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3.4.2    Der Positivismus

 

Eines der merkwürdigsten Phänomene unserer Zeit ist der Versuch, daß eigene Selbst, jenes Selbst, was all die Leiden und Schmerzen durch diese "Selbst-Überhöhung", durch "Selbstmitleid" überhaupt erst verursacht, daß also dieses verwerfliche Selbst positiv bewertet werden soll. Das wäre an sich nicht so fatal, wenn dieser Positivismus nicht gerade in die Führungsetagen der großen Konfessionen Einzug gehalten hätte. Deshalb ergibt sich die schon unglaubliche Situation, wie an sich bibelfeste Christen nicht daran glauben, daß sie ihr egoistisches Selbst aufgeben müssen, um Jesus  dafür hereinzuholen, sondern sie glauben nun , sie müßten ihr schwaches Selbst stärken, um neben Gott bestehen zu können.

 

Sie gehen davon aus, daß nicht ihr Stolz und Hochmut gedemütigt-, sondern vielmehr ihre Schwächen gestärkt werden müßten. Ihr an sich "schwaches Selbst" sei dann an allem Schuld. Dieses "schwache Selbst" müsse deshalb positiv gesehen werden, man müsse also Stolz auf sich (und nicht auf Gott) sein können.

 

Diese Thesen stehen natürlich im absoluten Gegensatz zu denen von Jesus , der immer wieder betont, daß man Gott über alles, aber den Nächsten wie sich selbst lieben müsse.( Das haben wir z.T. auf schon im Kapitel 3.3.2 Esoterik und Besessenheit, herausgearbeitet).

 

Jesus sagt nicht, daß man sein Selbst, also sich selbst, mehr als den Nächsten lieben solle, wie es diese Positivisten verlangen, und was auch eine völlige Verdrehung wäre.

 

Es ist eigentlich unbegreiflich, wie diese grobe Verfälschung innerhalb der Kirchen Einzug halten konnte, denn viele Theologen, viele Priester gehen dazu über, diese Irrlehre zu verbreiten.

 

Aber wenn man weiß, daß die evangelische Kirche  in Deutschland durch diese Ausrichtung auf die Psychologie  dadurch zum Ableger der Protestanten von Amerika geworden ist und nicht umgekehrt, dann wird dieser Kurseinschlag verständlicher.

 

Die Psychologie wurde von Freud  maßgeblich geprägt. Wie wir ganz am Anfang schon herausgearbeitet haben, gelangte durch Freud eine "freudistische", also eine lustgeprägte Einstellung in die Gesellschaft. Das Lustprinzip als höchste Form mit der sexuellen Einstellung war und ist materialistisch. Damit leugnet es den Zusammenhang zwischen Liebe und Gott, damit legt es sich eindeutig auf die Sexualität, damit aber auf den Gegenpol (Satan) fest.

 

Durch Freud und dessen Vertreter gelangte also eine materialistische, gelangte eine teuflisch-schlaue Ausrichtung auf dieses Lustprinzip  innerhalb der Wissenschaft. Genauer gesagt, näherte sich die Psychologie über die neugeschaffene Psychoanalytik erstmals den von Natur aus materialistischen Wissenschaften an und wurde somit "wissenschaftlich".

 

Das war aber nur der Erste Streich.

 

Der 2. Streich geschah durch die Aufblähung der Emanzipation . Den Frauen (zuerst in Amerika, dann bei uns) wurde eingeredet, daß sie unter dieses Lustprinzip  zu leiden hätten, weil es vorwiegend den Männern diente, und sie in die Rolle der Opfer zwänge.

 

Um diesen angeblichen Sachverhalt zu untermauern, traten denn auch viele Frauenrechtlerinnen (Suffragetten ) auf und fingen folgerichtig an, diese Frauen zu organisieren, die meinten ihr Opferstatus sei an allem schuld.

 

Natürlich waren es jene Frauen, die freudianisch, also freudistisch, geprägt waren, die an diesen Status glaubten. Durch Freud  bekamen sie nun eine gesellschaftliche Waffe in die Hand, welche den Zusammenhalt in der Ehe, in der Familie, extrem bedrohte.

 

Danach folgte zwangsläufig der Dritte Streich:

 

War es gesamtgesellschaftlich einmal geklärt, daß die Frauen benachteiligt waren, dann mußte nur noch dafür gesorgt werden, daß diese "böse" Männerwelt es auch glaubte.

 

Also wurde eine Männer-Psychologie geschaffen, welche nun versteckt nur auf die Männer abzielte, um ihnen zu attestieren, warum sie so böse waren wie sie sind, und warum sie auch so sein müßten.

 

Das war die Geburtsstunde, wo das versteckte, unbewußte Selbst, allmählich in den Blickpunkt der Gesellschaft rückte. Der Mensch, der ja laut Darwin  vom Affen abstammen sollte, wurde in dieser Ära denn auch von einer Riege von Verhaltensforschern bombardiert, die ihm endlich die Erklärung für sein "unmenschliches Verhalten" lieferte.

 

Nämlich: wenn der Mensch also nicht von Gott abstammte, was ein Märchen war, sondern wissenschaftlich belegt vom Affen, dann waren es also tierische Triebe, die ihn steuerten, die mithin auch sein Sexualverhältnis zu verantworten hatten. Diese drei Stufen waren logisch aufgebaut und boten genau die Art von Erklärung, die man brauchte, wenn man die Zerstörungswut des Menschen nicht als Folge seines Abfalls von Gott betrachten wollte.

 

Nun, so gegen Anfang der 60er bis Ende der 70er Jahre wurden diese drei Stufen ausschließlich benutzt, um die Verbindung Gott und Mensch, die ja über den Begriff der Seele definiert ist, zu zerstören. Von da ab tauchte der Begriff der Psyche immer öfter auf. Die Menschen gingen nun global dazu über, diejenigen, die von der Psyche redeten, als ihre Propheten zu betrachten. So, als ob diese Pseudowahrheit ein Recht hätte, gleichberechtigt neben Gott zu stehen. Anstatt zu sagen, daß der Mensch von Gott abstamme und sich deshalb um seine Abstammung, um sein Elternhaus, um seinen Vater zu kümmern habe, wurde der Menschheit nur eingeredet, daß sie vom Tier  abstamme.

 

Jedenfalls wurde der Mensch von nun an mehr auf sein tierisch-materielles Erbe beschränkt. In seinem Denken und durch die Medien noch gefördert,  spürte die Frau nun in jedem Problem als Ursache die Dominanz des Mannes, die es dann folgerichtig zu brechen galt. Der Mann seinerseits wurde dazu gebracht alle seine Probleme ebenfalls nicht in seiner Stellung zu Gott, sondern in seinem tierischen Erbe zu sehen. Beide, Mann als auch Frau, spürten zunehmend die Grenzen ihrer Beschränkung und rebellierten dagegen.

 

Der Frau wurde als Ursache ihrer Probleme der Mann eingeredet und dem Mann als Ursache seine Abstammung vom Tier eingehämmert. Die Männer, genauer die westlichen Männer, durchschauten dieses an sich banale satanische Spiel nicht und betrachteten dann so eigentlich den Affen als Vater und waren somit von Gott respektive Jesus  sehr weit weg. Als die Frauen sich dann später dem Mann gleich wähnten, da übernahmen sie damit auch dessen Ausrichtung auf das Tier und somit waren nun beide tiefgreifend gefangen und konnten seelisch sehr leicht zerbrochen werden und die folgende ausartende und tierische Sexualität hielt sehr erfolgreich Einzug in alle gesellschaftlichen Schichten. Die Psychologie war also ein mächtiges Werkzeug in der Hand der Gegner, um die Beziehungen zwischen Gott und Seinem Geschöpf zu zerschlagen und damit aber auch die von Mann und Frau. Erst seit den 80er Jahren begann sich beide Angriffsziele zu einer gemeinsamen Stoßrichtung zu vereinen.

 

Als die Frauen nun endlich ihre Quotenregelung hatten, als sie sich endlich dem Ziel ihrer Träume gegenüberstanden und die Emanzipation  weitgehend verwirklicht hatten, waren sie leider innerlich entfremdet und mußten deshalb bemerken, daß sich eigentlich alles nur verschlimmert hatte. Wie sollte es auch anders sein, wenn es sich bei ihnen ja nie um die Entwicklung auf Jesus hin, sondern nur um die Gleichstellung des tierischen Erbes handelte. Wieder werden wir, wie im Teil I (1) der Wissenschaften auch, auf die Passage in der Bibel verwiesen, wo Satan  der Eva  verspricht: "und du wirst sein wie Gott!"

 

Auch diesmal blieb das Versprechen nur eine Lüge.

 

Die Männer, die dieses Emanzipationsstreben des tierischen Anteils innerhalb der Frau entwickeln halfen, es förderten und zuließen, um es später genießen zu können, sind dann natürlich ebenso wie weiland Adam   aus ihrem Paradies vertrieben worden. Zerbrochene Ehen, ungeliebte Kinder, zerstörte Existenzen...Alkohol  ...Ruin. Die Männer verloren ihre Unschuld und entdeckten das Tier  in sich. Die Frauen entdeckten es ebenfalls. Seit den 80er Jahren haben wir deshalb diese Vereinigung in der Psychologie den Geschlechtern gegenüber, weil sich die meisten Frauen ja nun auch nur männlich gebärden.

 

Beide sind deshalb genau die gleichen Betrogenen, die sie auch bei Adam  und Eva  schon waren. Anstatt zu bemerken, wie beide nur der Schlange  auf den Leim gehen, greift diese gemeinsame Strategie nun erst recht auf sie über. Das tierische Erbe, das in dem Selbst, das nichts von Jesus  anwendet, liegt, wird konsequenterweise als der Verursacher der Probleme gesehen. Man müßte also nur die Grenzen der Beschränkung entreißen. Sprach`s und schon geschah es. In den 90ern sind das bis zum Extrem die totale Fixierung auf den Spaß, auf die Lust, auf die Ausweitung der "Selbsterfahrung", aber alles natürlich ohne Gott, weshalb es wohl eher eine Satanserfahrung wird und bleibt.

 

Mann und Frau haben in den 90ern also endlich einmal die Gelegenheit, zusammen betrachtet und entwickelt zu werden. Aber anstatt dies nun im Sinne Gottes geschieht, geschieht es leider nur so, wie es von Satan   so schlau über Freud  , Jung, Darwin ,  Mitscherlich , Bultmann  , Hill, Stapleton  , Sanford, Murphy, etc. eingefädelt und demnächst auch satanisch eingelöst wird, indem jedem versprochen wird, daß er sein werde wie Gott.

 

Halten wir uns einmal vor Augen, wie dieser Betrug fundiert ist, nämlich überhaupt nicht, dann wird es umso erstaunlicher, welche große Zerstörungsgewalt er ausüben kann. Der Mensch wurde verführt, daß er nur sein tierisches Erbe entwickeln bräuchte, um zu sein wie Gott. Unglaublich, aber wahr. Als ob Satan   Gott wäre, denn die Konsequenz daraus ist ja: "Sei wie Satan, dann bist du Gott!"

 

Wie am Anfang dieses Kapitels kurz angeschnitten, greift diese Strategie sogar in christliche Kreise. (Siehe "Die Verführung der Christenheit" von Dave Hunt /T.A. Mc Mahon )

 

Mitte der 80er Jahre wurde die positivistische Einstellung geboren und in Amerika maßgeblich von Napoleon Hill, Agnes Sanford, Vincent Peale , Jane Roberts  etc. eingeführt. Agnes Sanford übernahm dabei die Einführung in christliche Kreise, Vincent Peale  wurde mehr beim normalen Volk verankert, während Jane Roberts  sich in intellektuellen Kreisen etablierte. Jedenfalls hatte jeder seinen Bereich, den er beackerte und trat dort auch mit der Effizienz eines falschen Propheten auf, der ohne es zu wissen, eben nicht auf Gott, sondern ganz langsam und vorsichtig auf Satan  hinarbeitete.

 

Aber immer nur dreht es sich um das eine: Wie und durch welche sich ständig wechselnde Methoden (Urschreitherapie , Hypnoseregression, Visualisierung, etc. das jeweils für schwach befundene Selbst gestärkt werden kann.  Das Selbst, das Mitleid mit sich selbst hat, kann doch nur das satanische Trugselbst sein, daß nur traurig darüber ist, das es nicht so prassen, nicht so schwelgen, nicht so huren, nicht so herrschen kann, wie es möchte. Und ausgerechnet dieses "Selbst" wollen diese Methoden stärken.

 

Wenn wir uns jetzt noch einmal vergegenwärtigen, wie diese Psychologie zuerst die Frauen und dann die Männer aus dem christlichen Verband gelöst hatte und sie unzufrieden gegenüber ihrer Stellung machte, dann erkennen wir mit dem darauffolgenden Auftreten des Positivismus wieder das schon bekannte "satanische" Muster.

 

Anstatt das die unzufriedenen Geschlechter ihr egoistisches Selbst zur Räson riefen, das ja durch seine Aufblähung maßgebliche Schuld an dieser Unzufriedenheit hatte, wurde ihnen eingeredet, sie müßten dieses renitente Selbst (Luzifers Anteil davon) nun auch noch positiv betrachten. Das ist wahrhaft teuflisch geplant. Wer will in allem noch den Zufall vermuten? Wir sollten jedenfalls schon aus dem Kindergarten    heraus sein und allmählich die Gedankengänge der luziferisch illuminierten Gegenspieler erkennen. Auf einen ganz kurzen Nenner gebracht lauten sie:

 

"Du bist dein eigener Herr, denke also gut von deinem Selbst, denke positiv von dir!"

 

Nun haben allerdings viele Autoren nicht im vollen Bewußtsein ihrer Lage gehandelt, sondern waren ihrerseits auch nur Opfer der verdrehten Tatsachen und glauben z.T. bis heute, wirklich positiv, d.h. moralisch gut gehandelt zu haben. Bei ihnen ist es ähnlich wie damals bei Helena Blavatzky: Sie wollen der Menschheit helfen, sehen diese Hilfe aber zu sehr im irdischen.

 

Damit beenden wir unseren Ausflug in diesen positivistischen Trug und wenden uns der Frage zu, was denn der um Aufklärung und Hilfe benötigte Mensch stattdessen tun kann, um diesen Fängen zu entkommen.

 

Zuerst einmal muß er den Willen Gottes erkennen.

 

3.5 Priester und Propheten

 

Damit wir den Willen Gottes aber erkennen können, mußten in den verschiedenen Menschheitsstufen unterschiedliche Medien vorhanden sein. Das Hauptmedium waren gewiß die Propheten. Sie hatten die Aufgabe, ohne Rücksicht auf ihre Stellung, ohne Rücksicht auf ihre Mitmenschen, allein das zu verkünden, was ihnen Gott gebot. Sie vernahmen Gottes Stimme in ihrem Herzen und sprachen sie laut für die Mitmenschen aus. (Siehe Kap. 3.4)

 

Die Priester wiederum hatten die Aufgabe das, was die Propheten verkündeten, dem ganzen Volk zu predigen und dafür zu sorgen, daß dies auch eingehalten wurde. Die Priester waren dazu auserkoren, die Treuhänder der Gottesworte zu sein, das aufnahmebereite Ohr, während die Propheten den Mund Gottes darstellten. Der einzelne Mensch sollte daraufhin die tätige Hand Gottes darstellen.

 

Diese beiden Stände mußten sich also ergänzen. Sie waren auf Gedeih und Verderb aufeinander angewiesen. Fehlte eines von beiden, dann konnte der Wille Gottes entweder nicht mehr verkündet, oder aber nicht mehr den Menschen kundgegeben werden.

 

Der Mund steht in sehr enger Beziehung zum Ohr. Beides sind Ergänzungssinne. Das Ohr übernimmt dabei den passiven Part, es soll aufnehmen, und weiterleiten. Je nach dem Anteil der inneren Liebe, kann aus dem aufgenommenen Wort mal mehr mal weniger herausgehört, herausgefühlt werden. Der Mund antwortet anschließend so, wie das aufgenommene Wort vom Herzen erfühlt und vom Verstand analysiert wurde. Der Mund repräsentiert die verbale Absicht. Er spricht den Willen aus.

 

 

3.5.1 Der Wille als Gefühl der Liebe

 

Der Wille zergliedert sich in drei Bereiche unterschiedlicher Intensität. Er kann erstens gefühlt werden, dann bleibt er auf damit verbundene Ideen beschränkt. Die Gefühle unterliegen der Beschränkung durch die Gedanken, weil sie durchleuchtet werden müssen, um sich darüber klarzuwerden was sie sind. Die Gefühle sind ursprünglich ganz. Sie sind Teil vom Ganzen, sie sind von Gott. Als unendlicher Gottesaspekt können sie von endlichen Gedanken, können sie von Worten nicht erfaßt werden. Deshalb sind die Gedanken ebenfalls, genau wie die Worte in ihrem gefühlsmäßigem Kern unendlich. Dieser kann nicht ausgedrückt werden.

 

Als klar umrissene Form sind die Gedanken, sind die Worte, sehr wohl endlich, nur eben vom Inhalt her nicht. Die Beschränktheit der Gedanken, der Worte, liegt nun darin, daß sie durch eine Aneinanderreihung ein gewisses Licht produzieren, mit dem sie sich erkennen können.

 

Das Licht der Erkenntnis ist jedoch von dem Inhalt der Liebe abhängig, von dem, was vom Ohr aufgenommen und im Herzen gefühlt wurde. Die Liebe schafft durch ihre Erwärmung aufgrund der Reibung das Licht. Innerhalb dieses Lichtes können sich die Gedanken erkennen. Insofern ist der einzelne Mensch ebenfalls ein Gedanke, genau wie das Wort.

 

Der höchste Mensch symbolisiert deshalb ja auch das höchste Wort. Dieses Wort heißt nun Liebe und ist Fleisch geworden. Es hat sich umhüllt, es mußte sich verhüllen. Das lag in dem Willen der Absicht der Liebe, damit ihr Licht die Menschen nicht verbrannte, das lag in ihrer Weisheit.

 

Die Absicht der Liebe ist eine Hinführung, ist ein starker Zug zu ihr. Damit durch dieses enorme Feuer der Liebe, die hingezogenen Teile jedoch nicht von dem in ihr enthaltenen Licht verbrennen, nicht zerstört werden, muß sich die Liebe aus Liebe vor ihren Teilen, verhüllen, der Teile wegen. Damit nimmt sie aber in Kauf, von ihren Teilen nicht erkannt zu werden. Weil die Liebe demütig ist, darf es ihr nichts ausmachen. Die Teile, als Seele bezeichnet, müssen sich vorerst lichtstark machen, indem sie so viel Liebe als möglich in ihr Seelengewand einbauen. Je liebevoller und damit automatisch je stärker sich gleichfalls Liebe und Licht vertragen, desto mehr kann sich ihnen Gott durch Engel oder sogar als Jesus selbst nähern. Also muß immer ein großer Teil der Gefühle unausgedrückt bleiben, weil noch nicht durchleuchtet. Der Wille Gottes, der in jedem menschlichem Gedanken mal mehr, mal weniger inhärent ist, ist die Absicht:

 

DAS EIN JEDER MENSCH ERKENNEN MÖGE, DAß ES NUR DIE LIEBE ZU GOTT IST, DIE ALLES VERBINDET, AUS DER DAS LEBEN SELBST ENTSTEHT. DIE LIEBE IST DAS GROßE BAND DES LEBENS. LEBEN HEIßT LIEBEN. VIEL LEBEN HEIßT VIEL LIEBEN. LEBEN UND LIEBEN HEISST JESUS.

 

Jeder ist durch ihr mit seinem Nächsten, mit überhaupt allem verbunden. Das ist der innere Kern des Willens, der in den Gedanken schon freier als in den Worten und Taten, in den Worten wiederum freier als in den Taten ist.

 

           Zweiter Bereich:

Der Wille kann zweitens ausgesprochen werden, dann wirkt er schon in der Außensphäre, ist dann schon weiter durchleuchtet, muß sich aber erst noch im Dialog bewähren.

 

Im Dialog tritt Reibung auf. Hier können je nach der Absichtsstärke Widerstände auftreten. Durch den Dialog gibt uns Gott eigentlich die Möglichkeit, die Reife unseres Willens zu prüfen.

 

           Dritter Bereich:

Er kann drittens am Intensivsten in einer Handlung umgesetzt werden, dann stellt er die Materialisation der vorhergehenden Punkte dar. Dieser Punkt ist die Bewährungsprobe des Willens. War er nicht fest genug gegründet, bzw. nicht stark genug durchleuchtet, dann entstehen bei der Materialisierung Widerstände. Ohne Punkt 1 können Punkt 2 und drei nicht bestehen. Das Anfangsgefühl ist die Voraussetzung für die weitere Umsetzung. Punkt 3 ist dabei nicht erforderlich. Die Handlung stellt dann nur die materielle Verpackung der vorhergehenden Willensbekundungen dar, quasi um den Grad der Durchleuchtung praktisch zu erproben. Inwieweit die Gedanken das Gefühl des Willens aufgefaßt und umgesetzt haben.

 

Wenn man also zum Kern einer Handlung oder einer Aussage kommen will, dann muß man von Punkt 3 über Punkt 2 auf Punkt 1 schließen. Man muß die Handlung auf die Idee reduzieren, anschließend muß man  von dieser Idee  das Anfangsgefühl herausarbeiten. Diese Abstufungen bedeuten in der Körperwelt als den Kernpunkt das Herz  mit seinen Gefühlen. Das Herz als Sitz des Gefühls ist sozusagen der Geist der Handlungen. Die Ideen wiederum sind im Gehirn  zu finden und repräsentieren die Seele dieser Handlungen. Sie sind das Gerüst, welches um die Gefühle gewebt wird. Der Körper schließlich ist das Medium   innerhalb dessen die Erprobung dieses Willens stattfindet. Der Körper stellt somit die Außenwelt dar.

 

 

3.5.2  Das Wort

 

Die Verbindung zwischen ihnen besteht durch das Wort. Das Wort verfügt über die Materie als Hülle. Das ist das gesprochene Wort. Die Seele liegt in der Bedeutung, den Assoziationen, während der Geist sich aus dem Grundgefühl dieses Wortes zusammensetzt.

 

Jetzt kommen wir wieder zu unseren Propheten, Priestern, und Menschen zurück. Der Prophet spricht aus dem Geist Gottes, er spricht aus dem Grundgefühl. Die Priester formen daraus die sittliche-moralische Struktur, die Wortgebilde und Instruktionen, welche letztendlich dem materielleren Volke mitgeteilt werden. Der Prophet symbolisiert dann den Geist des Wortes. Die Priester symbolisieren die Seele des Wortes, während der normale Mensch die materielle Hülle, die Verpackung darstellt.

 

Der normale Mensch darf bei seinen Handlungen nicht auf diese materielle Sphäre beschränkt bleiben. Er wird ständig mit dem seelischen Inhalt seiner Umgebung konfrontiert, nur kann er das nicht sehen. Das dahinter verborgene Geistige vermag er nicht mehr wahrzunehmen. Das läuft unbewußt ab, weil seine Seele noch nicht weit genug entwickelt ist. Sie ist noch zu dunkel. Dunkelheit steht hier für das Unbewußte. (Deshalb bleibt die gesamte Psychologie auch dunkel, weil sie das Unbewußte nicht aufhellt)

 

Ziel und Aufgabe der Kirche  als der Priesterschaft ist es deshalb, den Gehalt an seelischer Auffassungsgabe zu erhöhen, damit die Menschen immer mehr von dem Geistigen aufnehmen können. Die Priester als noch unreine Körperschaft brauchen dazu jedoch die Propheten als Mittler. Ohne Propheten gibt es keine Verbindung zum Geist Gottes.

 

Aber wie gesagt, ist diese wichtige Verbindung zwischen Ohr und Mund, zwischen Geist und Seele, zwischen Herz  und Gehirn  unterbrochen worden. Es findet deshalb auch im einzelnen Menschen keine Kommunikation zwischen Seele und Geist statt. Der Einzelne repräsentiert im Kleinen das Gesamtgefüge.

 

Wie konnte das aber geschehen? Bei dieser Art von Arbeitsteilung konnten die Propheten jedoch nicht fehlen, denn sie bekamen das Wort unmittelbar aus Gott. Wenn sie sich weigerten, es auszusprechen, dann konnte Gott immer noch einen anderen Menschen mit dieser Aufgabe betreuen. Deshalb konnte nur die Priesterschaft versagen (Das Wort werden wir noch ausführlicher behandeln )

 

              

3.5.3   Das Wort bei den Priestern

 

Die Priesterschaft hatte zuerst das Wort unmittelbar aus Gott, weil sich innerhalb der Priester auch die Propheten befanden. Henoch, der 1. Priester, war zugleich auch der 1. Prophet. Später, als die Abwendung von Gott immer stärker wurde, traten die Propheten außerhalb der Priester auf.

 

Bei Moses  und seinem Bruder Aaron  finden wir anfangs beide Organe, den Mund und das Ohr noch, bzw. wieder brüderlich geeint, während sich später die tätige Hand von Aaron etwas verselbständigt. Die mächtige Hand wird durch den Aronstab  noch mächtiger. Aus der brüderlichen Vereinigung entstand eine gewisse Disharmonie. Der Aronstab ist das Wundermittel schlechthin, aus dem sich sehr viel später das wichtigste Accessoire der Magier  und Zauberer, der Zauberstab rekrutiert.

 

Diese Vereinigung zwischen Mund und Ohr mußte von Moses jedoch erst geschaffen werden. Im damaligen ägyptischen Exil gab es keine offiziell tätige Priesterschaft mehr, es gab auch keine Propheten. Insofern hat Moses die Rolle der Propheten übernommen. Gott sprach zu ihm. Weil Moses im Exil jedoch ängstlich war und keine Priester zur Verfügung hatte, wandte er sich auf Geheiß des Herrn an seinen älteren Bruder Aaron   , den Leviten, mit der Bitte, es doch dem Volke zu verkünden. Aaron war einfach sprachgewandter.  

 

2. Buch Mose:

 

1.      Mose aber antwortete dem HERRN: Ach, Herr! Ich bin kein redegewandter Mann, weder seit gestern noch seit vorgestern, noch seitdem du zu deinem Knecht redest; denn unbeholfen ist mein Mund und unbeholfen meine Zunge. 11 Da sprach der HERR zu ihm: Wer hat dem Menschen den Mund gemacht? Oder wer macht stumm oder taub, sehend oder blind? Nicht ich, der HERR? 12 Und nun geh hin! Ich will mit deinem Mund sein und dich unterweisen, was du reden sollst. 13 Er aber erwiderte: Ach, Herr! Sende doch, durch wen du senden willst! 14 Da entbrannte der Zorn des HERRN gegen Mose, und er sprach: Ist nicht dein Bruder Aaron [da], der Levit? Ich weiß, daß er reden kann. Und siehe, er geht auch [schon] aus, dir entgegen. Und wenn er dich sieht, wird er sich freuen in seinem Herzen.

2.      15 Dann sollst du zu ihm reden und die Worte in seinen Mund legen, und ich will mit deinem Mund und mit seinem Mund sein und will euch unterweisen, was ihr tun sollt. 16 Er aber soll für dich zum Volk reden. Und es wird geschehen, er wird für dich zum Mund sein, und du wirst für ihn zum Gott sein. 17 Und diesen Stab sollst du in deine Hand nehmen; damit sollst du die Zeichen tun.

 

 

Aaron  war also der von Moses   eingesetzte Priester. Der Mund hatte sich sozusagen das Ohr herausgesucht und sich mit ihm getroffen. Das Ohr (Aaron) gehorchte Moses und damit gehorchte es Gott. In diesem Sinne war Moses übergreifend ein herausragender Prophet, weil ihm dadurch die Priester und das Volk gehorchten. Aaron und später die Priester, hätten ohne Moses keine Funktion gehabt. Das sie überhaupt auf Moses gehört hatten, lag an den damaligen äußeren Verhältnissen unter dem Pharao. Es lag eindeutig eine Zwangslage vor.

 

Aaron  gehorchte also als der “Hohepriester” dem Propheten Moses  und erhielt als Zeichen des Gehorsams den Aaronstab , der die Verlängerung der machtvollen Hand darstellte, die bis ins Volk hineinreichte. Damit reichte Moses seine Handlungsvollmacht weit über diejenige eines normalen Propheten hinaus. Deshalb auch konnte die Flucht aus Ägypten  gelingen, deshalb auch wurden sie von Jehova beschützt und deshalb wurde das Heer des Pharao`s vernichtet.

 

Aber durch die Arbeitsteilung von Mund und Ohr mußte allmählich ein Konflikt auftreten, der beim Tanz ums goldene Kalb  offensichtlich wurde. Darum durften Moses und Aaron das “Gelobte Land” auch nur von Ferne sehen, sie konnten es nicht mehr betreten, weil sie vorher starben.

 

 

 

3.5.4   Beziehung zwischen Herz und Mund, zwischen Gott und Prophet

 

Wie jeder Prophet den Mund repräsentiert, der die göttlichen Worte ausspricht, so vertritt er damit aber auch gleichzeitig das Herz . Denn die Worte Gottes, die in seinem Mund gelegt werden, werden genaugenommen in sein Herz gelegt. Es sind damit innere Worte. Jedes Wort kommt zwar aus dem Herzen, es ist aber nur insoweit ein Herzenswort, als es auch vom jeweiligen Menschen gefühlt und angewendet wird.

 

Wird der Sinn der Worte verfälscht, so entsprechen sie gewiß nicht mehr dem Willen Gottes und werden darum nicht mehr mit dem Herzen gefühlt. Sie bleiben dann auf dem Verstand, auf das Gehirn   beschränkt und wirken, wenn überhaupt, nur noch auf die Lunge ein. Das kann man schon daran sehen, wenn sich die Verstandestätigkeit in einer enormen Gedanken- und damit Worttätigkeit ergötzt, ohne groß durch praktische Handlungen unterbrochen zu werden.

 

Diese Worte sind dann nicht mehr himmlisch, sondern höchstens geistig.

 

Mosis Worte waren aber himmlisch, weil von Gott und kamen somit aus seinem Herzen und eben nicht aus seinem Verstand. Also war die Verbindung zwischen Moses  und Aaron  die diejenige zwischen Herz  - Mund- Ohr - Verstand - Hand.

 

-Herz  und Mund waren bei den Propheten,  waren bei Moses  .

 

-Ohr und Verstand waren bei den Priestern, waren bei Aaron .

 

Dann, wenn Aaron , bzw. die Priester dem Worte gehorchten, dann unterwarfen sie sich dem Herzen, dann unterwarf sich letztlich der Verstand dem Herzen. So sollte es auch sein!

 

Der Konflikt ergab sich, weil die Handlungen, die vom Herzen initiiert, zuletzt nicht beim materiellen Verstand des Volkes ankamen.

 

Das Volk hinkte mit seinen Reaktionen immer dem Verstand hinterher. Es konnte leichter begreifen was es sah und sich irgendwie erklären konnte. Jene Herzensangelegenheiten konnte und wollte es einfach nicht begreifen. Dazu hätte es Vorbilder bedurft.

 

Die Wortkette insgesamt hätte vom Herzen zum Mund gehen müssen, von dort zum Ohr des anderen, daraufhin wieder ins Herz  , dann erst zum Verstand  zwecks Beleuchtung, um dann wieder in einer herzhaften Handlung auszuklingen.

 

Diese herzhafte Handlung hätte wiederum das Herz  als Anfangs- und Endpunkt, so daß herzhafte Konsequenzen einem jeden Wort, einer jeden Tat folgen würden. Gott würde bewußt in jedes Wort hineingenommen, würde aus dem Herzen in jede Tat enden. Jede Tat wäre eine gute Tat!

 

Aber die Verbindung zwischen Gott - Moses  - Aaron - Volk war leider nicht so herzhaft. Der Aronstab  war eben nicht bei Moses. Der Arm des Volkes reichte nicht bis ins Herz . Zwischen Ohr und Verstand hätte wieder das Herz sein müssen. Aber weil das Volk schon stark materiell veranlagt war, konnte das nicht mehr geschehen. Deshalb konnte Moses als das reine Herz nicht mehr direkt mit seinem materiellen Verstand reden, den das Volk symbolisierte. Moses benötigte dazu einen Mittler, der ein Teil von beiden war, der das Gleichgewicht aber zu Ungunsten des Herzens verschob. Die Juden ließen die richtige Folge von Herz ... Verstand.. Hand, wieder zum Herzen zurück nicht mehr zu.

 

Genau in dem Moment, wo der Verstand eingesetzt wurde, verband er sich sofort mit den Augen zu Lasten der Ohren, zu Lasten des Gehorsams.  Aus dem Gehorchen der Ohren wurde nun das Vernünfteln der Augen, wurde das "Denken über die Augen."

 

Man fühlte nicht mehr so stark das, was man sagte und machte. Man sah vielmehr das, was man machte, wenn es auch ohne großes Gefühl geschah. Der Reiz des Sehens wurde sehr stark.

 

Im Wort steckt ein Handlungsimpuls von Gott, der uns zu ihm hinführen soll. Moses und Aaron   versuchten diesen Impuls auch umzusetzen. Dabei versandete er bald im Verstand des Volkes. Der Verstand hat also eine Filterungsfunktion gegenüber dem göttlichen Impuls, gegenüber dem Herzen.

 

 

 

 

                     

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