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4.5 Die Ausrichtung auf Jesus

 

   Das einzige Mittel, um diesen Geist in unsere Seele zu stärken, ist also die Ausrichtung auf Gott, aber in der Person von Jesus . Wir müssen dieses geistige Samenkorn in unserem Herzen ständig mit Nahrung versorgen. Konkret: wir müssen es durch praktische Anwendungen der Nächstenliebe zum Wachsen veranlassen.

 

Warum? Unsere Seele ist einfach noch zu sehr verdunkelt, zu sehr von der groben Körpersubstanz geschwächt, die mit ihren Leidenschaften unsere Seele sehr zu schaffen macht. Eine Ausrichtung auf Gott in aller ungeheuren Großartigkeit würde die Seele augenblicklich vernichten. Nur die schrittweise Vorwärtsbewegung zu Gott hin läßt uns die Chance der Unsterblichkeit. Aber diese schrittweise Bewegung zu Gott hin bedeutet eben, erst über Jesus  den Weg gehen. Wir müssen den Geist annehmen, den uns Jesus gibt, ansonsten würde unsere Seele verbrennen. Den Geist, den uns Jesus gibt, den haben wir in der Gegenwart aber nur in seinen Worten. Wir müssen also seine Worte annehmen, sie in unserer Seele integrieren, damit unser geistiges Samenkorn wachsen kann. Seine Worte sind unserer Seele angepaßt.

 

Unsere Seele als Ebenbild des Körpers kann ja nur Geistiges insoweit aufnehmen, als es die Form unserer Seele nicht übersteigt. Das bedeutet, dass unsere Seele ja eben nur verwandte Potenzen, wenn auch sehr viel höherwertig aufnehmen kann. Mit einer undifferenzierten Aufnahme von Gott, der unkenntlich ist und bleibt, kann unsere Seele einfach nichts anfangen. Also kann sich die Seele nur entwickeln, wenn sie Jesus   immer mehr erkennt und zu lieben lernt. Es ist wohl kein Geheimnis, wenn wir sagen, die Liebe ist die höchste Kraft im Universum  und kann zur unendlichen Potenz gesteigert werden. Damit die Liebe aber überhaupt die Chance hat etwas zu lieben, so muß es dieses Objekt ja erst kennen.

 

Auch das geht nur mit Jesus , nicht aber mit seinem Geist, den wir als Gott bezeichnen. Oder könnte sich ein Mann in eine Frau verlieben, die er noch niemals gesehen hat! Und wenn dieser Mann die Stimme der Frau hört und sich daraufhin unsterblich in sie verliebt, dann bedeutet das auch nur, daß er diese Frau endlich leiblich sehen will. Genau dasselbe ist Moses   passiert. Er wollte nicht immer nur die Stimme von Gott hören. Er wollte ihn endlich sehen. Und in Jesus konnte man ihn später sehen.

 

Nun haben zumindest wir Jesus  auch nicht konkret gesehen, aber wir wissen von ihm und können uns so schrittweise an ihn herantasten. Wir können sein Aussehen, seine Eigenschaften, seine Worte nachspüren und herausfinden wie und was er war. Weiter können und müssen wir sogar seine Lehren annehmen, wenn wir unsere Seele soweit bringen wollen, daß sie die geistige Unsterblichkeit als sein Erbe annimmt.

 

Der erste Schritt dieser unendlichen Schritte ist eben das zu tun, was wir von ihm haben. Wir haben von Jesus  nur seine Worte. Sein geistiges Wort ist das Symbol seines Wesens. Wenn das Wort Träger eines geistigen Inhalts ist, dann ist es somit Träger von Jesus. Seine Worte werden zu Ihm selbst. Jesus ist das Wort Gottes. Man kann Gott nicht mehr von Jesus trennen, deshalb kann man den Menschen auch nicht mehr von seinem Wort trennen, weil das Wort zum Menschen gehört, so wie Jesus zu Gott gehört. Jesus sagt denn auch: “Wenn zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, dann bin ich mitten unter ihnen.”  Wenn man sich in Jesu Namen trifft, dann wird der im Wort genannte Jesus zur seelisch geistigen Realität, denn er als die Seele Gottes wird durch diese Nennung zu uns in die Tiefe gerufen. (Aus der Tiefe rufe ich zu Dir, oh Herr, erhöre meine Stimme...)

 

Darüber hinaus brauchen nicht mindestens zwei Menschen sich über Jesus zu unterhalten, damit er zu ihnen kommen kann, weil das Selbstgespräch zwischen sich und Jesus, d.h. also das seelisch – geistige Gespräch auch eine Zweiheit ist. Wenn Jesus also sagt, daß mindestens zwei in seinem Namen versammelt sind, so bezeichnet er damit nicht nur zwei körperlich existierende Menschen, die sich seelisch unterhalten. Er meint damit die Verbindung zwischen Körper und Seele. Den fehlenden Geistanteil übernimmt dann Jesus. Unterhält sich jedoch ein Mensch mit Jesus, indem er innig zu ihm betet oder sich in ihn versenkt, dann sind es auch zwei, die in Jesu Namen versammelt sind, denn es trifft sich das Selbst des Menschen mit Jesus. Wenn es heißt: oder drei versammelt sind, dann meint Jesus also nicht nur drei Menschen, sondern eigentlich den Körper, die Seele und den Geist. Er meint damit den Menschen, Jesus und Gott. Also könnte ein geistig wiedergeborener Mensch zu dritt versammelt sein, obwohl er sichtbar alleine ist.

 

Wenn die Liebe jedoch ohne Worte, nur mit der reinen Liebe ausgedrückt werden könnte, dann erst wäre man bei Gott, dann erst wäre man bei der Urgrundliebe, die keine Worte braucht. Aber das kann nicht geschehen, solange wir noch Menschen sind.

 

Als Menschen sind wir Jesus  verpflichtet. Er ist unser persönlicher Gott, er ist unser Brennpunkt der Gefühle, die durch Worte ausgedrückt werden können. Darum heißt es auch, daß er der Sohn von Gott ist. Die Worte, die Gedanken, die Form, ist der Sohn des Inhalts. Der Inhalt schafft sich seine Form, damit er überhaupt wahrgenommen werden kann. Je nach Wahrnehmungsstufe der Umgebung, muß er sich mal mehr, mal weniger materiell umkleiden, umhüllen. Gott schafft sich also seine Form Jesus, sein Kleid Jesus, mit der er unter den Menschen agieren kann. Als Jesus spricht er seine Worte. Es sind die reinsten geistigen Worte in der reinsten seelischen Hülle verpackt.

 

 

4.6  Die Allgemeine (körperliche) Bedeutung der Worte

 

 

  Bevor wir auf die Bedeutung der Worte Jesu eingehen, müssen wir vorerst die allgemeine Bedeutung herausschälen:

 

Die allgemeine Wortbedeutung ist an folgende Bedingungen geknüpft:

 

1. Es muß ein Mensch vorhanden sein, der eine Absicht hat, die sich im Sprechen manifestiert.

 

2. Es muß ein Zuhörer vorhanden sein, der diese in die Worte gekleidete Absicht herausschälen will, der die Sprache auch versteht.

 

Sprechen ohne Absicht hat keine Bedeutung und ist brabbeln. Genauso bedeutungslos ist es, wenn der Zuhörer nicht gewillt ist, zuzuhören, bzw. die Sprache nicht versteht. In beiden Fällen kann keine Absicht wirken. Der Wille wird blockiert.

 

Das Wort braucht deshalb jemanden, um sich mit ihm zu verbinden, sich auszutauschen, bzw. abzugrenzen. Das Wort ist der verbale Gradmesser  unserer Liebe. Das Wort für sich allein hat keinen Wert. Es braucht eine Bezugsgröße. Die Bezugsgröße ist die Liebe. Die Liebe ist die Verbindung zwischen Gott und den Menschen, zwischen den Menschen damit untereinander, insoweit sie Gott lieben können. Die Worte sollen zu Gott hinführen. Das geht aber nur, wenn die Worte sich nach Jesus   und seiner Lehre richten.

 

Ein kleines Beispiel möge das verdeutlichen:

 

Nehmen wir an, Punkt 1 und Punkt 2 sind geklärt. Dann wird der Sprecher sein Anliegen formulieren und evtl. fragen:

          

           "Wie spät ist es?"

 

Der Zuhörer hat mit dieser Frage keine Schwierigkeit und wird den Umständen entsprechend antworten.                "Es ist 1 Uhr 20!"

 

Beide sind über die Beziehung der Zeit vertraut, aber nur der eine weiß sie genau. Der Fragende könnte mehrere Gründe haben nach der Zeit zu fragen. Er könnte einen wichtigen Termin haben, er will u.U. nur eine Gesprächseröffnung machen, um dann auf was ganz anderes zu kommen. Vielleicht aber möchte er nur seine Uhr vergleichen.

 

Diese verschiedenen Gründe kann man in einer Werteskala der Absicht einteilen und sagen, die Absicht der Frage ist unterschiedlich. Er "könnte" ist eine ziemliche schwache Absicht, die deshalb auch im Möglichkeitsbereich erscheint. Er "will" ist schon eine sehr viel stärkere Absicht. Er "möchte" ist eine höfliche Form, läßt aber nichts über die Wichtigkeit dieser Absicht. Es ist mehr eine verhüllte Absicht. Natürlich gibt es noch sehr viel mehr Absichtsabstufungen. Aber mit diesen dreien ist uns auch gedient. Wir haben den konkreten Sachverhalt des "er will", dann den möglichen des "er könnte", zuletzt den des höflichen "er möchte".

 

Und doch wissen wir noch immer nichts konkret. Will er oder will er nicht? Wir haben nur abgestufte Vermutungen. Um die Sache zu klären, sind wir neben der Beantwortung der Frage zu einer Gegenfrage gezwungen. Sie könnte, je nach der Wichtigkeit dieser Überlegungen mehr oder weniger absichtskonkret gestellt werden. Wir stellen ergo fest, wie eine Frage, wie ein Wort die Absicht stets mehr oder weniger verhüllt. Um sie herauszuarbeiten ist man gezwungen, eine mehr oder weniger absichtsvolle Gegenfrage zu stellen.

 

Ein Wort ist deshalb eine Absichtserklärung und damit eine Willenserklärung, die der Verbindung dient. Um die Wichtigkeit der Frage nach der Zeit herauszufinden, müßte man eine sehr große Gehirnakrobatik machen, die in keinem Aufwand zur gestellten Frage steht. Also ist der Wille schon gar nicht da und man läßt diese Sache auf sich beruhen.

 

Stellen wir uns vor, daß die Frage stattdessen lautet:        "Liebst Du mich?"

 

Jetzt schaut die Sache schon anders aus. Das ist eine Frage von höchster Wichtigkeit. Hier erst erkennen wir, wie die Worte mit dem ganzen Wesen des Fragestellers und auch des Beantwortenden verknüpft sein können. Bei Fragen mit und um die Liebe ist es symptomatisch, daß gleich der ganze Körper mitgeht und im Vergleich zu banalen Fragen eine unerhörte Aktivität auch im Gefühl und Gehirn   stattfindet.

 

Die Intensität der Frage ist so hoch, daß beide schlagartig wach sind. Die Absicht ist demzufolge bei Worten der Liebe enorm hoch. Sie ist sozusagen am höchsten. Das Höchste, was wir als Menschen auszusprechen in der Lage sind, sind Angelegenheiten der Liebe.

 

Daraus können wir ableiten, daß Gefühlswerte noch immer über sämtliche Wissensdinge stehen. Die Frage, weißt Du, warum heute Vollmond ist, reißt wohl keinen unbedingt vom Hocker.

 

Die Werteskala der Absicht ist bei Worten der Liebe am Höchsten. Bei Worten der Weisheit, des Wissens, sehr viel geringer. Aber noch viel bedeutungsloser ist sie bei Worten der materiellen Umgebung, der Güter und sonstigen Gegenstände wie z.B. "Da ist ein Stuhl!"

 

Mit einer großen Ausnahme allerdings. Die Absicht der Worte gegenüber Gegenständen ist dann hoch, wenn diese Gegenstände mit der Liebe verknüpft sind. Geld und Liebe z.B. Ich liebe Geld über alles heißt es dann.

 

Was heißt das aber nun konkret?

 

Die Absicht der Liebe ist das Höchste. Die Liebe ist hier nicht im Sinne von Haben, von Gier zu verstehen, sondern mehr in ihrer geistigen Bedeutung. Die Liebe um der Liebe willen. Die Liebe als Frage hat Liebe als Antwort zur Folge. Dadurch stellt sie die gewünschten, die beabsichtigten Objekte um ihrer selbst willen wieder frei. Das ist die höchste Form der Liebe, die höchste Form der Absicht. Das ist die reine Liebe, weil sie nicht mehr mit einer materiellen Hülle umgeben ist. Diese höchste Liebe ist dann die höchste Freiheit, weil sie keine Hülle hat. Sie ist ein freies Gefühl von tiefster Liebe. Um dann zu wirken, schafft sich diese freieste Liebe eine Hülle deshalb, damit sie die Umgebung, die noch finsteren Seelengestalten, nicht in ihrem Wirken beeinflußt. Sie schafft dann adäquate Formen.

 

Wäre die Form zu liebesmächtig, so würde sie die Menschen förmlich hypnotisieren. Wenn schon eine sehr hübsche Frau eine starke Wirkung auf einen Mann ausübt, um wie viel mehr dann erst ein reinster schönster liebevoller Engel! Also muß sich die Liebe um der Liebe zu ihren Nächsten willen, in der reinsten Form demaskieren, die die Nächsten noch so gerade vertragen können. Genau das mußte Jesus  damals, als das höchste menschliche Wort praktizieren. Das konnte aber nur funktionieren, weil er mit dieser höchsten Liebe gleichzeitig die höchste Weisheit besaß und dadurch die Liebe entsprechend ausdrücken konnte.

 

Das Niedrigste sind Verbindungen von der höchsten möglichen Liebe mit den gröbsten materiellen Elementen. Die Liebe wird dabei so sehr verdunkelt, daß sie ihre Freiheit verliert. Die geliebten Objekte ziehen sie dann unweigerlich in ihren Bann. Die Objekte mit der groben materiellen Hülle hält die Liebe gefangen. Ein Mensch, der z.B. Gold um alles in der Welt liebt, wird sich eher von seinem Partner, als von seinem Goldschatz trennen. Damit wird er immer unfreier und sorgt sich immer mehr um sein Gold. Diese Liebe hält ihn also gefangen, macht sein gefühlsmäßiges Leben ärmer.

 

Nun soll ja auch unsere Seele immer freier werden, sich immer weiter entwickeln. Gebrauchen wir dabei Worte mit einer relativ geringen geistigen Absicht im Sinne der reinen Liebe, dann verdunkeln wir hierdurch unsere Seele immer mehr und mehr. Solange, bis sie nicht mehr in der Lage ist, den Sinn von Worten zu verstehen. Sie bleibt dann auch bei Worten an der äußeren Hülle kleben. Die dann gesprochenen Worte werden immer grober, immer klobiger, enthalten immer weniger an Wahrheit, an Licht, an Wärme, an Liebe. Die Seele verliert sich dann im Materiellen und erkrankt. Deshalb haben die Worte eine erstaunliche Mächtigkeit. Sie können lebendig zur Freiheit führen, oder sie können einen zum Tode in die Materie richten. Worte sind also Liebeswerte.

 

Diese Wortmächtigkeit ergibt sich aus der Nähe der Worte zum Lebenszentrum der Seele. Das Lebenszentrum ist das Herz  . Das Liebeszentrum ist ebenfalls das Herz. Leben bedeutet deshalb auch Lieben. Leben ist das Gefühl der Liebe durch Worte und Taten ausgedrückt.

 

 

                     4.7   Die besondere (seelische) Bedeutung der Worte

 

Nach dieser allgemeinen Einführung kommen wir erst zu der praktischen Bedeutung der Worte. Wir kommen zu dem seelischen Anteil der Worte. Dieser Anteil sollte ja eigentlich von der Priesterschaft, den Kirchenvertretern, widergespiegelt werden. Aber wie weit davon sind sie aus den bekannten Gründen  entfernt.

 

Eine kleine Zusammenfassung ist hier hilfreich.

 

Wir betrachteten zuerst die Beschaffenheit des Menschen. Er gliedert sich in die schon bekannte Dreiteilung. Das Grobe stellt als Hülle den sichtbaren Körper dar. Das feinstoffliche bleibt als unsichtbare Seele mit dem Körper verbunden. Zuletzt ist in dieser Seele das Höchste enthalten, der Geist. Der Geist ist und besteht aus Gott unmittelbar, während alles andere stufenförmig zu Ihm hingeführt werden muß. Sinn des Lebens ist es, den Geist immer weiter in die Seele eindringen zu lassen.

 

Dieselbe Gliederung fanden wir auch beim Wort. Die äußere Hülle ist das Wort selbst. Es ist der Klang, seine Lautschrift, die Phonetik  ; es ist das aus einzelnen Buchstaben zusammengefügte Wort. Das Wort ist genau wie der Mensch in erster Linie ein abgetrenntes Etwas von einem Ganzen. Wenn der Mensch durch seinen Körper vom Ganzen abgetrennt ist, kann es beim Wort nicht anders sein. Das Wort ist vom Ganzen durch die geschriebene, gedachte, gesprochene Form abgetrennt. Das Ganze ist natürlich Gott. Das Wort ist darum auch Symbol des Menschen. Das höchste Wort heißt “Liebe” und ist Liebe: es ist Jesus .

 

Jenseits der verbalen Verpackung ist es natürlich Gott selbst, aber das bleibt mit den Worten nicht darstellbar. Gott als reine Liebe kann man sich nicht mit Worten, eher schon durch die Musik und besonders  mit reinen Gefühlsbildern nähern.

 

Der Körper ist Werkzeug der Seele, die wiederum Träger des Geistes ist. Das Wort ist Träger von Gedanke und Gefühl und wird als Willensäußerung benutzt. Wir sahen, daß der Kern der Absicht ein höchstes geistiges, also Gott selbst ist. Die Absicht äußert sich durch den Willen, dieser ist ein Gefühl, welches entscheiden muß zwischen guten und schlechten Wegen. Dabei wissen wir, daß ein guter Weg derjenige ist, der Herz   hat, und der zum Unendlichen durch das Herz führt.

 

In dem Gedanken liegt die Seele des Wortes. Die Seele ist aber noch immer vom Ganzen getrennt. In dem Gefühl liegt der Kern. Das Gefühl kann aber nicht völlig von der Form ausgedrückt werden. Also kann weder der Mensch noch das Wort völlig von dem Geist erfüllt werden, sondern immer nur graduell. Das Wesentliche dabei ist die Erfüllung der Seele. Die Erfüllung meint dabei, die Aufnahme des Geistigen soweit es nur irgend möglich ist. Die Seele des Wortes meint, die Aufnahme des Gefühls soweit es nur irgend geht; und das Gefühl ist Jesus, weil nur Jesus der fühlbare Gott ist.

Bei dieser Aufnahme sind wir zu den Sinnesorganen gekommen. Die Seele nimmt das Geistige über das Ohr und das Auge auf. Ohr und Auge entsprechen in ihrer Aufnahmefähigkeit aber genau dem Entwicklungsstand dieser Seele. Eine finstere Seele wird so nur grobmaterielles sehen und hören. Begriffe wie Schönheit, Treue, Liebe, Ehrlichkeit etc. ist diesen finsteren Seelen fremd.

 

Mittel um diese Seele aufzuhellen, ihr zu helfen, sie zu heilen, ist die Aufnahme des Geistigen. Sie muß ihr Herz  öffnen! Denn wie anders kann wahre Liebe, kann wahres Geistiges aufgenommen werden als durch das Herz des Menschen? Wenn das Leben aus dem Bereich des Herzens kommt, dann kann es nur verstärkt oder geschwächt werden, wenn man diese winzig kleine Pforte öffnet, bzw. verschließt. Bei einer Öffnung kann mehr von diesem lebenswichtigem Geist nach außen und nach innen dringen. Die Verbindung zwischen Mensch und Gott wird stärker. Geistiges aufnehmen bedeutet also, es im Herzen zu fühlen.

 

Ist diese kleine Herzenskammer geöffnet, so kann das an sich hochtrabende und kalte Verstandeslicht innerhalb dieser Kammer demütig eingehen und kann dort durch die Liebe Jesu aufgeladen werden, die sich hier im Kern des seelischen Menschen als geistiges Substrat befindet. Nimmt das kalte Verstandeslicht diese geistige Liebe von Jesus auf, dann nimmt es somit dessen Liebe auf und wird zum warmen Licht. Steigt das so veränderte warme Verstandeslicht anschließend wieder zum Kopf empor, so ist dieser Mensch durch Jesu Wärme veredelt und wird anschließend seine Umgebung aus der Liebe heraus beschauen und fühlen und damit sehr viel besser und tiefer als vordem begreifen, weil er nun mitfühlt. Durch seine neue und wärmere Sichtweise wird er leichter und schneller zum Handeln motiviert, weil sein nunmehr warmes Licht nach noch mehr Wärme sucht. Diese Wärme hat seine Sehnsucht nur kurzzeitig befriedigt, also sucht sie ständig nach neuer Wärme und wird erst bei Jesus fündig.

 

Das Mittel um die größte geistige Wärme  beim Wort zu erhalten, ist die Konzentration auf den Gefühlsinhalt, auf den Klang. Es ist das gesprochene Wort einer liebenden oder geliebten Person, die einen zum liebemäßigen Handeln antreibt. Derjenige, welcher uns am meisten liebt hat, deshalb auch die größte geistige Wirkung für unsere Seelenheilung, weil sich unser warmes Licht mit dessen Wärme-Licht verbindet und unsere dunklen Stellen tröstet, indem sie erhellt und gewärmt werden. Jesus  hat seine Umgebung deshalb auch nicht mit äußerem Schaugepränge abgelenkt, weil dieses äußere Licht sehr viel kälter ist, denn Jesus ist die größte Liebe selbst. 

 

Darum ist die seelische Bedeutung des Wortes sehr stark mit dem Ohr und dessen Aufnahmefähigkeit verflochten. Aufzunehmen heißt sich offen zu halten, heißt sein Herz  zu öffnen. Wegzuhören heißt dagegen sich zu verschließen, sein Herz zu verschließen, den Geist nicht wirken zu lassen. Bei Taten der Nächstenliebe öffnet man sein Herz so weit als möglich. Wer nur an sich selber denkt, der verschließt es. Das klingt banal. Aber genau das verlängert oder verkürzt unser Leben.

 

Leider kommt in unserer Gesellschaft das Ohr zuungunsten der Augen viel zu kurz. Was sprach nun aber das höchste Wort, was sprach Jesus  zu uns?

 

"Liebe Gott über alles und den Nächsten wie Dich selbst!"

 

Gibt es eine Steigerung gegenüber diesen Worten? NEIN, unmöglich! Hier ist alles ausgedrückt, was man vom Menschen verlangen kann, aber auch alles, was Gott ihm tut.

 

Zuerst kommt das Wort “Liebe” als Verb. Das drückt die Handlung aus, es drückt die aktive Tat aus, die höchste Tat sozusagen, die an erster Stelle steht. Diese allererste Tat heißt nun nicht Licht, also “Denke!”, sondern sie heißt Liebe, also “Fühle!” Aber es wird auch gleich bestimmt, wem diese Liebe gilt. Diese höchste Liebe muß ein Ziel haben. "Liebe Gott über alles". Gott ist also das Ziel der Liebe, damit bedeutet dieser Satz auch: “Fühle Mich (Gott) über alles mit der größten Liebe!”

 

Schon allein dieser Satz ist ungeheuerlich in seiner Bedeutung und Konsequenz! Das Wort "Liebe" bezeichnet Gott schon vollkommen. Liebe, Gott, und über alles, sind äquivalente Begriffe im Guten, im Höchsten, im Besten. Sie bedeuten:

 

Gott ist gut, ist der Beste und Höchste, Gott ist die Liebe, Gott ist über Alles, also muß Er auch über Alles geliebt werden. Gott muß ergo gottgleich geliebt und damit gefühlt werden. Gott im Menschen muß den Menschen soweit ausfüllen können, bis dieser "Gottmensch" GOTT wie ein Gott lieben und damit fühlen kann. Dann liebt sich Gott in uns und wird von uns geliebt. Allerdings mit dem bedeutsamen Unterschied, daß Er uns ungleich mehr liebt als wir IHN. Dieses Ungleichgewicht ist und bleibt die Sehnsucht , die IHN uns immer mehr lieben läßt.

 

Hat Gott den Menschen soweit mit Liebe ausfüllen können, daß dieser Mensch nichts anderes neben Gott lieben kann, sondern nur Gott über alles, dann ist er in Gottes Herzen. Aber dort kommt er nur hin, bzw. das gelingt nur, wenn er die zweite Bedingung von Jesus   erfüllt. Nämlich: "und den Nächsten wie dich selbst"

 

Liebe Gott über alles definiert ja noch nichts, weil Gott in dieser ersten Menschenstufe noch nicht bekannt ist und demzufolge auch nicht gefühlt werden kann. (Siehe Kapitel über Buddha  , Nirwana  ) Er muß also bekannt gemacht werden, Er muß demzufolge definiert werden, soweit es sich denn machen läßt. In dem Moment, wo man Gott als Jesus bekannt macht, erläutert man dem Menschen automatisch, wie er lieben soll. Wie soll man lieben? Man soll den Nächsten wie sich selbst lieben, damit in dieser Liebe Gott, d.h. Jesus als der Inhaber dieser Liebe erkannt wird.

 

Gott definiert sich nur über den Nächsten in einem selbst. Das “Liebste” in Gott ist deshalb Jesus, der zugleich Sein Nächster ist, weil Gott nächst Seiner Liebe ist und Gott Jesus wie Sich selbst liebt, weil Er selbst Jesus ist. Der Nächste zu uns ist darum Jesus selbst, während unser Liebstes in uns dann ebenfalls Jesus ist, denn die Liebe ist uns am Nächsten. Diesen Nächsten sehen wir als Jesus jedoch nicht, dafür sehen wir den mit Fleisch bekleideten Nächsten. Während wir also diesen “fleischlichen Bruder” sehen, vergessen wir dabei Jesus. In diesem Moment wird nicht mehr der Nächste als Abglanz Jesu unser Liebster, sondern wir werden es in uns selbst und grenzen damit Jesus aus.

 

Mit dem Zusatz "Liebe den Nächsten wie dich selbst" erinnert uns Jesus jedoch an diesen Mangel und gibt uns das Ziel seiner Liebe kund. Jesus wird dann unser Nächster, wenn wir den Nächsten wie Jesus lieben können und darüber unser beschränktes eigenständiges Selbst vergessen. Die Liebe wird zum Nächsten und soll von uns so wie unser liebevollstes Selbst als Jesus geliebt werden. Es bedeutet also schlicht, daß Gott in diesem Sinne der Nächste ist, wenn wir Gott als Jesus in dem Nächsten begreifen können.  Dieser Nächste (Gott) muß so geliebt werden, wie man sich selber liebt.

 

 "Liebe Gott als höchstes geistiges Prinzip und wende diese theoretische Erkenntnis praktisch beim Nächsten an, dann wird dieser Nächster, der eigentlich Gott ist, dir deinen liebesmäßigen Status enthüllen!" Liebst du ihn wenig, dann wird er dir gefährlich, weil Satan  in ihn wirken kann, liebst du ihn sehr, dann wirkt Gott in ihm, dann wird er dir nicht mehr schaden können, je nach dem Liebesgrad. (Konsequenz)

 

Über den praktischen Nächsten offenbart sich natürlich Jesus   oder aber Luzifer. Also entweder die warme demütige Liebe oder das kalte egoistische Licht. Das ist die zweite Stufe der menschlichen Entwicklung. Aber erst wenn Gott über alles geliebt wird, bzw. wenn man die Existenz Gottes anerkennt und praktiziert, wird Jesus im Nächsten offenbar. Wenn nicht, wandelt sich der Nächste, er bleibt uns fremd,  bzw. er bleibt satanisch.

 

Also heißt die Erkenntnis der Liebe in der dritten Stufe:

 

Liebe Jesus, den du jetzt endlich als unendlichen Gott erkannt- und gefühlt hast, im Nächsten über alles, weil er (Jesus) dein Nächster im Nächsten ist, der damit zu deinem Bruder wird. Damit wandelt Jesus in Liebe deine Seele um, weil nur die Liebe die Kraft der Wandlung hat. Je mehr Liebe jemand hat, desto größer ist die Kraft der positiven Wandlung.

 

Also vermag es nur die höchste Liebe, Satan   umzuwandeln. Das satanische muß je nach Liebesgrad des Liebenden geringer in Satan werden. Also hat Gott die höchste Liebe, weil Er selbst den größten Gegenspieler umwandeln kann. Aber eben nur Jesus, aber nur Jesus   als Gott. Nur Jesus kann mit seiner unendlichen Liebe Satan umwandeln. Deshalb bedingt die Existenz Satans nicht und niemals die Existenz Gottes. Denn Satan kann selbst mit seinem Haß gegenüber Gott nichts bewirken. Gott braucht keinen Satan und nichts, aber die Existenz Satans war und ist dann notwendig, damit der als Jesus bekleidete Gott dann das Niedrigste lieben und umwandeln kann; damit sie ihre Sehnsucht endlich stillen können. Damit Jesus als Liebe zu den Geschöpfen kommen konnte, mußte ein Satan als Haß vorhanden sein, obwohl Jesus so oder so schon da war.(darauf kommen wir noch zu sprechen)  Denn nur im größten, im allergrößten und wahnsinnigsten Haß wird die Sehnsucht zum Guten idealisiert, weil man sonst nicht mehr lebensfähig wäre. Dann zeigt sich die Stärke der Liebe, zeigt sich damit auch die Größe Gottes. Allerdings hätte das auch ein anderer Satan sein können.

 

Satan  ist folglich die Umkehrung zu Jesus . Satan ist unsere Hülle, Jesus ist unser Inhalt. Die Hülle ist dabei völlig wertlos, auch wenn Satan dabei als Luzifers illuminiert. Er liebt nichts und niemanden und hält sich selbst für Gott. Weil aber die Liebe die stärkste Kraft im Universum  und darüber hinaus ist, kann Satan auf Dauer nicht bestehen. Er wird der Liebe unterliegen müssen, weil er als begrenzte Hülle ohne Inhalt nur eine begrenzte Zeit leben kann. Das weiß er wohl auch, nur kann er in seiner ihm nur noch kurz verbleibenden Zeit soviel Schaden als möglich anrichten.

 

Hier taucht automatisch die Antwort zu der Frage auf, warum nun der Erste als Größter und Bedeutendster gefallen ist? Wenn wir von der größten Liebe ausgehen und bedenken, daß sie eine unendliche Kraft hat, dann wäre sie beinahe eine Verschwendung, wenn sie nicht am größten geschaffenen Geist, sondern nur am zweit- oder drittgrößten ausprobiert würde. Der Erste war auch deshalb so groß und lichtstark, damit die kleinste und demütigste Liebe, die als Jesus auftritt, die scheinbar keine Chance hat, ihn dennoch überwindet. Nicht ein Mensch oder Engel oder sonstwer kann darum Satan verwandeln, sondern dies gelingt nur dem unendlich großen, das sich in seiner Liebe unendlich demütigt. Und das ist nur Jesus, weil Jesus eben die Demutsgestalt Gottes ist. Über Johannes dem Täufer sagte Jesus denn auch, daß er der größte Geist gewesen wäre, der je aus einem Weibe geboren ward, aber der Geringste unser seinen Jüngern wäre jetzt schon größer. Hier meint Jesus diese demütigste Liebe, die Johannes der Täufer damals noch nicht annehmen konnte.

 

An dieser Stelle könnte die weitere Frage auftauchen, warum denn nicht die übrigen Erzengel  , z.B. Michael , Raphael  , Gabriel  , Uriel  das Problem mit Satan  aufarbeiten dürfen, indem sie Jesus dermaßen lieben, daß sie dadurch Satan bekehren können? Wieso muß der Schöpfer selbst in der Person als Jesus  Christus den Satan bekehren?

 

Zunächst einmal muß jeder Mensch für sich dieses Problem aufarbeiten, denn Satan steckt ja auch in seinem Fleisch. So hielt denn der Satan dem Bischof Martin ( Vergl. Bischof Martin von J. Lorber, Seite, 446 Abs. 4) diesen Punkt auch folgerichtig vor Augen indem er Martin sagte: “Wohl hast du, da du das Meer deiner eigenen Bosheit mit Hilfe des Herrn ausfischtest und dadurch deine Sünden zunichte machtest, auch den sogenannten Drachen aus dir – eigentlich aus dem Meere deiner eigenen Bosheit – gehoben. Du meintest, daß ich das gewesen sei; aber ich sage dir, da bist du in großer Irre! Denn jener Drache warst du selbst im ganzen Umfange deiner gröbsten fleischlichen Sinnlichkeit, und nicht ich!”

 

So wie Martin sein Sündenmeer mit der Hilfe des Herrn ausfischte, so muß das ein jeder tun. Aber das übergeordnete Prinzip des Bösen, welches auch nach der persönlichen Bosheitsausfischung Martins noch immer vorhanden war, bleibt solange bestehen, bis es als trilaterales Körper-, Seele-, Geist-Prinzip keine Daseinsberechtigung mehr hat, weil es nur noch die duale Beziehung Gott mit dem Nächsten gibt. Das Dritte kann dem Zweiten dann nicht mehr gefährlich werden, weil so, wie Jesus der Nächste von Gott ist, wir die Nächsten von Jesus werden. Wir sind dann zwar noch die Dritten in Bezug auf Gott, aber in Hinblick auf Jesus werden wir ihm durch die Liebe immer ähnlicher, bis wir die Stufe des Dritten überwinden und uns zum Zweiten hin transformieren. Der Dritte als Fernster, als Fremder kann nur mit Jesus überwunden werden, weshalb unsere gegenwärtige Fremdenliebe ein großer Irrtum ist und wie schon wiederholt gesagt, nur Jesus als zweiten ausgrenzt. Sind schließlich alle Seelenpartikelchen in Liebe umgestaltet, so ist diese Schöpfungsperiode ebenfalls eine Stufe näher zu Gott gerückt, damit ist diese extreme Form des Bösen nicht mehr evident. Es gibt später nur noch Gott und Seine Liebe Jesus, beide zusammen bewirken den Heiligen Geist als die Schöpferkraft, als der Wille Gottes. Weil wir dann jedoch freiwillig in der Liebe Jesus enthalten sind, müssen wir global auch einen entsprechend höheren Liebesgrad als momentan haben.

 

Wir müssen und werden also Satan in uns ausgrenzen, so wie es Martin tat, aber wir müssen doch immer noch eine grobsubstantielle Hülle tragen, die zwar mit unserer moralischen Entwicklung immer feinstofflicher wird, die uns aber trotzdem noch graduell vom Nächsten trennt, die uns also von Jesus trennt. Dieses Trennungs-Prinzip kann nur wieder im Dritten sichtbar gemacht werden, weil die Beziehung zum Fremden unsere komplementäre Beziehung zu Jesus darstellt. Würde das Prinzip von Gut und Böse zu schnell aufgelöst, dann hätten wir eben nicht die Kraft, den Dritten im Hinblick auf den Zweiten zu überwinden. Keiner wäre Bruder/Schwester vom Nächsten aus freiwilliger und eigener Erkenntnis. Würde also Satan zu schnell verwandelt werden, woher stammte dann unsere zeitliche Hülle, um diese Umwandlung in der Zeit zu schaffen? Wir hätten darum nur Luzifer innerhalb eines Bezirks von uns ausgegrenzt, während er darüber hinaus noch vorhanden bleibt. Sind alle unsere Bezirke frei geworden, so haben sich doch unsere bis dahin gehabten Gedanken woanders körperlich niedergeschlagen. Die Bösen dann eben in entsprechend grobmaterieller Form, die guten in entsprechend geistigen Formen.

 

Wachsen und entwickeln sich unsere groben und bösen Gedanken erst einmal zu Planeten und Sonnensystemen, zu Galaxien herauf, dann wird sich schon herausstellen, wer auf ihnen als Christus wirkt? Wer dann seine selbst gemachten bösen Gedanken und Handlungen auf eine höhere Dimension bringt? Wird dies auch Jesus sein, oder werden wir es vielleicht selbst tun, indem wir mit der vollsten Überwinderkraft Jesu dann wirken werden? Werden wir dann vielleicht erkennen, daß wir zum Einen selbst dieser Satan sind, der diese Werke überhaupt erst entstehen ließ und werden wir zum andern deshalb wie Jesus ihn lieben, mit dem Unterschied allerdings, daß dieser Satan dann unser Geschöpf ist? Klettern wir also auf der Stufenleiter der Gedanken Gottes durch unsere Liebe, durch Jesus, immer höher und ziehen auf minderer Stufe unsere minderen Gedankenschöpfungen nach, während wir auf höherer Stufe mit unseren liebevollsten Jesusgedanken konfrontiert werden?

 

Ja, wenn es so wäre, dann gäbe es keine Vernichtung Satans, weil wir selbst Satan sind. Es gäbe dann nur eine stufenweise Umwandlung insoweit, wie wir uns selbst im Hinblick auf Jesus umwandeln. Wir selbst mögen uns vernichten wollen, wenn wir uns als Satan begreifen. Aber dieselben “selbst” mögen ewig leben, wenn sie sich als Gedanken Jesu verstehen. Wie dieser Konflikt gelöst wird, brauchen wir jetzt auch gar nicht zu wissen, das wird die Zukunft zeigen. Jedenfalls können wir später, wie gesehen, den Satan in uns mit Jesu Hilfe ausgrenzen, können ihn durch Jesus erlösen, können weiterhin wohl auch unsere Gedankenschöpfungen selbst erlösen, und trotzdem geschieht doch nichts ohne Jesus, weil dessen Liebe die universelle Verbindungskraft ist, während unsere so oder so, stets nur partiell bleibt.

 

Es geschieht also nichts ohne das Grundwort Liebe, welches von Jesus ausgesprochen wurde und wird. Die Engel, d.h. besonders die Erzengel   sprechen dieses Wort zwar nach, aber sie sind es vom Wesen her nicht vollständig. Sie sind die Boten Gottes und damit dessen Stellvertreter und Glieder Gottes. Satan  fordert auch in uns nicht seine Stellvertreter oder uns als die Stellvertreter Jesu auf, sondern er fordert die höchste Gottheit direkt heraus. Das "Licht" fordert die Liebe und Weisheit heraus. Das Dritte fordert also das Erste heraus, obwohl es ohne das Erste nicht wäre. Das Dritte sagte z.B. das Erste gäbe es nicht, denn die Urgrundliebe des Vaters könne es nicht sehen. Demzufolge gingen alle göttlichen Wirkungen nur von ihm aus, vom Dritten allein, weil man nur ihn sehen könne. Das Licht von Luzifer  wäre also die stärkste Kraft, wäre stärker als die demütige Liebe, die man ja nicht sehen könne. Aber man kann sie fühlen, und wenn man sie intensiv gefühlt hat, dann wird man diese Liebe auch sehen dürfen.

 

Satans Gedankengang ist ja folgender: Er wirft Gott vor, daß er nicht ein schaubarer Gott wäre, denn er hätte sich am Anfang nur als kleines Lichtflämmchen zu erkennen gegeben und ihn, Satan genötigt, es anzubeten. Daraufhin hatte sich Satan in seinem eigenen Licht erschaut und seine sehr viel gewaltigere Größe festgestellt und dann gefolgert, daß er ein viel großartiger Gott sein müsse. Dieser luziferische Gedankengang entstand aus der falschen Schlußfolgerung, dass man die Urgrundliebe sehen müsste, obwohl sie an sich ja nur eine fühlbare Qualität hat. Denn hätte sich Gott schon damals in Seiner ganzen Lichtliebesgröße gezeigt, so wäre Satan ja vernichtet gewesen und deshalb machte es der Schöpfer damals so wie heute, daß er sich nur in der Liebe finden läßt. ( Diesen Lichtkonflikt spricht Jesus in Bertha Dudde an und wie Ihn ein Kind in der Liebe findet, steht in der Geistigen Sonne von Jakob Lorber )Deshalb sendet der Vater als Antwort seinen Sohn, d.h. die Urgrundliebe sendet die Weisheit, sie sendet Jesus so aus, wie die Sonne ihre Lichtstrahlen entsendet  . Diese bewirken das Wachstum jedoch über die Kombination von Wärme und Licht. Das ERSTE sendet sein ZWEITES aus, indem es jedoch  vollständig enthalten ist,  um Seine Schöpfung, das Dritte, zur Räson zu bringen, damit sie sich wieder dem Zweiten angleichen können. Dieses ZWEITE ist jedoch voller Liebe und Demut und wirkt innerhalb der Menschenwelt scheinbar ohne ersichtliche göttliche Willenskraft. Aber nur scheinbar, denn um die Geschöpfe nicht zu verderben, hat das Zweite aus Liebe zum Dritten das Erste in sich abgemildert, weil das Dritte sonst vernichtet würde.

 

Satan   jedoch, in Kenntnis, daß dieser ZWEITE strahlenlos von Gott gesandt wurde, um ihn zur Rückkehr zu bewegen und um ihn gleichzeitig zu schützen, akzeptiert Jesus nicht, weil er an seinem Prinzip der Unsichtbarkeit Gottes festhalten will und “Strahlenloses” darum nicht akzeptiert, weil er damit automatisch sich selbst in Frage stellen müßte. Denn akzeptiert Satan die Personalisierung Gottes innerhalb einer strahlenlosen Form, dann muß er Jesus als seinen Meister anerkennen und erkennt somit eine konkret stabilisierte Form außerhalb seiner selbst als ihm überlegen an, obwohl der Körper dieser Person aus seinem ehemaligen Seelenmaterial stammt. ( Genaueres darüber in den Werken von Lorber und Dudde  . Bei B. Dudde wird die Entwicklungsgeschichte von Jesus geschildert, der vorher schon als Melchisedek auf  Erde weilte )In Satan würde die Frage und Antwort auftauchen, wieso seine ehemalige Materie als geringstes Seelenpartikelchen eine so unendliche Macht- und Liebesfülle erlangen konnte, und das alles ohne Licht. Also müßte ja doch außerhalb seiner selbst ein konkreter Gegenspieler vorhanden sein und müßte die Liebe stärker als sein Licht sein, dem er nichts mehr entgegenzusetzen hätte. Die Forderung Satans nach einem sichtbaren Gotte ist mit der Existenz von Jesus erfüllt, ein Umstand, den Luzifer  verzweifelt zu vertuschen sucht. (wobei er sehr erfolgreich ist) Weil Jesus jedoch strahlenlos kam, im Gegensatz zum luziferischen Satan, der mit seinem Illuminationsgehabe die damalige Welt völlig beeinflußte, wurde die reine und demütige Jesus-Liebe ohne glänzendes Strahlenkleid auch von den Menschen nicht mehr erkannt. Diese Liebe soll und muß man eben fühlen und nicht unbedingt sehen. Das ist auch der Unterschied zwischen Licht und Liebe. Das Licht in seiner Effektivität kann nur durch die Liebe geregelt werden, die eine zu starke Lichtintensität gegenüber schwächeren Wesen mildert, ansonsten sie keine Liebe wäre. Das Licht selbst vermag nichts, auf diesen Gedanken zu kommen und würde schwächere Wesen automatisch töten.

 

Der demütigste Jesus  , der sich sogar vom abgefallenen Licht ergreifen und töten ließ, wendete damit eine Liebe vom Vater an, die Satan   als völlig menschenunmöglich versteht und welche die ursprüngliche Reihenfolge wieder herstellt. Denn Jesus konnte eben nicht getötet werden, weil die unendliche Liebe ewig ist. Nur ihr zeitweiliger Körper, die Hülle, wird getötet, wobei diese Tötung jedoch in der “Fleischlichen Auferstehung” ebenfalls nur scheinbar ist.

 

Jesus  mußte sich deshalb auch von Satan körperlich  töten lassen, um Seine höchste Liebe zum Ausdruck zu bringen. Die Weisheit (das Zweite) muß sich der Liebe (dem Ersten) beugen, damit das Dritte (Licht) entstehen kann. Darum ist das Licht auch nur die Folge der demütigen Weisheit. Licht allein kann nicht bestehen.

 

Dieses Dritte, in welchem allerdings das Erste und das Zweite enthalten sind,  ist deshalb ein Kind   der zwei vorhergehenden, es ist das Produkt. Es ist ihnen aber nicht gleichgestellt, sofern es sich auf die Schöpfung bezieht. Im Schöpfer selbst mag es wohl keinen Unterschied geben, in der Geschöpflichkeit schon.

 

In Gott selbst gibt es zwischen Liebe, Weisheit und Licht keine Harmonieprobleme.[14] Seine Liebe umfaßt die Weisheit und damit das Licht. Das Licht von Gott ist deshalb auch nicht das Licht von Satan . Im Gotteslichte ist Jesus der ausgesendete Teil der Liebe, der zu den Geschöpfen kommt. Das Licht von Gott ist gleichzeitig der heilige Wille Gottes, Jesus zu den Geschöpfen zu senden. und ist darum nicht mit dem Willen von Luzifer   gleichzusetzen, der sich selbst als leere Schale ohne Inhalt, aber niemals inhaltsvoll mit Jesus sendet. Luzifer hatte zwar damals (vor dem Abfall) das Licht von Gott, aber Gott hatte natürlich sein Eigenlicht behalten. Gott hatte sich natürlich nicht des Lichtes entäußert, als er Luzifer schuf. Genauso wenig wie wir Menschen weniger werden, wenn wir etwas in Liebe, wenn wir also etwas mit Jesus schaffen. Aber ohne Liebe, d.h. ohne Jesus leert es uns, weil es von uns die fehlende Liebe zurückfordert, die wir aber damals nicht hatten, ansonsten wir es mit Liebe geschaffen hätten. Also alles, was lieblos geschaffen wird, zwingt den Schöpfer zur liebevollen Entwicklung, damit er seine Geschöpfe aus der Lieblosigkeit erlöst. Da sich Satan jedoch weigert und uns damit tötet, übernimmt Jesus voller Liebe dessen Rolle und verbindet uns wieder mit der Lebensquelle. Gott selbst hat in der höchsten Liebe geschaffen und braucht darum Satan und dessen gefallenen Anhang nicht erlösen. Das tut Er über Jesus nur für uns als die Kinder von Satan, als die Kinder vom gefallenen Lichte. Da Satan keine Liebe für uns hat, mußte eben Jesus einspringen.

 

Die Haupteigenschaft des Lichtes, der Glanz, der neben sich nichts gleiches duldet, kann ja nur durch Liebe und Weisheit im Gleichgewicht gehalten werden, wie es bei Gott auch der Fall ist, andernfalls wird dieses Licht, welches dem Willen Gottes entspricht, nicht im Dienst der demütigen Liebe gestellt und beraubt sich dadurch dieses Glanzanteils. (wie bei Luzifer passiert, der zu Satan wurde) Denn nur die demütige Weisheit schafft die Wege, die in dem Licht die Liebe erschauen läßt. Die Weisheit muß der Liebe untertan sein, damit der Glanz geregelt wird. Dieser Glanz ist der Liebeglanz. Das Zweite muß sich dem Ersten fügen.

 

Kleiner Exkurs: Weil in Bezug auf Gott, der Mann die Liebe darstellt, (genau umgedreht wie zwischen Mann und Frau sonst) muß sich die Frau ihm fügen. Eva , als zweite Schöpfung neben Adam  mußte sich ihm deshalb unterordnen.

 

Deshalb mußte sich auch Jesus   als zweiter Anteil der Gottnatur, der Liebe des VATERS unterordnen! Er dokumentierte dies für uns auch mit den Worten: “Vater in Deine Hände lege ich meinen Geist!”  Jesus nahm quasi die Stellung des verlorenen Sohnes ein, um als stellvertretender Sohn die abgefallene Schöpfung [15] wieder auf den richtigen Weg zu bringen.

 

Weil Luzifer  sehr viel Lichtanteile bekam "Lichtträger", war die Tendenz des Grundkonflikts schon vorhanden. Luzifer sollte mit diesem Licht, mit diesem Willen zur Selbsterkenntnis  die Wege von Gott erkennen und freiwillig [16] einhalten. Aber die luziferische Selbsterkenntnis beschränkte ihr Licht nur auf das eigene Selbst und wollte damit Gott aufsaugen [17]. Sie wollte Gott in ihrer Hülle gefangen nehmen, um Ihn nicht mehr aus sich fließen zu lassen.

 

Bei Satan  sieht man deshalb auch ganz deutlich, wohin es führt, wenn man seine Liebe und Weisheit nicht im Gleichgewicht hält. Eigentlich muß die Liebe sogar prädominant sein, um ein Ziel vorzugeben, welches man einzuholen versucht. Darum kann man Gott weder in der Liebe, der Weisheit, noch im Lichte einholen, genauso wenig wie die anderen sieben Eigenschaften, die sich daraus ergeben.

 

Luzifer  hatte sogar versucht, mit dem geringsten Anteil, mit dem Licht ohne Liebe, mit dem rein materiellen Licht (siehe Kapitel 1.5 über die Physiker ), Gott einzuholen und sogar zu überholen. Wenn, dann bleibt man nur mit der Liebe auf der Spur. Nur die Liebe zu Gott gewährt einem die Gnadengeschenke der Weisheit und des intensivierten geistigen Lichtes. Weder können die Weisheit noch das materielle Licht sich Gott annähern. Das ist völlig unmöglich, wie wir schon herausgearbeitet haben und es an späterer Stelle noch genauer herausarbeiten werden. Nur in der Liebe ist das Gefühl zum Nächsten erhalten, sind die anderen Anteile genügend vorhanden, weil im Ersten auch das Folgende stecken muß. Aber die Weisheit und das Licht bleiben hier bei uns Gefühlsfragmente in Bezug auf die Liebe. Für die Liebe kann es deshalb auch keinen Ersatz geben, während Licht und Weisheit zum Teil synonym verwendet werden können. Wir dürfen hier allerdings nicht unser noch sehr satanisch begrenztes kaltes Licht nicht mit dem göttlichen Licht verwechseln, wo genügend Liebe und Wärme ist, wo die Liebe vollständig enthalten ist.

 

Nur die Liebe im Licht ist unser Weg zu Gott zurück, darum ist Jesus  letztendlich nicht nur die Weisheit als Sohn der Liebe, sondern darüber hinaus ist er die Liebe selbst, die den Geschöpfen den Weg zum VATER bahnt. (Siehe Anfangskapitel HHG Bd 1) Jesus als Weisheit war und ist in der Liebe enthalten, wie das Zweite und Nächste in Gott, im Ersten enthalten ist.

 

Betrachtet man sich einmal die arabischen Ziffern, hier speziell die Eins und die Zwei, so wird man bei korrekter Schreibweise bemerken, wie das Aufwärtsstreben der Eins durch die schräg nach oben hin offene Krümmung abgemildert wird, die links am Vertikalstrich angehängt ist. In der Eins trifft sich deshalb die Liebe mit der Weisheit an ihrer Spitze, während die ursprüngliche Zwei in allen ihren Komponenten rund ist. In der Zwei gibt es dagegen nichts ausgesprochen gerades, dafür aber drei verschiedene Rundungen. Die erste Rundung ist nach links geöffnet und symbolisiert das Herz; sie erscheint auch wie ein halbes Herz. Die zweite Rundung ergibt einen Kreis als in sich geschlossene Liebe. Da diese Liebe jedoch nicht geschlossen, sondern offen ist (Spirale), wird dieser Kreis in der dritten Rundung verlängert und steht so auf dem Boden, daß sie wie eine Schüssel nach oben hin offen, nach unten hin geschlossen ist.

 

Die erste Rundung nimmt die Liebe auf und verwahrt sie in der zweiten als Kreis, während sie in der dritten Phase diese Liebe nach oben hin abgibt. Dasselbe gilt auch umgekehrt. Die Zahlen Eins, Zwei und Drei sind alle nach links zum geistigen hin geöffnet. Darum ist die Weisheit als Zwei nur wahrhaft weise, wenn sie liebevoll ist, während heutzutage unter Weisheit nunmehr ein schroffes Erstes verstanden wird, und diese Ziffern auch mehr oder weniger verändert werden, wie z.B. in dieser Druckschrift hier, wo die Eins (1) keine Rundung hat und einen kleinen Sockel erhält, während die Zwei (2) keinen Kreis hat um die Liebe zu bewahren, etc.....

 

Vom Grundprinzip her war Luzifers Unterfangen völlig unmöglich, weil es nicht von Gott ausging, dem alles möglich ist. Nur der unendlichen Liebe ist es möglich Wünsche (Absichten) zu haben, welche die unendliche Weisheit realisiert. Nur solch eine Liebe kann Wesen von sich abtrennen, die in ihrer Trennung nichts mehr von der Liebe wissen wollen, und doch werden sie von der Liebe nicht aufgegeben. Weder das materielle Licht noch die Weisheit kann die Liebe als Gefühl entthronen, denn sie überwinden diese Trennung nicht. Nur die Liebe überwindet das materielle und damit zeitlich gebundene Licht und diese daraus folgende materielle Weisheit, weil sie als Gefühl, weil als ein kleinstes schon überall da ist, wo die anderen nie hinkommen und wo sie als größtes schon dort ist, wo die anderen hinwollen, weil sie eben Alles ist. Deshalb fühlt man auch das Licht oder den Schatten.

 

Genau dies muß Luzifer   realisieren, daß, egal was er unternimmt, ein Abgetrenntes, und hätte es noch soviel Licht, solange abgetrennt bleibt, bis die Liebe hinzutritt, die es verbindet. (siehe auch Band 1,  Kapitel 1.5 – Die leidenschaftslose Sehnsucht, wo wir das Licht im Hinblick auf die Wissenschaft (Physiker) unter der Zuhilfenahme von Einsteins Relativitätstheorie kurz beleuchtet haben. )Jesus   ist diese Liebe, und er ist auch der Weg dazu. Nur dieser Weg führt zur unendlichen Liebe und erlöst die gefallene Materie. Deshalb ist Jesus zugleich Christus. Aber zugleich ist er noch mehr. Der Weg führt zum Ziel und ist damit das Ziel. Der Weg ist das Ziel. Der Weg heißt Liebe, das Ziel heißt Liebe. Der Weg der Liebe wurde mit Weisheit geschaffen. Ohne Licht geht es natürlich, wie es Jesus dokumentiert hatte, der völlig lichtlos und demütig zu uns kam, so daß in ihm der Vater vollständig wirken konnte. Das demütige Licht, das glanzlose Licht nämlich trägt in sich den Vater und stößt sich deshalb nicht an Ihn, weil die Beziehung Gleiches stößt sich ab nicht mehr gilt. Aber ohne Liebe und Weisheit geht nichts.

 

So heißt es denn auch in der Genesis: "Im Anfang war das Wort (Licht)". Es heißt nicht, dass der Anfang sein Licht war, wie es Luzifer  so gern hätte. Nein, nur war im Anfang auch Licht enthalten. Das Licht der Selbsterkenntnis  war bei Gott schon immer und ewig vorhanden, während es bei uns, als geschaffene Wesen, einen Anfang haben mußte, an dem Gott Sein Licht in uns setzte. Unser Anfang hingegen ist in völliger Unkenntnis dieses großen Gotteslichtes in uns selbst und muß sich erst als kleineres Licht der Hülle begreifen, bevor es diese Liebe in sich selbst versteht.

 

Weil diese Hülle jedoch begrenzt, muß man damit später automatisch seine Hülle umwandeln, indem man sich dem großen Urlichte fügt. (Fleischliche Auferstehung) Aber diese Selbsterkenntnis kann ja nicht geschehen, ohne das sich das kleinere materielle Hüllenlicht, die Weisheit, mit dem größeren Liebeslicht träfe, ohne das diese beiden eine Ehe eingingen. Erst wenn sich die Liebe mit der Weisheit trifft, erst dann beginnt die Selbsterkenntnis, dann erst beginnt das Liebes-Licht in uns zu wirken.

 

Das gilt sowohl innerhalb als auch außerhalb von uns. Innerhalb haben wir diesen Konflikt mit dem Hoheitsgefühl auszufechten. Dieses Hoheitsgefühl begreift sich selbst als gottgleiches Licht und kann deshalb nichts Gleichwertiges neben sich dulden (siehe Luzifer). Nur die demütige Liebe als Quelle dieses Lichtes vermag es, diesen Äquivalenzgedanken zu überwinden, weil sie ihre Herkunft aus der Ewigkeit akzeptiert und sich dieser auch freiwillig unterstellt. Außerhalb von uns finden wir diesen Konflikt in der schon besprochenen Ehe wieder. Auch deshalb ist es höchst schädlich, wenn sich die Frau als das Symbol des kleineren Lichtes nicht demütig unter der Liebe des Mannes stellt. Gleichberechtigt ist das Licht nie, gleichberechtigt ist nur die Liebe.

 

Das Licht strebt im Prinzip von der Quelle hinweg hinaus in den Raum und wird naturgemäß immer schwächer, immer lebensschwächer. So könnte es niemals bis zu seiner Quelle zurückkehren, wenn es in sich nicht die Liebe als Quelle des Lichtes trüge, und wenn sie das nicht durch ihre eigene Selbsterkenntnis herausfände. (siehe die Fliege - Jakob Lorber) Findet das ausgesendete Licht in sich diese Liebe, so kann sie sich an ihr entzünden und wird von der nun mächtiger werdenden Liebe bis zurück zur Quelle getrieben. Die Sehnsucht zur Quelle treibt es also zurück. Dieses nun zurückkehrende Licht wirkt stärker als das ausgesendete Licht, weil es durch die nun brennende Liebe stärker intensiviert ist. Deshalb erkennt man im Liebe-Licht alles genauer, wie man z.B. ja auch im Sonnenlicht besser als unter einer künstlichen Lichtquelle sieht.

 

Darum kann sich die Liebe als Urquelle auch nie beflecken, weil sie alles sieht und in sich völlig klar ist. Gottes Liebe ist und bleibt rein und kann so auch nur Reines schaffen. Denn eine befleckte Gottes-Liebe wäre eine fehlerhafte Liebe und würde heruntergezogen werden. Aber die Liebe des Erschaffenen Luzifers wurde aus seinem freien Willen heraus unrein und das macht er Gott auch zum Vorwurf. Er befleckte die Liebe Gottes in sich, weil er Gott beflecken wollte. Er suchte in sich nicht diese Urquelle, sondern nur das Licht. Er suchte in sich nicht den Mittelpunkt, sondern nur die leere Hülle. Er suchte nicht das Leben und fand darum den zeitlichen Tod.

 

Darum auch  sagt er, ebenso wie solche Menschen, daß Er nur fehlen konnte, weil Gott ihn schon fehlerhaft geschaffen hatte. Damit weisen sie für ihre Fehler die Verantwortung weit von sich und schanzen Gott den schwarzen Peter zu, während sie andererseits alles Gute für sich selbst in eigenen Anspruch nehmen und Gott dann nichts mehr übriglassen. Gott sei einesteils mithin ein Stümper und zum anderen gar nicht existent. Nur die Liebe zum Geschöpf kann beflecken und genau das ist auch durch Satans Abfall passiert. Die Liebe zum Geschöpf befleckt dann, wenn man es im Zuge seiner Ausbildung zwischen den Elementen der Wahl stellt und das Geschöpf freiwillig die falsche Wahl trifft.

 

Der menschliche Vorwurf an Gott ist seit Jahrtausenden immer derselbe und ergibt sich aus dem oberen Satz. Wenn das Geschöpf als auch später das lieblose Kind aus freiwilliger Entscheidung heraus die falsche Wahl trifft, haben dann Gott oder wir einfach zu wenig Liebe gehabt? Gott sicherlich nicht, wie wir gesehen haben, wir im eigentlichen Sinne nur, wenn wir zuwenig Jesusliebe angewendet haben, was wohl meist der Fall ist.

 

Dieser Konflikt ist der Seinskonflikt überhaupt: denn ohne einen notwendigen Gegenpol zur demütigen Liebe kann man keine Wahl treffen. Für uns gibt es deshalb auch kein Licht ohne Schatten. Also betrifft dieser Vorwurf der zu wenigen Liebe unsere Existenz überhaupt. Haben wir nämlich genug Liebe, dann können wir diesen Vorwurf unmöglich machen und sind darüber hinaus Gott für unsere Existenz dankbar. Haben wir allerdings zuwenig Liebe, dann sind wir für dieses Leben undankbar, dann durchschauen wir nichts und machen alles und jeden Vorhaltungen und wollen und können unsere eigene Verantwortung für unsere freie Entscheidung nur übernehmen, wenn es für uns positiv ausfällt. Aber mit solch einer Einstellung blockieren wir unser inneres Wachstum und erleben dann die Hölle, die uns letztlich wieder auf Kurs zwingt. Wie anders will man aber ein freies Leben gestalten, wenn nicht so?

 

Durch eine falsche Wahl wird und wurde die Liebe zum Schöpfer geringer, anstatt sich zu vermehren. In diesem Sinne kann man von der befleckten Liebe in sich sprechen. Diese befleckte Liebe spaltet sich dadurch vom Ziel ab, weil es ihm widerspricht. Dadurch wird das Ziel nihiliert und der Sinn des Unternehmens ist in Frage gestellt. Jener Anteil, der als Gott (Quelle) das Ziel darstellt, darf sich jedoch nicht als befleckt, darf sich nicht als entheiligt fühlen, weil er dadurch gezwungen wäre, Seine Liebe im Licht zurückzuziehen und so diese Schöpfung zu vernichten. Der Vater will seinen Sohn jedoch nicht töten, sondern er betrachtet ihn nur als verloren. (zeitlich) Der Vater muß sich deshalb von der Liebe des Sohnes zeitlich trennen, bzw. die Liebe muß sich von IHM trennen und muß zu den Geschöpfen halten, damit sie lebensfähig bleiben. Genau das tat die Liebe damals. Hätte sich die Liebe der Geschöpfe wegen nicht von Gott getrennt, dann hätte Gott Seine Geschöpfe und damit seine Liebe und damit sich selbst zerstört. Ein Unding, eine Unmöglichkeit, ein Paradoxon. Die Liebe mußte und muß also die stärkste Kraft sein, weil sie alles zusammenhält. Gott mußte darum auf seine Liebe hören.

 

 

4.7   Die geistige Bedeutung der Worte

 

Andererseits stellte Gott, der noch von Seiner Liebe getrennt war (Gott war und ist natürlich nie von Seiner Liebe getrennt, aber innerhalb unseres begrenzten dreidimensionalen Raumes, innerhalb unserer Körperwelt ist er für unsere gewisse Entwicklungsperiode von uns getrennt, jedenfalls solange, bis Er als Jesus kommt und uns Selbst zu Sich zurückführt. Das ist unsere geistige Wiedergeburt und hebt dann die Trennung zwischen Gott und uns, damit aber zwischen Gott und Jesus bei uns wieder auf. Denn vorher gab es für uns keinen Jesus, vorher gab es nur Gott. Deshalb war Gott bei uns von seiner Liebe getrennt und wir hatten damit keinen fühlbaren Liebe-Gott mehr. ), eine Forderung, welche die Liebe erfüllen mußte, ohne jedoch vorher zu wissen, was es sein würde (siehe in der Haushaltung Gottes Bd. 1 von J. Lorber ) . Die Liebe sagte also vorher bedingungslos zu. Gottes Forderung lautete, daß die Liebe diese Schmach tilgen müsse, indem sie einen Erlösungsplan   ausarbeite und als Mittler diese abgefallene Schöpfung wieder zu Ihm zurückbringe. Deshalb ist Jesus auch die Liebe selbst, um die Geschöpfe wieder zum Vater, um sie wieder zu Gott zurückzuführen, damit der Schöpfungsplan  erfüllt werde.

 

Als die Liebe diese Bedingung annahm und sie mit der Kreuzigung  erfüllte, kehrte sie wieder zu Gott zurück. Jesus , der auch die Stellung des verlorenen Sohnes erfüllen mußte, war als Menschensohn die Weisheit, die sich demütig mit der Liebe verband, um für Gott die Schöpfung zu retten. Damit wurde er jedoch zu Gott selbst, indem er als personifizierte Liebe wieder Gottes Allmacht zurückbekam, weil nun zwischen Gott und Seiner Liebe bei uns nichts mehr stand. Gott ist in Jesus mit Seiner Liebe eins geworden. Das Wort Gottes wurde deshalb mit Jesus erfüllt, d.h. gefüllt. Als Gott sprach: “Es werde!”, da wurden Wesen geschaffen. Aus Seinem Wort wurden Geschöpfe. Der Kern dieser Geschöpfe ist jedoch die Liebe, weil sie aus der Liebe geschaffen wurden. Deshalb kann man sagen, die Liebe in Gott sprach zu Ihm: “so lasse uns Geschöpfe machen!” Diese nun in Liebe geschaffenen Geschöpfe tragen die Liebe selbst als Wesenskern, damit wurde Jesus schon in die Materie vorgesät. Die Materie nahm damit das Fleisch und den Geist aus Jesus an, ohne das zu bemerken. Damit sie das auch nicht bemerken konnte, mußte die Herkunft verhüllt werden. Deshalb zeugte die Liebe auch das Erste Geschöpf und mit ihr dann zahllos viele. Dieses erste Geschöpf aber ist aus freiem Willen gefallen, und durch diesen Fall trat eine Rachsucht, und damit eine Gottesvergessenheit auf. Erst in dieser Gottesvergessenheit waren die Wesen frei und konnten wählen, vorher mußten sie wählen.

 

Darum existiert übergeordnet auch kein Satan, sondern dieser gilt für uns nur innerhalb dieser bestimmten Entwicklungsphase dieses Schöpfungszyklus. Denn auf einer höheren Ebene sind Satan und Jesus zwei Seiten derselben Medaille. Als die Liebe sprach: “es werde”, da wurde zuerst Jesus als Liebe gesendet und um ihn herum das begrenzende Illuminationskleid des Luzifers geschaffen. Aber im Plan des Schöpfers mußte es aus den vorher genannten Überlegungen ersichtlich sein, daß die Liebe sich als Jesus noch nicht im rechten Verhältnis konkretisieren durfte, da Luzifer ja nicht das Erste, also Gott selbst, sondern nur das erste geschaffene Wesen war.

 

Die Liebe war vollständig in Gott enthalten, aber als sie das “Werde” aussprach, da zog sich ein Teil von ihr zu den Geschöpfen hinunter, konnte und durfte sie jedoch nicht vollständig mit dem Licht der Selbsterkenntnis erfüllen. Damit trennte sich die Liebe und ein Teil verblieb in den Geschöpfen, der andere Teil in Gott. Diese Trennung war allerdings keine reale, solange die Geschöpfe im Sinne Gottes, also im Sinne der Liebe handelten. Denn Gott und die Geschöpfe wurden erst dann real getrennt, als Luzifer mit seinem Anhang fiel und die Verbindung zu Gott kappte, da er in sich selbst nicht Gott (Jesus) erkennen wollte. Damit das geschehen konnte, mußte die Liebe Gottes (Jesus) für Luzifer für eine gewisse Zeit unsichtbar bleiben. Eine unsichtbare Liebe muß ja gespürt werden, damit sie wirken kann, denn die Liebe ist eine Gefühlswirkung. Luzifer hätte also dem Gefühl die Dominanz über das Sehen geben müssen und hätte in Demut warten müssen.

 

Er hätte seiner Sehnsucht treu bleiben müssen. Luzifer hatte jedoch keine Geduld, wartete nicht auf sichtbaren persönlichen Gott und hielt sich dann eben selbst dafür. Das aber war letztendlich die Trennung. Er hielt sein beleuchtetes Selbst für Gott. Durch diese Trennung hätte die Liebe, die sich in die Geschöpfe hineingezogen hatte, wieder vollständig zu Gott zurückkehren können. Damit hätte sie jedoch die Geschöpfe vernichtet. Weil die Liebe aber die stärkste Kraft ist, muß sie auch jegliches Hindernis überwinden. So blieb dieser Teil der geleugneten Liebe standhaft und kehrte nicht zu Gott zurück. Erst mit der Kreuzigung wurden sie wieder eins. (Das muß jeder für sich durchmachen)

Jesus befleckte sich also (hier in der Zeit) aus Liebe zu uns, nahm damit alle Sünden auf sich, weil er unserer Freiheit wegen als Gott unsichtbar bleiben mußte und gab den einen Teil von sich als Hülle her; das war Satan und war die zeitliche Trennung. Und doch kam und kommt er als die ewige Liebe von außerhalb aus der Ewigkeit wieder und hebt diese Trennung auf, indem er uns seine Liebe als ewiges Mittel gibt, um diese Hülle (Sünde=Satan) zu überwinden.

 

Als Jesus sprach: “Es ist vollbracht!” , da erst hatte er seine Geschöpfe soweit mit seiner Liebe getränkt, daß diese Geschöpfe nicht mehr sterben konnten, als sich am Kreuz die Umwandlung des Menschensohns zu Gott selbst vollzog, indem die vorher getrennte Liebe nun vollständig mit Gott ausgesöhnt wurde, weil der Sohn wieder zum Vater zurückkehrte. (Wir erinnern uns, das ausgesendete Licht kehrt letztendlich zur Quelle zurück: der verlorene Sohn!)  Der erste Mensch kehrte zum Vater (Gott) zurück, weil nur Gott selbst in Jesus zu Sich umkehren konnte und durfte, nachdem er sich vorher in Seinen Geschöpfen von Sich, für unseren Schutz, abwenden mußte. So wie in diesem ersten Menschen Jesus erstmals eine vollständige Rückkehr zu Gott geschah und Gott hier bei uns vollständig wurde, so vollständig können wir niemals umkehren.

 

Jesus war und ist für uns das Partikel, daß die gesamte Welle umkehrte, weil er wie die Welle wirkte,(Jesus wirkt hier wie das Licht, wenn man von der Doppelnatur des Lichtes ausgeht: einmal als Teilchen, wenn er von uns nur partiell erkannt wird, sodann als Welle, welche die vollständige Rückkehr zu Gott einläutet. Aber diese Doppelnatur besitzen wir als seine Lichtteilchen ebenso. ), während wir nur Partikel sind, die durch ihn zu ihm hin gerissen werden. Jesus wurde damit zu dem, der er war und konnte somit zu recht sagen: “Ich bin (wieder) der, der Ich bin (Jabusimbil!” während wir in der Wahrheit niemals sagen könnten, “Ich bin” denn wir sind es einfach nicht. Wir müßten sagen: “Jesus ist!” denn wir sind es nicht, sondern erst dann, wenn wir wie Paulus  sprechen.(“Jetzt lebe nicht mehr ich, sondern jetzt lebt Jesus in mir!” )

 

 Luzifer allein beharrt darauf, daß er es selber ist, weil er diese unendliche Liebe nicht akzeptieren will. Er will und kann diese Liebe nicht annehmen, weil er sich nicht als dessen Sohn, sondern als dessen Vater betrachtet. Darum ist er auch nicht wie Jesus, der Sohn der Liebe, sondern er ist der Vater der Lüge. Dieser Vater der Lüge, der Vater des Hasses will nur beweisen, daß er stärker als die Liebe ist, will beweisen, daß die Materie über den Geist steht.

 

Also wurde und wird immer die Liebe zur Rechenschaft gezogen. In Bezug auf Gott waren wir ständig zwischen Gott und Seiner Liebe, obwohl sich Seine Liebe natürlich in Gottes Herzen, in seinem Mittelpunkt aufhielt. Also wären wir und sind wir automatisch im Mittelpunkt Gottes, sofern sich Jesus hier bei uns aufhält. Damit hätten wir, sündenbedeckt wie wir alle sind, Gott allerdings unheilig gemacht. Da jedoch Jesus durch diesen materiellen Raum scheinbar von Gott getrennt ist, bleibt Gott heilig, Jesus allerdings nicht. Wer kann aber Gott und Seine Liebe trennen, wenn das Produkt von diesem Zusammenschluß Gottes Leben, damit Gottes Wärme und Licht, damit Dessen Geschöpfe darstellt? Wollte man Gott von Jesus trennen, trennte man Gott wieder von Seiner Liebe, von seinem Leben, von Seinem Lichte, was völlig unmöglich ist. Das gilt wie gesagt nur immer für uns, das gilt nur für den begrenzten Raumkörper. Nur in uns können wir Gott und Jesus trennen und dadurch sterben. Fügen wir beide wieder zusammen, dann leben wir.

 

Bei Gott ist dieser Prozeß hingegen unumkehrbar und garantiert unser aller Leben. Nur die Sehnsucht weist uns den Weg zu unserem persönlichen Gott und hilft uns dabei ewig zu werden, indem wir Gott und Jesus wieder zusammenfügen, indem wir Braut und Bräutigam zusammenbringen.

 

Diese Sehnsucht zur Hochzeit ist der Rest von Ahnungen, ist der Gefühlsrest von jenen Zeiten, wo “unser wesentliches Sein oberhalb von Gott war, sofern wir Gott als Beginn der Kreatur fassen”, um die Worte von Meister Eckhart zu gebrauchen. “In jedem Sein Gottes nämlich, wo Gott über allem Sein und über aller Unterschiedenheit ist, dort waren wir selbst, da wollten wir uns selber und erkannten uns selber, diesen Menschen zu schaffen. Und darum sind wir die Ursache unser Selbst, unserem Sein nach, das ewig ist, nicht aber unserem Werden nach, das zeitlich ist. Und darum sind wir ungeboren, und nach der Weise unserer Ungeborenheit sind wir ewig gewesen und sind wir jetzt und werden ewiglich bleiben... wären aber wir nicht, so wäre Gott auch nicht, so wäre Gott nicht Gott. Dies zu wissen ist nicht not.” (Eckhart, siehe Seite 39)

 

Gott hatte also auf  Seine Liebe gehört und dadurch einen Teil scheinbar für eine gewisse Zeit von sich abgetrennt. Innerhalb einer gewissen Zeit sollten diese Geschöpfe sich dann als die Liebe erkennen und mittels dieser Liebe sich IHM dann freiwillig angliedern, indem sie diese künstlich geschaffene Trennung aus eigenem Entschluß überbrücken und zu IHM zurückkehren. Der Teil, der die Rückführung zu Gott bewirkt, ist Jesus, während der Teil, der sich dieser widersetzt, um diese Geschöpfe zu prüfen, eben Satan ist. Wir sind aber, wie Meister Eckhart ausführt, vor Satan schon gedanklich dagewesen, weil wir in der Liebe Gottes von Anfang an enthalten waren. Nur war diese Existenz noch im primären Bewußtsein Seiner Liebe, von der wir nur als Gedanken Gottes eine Sehnsuchts - Ahnung haben, nicht jedoch als eigenständige Geschöpfe. Damit wir den Standpunkt Gottes auch vom Standpunkt Seiner Liebe aus betrachten konnten, mußten wir einen Wechsel vom Gedanken weg zur Liebe hin machen und wurden damit konkret, weil die Liebe sich im Schaffen, also im Widerstand und nicht im Denken äußert. Das Schaffen, hier als “Das Wort”: “ES WERDE” bezeichnet, hatte diesen Positionswechsel der Liebe zur Folge. Ein Teil verblieb bei Gott, ein anderer Teil blieb beim Werk. Um das Leben der Gottheit aber weiter zu garantieren, konnte und mußte dieser Liebesanteil im Werk jedoch geringer sein, damit er, falls das Geschöpf gegen den Schöpfer rebelliert, nicht so sein Leben verwirkt, wie das unter den Menschen geschieht, wenn das Kind den Vater tötet.

 

 So, wie bei uns die Liebe Gottes durch die Schöpfung gespalten ist, so ist auch unsere Liebe gespalten. Wir sind in zwei Geschlechter getrennt worden, nämlich in Mann und Frau, die nur über Jesus ihre Getrenntheit überwinden und zur Einheit als Engel finden können. Damit hätten wir dann nur den zweiten Fall, nämlich den von Adam und Eva überwunden, müßten anschließend jedoch noch den ersten Schöpfungsfall Satans aufarbeiten. Im ersten Schöpfungsfall müßten wir dann, wie schon ausgeführt, eine Rückführung unserer eigenen bösartigen Gedanken und Handlungen in aller Liebe machen, damit wir hierdurch den Positionswechsel vom Geschöpf zum Schöpfer zurück machen können, um uns als Schöpfer zu erleben der dann weiß, was es bedeutet,  wenn er das “ES WERDE” ausspricht. Dann erst werden wir uns als die Ursprungsgedanken Gottes empfinden, die so liebevoll sind, daß die aus ihnen unendlich sprießenden Gedanken- und Handlungsfolgen ebenfalls unendlich liebevoll sind, weil sie sich in uns mit Gott und Jesus verbunden haben. Die bewußte Kenntnisnahme und die verantwortungsvolle Pflege unser ehemals bösen und bösesten Gedanken, die wir als extrem verstümmeltes Wort in die Welt gesetzt haben, eben weil wir nicht die Liebe Gottes als Jesus selbst sind, diese ungeheure Verstümmelung kann von uns alleine natürlich nie bewältigt werden.

 

Deshalb sind wir immer und ewig auf Jesus angewiesen, weil wir uns dessen Liebe bedienen müssen, um diese grausamen Verstümmelungen rückgängig zu machen. Somit wird Jesus dann für uns der Heilige Geist, wird zum Willen des Vaters, um uns zu Ihm zurückzuführen, während Satan, bzw. das was er dann noch ist, nur noch diese Zeitspanne ist, die Eckhart oben ansprach mit: “wir sind Gott nur unserem Sein nach, aber nicht unserem Werden nach, das zeitlich ist!” In Gott sind wir dann Sein “Sein”, der Wirkung unseren ehemaligen bösen Gedanken und Handlungen nach, dann jedoch Satan, der Wirkung unseren guten Gedanken und Handlungen nach dann Jesus. Erst in Jesus sind wir in unserem Sein, während diese Umwandlung von Gott über Satan zu Jesus unseren Werdegang vom (Sein) Gedanken Gottes zum Geschöpf (Werden) bezeichnet, wobei unser Führer die Sehnsucht nach Liebe zu Jesus ist. Steht das Geschöpf als eigenständiges Wesen vor Gott, dann ist es unheilig, weil es sich außerhalb von IHM stellt (scheinbar). Erst durch Jesus wird das Geschöpf wieder in Gott aufgenommen, erst durch Jesus kehrt das Geschöpf wieder um und kann sich als Teil Gottes begreifen. Der Kreis schließt sich, wenn der Gedanke vom Sein ausgesprochen zum Geschöpf wird, in diesem Werden Jesus als Sein erkennt und somit freiwillig in dieses Liebes-Sein zurückkehrt und voller Gewißheit sagt: “Es ist vollbracht!” Das ist die wahre Religion, in welcher nicht wir in Jesus, sondern Jesus in uns lebt. Dann ist der Weg vom Sein ins Werden und zum Sein zurück vollbracht, dann ist der einzige Weg vollbracht, auf dem bewußtes Leben ewig lebt.

 

 

4.8   Die zeitliche Wirkung des Wortes

 

   Wenn wir dieses o.g. Grundprinzip zwischen der Liebe, der Weisheit und dem Licht mit der Bibel verknüpfen, dann kommen wir zu den gleichen Aussagen. Der erste Schöpfungsfall war die Phase der Liebestrennung von Gott, der zweite Fall war die Periode der Trennung innerhalb der Geschlechter. In der Bibel wird darum auch der Übergang vom Sein zum Werden in symbolischen Bildern ausgedrückt.

 

Heißt es z.B. bei Johannes, daß im Anfang das Wort wäre, so war dieses Wort noch im Sein dem Gedanken nach. Aber als es dann vom Sein ausgesprochen wurde, da wurde es zum Werden im Sein und hüllte sich dadurch in eine zeitliche Hülle ein, die dieses Werden vom Sein trennte. Die Trennung zwischen Sein und Werden wurde aus dem Verlust der Erinnerung geschaffen. Würde sich das Werden dessen erinnern, was es war und dem inneren Wesen nach ist, dann würde es wieder Gott sein und bräuchte kein Werden, um zu IHM zu gelangen. Weil die Liebe jedoch sprach: “es werde!” und nicht: “es ist!”, ist von Gott diese künstliche Trennung geschaffen worden, welche unsere bekannte Zeit darstellt.

 

Deshalb ist Gott dem Sein nach ewig, weil Er kein Werden braucht. Er ist damit gleichzeitig überall, weil er keine Zeit braucht. Wir hingegen müssen erst noch ewig durch die Liebe Jesu werden. Im Werden liegt also genau wie in der Zeit eine Dreiheit mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, während sie in Gott als Einheit ist. Darum war Jesus am Anfang nicht im Werden, sondern wurde erst in der Zeit, obwohl er im Sein schon ewig war und ist. So sind auch wir im Sein ewig, der Zeit nach müssen wir uns jedoch wie gesagt zum “Sein Gottes” durch Seine Liebe hinentwickeln und damit zurückentwickeln, sofern es den Ursprungsort betrifft. Wir müssen also zurück zur Zukunft, wenn wir denn eine haben wollen, aber vorwärts zu Ihm hin. Die Zeit ist deshalb ein Paradoxon der Ewigkeit des Seins und kann nur innerhalb eines begrenzten Ortes für uns existieren, deshalb existieren, weil sie unseren unvollkommenen Zustand des Seins beschreibt, was für das Sein an sich eine Unmöglichkeit ist. Gott braucht ja für Sich nicht zu werden, aber wir müssen Ihn für uns werden lassen. Satan ist ein zeitliches Paradoxon, das nur moralisch überwunden wird. Damit wird die beschränkte Zeit eine Periode der Liebe, weil nur der Liebe nichts unmöglich ist, innerhalb der wir uns zum Sein umwandeln können. Innerhalb dieser Zeit werden die verschiedensten Gedanken Gottes bis ins Unendliche aufgesplittert, um dann durch die Liebe in der richtigen Ordnung zusammengefügt zu werden. Weil aber die Zeit dieses unendliche Wort begrenzt, kann ein Teil nie in der Zeit ausgedrückt werden, sondern kommt als Jesus aus der Ewigkeit als der Vater dieser Zeit. Satan als “Werden” ist die zeitliche Begrenzung, Jesus als “Sein” ist der Erlöser. Der Schnittpunkt zwischen Werden und Sein, der Punkt, wo das zeitliche Werden als vollendet in das Sein hinübergeht, ist natürlich Jesus, ist seine Kreuzigung und Auferstehung hier auf unserer Erde. Als Jesus wurde, da unterlag er auch dieser Zeit und unterlag damit Satan. Da Jesus aber innerhalb der Zeit zum “Sein”, zu Gott wurde, was er zwar war, was er jedoch innerhalb der Zeit noch einmal extra für uns werden musste, um diese Zeit zu überwinden, da stellte er sich als “Sein” wieder oberhalb seiner Schöpfung. Jesus zeigte damit seinen Geschöpfen, wie sie aus dem Werden in das Sein zurückkommen können, weil seine Liebe das Werden zum Sein verwandelt.

 

Damit überwindet das liebevollste Wort die Zeit, überwindet damit Satan und den Tod, wird damit zu Jesus selbst und wirkt wie Gott. Die Liebe steht also über der Zeit, was man mit dem Begriff der zeitlosen Liebe ja auch ausdrückt. Aber nur die Liebe ist zeitlos. Es gibt sonst nichts anderes, was ewig ist. Da jedoch im Lichte Gottes die Liebe enthalten ist, so wird dieses Licht ebenfalls endlos, wenn es die Liebe akzeptiert. Die Liebe braucht allerdings nicht wie das Licht erst endlos zu werden, sie ist es schon. Deshalb bezieht sich das Werden zum Ewigen auch nicht auf die Liebe, sondern dieses Werden bezieht sich auf das Licht. Das Licht muß endlos werden, indem es die Liebe in endlosem Maß aufnimmt, etwas, was Luzifer nicht begreifen wollte. Darum war im Anfang auch das Licht, aber erst durch die freiwillige Aufnahme des Wortes (Jesus) wird es endlos. Darum auch darf es weder bei Johannes noch bei Moses heißen, daß am Anfang das Licht wäre, weil damit schon eindeutig eine Vorrangstellung des Einen oder Anderen gegeben wäre. Es kann und darf darum nur heißen, daß “im Anfang” das Licht wäre oder wie bei Johannes, daß am Anfang das Wort wäre. Das Wort am Anfang, weil die Liebe das Erste und das Letzte ist. Wenn Jesus sagt: “Ich bin das Alpha und das Omega!”, so bezeichnet er damit sein ewiges Wesen in der Zeit. Dieses ewige Wesen spricht Worte, die nie vergehen können, weil sie aus der Ewigkeit in die Zeit hineinragen und diese durchdringen, um sie anschließend aufzulösen. Darum erlöst die Liebe diese Zeit, und ein Mensch, der sich diese Jesus-Liebe zu eigen macht, der hat die Zeit überwunden, der hat damit das Werden überwunden und ist ewig geworden. Er ist so ewig geworden, wie er vorher einmal war. Aber im Unterschied zu vorher kann er sich jetzt als die Liebe betrachten. Er war Gott und wurde durch die Liebe zu einem Gedanken Gottes zerteilt. In dieser Zerteilung konnte er sich nicht mehr als Gott erkennen und fühlte sich leer. Diese Leere begann er mit der Liebe auszufüllen, soweit, bis er sich nicht mehr als Gedanke, sondern nur noch als Liebe fühlte (füllte). Also ist der Weg vom Sein zum Werden und zum Sein zurück, auch der Weg vom Gedanken zum Wort, vom Wort bis zur Tat, die einen zur Ewigkeit zurückbringt. Darum sind es also Taten der Liebe, die man verrichten muß, um von der Zeit erlöst zu werden. Will man sogar vor der Zeit erlöst werden, so muß man Jesus so innig ergreifen, daß man für den Außenstehenden als irrsinnig betrachtet zum Märtyrer wird. Aber diese vorzeitige Erlösung ist auch nur eine Art von Ungeduld, die nicht das größtmöglichste Maß an Nächstenliebe offenbart, die also die Nächsten ein wenig überfordert. Denn das Wort muß bis ins Letzte erfüllt (gefüllt = gefühlt) werden, damit es seinen Anteil an Liebe bekommt, den es zur Überwindung dieser Zeit (Satan) braucht. Es braucht deshalb nicht den Anteil an Licht!

 

War also der scheinbare Grundirrtum des ersten großen Falls der Geister, der die feste Materie überhaupt entstehen ließ, die unheilige Allianz zwischen Licht und Weisheit, die sich als Primäridentität verstanden, dann ist der Erlösungsweg des Jesus  Christus die Durchkreuzung, indem sich die heilige Liebe mit der lichtlosen Weisheit trifft, die völlig leer ist,  um sodann von ihr aufgeladen zu werden. In dem Sinne war Luzifer  einfach zu voll und konnte und wollte darum auch nichts mehr von Gott annehmen. Er hatte keine Demut mehr. Seine Eins war eben nicht mehr in Liebe gekrümmt und enthielt somit die Zwei nicht mehr. Luzifer blieb sich damit fremd und wurde zu Satan, wurde zum Dritten, daß aus sich heraus nicht bestehen kann und deshalb seine Existenz mit Lügen verhüllen muß.

Wie wir an anderen Stellen noch erörtern werden, ist das Licht das Kind  der Liebe und der demütigen Weisheit, weil es als Reibungsgröße aus ihnen entsteht. Darum kann auch nur die größte Demut in der Gestalt von Jesus  dagegenhalten und es überzeugen. Die größte Demut liegt aber nur deshalb in Jesus, weil Gott selbst dieses irdische, dieses winzigste Fleischkleid angezogen hat, und sich sogar noch von Satan aus Liebe hat töten lassen. Diese Tat, z.B. von dem Erzengel  Michael unternommen, wäre nicht demütig genug, weil Michael ja nur der zweithöchste Engelsgeist nach Satan war, es also noch nicht das Demütigste gewesen wäre, weil weder Satan noch Michael als geschaffene Wesen unendlich sind, während Jesus selber der Unendliche wurde, weil seine Demut deshalb ebenfalls unendlich ist.

 

Aber diese "Mordtat" von Satan  hat zur Folge, daß Satan sich allmählich auflöst, weil sein Licht nun beinahe liebeleer den Weg nicht mehr zurückfindet und so, von der Urquelle getrennt, nun immer schwächer wird. Allerdings geht Satan noch nicht in das Sein über, sondern nur wir als seine ehemaligen Bestandteile, können es durch Jesus.

 

Das, was ihn am Leben hält und hielt, ist ja nur das von Gott geliehene Leben. Tötet er dieses Leben, so tötet er ja damit sein Eigenleben. Genau das geschah und geschieht noch immer. Sein Eigenleben sind wir als seine ehemaligen Seelenbestandteile, die ihn einer nach dem anderen verlassen und zu Gott, d.h. Jesus   hinstreben. Insofern hat uns Jesus erst wahrhaftig erlöst, indem er uns von Satan erlöst, hat er uns von der todbringenden Materie erlöst. (dieser ganze Komplex ist sehr viel anschaulicher und genauer bei J. Lorber nachzulesen, z.B. Das Große Evangelium Johannes in 11 Bänden sowie bei B. Dudde   in “Jesus Christus – als Mensch und Gott”)´(gelöst) Leider schafft dies kaum einer zu Lebzeiten.

 

Erinnern wir uns wieder an Jesu Worte die da lauten: "Liebe Gott über alles und den Nächsten wie dich selbst"  (Hier steht nichts von Licht)

 

Hier in diesen Worten steckt das eben Gesagte drinnen. (unter anderem) Die Existenz Jesu war aber nicht nur Produkt von Satans Anfangsdefekt oder ergab sich nicht nur zwingend aus Adams und Eva  ´s Verfehlungen, sondern Jesus war schon im Anfang (im Sein) enthalten, während Satan erst in der Zeit wurde und nur dort seinen Bestand hat. Wird die Zeit überwunden, wird Satan überwunden. Wird Satan nicht überwunden, noch nicht überwunden, so verlängert sich eben die Zeit, während die Leiden in dieser Leidenszeit erhöht werden. Satan  wirkte in Adam und Eva noch so stark, daß diese Leidenszeit wiederum verlängert wurde. Nur hier bei uns scheint es, als wenn es genau andersherum wäre, als wenn Gott und Satan zuerst wären und Jesus erst später kam. Nur konnte Jesus durch diese zwei Fälle auch nicht eher kommen. Er mußte die Menschen erst über die Propheten, über Melchisedek, über die Engel auf sich selbst vorbereiten, damit sie ihn erkannten, wenn Gott selbst als Jesus in Seiner köperlichen Urform kam. (B.D. 8750...Denn meine Menschwerdung in Jesus ist und bleibt ein einmaliger Akt, den die Menschheit nicht und auch die Lichtwelt kaum zu fassen vermag, der seinesgleichen nie zuvor und niemals nachher aufzuweisen haben. Denn Jesus war nicht einer von vielen, sondern Er war der, der für euch Menschen und alle Wesen des Lichtreiches  zum schaubaren Gott werden sollte, den Ich selbst Mir zur Hülle wählte, die ewig sichtbar bleiben sollte....) Durch den doppelten Fall einmal von Satan und später durch Adam und Eva erkannte man die ewige Liebe allerdings nicht mehr richtig, erkannte dafür umso mehr Satan.

 

Eigentlich hätte Gott seine Schöpfung als mißlungen vernichten müssen. Aber seine unendliche barmherzige Liebe (VATER) schuf die Bedingungen, die der SOHN (Jesus   = Weisheit) als Erlösungsplan   umsetzen mußte. Dem stärksten Gegner mußte Gott die größte Liebestat entgegensetzen, zu der Er aus Liebe zu Seinen Geschöpfen imstande war. In Jesus zeigt sich deshalb Gottes größte Tat gegenüber einem Volk, gegenüber einem Planeten, gegenüber einem Weltall etc. Aber diese Tat wird nur von wenigen erkannt, weil Satan   es nicht zuläßt. Für Satan gibt es keinen sichtbaren Gott, weshalb er Jesus auch nicht akzeptieren darf. Diesen Keim verpflanzte er aus böser Absicht auch in Adam   und Eva  , somit auch in uns. Wenn wir den oben zitierten Artikel weiter verfolgen, so wird uns etwas klarer, weshalb Satan so unerhört haßvoll auf Jesus reagiert. Die Menschen, die natürlich schon vor Adam   und Eva  lebten,( siehe GEJ Bd. 11, Kap. 75) waren in ihrem Willen Gott gegenüber nicht freigestellt, insofern war Adam wirklich der erste freie Mensch, der mit seinem Willen auch entgegen Gottes Gebote handeln konnte.

 

Satan   hätte die Menschen noch weiter von Gott abbringen können, wenn mit Jesus   nicht der Schöpfer selbst die Bühne betreten hätte. Jenen unfreien Menschen der voradamitischen Prägung hätte das jedoch nicht passieren können. Denn sie waren noch am Gängelband Gottes, so wie heutzutage noch all die anderen. Jesus  ist die gestaltgewordene Liebe Gottes, ist damit Gott selbst, ist das höchste Wort das da lautet: "Liebe!"

 

Je dunkler die Seele, desto schwächer werden also die Wörter, desto schwächer wird die Sprache, wird der Mensch, wird der Gottesanteil in ihm.

Das Gefühl der Liebe nimmt ab.

 

So könnte solch ein Mensch der Gegenwart auch fragen, was er denn dazu könne, daß der Stammvater gesündigt habe und dadurch die ganze Menschheit in den Abgrund gezogen habe?

 

Aber so ist es nicht, denn der Adam- und Eva-Konflikt, das Hören auf die eigenliebende Schlange ist in jedem von uns gegenwärtig und kann von jedem von uns wieder korrigiert werden, wenn er denn die Sühne- und Erlösungsfunktion von Jesus anerkennt. Denn Gefallene sind wir nicht wegen Gott, sondern erst durch den freien Willen Satans, der ihn böse angewendet hatte. Luzifer ging gut aus der Hand Gottes hervor, aber der freie Wille Luzifers selbst bestimmte seinen Fall.

 

Jesus könnte ja auch fragen, warum er denn für uns undankbare Geschöpfe leiden mußte. Aber solch eine Frage stellt die reinste Liebe nicht, da sie auch zugleich die höchste Barmherzigkeit hat und sich deshalb den gefallenen Geschöpfen erbarmt. Jenen Geschöpfen, die sich freiwillig und bösartig selbst in diese Lage gebracht haben.

 

Das eben skizzierte ist in Kurzform die Schöpfungsgeschichte gewesen, die durch den Abfall der Geister die Personalisierung Gottes in Jesus vor ca. 2000 Jahren bewirkte, sie in derselben Weise auch heutzutage noch bewirkt, obwohl Jesus wie gesagt, geistig schon immer anwesend war.

 

Die Kurzform der Wortgeschichte lautet entsprechenderweise ebenso. Gott als die Unendlichkeit selbst kann nie in einem Wort ausgedrückt werden, kann nicht in einer beschränkten Form dargestellt werden. Nur innerhalb eines dynamischen Prozesses, bei dem sich die Geschöpfe ständig wandeln, weil sie immer mehr von Gottes Geist aufnehmen in Form Seiner Liebe, können sie sich dem Begriff Gottes nähern. Dieser dynamische Prozeß beginnt bei Jesus  und endet nie, er führt gleich einer Spirale ins Unendliche innerhalb Gottes.

 

Jesus  ist deshalb das begrenzte Wort "Liebe", das jedoch ewig unendlich ist und mit Gott deshalb verbunden ist, weil es das Wesen Gottes bezeichnet. Jesus ist deshalb die Form der Liebe, die sich dynamisch mit dem Liebesstand des Betrachters wandelt und ihn auf eine immer höhere Ebene zieht. Jesus ist das Wort, das all die anderen untereinander harmonisch verbindet. Jesus ist die Liebe, welche allein die Rückführung der in die Unendlichkeit hinausgesendeten Strahlen ermöglicht, wobei der Grad der Verbindung als auch der Grad der Rückführung vom Liebesanteil bestimmt wird. Also ist Jesus das Wort aller Wörter, ist der Urgrund allen Seins, ist die Urkraft aller Wirkungen und das Licht aller Lichter.

 

Wenn eine Sprache liebeärmer wird, ist sie deshalb begrenzter und kraftloser geworden und braucht zum Funktionieren eine starke Gesetzgebung. Eine völlig lieblose Sprache wird zu einem tierischen Gegrunze halbwilder Menschen. Eine hochentwickelte Sprache wird dagegen bildlich werden, weil Gott als die höchste Liebe in der Liebe selbst bildlich geworden ist. Eine technokratische Sprache reduziert sich auf gefühlsarme Funktionsabläufe und weiß deshalb nichts von Gott, weiß nichts, bzw. kaum was von Liebe, denkt nur in Kategorien von Systemen, denkt dann kybernetisch.

 

Einige Beispiele einer hochentwickelten Sprache sind z.B. die Begriffe "Kindergarten  , oder Vergißmeinnicht , Stiefmütterchen  , Rosenkranz  , Heiland   etc. Das sind alles sehr bildstarke Ausdrücke, deren Bedeutungen eine hohe gefühlsmäßige Qualität haben.

 

Wenn innerhalb einer Sprache nicht ein geistiges Grundgerüst der Liebe vorhanden wäre, könnte sie keiner verstehen. Denn nur die Liebe versteht das andere. Wenn jemand etwas versteht, so hat er diesen speziellen Grad der Liebe innerhalb der Worte verstanden, weil sie innerhalb seiner liebesmäßigen Reichweite, seiner liebesmäßigen Erfahrung angesiedelt sind. Darum wird ein liebevoller Mensch sehr bildreich sprechen, wird sehr herzlich sprechen, damit sehr konkrete Aussagen tätigen und immer das Ganze im Auge behalten. Er kennt die Form des Ganzen, während eine primitivere Sprache immer nur Aspekte des Ganzen herauslöst, den Gesamtzusammenhang somit nicht kennt. Ganz extrem z.B. bei unserer heutigen Spezialisierung in alle Bereiche.

 

Also mußte schon vorher, bevor sich Jesus  als das Wort hier auf unserer Erde einzeugte, die Konsequenz dieser Tat, vom Abfall Satans und seines Anhangs bis zu Adam  und Eva , bis zu uns hin und darüber hinaus, in der sprachlichen Ausdrucksfähigkeit niederschlagen. Es mußte von Anfang an alles enthalten sein. Jesus mußte schon als höchstes Wort der Liebe verbal existieren, noch bevor er physisch niederkam. (Vergleiche weiter oben mit dem Sein und Werden )Anhand der Sprache ließ sich die folgende Entwicklung ableiten, weshalb sich deshalb ja auch die Sprach- sprich Liebesverwirrung beim Turmbau zu Babylon  ergab. Die menschliche Nächstenliebe hatte so sehr abgenommen, daß sich die Menschen nicht mehr verständigen konnten. Der das Verständnis ausmachende Liebesanteil von Gott hatte zu sehr abgenommen. Wenn dieser Anteil sehr stark zunehmen würde, dann würde man jede gesprochene bzw. jede Sprache verstehen und sich telepathisch verständigen können.

 

Auch in den Beugungsformen, der gesamten Grammatik, würde dieser liebemäßige Anteil erkannt werden können. Beim Deutschen heißt es z.b. ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie.

 

Beim Engländer z.B. I, you, he, she, it, we, you, they:

 

Das Ich, also das "I" wird dabei immer groß geschrieben und drängt sich deshalb in den Vordergrund. Es wirkt dabei etwas isoliert. Andererseits halten die Engländer sehr streng an der "SPO" Regel fest, die nach dem Subjekt sofort die Satzaussage stellt. Deshalb ist der deutsche Satz:" Nach Hause gehe ich nicht!" im englischen völlig unmöglich. Dort hieße es: "Ich gehe nicht nach Hause!"

 

Wir Deutschen haben anders als die Engländer, unsere erste Person nicht besonders herausgestellt und isolierten sie darum auch nicht. Deutschland ist im Gegensatz zu England auch kein Inselstaat, sondern ist von sehr vielen Nachbarn umgeben. Wir haben auch eine ziemlich extreme Freiheit in der Stellung der Satzglieder und können mal dies und mal jenes betonen und in den Vordergrund stellen und können dadurch unsere Gefühle ziemlich frei hin und herfließen lassen. Ganz anders der Engländer, der sehr viel präziser, damit aber ungleich gefühlsärmer aufgebaut ist. In Bezug auf Gott ist es nun geradezu unmöglich, die liebemäßige Bedeutung von Jesus  in einer präzisen Sprache festzuhalten. Jesus wird hier immer in Teilaspekte zerfallen. Das gelingt im bildhaften Deutschen mit dem Begriff des “Heilands” schon sehr viel besser, nur gibt es hier ein Gerangel untereinander, bei dem quasi jeder Satzteil um seine Bedeutung ringt. Hier droht das Ganze ebenfalls unterzugehen. Nun, die Stellung von Jesus ist genügend herausgestellt worden. Wie verhält es sich aber mit der Beziehung zum Gegner und dessen Anhang?

 

In der Alliteration "Liebe, Licht und Leben" sind die drei Anfangselemente der Schöpfung enthalten. Gott ist Liebe und Licht und Leben. Diese drei Begriffe definieren Gott und sagen uns gleichzeitig, was wir zu tun haben. Dabei gilt, daß eine Beschränkung nur auf "Liebe Licht" bzw. "liebe das Licht" nicht zu Gott, sondern zu Satan  führt, weil es zum Hochmut führt.

 

Dann, wenn ein Verb zum Substantiv gekürt wird, dann wird es zum Licht gewendet und bekommt seine zentrale Stellung. Deshalb duldet solch ein substantiviertes Verb keine dynamische Beziehung der Tätigkeit mehr, sondern verharrt in einer hochmütigen Stellung. Ganz anders hingegen das Zeitwort "liebe", welches als Hauptwort gewandelt, noch immer demütig bekleidet bleibt. Aus "liebe" wird "Liebe"; das war es schon. Wird also ein Substantiv zum Verb gewendet, dann wird aus diesem statischen sich selbst genügendem Begriff etwas Nächstenliebendes wie z.B. beim Wort Licht. Als Verb bedeutet es dann “leuchte” bzw. “leuchte uns etc.”  und bezeichnet sogleich eine reflexive, eine dienende Funktion. Beim Verb tritt also immer eine reflexive Verbindung mit dem Ziel (Pronomen) hinzu, was beim Hauptwort nicht der Fall ist.

 

Das Hauptwort ist das Ziel. Darum müssen auch die Hauptwörter, aber niemals das Verb gebeugt (gedemütigt) werden. Man spricht ja auch vom “Fall” der Substantive, wobei im Deutschen die männlichen Nomen stärker als die weiblichen Nomina gebeugt werden, weil sie im sächsischen Genitiv nochmals dekliniert werden. Die weiblichen Nomina sind also ähnlich wie die Frauen ein wenig hochmütiger. Ebenfalls hochmütig wird es, wenn eine Sprache aus sehr vielen Formen der Möglichkeit besteht und mit Zeit- und Verlaufsformen geradezu jonglieren kann, wie z.B. im Spanischen. Dort kann man allein den Konjunktiv auf so viel verschiedene Möglichkeiten ausdrücken, wie sie der Engländer oder der Deutsche insgesamt als mögliche Zeitformen haben. Dadurch wirkt der Südländer nicht mehr so real, sondern gerät zusehends in Visionen und mögliche Wunschformen ab. Die konkrete bildhafte Ausdrucksform eines Südländers wird dadurch aufgeweicht und ins Spielerische verzerrt. Es fehlt der nötige Ernst.

 

"... Und da vom Sprachirrtum  allhier geredet wird, so füg ich schließlich noch hinzu, daß unter allen Sprachen die französische die dümmste ist, die slawische und ungarische ganz unvergleichlich besser. Denn wo eine Sprache anders wird geschrieben und ganz anders dann gesprochen und hat doch kaum einen Laut, der da auf eignem Grund und Boden wäre gewachsen, sehet, solche Sprachen sind meist voll von Trug und Lügen, wie die Menschen, deren Zungen sich danach bewegen.

 

Sehet, und doch gibt es heutzutage (1840) Tausende und Tausende von noch viel größren Narren unter Meinem deutschen Volke, die da ihre eigne Muttersprache rein aus vager Eitelkeit und Prahlerei verschlechtern und verscheißen, um den andren Narren glaubhaft gar zu machen, daß sie auch Franzosen oder gar Engländer oder Türken seien. Hört, mit welchen Namen soll Ich solche Narren taufen?

 

.....die da statt der Herzenssprache lernen reden eine Sprache, deren sich nach Meinem Sinn der dümmste Esel   schämen möchte....."

 

Soweit der Herr 1840, wo die gebildeten Stände, um sich vom gemeinen Volke abzuheben, auf Französisch "Konversation" zu führen pflegten ( Jesus  in Himmelsgaben :Werk J. Lorbers"  Bd.3 S. 74 ).

 

Aber heutzutage ist es mit den vielen englisch-amerikanischen Ausdrücken, den Anglizismen, auch nicht soviel besser geworden. Die sieben Grundeigenschaften Gottes sollten in einer entwickelten Sprache so harmonisch vertreten sein, wie sie es in Jesus  als dem Sinnbild der Liebe waren. Diese Sprache sollte liebevoll, weise, willensstark, ordentlich, ernst, geduldig und barmherzig sein, bzw. diese Grundelemente alle ausdrücken können.

 

 

                     4.9          Das Bild als höchstes Symbol des Wortes

 

Deshalb hat sich auch unsere Sprache geändert, haben sich unsere Worte geändert. Aus der anfänglichen Bildersprache, die noch sehr stark mit dem Gefühl, mit dem Herzen verbunden war, ist eine Sprache geworden, die mehr mit dem Verstand koordiniert ist.

 

Unsere Sprache ist deshalb auch nicht mehr bildhaft, beruht nicht mehr auf die Entsprechungen zwischen Geist, Seele, Körper. Unsere Sprache und damit unser Wort sind immer gefühlsärmer geworden, sind damit herzloser geworden. Das Bild ist das höchste Symbol, mit dem die Gefühle verbal ausgedrückt werden können. Das Bild als das höchste Symbol mit dem die Gefühle ausgedrückt werden ist das Herz. Das Herz ist das Sinnbild der Liebe Jesu. Dieses Bild verknüpft die gedankliche Struktur mit dem gefühlsmäßigen Inhalt am intensivsten. Ein kleines Bildchen genügt um darüber ein Buch   zu schreiben. 

 

Bildersprache ist deshalb mehr Herzenssprache, als es eine logisch strukturierte Rede ist. Herzenssprache ist Jesusliebe. 

 

Ein Bild ist als Symbol anzusehen. Ein Symbol ist geradezu die einzige Entsprechung, die man zwischen Geist und Seele haben kann, wenn man soviel als möglich geistig ausdrücken will, wenn man die Wahrheit sagen will. Das Gleichnis als gesprochenes Symbol interpretiert die hundertprozentige Geistfassung in die, je nachdem, vielleicht 50 prozentige Fassungskraft der Seele um. Es findet in einem Gleichnis also eine Transformierung statt. So gesehen ist Jesus   das höchste und einzige Symbol, das höchste und einzige Bildnis von Gott für uns Menschen.

 

Sagt man doch, um sich über etwas klar zu werden, daß man sich ein Bild machen wolle. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, etc.

Also ist das Wort als Träger von Gedanke und Gefühl nicht das beste Medium , um seinen Willen auszudrücken. Das Wort muß dazu Bild werden, bzw. es muß in der Symbolsprache gebraucht werden. Dann erst ist die höchste Absicht erreicht. Das Wort selbst ist schon zu abstrakt. Die Verbindung zwischen Gefühl und Inhalt ist zu sehr formalisiert worden. Ganz extrem ist das bei technischen Begriffen zu betrachten. Diese gelten nur für ganz begrenzte Bereiche. Während man von einem beliebigen Bild sehr viel leichter auf andere schließen kann. Das Symbol ist die höchste Form, in der man die geistige Absicht verkleiden kann. Das Gleichnis ist die höchste Form der Sprache, in welcher man den Geist einkleiden kann. Genau das hat ja auch unsere Werbung erkannt.

 

Warum hat sich dann aber nicht das Bild, als intensiverer Gefühlsträger, durchgesetzt?

 

Weil das Bild wieder mit der Seele des Betreffenden korrespondiert. Bei der Interpretation des Bildes braucht man einfach mehr Verstand und Gefühl als bei den schlichteren Worten. Das Bild ist näher bei der Seele, es ist näher beim Geist. Nur solche Seelen, die schon in der Kunde der Entsprechung vorgedrungen sind, können diese Symbolik aufschlüsseln. Die Seelen müssen dazu weiter entwickelt sein. Während das Wort nur mehr logisch und damit körperlich eindimensional gebraucht wird, ist das Bild multidimensional.

 

Die alten Sprachen, z.B. das Ägyptische waren deshalb ja auch mehr Bildersprachen und prägten dadurch auch ihre bildnisreiche Schrift, die ägyptische Vogelsprache, die Hyroplyphen. Die ganze Bibel ist in der Art von Gleichnis, von bildhaftem Denken geschrieben worden. Diese Sprache ist einfach näher am Geist Gottes, als es die gefühlsärmeren westlichen Sprachen sein können. Das Herz   der Seele ist bildhaft orientiert. Der Verstand der Seele, der wie schon angedeutet, sich mit den Augen vergesellschaftet hat, dieser Verstand neigt sich mehr und mehr den gedanklichen Strukturen als Träger und Hülle bombastischer Worte zu, die nur mit sehr wenig Gefühl ausstaffiert sind.

 

In diesem Sinne sind wir schon sehr viel seelendunkler aufgebaut, andererseits haben wir im Westen jedoch einen sehr lichthellen Verstand. Wenn es irgend gelänge, diesen lichthellen Verstand mit dem Gefühl des Herzens zu verkoppeln, dann wären wir wieder auf der richtigen Spur. Das war damals, vor 2000 Jahren Aufgabe des Messias. Nur war die Seele nicht so gefühlskalt wie heutzutage, dafür war damals der Verstand auch umso dunkler. Im Grunde genommen haben wir jetzt die völlige Umkehrung.

 

Deshalb herrschte früher auch das bildhafte Denken vor. Die orientalische Sprache gibt uns davon noch ein Beispiel. Andererseits erleben wir bei diesen orientalischen Völkern aber auch einen enormen Aberglauben, um nicht zu sagen, eine erschreckende Dummheit gegenüber den Tatsachen des Lebens. Sie haben eine Angst vor Aufklärung, wittern überall den Teufel und Dämonen , unterdrücken ihre Frauen aufs schärfste, haben strenge hierarchische Strukturen, haben ein abgeschottetes Klassensystem von reich und arm, etc. Es gibt dort nirgends den brüderlichen Gedanken des Christentums. Der Islam   geht sehr stark nach dem äußeren Wort, wie es im Koran fixiert ist, ohne sich um die inneren, um die geistigen - seelischen Zusammenhänge zu kümmern.

 

In dieser Beziehung ist der christliche Westen weitaus entwickelter, wenn nur nicht diese einseitig calvinistische Ausrichtung auf das Geld, und damit auf die Genußsucht wäre, die auch nur äußerlich bleibt. So bleibt festzustellen, daß beide Systeme äußerlich geblieben sind. Mit einem wichtigen Unterschied. Das Christentum hat die Verbindung zwischen Seele und Geist nur verschüttet, während der Islam  , das Judentum  , diese Verbindung noch nicht kennen.

 

Genauso ist die gesprochene Sprache. Jedes Religionssystem spricht diejenige Sprache, welche die Verbindung zwischen Seele und Geist reflektiert. Also ist die am höchstentwickeltste Religionssprache jene, die nicht nur bildhaft, sondern die bildhaft herzlich ist und es auch so meint. Der Gedanke der Nächstenliebe muß der beherrschende Charakter dieser Sprache sein. Dieser brüderliche Gedanke kommt im heutigen Christentum wohl nur noch sporadisch zum Tragen. Alle Menschen werden Brüder, sind es jedoch noch nicht. Unsere heutige Welt ist so chaotisch wie eh und je. Frieden gibt es nur auf lokalem und regionalem Gebiet.

 

Betrachten wir die heutigen Sprachen unter dem Gesichtspunkt dieser Nächstenliebe, so müssen wir schauen, wo wir die höchsten Bilder dieser christlichen Liebe finden. Diese höchsten Bilder finden wir in einer Herzenssprache, finden wir dort, wo Jesus als das Bildnis Gottes geliebt und geachtet wird. Doch wo spricht man noch über Jesus, wo achtet man ihn, wo liebt man ihn?

Die deutsche Sprache als Herzenssprache verdiente diese Funktion ja nur, wo sie eine äußerst innige Beziehung mit Jesus eingegangen ist. Immer wieder stellen wir nach der Lektüre alter Bücher, Gesangsbücher etc. fest, wie sehr doch Jesus in dem Bewußtsein unseres Volkes verankert war. (z.B. im Raum Hildesheim, im Harz, in der Eifel) Die Älteren unter uns werden sich daran noch erinnern können, aber den Jüngeren bleibt das fremd. Wo also ist die Beziehung zu Jesus?

 

In den angelsächsischen Staaten gab es diese innige Verbindung nie, weder in Frankreich und Italien noch in Spanien. Und in Deutschland ist sie in den letzten zwanzig Jahren so verringert worden, daß eine Umfrage des Data-Concept-Instituts (Herford) für das Nachrichtenmagazin FOCUS einen beängstigenden Mangel feststellen mußte. Danach glauben nur noch zwei von drei Deutschen an Gott, allerdings keineswegs nur an den christlichen. “Auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet, glauben gerade noch zwölf Prozent an einen im weitesten Sinne personalen, christlichen Gott” HAZ vom 3.April  99.

 

Das ist eigentlich unfaßbar und bedeutet in der Konsequenz nur, daß die deutsche Herzenssprache aufgehört hat zu existieren. Das bedeutet: Familien brechen auseinander, Streitigkeiten mit dem Nachbarn nehmen zu, die Kriminalität nimmt erschreckende Zahlen an, die Zahl der Geburten stagniert oder nimmt sogar ab, Krankheiten nehmen zu, etc.

 

Gegenwärtig findet also eine extreme Umwertung dieser christlichen Werte statt, wodurch das Bild Jesu, das Bild des Herzens, immer weiter verstümmelt wird. Aber noch ist es nicht ganz unkenntlich geworden. Wenn jedoch nichts dagegen unternommen wird, dann werden die Völker, und nicht nur Deutschland, für ihre Lauheit büßen müssen. Auch so, wie die gesprochene Sprache diese Beziehung zwischen Seele und Geist ausdrückt, so geschieht dies auch in der fixierten Form als Schrift.

 

Anfangs, als die Worte noch bildhafter waren, da gab es noch keine irgendwie geartete Schrift. Die Schrift entstand erst, als der HERR diese Zeichen den beiden, Gabriel  und Besediel  auf ihren Handflächen zeigte. Das war jedoch eine reine Zeichen- eine reine Symbolschrift, von der u.a. das Alt-Ägyptische sowie das Sanskrit   abstammen. Diese Schrift war bildhaft, weil auch die Sprache bildhaft war. Diese beiden schrieben die ersten 2 Bücher der Menschengeschichte[19]. Während Gabriel direkt aus dem Herrn über die Vergangenheit das Buch  : "Jehovas Streit, Zorn und Krieg" schrieb, bekam Besediel das Material von Henoch und verfaßte das Buch der Zukunft unter dem Titel: "Jehovas, des Großen Gottes Liebe und Weisheit." Die alten Bücher des Henoch finden sich heutzutage noch in Indien fragmentarisch wieder. In der Urform sind sie uns von Jakob Lorber unter dem Titel der Haushaltung Gottes in drei Bänden wiedergegeben worden.

 

Darin können wir eine wichtige Parallele sehen: Die Schrift richtet sich nach der Sprache, richtet sich nach dem Gefühlsinhalt. Je umfassender dabei das Gefühl ist, desto poetischer ist die Sprache, desto symbolischer die Schrift. Die islamischen Völker sind dabei eine sehr enge Beziehung zwischen Sprache und Schrift eingegangen, indem sie beiden einen sehr hohen Gefühlsinhalt zumessen, haben andererseits aber keine geistigen Bilder zugelassen, haben also den typisch menschlichen Drang zur Visualisation nicht zugelassen.

 

Deshalb ist der Koran  als "Buchreligion " sehr viel zwingender als die christliche Bibel . Und das, obwohl auch die Bibel aus einer sehr bildhaften Zeit stammt. Aber im Unterschied zum Islam, haben sich die heutigen Sprachen und damit auch die Schrift erheblich verändert, wie wir in den vorhergehenden Kapiteln gesehen haben.

 

Die emotionale Bindung der Moslems ist z.B. noch so stark, daß sie u. a. Salmon Rushdie, den Verfasser bzw. Übersetzer der "Satanischen Verse" sofort mit dem Tode drohten, ein Ereignis, welches bei uns auf Unglauben stößt. Die Fähigkeit der Moslem sich durch bildnishafte Vergleiche selbst zu reflektieren ist dabei relativ gering und wird durch den Umstand erschwert, daß sie auch keine tiefere emotionale Schwingung zu Jesus aufbauen können, der ja das Sinnbild der Liebe und Demut ist, während ihr Mohammed dagegen noch viel zu viele rein menschliche Züge aufweist.(vergl. Dazu in Schumi – Martin Luther-, wo der Werdegang von Mohammed aufgezeigt wird ).

 

Dem Westen mit seinen oberflächlichen schriftlichen Werken wird dabei genauso mißtraut, wie seiner kühlen und analytischen Sprache. So ist es natürlich kein Zufall, daß gerade die Engländer, die ja maßgeblich am Untergang des türkischen Großreiches sowie der arabisch-ägyptischen Konstellation beitrugen (Laurence von Arabia  , den die eigenen Leute verrieten), daß eben diese Engländer bei Ihnen ziemlich verhaßt sind. Obwohl doch die Deutschen mit den zwei Weltkriegen nicht gerade zum Frieden in dieser Welt beitrugen, stößt unsere Mentalität auf sehr viel mehr Zustimmung, ein Fakt, der bei oberflächlicher Betrachtung der Zusammenhänge unfaßbar erscheint. Aber der Nebel lichtet sich, wenn wir bedenken, daß gerade die Deutschen einen ähnlichen Hang zur Mystik und Irrationalität wie die Morgenländer haben, weil sie beide bestrebt sind, sich über die kühle und kalte Logik hinaus ein gesamtheitliches Bild zu machen, und eben deshalb auch bildhafter, d.h. entsprechungsmäßiger als die Anglo-Amerikaner sind.

 

So weist unsere Sprache und Schrift viele Einflüsse seitens der Araber, der Türken, der Ägypter  , aber auch der Juden auf. Zahl, Ziffer, Zwiebel, Chemie, Algebra  , Alkohol  etc, sind schon völlig integrierte Begriffe. Denken wir auch an das "Rotwelsch", die Gaunersprache im Milieu, die sehr stark von jüdischen Brocken durchwachsen ist, denken wir an den Zauber, den allein der Begriff Ägypten und Scheherzade (ist eine Figur aus Tausendundeiner Nacht)  auf uns ausübt, auf die Geschichten von Tausend und einer Nacht.  Auch die Türken, ein Volk, das kaum in England  , dafür aber in Deutschland  stark vertreten ist, haben zwar keine typisch orientalische Schrift, verfügen jedoch über sehr viele Umlaute, ähnlich unseren "ä-ö-ü"; Vokale, die die Engländer nicht kennen. Wir Deutschen mögen an den Türken deutschähnliche Züge wie ihre Disziplin, ihre Strebsamkeit, ihren Mut etc., während die Türken wiederum als die deutschen Orientalen betrachtet werden. 

 

So gab und gibt es immer besondere Beziehungen zwischen Türken, Griechen, Araber, und Deutsche, Beziehungen, die man anhand der Sprache wiederfindet, die sich in der offiziellen Politik jedoch aus Rücksichtnahme gegenüber England-Amerika nicht lautstark melden darf. Der Angloamerikaner verfügt  auch über ein völlig anderes Schriftbild. Es ist sehr viel vokalärmer und rationaler aufgebaut. Es gibt eine strenge Satzgliederung von Subjekt-Prädikat-Objekt, die anders als im Deutschen keine große dichterische Freiheit zuläßt. Es gibt keine Begriffe wie "Stiefmütterchen" oder "Vergißmeinnicht" oder "Kindergarten  " etc. es sei denn, man hat sie wie bei Kindergarten geschehen einfach übernommen. Diese Begriffe stehen für eine Verbindung zwischen Natur und Mensch, wo der Deutsche sich viel näher am Ursprung befindet. Andererseits haben wir viele "Anglizismen" übernommen, die auf sehr präzise, auf mehr maschinenartige Auffassung hinauslaufen. Ein kurzes "okay, Computer, Team, Design, Styling, etc." mögen genügen, um das zu "veranschaulichen".

 

Deshalb liegen der typische Orientale und Türke mehr auf unserer bildhaften, als auf der logisch angloamerikanischen Seite. Vom Grundsätzlichen her kann man die Deutschen, die Türken und Araber deshalb zu den gefühlsorientierten Völkern zählen, während England   und Amerika mehr zum Verstand neigen. Es gibt also, ungeachtet der Herkunft, Eigenschaften, die sich aus den geografischen Räumen ergeben, welche den jeweiligen Bewohnern zum Teil aufgeprägt werden. Denn die Engländer gehören ebenfalls dem germanischen Stamm an, sind jedoch in ihrer Mentalität völlig anders als die Deutschen.

 

Also kommen wir bei der Betrachtung der Sprache auf den ungewöhnlichen Umstand, wie jedes Volk zwar über seine spezifischen Eigenschaften verfügt, die es auch als Volk erkennen lassen, aber entgegen dieser äußeren Typologisierung gibt es jedoch innere Strukturen, die diesen “Volkscharakter” auszeichnen. Ohne in den Sprachgebrauch des Dritten Reiches zu verfallen, und ohne hier eine moralische Wertigkeit vorzunehmen, meinen wir also zu erkennen, wie dieser innere Volkscharakter nur mit einem Bild beschreibbar ist, weil nur innerhalb eines Bildes solch ein komplexer Charakter angemessen ausgedrückt werden kann.

 

Die Frage ist nur, unter welcher Theorie, bzw. unter welchem Bild?

 

Wie wir schon verschiedentlich herausgearbeitet haben, gibt es nicht nur bei der Sprache eine Wertigkeit, wobei das Wort “Liebe” die höchste Bedeutung hat, sondern diese höchste Bedeutung gibt es auch beim Bilde. Es gibt und muß es geben, auch bei den Bildern das höchste Bild. Die Kriterien des Wortes gelten natürlich auch für das Bild, weshalb das höchste Bild nur jenes sein kann, was die unendlichste Liebe hat, weil sie es selbst auch ist. Jesus als der Inbegriff dieser unendlichen Liebe ist also das höchste Bild. Wenn Jesus also das höchste Bild ist, wäre er damit höher als das Bild Gottes?

 

Das ist hier nur eine rhetorische Frage, um jedweden Zweifel daran auszuräumen. Wie wir wissen, ist Jesus das Bild Gottes. Gott hat damit überhaupt kein anderes Bild. Welches andere Bild sollte das auch sein? Als es damals hieß: “Du sollst Dir von Gott kein Bildnis machen!” da war Jesus für uns noch nicht da. Also gab es für uns in der Zeit, d.h. also im Werden noch gar kein Bild von Gott, darum also dieses Verbot. Weil mit Jesus das Bildnis Gottes direkt zu uns kam, kam also nicht nur das höchste Wort, sondern kam auch das höchste Bild aus der Ewigkeit zu uns hernieder.

 

Wenn wir das beachten und uns mit unseren Betrachtungen über die Religion, über die Sprache, über die Völker, über diese Beziehungen der Völker untereinander etc. nicht auf einen Holzweg begeben wollen, dann müssen wir uns mit allem zuerst einmal auf das höchste Wort (Jesus) beziehen, müssen dann jedoch darüber hinaus, um die Beziehungen untereinander transparenter zu machen, jenen unausgesprochenen Liebesanteil des Wortes, dann entsprechenderweise im Bild suchen, weil nur im Bild das übergeordnete Liebesprinzip sichtbar wird. Nur darum konnte und durfte Jesus bei solch übergeordneten Zusammenhängen nie anders als in Gleichnissen reden. Erst im Gleichnis können wir uns ein Bild davon machen. Deshalb ist Jesus das Gleichnis Gottes, deshalb ist die höchste Sprache die Sprache der Entsprechung, ist die Sprache des Gleichnisses, ist damit die bildliche Sprache.

 

Betrachten wir also die Völker untereinander in diesem Gleichnis, dann sehen wir, wie sich das anfängliche Bild zweier Menschen mit gleicher Sprache (Adam und Eva) immer weiter ausdifferenziert, so weit, bis sich heutzutage ca. sieben Milliarden Menschen mit völlig verschiedenen Sprachen wiederfinden. Wie wollen wir damit einen Zusammenhang finden?

 

Bevor wir diesen innerseelischen Konflikt besprechen, schauen wir einmal auf die äußere Beziehungen der Menschen innerhalb ihrer Religionssysteme.

 

 

       

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