Vaters....."

Soweit unser Schöpfer in Himmelsgaben , Bd. 3, Kap. vom Sehr Schwachen, (der siebente Jünger  )

 

Um mit profanen Worten zu wiederholen, hatte diese Liebe also den Plan ausgearbeitet, wie die abgefallene Menschheit wieder zu Gott zurückkehren konnte und verwirklichte diesen Plan auch in und als Jesus   Christus. Christus als der Erlöser!

 

Bei dieser Ehe verwandelte nun Jesus  das Wasser der Geschöpfe, die IHN ja aus vollem Herzen liebten, in Wein um, indem er Seine Liebe beimengte. Denn ohne Ihn ging ja sowieso keine Ehe, kam es zu keiner Hochzeit  . Deshalb war die Geburt und Erfüllung Jesu der eigentliche Gnadenakt der Schöpfung. Die Liebe verband sich wieder mit ihrer Weisheit und Gott feierte Hochzeit.

 

Weil wie gesagt ohne Jesus  kein Wasser in Wein umgewandelt werden konnte, gab es ohne Jesus auch keine Hochzeit, gab es keine Liebe zu und von Gott, die die Geschöpfe erlösen konnte.

 

Nur in einer Hochzeit  mit Gott konnte und kann ein Geschöpf erlöst werden, indem es sich mit der Liebe von Jesus  verbindet, weil es Jesus liebt. Erst dann kann sich das Wasser der Geschöpfe in Wein verwandeln. Aber ohne ihn ist und bleibt es völlig unmöglich. Der Weg zu Gott, zur Liebe geht allein über Jesus.

 

Deshalb war die Hochzeit  in Kana der Vorgriff, die zarte Andeutung auf die Entsprechung der Hochzeit von Jesus  mit Gott einerseits, aber andererseits die Entsprechung der Hochzeit der Geschöpfe Gottes mit Gott. Jesus stellt hier die Braut Gottes dar, die von uns ergriffen und geliebt werden muß. (siehe auch Hohelied Salomons)

Die Juden sahen die Aufgabe des Messias  allerdings ganz anders. Er sollte ihnen ein Werkzeug sein, mit denen sie ihr Selbstvertrauen in weltlicher Hinsicht wieder aufbauen konnten. Zuerst würden sie ihren Messias mit allem nur denkwürdigen Pomp dem Volke deklarieren, damit würden sie die Römer  herausfordern und beim anschließend entstehenden Kampfe restlos durch Gottesgewalt vernichten. Der Messias wäre ein Zuchtmittel für die Ungläubigen, für die Heiden. Dadurch glaubten sie, die Priester vorwiegend, würde sich alles wieder zum Guten kehren und sie wären endlich die Herren dieser Welt. Der normale kleine Jude versprach sich durch den Messias endlich einen Frieden in materieller Hinsicht. Er wollte nur sein kleines Auskommen haben, nichts mit den Römern oder sonstigen Heiden zu tun haben.

 

Die Heiden selber nahmen die Rolle des Messias   überhaupt nicht ernst, wenn sie denn davon wußten.

 

Die Priester exklamierten tagtäglich den Untergang ihrer einstigen feindlich gesinnten Völker. Den Untergang von Babylon, den Tod des Holofernes  , des Heerführers von Nimrod , der die Juden bezwingen wollte, getötet durch die Hand von Judith . Den Untergang des ägyptischen Heeres samt des Pharaos bei der Flucht von Moses  und seinem Volke. Und und und. Im Aufzählen und Niederschlagen ihrer einstigen Feinde hatten sie immer im Vordergrund, daß der künftige Messias  mit den heutigen ebenso verfahren würde.

 

Trotz vieler biblischer Hinweise, welche die Rolle des Messias  eindeutig auf seelenspezifische Weise festlegten, ignorierten sie dies und wollten nur verstehen, was sie glaubten, was sie dachten was sie glauben müßten. Sie waren am äußeren Wort klebengeblieben. Sie hatten das Alte Testament , bzw. die 5 Bücher Moses nicht verstanden.

 

Deshalb ist es nicht erstaunlich, daß Jesus  nur von einigen wenigen Juden anerkannt wurde, aber vorwiegend eben von den Heiden. Es hieß ja auch, daß ihnen, den Juden das Licht genommen werde, um es den Heiden zu übergeben. Genau das ist auch geschehen.

 

 

Bei den Heiden war einfach die Bereitschaft sehr viel größer, sich mit dem inneren Worte abzugeben, es aufzunehmen und anzuwenden, Für die mosaischen Juden war und blieb Jesus  nur ein wahnwitziger Emporkömmling, der auf der Dummheit der Massen ritt. Seinen Wundern konnten sie die Wunder der Essäer  , oder der Ägypter   entgegenhalten, ohne wissen zu wollen, inwiefern sich diese Wunder von Jesus seinen unterschieden.

 

Jesus  heilte die Seelen, er war der Vermittler und Heiler der durch die falsche Lebensweise untüchtig gemachten Seelen. Von der Seele aber hatten die mosaischen Juden leider keine Ahnung. Wer weiß, wie die Geschichte sonst verlaufen wäre.

 

Sie, die mosaischen Juden, die steinfest auf Moses  vertrauten und den Kern des eigentlichen Judentums darstellten, vertrauten nicht so sehr auf das was Moses ihnen gesagt hatte, als vielmehr auf das, was die Satzungen des Tempels daraus gemacht hatten. Moses wurde im Nachhinein sehr stark uminterpretiert. Parallelen zur heutigen Kirche  sind sehr stark vorhanden.

 

 Wer steinfest auf etwas vertraut, den kann man nicht erschüttern. Er begründet sich in allerlei Wissen, um sich von den anderen abzuschotten. Steinfest vertrauen kann man nur, wenn es auf Gott selbst gegründet ist, denn dann ist man durch die tätige Nächstenliebe nach allen Seiten offen. Diese tätige Nächstenliebe und Offenheit fehlte aber dem damaligen Judentum  .

 

Worte, von  ausgesprochen, Handlungen von ihm getätigt, konnte sie nicht mehr für die Wahrheit öffnen. Seine Worte prallten oberflächlich an ihnen ab. Seine Wunder wurden oberflächlich mit der Magie der Essäer  oder sonstiger Naturzauberer abgetan.

 

Seine vermittelnde Rolle als Seelenheiler  konnte Jesus  denen, die sich durch allerlei Trugschlüsse im Falschen begründet hatten und dadurch finster geworden waren, nicht mehr aufhellen, ohne sie dazu zu zwingen. Zwingen aber durfte er die finsteren Seelen nicht, weil sie wie alle anderen auch, einen freien Willen besaßen.

 

Um diese Aussagen zu erhellen, müssen wir weiter auf den Willen eingehen. Damit verbunden ist die Struktur der Seele. Deshalb müssen wir erst über die Seele und deren Funktion sprechen, bevor wir den Messias  in seiner Gesamtheit verstehen können.

 

 

           

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