11

 

5.2   DAS BILD GOTTES

 

Es mag für einen unbedarften Leser unerhört sein, daß wir versuchen das Bild von Gott offenzulegen. Andererseits ist sie den wahrhaft Suchenden seit Jahrhunderten bekannt und war diesen liebevollen Menschen immer zugänglich. Es erscheint nur in unserer heutigen Welt als Frevel. Swedenborg   berichtet schon gegen Ende des 17. Jhdts. ausführlich darüber.

 

Wenn wir die Ebenbilder Gottes sind, dann hat Gott damit Seine Form kundgetan. Wenn Jesus   als größte Demütigung Gottes gilt, dann ist er zugleich die kleinste und demütigste Gestalt von Gott, die je Form angenommen hat. Wenn das Wort dann im Werden Fleisch geworden ist, so muß das fleischlose Sein allerdings die Blaupause (Blueprint of our Life) sein.

 

Also gibt es die Mikro- Makrobeziehung nicht nur zwischen Zelle und globalen Erdmenschen, bei welcher ein irdischer Mensch sich wie eine Körperzelle zur anderen verhält, sondern diese Beziehung muß bei Gott noch viel grandioser, noch viel unendlicher sein.

 

SEINE kleinste Zelle als Lebenszentrum ist dann Jesus , während Gottes Makro-Gestalt so unendlich, aber dennoch in menschlicher Form unvorstellbar groß ist, daß es ein Außerhalb von Gottes Form zwar gibt, aber das dies niemals ein Außerhalb Gottes sein kann, weil außerhalb Seiner Form noch sein Geist als seine Außenlebenssphäre   reicht und zumindest sie reicht unendlich weit. (vergl. Robert Blum )

 

Gottes Wille in seiner Außenlebenssphäre   reicht unendlich weit. Gott als Makro-Wesen ist von uns getrennt durch die Gradation der Materie. Dabei sind wir umso weiter von IHM entfernt, je mehr wir materieller Natur sind.

 

Jetzt sind wir Erdmenschen aber so weit von Gott entfernt, wie es weiter nicht geht. Irdisch gesprochen wären wir damit Gottes "Kot", der sich außerhalb von IHM befindet.

 

Allerdings gibt es bei Gott keinen Kot, da wir als Seine Nahrung vollständig in seiner Liebe aufgesogen werden. Auch unsere fleischlichen Rückstände werden durch die fleischliche Auferstehung   umgearbeitet und soweit gereinigt, daß sie Bestandteil unserer Seele werden. Jedoch können wir uns durchaus außerhalb Gottes befinden, nämlich dann, wenn wir durch eine satanische Lebensweise geprägt, IHM deshalb nicht als Speise dienen können, sondern uns außerhalb seiner Form in der unendlichen Region seines Willens befinden, dort, wo auch die Zeit extra für uns geschaffen wurde.

 

Also gibt es einen gewissen Zustand, der sich auf innerhalb Gottes (Himmel) und auf außerhalb Gottes (Hölle) bezieht. Außerhalb Gottes hat sich z.B. Luzifer  gestellt, als er sich mit seinem Anhang gegen Gott gewandt hat. Dadurch fiel Luzifer aus dem Himmel, indem er gleichsam aus Gottes seiner Form fiel. Wenn schon mit menschlichen Bildern, dann könnte man Luzifer eher schon als den Auswurf von Gott (Kot) bezeichnen. Aber es ist ihm freigestellt, wieder zu Gott zurückzukehren.

 

Der einzige Weg dazu ist jener mit Herz, es ist der Weg der Liebe. Der aufmerksame Leser wird hier eine Parallele zu uns bemerken. In Bezug auf den globalen Erdmenschen waren wir Deutsche das Herz, bzw. waren wir die Herzzellen. Nach den Teilungen Deutschlands konnte die Befruchtung z.B. speziell in Rußland nicht mehr richtig funktionieren, woraus sich der östliche Atheismus erklärt. (Die Lunge wurde kalt)

 

Also ist unsere Erde, die als Trägerin von Gott gleichsam eine geweihte Erde wurde, auch gleichzeitig der Sitz von Luzifers Verbannungsort. Das allein erklärt schon die damalige und kommende Präsenz von Jesus. Luzifer  ist durch seinen Rausschmiß materiell geworden. Auch er muß die besprochene Mikro-Makro-Funktion haben. Einmal ist er als Satan   (Satana) hier auf unserer Erde die Mikro-Gestalt als vollbewußte Trägerin seiner Makro-Gestalt. Damit kann er gleichzeitig in uns wirken.

 

Aber anders als Gott, der in all seinen Teilen bewußt und lebendig ist, verfügt Luzifer  nur hier auf unserer Erde über sein Bewußtsein. In all seinen anderen Teilen ist er getrennt. Genau das ist sein Gericht. Während also Gott als Jesus   innerhalb sich selbst mit all seinen Teilen kommunizieren kann, weil er innerhalb uns kommuniziert und wir mit IHM, ist Luzifer nur auf sein einziges und kleinstes Bewußtsein begrenzt und kann sich nur innerhalb seiner Hölle mit uns, d.h. dessen Einwohner besprechen. Aber außerhalb dessen hat er keinen Einfluß. Deshalb muß Satan uns in seine Region ziehen, wenn er denn einen Einfluß haben will. Dieses Ziehen von Satan geht aber nur über die Leidenschaften des Körpers, weil eben dieser Körper das höllische von ihm ist was sich außerhalb von Gott in der Zeit befindet, wohingegen die Seele und erst recht der ihr innewohnende Geist eindeutig auf Jesus fixiert sind. Was sind also all die anderen Teile von Satan, bzw. was ist denn dessen Makro-Gestalt?

 

Wenn Satan   als Ebenbild Gottes ebenfalls im Kleinen menschliche Form hat, dann hat es seine Makro- Gestalt auch. Luzifers Makro-Gestalt ist nun die gesamte sichtbare Materie mit allen Sternen, Galaxien   etc.

 

Alle Materie besteht aus der Substanz von Luzifer  . Auch und besonders unsere Erde, die das letzte Refugium von Luzifer ist. Luzifer besteht also im Gegensatz zu Gott nicht aus freien belebten Wesen, die ihren Ausbildungsabschnitt erfolgreich mit der Kindschaft Gottes abschlossen und sich deshalb frei innerhalb Gottes bewegen dürfen, sondern Luzifer besteht aus der gerichteten Materie von unfreien Wesen, die ihre Seele im Zuge ihrer Ausbildung erst noch auszubilden haben. Deshalb besteht zwischen dem begrenzten Reich von Luzifer und dem unendlichen Gottesreich eine unüberwindbare Hürde, die nur mit der Menschwerdung im Sinne Gottes überwunden werden kann. Weil der Sinn Gottes jedoch Seine Personalisierung in der Gestalt von Jesus   war und ist, müssen die Geschöpfe, die sich praktisch für IHN entscheiden, den Weg Jesu gehen, um in IHM zu sein.

 

Weil ein außerhalb von Luzifer, das auch ein außerhalb von Gott wäre, nun nicht möglich ist, denn sonst gäbe es ja doch noch Luzifers Kot, bzw. es gäbe noch etwas Schlechteres als Satan  , ist die Hölle der letzte Ort des tiefsten Falles aus Gott und bezeichnet den absoluten Gegenpol zu IHM. Die Hölle ist deshalb das letzte Sammelgefäß all der gescheiterten Seelen und kann nur noch auf die Erbarmung von Gott hoffen.

 

Man kann deshalb folgenden Vergleich ziehen:

 

Die sichtbare Materie, also auch unser Körper ist als Hülle ein Angehör der Hölle und untersteht Luzifer  und wir befinden uns damit innerhalb des göttlichen Willenbereiches, aber außerhalb Gottes Gestalt. (seiner Himmel)  Die Materie muß sich Satan gegenüber behaupten. Kann es aber nicht, weil sich sonst Luzifer gegenüber sich selbst behaupten müßte.

 

Deshalb steht am anderen Ende der Geist von Gott, der unserer Seele beigegeben ist. Dieser Geist soll nun über die Seele auf den Körper wirken und ihn der Hölle abspenstig machen.

 

Weil aber der Geist lebendig ist und die Seele stärkt, kann die Seele den Körper disziplinieren und aus der Hölle befreien, also aus der begrenzten Zeit befreien und in die Ewigkeit Gottes, also in die Himmel ziehen. Gott und Teufel  stehen sich darum konträr gegenüber und kämpfen beide um die arme Seele, die genau dazwischen steht. Das Reich Gottes ist das unendliche Reich der geistigen Freiheit, die auch in der Seele wirken soll.

 

Das Reich des Todes ist das stark beschränkte Gebiet von Satan . Dieses Todesreich kann nur innerhalb der Materie wirken und befindet sich deshalb im Körper. Darum ist der Körper ja auch die eigentliche Hölle im Menschen, global betrachtet ist es die Erde insgesamt.

 

Die einmalige Ambivalenz und die wunderbare Stellung dieser Erde ist nun durch Gottes Menschwerdung hier dokumentiert. Wem nicht klar sein sollte, warum die Hölle, sprich warum das Körperliche gegenüber dem Geistigen unterliegen muß, warum also Gott stärker als der Teufel  ist, warum die Liebe stärker als der Haß ist, der denke über Jesu Auferstehung   nach  und lese die vorhergehenden Kapitel nochmals.

 

Die Erde global, der Mensch im Kleinen, ist dadurch automatisch gereinigt worden, das Gott sich das tödliche Fleisch angezogen hat. Dadurch, das sich Jesus  dieses tödlichen Fleisches als den Besitz des Satans angenommen hatte, wurde dieser tödliche Prozeß aufgehalten und zu einem unsterblichen umgewandelt; jedenfalls dann, wenn man sich an Jesus Richtlinien hält und sein eigenes Kreuz trägt und sodann die Auferstehung von Jesus in sich anerkennt. Das Werden ist damit zum Sein geworden!

 

Mit Jesu Erscheinen hier auf unserer Erde hat das Reich des Teufels seine größte Niederlage erlitten. Von dieser Niederlage gibt es keine Erholung. Wenn sich Gott dieser Erde erbarmt hatte, dann erbarmte sich SEINE unendliche Liebe als Jesus  Seinen Geschöpfen. Diese Liebe wandelt allmählich die Hölle in ein Paradies um. Dazu bedarf es jedoch auch der groß angekündigten Reinigung, die wir noch besprechen werden.

 

Wenn Jesus  unterlegen wäre, dann hätte Gott Seine Schöpfung sowieso schon vernichtet, weil Er nicht annehmen darf und kann, daß Seine Liebe, die Jesus ist, von den nichtigen und unwürdigen "Fehlplanungen" zerstört würde. Aber damit wäre dieser Gott ein fehlbarer Gott geworden, ein Gott, den die Materie besiegt hätte. Aber als geistige Liebe konnte Jesus dem Satan  auch nie unterliegen. Es drehte sich ja nicht nur um uns als die erlösten Geschöpfe. Nein, es handelte sich vielmehr um die Existenzberechtigung von Gott selbst, die Luzifer, der ein wahrer Satan ist, von Gott gefordert hatte.

 

Wäre Gott nämlich ein fehlbarer Gott, so wie von Luzifer   beschrien, dann müßte SEINE Liebe ja geringer als die Macht von Satan  sein. Dann könnte Gott, mit einer dezimierten Liebe nicht mehr bestehen, weil diese Liebe eben nicht unendlich wäre. Deshalb bedeutet die Niederlage von Satan in dessen eigenem Reiche darüber hinaus die Bestätigung der unendlichen Liebe Gottes und der unendlichen Existenz und völligen Unzerstörbarkeit Gottes, der im Einklang mit SEINER Liebe ist.

 

Satan   war und ist deshalb die größte Prüfung der Liebe Gottes und erhebt die völlig gedemütigte Gestalt von Jesus  zu einer triumphalen unerreichbaren Größe und deshalb zu einem Mysterium, das nirgends und nie wieder erreicht werden kann und wird. Dieser Liebe konnte noch nicht einmal Satan  widerstehen. Und der hat beileibe genug getan um Gott, um Jesus   zu demütigen. Nur weiß das Satan in aller Konsequenz noch nicht.

 

Luzifer   glaubt in seinem Wahn, das es ein außerhalb von ihm gäbe, das es also Kot gäbe, den er als der Satan aus eigener Kraft aus sich schaffen könnte. Wie gesagt, meint er mit diesem Außerhalb nicht das Himmelreich, welches sich außerhalb Satans in Gott befindet, sondern er bezieht das auf eine vorgegaukelte eigene Schöpfung, von der er dann behaupten könne, er Luzifer sei deren Gott und Herr.

 

Jesus  machte ihm leider einen Strich durch diese teuflische Rechnung, indem er ein außerhalb Satans in ein innerhalb Gottes umwandelte und so den vermeintlichen satanischen "Kot" in das Himmelreich führt.

 

Das Reich Satans, wo sich Luzifer  der Menschengestalt völlig entledigt, weil sie die Gestalt Gottes ist und wo er deshalb die völlig entgegengesetzte von einem Drachen annehmen wollte und will, kann nicht bestehen.

 

Zum Glück für ihn, ist man versucht zu sagen. Denn wenn Luzifer  der unwiederbringliche Drache geworden wäre, der die Gestalt Gottes nicht mehr annehmen könnte, dann hätte er auch keine Existenzberechtigung mehr. Denn dann hätte Luzifer ja kein Fünkchen Liebe mehr, dann hätte er also kein Leben mehr, dann wäre er völlig mausetot. Diese Konsequenz ist ihm allerdings unklar. Wie will jemand denn völlig ohne Liebe leben? Luzifer muß deshalb vor der Konsequenz des eigenen Handelns bewahrt werden.

 

Diese totale Vernichtung von Satan , die unweigerlich geschähe, ließe man ihm ganz seine Handlungsfreiheit, liegt im Kleinen natürlich auch bei uns zugrunde. Denn ließe man uns in unseren körperlichen Trieben schwelgen, dann wäre es ebenfalls mit unserem Leben geschehen. Darum bedeutet Jesus   übergeordnet die einzige Lebensversicherung, die wir überhaupt haben.

 

Wir können deshalb aus dem Reich Satans in den Bereich des Herzen von Gott kommen. Im extremsten, aber sehr unwahrscheinlichen und seltenen Falle können wir von dem letzten Orte innerhalb Luzifers, innerhalb des luziferischen Großmenschen, der sich ganz außen in seiner linken Zehe befindet, die wie gesagt am weitesten von ihm entfernt ist, (ein Außerhalb Luzifers, was zugleich ein Außerhalb Gottes wäre, gibt es ja nicht) können wir also bis in die höchste Höhe der Höhen, können wir bis ins Herz  Gottes gelangen. Das ist die Mission der Erde. Das ist die eigentliche Stellung der Kinder Gottes, die wir uns auf dieser Erde erarbeiten sollen, indem wir unsere freie Liebe, über die wir als die einzigen Wesen im Universum  verfügen, im Sinne Jesu praktisch anwenden, uns damit den Weg aus der Hölle freischaufeln  .

 

So kurz und höchst lebendig stellt sich die religiöse Problematik dar, wenn wir sie im Lichte des lebendigen Menschenbildes betrachten. Aber innerhalb dieser ist eine unendliche Steigerung. Man kann sie erahnen, wenn man sich vorstellt, wie eigentlich alles in der Religion enthalten ist, die heutzutage auf unendliche Theologien, Sekten und Wissenschaftszweige soweit aufgespalten ist, daß sich zwei Vertreter verschiedener Ansichten kaum noch miteinander verständigen können. Das ist dann die babylonische Verwirrung, die man nicht mit dem Hiebe Alexanders des Großen, sondern nur mit der Nächstenliebe Jesu überwinden kann. Zu gegebener Zeit werden wir das oben skizzierte uralte Bild von Himmel und Erde noch weiter ausführen; dann wenn wir näher über E. Swedenborg und  J. Böhme reden.

___________________

 

 [ll]             Siehe dazu die Kundgabe vom 28.03.2004 aus dem R. Hoff Verlag

12