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TEIL I-  Allgemeine Darstellung von Religion, Wissenschaft und Politik....................

 2.0    DIE STELLUNG DER RELIGION.............................................................

2.1     Jesus als dreidimensionaler Gott................................................................

2.1.1  Der Messias und das Religionssystem.......................................................

2.2 Entwicklungsstufen der Menschheitsgeschichte...........................................

2.2.1  Die gläubige Phase des alten Testaments  ................................................

2.2.2  Die Phase der Liebe des Neuen Testaments.............................................

2.2.3  Die Phase der Frühzeit des Christentums.................................................

 

 

 

 

 

TEIL I-

 

Allgemeine Darstellung von Religion, Wissenschaft und Politik

 

 

2.0             DIE  STELLUNG  DER  RELIGIO

 

Wie aus der Einführung ersichtlich, ist die zentrale Frage die Stellung der Religion, weil sie mit der Person Gottes verknüpft ist. Diese zentrale Frage muß jedoch erkannt werden, sie muß aus den täglichen Anforderungen als die Ursache der moralisch-sittlichen Entwicklung begriffen werden. Man unterhält Beziehungen sowohl innerhalb seiner Familie, als auch außerhalb in der Gemeinschaft nur in der Weise, wie man dazu von seinem Religionsbegriff angehalten wird. Darf man z.B. nur einen Ehepartner haben, weil dies einem das Religionssystem vorschreibt, so wird man nicht darüber nachgrübeln, ob man es mit zwei weiteren Partnern nicht besser haben könnte. Es sei denn, dass man nicht mehr in seiner Religion verankert ist. Dann meint man, nicht mehr an das Gebot gebunden zu sein und kann sich nach Belieben mit Ehepartnern eindecken. Selbst wenn, dann ist der Glaube, mit mehreren Partnern glücklich zu sein, auch wieder eine Religion.

 

Somit gibt es Grade von Religionen. Es gibt eine Wertigkeit, inwieweit eine bestimmte Religion den Menschen das bietet, was wir oben mit dem konkreten Ziel der Sehnsucht beschrieben haben. Inwieweit vermag es eine Religion, diesen Menschen, genauer, die Seele des Menschen wieder an seinen Schöpfer anzubinden, um ihn innerhalb des Gnadenstromes zu stellen? Das bedeutet Religion, das ist der tiefere Sinn.

 

Daß wäre eine "hochwertige" Religion, die das Höchste vermöchte, was die Religion erreichen könnte. Die Anbindung, die Verbindung mit Gott schon zu Lebzeiten. Das schlimmste wäre dann, sich schon zu Lebzeiten vom Schöpfer abzunabeln, Ihn zu leugnen, Ihn für überflüssig zu erklären.

 

Nun ist jedoch alles, was der Mensch macht, wie er urteilt, wie er sich gibt, nach wem er sich richtet, wie er seine Liebe äußert, alles das ist nach menschlichen Kriterien bemessen. Der Mensch kann nicht göttlich handeln, wenn er nicht weiß, daß und wie Gott menschlich handelt, bzw. wo Gott und Mensch sich treffen. Der Mensch ist nicht fähig, ohne konkrete Anschauung Gottes Gebote zu übernehmen. Menschlich sein bedeutet automatisch, eine Person als Beispiel, als Lehrer, als Erzieher zu haben, zu kennen, und sich nach ihr zu richten. Wenn man sie, bzw. die Ziele, die sie vertritt liebt, dann kann man durch diese Person auf eine höhere Stufe der Erkenntnis und der Moral gehoben werden. Aus diesem Grund ist das höchste Religionssystem für den Menschen jenes, welches ihn ein konkretes und lebendiges Beispiel Gottes vermittelt. Das Religionssystem mit einem Vermittler, mit einem Messias, mit einem personalen Gott gibt die Richtschnur seines Handelns vor, und kann ihn auf die höchste Stufe der Liebe, der Erkenntnis und der Moral heben. Der Mensch wird damit zunehmend Gott gleich. Der Mensch als klar begrenzte Person, kann sich dann der Person Gottes nähern.

 

Der Begriff Person Gottes impliziert, daß Gott personal zu ergründen ist. Er muß sich also menschlich, d.h. persönlich darstellen lassen. Das ist der erste bedeutende Kritikpunkt, den z.B. das Judentum den Christen vorhält. Das Christentum antwortet darauf mit der Person JESU.

 

Gott zu ergründen gilt im alttestamentarischen Sinne als frevelhaft, gilt als ketzerisch. Und doch kann man Gott nur begreifen, wenn man über Ihn nachdenken darf. Als das allesbestimmende Wesen, das Er nach dem Christentum, dem Islam und dem Judentum ist, muß Er über Eigenschaften verfügen, die Ihn bestimmen lassen. Weder das Judentum, noch der Islam sind nun aber bereit oder auch nur in der Lage, über Gott konkrete Reflektionen anzustellen.

 

Sie lassen Gott in einem geheimnisvollen Kosmos weit hinter den nebulösen Sternen thronen, damit nur ja kein Mensch auf die dumme Idee kommen mag, in eine nähere Beziehung zu seinem Schöpfer zu treten. Dadurch bleiben sie, die Priester, allein im Besitz der Mittlerrolle zu Gott. Der Mensch kann sich dann nur über sie Gott nähern. Auch heutzutage denken die Vertreter der christlichen Kirchen zu wenig über Gott nach und handeln deshalb unisono wie die oben aufgezählten Religionssysteme. Auch sie haben einmal eine tiefe Scheu davor, Gott dem Menschen näherzubringen, zum anderen haben sie Angst, weil hiermit ein Machtverlust verbunden ist.

 

Das war aber nicht immer so. Zur Zeit Jesu wußte man durch dessen Belehrungen z.B. schon, wie es sich mit Gott und seinem Willen, seiner Absicht uns Menschen gegenüber verhielt. Leider wurde dieses Wissen im Verlauf der Zeiten völlig entstellt, und zum Teil auch nicht mehr verstanden.

 

Deshalb müssen wir endlich wieder lernen, uns über Gott und das was Er will, Gedanken zu machen. Das beinhaltet aber auch, sich über die räumliche Struktur und seine Eigenschaften zu unterhalten. Wenn denn alles was uns umgibt Gott ist, dann muß der Raum und dessen Atome, Moleküle, Seine Eigenschaften genauso widerspiegeln, wie wir Menschen es tun. Wenn auch in unterschiedlichen Intensitäten. Das, was die Physiker praktizieren, ist in diesem Sinne die angewandte äußere Religion, ist ein winziger Teilaspekt innerhalb der Religion. Man kann nicht die Eigenschaften der Materie oder des Raumes untersuchen und Gott außen vorlassen. Alle Wissenschaften sind nur äußere Methoden der Religion, sind nur äußerlich, weil die nicht zum Kern, weil sie nicht zu Gott selbst kommen.

 

 

2.1 Jesus als dreidimensionaler Gott

 

Der Raum verfügt über die bekannten drei Dimensionen. Gott wird natürlich über unendliche verfügen. Für uns relevant ist nur der Sachverhalt, daß Er sich uns Menschen dann eben nicht in Seinen unendlichen Dimensionen, sondern nur in Seiner reduzierten Form gemäß den drei Dimensionen zeigen muß. Will sich uns Gott verständlich machen, dann muß Er das in der Form tun, wie wir als von Ihm geschaffen es auch verstehen. Wir verstehen momentan nur drei Dimensionen, deshalb unterliegen wir momentan auch genau diesen.

Deshalb ist die erste Bedingung, die wir an Gott stellen, wenn wir Ihn uns menschlich begreiflich machen wollen, daß Er sich uns in den bekannten drei Dimensionen zeigt.

 

Er muß sich quasi aus Liebe für uns in ein dreidimensionales Korsett zwängen, damit wir Ihn lieben und verstehen lernen können, damit wir ein Vorbild haben.

 

Darüber müssen wir uns Gedanken machen. Gott muß sich dann von uns in eine räumlich Struktur zwängen lassen, die für Ihn äußerst banal sein mag, die für uns aber die einzige Chance ist, Ihn zu verstehen. Wir verstehen zuerst aber nun nur menschlich–körperliches. Geistiges können wir nur soweit erfassen, wie es sich uns materiell mitteilt. Denn auch unser Geistiges teilt sich über unseren Körper mit. Unser Körper ist damit der Schnittpunkt, der Brennpunkt unseres Geistes.

 

Dann muß uns Gott einen Weg zeigen, wie wir aus diesem dreidimensionalen Gefängnis herauskommen, wie wir es überwinden, wie wir den Tod überwinden.

 

Der Raum als Gott verfügt über Unendliches, aber speziell für uns Menschen nur über die drei erwähnten Dimensionen. Diese drei Dimensionen reduzieren den Raum zu einer endlichen Größe, während Gott selber unendlich ist. Gottes Unendlichkeit ergibt sich ganz logisch aus der Tatsache, daß er Geist ist. Geistiges unterliegt nicht den rämlichen oder zeitlichen Begrenzungen, wie das innerhalb unserer Dreidimensionalität der Fall ist. Als unendliche geistliche Größe wird Gott aber anders wie dieser materielle Raum über unendliche Brennpunkte verfügen. Überall ist Gott im Mittelpunkt. Jener unendliche Raum ist also der geistige Raum, ist der Gesamtaspekt Gottes dort. Hier, im geistig reduzierten, materiellen, dreidimensional verkürzten Raum, kann Gott auch nur über einen materiellen Brennpunkt verfügen, der jedoch weder der Zeit noch diesem Raum unterliegt, denn sonst wäre es nicht Gott.

 

Diesen Brennpunkt können wir uns nicht anders als in einer dreidimensionalen Form vorstellen, innerhalb derer der unendliche Geist Gottes ist. Gott mußte also Menschengestalt innerhalb dieses dreidimensionalen Kerkers annehmen. Damit ging er weit über die Vorstellungen des alten Testamentes hinaus und deshalb beginnt mit Jesus die neue Zeitrechnung, weil der Gottmensch Jesus der Herr der Zeit und des Raumes ist. Was fehlt, ist die neue Zeit- und Raumrechnung, die den Eingeweihten allerdings schon seit ca. 150 Jahren zugänglich gemacht wurde 21. Die menschliche Gestalt bleibt damit das einzige Nadelöhr, um von der materiellen zeitlichen, in die geistige unendliche Schöpfung überzugehen.

 

Wenn wir Gott in Seinem Mittelpunkt scheinbar auf Jesus reduzieren, dann haben wir den ersten und damit größten Schritt getan, um uns Gott zu nähern. Aber vor diesem Schritt tat Gott für uns den ersten Schritt und nahm diese menschliche Gestalt an. Deshalb handeln wir weder eigenmächtig, noch frevelhaft bzw. ketzerisch, wenn wir über dieses Thema unsere Überlegungen äußern. Wir handeln gemäß dem Hinweis Jesu, daß der Weg zu Gott nur über Ihn gehen kann. Genau das wollen wir hiermit nachvollziehen.

 

Wir reduzieren ja Gott nicht auf uns endliche Menschen, wie das von vielen sehr falsch verstanden wird, denn es ist ja Sein Geist, der unendlich ist. Nein, Gott selbst hat diese räumlich und zeitlich begrenzte Form deshalb gewählt, damit Er sich durch seine unendliche Liebe bedingt, seinen Geschöpfen gleichmacht und diesen Geschöpfen dann in Jesus zeigt, wie man diesen an sich toten Raum und diese tote Materie mitsamt der Zeit überwindet. Darum ist Jesus letztlich Gott, der sich uns in der Möglichkeit zeigt, wie man es Ihm nachtun soll. “Ich bin der Weg, wer mir folgt, der wird ewig leben!” Damit ist das auch  die einzige Möglichkeit, die Ihn uns näherbringen kann. Was wäre Er denn sonst für ein Vater, wenn die Kinder Ihn nicht sehen, bzw. Ihn sich nicht vorstellen könnten!

 

Wie auch sollte man sonst über Gott sprechen, wenn man Ihn nicht in Seinem Brennpunkt festlegen kann? Hätte denn eine Religion, die dem Sinn nach eine Rückführung bedeutet, denn überhaupt einen Sinn, wenn die Rückführung zu einem personalen Nichts, bzw. zu einem unbestimmten Alles, wirklich alles sein sollte? Oder hätte sie einen Sinn, wenn wir selbst nicht als Person, sondern apersonal als persona non grata, also als nicht gewünschte unpersönliche Form zu Ihm zurückkämen. Was wollten wir denn bei einem Gott, wo wir nicht mit unserer persönlichen Menschenform auftauchen dürfen, wo wir also entmenschlicht, vielleicht als Drachenform auftauchten? Wir sehen schon, zu welch unsinnigen Vorstellungen man kommt, wenn man sich Gott unpersönlich vorstellt. Dann gibt es nämlich in der letzten Konsequenz auch gar keine Seele, die Menschenform hätte. Dann gibt es darüber hinaus auch keinen Gott.

 

Ist denn nicht sogar Kennzeichen eines jeden Heidentums, das es versucht, Charaktereigenschaften verschiedenen Göttern zuzuordnen, sie also personal-, sie zu einer definierten Person zu machen. Das Heidentum hat quasi die Gesamteigenschaften Gottes auf einzelne Götter aufgeteilt. Gott in Seiner Mächtigkeit wurde dadurch gespalten. Genauso gespalten sind allerdings dann auch die betreffenden Menschen untereinander. Die Frage, welcher von allen Götter ist der Mächtigste, wird dabei sehr brisant. Dann müssen eben Götterkriege auftauchen. Weil schlussendlich dabei keiner der Götter gewinnt, tauchte dann das alles bestimmende Fatum auf, welches keiner bestimmten Kontrolle mehr unterlag. Also führt eine Zerspaltung des Gottesbegriffes zum Atheismus, führt zum blinden Schicksal.

 

Beim Atheismus erübrigt sich die Frage nach dem Sinn, die Frage nach der inneren Ordnung der Menschheit. Ein Diogenes in seinem Faß, der faul und träge herumliegt wird dann genauso wichtig wie ein Alexander der Große, welcher ein ganzes Weltreich gegründet hat. Beim Fatalismus, Atheismus werden alle Unterschiede bedeutungslos, weil chaotisch, weil ohne inneren Zusammenhang.

 

Deshalb ist es aus psychologischer Sicht ungeheuer bedeutsam, wenn man sich ein Bild vom Ganzen machen kann. Nur dann kann man Zusammenhänge sehen, nur dann gründet man sein Urteil auf eine Wahrheit, die jeder sofort akzeptiert. Das Bild vom Ganzen ist menschlich, aber in der höchsten, von uns nie erreichbaren Vollkommenheit. Darum auch, um diese göttliche Vollkommenheit, dieses unerreichbare Ideal von den materiellen profanen Menschen nicht mit Dreck zu besudeln, darum sollte sich von Gott als Liebe keiner ein Bild machen.

 

Ist die Menschheit aber weiterentwickelt, dann kann sie das Göttliche innerhalb der Menschenform erkennen, dann muß sie es sogar akzeptieren und mit Staunen annehmen. Vorher galt nur die Phase des Glaubens. Nun aber gilt die Phase des Verstehens.

 

Demgegenüber steht doch nur Moses sein Gebot, sich von Gott kein irgendwie geartetes Bild vorzustellen. Als Elias Ihn aber in der Höhle am Berge Horeb schauen wollte, spürte er nur ein sanftes Säuseln, als Jehova, der Gott des Judentums, an ihm vorüber zog. Man könne ihn nicht schauen und am Leben bleiben hieß es. Das alles bezieht sich nur auf die Vorzeit, auf die alte Glaubenszeit, wo Jesus als der Erlöser noch gar nicht aufgetreten war. Nachdem Jesus jedoch da war und auferstanden ist, kann man so nicht mehr denken, es sei denn man trüge noch die dreifache Decke Mosis, glaubte nicht an diese Auferstehung und wäre demzufolge geistig und seelisch blind. Aber dann glaubt man noch allerhand Unsinn und hat den langen Verstandesweg vor sich.

Die Sehnsucht nach einer menschlichen Vorstellung des unzugänglichen Gottwesens trieb Jesaja zu der Forderung, Gott sehen zu wollen. Dieselbe Sehnsucht ist in allen Menschen vorhanden, damit sind das Alte und das Neue Testament ebenfalls symbolisch im Menschen enthalten, was sich auch schon im Kleinen zeigt. Dann, wenn der typisch westliche Mensch den Tieren, seinem Auto, etc. irgendwelche Charaktereigenschaften unterstellt. Der Mensch vermenschlicht unbewußt die Elemente seines täglichen Handelns. Deutlicher wird es, wenn der Mensch in Gottesfurcht erzogen wurde, dann wurde er im Sinne des alten Testaments erzogen. Aber in eines jeden Menschen Entwicklung kommt es dann zum Bruch mit dieser alttestamentarischen Glaubensphase und er sucht nach Beweisen. Der Glaube allein genügt ihm nicht mehr, da sein Verstand und sein Gefühl mehr als nur einen leeren Glauben wollen. Sie wollen diesen Glauben mit Liebe füllen. Nun sind sie bereit für das Neue Testament, wo diese sehnsüchtig erwartete Liebe nun auch endlich als Jesus auftritt. Der moderne Mensch hat in dieser Situation allerdings seine Zweifel, reagiert wie Judas und verrät seine Liebe, indem er Jesus leugnet.

 

Nun soll dieser moderne Mensch aber andererseits nach dem Ebenbilde Gottes geschaffen sein. Glaubt er nicht an die Liebe Jesu, dann glaubt er natürlich auch nicht an die Schöpfungsgeschichte und vergrößert seine Seelenqualen. Denn die Schöpfungsgeschichte ist doch nur die entsprechungsmäßige Form, wie sich das menschliche Bewußtsein in Beziehung zum Alten- und Neuen Testament verhält und verhalten soll soll.[21]  Glaubt er wie gesagt nicht daran, so kann er das größte Licht nicht innerhalb seines Bewußtseins leuchten lassen und verdunkelt damit nur sein Eigenlicht. In der Genesis heißt es z.B., daß wir als seine Ebenbilder geschaffen seien, somit Träger seiner Eigenschaften sind.

 

Demzufolge müßte Gott für uns ja doch ein personales Zentrum haben, von dem aus Er die ganze Unendlichkeit regieren kann. Dieses personale Zentrum stünde dann zwischen uns Menschenkindern und dem unzugänglichem Gott. Es wäre somit eine Verbindung zwischen uns und dem Schöpfer, der sich uns zeigt. Es wäre ein Messias, es wäre der Messias, der uns aus diesem Kerker der dreidimensionalen Materiewelt hinausführt, um uns zum Ewigen Geistigen zu bringen.

 

Aber hören wir zu diesem Komplex einmal die deutsche Prophetin Bertha  Dudde[22],  wie sie schon 1946 in ihrer Kundgabe Nr. 3651 im göttlichen Auftrag schrieb:

 

Menschwerdung Gottes...

 

Daß Ich in einer menschlichen Hülle auf Erden Aufenthalt nahm, wird ein unlösbares Problem bleiben für die Menschen, solange sie auf Erden weilen, denn niemals werden sie es fassen können, dass Sich der Erhabenste, der Schöpfer Himmels und der Erde, bergen konnte in einem menschlichen Wesen, in einer Hülle, die sonach Begrenzung für diesen Geist von Ewigkeit bedeutete. Niemals werden die Menschen in dieses Mysterium einzudringen fähig sein, selbst wenn es ihnen erklärt wird ihrer Seelenreife gemäß. Es ist dieses Problem der Menschwerdung so geheimnisvoll, und doch sucht Meine Liebe, es immer wieder den Menschen verständlich zu machen, auf dass sie glauben können, was sie glauben sollen, um selig zu werden. In Meiner unendlichen Liebe liegt vorerst die Begründung für Meine Menschwerdung auf Erden. Meine Geschöpfe vermochten nicht mehr den Zusammenhang von sich zu ihrem Schöpfer zu erkennen. Und also wollte Ich Mich Selbst ihnen erkennbar machen, um sie anzuregen, die Bindung mit Mir wiederherzustellen, denn Meine Liebe verlangt ewiglich nach dem, was aus Mir hervorgegangen ist. Und es muß das Verlangen auf Seiten Meiner Geschöpfe sein, soll der Zusammenschluß stattfinden können. Meine Liebe also wollte sich selbst den Menschen nahe bringen, auf dass sie Mich erkannten... Der Mensch ist nur ein Schöpfungswerk in kleinster Miniatur, gemessen an Meiner unendlich großen Kraft ... er würde Meiner Kraftfülle nicht gegenüberstehen können, ohne erdrückt zu werden davon... Ihm musste Ich also gegenübertreten in für ihn fasslicher und ertragbarer Form, um ihm die Möglichkeit zu geben, mit Mir in Verbindung zu treten. Und also kam Ich zu den Menschen als Mensch... Mein Geist, der als geistiger Funke auch in jedem Menschen schlummert, nahm in aller Fülle Aufenthalt in einer menschlichen Form. Die Form also verbarg das Göttliche vor ihren Augen, vor dem sie nicht bestehen konnten, so es in aller Kraftfülle sie bestrahlen würde... Mein Geist füllte die Unendlichkeit aus... Er konnte sich aber auch bergen in kleinster Hülle, weil Mein Geist nicht an Zeit und Raum gebunden ist. Mein Geist benötigte keine Hülle, aber er gab sich eine Hülle Meiner Geschöpfe wegen, die hüllenlos Mich nimmer zu ertragen vermochten. In einer menschlichen Form also brachte Ich Mich den Menschen in schaubare Nähe..........

 

... Der Mensch Jesus nun brachte durch Liebeswirken den Geistesfunken in Sich zum Leben, der Funke entzündete sich zur hellen Flamme, und er zog Mich in aller Fülle in Seine körperliche Außenform, die nun zum Aufenthalt Meiner Selbst wurde. Mein Geist von Ewigkeit ist nicht gebunden an Zeit und Raum, er ist nicht begenzt, er erfüllt das ganze Weltall, das geistige Reich und alle Schöpfungen, er ist überall... folgich muß er auch in einer menschlichen Hülle weilen können, so diese Hülle sein Verweilen darin zulässt insofern, als dass sie sich so gestaltet hat, dass sie nicht mehr verzehrt wird von Meiner Kraft und Liebe... Denn dies setzt Vollkommenheit voraus, die den Menschen mangelte, Jesus aber erreicht hatte auf Erden. Darum konnte der Mensch Jesus mit Mir in engster Verbindung stehen, ohne zu vergehen, während Seine Hülle Mich barg vor denen, die Meine Nähe nicht ertragen konnten, weil sie noch unvollkommen waren. Dennoch konnten sie Mich sehen, aber sie erkannten Mich nicht, sie sahen nur den Menschen Jesus, nicht aber Mich in Ihm. Ich Selbst aber war Mensch geworden, Ich Selbst hatte Mir eine menschliche Hülle gegeben, denn Ich Selbst bin ja der Schöpfer alles dessen, was ersichtlich ist. Daß Ich zu den Menschen kam, hat in Meiner übergroßen Liebe zu ihnen seine Begründung, weil sie Meine Gegenwart benötigten, um wieder zu Mir zurückzufinden. Ich wurde Mensch und nahm als Mensch den Kampf auf mit Meinem Gegner, der Meine Geschöpfe von Mir abdrängen wollte und ihnen jegliche Willenskraft nahm, sich ihm zu widersetzen... Und also kämpfte Ich mit ihm für die Menschen... Und Meine Waffe war die Liebe, die alles besiegt, was sich ihr widersetzt... Ich litt und starb als Mensch für die Menschen, aus Liebe zu ihnen, um den Gegner zu besiegen, dessen Kraft dieser Waffe nicht standhalten konnte, dessen Kraft Ich brach durch die Liebe.

 

 

 

2.1.1 Der Messias und das Religionssystem

 

Wenn wir darauf aufbauend in die Weltreligionen hineinschauen, um etwas Ähnliches wie einen Messias, einen Vermittler, zu sehen, dann finden wir außer im Christentum und Judentum nichts Vergleichbares. Nur daß der Judaismus, der quasi ältere Bruder des Christentums, noch immer auf seinen Messias wartet und Jesus nicht als solchen anerkennt.

 

Jesus ist für diejenigen, welche zum Christentum gehören, der Messias, der Vermittler zwischen Gott und der Menschheit. Ohne hier weiter auf die Einzelheiten eingehen zu wollen, gehen sie von Jesus als das personale Zentrum des unerkennbaren Gottes aus. Es mag ihnen in der Konsequenz nicht klar sein, aber wenn Jesus selbst behauptet, man komme zum Vater nur über ihn, dann bezeichnet er sich damit als das menschliche Zentrum des unerkennbaren Gottwesens. Wenn wir das für uns behaupten, wäre es natürlich eine Lüge und man hat Jesus schon alles Mögliche unterstellt, aber selbst seine größten Kritiker haben nie gewagt zu sagen, er habe irgendwann und irgendwo gelogen.

 

Genauso, wie wir Menschen einen unsichtbaren Geist haben, den wir aber nicht sehen, den wir aber durch unseren Körper hindurch agieren lassen. Unser Körper ist dann das personale Zentrum unseres Geistes. Ohne dieses Werkzeug, ohne dieses Medium könnte sich der Geist uns Menschen gegenüber nicht ausdrücken. Der Geist ist unendlich, weil aus Gott, während der Körper als dreidimensionale Form endlich ist, deshalb vergeht er auch. Andere Religionssysteme waren nie so extrem, Gott förmlich zu einem Menschen zu reduzieren. Aber auch das Christentum machte wieder Abstriche und verschanzte sich hinter dem Begriff, daß Jesus der Sohn Gottes sei, was er selbst übrigens auch mehrmals betont hatte. Nur bezog Jesus das "Sohn sein" auf die zu entwickelnde Seele, die sich durch das moralische System der 10 Gebote von Moses und der 2 Gebote von Jesus erst zu Gott hinorientieren mußte, ihn erkennen und lieben sollte. In diesem Sinne ist der Sohn die Seele, welche sich zum Vater, der Liebe, zu Gott also, hinbewegen soll. In diesem Sinne auch besitzen wir alle eine "Seele", die sich ebenfalls Gottes Ordnung gefallen lassen

Müsste, um den Weg Jesu zu gehen. Weg vom Materiellen, hin zum Geistigen.

 

Aber, wie schon kurz angedeutet, schaffte das Christentum mit dieser von Jesus selbst abgeleiteten Behauptung einen Präzedenzfall, der noch nirgends vorgekommen war. Vorwürfe des Judentums, Jesus sei viel eher ein wahnsinniger Betrüger, der sich die Messiasrolle nur angemaßt hätte, konterte das Christentum anschließend mit Passagen aus dem Alten Testament, aus ihrer eigenen Quelle, sozusagen. (Siehe dazu in „Drei Tage im Tempel – Jakob Lorber)

 

Das Christentum zitierte dem Judentum die alten Texte, die sich eindeutig auf Jesus festlegen ließen. Die Genealogie von Jesus, als Sohn Josefs bis hin zu David ließ sich eindeutig belegen, auch die Prophezeiungen des Jesaja, Elias und anderer Propheten. Außerdem hatte Jesus in Johannes den Täufer seinen Verkünder.

 

Dieser frühchristlichen Strategie hatte das Judentum nichts mehr entgegenzusetzen. Es konnte die neu entstandene Religion nicht mehr an der Wurzel packen. Es mag wohl sehr schmerzlich für die Hohenpriester von Jerusalem gewesen sein, als sie zu ihrem Schrecken feststellen mußten, daß mit Jesu Tod diese "religiöse Erweckungsbewegung" keinesfalls erledigt war. Vielmehr trat sie nach der Auferstehung Jesu triumphal wie der Phönix aus der Asche auf. Das Judentum zerfiel mit dem Fall von Jerusalem und zerstreute sich in alle Welt (Diaspora).

 

Diese christliche Messiasfunktion von Jesus macht überhaupt erst Sinn, wenn wir Jesus als den eigentlichen Gott betrachten, der sich uns Menschen zeigen wollte, zeigen mußte.

 

Das allein erklärt aber nicht die Beziehung, die zwischen dem Schöpfer und uns besteht. Wodurch hängen wir denn mit Gott zusammen? Mit dem Körper wohl nicht, der ist vielmehr ein Hinderungsgrund, um Gott verstehen zu können. Folglich bleibt nur das Gebilde der Seele übrig. Nur mit der Seele sind wir mit Gott verknüpft. Wenn wir bedenken, daß auch nur die Seele die moralische Verpflichtung der insgesamt 12 Gebote hat, diese ihrem Körper einimpfen soll, dann verstehen wir Jesus besser.

 

Schließlich hat Jesus immer wieder auf die Wichtigkeit dieser Beziehung hingewiesen:

z.B. “Was hülfe es Dir alle Schätze dieser Erde zu gewinnen, wenn Deine Seele schaden nähme!” Wir ersparen uns weitere konkrete Angaben und Zitate. Wer bereit ist zu glauben, der weiß es auch so. Für diejenigen, die zweifeln, helfen auch keine noch so ausführlichen Quellen und Zitate! Das dient nur dem Auge! Um nochmals auf die Kernpunkte zurückzukommen, halten wir Folgendes fest:

 

Im Christentum hat Gott ein personales Zentrum in der Person Jesu. (Auch wenn dieser Punkt niemals offiziell herausgearbeitet wurde, aber genau das soll ja der einzelne aufgrund seiner moralischen Entwicklung selbst herausfinden) Jesus ist der Messias, der die Seele mit Gott zur wahren Religion verbindet. Die Seele ist dabei der Sohn aus dem Geist Gottes. Nur die Seele kann und muß sich im Sinne Gottes entwickeln, um Träger von seinem Willen, von seinem Geist werden zu können.

 

Noch mal: Der Begriff der Religion hängt mit Gott zusammen und soll uns zu ihm zurückführen. Wir als Teile Gottes sollen wieder zu ihm zurückkehren. Das bedingt automatisch, daß wir durch irgendetwas von Gott getrennt sind. Dieses Irgendetwas können wir auch präziser fassen; es ist der Körper, es ist die Materie. Wir sind durch unseren Körper von Gott getrennt. Unser Körper kann Gott nicht wahrnehmen. Wäre es anders, bräuchten wir darüber nicht zu spekulieren. Dann hätten wir allerdings auch keine Chance, vor dem sichtbaren Gott zu bestehen.

 

So ist die Unsichtbarkeit Gottes, hervorgerufen durch unsere körperliche Schutzhülle, die einzige Möglichkeit, uns zu Ihm hinzutasten. Wenn uns jedoch der Körper vor Ihm schützt, indem er unseren Sinnen seine Existenz vorenthält, was zieht uns dann aber andererseits wieder zu Ihm hin und läßt Ihn uns in der Person Jesu sichtbar werden? Darauf gibt es die eindeutige Antwort, daß das nur durch unsere Seele geschehen kann. Unsere Seele zieht uns zu unserem Schöpfer hin. Genauer: Gott als Samenkorn in dem Herzen der Seele zieht von dort die Seele zu Ihm hin. Das ist auch die Sehnsucht des "Getrenntes Teiles", welches dort in einer finsteren Hülle eingeschlossen ist.

 

Wenn wir schon eine Seele haben, die uns zu Gott hinziehen soll, dann muß Gott natürlich auch eine Seele haben. Die Seele Gottes ist in dieser Terminologie dann eben Jesus. Dimensionen der Größe sind bei dieser Betrachtung unerheblich, denn sie gelten nur für stoffliche, für körperliche Materie, aber nicht für die Seele, die aus feingeistigen Seelensubstanzen, den Seelenspezifika besteht.

 

Jesus als Seele zieht uns zum Vater, zum Geist, zur Liebe hin. Diese Hinführung ist die "stufenweise Entwicklung" der Seelen, die immer geistiger werden sollen.

 

Deshalb liegt in uns auch die Sehnsucht verborgen, die uns antreibt, nach den Ursachen zu forschen und unsere Herkunft herauszufinden. Diese Sehnsucht ist die Rückführung zu Gott, ist die sehnende Suche, ist die Sucht nach Ihm. Es ist die Suche nach Jesus. Es ist eine Suche, die zur Sucht wird und die von jedem persönlich durchgeführt werden muß. Jeder muß seine eigene Beziehung zum Schöpfer aufbauen. Die Kirche soll den Menschen an diese Suche erinnern, sie soll nicht lockerlassen und sie über Gott aufklären. Aber leider geschieht heute meist das Gegenteil. Über Gott, bzw. Jesus wird der Mantel des Schweigens gehüllt.

 

Die Menschen übertragen ihre Liebe und Sehnsucht zu Gott den Kirchen, die leider ein schlechter Sachverwalter geworden ist. Bei ihren Vorstellungen über Geld verfahren die Menschen jedoch vorsichtiger. Da trauen sie den Kirchen nicht über den Weg. Geldgeschäfte werden ihnen deshalb nicht so leicht aufklären[23].  Die höchst wichtigste persönliche Suche zum Schöpfer aber überlassen sie den Kirchen, z. T. aus Bequemlichkeit und weil sie es für unwesentlich halten. Dadurch treffen sich die Menschen aber zweifach. Einmal wird ihre Sehnsucht durch diese Kirchen nicht weiter artikuliert, sie wird vielmehr blockiert. Zum anderen bleibt für ihre Seelen nichts Helles, Lichtvolles übrig. Sie haben die Religion zu Gott, sie haben die Rückführung unterbrochen. Ausnahmen bestätigen dabei eher die Regel und noch haben gerade viele ältere Menschen dennoch einen Zugang zu Gott und Jesus, aber schon in den Jüngeren sieht es anders aus.

 

Für die Völker insgesamt repräsentiert diese Suche das jeweilige Religionssystem. Wie intensiv die Suche zum Schöpfer ist, wie sehr die Verbindung herbeigesehnt wird, ist an dem Aufbau und der Repräsentanz dieser Religionssysteme zu sehen. Verläuft die Suche im Sand, wird sie zugedeckt, dann kann man bei den Religionssystemen, hier speziell den Kirchen auch pompöses Auftreten, nimbusartige Glorifizierung statt Aufklärung und Unterstützung erkennen.

Bei dieser Suche nach Gott gibt es für die verschiedenen Völker als auch für die einzelnen Menschen verschiedene Stadien der Entwicklung. Angefangen vom puren Triebmenschen, der sämtliche höheren Werte als Hirngespinste erklärt und für den nur der Bauch etwas zählt, bis hin zu einem gotterfüllten Menschen, dessen ganzes Streben nach und auf Jesus zielt. Ein gotterfüllter Mensch, der jedoch nichts vom Messias, nichts von Jesus, nichts von der Seelenentwicklung weiß, ist alles andere, nur eben kein gotterfüllter Mensch, sondern er befindet sich noch auf der unbewussten Stufe. Diese unbewusste, mehr triebhafte Ebene wollen wir ja gerade transparent machen, um den einzelnen die Möglichkeit der Seelenreife zu vermitteln.

 

Diejenigen, welche sich an dieser Stelle über diese Behauptung zu ärgern anfangen, bitten wir um Geduld. Sie mögen bedenken, daß wir ein sehr komplexes Thema in aller Ruhe und Vorsicht entwickeln wollen, um nicht schon im Vorfeld den Faden unserer Absicht zu verlieren. Denn wo wir hinwollen, sind wir noch lange nicht. Deshalb muß eine konsequente Entwicklung der Thematik gewährleistet sein. Denn wie kann ein Anfang ohne Gott zu beinhalten, sich erdreisten eine weite Strecke zu gehen!

 

Aber zurück zum Thema.

 

2.2 Entwicklungsstufen der Menschheitsgeschichte

 

2.2.1 Die gläubige Phase des alten Testaments

 

In unserer Menschheitsgeschichte gab es einmal die Entwicklung unter einem unpersönlichen Gott, wie aus den Schilderungen des Alten Testaments ersichtlich. Hier sind Abraham und Moses die zentralen Gestalten, der gottesfürchtige Glaubensheld und Stammvater der Israeliten, sowie der Gesetzgeber von Gottes Gnaden. In der Gegenwart finden wir die unpersönlichen Religionssysteme wieder z.B. im Islam, entfernt im Buddhismus.

Dieser Zyklus des alten Testaments, von Adam, Eva, Noah, Abraham, Moses bis kurz vor Auftauchen von Jesus bezeichnet die 1. Phase in der Entwicklung der Religion, damit auch des Menschen. Gott war nicht persönlich sichtbar, Gott war noch keine Person. Gott war unser unzugänglicher Schöpfer, den niemand schauen und sehen konnte. Es war die Phase der Gläubigkeit.

Diese Gläubigkeit war gekennzeichnet durch eine absolute Tabuisierung gegenüber der Thematik Gottes. Er existierte für den Menschen und wurde nicht so in Frage gestellt, wie z.B. heutzutage. Der Gehorsam gegenüber Gott fand seinen Niederschlag in dem Gehorsam gegenüber den Priestern, die als die sichtbaren Stellvertreter Gottes fungierten.

Es war vergleichbar mit der Erziehung eines Kleinkindes, welches von seinen Eltern zu sehr geliebt wird. So sehr jedenfalls, daß die Anfangsliebe des Kindes durch diese zu starke Elternliebe überschwemmt werden würde. Wäre Gott jetzt schon sichtbar, dann fehlten das notwendige Korrektiv und auch die notwendige Freiheit in dem Bewußtsein der Menschen, die das Gute selbst erkennen und danach handeln sollen.

Aber den Priestern zu gehorchen, die man dadurch mehr fürchtet als liebt, verdirbt die Gottesliebe nicht, weil nun Gott anstelle der Priester zum notwendigen Korrektiv wird, dann, wenn die Priester abtrünnig wurden und das Volk verführten. So war denn auch die damalige Erziehungsmethode auf dieses System abgestimmt und die Kinder wurden, völlig anders als z.B. bei Freud und den heutigen Pädagogen, in genau derselben hierarchisch patriarchalischen Ordnung des Gehorsams erzogen.

 

Zuerst mußte das Kind also einem sichtbaren Vertreter Gottes gehorchen, der normalerweise von dem Vater symbolisiert wurde. Das Kind sah und spürte natürlich mehr die Liebe der Mutter und hatte eine sehr enge emotionale Bindung zu ihr. Diese natürliche Mutterliebe macht automatisch blind gegenüber Auswüchsen, die dann weder vom Kinde noch von der Mutter korrigiert werden können, schafft andererseits jedoch den Schutzraum, innerhalb dessen das Kind natürlich erstarken kann. Durch den Vater, der in dieser patriarchalischen Struktur den Priester und damit auch Gott vertritt, tritt dann das neue Element der seelischen Stärke hinzu und kämpft gegen jenes der natürlichen Liebe von Seiten der Mutter an. Vater und Mutter befinden sich damit im Widerstreit, weil die natürliche Liebe mit der seelischen Liebe nicht im Einklang ist. Die seelische Liebe führte zwar zur Erzeugung des Kindes, bzw. sie sollte eigentlich der Auslöser dazu sein, aber wenn dieser Auslöser nur die körperliche Liebe als der Ausfluß der natürlichen Liebe war und ist, dann wird die seelische Komponente bedeutend geschwächt und kann nur durch Gott oder dessen Stellvertreter korrigiert und damit geheilt werden. Die natürliche Liebe der Mutter schafft in den ersten Jahren die Voraussetzung zum Wachsen und Erstarken des natürlichen Leibes. Die Muttermilch ist die bedeutendste Komponente dieser natürlichen Lebenskraft. Da jedoch die Triebfeder der natürlichen Liebe die seelische Liebe von Gott (Jesus) ist, muß sie auch im Interesse des Kindes allmählich innerhalb dieser natürlichen Liebe freigelegt und damit befreit werden. Dieser Prozeß der inneren Befreiung von der natürlichen triebhaften Liebe bis zur Umwandlung in die edlere seelische Liebe geschieht allerdings nie freiwillig, weil die naturmäßige Liebe eine besitzergreifende und damit eine herrschsüchtige ist. Weil es im Interesse Gottes, des Kindes, der Familie, der Priester und damit auch wieder Gottes ist, daß bei diesem Liebeskampf zwischen der natürlichen Liebe mit der seelischen Liebe die seelische gewinnt, ist damals der Gehorsam des Kindes eindeutig festgelegt worden. “Du sollst Vater und Mutter ehren (gehorchen).”

 

Damit wären laut diesem Gebot die natürliche Liebe und die seelische Liebe aber nur gleichberechtigt, wenn nicht Moses und die anderen Propheten dem Manne die letztendliche Stellvertreterfunktion von Gott übertragen hätten. Eva wurde somit wieder auf die Rolle der Gehilfin festgelegt. Aber in dieser alttestamentarischen Verfügungsgewalt wurde also nur festgelegt, daß die seelische Liebe vor und nach der natürlichen Liebe kommen muß. Hat z.B. eine Frau selbst genug seelische Liebe in sich, weil sie entsprechend gottgläubig ist, dann wird sie im eigenen Lebens- und Liebeskampf ihre naturmäßige Liebe überwunden und damit in die edlere seelische Liebe verwandelt haben. Dieser Liebeskampf tritt also in jedem Menschen auf, wird aber umso vehementer bei einem Ehepaar und wird erst dann real und zur Gefahr, wenn sich innerhalb eines Kindes die naturmäßige Liebe als die stärkere erweisen sollte. (Kainsmal(defekt) = Judasmal)

 

Genauso kann die seelische Liebe in einem Mann der natürlichen Liebe unterliegen. Solch ein Mann wäre aber damit kein Mann im Sinne Gottes mehr und würde seiner Frau unterliegen und sich damit zu deren Gehilfen machen. Die Frau hätte vor ihm keine Achtung mehr und würde dadurch automatisch die seelische Liebe leugnen, weil sie diese nicht kennen würde. Aber eine normale Frau würde sich auch nicht mit solch einem “weibischen Mann” verehelichen wollen.

 

Also kam in dieser Frühphase der Menschheit das patriarchalische Prinzip deshalb zum Tragen, weil den Priestern als den Stellvertretern Gottes noch geglaubt wurde. Mißtraute man ihnen, dann spürte man damit diesen seelischen Mangel und stärkte damit nur wieder die natürliche Liebe, die ihrerseits glaubt, daß sie ohne Gott leben könnte. Um das zu verhindern, mußte die Glaubensstruktur so stark sein, daß dem Vater dieses Prinzip einfach geglaubt wurde. War das Kind dann alt genug, dann würde es dieses Prinzip entweder verwerfen oder bestätigen und in die neue Liebesphase des Neuen Testaments hinübertreten.

 

So ähnlich war es mit dieser Phase. Als die Menschheit alt genug war um zu entscheiden, wählten sie nicht Jesus als das Sinnbild dieser seelischen Liebe, wählten sie also nicht Jesus als ihren Vater, sondern blieben nur mehr bei der naturmäßigen, der vaterlosen Liebe hängen, die in erster Linie eine fleischliche Liebe ist. Deshalb sagte Jesus seinerzeit diesen Menschen auch, daß er sie nicht kenne.

 

Bevor das Kind (die Menschheit) nun völlig auf die schiefe Bahn gerät, wird der Vater, der natürlich alle Schritte seines Kindes kennt, noch rechtzeitig eingreifen und es zum rechten Weg zurückführen. Er wird seinen verlorenen Sohn aufnehmen. Er kann ihn aber nur dann aufnehmen, wenn der Sohn auch freiwillig zum Vater zurückkehrt, weil er ihn dann als Vater akzeptiert. Gott greift an diesem Punkte der Entscheidung als Jesus ein und behandelt sein abgedriftetes und verlorenes Kind mit der allumfassenden Liebe und heilt es damit. Die Rückkehr des verlorenen Sohnes wird somit zu einem Triumpf der seelischen Liebe und stellt es wieder in den Gnadenstrom.

 

Hier hat das abweichende und verlorene Kind von seinem Vater eine direkte Gegenüberstellung gefordert, ohne jedoch Jesus in seinen Vater zu erkennen, d.h. ohne vorher die seelische Liebe zu erkennen. Das Kind vermag diese Stellvertreterfunktion Gottes innerhalb des Vaters nicht zu akzeptieren, wenn seine seelische Liebe noch zu unterentwickelt ist. Seine naturmäßige Liebe revoltiert dagegen und fühlt sich in seiner Existenzberechtigung beleidigt und verbündet sich dann mit der Mutter. Um das zu verhindern, ist nur in der Vaterliebe die Gottesfurcht enthalten. Diese Gottesfurcht, die das Kind als auch den Menschen zum Gehorsam gegenüber Gott veranlaßt, wandelt sich dann in die gesegnete Gottesfrucht  um.[24]  Hat jedoch ein seelisch notreifes Kind keine Gottesfurcht mehr, dann gibt es später auch nichts, was sich in diese Gottesfrucht umwandeln kann. Das ist auch den damaligen Juden geschehen, als sie im Abschluß dieser ersten gläubigen Phase waren.

 

Das Prinzip des Patriarchats sieht die seelische Liebe des Kindes (der Menschheit) richtigerweise in einer naturmäßigen Dominanz gefangen, die es zu durchbrechen gilt. Gelingt dies nicht, dann gilt das naturmäßige Kind als der verlorene Sohn, weil er die seelische Liebe nicht annehmen will. Von der Rückkehr des verlorenen Sohns spricht man dann, wenn sich dieser wieder zur seelischen Liebe bekehrt. Der verlorene Sohn als die naturmäßige Liebe kehrt dann zum Vater als die seelische Liebe zurück und ist dann ebenfalls seelisch umgewandelt. Das Kind muß natürlich beide, Vater als auch Mutter ehren. Es darf die naturmäßige Liebe nie verachten, da er ihr seine körperliche Existenz verdankt. Aber letztendlich muß es sich der seelischen Liebe beugen. Nur diese Beugung der Natur vor der Seele bedeutet “Patriarchat.” Für uns Menschen ist Gott der große Patriarch und wir sind alle seine verlorenen Kinder. Aber wir glauben es eben nicht, weil wir es im Dunkel (Dünkel) der natürlichen Liebe noch nicht erkennen können.

 

Dieses Erkennen gelingt erst mit der zunehmenden seelischen Liebe des Kindes (der Menschheit) zum Vater. Später kann das nun in seiner Liebe gereifte Kind seinen Vater fragen, wieso er sich nicht von Anfang an gezeigt hatte? Der Vater wird als Jesus antworten, daß er sich doch zu jeder Zeit zu erkennen gegeben hätte. Seine Liebe wäre in jedem Wesen, in jeder Blume, in jedem Grashalm, in jedem Stein, jeder Wolke, jedes Tier, wäre einfach überall enthalten gewesen. Allein das Kind war noch nicht reif, diese hohe Liebe, die das Leben des Kindes trug, zu begreifen. Jesus würde weiter antworten, daß Er die Sehnsucht und die Liebe des Kindes einfach genotzüchtigt haben würde, wenn er sich ihm sofort zu erkennen gegeben hätte, denn durch den Sündenfall sei die menschliche Seele zu sehr geschwächt, um neben ihn bestehen zu können.

 

Das Kind hätte sich eben nicht zur vollen Liebe entwickeln können, hätte nicht zu einer Liebe reifen können, die stark genug wäre, neben IHM als Gott zu bestehen.

 

Aber so über den Umweg über die fremden Erzieher, über den Umweg seiner leiblichen Eltern, die es spürt, die es sieht, wäre die Sehnsucht vorerst gestillt worden, bis sie dann später wieder mit aller Macht aufbräche. So stark jedenfalls, daß das Geistige als hinter allen äußeren Erscheinungen stehend erkannt worden wäre. Jesus hätte gefragt, wie ihn das Kind denn hätte lieben können, wenn es noch nicht einmal den Vater liebte, den es doch sehen konnte?

 

Das Kind hätte daraufhin erst erkannt, wie innerhalb der Materie, die zuerst sichtbar wird, wie hier innerhalb dessen der Geist Gottes webt und lebt und wirkt. Darum konnte und kann Jesus erst kommen, wenn die Grundübung, wenn die Grundausbildung sozusagen vorüber ist. Je nachdem, wie gut das Kind, bzw. wie gut die ersten Menschen ihre gläubige Lektion gelernt hätten, so gut würden sie IHN erkennen.

 

Aber das bedeutet nun nicht, das die Mutter damit die Gegnerin in der Erziehung des Kindes wäre und man ihren Einfluß ausschalten müßte, sondern es sollte nur gezeigt werden, wie gewisse Eigenschaften Gottes sich im Vater manifestieren und dem Kinder zur weiteren Entwicklung nützen. Das die Eigenschaften Gottes sich auch in der Frau als die Mutter des Kindes kundtun braucht eigentlich nicht erwähnt zu werden, denn die nährende Fürsorge, die uneigennützige Opferbereitschaft, die barmherzige Geduld, etc. das sind alles die Garanten im Zusammenspiel mit dem Vater, das das Kind auch alle besten Voraussetzungen erhält um später ein Gotteskind zu werden.

 

Da wir jedoch vom Patriachat ausgegangen sind und die Notwendigkeit dessen herausstellen wollten, wurde in dieser Situation nicht so groß auf die Rolle der Mutter eingegangen. Aber durch die im Verlauf sich verhärtete Priesterschaft ist dieses Patriachat denn auch gescheitert.

 

Weil jedoch der eigenständige Willen des Volkes gebrochen werden muß, genauso wie der Vater den zu früh selbständig werdenden Willen des Kleinkindes brechen muß, um eine Offenheit und gläubige Aufnahmefähigkeit zu erreichen, eben so und nicht anders verfuhr Gott in der ersten Phase der Menschheit, die die Phase des Kleinkindes ist, welche auch diejenige des Glaubens genannt wird. Daran schließt sich später jene Phase des Wissens, die mit dem Protest des Jugendlichen gegenüber seinen Eltern bezeichnet wird.

 

Aber hier in der gläubigen Phase des alten Testamentes sahen die Menschen auch, wie schlecht es den Kindern anderer Eltern geht. Wie es den Kindern erging, die keinen Bund mit Gott geschlossen hatten. Diese Menschen hatten zwar alle Freiheiten, besaßen deshalb aber kein inneres Zusammengehörigkeitsgefühl mehr und besaßen deshalb auch sehr wenig Nächstenliebe. Gott wurde in der Frühzeit deshalb wegen Seiner Strenge gefürchtet, mit der er seine Kinder aus den oben genannten Gründen am Gängelband hielt. Teilweise wurde Er sogar der Grausamkeit bezichtigt. "Jehovas Kriege" sind denn auch 2 Werke, die Moses darüber verfaßt hatte[25]. (Genaugenommen war es nicht Moses, sondern Garbiel und Besediel, siehe HHG )

 

In dieser Phase wollte Gott sich ein Volk heranziehen, daß unbedingt auf Ihn vertraute. Er durfte sich Ihm aber nicht zeigen, weil es unbeeinflußt von Seiner Präsenz sich gegenüber der materiellen Umwelt behaupten mußte. Die Israeliten wurden also am Gängelband des Glaubens gehalten. Hielten sie sich daran, so passierte ihnen nichts. Fielen sie jedoch vom Glauben ab, dann hagelte es Strafen. Sie wurden deshalb von fremden Völkern angegriffen, versklavt, sie verarmten, litten Krankheit und Not, wurden durch die Sündflut vernichtet, etc.

 

Sie hatten nur den Glauben an Gott und die Direktive danach zu handeln. Sie waren jedoch das einzige Volk, das von Gott mit dessen Geist „geimpft“ wurde. Das Volk Israel = Gottesstreiter, war die Keimzelle von der die anderen Völker aus befruchtet werden sollten.

 

Wie die Geschichte zeigte, hatte das jedoch nicht allzu lange geklappt. Trotz der vielen Propheten waren die Juden uneinsichtig, hartherzig, fanatisch gegenüber den Andersgläubigen. Der Glaube alleine trug keine Früchte. Es fehlte die liebevolle Anwendung. Die Juden töteten ihre eigenen Propheten, weil sie ihnen zu unbequem waren und erkannten deshalb auch Jesus nicht. Sie wurden zum verlorenen Sohn.

 

 

2.2.2 Die Phase der Liebe des Neuen Testaments

 

Die 2. Entwicklungsstufe beginnt mit Jesus. Mit ihm beginnt ja auch das Neue Testament. Hier tritt der Messias das erste Mal auf, hier zeigt sich Gott das erste Mal in einer menschlichen Gestalt, die Er eigens dazu geformt hatte.

 

Hier entstehen Begriffe wie Geist, Seele, Körper. Diese unterschiedlichen Formen werden miteinander verbunden. Der Verbinder, Vermittler ist Jesus. Die Menschheit erhält hier ein moralisch-soziales Gerüst (Bergpredigt, 2 Gebote der Liebe, Vaterunser) was sie zur eigenen Seelenentwicklung verpflichtet. Hier entstand als Novum in der Geschichte der Menschheit durch Jesus der personale Gott.

 

Und genau daran scheiden sich die Geister. Das Judentum macht die Entwicklung des Neuen Testaments  nicht mit und bleibt stur bei seinen Doktrinen, es verbleibt deshalb auf der ersten Stufe. (Wohlgemerkt nur die Juden, die an diesen Glauben festhalten) Das Christentum tritt als der jüngere Bruder auf und macht ihm anhand der Person Jesus den Rang streitig. Eine Feindschaft beginnt. Das orthodoxe Judentum verweigerte sich damit den Übergang in die 2. Phase der Liebe, bei welcher sich der Schöpfer Seinen Geschöpfen zeigen kann, weil sie in ihrer starken Liebe nun schon neben IHN bestehen können. Das Christentum übernahm dessen Rolle und erlebte in der Frühzeit eine Renaissance der Liebe, die beispiellos war. In dieser übergeordneten Liebe erkannten die frühen Christen, erkannten die Urchristen, wie der Geist Gottes in der Person Jesu auch in ihnen wirkte.

 

Die enorme Liebesfähigkeit, die sie anders als vorher jetzt besaßen, konnten sie eindeutig als Ausfluß bzw. Einfluß der göttlichen Liebe in Jesus nachweisen. Jesus floß in ihr Handeln und Denken ein und stärkte ihren Geist, stärkte ihre Liebe, stärkte damit ihr Leben.

 

Dieses Denken und Sehnen nach Jesus stülpte eben nicht ihrem eigenen Geist einen fremden Geist über, so wie es  Satan[26]  mit der von ihm initiierten Besessenheit vermochte, und so wie es viele Menschen irrtümlich glauben möchten. Nein, der Geist Gottes fließt durch die praktische Handlung der Nächstenliebe im Sinne Jesu so in den eigenen Geist hinein und belebt ihn, wie das Wasser in der Wüste einen Verdurstenden belebt. Jesus wird und ist damit das lebendige Wasser, von dem er am Jakobsbrunnen in Sichar (Samaria) zur Frau ( Irhael[27]) sprach. Die einzelnen Phasen stellen einmal innerhalb der Entwicklungsgeschichte der Menschheit die aufeinanderfolgenden Reifezyklen dar. Sie gelten global für die einzelnen Völker und charakterisieren die Stellung der Völker zu ihrem Schöpfer.

Ein ganz enger Bezug wird erreicht, indem das Wissen um die Mission und Person von Jesus bekannt wird.

 

Aber unabhängig von dieser globalen Religionserkenntnis gibt es die persönliche Stellung des Einzelnen. Er kann, anders als das Volk, anders als die globale Rasse, kann anders als sein Kulturkreis in dem er lebt, schon das Wissen um Jesus verinnerlicht haben und lebt dann innerhalb seines Volkes als kleinster Geistbringer, lebt als kleinstes Symbol des "lebendigen Wassers" und reicht es den Verdurstenden, die sich in der Wüste um ihn herum befinden. Weil das globale Volk um ihn herum jedoch von Satana so bezirzt ist, merkt es von seiner Wüste nichts, in die es sich selbst mit Hilfe Satans halluzinierte.

 

In dieser liebenden "Wasserphase" kann sich nur der behaupten, der seinen Geist rein genug gehalten hat. Denn die Versuchungen der um ihn herumirrenden Menschheit sind ziemlich groß und teilweise auch grotesk.

 

Hat er noch keinen direkten Anschluß an die Liebe zu Jesus gefunden, weil er nicht ihn, sondern nur Gott kennt, dann ist es mit seinem lebendigen Wasser sehr bald aus, denn wer möchte ihm neues reichen? Von Gott kommt nur etwas, wenn man IHN persönlich ruft, weil die Bewegung zu Ihm eine freiwillige sein muß.

 

In dieser Situation, wo das lebendige Wasser versiegt, befinden wir uns nun global, auch wenn wie gesagt, einzelne schon noch den direkten Bezug zum Schöpfer haben.

 

Das genau ist der Punkt der Entscheidung. Schauen wir einmal auf das Volk und betrachten den Werdegang der germanischen Völker, die mit diesem Jesusgeist in Berührung kamen.

 

 

2.2.3 Die Phase der Frühzeit des Christentums

 

In der ersten Zeit leisteten die germanischen Stämme als die Symbole der naturmäßigen Liebe erbitterten Widerstand gegen die gleichfalls noch natürlichen Römer, wie z.B. Armin der Cherusker, der den römischen Feldherr Varus im Teutoburger Wald bezwang. Die Römer blieben jedoch unnachgiebig und wandelten sich durch die Kenntnis und Anteilnahme der Christen allmählich seelisch um und schafften es schließlich doch noch, die germanischen Naturmenschen, im Laufe der Jahrhunderte in grausamen Kämpfen natürlich zu besiegen und damit seelisch zu beeinflussen.

 

Die Römer herrschten dann als “Seele” mehr oder weniger gut über den germanischen “Körper”. Jedenfalls solange, wie sich die Römer in der Liebe Jesu, d.h. ganz konkret in Bezug auf Petrus (Glauben), Johannes (Liebe) und Jakobus (Vertrauen) einig waren. Solange die Anschauungen über diese Apostel nicht unüberbrückbar waren, solange hielten sich die Römer als die beherrschende Macht.

 

Nachdem die Römer so diese Germanen allmählich seelisch kultivierten und sich ihrer als Kriegsheer bedienten, kamen so auch diese Germanen mit dem christlichen Glauben in Kontakt und wurden treue Vasallen, während diejenigen Germanen, die wie die Goten noch heidnisch waren, dann schließlich die Römer überrannten, die in ihrer seelischen Haltung schon wieder nachgelassen hatten. Die Romanen, (Römer in Italien und Gallier in Frankreich) hatten im Gegensatz zu den Germanen das unselige babylonische System der Geldwirtschaft eingerichtet[28], welches die Lebenskraft dieser Völker allmählich verzehrte. Die Germanen blieben hingegen auf eine Naturalwirtschaft beschränkt, die sie zwang, gegen die Naturelemente anzukämpfen, weshalb sie in ihrer natürlichen Lebenskraft verblieben. Im Zuge der Völkerwanderung wurde dieser abnehmenden Nächstenliebe Roms Rechnung getragen und das nächstenliebendere Prinzip dieser Naturalwirtschaft durch die Goten wieder eingeführt. Der Stamm der Goten zog von seiner skandinavischen Heimat aus bis nach Spanien hin, wo er in Katalanien (Gotland) seßhaft wurde. Die Goten trennten sich in zwei Abteilungen auf, den West- und den Ostgoten und übernahmen allmählich das römische Imperium, daß sich in einen schwachen westlichen römischen Teil sowie den stärkeren östlichen Teil um Konstantinopel abgetrennt hatte.

 

Aus dieser römischen Trennung resultierte auch die Spaltung des christlichen Glaubens. Das Patriarchat in Konstantinopel betrachtete sich als Nachfolger des Bischofs von Rom, weil es für sich den reineren Glauben und die stärkere Nächstenliebe in Anspruch nahm. Die römischen Bischöfe dachten natürlich nicht daran, ihre Vormachtstellung freiwillig aufzugeben und beriefen sich in der Folgezeit immer mehr auf den Apostel Petrus, den sie nicht in Babylon, dem damaligen Bagdad, sondern in Rom gestorben zu sein wähnten.[29]

 

Das war natürlich eine klare Fälschung, aber durch diesen römischen Tod schufen die Bischöfe eine Legitimation, die nur auf Rom begrenzt ist, und betrachteten sich als seinen Nachfolger. Um ihre Vormacht gegenüber dem oströmischen Reich auch zu dokumentieren, schufen sie um das 5. Jhdt. den Titel des Papstes und hatten in Bischof Leo als Leo I den ersten Vorläufer schon im Jahre 440 n. Christus.

 

Dabei war Paulus von Jesus als der Apostel der Heiden eingesetzt, und eben dieser Paulus war nicht nur im späteren oströmischen Reich in Ephesus, sondern er wurde von Nero in Rom hingerichtet. Also hätten sich die römischen Bischöfe als getaufte Heiden höchstens auf Paulus, aber nicht auf Petrus berufen dürfen, der niemals in Rom gewesen war und der von Jesus niemals ein Amt erhalten hatte. Aber auf Paulus wollten sie sich nicht berufen, weil er wie gesagt, der Apostel der Heiden war, und als solche empfanden sie sich nicht mehr. Für die Römer wog das weitaus schwerer, was Jesus zu Petrus gesagt hatte: “Du bist Petrus, auf diesem Felsen will Ich Meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen! – Dir will Ich die Schlüssel des Himmelreiches geben; was du lösen wirst auf Erden, das soll auch im Himmel gelötet sein, und was du binden wirst auf Erden, das soll auch im Himmel gebunden sein” Darum mußte Petrus also in Rom gestorben sein damit die römische Kirche auch in Rom gegründet werden konnte, damit sie sich auf Petrus und dessen Schlüsselgewalt berufen durfte.[30]

 

Wie wir außerdem aus der Apostelgeschichte (8) erfahren, gab es damals in Samaria einen Simon Magus (Zauberer), der, als er Philippus reden hörte, so beeindruckt war, daß er dieses Aposteltum kaufen wollte, weshalb der Kauf von geistlichen Ämtern und Würden nach ihm als Simonismus bezeichnet wird. Petrus verbat sich das aufs strengste und forderte von Simon Magus Buße, was dieser völlig unberührt zur Kenntnis nahm. Dieser Simon Magus verfälschte das Christentum ohne Frage mit heidnischen Ideen und Praktiken. (Apostolisches Christentum, Band 2, S.514) Simon Petrus und dieser Simon Magus wurden in der Folge zum Teil verwechselt. Diesem Irrtum unterlag sogar die sonst so genaue “Stigmatisierte”, die Therese von Konnersreuth, über deren Schauungen z.B. Wolfgang J. Bekh berichtet. Sie wähnte den mit dem Kopf nach unten gekreuzigten Simon Magus als den Petrus. (S. 344)[31]

 

Im Wörterbuch Christlicher Biographie, Band 4, S. 682 können wir lesen: “Als Justinian der Märtyrer seine Apologie schrieb (152 n. Chr.) scheint die Sekte der Simonier eine imposante Verbreitung gehabt zu haben, denn er erwähnt den Gründer Simon viermal..... Er weist darauf hin, daß dieser in der Regierungszeit des Kaisers Claudius (45 n. Chr.) nach Rom gekommen sei und durch seine magischen Fähigkeiten ein solches Ansehen erregt habe, daß er als Gott verehrt wurde. Eine Statue Simons wurde zwischen den Tiberrücken am Flussufer errichtet; sie trug die Inschrift “Simoni Deo Sancto” (der heilige Simon) Womit allmählich klar wird, auf welchen Simon sich die römische Kirche beruft. Auf den richtigen Simon Petrus jedenfalls nicht. 22

 

Dieser Simon Magus jedenfalls schuf eine Mixtur aus den alten babylonischen Mysterien, die er mit den Elementen des neu aufgetauchten Christentums verschmolz. Wie die Geschichte der Antike berichtet, verehrten die Babylonier heidnische Götter, die “Petri” hießen. “Nicht nur die Götter, sondern vor allem auch die Priester, die die Mysterien zelebrierten hießen Patres” (Bryant, Antike Mythologie, Band I, S. 354)

 

Die teilweise Namensgleichheit zwischen Simon Jona, der von Jesus Petrus genannt wurde und Simon Magus, der ein äußerst geschickter Fälscher im Dienste Satans war, rief ein beträchtliches Chaos unter den frühen Christen hervor, so daß der Tyrann Nero, um endlich Ruhe zu haben, einen großen Teil dieser Christen vertilgen ließ.[32]    Die späteren Generationen wußten nicht mehr um diesen Tatbestand und sahen in dem Tod des Mysterien Zauberers Simon Magus, der mit dem Kopf nach unten gekreuzigt wurde, einen grausamen Akt und meinten zu unrecht, Nero habe Petrus gekreuzigt.[33]  

 

So wurde dieser falsche Petrus denn auch auf einen Heidenfriedhof bestattet, während der echte Petrus, wenn er denn in Rom umgekommen wäre, doch als Jude auch ein jüdisches Begräbnis erhalten hätte und auch so wie Jesus, aufrecht gestorben wäre.

 

Dieser Zwiespalt zwischen Paulus und Simon Petrus, der zum Oberhirten der Kirche gemacht wurde, sowie die Durchdringung und teilweise Ersetzung des christlichen Simon Petrus mit dem des babylonisch geprägten Simon Magus bestimmte fortan die Geschicke der römischen Kirche, weil sie, wenn sie sich schon nicht auf Jesus als ihren Herrn berufen wollte, so doch wenigstens auf seinen Lieblingsjünger Johannes hätte berufen sollen.

 

Aber indem sie sich auf Petrus, mehrheitlich jedoch auf den falschen Petrus festlegte, fixierte sie sich einseitig auf den Glauben, ohne diesen Glauben spezifisch auf Jesus, also auf die Liebe zu gründen. Deshalb findet man in den Jahrhunderten des Papsttums nichts von der Nächstenliebe des Jesus, bzw. nicht viel davon, dafür aber sehr viel von dem Widerstreit zwischen Petrus und Paulus und Simon Magus. An diesem Widerstreit zwischen dem Glauben und der Liebe scheiterte letztlich die Versöhnung zwischen dem katholischen und dem orthodoxen Christentum. Der römische Simonismus, d.h. der verdiente Glauben (Verdienstglauben = käufliche Glauben), kämpfte gegen den berufenen “germanischen” Saulus, der zum Paulus wurde. Damit wurde eine Wurzel in der christlichen Kirche groß, die unter dem Gesichtspunkt des Verdienstes einen Hochmutskeim in sich trug, der sich im späteren Ablaßhandel, den Wallfahrtstourismus, den Reliquienhandel, den Kreuzzügen bitter rächte und sehr wesentlich zur weiteren Trennung der Kirche durch Luther beitrug. Hätte sich die Kirche, wenn schon nicht in der Liebe eines Johannes, so doch wenigstens in der Berufung eines Saulus verstanden, der unverdientermaßen nur durch Jesu Gnade zum Paulus wurde, so hätte es weder die damalige Trennung in Ost und West, sowie die spätere unter Luther gegeben.

 

Nachdem also das Papsttum[Michael N2]  in Rom eingerichtet war, konterte das oströmische Reich mit der Einsetzung des Patriarchen. Aber das war nur die Folge des o.a. Konfliktes. Schon ein Jahrhundert vorher errichtete Kaiser Konstantin XE "Kaiser Konstantin" , welcher der erste römische Kaiser war, der zum Christentum übergetreten ist und dann die Christenverfolgungen einstellte, die christliche Staatsreligion.

Aber nicht im alten Rom, wie man meinen sollte, sondern konsequenterweise in Byzanz, dass man nach ihm dann in Konstantinopel umtaufte. Ihm träumte im Jahre 312 vor einer entscheidenden Schlacht, er würde siegen, wenn er das Zeichen des Kreuzes auf seinem Schild trüge. Konstantin glaubte daran und ließ dieses Zeichen denn auf alle Schilde seiner Krieger malen. Mit diesem Zeichen siegte er: “in signo hoc vinces!”, genau so, wie er es geträumt hatte. Er berief im Jahre 325 das Konzil von Nicäa, um die verlorengegangene Einheit der Christen wieder herzustellen. Der seelische Konflikt zwischen Glaube und Liebe war in Rom schon unüberbrückbar geworden, da es wie gesagt nicht der wirkliche Petrus, auch nicht der Paulus und schon gar nicht der wahre Johannes war, auf dem sich die römischen Bischöfe beriefen. Zu diesem Zeitpunkt gab es deshalb die unmöglichsten Evangelien über Jesus, die sich zum Teil sehr widersprachen. Daraus resultierten denn auch die verschiedensten Sekten, wie z.B. die Arianer.

 

Konstantin der, um die leidige Petrusfrage zu klären, ursprünglich nur das Johannes- Evangelium und Paulus gelten lassen wollte, konnte sich damit jedoch nicht durchsetzen. 23 Immerhin einigte man sich erst dreißig Jahre später auf gewisse Grundfragen und faßte die gesammelten Schriften über Jesus zum Neuen Testamentes zusammen, aus dem zusammen mit den restlichen Schriften dann die Bibel wurde.

 

Weil jedoch der Bischof von Rom mit dem Patriarchen von Konstantinopel um das Primat stritt, ließ der Bischof von Rom diese Texte sammeln und ins Lateinische zur Vulgata übersetzen. Der Patriarch tat dasselbe und ließ sie in die griechische Sprache übersetzen. Die erste Kirchenspaltung ist so entstanden. Viele wichtige Schriften, so z.B. das Jakobus-Evangelium wurden jedoch nicht in den Kanon aufgenommen, weil sie Jesus zu sehr als Menschen darstellten, aber auch die Aufnahme der synoptischen Evangelien (Markus, Lukas, Matthäus) brachte viel Verwirrung, weil diese Evangelien untereinander sehr unterschiedlich sind und dadurch einen großen Raum an Interpretationsmöglichkeiten derjenigen zulassen, die in der Liebe Jesu noch nicht genügend gefestigt sind.

 

Der Gotenführer Wulfila übersetzte dann die Bibel um 375 ins Gotische und wurde Bischof. Allerdings vertraten die Goten noch nicht das reine Christentum, sondern übernahmen die Vorstellungen des griechischen Predigers Arius, die gemeinhin als Arianismus bekannt wurden. Arius betrachtete Gott weiterhin als unbekannten Schöpfer 24, der mit Jesus Christus nur einen Propheten schuf, in dem also nicht die Fülle der Gottheit wohnte. Er, Arius, wäre selbst solch ein Prophet. Das Konzil von Nicäa wurde darum auch noch einberufen, um diesem Unfug ein Ende zu bereiten. Aber dieses Verbot konnte die Goten damit jedoch nicht schrecken, da sie nun als stärkste Macht im west- und oströmischen Reich ziemlich unabhängig waren. Dieser arianische Glaube war damals bis ins 5. Jhdt. durch die Langobarden auch bis nach Oberitalien verbreitet und erst Chlodwig, der frühe Frankenkönig, brach mit diesen germanischen Vorstellungen des Christentums und kehrte zum urtümlichen Glauben zurück.

 

Damit hatte sich das reinere germanische Christentum gegenüber dem arianisch verfälschten Christentum durchgesetzt, aber die Spaltung zwischen dem ost- und weströmischen Reich konnte nicht mehr überbrückt werden, da die Franken anders als die Goten, nur auf den weströmischen Teil begrenzt blieben und den römischen Papst zu sehr respektierten. Der römische Papst blieb von ihnen und auch von den späteren Langobarden, die 570 von der Niederelbe bis nach Ober-Italien vordrangen, unangetastet. Die arianischen Langobarden brachten der dortigen italienischen Bevölkerung das katholische Glaubensbekenntnis .

 

Im zähen Ringen um die Konstituierung des germanischen Reiches entsteht dann im 8 Jhdt. nach Christi erstmals mit Karl dem Großen so etwas wie ein christlich geeinigtes germanisches Reich, bei dem die seelische Komponente der Liebe ebenfalls überwog. Mit Karl dem Großen aus dem Stamme der Franken zeichnete sich nun schon endgültig die germanische Nachfolgerschaft über die ehemals herrschenden Römer ab, die als Volk allmählich ihre seelische Kraft verloren. Der Bruderzweig der älteren Kelten schien im Ringen um die Vorherrschaft zu unterliegen, als die salesischen Franken im 5. Jhdt. unter ihrem König Chlodwig geeint wurden.

 

Als Karl darüber hinaus dann später die jungen germanischen Stämme einte und unter der christlichen Fahne zusammenschweißte, da gab es in seinem Reich trotzdem noch alle damaligen politischen und geographischen und nationalen Strömungen, die unter seinen Nachfolgern wieder aufbrachen und die bis in die heutige Zeit reichen. Sein Sohn Ludwig der Fromme hatte nicht mehr die Fähigkeit, das Reich zusammenzuhalten. Er übergab es seinem ältesten Sohn Lothar, der jedoch von seinen Brüdern Karl dem Kahlen und Ludwig dem Deutschen bedrängt wurde.

In dem Vertrag von Verdun wurde 843 nach vielen Kämpfen dann folgendes festgehalten:

 

Karl der Kahle erhielt danach den Westteil, der sich später zu Frankreich formierte, Lothar bekam die Kaiserkrone und behielt den mittleren Teil, der sich nach ihm Lotharingen (Lothringen) nannte, während Ludwig der Deutsche den damaligen östlichen Teil bekam, der ebenfalls ein Vorläufer des späteren Deutschlands war. Aber der Stiefbruder Karl der Kahle bekämpfte Lothar und Ludwig und erhielt den Westteil Lothringens. Ludwig der Deutsche konnte Karl noch gerade abwehren. Dieser Ausfall Karls des Kahlen blieb für die Jahrhunderte prägend und bestimmte z.B. noch die Politik des Kardinals Richelieu sowie des Napoleon Bonaparte. Wie Napoleon[Michael N3]  sagte, sind die Germanen ein politisch unglaublich dummes Volk, das man mit den unsinnigsten Lügen und Intrigen auseinander dividieren könnte. Während die Jahrhunderte hindurch diese lotharingsche Mitte deshalb ständig von Frankreich beansprucht wurde, welches seine Ostgrenze bis zum Rhein hin verschieben wollte, war dieses Lothringen der Puffer, der das aggressive Frankreich vom behäbigen germanischen Reich fernhielt. In dieser Frühzeit, wo das Reich Karls des Großen auseinanderbrach, da trennte sich auch der römisch/keltische Westen vom römisch/germanischen Osten und wurde anstatt germanisch dann romanisch und blieb auch in Folge materiell eingestellt.

 

In Frankreich konnten sich später die germanischen Völker nicht mehr halten, die Sprache wurde abgelegt und das Vulgär Latein der ersten römischen Besetzer setzte sich allmählich wieder durch und wurde über die Jahrhunderte hindurch dann zum heutigen Französisch umgemodelt, “so daß dieses Land kaum noch einen Laut besitzt, der auf eigenem Grund gewachsen wäre.” (J. Lorber) Mit dieser Veränderung kehrten die Romanen in Frankreich und Italien auch wieder zur Geldwirtschaft zurück, während das Ostreich bei seiner Naturalwirtschaft blieb.

 

Karl der Große hatte diese Trennung zwischen Romanen und Germanen, zwischen Körper und Seele geahnt und seine weltliche Metropole noch im heutigen Aachen und die geistige Metropole im heutigen Köln eingerichtet und darum immer versucht, die östlichen germanischen Stämme zu kultivieren und deren Heidentum auszutreiben, was ihm bei den Sachsen auch gelang. Die Germanen konnten ihre Eigenständigkeit nur bewahren, wenn sie in Verbindung mit ihrer Heimat waren. Wurden sie jedoch von ihrer Heimat getrennt, dann gingen sie in der jeweiligen Landesbevölkerung auf, so wie es mit den Goten in Spanien, den Franken in Frankreich, den Langobarden in Italien geschah.

 

Damit ist nun nicht gemeint, daß die Germanen nur deshalb untergingen, weil sie sich mit der jeweiligen Bevölkerung vermischt hätten. Vielmehr gingen sie unter, weil sie ihre kulturelle und moralische Schaffenskraft verloren, da sie in der Fremde ihre seelische Grundkomponente aufgaben. Anstatt auf ihre urchristlichen Werke der Nächstenliebe zu setzen, die sie alleine zum “Beherrscher” der damaligen Völker legitimierte, wurde sie im täglichen Glanz und Pomp des Regierens immer weniger, der Hochmut wurde dafür immer stärker. Die natürliche Eigenliebe gewann wieder die Oberhand gegenüber der seelischen Nächstenliebe.

 

Obwohl die Bezeichnung Frankreich ein germanisches Reich der Franken vermuten läßt, war dem nur damals so, denn diese Bezeichnung hatte später nichts mehr mit den Franken  zu tun, sondern bezieht sich auf das damalige kleine Herzogtum in der Ile de France (der Gallier im Becken von Paris), von wo ihre Königsmacht ausging, und danach heißen sie Franzosen, wie die Römer, deren Macht von Rom ausging. Die Franzosen fühlten sich also überhaupt nicht als Franken oder Germanen. Im Gegenteil ist dieses Westreich fast völlig entgermanisiert worden, indem es alle Völker und Kulturen vollständig assimiliert hat. So gibt es in der französischen Sprache nur noch ca. 400  Worte[34], die aus der fränkisch-germanischen Sprache stammen. Das heutige Französisch hat wie gesagt nichts Eigenständiges vorzuweisen, weil die früheren Kelten, die Gallier, zuerst hellenisiert, dann romanisiert, dann germanisiert und schließlich normannisiert wurden und ihre Sprache um das volkstümliche Latein herum aufbauten und dieses mehr oder weniger den jeweiligen Umständen anpaßten. Deshalb haben die Franzosen eine ähnliche Verwandtschaft mit den Römern aufzuweisen, wie die Italiener. Soweit diese Völker aus dem keltischen Sprachraum kamen, faßten sie im jeweiligen Französisch Fuß, so daß die keltisch-gallische Sprache allmählich zu einer romanisch/französischen Sprache wurde.

 

Diese Völker sind von diesem Land und seinen widersprüchlichen Charakter vollständig aufgesaugt worden und deshalb stellt der Franzose dasselbe widersprüchliche Empfinden in sich selbst dar. Nur durch eine starke zentralistische Führung, die den einzelnen Völkern eine übergeordnete Idee der Grande Nation verliehen, konnte das Zerbröckeln dieser multikulturellen Nation verhindert werden und hatte sich dann jahrhundertelang auch bewährt.

 

Das eigentliche Frankenreich war das germanische Deutschland, während der deutsche Begriff “Frankreich” eine Verwandtschaft impliziert, die vor tausend Jahren bestanden hatte, die heutzutage jedoch erloschen ist. Aber durch diese deutsche Bezeichnung “Frankreich” wird ein Bogen von der Vergangenheit bis zur Gegenwart gespannt, bleibt die Beziehung vom Deutschen aus brüderlich, weil auf beider Entstehungswurzeln verwiesen wird. Umgekehrt benutzt der Franzose das Wort “Allemagne” welches die Volksbezeichnung der Alemannen ist, die im 3. Jhdt. zwischen Main und Donau lebten und sich später im Elsaß niederließen. Von den Franzosen aus wird dieser Begriff im Sinne der Trennung gebraucht, jedenfalls weitaus mehr als es bei uns der Fall ist, obwohl sie sich dieses angeblich fremden Territoriums bemächtigten, und die Alemannen assimilierten.

 

Die Deutschen sagen zu einem Einwohner Frankreichs nun allerdings nicht Franke, was eigentlich naheliegend wäre, sondern sie gebrauchen den abgrenzenden Begriff “Franzose”. Also gibt es bei uns zwei unterschiedliche Bedeutungen hinsichtlich des Landes und seiner Bewohner. Das Land wird als verwandt betrachtet, der Bewohner indes nicht, da er sich von den germanischen Wurzeln befreit und mehr den gallo-romanischen Kelten zugewandt hat.

 

Vom Mittelalter bis zur Neuzeit wurde die Vorherrschaft auf dem Kontinent zwischen diesen beiden feindlichen Völkern der romanisierten keltischen Gallier, die latinisiert wurden, sowie den romanisierten germanischen Völkern, die Latein abschüttelten, entschieden. In der vieldeutigen Bezeichnung Frankreichs liegt also die Wurzel des Mißverständnisses, weil sie nur anfangs den Boden dieses germanischen Stammes meinte, der später jedoch latinisiert wurde. Es ist, als ob bei den Franzosen die gallisch-keltisch-bretonischen Elemente gegenüber denjenigen der germanischen überwiegen und ihnen die damalige Herrschaft nie verziehen haben, weshalb sie so unerbittlich gegen die Germanen kämpften, obwohl sie ihnen ihre Staatsgründung verdankten. Ohne die Germanen hätten die Franzosen überhaupt keine Nation, weil erst die Franken die Geburtshelfer waren. Als Erinnerung daran gibt es im Elsaß und Lothringen auch noch diese germanische Ausprägung, die wie gesagt, von der Mittelzone des Franken Lothars stammt.

 

Paradoxerweise wurde später auch nicht das gallisch/romanische Frankreich, daß den Italienern charakterlich viel zu ähnlich war, sondern das germanische Deutschland der Nachfolger der Römer. Hier steckt aber eine gewisse Logik hinter, waren doch die Germanen die größten natürlichen Widersacher und faszinierten die frühen Römer durch ihre mentale Stärke. Die Römer unternahmen denn auch unglaubliche Mühe, um dieses barbarische Germanenvolk zu kultivieren und machten aus ihnen dann ihre Vasallen, die jeweils aushalfen, wenn es brenzlig wurde. Später wurde aus dem ehemaligen Hilfsvolk ein Herrschervolk. Außerdem waren und sind die Germanen das stärkere Volk insofern, als sie es vermochten, einen eigenständigen seelischen Charakter und Glauben zu schaffen, indem sie das Land im Glauben an Jesus besiedelten, während Frankreich mehr zur Jungfrau Maria tendierte. Sie brachen dadurch die Vorherrschaft der lateinischen und später der der italienischen Sprache.

 

Die Germanen blieben als junges und dynamisches Volk weitaus ursprünglicher in ihrem Ursprungsraum als die Kelten, Gallier und Bretonen der Franzosen, die alles in ihrem Staat assimilierten und die mindestens Seelen[Michael N4]  in ihrer Brust  haben.  Verloren die germanischen Stämme jedoch, wie schon gesagt, diese Bindung zu ihrer Wurzel, dann verloren sie wie die Goten, die Franken, die Langobarden und die Alemannen ihre Identität und gingen im jeweiligen Gastland auf. So betrachtet waren die Germanen die Gebenden, sie waren die Befruchter vieler Völker und Staaten, während die Kelten und Romanen die Nehmenden wurden, nachdem vorher die Römer, und vor den Römern die Juden, die Gebenden gewesen waren. Die Deutschen blieben deshalb ein Bündnis germanischer Völker in ihrem jeweiligen Bereich und waren dezentralisiert (vergl. die alttestamentarischen Juden mit ihren 12 Stämmen) mit allen verschiedenen Facetten, während die Franzosen ein Zusammenschluß eines geographischen Raums um einen zentralen Mittelpunkt blieben, bei dem alle völkischen Elemente zugunsten der zentralen Metropole aufgegeben wurden. Damit gab es zwei verschiedene Prinzipien.

 

Das Prinzip des alles aufsaugenden Zentralismus und das germanische Prinzip der dezentralen Organisation. Als sich dieses germanische Ostreich später zu dem Österreich der Habsburger konsolidierte, da erhielt es im 17. Jhdt. durch die Heirat von Maria Theresia mit Franz von Lothringen (Franz I.) auch die damalige Mitte Lothringen zurück. Ab Maria Theresia gab es also die Verbindung zwischen Habsburg und Lothringen, ein Umstand, der die Franzosen mit den Zähnen knirschen ließ.

 

Deutschland und nicht Frankreich wurde also nach dem Verfall des römischen Reiches dessen legitimer Nachfolger, was auch durch die Namensgebung [Michael N5] vom “Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation” dokumentiert wurde. Entscheidend dabei war, daß die Habsburger als das von Gott aus sanktionierte Herrschergeschlecht sehr innig an Jesus als den Kerngedanke des Christentums festhielten 25 und deshalb diese seelische Befruchtungsfunktion übernehmen durften. Aber durch die damalige Entstehung der germanischen Rebellion zwischen dem Stiefbruder Karl dem Kahlen [Michael N6] mit Lothar, sowie Ludwig dem Deutschen, alle zusammen gegen ihren Vater Ludwig dem Frommen, der jedoch seiner zweiten Frau Judith hörig war, die ihren Sohn Karl begünstigte, ist ein seelischer Anfangskonflikt zwischen Frankreich und Deutschland geschaffen worden, der nicht vollständig bereinigt werden konnte.

 

Die feindlichen germanischen Brüder blieben zerstritten und nahmen völlig unterschiedliche Charaktere ein und stärkten dadurch die Gallier (Kelten) in Frankreich. Frankreich wurde zusehends wieder entgermanisiert. Einerseits wurde die germanische Herkunft verleugnet, andererseits wurde neidisch auf den pompösen gallisch-lateinischen Bruder geschaut und in späterer Zeit wurde an deutschen Höfen sogar französisch gesprochen. Aber die deutsche Seele blieb stark genug und konnte sich dieser “körperlichen” Übergriffe solange wieder erwehren, bis sie in der Gegenwart anderen Einflüssen hilflos unterliegt. Nachdem die Franken sich heillos zerstritten und damit wegrationalisiert hatten, traten andere germanischer  Stämme [Michael N7] auf.

 

Im 9. und 10. Jhdt. traten dann die Sachsen zuerst mit Heinrich I (dem Vogler), dann mit dessen Sohn Otto dem Großen auf. Ihm folgten sein Sohn Otto II und sein Enkel Otto III. Diese schafften, was unter Karl dem Großen noch nicht gelungen war, sie setzten die Päpste in Rom ein, um eine gewisse einheitlich geistig-weltliche Ordnung zu schaffen. Otto I der Große wollte dann folgerichtig sogar wieder die Verbindung mit dem oströmischen, byzantinischen Reich. Er wollte also das weströmische Imperium als Heiliges Reich mit dem oströmischen so verschmelzen, wie es vor ein paar Jahrhunderten gewesen war, diesmal jedoch unter der weltlichen und geistigen Führung der Germanen. Aber das mißlang[Michael N8]  und mußte deshalb mißlingen, weil weder Petrus mit  Paulaus und Johannes verbrüdert wurde. Es wurde zwar der simonitische Heidenglaube zurückgedrängt, indem die glanz- und prunkvolle Machtanmaßung der katholischen Kirche reduziert wurde; es wurde jedoch versäumt, an dessen Vakuum nun die reine Nächstenliebe zu setzen.[Michael N9] 

 

Bis zum 14. Jhdt. blieb das verbindende Element zwischen Frankreich und Deutschland die lateinische Sprache. Das “Welsch” der keltischen Gallier, soweit sie nicht das Vulgärlatein “französisch” sprachen wurde als Kauderwelsch abqualifiziert und damit als trennend empfunden, während das (seelische) lateinische als zusammengehörig betrachtet wurde. Durch den zunehmenden römischen Simonismus, den Kauf von geistigen Ämtern, der schon im 11. Jahrhundert überhand genommen hatte, den Handel mit Reliquien und Ablaß, etc. nicht nur in Rom, sondern auch in Frankreich und Deutschland gab es dann eine breite Volksbewegung in beiden Ländern, die in Deutschland die Abkehr vom Latein bewirkte. In Frankreich war das Latein doch schon stärker verhaftet und verinnerlicht worden, deshalb konnte es nicht wieder verdrängt werden.

 

Diese lateinisch-römische Epoche der Germanen, die bis zum 14. Jhdt. dauerte, wird mit dem Kulturbegriff des Romanischen Zeitalters verknüpft und bedeutet eine sehr enge Deutsch-Italienische Beziehung, die eine enge platonische Seelenbeziehung war, während die Beziehung zu Frankreich nicht mehr so seelenbezogen war. Danach gab es einen Wandel, der sich in der Schöpfung eines neuen Kulturbegriffs ausdrückte: Das gotische Zeitalter. Dieses gotische Zeitalter hatte allerdings schon die Jahrhunderte vorher Vorläufer, die allerdings noch isoliert blieben, wie z.B. das Straßburger Münster, wie z.B. die Werke von Hildegard von Bingen, von Meister Eckhart, wie die Zeit der Minnesänger eines Wolfram von Eschenbach, eines Walter von der Vogelweide, etc.

Bedeutende Kunstwerke sind damals mit einem eigenen deutschen Stil geschaffen worden. Herauszuheben sind einmal Hildegard von Bingen, der Nürnberger Maler Albrecht Dürer, der mit seinen Holzschnitten u.a. den Zyklus der Apokalypse Johannes verbildlichte, der Dombaumeister Erwinen von Steinbach, welcher der Erbauer des Straßburger Münsters war, sowie der erste, der die Steinmetzgilden die aus der rein mönchischen Zunft bestanden, in die der weltlichen überführten und somit den ersten außermönchischen handwerklichen Zunftorden gründete, später dann der Theologe Martin Luther, der der Reformator der verkrusteten Kirche wurde, sowie der Universalgelehrte Leibnitz, der Mediziner Paracelsus, sodann viel später den Dichter und Dramatiker Schiller sowie Goethe.

 

Sie waren besondere Geistesgrößen und sind nur im Zusammenhang mit der Sehnsucht zu verstehen. Diese genannten symbolisieren insgesamt die vier Epochen der Deutschen Kulturgeschichte, die mit dem Übergang von der Romanik zur Gotik begannen und welche die seelische Dominanz der Deutschen gegenüber Italien und Frankreich andeutete.

 

 

 

21.

Siehe die Werke der Neu-Offenbarung von Jakob Lorber

 

22.

Wer mehr darüber wissen möchte, der sei an das Buch von Des Griffin – Die Herrscher, Luzifers 5. Kolonne verwiesen

 

23.

Himmelsgaben Bd III von J. Lorber Seite 398, wo Kaiser Konstantin eine Einheit versuchte, aber nach dreißig Jahren scheiterte.

 

24.

Siehe Himmelsgaben Bd. 2, Seite 174 über Arius, der Jesus nur als Prophet betrachtete, sich selbst aber auch

 

25.

Siehe dazu das außergewöhnliche Buch von J. Lorber “ Von der Hölle zum Himmel”,

dort werden die Habsburger charakterisiert.

 

 

[21]               das werden wir später noch sehr viel ausführlicher betrachten

[22]              Bertha Dudde wurde 1891 in Schlesien geboren und verstarb 1965 in Leverkusen. Sie verfasste

                    über 9000 Einzelkundgaben

[23]              Kirche ist dabei die Gesamtheit aller Gläubigen, die in den Priestern eine Vertretung Gottes haben.

                    Sie sind Priester Gottes und nicht Priester für die materiellen menschlichen Belange.

[24]              siehe dazu auch in Teil II, wo sehr ausführlich darüber gesprochen wird

[25]              Genaugenommen war es nicht Moses, sondern Garbiel und Besediel, siehe HHG

[26]              wir verstehen unter Satan das Prinzip des Bösen

[27]              siehe Bd. 1 des großen Johannes XE "Johannes"  Evangeliums, S. 96 ff

[28]              warum die Geldwirtschaft im Hinblick auf die Nächstenliebe verwerflich ist, werden wir später ausführen

[29]              siehe dazu die Geistige Sonne, Bd 1 von J. Lorber, sowie Max Seltmann, auch Des Griffin-Die Herrscher...

[30]              siehe dazu auch bei J. Lorber in “Die Geistige Sonne Bd1” wo er auf diesen Sachverhalt

                    sehr genau eingeht (Kap. 77-81)

[31]              Wolfgang Johannes Bekh – Therese von Konnersreuth, Cormoran Verlag 1998

[32]              siehe dazu auch bei Josephus Flavius, dem jüdischen Historiker, der in seiner Antiquitates

                   

                    Judaicae über den falschen Petrus berichtet.

[33]              wie schon erwähnt schildert W.J. Bekh in seinem Buch über Therese Neumann auf der Seite 345,

                    wie diese die Kreuzigung von Petrus erlebte, in Rom, mit dem Kopf nach unten. Merkwürdigerweise

                    ging sie viel detailreicher auf Paulus als auf Petrus ein, den sie ziemlich verschwommen charakterisierte.

                    Therese wußte als gläubige Katholikin nur, daß Petrus in Rom gestorben war, weshalb sie diesen falschen

                    Petrus mit dem richtigen verwechselte.

[34]              laut Webster Dictionary

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