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2.2.4  Die frömmelnde Phase des Christentums .....................................................

2.2.4.1Der Kölner Dom.............................................................................................

2.2.5  Die  frömmelnde Phase, die Blütezeit der Gotik............................................

2.2.6  Die Epoche der Aufklärung............................................................................

2.2.7  Die Epoche der seelischen Verhärtung der Neuzeit......................................

2.2.8  Die Epoche des 21. Jahrhunderts...................................................................

 

 

 

 

2.2.4 Die frömmelnde Phase des Christentums

Die erste Epoche kann mit der des Frühlings bezeichnet werden. Hier wurde im 11 Jhdt. Durch Hildegard von Bingen innerhalb einer jungen Nation eine neue Verbindung zwischen Gott und Mensch geschaffen. Gott ließ durch seine “Prophetin” Hildegard dem Kaiser als auch dem Papst Mitteilungen machen. Sie lebte in der Frühzeit unserer Nation von 1098 bis 1179. Hildegard war zwar von Geburt an leidend, während vier Perioden ihres Lebens aber scheinen die Krankheitserscheinungen von besonderer Heftigkeit gewesen zu sein, vor allem dann nämlich, wenn die Äbtissin säumte, den Auftrag zur Niederschrift einer Schau zu befolgen, wenn Unfrieden in ihrer Umgebung aufkam. Hildegard nimmt dieses Leiden als Züchtigung Gottes an, der verhindern will, daß sie ihre Demut verliere. (zitiert aus Scivias)26

 

Das Leben Hildegards ist nicht verständlich, nicht zu interpretieren ohne einen Blick in die Zeitgeschichte. Denn dieses zwölfte Jahrhundert, in dem die Äbtissin von einem rheinischen Kloster aus zum Gewissen der Mächtigen in der damals bekannten Welt wurde, dieses zwölfte Jahrhundert war eine Zeit des geistigen, des geistlichen, des politischen und des wissenschaftlichen Umbruchs. Der Investiturstreit, die Auseinandersetzung zwischen kaiserlicher und päpstlicher Macht, manifestierte sich in innenpolitischen Wirren ebenso wie in internationalen Verwicklungen. Doch nicht nur Krone und Tiara standen einander entgegen, sondern auch das morgenländische-orthodoxe und das römisch-abendländische Christentum brachen auseinander.

 

Das eng geknüpfte Netz überkommener christlicher Moralvorstellungen zerriß angesichts der sinnenfrohen Lebensgier einer Zeit, in der Kriege, Verwüstungen und Seuchen frühen Tod brachten, in der eine erbarmungslose Gerichtspraxis durch Vertreibung aus der armseligen Hütten jeden ins Elend brachten, der nach einer Mißernte, bei Krankheit Zins und Zehent nicht pünktlich abliefern konnte.

 

Doch neben kaum vorstellbarer Brutalität und der Abkehr von allen überkommenen Moraltraditionen brachte dieses zwölfte Jahrhundert auch eine unerhörte Glaubensbereitschaft, Opfermut und Liebe. Nicht umsonst fiel die Aufforderung Papst Urbans II., das Grab Christi aus der Hand der Heiden zu befreien, beim jungen Ritterstand auf fruchtbaren Boden. Die Kreuzzüge freilich brachten für lange Epochen ein unvorstellbares Blutbad mit sich, für Christen wie Heiden. Und auch der neuerblühte Glaubenseifer hinterließ traurige Spuren in der Geschichte: Fanatismus regierte die asketischen Sekten wie die der Katarer, der Flagellanten – Fanatismus jagte die “Ketzer” in den Tod, auch wenn diese Ketzer oft genug nur einfache, des Lesens und Schreibens unkundige Gläubige waren, die in bester Frömmigkeit einem eifernden Bußprediger folgten.

 

Machtgier und Weltflucht, Prunksucht und Askese hielten einander die Waage, neben dem Festhalten am dunkelstem Aberglauben begann in den neubegründeten Universitäten Europas scholastisch systematisches Forschen. Ein Jahrhundert der Gegensätze, des Aufbruchs, der Verzweiflung und Hoffnung... Kämpft im Kloster von Clairvaux der heilige Bernhard um die Rückbesinnung des in Reichtum, Bequemlichkeit und lockere Lebensweise verstrickten Mönchtums auf seine eigentlichen Ideale, so scheut Hildegard von Bingen keine Mühe und keine Anstrengung in ihrem Streben, Kleriker, Bischöfe und Päpste ihrer machtpolitischen Verstrickung, der Vernachlässigung geistlicher Pflichten wegen zu mahnen. (Soweit das Vorwort in Scivias)

 

Wer denkt angesichts dieser o.a. Schilderungen nicht automatisch an die Wirren, die entstehen, wenn alt gegen neu bzw. wenn der Winter mit dem beginnenden Frühling- oder noch genauer, wenn die natürlichen Triebe gegen die Seele kämpfen. Diese Schilderungen könnte man deshalb auf die Jahreszeit bezogen mit “typisch April” konstatieren. Dort kämpft das alte und kalte, das machtbesessene und darum innerlich verhärtete romanische Papsttum gegen eine junge und aufstrebende germanische Nation und will es mit aller Gewalt beherrschen. (Investiturstreit) Jedoch sind die Propheten nicht mehr im alten und verkrusteten Papsttum, sondern befinden sich schon in den Reihen dieser jungen Nation. Dachte noch um 1076 Papst Gregor VII irrtümlich, daß der Apostel Petrus zu ihm spräche und ihm befehle, daß er auch weltlich wirken solle und deshalb den späteren Kaiser Heinrich IV mit einem Bannspruch belegte, der diesen dann um 1077 zum berüchtigten Gang nach Canossa nötigte, so sind schon einhundert Jahre später die Verhältnisse fast umgekehrt. Diesmal spricht die Stimme Gottes nicht nur aus Deutschland, sondern dazu noch aus einer Frau! Papst und Kaiser gehorchen ihr, dadurch gehorchen sie auch Gott.

 

Wiederum einhundert Jahre später, im Jahre 1275 erbaute Dombaumeister Erwinen von Steinbach das Straßburger Münster und gründete parallel dazu die erste Laienbruderschaft der Steinmetze und löste diese damit von den mönchischen Bauvereinigungen los. Aus den klösterlichen Brüderschaften der Bauhandwerker waren die Bauhütten entstanden, die von den am Bau beteiligten Steinmetzen als zünftige Vereinigung gebildet wurden. Die Mönche als Baukünstler ihrer Klöster und Klosterkirchen schlossen sich in Deutschland, England und Frankreich als erste zu Baubrüderschaften zusammen. Ihre Bauhütten, die mächtige Kirchen, Kathedralen und Münster errichteten, die oft von vielen Seiten Aufträge erhielten, mußten, um die Arbeiten bewältigen zu können, bald zahlreiche Laienbrüder, Architekten ohne geistliche Weihen und weltliche Steinmetzen in ihren Verband aufnehmen. Dieser Mischung von geistlichen und weltlichen Mitgliedern in den Klosterhütten folgte in der weiteren Entwicklung die Stiftung rein weltlicher Steinmetzbruderschaften.[35]

 

Wie Goethe viele Jahrhunderte später begeistert ausführte, war das Straßburger Münster eine eigene Stilschöpfung und hatte eigentlich nichts mit der Gotik zu tun.[36]

 

Hören wir einmal Goethe dazu: “ Und nun soll ich nicht ergrimmen, heiliger Erwin, wenn der deutsche Kunstgelehrte, auf Hörensagen neidischer Nachbarn, seinen Vorzug verkennt, dein Werk mit dem unverstandenen Worte gotisch verkleinert. Da er Gott danken sollte, laut verkündigen zu können, das ist deutsche Baukunst, unsere Baukunst, da der Italiener sich keiner eignen rühmen darf, viel weniger der Franzos. Und wenn du dir selbst diesen Vorzug nicht zugestehen willst, so erweis uns, daß die Goten schon wirklich so gebaut haben, wo sich einige Schwierigkeiten finden werden. Und, ganz am Ende, wenn du nicht dartust, ein Homer sei schon vor dem Homer gewesen, so lassen wir die gerne die Geschichte kleiner gelungner und mißlungner Versuche, und treten anbetend vor das Werk des Meisters, der zuerst die zerstreuten Elemente in Ein lebendiges Ganze zusammenschuf. Und du, mein lieber Bruder im Geiste des Forschens nach Wahrheit und Schönheit, verschließ dein Ohr vor allem Wortgeprahle über bildende Kunst, komm, genieße und schaue...”

 

Hier übertrieb Goethe natürlich, weil er wie so viele im 18. Jhdt. unter dem Wort Gotik nur mehr die barbarische Kunst der Goten, nicht aber das eigenständige deutsche Ringen, das sich von der Romanik verselbständigte, sehen wollte. Die Jahrhunderte der Aufklärung waren in die heidnisch klassizistische Epoche des Hellenismus abgerutscht, weil sie ihr Heil in den griechischen Mythen suchte. Darauf wurde dann später das germanische Heldentum errichtet, auf das viele große Geister setzten und damit scheiterten. (Hölderlin, Nietzsche, z.T. Goethe, der jedoch in späteren Jahren durch die Werke Swedenborgs bekehrt wurde)

 

Das Elementare der Gotik, die großen Innengewölbe in Verbund mit den großen Fenstern, durch die eine unglaubliche Lichtfülle drang, sowie das geradlinige Streben in die Höhe, ist nur durch die damals neu auftauchende innige Beziehung zwischen dem Herrn und der Bevölkerung zu verstehen. Gott, und damit Jesus, und damit auch die Kirchen sollten und wollten transparenter gemacht werden. Die damaligen Menschen wünschten sich einfach mehr Klarheit darüber. Sie wollten mehr Licht über Jesus, über die Nächstenliebe. Sie spürten die Liebe Jesu im Umgang untereinander. Aber sie bezogen sie noch nicht eindeutig auf Jesus, sondern brachten sie mehr mit Maria in Verbindung. So hörten sie die Liebe Marias in den Gesängen der Minnesänger, die zwar zum Burgfräulein sangen, aber insgeheim noch eine indirekte Liebe zum Schöpfer meinten. In Frankreich war es noch sehr viel indirekter und direkt an Maria gerichtet. Aber dieses Licht und die damit verbundene Nächstenliebe wurde ihnen dann genauso indirekt vorenthalten, weshalb dieser Epoche dann die der licht- und lieblosen Renaissance der Heiden nachfolgte, wo man sich wieder den alten Griechen und Römern zuwandte und damit Jesus und damit diese Gotik vergaß. Man kann also innerhalb dieser Kunststile gewisse Reduktionszirkel sehen, worauf wir später noch zu sprechen kommen.

 

Anhand des Mystikers Meister Eckhart (1260 – 1328) kann man diesen Umschwung zumindest zu Anfang des 13. Jhdts. erkennen. Er war deutscher Mystiker und christlicher Theologe. Meister Eckhart stammte aus einem Hochheimer Rittergeschlecht und trat im Alter von 15 Jahren in den Dominikanerorden ein. 1302 schloss er die Sorbonne mit dem Titel eines Magisters der Theologie ab. Anschließend leitete er ein Kloster in Erfurt und wirkte als Vizegeneral der Dominikaner in Böhmen. Ab 1311 hatte er einen Lehrstuhl für Theologie in Paris inne. Zwischen 1314 und 1322 unterrichtete und predigte er zunächst in Straßburg und später in Köln.

 

Eckharts Theologie verband die Lehren seines prominenten Ordensbruders, Thomas von Aquin, mit neuplatonischen Gedanken. Seine Lehre von der Seelengemeinschaft mit Gott führte dazu, dass der Vorwurf des Pantheismus, der als Häresie galt, gegen ihn erhoben wurde. Als Papst Johannes XXII. ihn 1327 aufforderte, sich gegen die Anschuldigung zu verteidigen, verfasste Eckhart eine Rechtfertigungsschrift in 28 Sätzen, die 1329 durch eine päpstliche Bulle verurteilt wurde.[37]

 

Dabei war alles was Eckhart erreichen wollte, nur die eingangs erwähnte Transparenz der Gotik, d.h. er wollte den Begriff Gott definieren, indem er die Menschen unterwies, wie sie Gott sehen, reden, und spüren sollten. So wie es eintausendfünfhundert Jahre vorher Jesus Sirach mit seinem Buch der Weisheit tat.

Jesus Sirach besteht hauptsächlich aus einer Reihe von lose zusammenhängenden Maximen und anderen, Sprichworten ähnelnden Sprüchen, die sich an das Buch der Sprüche anlehnen. Der Autor gibt Anleitungen, wie man sich in allen Bereichen des Lebens weise verhält. Er setzt Weisheit mit dem göttlichen Gesetz gleich (24, 23). Seine Ratschläge beschäftigen sich aber mehr mit Fragen der Ethik als mit göttlicher Offenbarung. Außerdem enthält Sirach mehrere lange Gedichte zu Ehren der Weisheit (1, 1-20; 24, 1-22), zum Lob Gottes und seiner wunderbaren Werke (42, 15-43; 33) und zu den ehrwürdigen Patriarchen und Propheten Israels (Kap. 44-49). Erwähnenswert ist dabei Kapitel 24, in dem die ewige Weisheit als göttliche Person spricht. Frühe christliche Schreiber betrachteten dieses Kapitel daher als Vorgriff auf das Wort Gottes in der Einleitung des Johannesevangeliums. Manche Gelehrte sehen Sirach als das letzte und herausragende Exemplar der Weisheit Salomos an und als das erste Beispiel für jene geistige Richtung des Judaismus, die sich dann innerhalb der pharisäischen und sadduzäischen Schulen entwickelte. (Lexikon Microsoft-Encarta)

 

Meister Eckhart berief sich nun auf diese Weisheit des Jesus Sirach und führte sie weiter aus, indem er sie vom Menschen hinweg auf Gott selbst hinlenkte. Damit jedoch eckte Eckhart gewaltig an. In Paris hatte er seinen Magister gemacht und wurde fortan als der Meister bezeichnet. In Straßburg finden wir ihn im Jahre 1314 als dortigen Leiter des Dominikaner-Konvents im Zentrum der deutschen Mystik als ihren unbestrittenen Führer und hier wurde der Meister auch über die Grenzen hinaus verehrt. Aber als er nach Köln auf den Lehrstuhl berufen wurde und hier die Arbeiten des Jesus Sirach zu Ende führte, indem er die Reden der Unterweisung veröffentlichte, schlug sein Schicksal um. Köln war schon lichtlos und damit zu engstirnig und dessen damaliger Erzbischof eröffnete folgerichtig das Inquisitionsverfahren und Eckehart wurde als Häretiker verurteilt. Dieses Urteil erlebte dieser jedoch nicht mehr.

 

Von diesem Urteil hat sich die deutsche Mystik nie so recht erholt und die neu aufblühende Gotik wurde dadurch extrem behindert, die Gottesliebe wurde blockiert, daß Verständnis für Jesus wurde geringer. Aber auch Köln und dessen gotischer Dombau mußten für dieses Fehlurteil bitter büßen. Das Licht und die Liebe von Jesus, die sich in Köln als dem damaligen mystischen Zentrum Deutschlands hätte etablieren können, wurden dadurch gewaltsam jahrhundertelang verjagt, Köln wurde geistig relativ bedeutungslos und hatte nur noch eine gewisse kaufmännische Bedeutung innerhalb der Hanse. In der Gegenwart ist es allerdings eine Millionenstadt mit über 1 Millionen Einwohnern geworden und beherbergt z.B. die größte Rundfunkanstalt mit dem Westdeutschen Rundfunk, das Amt für Verfassungsschutz sowie einige Universitäten.

 

Die deutsche Gotik erlitt damals einen Bruch und konnte sich nicht mehr mit ihrem geistigen Ursprung verbinden. Die Chance, Köln als geistigen Ruhepol einzurichten war damit vertan.

 

Selbst Goethe, auf der Suche nach der deutschen Seele, war sehr viel später nur in Straßburg, jener Stadt in der durch die Jahrhunderte hindurch ständig fruchtbare Impulse ausgingen, während Köln bis heute nur materiell und oberflächlich blieb. Denken wir dabei an die vielen niveaulosen Fernsehsendungen, (Talkshows, etc.) die von Köln ausgestrahlt werden, denken wir dabei an den Begriff des “Kölnischen Wassers 4711” welches mit dem geistigen Lebenselixier vom Format eines Eckharts nichts gemein hat, sondern nur mehr die Frische der großen weiten Welt symbolisiert, mit der Köln einen Pakt geschlossen hat, denken wir an das dubiose Amt für Verfassungsschutz, daß von einer Panne in die andere schlittert und alles mögliche unternimmt, jedoch weder die Verfassung noch die Bürger vor irgendwelchen Übergriffen schützt.[38]

So mußte der geistige Ruhepol im unruhigen Straßburg als “amputierter” Ruhepol verbleiben. Immerhin war er noch stark genug, um später starke Geister a la Goethe und Herder anzuziehen. Das Straßburger Münster wurde sogar noch nach einem Brand wieder neu aufgebaut und inspirierte sogar noch Goethe.

 

Goethe, dem jedenfalls aller Kitsch einer überladenen und spielerischen Gotik der Italiener und Franzosen zuwider war, hatte den Genius um in diesem Werk des bedeutendsten Domerbauers die reine und lebendige Seele des Deutschen zu erschauen. Er wußte, daß damals in dieser jungen deutschen Nation ein eigenes Kunstverständnis aufblühte, was er jedoch nicht wahrhaben wollte, und woran er schließlich verzweifelte, war, dass es seine Kraft aus dem intimen Bezug zum Schöpfer zog. Die Verbindung Gott und Nation, die sich zuerst in den Schriften und Mahnungen der Hildegard von Bingen zeigten, wurden hier erstmals auch im Handwerk deutlich und konnten der breiten Masse vor Augen geführt werden. Laut Goethe hatte dieses monumentale Bauwerk nichts mit denen einer barbarischen Gotik gemein, wie sie sonst verstanden wurde. Früher wurde die Gotik deshalb als barbarisch gebrandmarkt[39],  weil sie eben nicht das Werk von Künstlern war, die sich an das klassische Altertum der Griechen anlehnten und dieses kopierten, weil sie eigentlich nichts Eigenständiges hervorzubringen in der Lage waren. Die an sich höherwertigere Gotik, als barbarisch denunziert, hatte es darum schwer, die Anerkennung zu erhalten, die ihr zustand.[40]   

 

Die Seele wurde also denunziert!

 

Der Kölner Dom, 1248 angefangen und erst 1880 beendet, wird allgemein als das bedeutendste Bauwerk der deutschen Gotik betrachtet. Dieser Dom ist deshalb mehr noch als das Straßburger Münster das Symbol für die geistige Beziehung Deutschlands zu seinem Schöpfer, weil hier in dem direkten Streben zu Jesus, die Form eines Kreuzes gewählt wurde.

 

Außerdem symbolisieren die beiden Türme die Liebe und die Weisheit. Leider wurde die Säule der Liebe nur so groß wie die der Weisheit, aber sie wurde immerhin konkretisiert. Erst aus der Luft betrachtet ergibt die Form des Domes das Bild eines riesigen Kreuzes. Hören wir einmal in die Geschichte des Kölner Doms herein.

 

2.2.4.1 Der Kölner Dom

 

Als Imageträger ist er unschlagbar: der Dom Sankt Peter und Maria - wie der Kölner Dom mit vollem Namen heißt. Keiner kann dem Bauwerk entgehen, das in bester Platzhirschmanier aus jeder Blickrichtung die Stadt dominiert. Zugreisende überfällt die kolossale graue Steinmasse ohne Vorwarnung, kaum daß sie den Bahnhof verlassen. Doch nimmt offenbar niemand diese totale Dominanz übel: Die hochmittelalterliche Kathedrale der Erzbischöfe von Köln ist nicht nur Mittelpunkt der Stadt und millionenfach verwendetes Wahrzeichen der Rheinmetropole, sie ist für Kölner -egal ob geborene oder hinzugezogene -auch Identifikationsfigur mit ihrer Heimatstadt.

 

Dabei beginnt die Geschichte des Kölner Doms lange vor seiner Grundsteinlegung: als Karl der Große die Stadt 795 n. Chr. zur neuen Kirchenprovinz von vier Bistümern machte und damit seinen Freund und Vertrauten, den Kölner Bischof Hildebold, zum Erzbischof erhob. Hildebold wollte ein seiner neuen Stellung und der nun größeren Bedeutung der Stadt angemessenes Kirchenbauwerk. Er renovierte den bestehenden Dom und baute ihn aus. Doch rund fünfzig Jahre später vernichtete ein Brand diese Bischofskirche. Man begann rasch mit einem Neubau, der 870 geweiht wurde: der “alte" Dom.

 

Fast 400 Jahre lang erging es dem alten Dom wie fast allen Bauwerken mit ständig wechselnden “Bewohnern": Erzbischöfe bauten ihn aus, bauten um, bauten an und statteten ihn aus. Im 10. Jahrhundert erwarb zum Beispiel Erzbischof Bruno einige Reliquien: den Hirtenstab und die Gefängniskette des Heiligen Petrus.

 

Ein noch größeres Schnäppchen machte Erzbischof Reinald von Dassel 1164. Er brachte die Gebeine der Heiligen Drei Könige als Kriegsbeute aus Mailand mit. Damit war Kölns Ruf als Heilige Stadt begründet, denn für gläubige Katholiken stellt der Schrein mit den Drei-Königs-Gebeinen die einzig authentische Kultstätte der Geburt Christi dar - da es weder ein Grab Marias noch eines von Josef gibt.

 

Damit hatte Reinald von Dassel auch Aachen als Krönungsstadt einen Teil seiner Bedeutung genommen. Denn da die Heiligen Drei Könige als Urbilder jeglichen Königseins galten, wurde Köln zum einzigen Ort, in dem man König von Gottes Gnaden werden konnte. Zwar fanden die Krönungszeremonien weiter in Aachen statt, doch führte der Weg neuer Monarchen stets zuerst nach Köln - zum ersten aller Christenkönige. Kein Wunder, daß die Kölner vor Stolz fast platzten. Erzbischof Philipp von Heinsberg ließ 1211 einen angemessenen Behälter für die wertvollen Gebeine schaffen: Er beauftragte den Goldschmied Nikolaus von Verdun damit, den goldenen Dreikönigsschrein zu fertigen. Das erhöhte noch die ohnehin schon große Zahl der Neugierigen und Pilger, die in die Stadt und zu den Reliquien strömten. Der Plan, eine neue, größere Kathedrale zu bauen, wurde gefaßt, die Idee des gotischen Kölner Doms war geboren.

 

Neubau nach einem Brand

 

Wiederum beschleunigte ein Brand die Ausführung der Pläne. Der alte Kölner Dom wurde durch das Feuer vernichtet. So legte im August 1248 Erzbischof Konrad von Hochstaden den Grundstein für den Neubau. Seine Ziele waren äußerst ehrgeizig. Mit der größten Kathedrale der Welt, damals ausgelegt für mehr als 25.000 Menschen, also weit mehr, als die Stadt Köln Bewohner hatte, wollte er auch sich selbst ein Denkmal setzen. Den idealen Partner für seine Ideen fand Konrad von Hochstaden in der Person des ersten Dombaumeisters Gerhard. Er wollte den Kathedralenbau zum absoluten Höhepunkt führen und zeichnete, inspiriert von den französischen Vorbildern St. Denis, Amiens und Beauvais, einen Plan (ein fast 4 m hohes, noch erhaltenes Pergament, das heute zum Domschatz zählt), der die Grenze des damals technisch und wirtschaftlich Machbaren weit überschritt. 1322 waren der Chor und seine sieben Kapellen fertig gestellt und wurden geweiht, die Bauarbeiten an den Türmen hingegen gingen weiter. Rund 200 Jahre lang ging das gut, das Langhaus bis zum Laufgang und der Südturm bis zum dritten Geschoß entstanden. Doch 1560 entschloß sich das Domkapitel, den Bau einzustellen. Seit Luther die Ablaßdiskussion losgetreten hatte, waren die Spenden für den Dom immer geringer geworden. Dann hatten die Kölner für drei Jahrhunderte das, was die Berliner erst kurze Zeit ertragen müssen: die größte Baustelle der Welt.

 

Erst in der Romantik wurde der Dom wieder salonfähig. Nachdem das Rheinland auf dem Wiener Kongreß Preußen zugeordnet worden war, machte sich Friedrich Wilhelm IV. - ein Protestant - für die Vollendung der Kathedrale stark und sagte zu, einen Teil der Kosten zu tragen. Ab 1842 wurde weitergebaut, und 1880 feierten die Kölner im Beisein von Kaiser Wilhelm l. die Vollendung ihres Domes - nach 632 Jahren und zwei Monaten Bauzeit. Etwa zwei Drittel der Baukosten für den Weiterbau nach 1841, rund 7 Millionen Taler (was heute etwa 1,8 Milliarden DM entspräche), wurden von Kölner Bürgern aufgebracht. Sie gründeten 1841 den Zentral-Dombau-Verein, der auch für die Behebung der Kriegszerstörungen nach 1945 aufkam. 14 Bomben schlugen während des II. Weltkrieges in den Dom ein, insgesamt 13 Gewölbe wurden zerstört. Die Fenster aus dem Mittelalter und dem 19. Jahrhundert blieben jedoch erhalten – man hatte sie frühzeitig ausgebaut und ausgelagert. [41]

 

Versprach das Münster eine glorreiche Beziehung zum Herrn und konnte man damals davon ausgehen, daß Jesus endlich als der gütige Vater auch in der Bevölkerung verankert wurde, so unterblieb das jedoch durch den Investiturstreit, die schon erwähnte Simonie, sowie überhaupt durch den Handel mit religiösen Gütern. Köln, das unter Claudius I. im Jahre 50 nach Chr. zur  Kolonie ausgebaut- und das von ihm nach seiner Frau Aggripina benannt wurde, Colonia Aggripina, war im Verlauf der Jahrhunderte immer ein wichtiges Zentrum.

 

Im 2. Jahrhundert war es z.B. die Hauptstadt von Niedergermanien. Trotzdem vermochte es dieses Köln bis auf die Zeit des Meisters Eckharts nie, das eigentliche geistige Zentrum Germaniens zu werden. Wenn die früheren Deutschen sich einiger gewesen wären, und die gewisse “Frömmelei” als Vorstufe zur innigen Schöpferliebe überwunden hätten, dann hätte es mit dem Dom und daraufhin auch mit der Verlegung des geistig toten Zentrums von Rom nach Köln gelingen können. Die Deutschen würden somit auch geistig dokumentiert haben, was sie die Jahrhunderte über weltlich praktiziert hatten. Sie waren der Nährboden Europas und der legitime Nachfolger der Römer, soweit diese sich auf Jesus beriefen. Auch Martin Luther vermochte es nicht, die geistige Herrschaft der Römerkirche abzuschütteln. Als der Dom endlich 1880 fertig gestellt wurde, war es dafür schon zu spät. Warum das so war, werden wir später ergründen.

 

Hier nur kurz eine symbolische Deutung. Der Dom Sankt Peter und Maria wie der Kölner Dom eigentlich heißt, beruft sich auf Petrus und Maria. Wenn schon nicht auf Jesus, dann hätte er sich wenigstens auf Petrus und Johannes berufen sollen. Nicht, das man sich nicht an Maria wenden sollte, aber als der übergeordnete Dom, welcher dieser Bau damals ja sein sollte, hätte er sich auch auf die übergeordnete Liebe eines Johannes berufen müssen. Immerhin waren Johannes und Maria später zusammen; denn Jesus am Kreuze sagte zu Johannes: “Sieh, deine Mutter!”, womit er Maria meinte. Und zu Maria sagte er: “Sieh, dein Sohn!”

 

Damit meinte Jesus auch, daß die irdische Liebe mit der himmlischen Liebe im Einklang bleiben müßte, und dass die himmlische Liebe (Johannes) für die irdische Liebe (Maria) sorgen müßte. Johannes wurde damit zum Stellvertreter Christi. Es sollte also nicht der feste Glauben mit der irdischen Liebe zusammen bleiben. (Petrus und Maria)

 

 

2.2.5 Die frömmelnde Phase, die Blütezeit der Gotik

 

Albrecht Dürer, der 1471 – 1528 in Nürnberg lebte und Maler, Zeichner und Grafiker war, ist in seinem Genius ebenfalls auf einer Stufe mit Steinbach, dem Dombaumeister Gerhardt oder Goethe zu stellen. Verkörperte Steinbach die Steinmetzzunft und zeigte darin, was man durch Gott inspiriert alles mit Steinen machen konnte, so drückte Dürer dies kongenial in seinen Bildnissen aus. Dürer reiste zweimal nach Italien und wurde zuerst der Hofmaler von Kaiser Maximilian I, später dann von Kaiser Karl V.

Dürer beschäftigte sich ausgiebig mit der christlichen und altjüdischen Thematik und schuf durch seinen Bilderzyklus der Johannes Offenbarung ein herausragendes Werk. Er malte u.a. Lots Flucht aus Sodom, Christus am Kreuz, Joseph und Maria mit Jesus auf der Flucht nach Ägypten, wie Jesus ans Kreuz genagelt wurde, Jesusknabe mit Weltkugel etc. Das 15. Jhdt. war eine Epoche der Entdeckung, weil die Menschen, die aus dem zu engen Korsett des Glaubens heraus wollten, dieses nur in der Fremde tun konnten. Außerdem suchten sie in der Fremde Gott, den sie innerlich nicht mehr als Jesus hatten. In der Fremde hofften sie deshalb Gott zu begegnen.

 

Als sie ihn dann in den Völkern Südamerikas trafen, da hatten sie noch weniger Nächstenliebe und dachten nicht an Jesus, sondern nur an das Gold. Die spanische Inquisition nahm unter Karl erst recht zu, er setzte sie zeitweilig sogar in den Niederlanden gegen die Protestanten ein. Als der spanische Zweig der Habsburger (Karl V) auf diese Naturvölker traf und damit in ihrer Brüderlichkeit geprüft wurde, da versagten sie kläglich. Unter Karl V. wurde mit grausamsten Methoden das spanische Kolonialreich gegründet und 1521 Mexiko und 1533 Kolumbien erobert Der Versuch, das christliche Abendland unter seiner Vorherrschaft zu einigen, mißlang dagegen, weil sich Karl der V. auf den Reichstag zu Augsburg gegen die Protestanten stellte und im wesentlichen die kaufmännischen Interessen der Fugger vertrat, mit deren Geld er schließlich zum Kaiser gewählt worden war. Die Fugger finanzierten denn auch die Kriege gegen die Protestanten. Karl benötigte für seine Kriegsführung immer mehr Geld von den Fuggern sowie das Gold aus den spanischen Kolonien, bis er sie und damit auch das spanische Reich schließlich an den Rand des Ruins brachte.

 

J. Lorber schrieb in seinem Tagebuch (Himmelsgaben I, Seite 56) z.B. darüber: “Siehe, es gibt kein Land gleich diesem (Spanien), das du nanntest, welches mehr der schändlichsten Hurerei getrieben hätte, leiblich und geistlich, und mehr als dieses verbrannt und gemordet hätte Meine unschuldigen Kindlein zu allen Zeiten. Könntest du sehen und zählen wie Ich, wie viele unschuldige Mägdlein von den überfalschen Horden der Mönche geschändet und dann lebendig begraben und eingemauert wurden, wie viel Knaben der sodomitischen Unzucht geopfert wurden; zu wie vielen tausend und tausendartigen unerhörten Schändlichkeiten, Betrügerein und Gräueln man vorzüglich geistlicherseits seine niederträchtige Zuflucht nahm, um auch nur einen geringen zeitlichen Zweck zu erreichen; wie man da öffentlich fluchte über Mein geschriebenes Wort, weil es nicht passen wollte als Unterlage aller erdenklichen Gräueltaten – dann würdest du wohl sehr klar gesehen haben, wonach daselbst Mein sein=sollender Dienst gestrebt und gerungen hat!”

 

Karl V. trug mit seinem Hochmut einen maßgeblichen Anteil daran.

 

Dürer wuchs also in eine stürmische Epoche hinein und hielt doch in aller Ruhe und Konsequenz am Heiland fest. Diese innere Ruhe sieht man seinen Bildern an. In ihnen liegt ein überirdischer Ernst. Seine Figuren strahlen auch eine große Würde aus, vor allem sind sie gut bekleidet und wirken deshalb trotz aller Leiden irgendwie vorwurfsvoll, weil dieses innere Leiden im Widerspruch zu der äußeren eleganten Erscheinung steht. Seine Farben sind klar und leuchtend, die Gestalten wirken erhaben und teilweise durchgeistigt, ihre Haltung ist fromm. Aber wieso steht das geschilderte Leid, welches man nur in der Mimik und Gestik der Hände sieht, so in Widerspruch zu der äußeren Erscheinung? Dieser scheinbare Widerspruch löst sich auf, wenn man erkennt, wie es Dürer darum geht, daß diese Leiden als von einer unsichtbaren Macht von außen kommend, völlig überraschend und in ihrer Grausamkeit auch unverdient eine fromme Menschheit überfällt und diese straft, obwohl sie sich doch keiner Schuld bewußt ist. Wieso passiert das gerade uns, mögen seine Protagonisten ziemlich ratlos fragen: “waren wir denn nicht fromm genug?” Auch überhöhte Dürer durch diese prunkvolle Darstellung die abgebildeten Gestalten und riß sie aus dem alltäglichen Lebenskampf und Elend auch seiner Zeitgenossen heraus. Ihren inneren Seelenreichtum stellte er ähnlich wie die katholische Kirche auch äußerlich reich dar, obwohl die damalige Kirche diesen Seelenreichtum nicht mehr innehatte. Aber anders konnten sich die damaligen Menschen dieser Thematik auch nicht zuwenden und verstanden die demütige und unscheinbare Liebe Jesu nicht mehr.

 

Trotz allem Licht, d.h. Verstand vermochten es die Leute damals also nicht, ihr Schicksal zu erkennen.

 

In all seinen Ölgemälden kommt dieses gewisse unschuldige naive Glaubenselement zum Tragen. Seine Gestalten wirken auch deshalb nicht wie aus dem Leben gegriffen, wirken nicht von Arbeit gezeichnet und schmutzig, sondern erscheinen mit einigem Abstand wie schon überhöhte Gestalten. Die Geschichten, die sie erzählen, kann man deshalb nur aus ihrer Gesichtsmimik sowie den Gesten ihrer Hände erahnen, mit denen sie dem Betrachter nur ihre Ratlosigkeit zeigen. So, als wenn sie wie weiland Hiob fragen würden: “was habe ich gesündigt, was habe ich getan, du Wächter der Menschheit?”

 

“Warum werde ich so von Dir geprüft?” Die Deutschen, die in dieser frömmelnden Phase stecken, warten gleichsam auf die Erlösung durch den Herrn, aber wie damals bei Hiob dem Gerechten, so fordert Er auch hier Geduld und demütiges Ertragen dieser Lebensprobe. Er will, dass die Menschen, seine Kinder, alles von Ihm in Liebe nehmen und ertragen, damit sie so in der Leidenszeit ihre Stärke und Liebe zu Ihm erproben können und vertrauensvoll durchhalten, um so ihre momentane Stufe der gläubig frommen Gerechtigkeit zu überwinden, und selbst in dieser schwierigen Zeit Liebe, Seine Liebe, spenden zu können.

 

Denn später, in der Zeit, wo die Gerechten über die Leidenden Gericht halten, können diese Gerechten vor Gott nicht mehr bestehen, wenn sie selber diese Leiden nicht kennen und diese Menschen mit Liebe betrachten. Diese Leiden selber kennen bedeutet jedoch, daß sie dann auch wissen, wie sie selbst nicht viel zu ihrer Überwindung beigetragen haben, sondern vor allem nur Gott, d.h. hier Jesus, vertraut haben. Hiob vertraute Gott, auch wenn er nicht verstand, warum das alles geschah. Aber aus der Bibel wissen wir, wie Satan Gott den Vorwurf machte, Hiob alle Fähigkeiten gegeben zu haben und dieser deshalb durch Jehovas Protektion nichts zu beanstanden hatte.

 

Um diesen Vorwurf auszuräumen, deshalb durfte der Satan Hiob prüfen. Hiob, in Unkenntnis dieser Sachlage, genau wie Albrecht Dürer und die damaligen Deutschen, tat sich bei seiner Prüfung schwer, die Deutschen taten sich allerdings weitaus schwerer.

 

Die Deutschen jedenfalls beklagten sich und wandten sich von Jesus ab. Aber auch heute, wo sie sich körperlich nicht mehr beklagen können, wenden sie sich von Ihm ab.

 

Wie ausgeprägt dieser Hang zur Frömmigkeit war, ist für uns kaum noch vorstellbar. Um es ein wenig nachvollziehen zu können, hören wir einmal in diese Zeit hinein.[42] 

 

“Das religiöse Leben des späten Mittelalters (15 Jhdt) ist gekennzeichnet durch eine Fülle verschiedenster, vielfach bis zum Widerspruch gegensätzlicher Äußerungen und Formen der Frömmigkeit” (F. Machilek), wobei diese Unterschiede nicht allein geographische Gründen haben, sondern vor allem inhaltlicher Natur waren, sind doch die Motive zu frommen Handlungen recht unterschiedlichen Ursprungs gewesen. In enger Verbindung dazu steht der Kirchenbegriff, denn das ursprüngliche Bild von der Kirche als “Braut Christi” wurde von den Kirchenvätern zum Bild von der “Mutter Kirche” erweitert, um schließlich im Spätmittelalter von der Vorstellung der Kirche als “Heilsanstalt” abgelöst zu werden. In jedem Augenblick war den Menschen die überirdische Welt gegenwärtig, und die Erregung über die Schrecknisse und Notzeiten dieser Epoche “steigerte das Bewußtsein der Abhängigkeit und die Sehnsucht nach dem Einklang mit den himmlischen Mächten.” (B. Moeller)

 

Erschütterungen aller Art wie Krieg, Hungersnot, Naturkatastrophen und Seuchen bewirkten eine Unsicherheit und verstärkten das allgemeine Streben nach Heilsversicherung. Deshalb suchte man wohl nicht in erster Linie die Kirche als solche, sondern ihren Heilsbesitz. Die Menschen ergriffen deswegen – in der Sorge um ihre Seligkeit – die von der Kirche angebotenen Formen des religiösen Lebens und die Möglichkeiten der Frömmigkeitsübung, was insbesondere in einer augenfälligen quantitativen Steigerung der Devotion seinen Ausdruck fand. Diese äußerte sich in der Anhäufung von Gebeten und Andachtsübungen, in der Vervielfachung der Festtage, in dem Bemühen der Gläubigen, in bestimmten Anliegen des Schutzes und der Fürsprache möglichst vieler Heiliger gleichzeitig teilhaftig zu werden.

 

Aus einer solchen Überlegung legte der Wiener Bürger Ulreich der Wild 1416 in seinem Testament fest, dass für ihn nach seinem Tod 500 Seelenmessen zu lesen sind. Graf Werner von Zimmern ließ für sich 1483 sogar 1000 Seelenmessen lesen, und Kaiser Friedrich III. vermeinte sein Heil mit der Stiftung von 30 000 Seelenmessen zu erlangen, durchwegs ergreifende Gewaltanstrengungen, die von der Kirche eröffneten Möglichkeiten frommer Leistungen bis zum Letzten auszuschöpfen.... Dazu gehörte auch die Gepflogenheit, von einer Kirche in die andere zu eilen und jeweils nur an der Elevation (Hochheben) der Hostie teilzunehmen, weil dieser Moment als der Kern des Gottesdienstes angesehen worden ist... Das macht die heftigen Reaktionen der Menschen auf wirkliche oder auch nur vermeintliche Hostienschändung verständlich...... Die städtische Bevölkerung und in gewissem Maße auch die ländliche Gesellschaft hatten sich durch ihre Werktätigkeit einen Platz in der Gesellschaft gesichert, und zwar durch Leistungsökonomie. Im Denken dieser Generationen war es nur allzu verständlich und konsequent, sich auch den Himmel durch religiöse Leistung zu erwerben. Das Verständnis der Zeit für die Ablaßleistung, das Anhäufen von Reliquien, die zahllosen Stiftungen und die Wallfahrtsleistung rührt von dieser ökonomischen “rechnerischen” Einstellung und war Ausfluß einer neuen, frühkapitalistischen Kaufmannsmentalität. In diesem Zusammenhang müssen die umfangreichen Sammlungen von Reliquien gesehen werden, die in den ersten beiden Dezenien des 16. Jhdts. entstanden sind und bei denen häufig der Wunsch maßgebend war, sich einen Riesenzeitraum von Ablaß zu sichern. Kardinal Albrecht von Brandenburg brachte es, wie er meinte, in Halle auf 39 245120 Jahre! Für den Kardinal bestand der Wert seines um 1500 angelegten Reliquienschatzes von über 30 000 Objekten ebenso “in der vermuteten Authentizität der verehrungswürdigen ... Überreste, zugleich aber auch in der materiellen Kostbarkeit der Behältnisse.” (J. Rasmussen) Der Nürnberger Nikolaus Muffel, der 1468 ein Gedenkbuch verfaßte, berichtet darin vom eifrigen Sammeln der Reliquien.

 

Es bereitete ihm Schmerz, daß es ihn in 33 Jahren nicht gelungen war, für jeden Tag des Jahres ein Stück zu besitzen, weil er dann pro Tag einen Ablaß von 800 Tagen erlangt hätte. Bis zu seinem Tod brachte er es immerhin auf 308 Reliquien. Es war gleichsam eine meßbare und wägbare Leistung, ebenso wie man schon seit dem 14. Jhdt. Gebetsleistungen in den “heiligen Längen” absolvierte, und zwar nach Gebetsstreifen von der vermeintlichen Körperlänge Christi oder Mariens; diese Streifen verbreiteten sich trotz kirchlicher Verbote rasch......Mit der Zurschaustellung von Heiligtümern war ein Ablaß verbunden, der von Papst Clemens VII. am 11. Juli 1391 erteilt worden war. Man hat damals z.B. den Gläubigen zu verstehen gegeben, daß sie sich sieben Tage in München aufhalten müßten, nur dann werde die Buße wirksam. Burkhard Zink, Augsburger Chronist und Kaufmann, nennt den wahren Grund für dieses Hinhalten der Pilger: “es war alles nur um das Gelt zu tun.”

 

...Der Zug zur Massenhaftigkeit, wilde Erregtheit und krankhaft überhitzte Phantasie lösten oftmals entsetzliches Gedränge aus. Bei den Heiltumszeigungen brachen unter der Last der Gläubigen aufgestellte Gerüste zusammen, Dächer wurden von den Platz-Suchenden abgedeckt, Menschen im Gewühle erdrückt oder fanden wegen Überfüllung eines Fährschiffes den Ertrinkungstod.

 

Soweit ein kleiner Auszug der Studie.

 

So skurril frömmelnd einerseits, aber so distanziert andererseits, kann man auch das Verhältnis der Deutschen des 14 und 15. Jhdt. zu Jesus bezeichnen. Während alle Welt im Wandel begriffen ist, während der Handel der Nationen untereinander beträchtlich zunimmt, woraufhin die Hanse entsteht, während das Lateinische als Kultursprache allmählich vom Deutschen entthront wird, nimmt auch der “lebendige” Glaube der Deutschen zu Jesus ab. Er artet nämlich durch die Duldung und den Eingriff seitens Rom zu einem völlig unkontrollierbaren Geschäftsgebaren aus und schlägt somit ins Gegenteil um. Der Glaube wird zum Ablaßhandel umgemünzt, gegen den Luther so vehement predigt. Die lichtvollen gotischen Bauwerke werden damit immer weniger, der Bau des Kölner Doms wird eingestellt. Gibt es beinahe den weltumspannenden Handel der Hanse, mit einer extrem kaufmännischen Gesinnung, so gibt es ebenfalls einen weltumspannenden Glauben mit religiösen Handelsartikeln, gibt es dieselben Prinzipien von Angebot und Nachfrage nach Reliquien und Wallfahrtsorte.

 

Durch diese neue kaufmännische Komponente innerhalb der Religion nimmt diese kaufmännische Beziehung nach Rom hin zwar zu, dafür aber nimmt die geistige Bedeutung desselben Roms weiterhin ab. Es ist nicht mehr vorstellbar, daß sie sich auf Jesus beruft. Schon seit Jahrhunderten wird nach einer Reformation der römischen Kirche gerufen, die dringend notwendig ist, weil sie die Sehnsucht der Gläubigen nicht mehr befriedigen will und kann. Stattdessen befriedigt sie die Sehnsucht nach Konsumgütern, betrügt dafür jedoch die Sehnsucht um Jesus. Hier im Spätmittelalter treten rauschhafte Zustände der Begeisterung nach geistigen und weltlichen Konsumartikeln auf. Es wird ein unglaublicher Handel betrieben, der sich hinter dem der Neuzeit nicht zu verstecken braucht, die Mobilität der Menschen ist ebenfalls neuzeitlich. Im Durchschnitt wechselt der Bürger alle 10 Jahre seinen Wohnort. Selbst Kaiser und Könige, Landesfürsten und Grafen übten seit dem 12. Jhdt. eine “ambulante[43]”  Reiseherrschaft aus. Es fehlte eine einheitliche Metropole. Das Reich kam einfach nicht zur Ruhe und konnte deshalb weder ein geistiges, noch ein weltliches Zentrum ausbilden. Das Reich fand nicht die Ruhe und Kraft in Jesus, es fand seine seelische Ruhe nicht.

 

Diese frühlingshafte Begeisterung des frühen Mittelalters setzte sich bis in die Sommerzeit fort, setzte sich bis ins Spätmittelalter fort und ließ die Menschen vor hektischer Betriebsamkeit den Schöpfer vergessen. Der unmittelbare Bezug zu Jesus ging im Spätmittelalter verloren und schaffte dadurch die eingangs erwähnte Distanz und Dunkelheit. Die dunkle Epoche des 16. Jhdts mit seinen Hexenverbrennungen konnte so nahtlos folgen und war die Konsequenz dieser hektisch nach außen strebenden Frömmigkeit. Es wurde ganz einfach versäumt, sein Innenbereich zu öffnen, sein Herz gegenüber dem Nächsten zu öffnen. So konnte der prunksüchtige Außenbereich gegenüber dem demütigen Innenbereich triumphieren.

 

Die Herrscher, die diese Betriebsamkeit abstellen wollten, um diese an Haupt und Gliedern völlig kranke Kirche zu reformieren, unterlagen der kaufmännischen Kirche so wie Kaiser Heinrich IV. , oder wie Kaiser Friedrich I. und II., später Joseph II. Auch als die Habsburger später Wien als Sitz ihrer Monarchie auswählten, schufen sie damit lediglich nur eine von zwei Grundbedingungen. Die an sich wichtigere, einen eigenständigen geistigen Ort für die Kommunikation mit den Herrn zu schaffen, eine intime Beziehung zu Jesus zu schaffen, vergaßen sie schlicht und einfach, obwohl sie aus der Geschichte wußten, wie und warum es die Juden und später die Römer taten.

 

Natürlich fehlte es nicht an kritischen Stimmen. Aber sie fanden vor Martin Luther kaum Gehör. Martin Luther, der ein Zeitgenosse Albrecht Dürers war, bleibt es vorbehalten, mit seinen 95 Thesen diese römische Struktur zu erschüttern. Aber leider wankte die Kirche nur, es änderte sich jedoch nichts Grundlegendes. So wurde das Problem nur bis zum Ausbruch des 30-jährigen Krieges einhundert Jahre später vertagt.

 

Die Deutschen bleiben innerlich  gespalten. Während privat ein starker Jesus-Glaube mit einer enormen Frömmigkeit vorhanden ist, der sie auch zum geistigen Nachfolger von Rom legitimiert, halten sie aus Trägheit und falschem Obrigkeitsgefühl trotzdem noch an die unhaltbaren Zustände in Rom fest und betäuben sich dafür mit einer rastlosen Suche nach Reliquien, dem Aufsuchen von Wallfahrtsorten, sowie den unseligen Kreuzzügen. Darunter leidet diese intime Beziehung zu Jesus und der wahre Glaube erlischt allmählich. Luther übersetzt sogar noch die Bibel aus dem lateinischen ins deutsche und begründet damit die Unabhängigkeit der Deutschen, die sich in geistiger Beziehung endlich von den Römern freistrampeln wollen. Weil das Deutsch noch so urtümlich war, hatten die gebildeten Schichten vorher alle Latein gesprochen und studiert, so das Luther bei seiner Übersetzung noch keine voll ausstrukturierte deutsche Sprache zur Verfügung stand. Aber ab dem 14. Jhdt. und nicht zuletzt durch Luthers Bibelübersetzung verdrängte Deutsch allmählich das Latein. Im 15. Jhdt. wurde Deutsch erstmals die offizielle Sprache und Schriftsprache zuerst in Thüringen und Sachsen, in Leipzig und Wittenberg, dann überall. Damit sind Thüringen und Sachsen als das eigentliche Kernland der deutschen Sprache anzusehen.

 

Das Deutsche mußte deshalb auch ein Sammelsurium von lateinischen Ausdrücken übernehmen, die sich bis ins 19 Jhdt. hielten. So wurde z.B. die lateinische Deklination beibehalten. Man deklinierte lateinisch und sprach also nicht so wie heute von Jesus, sondern von Jesum, Jesi, je nach Satzstellung. Erst viel später kam dann der sächsische Genitiv, wo es z.B. nicht mehr Jesi, sondern Jesus hieß.

 

Auch war es Pflicht für bedeutende Künstler und Herrscher, sich nach Italien zu begeben, um dort auf eine höhere weltliche Reife vorbereitet zu werden. So war Dürer z.B. zweimal in Italien, genauso wie später Goethe. Ein durchschnittlicher Kaufmann bringt es auf unzählige Auslandsreisen, wie es das Tagebuch des Augsburgers Lucas Rem von 1491-1541 zeigte.

 

Nach Aufenthalten in Leipzig und Ulm erlernte Rem in Venedig die italienische Sprache und wurde in Rechnen und Buchführung ausgebildet. Im Alter von 17 Jahren trat er in den Dienst von Anton Welser und wird in Mailand, Padua, Verona, Lyon eingesetzt. In 73 Tagen reiste er nach Paris, Rouen, Brügge u.a.. Im Dezember 1500 brach er von Lyon nach Genf, Fribourg und Bern auf und kehrte im Januar wieder nach Lyon zurück, wobei alle diese Reisen zu Pferd geschahen. Später kam er nach Spanien, Portugal, Schweiz und Niederlande.

 

Hier in der zweiten Epoche der Selbstfindung der deutschen Nation, die innerhalb ihrer geistigen Struktur Jesus entdecken sollte, um von seinem Geist durchtränkt die Länder zu befruchten, damit das übergeordnete Ganze auch überlebensfähig blieb, verzettelte sie sich und unterlag geistig dem schon dekadenten Rom, sie unterlag seinem weltlichem Charme, seinem Glanz und Gloria. Daraus erwuchs später die Reformation mit der Spaltung der christlichen Kirche.

 

Obwohl also schon im 8. Jhdt. unter Karl dem Großen ein vielversprechender Anfang gemacht wurde, der im 10. Jhdt. unter den Kaisern Otto I., Otto II. und Otto III. fortgesetzt wurde, die Rom dahingehend beherrschten, daß sie die jeweiligen Päpste einsetzten und Otto I. sogar mit dem oströmischen byzantinischen Reich und seinem weströmischen Heiligen Reich eine Vereinigung anstrebte, unterlagen auch diese frühen Kaiserreiche den Intrigen und oftmals mußte der Vater gegen den Sohn und umgekehrt usurpieren. So mißrieten diese vielversprechenden Ansätze und die Vereinigung des oströmischen mit dem weströmischen Reich unter der Regie der Germanen konnten genauso wenig realisiert werden, wie die frühe deutsch/italienische Allianz von Otto dem III., der Rom zu seiner geistigen und weltlichen Metropole machen wollte. Aber um diese Zeit von 962 bis 1002 war zumindest der Wille der Germanen zu spüren, auf der Basis der Nächstenliebe die geistigen und weltlichen Geschicke des frühen Europas zu lenken.

 

Da aber, wie schon mehrfach betont, diese Nächstenliebe noch zu sehr von der Eigenliebe blockiert wurde, konnte sich damit auch keine eindeutige Vorrangstellung der Seele gegenüber dem Körper durchsetzen.

 

Mit dem weiteren Versagen der Salier (Heinrich IV.), anschließend der Hohenstaufer (Friedrich I., Friedrich II. und andere) den Jesusgeist besser umzusetzen, geriet die Kaiserkrone wie schon kurz erwähnt, dann über schlechte Zwischenlösungen an das Geschlecht der Habsburger, die sich als gotteserfüllter erweisen sollten und wenigstens einen von zwei Ruhepole schafften.

 

Rudolf von Habsburg wurde 1273 deutscher König und weil er in Jesus Gott erkannte und ihn auch liebte wurde er auch gesalbt zum Leiter der Völker und bekam von Ihm auch das Erbrecht für seine Nachkommen, so daß von 1438 bis 1806 die Habsburger die Kaiserkrone trugen. 27  Erst als Kaiser Karl VI. 1711 deutscher Kaiser wurde, erlosch die Jesusliebe und nur weil seine Tochter Maria Theresia eine Umkehr einleitete, durfte das damalige Österreich fortbestehen. Ihre Nachkommen wurden die späteren Kaiser. Unter Karl dem VI. wurden die Protestanten auf das grausamste verfolgt und mit ihm hatte Rom seine stärkste Waffe gegen seine Feinde.

 

Karl war hochmütig und grausam und haßte das arme Volk. Nur der eitle Prunk konnte bei ihm bestehen. Durch seine Verfehlungen seinem Volk und Gott gegenüber, erlitt die geistige Beziehung zu Jesus einen ungeheuren Schaden. Die deutsche Nation kam zwar endlich nach Jahrhunderten der hektischen Betriebsamkeit zu einer gewissen Ruhe und fand in Wien ihre weltliche und geistige Metropole, aber als sie ihrer geistigen Aufgabe nachkommen sollte, da versagte sie unter Karl VI. kläglich. Weltlich untermauerte sie diesen Anspruch gegen Feinde, aber geistig verlor sie ihn an Rom.

 

Wenn man so will, kann man von einer geistigen Tragödie sprechen, weil es die Deutschen Kaiser nicht vermochten, sich dem dekadenten Einfluß Roms (dem simonitischen Petrus- und dem frömmelnden Mariakult) zu entziehen. Erst im 17. Jhdt. hatte Kaiser Joseph II. das damalige Rom völlig durchschaut, und diktierte über den Erzbischof Migatzki dem Papst, der von ihm abhängig war, aber leider regierte er nur 10 Jahre allein als Kaiser, während er vorher nur Mitregent seiner frömmelnden Mutter war. Sein Bruder Leopold I. sowie dessen Sohn, Kaiser Franz, führten diese josephinischen Reformen dann auch nicht weiter. Das Volk mußte unter dieser Unfähigkeit leiden. Die Beziehung zu Jesus blieb unter den deutschen Herrschern darum so merkwürdig zwiespältig und distanziert, ein deutscher Gottestempel als geistiger Einheitssitz und Verbindungsglied zum Schöpfer fehlte weiterhin. Aber hier im 17. Jhdt. wurde versäumt, Rom zu disziplinieren oder in Schutt und Asche zu legen. Die Deutschen legten eine merkwürdige Schwäche zu Tage, wenn es um Rom ging und unterlagen regelmäßig seinen Infiltrationen.

 

Das alte Germanien, welches früherer Vasall Roms war und von den alten Römern noch Kultur und Religion übernahm, hatte eine unerklärliche Scheu davor, den schwächeren Nachfolgern der Römer, den Italienern, auf die Finger zu klopfen, während doch die alten Römer schon im Jahre 70 n. Chr. keinerlei Scheu hatten, ganz Jerusalem mit einem noch viel größeren Tempel als zu Rom in Schutt und Asche zu legen. Diese Scheu bzw. Unfähigkeit der Deutschen sich eindeutig auf die Seite des Herrn zu stellen, reicht bis in die heutige Zeit. Selbst heutzutage noch bekommt der Vatikan bedeutende Summen der deutschen Katholiken vom deutschen Staat eingezogen und freiwillig nach Rom überwiesen, obwohl mit diesem Geld viel besser die Nächsten, sprich die eigene notleidende Bevölkerung, versorgt werden könnte.

 

Insgesamt war es also wie bei Karl dem Großen, der Neid und die Mißgunst der deutschen Könige und Herzöge untereinander verhinderten, daß sich Deutschland in dieser wichtigen Phase ganz eindeutig zum Herrn kehrte. Aus dieser deutschen Zwietracht heraus bildete sich dann später die Katastrophe des 30-jährigen Krieges.

 

Wer nun meint, die evangelische Kirche sei in Bezug auf Jesus schlauer gewesen und hätte mehr erreicht, der irrt gewaltig. Ja, ganz am Anfang hat sie eine große geistige Kraft entfaltet und konnte zum Teil die Hoffnungen der Massen auffangen. Später jedoch, als sie endlich der rechtmäßige Nachfolger hätte werden können, versagten nicht nur die Habsburger und hielten mehr zum Papst als zum deutschen Volk, sondern die Protestanten ritten zu sehr auf der falschen Seite der Aufklärung. Die Habsburger, die schon damals eine multikulturelle Herrscherfamilie waren und die auf ihre Weise so fromm waren, wie die Gemälde Albrecht Dürers ihrerseits, vermochten es genauso wenig wie er diese Vorstufe der Frömmigkeit zu überschreiten und sich ganz dem Herrn Jesu hinzugeben. So verharrten sie allzu lange auf dieser Stufe und überließen diese Intimität zum Herrn leider nur Rom, das daraus entsprechend Kapital zu schlagen wußte. Somit wendeten sich die habsburgischen Kaiser bis auf Josepf II. von der deutschen Unabhängigkeitsbewegung, die im lutherischen Protestantismus ihre Triebkraft hatte, ab und schufen so die Voraussetzungen für eine geistige und weltliche Spaltung.

 

Wie wir von Jakob Lorber wissen 28, war diese Habsburger Dynastie äußerst romhörig und stärkte damit den römischen Papst, wo sie nur immer konnte. Angesichts dieses habsburgischen Defektes konnte der evangelische Glauben nicht mehr richtig im gesamten Volk verankert werden und Jesus wurde schlicht und einfach unter einem frömmelnden katholischen Regel- und Liturgiewerk vergessen. Damit einher ging ebenfalls das Vergessen und Verleumden seiner Propheten. Jakob Böhme, 1574 – 1624, der visionäre Schauungen ähnlich wie Hildegard von Bingen hatte, wurde von der Kirche als Häretiker beschimpft und mußte in Dresden Asyl suchen. Seine Werke, wie z.B. “Aurora, die Morgenröte am Aufgang”, waren vom Gottesgeist durchdrungen und wollten das Volk im Sinne Jesu wieder enger an ihn anbinden. Aber dessen Herrscher wußten es leider zu verhindern.

 

 

2.2.6 Die Epoche der Aufklärung

 

Im Herbstzeitalter dieser deutschen Nation ging es so weiter wie bislang. Die Zeit vor dem 30-jährige Krieg verschärfte diese Situation noch beträchtlich und zeigte der Nation nur ihre Unfähigkeit, einmal das eigene Volk mit dem Jesusimpuls zu prägen; zum andern zeigte es auch, wie erfolglos solch eine Nation anschließend seine völlig konfusen Nachbarn bändigen konnte. Die innere Zerrissenheit der deutschen Nation griff auf das Ausland über und verschärfte den Konflikt, bis er sich in einer gewaltigen Explosion entlud und der 30jährige Krieg begann, der darum hauptsächlich auf deutschem Boden ausgetragen wurde.

 

Dänemark, Schweden und Frankreich nahmen diesen religiösen Konflikt zum Anlaß, um die Vorherrschaft der Habsburger zu brechen. Da sie noch weniger “Jesusgeist” besaßen, gelang es aber ihnen nicht. Aber immerhin wurde die religiöse Spaltung innerhalb Europas etabliert. Der Süden Europas blieb katholisch, der Norden blieb protestantisch und mitten durch Deutschland verlief diese Glaubensfront. Nun, das war erst die Nord-Süd Linie. Als die West-Ost Linie 1961 mit dem “Eisernen Vorhang” folgte, hatte Deutschland auch historisch sein Gesamtkreuz für 28 Jahre zu tragen. 1648 wurde im westfälischen Friede die Gleichberechtigung zwischen Protestanten und Katholiken vereinbart, gerade noch rechtzeitig, denn die Türken schickten sich an, in das entstandene Machtvakuum zu stoßen. Sie standen 1683 vor Wien. Leopold I. besiegte sie schließlich und setzte die Tradition der Habsburger fort.

 

Die entscheidenden Jahre hier im Herbstzeitalter des deutschen Volkes waren zwischen 1770 – 1840. In dieser Zeit artikulierte sich gerade unter den deutschen Dichtern erneut die Sehnsucht zu unserem Schöpfer. Sie ergab sich als emotionale Gegenbewegung gegen die verstandesmäßige Aufklärung der Rationalisten und fühlte in sich diese Sehnsucht als ein starkes Drängen. Diese Periode wurde denn auch als “Sturm und Drang” bezeichnet und wurde maßgeblich in Gang gebracht, nachdem sich Herder und Goethe 1770 in Straßburg getroffen hatten. Allerdings war diese Sehnsucht noch ziemlich unklar und mußte erst noch in die entsprechenden Kanäle geleitet werden. Allerdings vermochten es unsere damaligen Geistesgrößen nicht, diese Richtung auf Jesus hinzulenken.

 

Sie spürten als Dichter schon, wie sich dieser weltliche Einfluß Roms auch nachteilig auf den “deutschen Geist” auswirkte und wandten sich deshalb sogar von der römischen Religion, und somit von Jesus ab. Sie fanden dann in der griechischen Mythologie einen ihn unverdächtig erscheinendes Vorbild, ohne zu realisieren, daß sie sich damit von ihrem “Geist” abschnitten. Da jedoch tote Götter nicht beleben und deshalb auch nicht begeistern können, ging dieser Bewegung folgerichtig die Puste aus. Nach dem Tode Schillers erlosch sie allmählich, hatte jedoch noch soviel Kraft, daß sie noch bis in die Jahre um 1870 hinreinragte und maßgeblich zum Weiterbau des Kölner Doms beitrug.

 

Die Sehnsucht kanalisierte deshalb in die falsche Richtung und konnte nicht mehr so belebend wirken, wie sie es hätte sein müssen. Warum war das so?

 

Ein wichtiger Grund lag in dem damaligen Erziehungssystem des Jesuitenordens, die das Unterrichtsmonopol besaßen und der 1534 von Ignatius von Loyola gegründet wurde, um den Ruhm Gottes zu erhöhen. Diesem Orden ging es hauptsächlich um die Vormachtstellung der Katholiken gegenüber den Reformatoren, weshalb er sich auch höchst antireformatorisch benahm. Weil jedoch die damalige Sehnsucht aus der reformatorischen Richtung eines Luther , Hus, Calvin, etc. herrüberschwappte, wurde diese Sehnsucht, die primär auf Jesus ausgerichtet war, von den Jesuiten ebenfalls bekämpft.

 

Die Furcht der Jesuiten war es nun, wie eine patriotische Dichterbewegung in sich als Kern Jesu Liebe entdecken könnte, um dann anschließend das ganze Volk mitzureißen. Dann wäre es mit der Herrschaft der Jesuiten vorbei, die es verstanden hatten, einen weltumspannenden Handel aufzubauen, die es auch verstanden ein Land gegen das andere auszuspielen. Denn die Jesuiten wußten, daß sie ihre Existenz nicht der Liebe Jesu verdankten, sondern dem Licht der Weisheit. Alles was an die Liebe und Sehnsucht von Jesus appellierte, war ihnen deshalb suspekt. Darum begannen sie diese Jesus-Sehnsucht durch ein groß angelegtes Erziehungssystem abzuleiten und lenkten sie in die ungefährlichen Gewässer der Klassik bzw. der Antike um. Wie J. Lorber in seinen Werken ausführt, wirkten die Jesuiten damit wie Wolfsmenschen vor dem Königsthron.[44]

 

In diese Zeit fällt auch die Gründung des Illuminaten-Orden durch den Ingolstädter Jesuiten Adam Weishaupt am 1. Mai 1776. Wie der Orden der Jesuiten, so bezog auch er sich auf den alten Geheimorden in den Pyrenäen, den Alumbrados, was übersetzt die Erleuchteten, bzw. die Illuminierten heißt. Obwohl er offiziell mit dem Jesuiten-Orden brach, arbeitete er doch insgeheim mit ihm zusammen und schuf durch ein fein ausgeklügeltes Geheimprinzip eine sehr mächtige Organisation, welche alle damaligen Monarchien bedrohte.

 

Als Weishaupt in dem Frankfurter Freiherrn von Knigge, den bekannten “adeligen Proletarier”, einen glühenden Verbreiter seiner Ideen fand, wurden bald die edelsten Männer aus ganz Norddeutschland, insbesondere aus Preußen und Sachsen, in den Bann des Ordens gezogen. Die höheren Offiziere, die höheren Beamten verfielen dem Orden ebenso wie alle großen Denker und Dichter. Durch Knigge und den Darmstädter Geheimrat Bode zu Weimar, zwei hervorragende Mitglieder des Freimaurerordens, gewann Weishaupt, der selbst im Jahr 1777 in München Mitglied einer Freimaurerloge war, Einfluß auf die Logen der strikten Observanz.....

 

Da der Orden in seinem untersten Grad bereits höhere Weisheit gab, als der Freimaurerorden in seinem höchsten, so setzte sich der Illuminatenorden dem der Freimaurer als ein neues Hochgradsystem auf, und dadurch wurde der an sich dem edelstem Streben zugewandte Freimaurerorden in der verhängnisvollsten Weise bevormundet. (H. Ahlwardt) Knigge als heller Kopf durchschaute bald Weishaupt und warf ihm vor, nur ein verkappter Jesuit zu sein. Der ganze Haß und die Rache der Jesuiten richtete sich gegen Joseph II. wegen der im Jahr 1773 auf Betreiben der innerkirchlichen Konkurrenz und ihres feudalen Anhangs erfolgten Aufhebung des Jesuitenordens. Sehr bezeichnend ist nun, daß die praktischen Maßnahmen dieses edelsten Kaisers auf dem Habsburger Thron ganz in den Richtlinien der Jesuiten-Rache gelegen war, so daß er unbewußt die Geschäfte des Jesuitenordens mit besorgt hat. Joseph II hob nicht weniger als 900 Klöster der Karthäuser, Eremiten, Trinitarier, Karmeliter, Kapuziner, Paulaner auf und verlangte von den Bischöfen den Eid der Treue, wodurch er die päpstliche Macht knickte, die sich kurz zuvor dem Staat so willfährig gegen die Jesuiten gezeigt hatte. (Ahlwardt)[45]  

 

Weil Rom in geistiger Beziehung so ziemlich versagte, gab es die Jahrhunderte vorher wie schon gesagt, die Protestbewegung über Melanchthon, Luther, Calvin und Hus, die im 30jährigen Krieg nur mit einem Patt endete. Um vollends nicht nur mit der römischen Macht und der sich von ihr abgespalteten protestantischen Bewegung, sondern gleichzeitig auch mit der Macht sämtlicher Dynastien und Monarchen zu brechen, wurde durch den jesuitisch geprägten Weishaupt ein System der Aufklärung geschaffen, welches der abergläubischen römischen Kirche genau entgegenlief und dessen Ziele man mit “Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit”, dem Sinnspruch der Franz. Revolution umschreiben kann. Weil der Protest gegen die bornierte römische Haltung ihrer völlig verweltlichten Ordensträger im Volksbewußtsein verankert war, mußte Weishaupt mit seinen Helfershelfern die neue Triebkraft der Protestanten brechen, um eine starke Gegenreligion zu verhindern. Das gelang ihnen, indem sie ihre aufklärerischen Ideen als der römischen Kirche total entgegengesetztes und befreiendes System diesen Menschen anbot.

 

Die Protestanten, die durch diesen Kunstgriff natürlich nicht auf die Seite der römischen Kirche oder aber der Jesuiten stehen wollten, mußten sich deshalb wohl oder übel diesem Gedankengut ganz vorsichtig anschließen. Daraus erklärt sich eine bis in unsere Zeit hineinreichende Entmystifizierung des Christentums, die durch eine pseudo-wissenschaftliche Einstellung erreicht wurde, die ihre Wurzeln im damaligen Illuminatentum hatte. So sind auch die Bestrebungen eines R. Bultmanns zu verstehen, der die Entmystifizierung des Christentums maßgeblich vorantrieb.

 

Adam Weishaupt sagte sich vollständig von der Bibel und der Abstammung seitens Adam und Eva ab und wollte diesen “Aberglauben” als unfrei machend den damaligen Menschen austreiben. Dafür bot er die “freimachende” Konzeption eines aufgeklärten Menschen an. Dieser Mensch sollte darüber aufgeklärt werden, daß die Monarchien sowie die Religion nur Tyrannen seien, welche dem eigentlichen Glück im Wege stünden. Hinter Weishaupt standen letztlich kaufmännische Interessen, denen die Dynastien sowie die Religionen ein Dorn im Auge war, weil diese nur lästige Konkurrenten darstellten, die man auf diese elegante Art und Weise loswerden konnte, ohne das die Schuld auf die Banken fiel. Gaben sich die Jesuiten immerhin noch einen religiösen Anstrich, so ist dieser von ihrem Schüler Weishaupt konsequent abgelegt worden. Mit Adam Weishaupt trat das erste Mal ein machtpolitischer Geheimorden auf, der sich weder auf Jesus, noch auf Gott berief.

 

Eine neue Macht, die universelle Geldmacht der Bankkaufleute, setzte die rein kaufmännische Macht der römischen Religion sowie jener der Monarchien schachmatt, ohne daß diese beiden Machtsäulen von dem Vorhandensein dieser Dritten etwas bemerkten. Das Geld war die Quintessenz im kaufmännischen Denken, und wer dieses kontrollierte, der verfügte über die wahre weltliche Macht. Die Jesuiten als äußerst kaufmännische Sekte des damaligen Rom hatten dies zuerst begriffen, waren aber schon zu sehr bekannt und etabliert und hatten doch noch ihren religiösen Touch, weshalb die frühen Banken wie z.B. die Rothschilds aus Konkurrenzneid nicht mit ihnen zusammen arbeiten wollten, zudem hatten gerade die Jesuiten die antisemitischen Hetzkampagnen eingeführt. Also wandten sich diese globalen Banken an den unbefangenen Weishaupt, der sich öffentlich von den Jesuiten losgesagt hatte.

 

Weishaupts Freiheit bestand darum nur in der Freiheit vor Gott: frei wollte er vor einem tyrannischen Gott sein, welcher ihm eine bestimmte Morallehre mit entsprechenden Geboten vorschrieb. Deshalb wären alle Monarchen und Religionen Tyrannen.

 

Weishaupts Gleichheit bestand nur in der Gleichheit mit Jesus: Jesus sollte ein Mensch und kein Gott sein; er wäre eben wie jedermann. Jesus sei also gleich wie ein Mensch und wäre deshalb nicht Gott, sondern nur Christus, der gekreuzigte Mensch. Deshalb sprachen Weishaupt und seine Anhänger auch nie von Jesus, sondern wenn, dann nur von Christus. (wie heutzutage übrigens fast alle, einschließlich dem Papst)

 

Weishaupts Brüderlichkeit bestand nur in der Bruderliebe zu Satan: Denn die Freiheit vor Gott und dessen Gebote führt konsequent zur Verneinung Jesu, führt damit zur Nihilierung seines Gottesstatus, führt somit logischerweise zur Verbrüderung mit Satan.

 

Diese Thesen wurden alsbald freimaurerisch verklärt und bekamen den Geruch des Humanen, des Aufgeklärten im Gegensatz zu denen der römischen Kirche. Anhänger wurden überall rekrutiert. Selbst Könige, Herzöge, etc. Kardinäle und Bischöfe waren Freimaurer, ohne zu wissen, daß sie eigentlich nur dem Illuminaten (dem illuminierten Luzifer) in die Hände spielten, der über seinen Getreuen Adam Weishaupt (im Gegensatz zu Adam, dem Getreuen Gottes) seine Schlingen auslegte.

 

Ein wenig Entsprechungslehre möge diesen Sachverhalt erhellen:

 

Adam bedeutet u. a. auch der erste freie Mensch vor Gott, weil er die Gabe der Verneinung, weil er die Gabe des freien Willen in sich trug. Weishaupt bedeutet die innere Ausrichtung auf den Verstand, bedeutet an sich auch schon eine gewisse Erleuchtung. In der Kombination Adam und Eva bedeutet es, daß sich der erste freie Mensch mit seinem Weib Gott als Liebe freiwillig unterordnet.

 

Als Wortkombination Adam Weishaupt bedeutet es, daß sich der erste freie Verstand seinem Haupt unterordnet. Damit ordnete sich Weishaupt automatisch dem kalten Licht von Luzifer unter und bekämpfte automatisch die Seele, soweit sie vom warmen Jesuslicht inspiriert war.

 

Um das auch zu dokumentieren bezeichnet Adam Weishaupt den so mit Luzifer gezeugten Orden als illuminiert (d.h. als erleuchtet). Der Illuminaten-Orden ist deshalb ganz konsequent die Frucht zwischen Weishaupt und Satan, also zwischen “freigemachten” Verstand und “gleicher” Erleuchtung sowie “brüderlicher” Vereinigung.

 

Natürlich wußte dies kaum ein Freimaurer, auch wurde und wird alles getan, um diese Verbindung nicht ruchbar werden zu lassen. Sehr viele Freimaurer kämpften und kämpfen für ihre hehren Ideale und konnten nicht wissen, daß sie von luziferischen Kräften unterwandert werden. Jedenfalls kämpfte in dieser Herbstphase die Habsburger Dynastie mit der römischen Kirche, obwohl sie beide eigentlich im selben Boot saßen. Beide haben ihre übergeordneten Feinde nicht erkannt. So waren Kaiser Joseph II. und Kardinal Migatzki beide Freimaurer, weil sie sich Aufklärung über die letzten Dinge versprachen, die ihnen jedoch zu Lebzeiten nie zuteil geworden ist.

 

Die Freimaurer kämpften mit Hilfe des Universalmittel Geldes als wahrhaft satanisches Werkzeug, welches vaterlandslos und damit übernational und damit global war, gegen die Religion und gegen die Monarchien. Die Geldhäuser waren international, wie die Rothschilds, die Warburgs, die Morgans, später die Rockefeller etc. und damit wurden die nationalen Grenzen als Mauern empfunden, die man einreißen mußte. Die Geldhäuser wurden später ebenso global, wie es vor ihm der Jesuiten Orden gewesen ist.

 

Vor allem wurde eine wahre Religion, welche das Zinsverbot einhielt sowie unmissverständlich erklärte, das man nur einem Herrn dienen könne, als äußerst befremdend betrachtet. Mußten diese Jesuiten noch zum Schein auf Jesus eingehen und sich deshalb nach außen wie Lämmer gebärden, so brauchten dies die Geldhäuser nicht mehr.

 

Der Monarch als Stellvertreter Gottes mußte genauso beseitigt werden, wie gewisse patriotische Gefühle der Zusammengehörigkeit, denn Geld und Macht sind nun mal zuerst übernational, dann multinational, sind in der Endphase dann global und wollen und können dadurch keinerlei Beschränkung akzeptieren, weder weltlich noch geistig. Sie sind die Insignien des luziferischen Hochmuts. Soweit es das patriotische betraf, kämpfte dieser illuminatorische Globalismus gegen hervorragende Geistesgrößen wie Leibnitz, Lessing, Schiller, Goethe, Mozart etc. an, weil der Patriotismus als nächstenliebendes Prinzip gegen das fernstenliebende Prinzip des Globalismus ist.

 

Als Goethe und Herder der Sehnsuchtsbewegung mit dem Sturm und Drang eine Richtung gaben, bestand natürlich die Gefahr, daß diese Bewegung sich auf Jesus ausrichtete und damit stark genug würde, um im Volk eine Initialzündung auszulösen, die letztlich im Patriotismus mündete. Denn die Triebkräfte nicht nur jedes Menschen, sondern auch die eines gesamten Volkes können ins Elementare gesteigert werden und vermögen dann sämtliche Fesseln abzuschütteln, wie es zuletzt 1989 beim Fall der Mauer geschah. Der einzelne Mensch, aber auch das gesamte Volk kann aus der einschläfernden Gleichgültigkeit, kann aus der materiellen Über- oder der Unterversorgung, kann aus sexuellen- oder sonstigen Genußsüchten herausgerissen werden, wenn das bewusst oder unbewußt im Namen Jesu geschieht. Das Beispiel vom Herbst 89, wo die Leipziger “Wir sind das Volk” skandierten, mag dies ein wenig verdeutlichen. Diese Bewegung riß in ihrer Kraft sämtliche Mauern hinweg, weil die Seele, von der Kraft und Liebe Gottes geführt, dann die Fesseln des Körpers (hier die Mauer) abstreift.

 

Diese Gefahr bestand damals in den Augen der Illuminaten, als die junge deutsche Nation auf dem Weg zu ihrer Selbstfindung war. Das alte Ostreich (Österreich) erschien dem jungen Nordreich (Preußen) dann durch deren Einflüsse suspekt; also wollten sie sich auf ihre eigenen Wurzeln besinnen, indem sie jedoch nicht auf sich, sondern auf das antike Rom und das klassische Griechenland blickten. Dadurch aber schnitten sie sich von ihrer Lebenskraft ab und dekadierten im Sinne der kaufmännischen Gegner.

 

Erst das Genie Schiller ahnte, was eigentlich falsch lief und wollte diese Bewegung wieder zurück zum unbekannten Jesus rücken, aber dazu kam es nie.

 

Als Schiller mit seinem “Wilhelm Tell” der Schweiz einen Helden gab, knirschten die globalen Aufklärer, die sich zwecks Tarnung mit einem humanistischen Anstrich versahen, hörbar mit den Zähnen und verwarnten ihn.

 

Selbst Goethe, der von Schillers Tod zutiefst betroffen war, getraute sich nicht, seinen Faust zu Lebzeiten veröffentlichen zu lassen, weil er darin unüberhörbar eine vehemente Kritik an diesem Pseudo humanistischem Streben verband. Er betrachtete später durch den Einfluß Swedenborgs den Humanismus[46] als eine künstliche Trennung von Gott und rückte ihn damit in die Nähe des Atheismus.

 

Aber nach dem Tode Schillers schuf er das Werk des Wilhelm Meisters, wo er das schrieb, was die humanistischen Aufklärer zu hören wünschten. Dieser große Erziehungsroman der Menschheit schaltet die vorgeblichen Ziele des Illuminatenordens in diejenigen des Jesuitenordens ein. Er macht den Jesuitenorden zum Führer der ganzen Menschheit. Es ist also das Jesuitenreich, das nur poetisch verklärt ist, welches Goethe im “Wilhelm Meister” darstellt. Da der Faust so ganz anders ausklingt als der Wilhelm Meister, da im Faust in geradezu poetisch herzergreifender Form Goethes wahres Ideal zum Ausdruck kommt, er außerdem in seinen Worten dem Jesuitenorden seinen vernichtenden Fußtritt versetzt, so muß der ganze Wilhelm Meister lediglich als eine einzige große Heuchelei angesehen werden, die die Liebe zum Leben notwendig machte. (Ahlwardt) Als er den zweiten Teil des Faust verfaßte, da gab er diesen humanistisch illuminierten Aufklärern einen Tritt, weil sein Faust letztlich Mephisto (Weishaupt) betrog, nachdem er von diesem betrogen wurde. 29

 

Jedenfalls sah Goethe völlig richtig, daß die neuen Menschen, nun humanistisch geprägt, nichts mehr auf ihren Gott hielten und deshalb automatisch mit Luzifer paktierten und von diesem betrogen wurden. Goethes zwiespältige Situation wird klarer, wenn wir bedenken, wie er Zeit seines Lebens mit der fleischlichen Liebe zu kämpfen hatte und ihr ein ums andere Mal erlegen ist. Diese fleischliche Hinwendung trübte seine klare Erkenntnis weniger als seinen Mut, dafür auch einzugestehen. Im Nachhinein spricht von seinem Wilhelm Meister keiner mehr, dafür jedoch umso mehr über seinen Faust. Das eine Werk wurde nur für den weishauptischen Verstand geschrieben, daß andere für das Herz.

 

Hier in der dritten Phase kam also durch die globalen Banken und der humanistischen Betrachtungsweise eine völlig neue Komponente ins Spiel, die sich der kaufmännischen und industriellen Gütererzeugung bediente, um mit ihrer Hilfe die nationalen und religiösen Schranken zu überwinden. Ihre Absicht wurde in der Freimaurerei verklausuliert dargestellt mithilfe der genannten Begriffe von “Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.”

 

Von diesem Hintergrund ausgehend kommt plötzlich das kaufmännische Prinzip Englands Bedeutung, dass schon die alten Babylonier mit Erfolg vertreten haben. England als typischer Kaufmannsstaat mit überseeischen Provinzen betrachtete sämtliche andere Nationen als Konkurrent. Nicht mehr die Religion als völker-bedrohendes Streitobjekt beherrscht nunmehr die politischen Fragen, sondern der Konkurrenzgedanke des Geldes rückt in den Vordergrund. Die Wertigkeit der Religion wurde noch eine Stufe weiter nach unten gedrückt. Konsequenterweise stammt die europäische Mutterloge der politisch motivierten Freimaurer denn auch aus England, die 1773 gegründet wurde. Die Prinzipien von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, die sich vordergründig wirklich sehr human anhören, sind also in Wirklichkeit zutiefst materielle Vorstellungen und damit wirtschaftliche Artikel, für die zuerst die Bedürfnisse, sodann die Abhängigkeiten geschaffen werden müssen.

 

Es ist also auch die Freiheit des Handels, also die Freiheit des Geldes, die keinem moralischem System, welches auch immer, unterliegt. Es ist die Gleichheit der materiellen Produkte, die nur das eine bewirkt, nämlich: wahrhaft unsinnige und geisttötende Bedürfnisse zu schaffen, welche die Nächstenliebe blockieren. Es ist die Brüderlichkeit der Händler und Bankleute (der Besessenen untereinander), welche die Menschen nur als Konsumenten betrachten.

 

Natürlich sind diese drei Fanale völliger Unsinn, weil:

 

1.       es eine Freiheit ohne Jesus nicht gibt und nie geben wird, weil nur durch Jesus die Seele   von dem Fleisch (Körper) befreit wird, 

 

2.      eine Gleichheit der Güter nur bedeutet, daß alle materiellen Produkte ohne Liebe, d.h. gleich wertlos sind, weil sie ohne Gottes Zustimmung geschehen,

 

3.      die vielzitierte Brüderlichkeit ebenfalls Utopie bleiben muß, wenn sie nicht im Sinne Jesu auf der Grundlage der Gottes- und Nächstenliebe geschieht. Bruder sein bedeutet das    Erkennen Jesu im Anderen. Aber hier unter der Prämisse Weishaupts wird das nur mit einer Gruppe von Besessenen verstanden, die unfähig sind zu merken, wie sie ihre Gier dem Satan in die Fänge getrieben hat. Ihre Bruderliebe ist deshalb nur eine Zweckgemeinschaft, die wenn der Zweck erfüllt ist, sämtliche moralische und gesetzmäßige Regularien verwirft und im Notfall den Bruder auffressen würde.[47]) (siehe dazu die Franz. Revolution, wo hinterher u.a. ein Robesspier wütete und wo diese Revolution ihre Kinder fraß) .

 

In dieser bedeutsamen Epoche können wir bei gründlicher Examinierung feststellen, wie viele hervorragende Nationalgestalten durch den Einfluß solch luziferischer Freimaurereinstellung diskreditiert wurden. Angefangen vom “Engelskaiser” Josef II. bis zu Leibnitz, Schiller, Lessing, Goethe, Mozart, etc.

 

Die deutsche Nation, die im 30-jährigen Krieg eine horizontale Spaltung in Nord- Süd über sich ergehen lassen mußte, hätte diesen übernationalen Kaufmannsgedanken der fleißigen Beschäftigung mit industriellen Gütern überwinden müssen, um eine weitere Spaltung abzuwenden. Aber sie vermochte es nicht, ihre Feinde zu erkennen, die in den eigenen Reihen saßen. Als die religiöse Bindung zu Jesus gelöst wurde, nahm die wirtschaftliche Bedeutung der industriellen Güter zu, nahm gleichzeitig die Bedeutung des Geldes zu. Die Sehnsucht zum Paradies, die Sehnsucht nach Geborgenheit und Glück, die Sehnsucht nach Gesundheit, kurz die Sehnsucht zu Jesus nahm ab und im gleichen Maße nahm die Sucht nach Geld, die Hatz nach Karriere und Güter zu. Es war also eine weitere Reduzierung des Glaubens eingetreten.

Erinnern wir uns hier kurz an Schillers Gedicht über die Sehnsucht

 

“Ach aus dieses Tales Gründen,

die der kalte Nebel drückt,

könnt ich doch den Ausgang finden....”

 

Die junge deutsche Nation fand aber diesen Ausgang ebenso wenig wie Schiller.

 

Innerhalb einer kurzen Phase schien es zwar, als ob die Sehnsucht wieder offen ihren Weg zu Gott hin durchbrechen könnte. Doch in der Gestalt eines Goethe sehen wir, wie diese Sehnsucht der Deutschen so starb wie Goethes Herzensbruder Schiller starb: gewaltsam und zu früh. Immerhin reichte der Nachklang dieser kurzen Goethe/Schiller Phase aus, um in dieser Romantik, die leider keine Gotik wurde, den Weiterbau des Kölner Doms zu gewährleisten. Die Sehnsucht zu Jesus wurde leider in eine schwärmerische Naturphilosophie zugeschüttet, die sich eher den antiken Göttern als dem lebendigen Christus zuwandte. Die Wurzeln der Aufklärung, daß der Mensch vom Menschen und nicht von Gott abstammte, hatten schon zu tief gegriffen. Die Ideen des Humanismus, aus der klassischen Antike entlehnt, ließen das Geistige außen vor und beschränkten sich nunmehr auf den Leib und die Seele.

 

Hören wir einmal den hellsichtigen Hölderlin, der später an seiner durch diese Antike verschütteten Sehnsucht starb, (Nah ist und schwer zu fassen der Gott) wie er in seinem fragmentarischen Briefroman “Hyperion” 1797 schrieb:

 

So kam ich unter die Deutschen. Ich forderte nicht viel und war gefaßt, noch weniger zu finden. Demütig kam ich, ich der heimatlose blinde Oedipus zum Tore von Athen, wo ihn der Götterhain empfing; und schöne Seelen ihm begegneten – Wie anders ging es mir!

 

Barbaren von alters her, durch Fleiß und Wissenschaft und selbst durch Religion barbarischer geworden, tiefunfähig jedes göttlichen Gefühls, verdorben bis in Mark zum Glück der heiligen Grazien, in jedem Grad der Übertreibung und der Ärmlichkeit beleidigend für jede gutgeartete Seele, dumpf und harmonielos, wie die Scherben eines weggeworfenen Gefäßes – das, mein Bellarmin! waren meine Tröster.

 

Es ist ein hartes Wort und dennoch sag ich´s, weil es Wahrheit ist: ich kann kein Volk mir denken, das zerrißner wäre, wie die Deutschen. Handwerker siehst du, aber keine Menschen, Denker, aber keine Menschen, Priester, aber keine Menschen, Herrn und Knechte, Junge und gesetzte Leute, aber keine Menschen – ist das nicht, wie ein Schlachtfeld, wo Hände und Arme und alle Glieder zerstückelt untereinander liegen, indessen das vergoßne Lebensblut im Sande zerrinnt?....

 

Hölderlin, der eigentlich Pfarrer war, sich jedoch geweigert hatte, dieses Amt auch auszuüben, war sein Leben auf der Flucht. Die ersten Jahre floh er vor dem württembergischen Konsistori , der ihn als Pfarrer haben wollte. Später wurde die Flucht zu seiner Gewohnheit. Aber aus der Distanz desjenigen heraus, der nie eine Heimat hatte, weil er sie nicht wollte, sah er ein, wie kostbar und unersetzlich diese Heimat eigentlich ist. In dem oben angesprochenen Text bezieht er sich auf Frankfurt, den Ort seines höchsten Glücks, aber auch den Ort seiner größten Verzweiflung. Er wollte eben, ein menschenwürdiges Dasein und nicht das entmenschte, kalte und geldgierige und mechanische Dasein, dessen Aufschwung er in Frankfurt erleben mußte. (David Constantine) Hölderlin war von einer zu empfindsamen Seele und konnte sich in die Deutschen nicht hineinversetzen. Er fühlte nur, wie sie ihren Geist verrieten, weil er auch seinen Gott verraten hatte. Hölderlin war nicht fähig, wie ein wahrhaft liebender auch im Schaffen, auch in der Arbeit zu wirken, soweit sie über das bloße Schreiben von Empfindungen hinausging. Goethe war da schon viel ausgereifter und konnte sich in die menschliche Seele hineinversetzen und verstand ihre Leiden, die er ja selbst erlebte. Hölderlin blieb geistig ungebunden, d.h. er schaffte es nicht wie z.B. sein großes Vorbild Schiller, diesen seinen hohen Geist auch in die Seele zu verankern, um dadurch tatkräftig zu wirken. Das, was er diesen Deutschen vorhielt, das war seine eigene Angst vor dieser gerichteten Tatkraft des Körpers, die er einfach nicht zu beherrschen wußte. Er vermochte es also nicht, seinen Geist in die Seele einzuhauchen, soweit sie von Jesus kam. Jesus wurde bei ihm zu Christus, aber seine antiken Gestalten, denen er sich Zeit seines Lebens widmete, waren ihm wichtiger. Griechenland galt ihm als das heilige Land. Damit hatte er keine Tatkraft, konnte seine Liebe nicht halten und wurde schwächer. Hölderlin suchte später Zuflucht in einer formalisierten Sprache, um sich die Nächsten vom Leibe zu halten, da seine selbstreduzierte Liebe nicht mehr reichte, um sich mit ihnen liebevoll auszutauschen. Er mied ganz konsequent seine Nächsten, mied seine Familie. Die Deutschen hingegen waren ähnlich, wirkten aber weniger vom Geist, vom Denken, als von der tatkräftigen Liebe aus, die jedoch in ihrer unbewußten Natürlichkeit auf dem Fundamente Jesu ruhte und noch die Verbindung zum Nächsten zuließ, wenn es auch mehr im materiellem Bereich geschah.

 

Es fehlte beiden also die bewußte Liebe und Kenntnis um Jesus, auch wenn sich Goethe mit dem Schriften des „Sehers“ Swedenborg befaßte, so war er doch zu sehr im politischen Kontext seiner Zeit verhaftet und konnte nicht so wie er wollte. Aber immerhin war im Deutschen noch die uranische Triebkraft der unbewußten Liebe vorhanden, die ihn zum Handeln trieb und die Hölderlin nicht verstand. Hölderlins Geist, sein Verstand war am Ende nicht mehr an das Herz gebunden und vagabundierte dann ebenso frei herum, wie er früher durch die Länder vagabundierte. Er hatte also auf das falsche Pferd der griechischen Götter gesetzt.

 

So wie Hölderlin durch die Länder vagabundierte und nirgends seßhaft werden konnte, so sehr vagabundierte die Seele der damaligen Deutschen durch die Kriege und durch ihre menschlichen Beziehungen. Die Sehnsucht zur Heimat wurde in dieser Periode zu einer beinahe übersteigerten Hysterie. Aber anstatt daß diese Heimat auch gefunden wurde, wurde nur das klassische Altertum neu entdeckt. Es war klar, daß diese Heimat kein bleibendes Zuhause bieten konnte. Die Deutschen fühlten sich irgendwie fremd und blieben deshalb innerlich zerrissen.

 

Die Deutschen waren freiwillig aus dem Gnadenstrom getreten und suchten ihn dort, wo er nicht war. Es vermochten immer nur Einzelne, den Weg des Herrn mit Nächstenliebe, aber auch mit der notwendigen Strenge gegenüber den weltlichen Ausschweifungen zu gehen.

 

Aber als homogene Masse, die sich und damit ihre Seele einheitlich auf Jesus ausrichteten, gelang es ihnen zu selten. Aus diesem Grund sah und sieht sich die junge Nation damals als auch heute immer wieder irgendwelchen Anfeindungen ausgesetzt, die sie, in Unkenntnis dieser Seelenfunktion, einfach nicht versteht. Hierzu zitieren wir einmal eine Strophe von J. Fischedick 30, die uns sowohl das damalige als auch das heutige Scheitern deutlich vor Augen hält.

 

“Wer treulich Mich im Herzen hält,

den halt Ich stark und rein,

den heb Ich hell aus Nacht und Welt

und laß ihn blühend sein!”

 

Die Deutschen jedenfalls hielten Ihn nicht treulich genug im Herzen und blühten zu selten, zwar meist mehr als ihre Nachbarn, jedoch zu wenig, um eine übergeordnete Einheit zu schaffen. Als sie es dann sehr viel später mit Hitler versuchten, da verfehlten sie das Ziel, weil sie Jesus systematisch ausgegrenzt hatten, weil sie Jesus verfehlt hatten.

 

Als seinerzeit die Jesuiten aus den Alumbrados hervorgingen, da ging die Liebe Jesu aus dem Licht hervor, was eine absolute Unmöglichkeit ist und die Verhältnisse auf den Kopf stellt; denn die Liebe gebiert das Licht. Anstatt diesen Fehler zu korrigieren, gingen in Folge aus diesem erleuchteten Jesuitentum die noch mehr erleuchteten, die höchsterleuchteten Illuminaten hervor und verankerten sich in wichtige Bereiche der Gesellschaft. Sie korrumpierten u.a. Dichter, Politiker, Banken und Gelehrte. Somit versandete die Sehnsucht und wurde nun nicht mehr göttlich, sondern nur noch human, d.h. menschlich gesehen.

 

War im Spätmittelalter noch eine ausgesprochene religiöse, d.h. fromme Phase vorherrschend und kreiste diese hektische Betriebsamkeit nur um religiöse Themen wie der Besitz von Reliquien und dem Aufsuchen von Wallfahrtsorten, um sich im späteren Jenseits eine gute Ausgangsposition zu verschaffen, so bewirkte der nun folgende Glaubensverlust der Neuzeit nur eine hektische Betriebsamkeit, ohne die Ausrichtung auf das Jenseits. Diese Betriebsamkeit galt deshalb auch nicht mehr den religiösen Artikeln, um sich eine beste Ausgangsposition im Jenseits zu verschaffen, sondern nur noch den pur materiellen Gütern des alltäglichen Lebens. Österreich – Deutschland hatte somit kaum noch Bindungen an Jesus, obwohl sich noch vereinzelt erstaunliche Liebesbezeugungen zeigten. (Kaiser Josef II.) Bei einer weiteren Glaubensreduktion würden sich jedoch Katastrophen ergeben müssen.

 

Hatte die erste Glaubensreduktion im 16 Jhdt. daraufhin die große europäische Katastrophe des 30-jährigen Krieges zur Folge, so würde bei einer weiteren Verschärfung mit schlimmeren zu rechnen sein. Die Tragödie der Neuzeit begann sich abzuzeichnen, die man symbolisch in Hölderlin sehen konnte. Erst wurde Gott verneint, dadurch wurde man seelisch – geistig heimatlos. Anschließend schaffte man sich eine neue geistige Heimat, die ohne Jesus jedoch nur kurz Schutz bieten konnte.

 

Ohne die entsprechende Wahrheit als Ruhepol mußte man in Folge nicht nur geistig vagabundieren um (schein) zu leben, sondern diese geistige Unruhe verlagerte sich dann nach außen in die materielle Welt, wo man dann heimatlos herumirrte. So wie dann in dieses geistige Vakuum sich völlig fremde Vorstellungen schlichen, so schlichen sich dann in der wirklichen Heimat der Deutschen ebenfalls Fremde ein. Dadurch wiederum wurde es den Deutschen zu eng und zu chaotisch, weshalb er noch weiter in die Ferne zog. Dieser Kreislauf prägte das Mittelalter. Der Trieb nach Bewegung wurde so zum vorherrschenden Zweig dieser heimatlosen Gesellschaft und ließ u.a. große Transportsysteme schaffen. Diejenigen, die blieben, mußten sich dann natürlich einerseits mit materiellen Gütern trösten, oder andererseits in bitterer Armut leben. Das mittelalterliche Zeitalter, wo die Bewegung immerhin noch auf dem Wasser als dem Symbol der Liebe passierte, war nun vorüber. Nun war bis auf die Luft, alles in Bewegung und vagabundierte frei herum. Am meisten jedoch das Geld.

 

Österreich, nur noch mit einem Bruchteil der Liebe zu Jesus ausgestattet, konnte mit diesem geringfügigen Jesus-Anteil seine Länder nicht mehr zusammenhalten und wurde daraufhin zu einem Zehntel seiner Größe reduziert. Der reduzierte Jesus-Glaube hatte ganz automatisch eine Reduzierung der politischen Bedeutung zur Folge. Deutschland und Österreich wurden selbständig. Das Österreich als das Ostreich, als das Ostreich des Herrn bestand nicht mehr, somit gab es auch kein Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation. Ex Oriente Lux (Das Licht kommt von Osten) galt nicht mehr.[48] Für eine kurze Zeit regierte das Geschlecht der Hohenzollern Kaiser in Deutschland, aber diese Preußen konnten die Verelendung der Massen nicht mehr aufhalten und erwiesen sich somit als unfähige Leiter ihrer Völker. Die Monarchien wurden vom Herrn nicht mehr sanktioniert und mußten daraufhin der Demokratie weichen[49]. Selbst die Erweckung des bis dahin größten Propheten in der Steiermark zu Österreich im Jahre 1843 vermochte es nicht, diesen verhängnisvollen Trend umzuwenden, denn das was dieser Prophet zu sagen hatte, konnte die damalige Welt genauso wenig verstehen, wie die heutige.

 

 

2.2.7 Die Epoche der seelischen Verhärtung der Neuzeit

 

Die Zeit der Demokratien, die sich im 19 Jahrhundert vermehrt durchsetzten, ist ähnlich wie die Zeit der 1000 Räte unter dem damaligen Hanoch, kurz vor Ausbruch der Sintflut.31 (Sündflut) Hatte eine Monarchie noch Interesse an dem jeweiligem Lande und konnte die herrschende Familie noch direkt zur Verantwortung gezogen werden, so verwässerte dieses Verantwortlichkeitsgefühl gegenüber Gott zusehends.

 

In einer Demokratie, wo aus einer beinahe tausend herrschende Familien werden, kann sich der lebensbringende Jesusimpuls nicht mehr durchsetzen, weil es zu viele widerstreitende Interessen gibt. Den Staatsgebilden (von Nationalgebilden spricht schon keiner mehr) der Demokratie entspricht kein direkter Bezug mehr zu Jesus, weshalb eine völlige Freiheit gegenüber sämtlicher Triebauslegung kaum geahndet wird. Je mehr Sprecher, desto mehr Triebe!

 

Der Liebesimpuls von Jesus gegenüber dem deutschen Volk, wobei das Attribut “deutsch” im Sinne von rein und klar zu verstehen ist, dieser Liebesimpuls läßt sich innerhalb der Demokratie nicht mehr erkennen. Aber das ist nicht nur ein deutscher Mangel, sondern erscheint global auch in anderen Ländern eben als die Folge dieses Versagens.

 

Die Befruchtungsphase der Deutschen, die das ganze Mittelalter über einigermaßen funktioniert hatte, erlischt in der Neuzeit zusehends. Indiz dafür sind nicht nur die zwei Weltkriege, sowie die Spaltung in Ost und West, Indiz dafür ist auch die völlige Gleichgültigkeit gegenüber religiösen und nationalen Gefühlen. Das deutsche Volk hat insgesamt geschlafen und ist dem gelenkten Konsumterror erlegen. Es hat diesmal sogar seine Identität in der Urheimat (Deutschland) aufgegeben und leugnet seinen Schöpfer.

 

Es fehlt und fehlte nicht an geistige Warnungen seitens der Seher, Propheten und Visionäre (Swedenborg, Lorber, Mayerhofer, Theresa von Konnersreuth, A.K. Emmerich, Bertha Dudde), es fehlte auch nicht an weltlichen Warnungen (Goethe, Bismarck, Oswald Spengler), aber sie verhallten ungehört bzw. sie wurden einfach ignoriert oder wie im Falle Spengler, einfach umgedeutet. Oswald Spengler (1880-1936) beschäftigte sich in seinen Studien ausgiebig mit der Entwicklung der Kulturen.

 

In seinem Hauptwerk Der Untergang des Abendlandes (2 Bde., 1918-1922) versuchte er zu beweisen, dass jede Kultur eine “Seele” besitze, die in ihrem Stil und ihrer Denkweise zum Ausdruck komme. Nach seiner Theorie durchlaufen die verschiedenen, voneinander unabhängigen Kulturen einen dreiteiligen Lebenszyklus, der dem biologischen Kreislauf lebender Organismen gleicht. Am Ende dieser Entwicklung von Jugend und Reife steht dieser Theorie zufolge unweigerlich ihr Verfall – und damit ihre Ablösung durch eine neue kulturelle Entwicklung. Bei seiner Analyse der abendländischen Geschichte glaubte Spengler, dass die abendländische Kultur mit der Ära der technologischen und politischen Expansion ihre letzte Stufe erreicht haben müsse. Großstädtische Zivilisation und kulturelles Ende waren für den Philosophen synonym, was er am Untergang Babylons, Roms und Thebens – sowie in der Gegenwart an der “Dekadenz” von Paris, New York und London – zu illustrieren suchte.[50] 

 

Nach Spengler sollte also unsere abendländische Kultur ihren Höhepunkt überschritten haben und z.B. die damalige Sowjetunion den nächsten Kulminationshöhepunkt erreichen. Ex oriente lux hieß das Schlagwort, wobei unter “Lux” nun die Sowjetunion verstanden wurde. Maßgebliche gesellschaftliche Kräfte vor allem in England unterstützten diese Vorstellung und sahen im neuen Sowjetreich ihr Heil. Sie vergaßen dabei völlig, daß mit Licht nur das geistige Prinzip gemeint ist und daß dieses neue Reich nur durch die Ermordung der alten Eliten geboren wurde. Dieses Reich hatte nichts mehr mit Jesus Christus zu tun, sondern verfolgte diesen unerbittlich. Spengler bzw. dessen Anhänger glaubten, daß man einfach von Ägypten angefangen, den Kulturschwerpunkt immer weiter nach Osten verlagern müsse und kamen dann zu Anfang unseres Jahrhunderts auf die Sowjetunion. Aber so simpel kann es natürlich nicht funktionieren. Außerdem hätte es dann weder die USA noch die chinesische Kultur geben dürfen. Mit Osten wird laut Swedenborg der unverrückbare Standpunkt des Herrn bezeichnet, der ewig und unveränderbar seinen gleichen Standpunkt einhält. Wer will denn auch auf der Erde festlegen, von wo Osten gilt. Auf der Erde ist diese Ortsbestimmung nur relativ.

 

Insgesamt betrachtet waren Spenglers Überlegungen insoweit schlüssig und richtig, als er von einer Kulturseele sprach und dieser eine dreistufige Entwicklung zuschob. Aber Spenglers Auffassung von Entwicklung leitete er nur aus dem klassischen Altertum ab und vergaß dabei völlig die liebe- und lichtmäßige Entwicklung im Sinne unseres Schöpfers. Dadurch, daß er in seinen Betrachtungen Jesus außen vorließ, urteilte er auch nur weltlich und blieb ein weltlicher Prophet, der sich deshalb natürlich irren mußte. Trotzdem, bzw. gerade deshalb hatte er damals so einen großen Einfluß. Jedenfalls wurde das antichristliche Sowjetreich sehr positiv bewertet, während in Deutschland eine Untergangsstimmung herrschte und z.B. England nicht mehr an die Zukunft Deutschlands glauben mochte.

 

Es wurde also wie immer, nur auf die falschen weltlichen und nicht auf die geistigen Propheten gehört.

 

Deutschland ist von Luzifer gekreuzigt worden, nicht etwa weil Satan so stark, sondern weil die Deutschen seelisch einfach zu zerrissen waren. Wer die Geschichte des jüdischen Volkes in der Bibel nachliest, wird erstaunliche Parallelen finden. In der Gegenwart findet sogar die völlige Selbstaufgabe dieser ehemals so starken deutschen Nation statt. Es gibt keine Ausrichtung mehr auf Gott, erst recht keine auf Jesus. Es gibt einfach keinen Grund mehr für Deutschland, sich als geistige Nachfolgernation der Juden bzw. der Römer zu empfinden. Der Grund ist natürlich nicht, weil sie die Juden verfolgt und getötet haben, das taten nicht nur andere Nationen, sondern die Juden ebenfalls. Leider haben die Deutschen und die Juden nicht in dem Sinne zusammengefunden, wie es hätte sein können. Der Grund ist, sie gaben Jesus auf, um dafür völlig wertlose materielle Güter und Bedürfnisse einzutauschen, der Grund ist, sie betrachteten Jesus nur als den Juden der ihr Heldentum schmälern wollte, der Grund ist, sie unterlagen der Welt und ihren Genüssen und töten ihre Ungeborenen sogar gesetzlich legitimiert. Gerade als die ganze Welt über die Deutschen herfielen, hätten sie standhaft sein müssen und in Liebe zu ihrem Schöpfer stehen müssen. Sie hätten sich dem Konsumterror sowie der Entwertung der Werte widersetzen müssen, auch wenn dies als besiegte Nation sehr schwer gewesen wäre. Aber gerade die Niederlagen der Weltkriege hätten Deutschland zu Jesus zurücktreiben sollen, hätten ihn um Verzeihung bitten sollen. Aber nichts dergleichen geschah. Sie gaben stattdessen Jesus auf, gaben damit ihre Heimat auf und sehen tatenlos zu, wie sie dadurch von ebenfalls heimatlosen Fremden überschwemmt werden. So ist diese Gegenwart von einem Bild gekennzeichnet, daß man mit einer Minute vor Zwölf beschreiben muß, und das war vor 15 Jahren.

 

Betrachten wir die Endzeit der Winterperiode, so befinden wir uns im Zeitraum von 1970 bis zum Jahr 2010. (Es begann mit der legalisierten Abtreibung) Aber schon vorher war der Niedergang angelegt. Die Deutschen, die nach dem Untergang des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation zum Teil ihren Hochmut noch immer nicht lassen konnten, verstanden diese Folgen als Ursachen ihrer mangelnden Jesusliebe nicht und suchten dafür nach vordergründigen Schuldzuweisungen. Österreich- Habsburg war zerschlagen, das preußische Deutschland wurde als schuldig betrachtet und befand sich seinerseits im Konkurrenzkampf mit dem englischen Kaufmannsstaat, aber anstatt sich wieder an Österreich anzugliedern, konnte durch Bismarck leider die “Kleindeutsche Lösung” ohne Österreich praktiziert werden.

 

Das Bayernland hing dazwischen. Als das Deutsche Reich 1871 gegründet wurde geriet Preußen gleichsam in den Schatten seiner eigenen Gründung und fiel ihr schließlich zum Opfer.[51]  Wilhelm I. hat es nicht anders gesehen. Am Vorabend deutschen Triumphes, der Kaiserkrönung in Versailles, bekannte er Bismarck unter Tränen: “Morgen ist der unglücklichste Tag meines Lebens. Da tragen wir das preußische Königtum zum Grabe.” (Krockow) Die Strategie der illuministischen Freimaurer, von globalen Banken aufgebaut und unterstützt, ist ziemlich effizient umgesetzt worden, denn nur England profitierte von dieser bismarckschen Lösung und konnte sehr lange eine religiöse Spaltung innerhalb seines Inselreiches vermeiden, während Preußen im Deutschen Reich unterging. (übrigens eine Parallele heutzutage, wo Deutschland innerhalb der EU untergeht!)

 

Als es dann zum Eklat des ersten Weltkrieges kam, war England schon längst mit seiner ehemaligen amerikanischen Kolonie geeint, während Österreich und Deutschland aufgrund ihrer Religionsspaltung sich noch lange nicht grün waren. Also siegte anschließend die kaufmännische Anglo-amerikanische Liga gegenüber Österreich-Deutschland und zerteilte dann die Beute zu ihren Gunsten. Dieser Krieg war ein reiner “Konkurrenzkampf” mit brachialen Mitteln. Aber ausschlaggebend war nicht die Stärke von England und Amerika, nein, ausschlaggebend war das Fehlen der übergreifenden Nächstenliebe in Deutschland und Österreich. So konnte England dieses Machtvakuum ausfüllen und seinen großen Konkurrenten zerschlagen. Für Österreich und Deutschland rächte es sich bitter, daß sie im 30-jährigen Krieg so unversöhnlich zueinander waren und seitdem auseinander drifteten. Als Maximilian, dem jüngeren Bruder des Kronprinzen Rudolf von Napoleon III. die Kaiserkrone von Mexiko angeboten wurde und deshalb 1865 versuchte in Mexiko Fuß zu fassen, um dieses unterentwickelte Land auf den richtigen Weg zu bringen und gleichzeitig dieser englisch – amerikanischen Kaufmanns Liga quasi durchs Hintertürchen zu trotzen, bekam er von Österreich / Deutschland keine Unterstützung und wurde von Benito Juarez im Juni 1867 hingerichtet. Hatten die Habsburger damals im 15. Jhdt. unter Karl dem V. noch Mexiko erobert und zur Kolonie erklärt, so wurde diese Eroberung an dem beinahe letzten Habsburger 1865 genauso geahndet, wie die Kolonie erobert und geführt worden war.

 

Im ersten Weltkrieg wurden sämtliche Monarchien hinweggefegt, gemäß der Losung von Adam Weishaupt, bzw. sie wurden einfach bedeutungslos. Das Deutsche Reich wurde erheblich geschwächt, England ging zwar als der Sieger hervor, verlor seine herausragende Stellung jedoch wieder an die Vereinigten Staaten von Amerika und hatte insgesamt nur einen Pyrrhus-Sieg erfochten. Nun hätte also eine Rückbesinnung auf die deutschen als auch die der englischen Tugenden geschehen sollen, die Verbindung zum Schöpfer hätte wieder erneuert werden können. Was passierte jedoch?

 

Es fand eine weitere Glaubensreduktion statt. Ohne daß sich die Regierenden um eine bessere Beziehung zu Jesus kümmerten, proklamierten sie für sich das Recht, die anerkannten Leiter ihrer Völker zu sein. Keiner von ihnen war jedoch von Jesus dazu legitimiert, sondern eher wohl vom Gegner. So kam es zu der planmäßigen Katastrophe im zweiten Weltkrieg. Deutschland war wirtschaftlich wieder erstarkt und stellte damit eine weitaus größere Gefahr für England dar, als es noch vor dem ersten Weltkrieg der Fall gewesen ist. Hitler nahm all die vergangenen Großmachtsträume auf, träumte von Vergeltung und wollte dem Deutschen Reich wieder die ehemalige Weltgeltung verschaffen. Dazu vereinigte er zuerst Bayern mit Deutschland, später kam Österreich hinzu.

 

Aber die Zeit war schon abgelaufen. Es war kein Jesusimpuls mehr vorhanden, der dieses künstliche Gebilde eines großdeutschen Reiches, eines tausendjährigen Reiches, zusammengehalten hätte. Keiner unter Hitlers Leuten verstand den christlichen Glauben, der die Deutschen in der Vergangenheit zum Kultur- und Lichtträger Europas gemacht hatte. Keiner verstand die Demut von Jesus, keiner wollte akzeptieren, daß der Erste nur ein Diener der Nächsten sei. So konnten sich aufgeblähter Hochmut mit luziferischen Vergeltungsträumen treffen, ohne daß er die berechtigten Einsprüche seitens der Jesusanhänger, seitens der wirklichen Christen zur Kenntnis nahm. Diese Christen wurden nämlich nur mit dem fetten und tauben vatikanischen Rom in Zusammenhang gesehen.

 

Der Führer träumte von einem starken und weltlichen Führer, er wollte nicht so enden wie der angeblich schwache Jesus, der sich von den Juden kreuzigen lassen mußte. Deshalb taugte diese christliche Religion der “Schwachen” überhaupt nicht für ihn. Er brauchte keine Religion der Nächstenliebe, die zum Kreuz führt, er brauchte eine starke Religion. Er brauchte eine Religion eines Nietzsches, eines Wagners, die mit ihrem germanischen Götter- und Heldentum den schwachen Jesusglaube bekämpfen- und die ihm helfen sollten, die verlorene Größe, die durch zuviel “Nächstenliebe” (auch hier irrte Hitler ebenfalls, denn es war nicht zuviel Nächstenliebe, sondern das genaue Gegenteil, zuviel Fernstenliebe!) zerstört wurde, wieder zu erlangen. Der Nazikult wurde somit zu einem Götterkult. Das ehemalige Deutschland als Kern- und Befruchtungsland Europas verkam dadurch zu einem Heidenreich.

 

Diese Hybris, die die Nationalsozialisten mit ihrem Hitlerkult trieben, war so stark, daß sie auch vor Gebeten nicht einhielt. Lesen wir einmal ein Gedicht, das den Kindern in Köln, in der Ortsgruppe Reinau, für die Speisung in der NSW (Nationalsozialisten Volkswohlfahrt) gegeben wurde 32

 

Vor dem Essen:

 

“Führer, mein Führer, von Gott mir gegeben,

beschütz´und erhalte noch lange mein Leben!

Hast Deutschland gerettet aus tiefster Not,

Dir danke ich heute mein tägliches Brot.

Bleib lange noch bei mir, verlaß mich nicht,

Führer, mein Führer, mein Glaube, mein Licht!

Heil, mein Führer!”

 

Nach dem Essen:

 

“Dank sei Dir für diese Speise,

Beschützer der Jugend, Beschützer der Greise!

Hast Sorgen, ich weiß es, doch kümmert´s Dich nicht,

ich bin bei Dir bei Nacht und bei Licht.

Leg ruhig Dein Haupt in meinen Schoß,

bist sicher, mein Führer, denn Du bist groß.

Heil, mein Führer!”

 

Wenn dieses Gedicht auch noch nicht Allgemeingut wurde, so ist es doch exemplarisch für den Versuch der Nationalsozialisten, sich als heilsbringende Religion zu etablieren mit Hitler als Kultfigur. So ist es nur konsequent, daß dieser Kult in einer Götzendämmerung unterging, denn soviel Gottesfrevel konnte einfach nicht gut gehen. Für die Seele, die nur aus der Verbindung Jesus mit Gott seine Kraft bezieht, gab es bei Hitler nichts außer Dunkelheit. Allerdings gab es damals viele, die das Ende vorher ahnten und auch rechtzeitig warnten 33, aber Hitler mußte seinen Weg wohl bis zum bitteren Ende gehen, da auch er mit Kräften spielte, denen er nicht gewachsen war. Anstatt also zum Heiland, wurde er zum großen Verführer und wir Überlebenden, Hinterbliebenen und Kinder dieses damaligen “Großdeutschen Reiches” dürfen nicht an diesen “Hitlerkomplex” verzweifeln, sondern wir müssen ihn überwinden, indem wir ganz eindeutig die Finger auf die wunden Stellen legen und Hitler dort entlarven, wo er vom wirklichen Christentum abgewichen war. Diese damalige Abweichung müssen wir dann in Beziehung zur gegenwärtigen setzen. Dann erst wird uns die Dramatik auch unserer gegenwärtigen Zeit bewußt werden können. Aber indem man Hitler nur totschweigt, verschweigt man leider auch diese Beziehung zwischen Verführer und Heiland tot und ist in unserer Gegenwart dann völlig blind und taub.

 

Hitler hatte also wie die meisten Deutschen auch heute noch, nicht realisiert, das es nur der Jesus-Impuls war, der die Deutschen seit der Kaiserkrönung Otto´s des Großen im Jahre 962 zu Rom bis zu Kaiser Franz II. im Jahre 1806 befähigte, der würdige Nachfolger des römischen Imperiums zu sein. Hitler hätte wie damals Kaiser Konstantin (312 n. Chr.) im Namen der Liebe kämpfen müssen, hätte sich in diesem Zeichen bewähren müssen, aber sein Zeichen war nicht die Seele, die voller Liebe und Weisheit den irdischen Trieb durchkreuzt. Hitlers Zeichen war völliger Wirrsinn, war die Aufhebung dieser Seelenkraft. Das Hakenkreuz gab es schon lange vor Hitler. So gibt es u.a. das indogermanische Swastika Zeichen, was als linksläufige Variante als Schwarze Magie und als rechtsläufige Variante als die Weiße Magie bezeichnet wird. Das nationalsozialistische Hakenkreuz jedenfalls war rechtsläufig.

 

Aber auch in der alten ägyptischen Symbolik des Isis-Osiris-Kultes gibt es das Hakenkreuz, das für Hitler vermutlich sogar von solch einem inspirierten Kult, den Herrschern von Thule, ausgesucht wurde. Aber auch Helena Blavatsky, Gründerin der Theosophischen Gesellschaft und Verfasserin des Buches “Isis Unveiled” (Enthüllte Isis) benutzte das Hakenkreuz als persönliches Totem. Das Hakenkreuz begrenzte jedenfalls die seelische Stärke nur wieder auf die Stärke des körperlichen Triebes und verführte sie damit nur. Es war im Prinzip nur ein Schlangenkult, d.h. damit das Zeichen einer Schlange, die sich selbst in den Schwanz beißt. Vom Heil der Seele, wie es vom Heiland Jesus kommt, war Hitler jedenfalls völlig entfernt. Hitler wollte das christliche Kreuz deshalb auch durch das Hakenkreuz ersetzen. Sein Gruß: “Heil Hitler!” war schon als Anspielung auf den Heiland Jesus gedacht, bezeichnete aber nicht das durch ihn kommende Seelenheil, sondern bezog sich vielmehr auf deren materielle Abart, bezog sich also nur auf das körperliche Lust-Prinzip. Hier sah er sich als weltlicher Führer und scheiterte zwangsläufig, da er sich geistig-seelisch nicht von Jesus ziehen lassen wollte, ebenso wenig wie ein Großteil der Deutschen. Das, und nur das ist die eigentliche Tragödie, welche alle weiteren Untaten des II. Weltkrieges auch auf Seiten der Alliierten zur Folge hatte. Auch wenn es viele Menschen geben mag, die das nicht einsehen, die Hitler ähnlich glorifizieren wie die Franzosen das heutzutage mit Napoleon, die Sowjets z.T. mit Stalin tun, so bleiben doch diese Gestalten einsam und verzweifelt und schufen nur verzweifelte Einsamkeit, sie schufen zerstörte Seelen. Sie wandten sich zerstörerischen Kräften zu, die sie nicht verstanden und denen sie letztlich ihren Untergang zu verdanken hatten. Das körperliche Machtprinzip ist das Gegenteil der Nächstenliebe, es ist die reine Selbstliebe, die sich auch deshalb als Schlange in den Schwanz beißt. Nun hatte Hitler als Patriot allerdings eine geistige Vision und wußte, daß nur ein starkes Deutschland das Bollwerk gegenüber dem kommunistischen Bolschewismus sein konnte, während sich Stalin, der noch nicht einmal Patriot war, als dieses Bollwerk verstand. Vergeblich hoffte Hitler, England würde dies begreifen, die “deutsche Mission” honorieren und sich wenigsten aus dem  Krieg heraushalten, nicht ahnend, dass wichtige Kreise Englands schon mit diesem Bolschewismus liebäugelten (siehe Spengler) und ihn noch eher als ein starkes Deutschland bevorzugten. Aus diesem Grund zog die Friedensmission von Rudolf Heß auch nicht mehr. Zitieren wir hier einmal den hellsichtigen Lorber, wie er schon um 1850 schrieb: “... Im Gegenteil wird es nun stets stürmischer und stürmischer werden, so daß am Ende jeder seines Lebens kaum mehr sicher sein wird und wird verlieren alle irdische Habe, so er irgendeine besitzt. Denn so die Liebe erkaltet, und der Verstand für sich allein wie der Nord- oder Südpol dasteht, da wird auch bald jeder Funke von Rechtsgefühl verschwinden und der festeste sogenannte Kommunismus wird an die Stelle des Rechtes treten und wird gewaltigste zerbrechen alle Schranken zwischen Mein und Dein.....”[52] Wenn wir uns einmal an die Grausamkeiten in Kambodscha unter Pol Pot zurückerinnern, dann wird deutlich, was hier bei Lorber angesprochen ist. Churchill gab später auch zu, “mit Deutschland das falsche Schwein geschlachtet zu haben”, aber da war es schon zu spät und der Kommunismus hatte seinen Einzug gehalten. Den jeweiligen Völkern, die sich in England, Frankreich, Rußland, Deutschland, etc. vorher schon vom wahren Heiland abgewandt hatten und diesen Verführern als Ersatzheiland zujubelten, war dieser Gottesverrat zum Teil überhaupt nicht bewußt, da deren Religion schon zu sehr versagt hatte, aber sie mußten alle darunter leiden. Am meisten jedoch die Deutschen. Ganz anders war es hingegen früher. Das Erste Deutsche Reich konnte deshalb auch so lange währen, weil es im Prinzip nur eine große Glaubensreduzierung durchstehen mußte, die zweite wurde wie gesagt von Maria Theresia und Josef II. zum Teil rückgängig gemacht. Das Zweite Deutsche Reich welches unter Bismarck 1871 gefestigt bis 1918 Bestand hatte, brachte es mit dem nochmaligen Verlust seines Glaubens nur auf ca. 50 Jahre Herrschaft, während es das Dritte Deutsche Reich nur auf 12 Jahre brachte, von 1933 – 1945. Die Jesus-Substanz hatte innerhalb des Glaubens im Dritten Reich also dermaßen abgenommen, daß allein schon die räumliche Reduzierung bedeutend war, daß sich darüber hinaus das zeitliche Verhältnis innerhalb dieser von Hitler zitierten Reiche sogar von 90:5 bis auf 1 im Dritten Reich reduzierte. Mit solch einem unsinnigen Verhältnis überhaupt einen Versuch zu unternehmen, zeugte wahrlich von Größenwahn.

 

Ohne Jesus auf seine Seite mußte Hitler versagen. Das deutsche Volk mußte für seinen Verrat gegenüber seinem Schöpfer büßen. Aber immer noch schützte der Herr diesen alten Kämpen, der doch so treu gegenüber den Römern und den späteren Abkömmlingen, den Italienern, gehandelt hatte, obwohl es von ihm und ihr (der römischen Kirche) so oft verraten wurde. Die Allianz von Hitler und Mussolini, die Verbindung zwischen Italien und Deutschland war eben nicht die Verbindung des weltlichen mit dem geistigen Zentrum, wovon Luther und die Habsburger unbewußt geträumt haben mögen. Diese Allianz war nur eine rein weltlich materielle, war eine Allianz der leeren Hüllen, weil der Inhalt, weil Jesus fehlte.

 

Man kann es als Ironie des Schicksals bezeichnen, wenn man die tieferen Zusammenhänge nicht kennt, jedenfalls siegte für eine kurze Zeit der Götterkult über Europa, weil sich Deutschland mit Italien verbunden hatte. Aber in dem, was anschließend passierte, können wir eine Lehre für die Zukunft sehen.

 

Deutschland wurde wieder zerstört, sein Gebiet weiter reduziert, viel Leid trat auf, die Beziehung zu Gott wurde dadurch kurzzeitig wieder stärker. Man hätte nun meinen können, daß das christliche Abendland, nun vor einer angeblichen Katastrophe bewahrt, allmählich wieder den Glauben zum Herrn finden würde. Das war aber nur vorübergehend so, solange bis die Umerziehung der Sieger griff. Nun wurde es erst richtig toll. Hatten die Siegerstaaten keinen Funken Nächstenliebe und plünderten und zerteilten die “Kleider” der Deutschen, so machten sie sich anschließend auch noch an dessen Seele zu schaffen und versuchten aus ihr die letzten Reste von Jesus herauszuschütteln, anstatt wie ein wirklich Helfender die pure Nächstenliebe walten zu lassen. Aber sie hatten keine bzw. kaum Nächstenliebe.

 

Mit der großangelegten “Entnazifizierung” trafen sie nämlich nicht nur Hitlers Schergen, sondern sie zerstörten die restlichen Beziehungen zur Heimat und damit zu Gott, die die Deutschen überhaupt noch hatten und entzündeten nicht nur hier, sondern weltweit eine Fortschrittsmanie als Ersatzdroge. Von Jesus direkt war damals schon nicht mehr viel übrig, aber Gott steckte immerhin noch im Familiengewand, steckte in dem halbwegs intakten Verhältnis zum Nächsten, steckte im Gehorsam gegenüber dem Staat und der Kirche, steckte im Gehorsam gegenüber den Eltern, steckte letztlich auch im Patriotismus. Aber die Entnazifizierung zerstörte den Bezug zur eigenen Heimat, nicht so sehr in den Älteren, die sich noch an früher erinnern konnten, als vielmehr in den nachfolgenden Generationen. Den Deutschen blieb somit nur noch ihre materielle Schaffenskraft. Solange die Älteren noch da waren, die sich nach dem Zusammensturz wieder auf ihre christlichen Werte besannen und somit erfolgreich gegen den Verfall stemmten und damit sogar das Wirtschaftswunder schufen, solange ging es einigermaßen gut. Aber den Nachfolgenden bleibt im Zuge dieser Entnazifizierung nichts anderes zu tun, als Perlen vor die Säue zu schmeißen. (geistig und materiell)

Folgendes geschah:

 

1. Die Entnazifizierung trennte Jesus noch weiter von Deutschland, sofern damit auch patriotische Heimatgefühle verleugnet wurden, die ihre Wurzeln in der Nächstenliebe haben. Heimatliebe ist im Kern die Liebe zum Reich Gottes. Menschen, die ihre Heimat lieben, lieben damit auch Gott und wollen aus ihrer Heimat ein Paradies machen. Dieser Drang ist menschlich. (siehe Swedenborg, der dies genau ausführte)

 

2. Die Entnazifizierung schuf damit eine Trennung zwischen heimatverbundenen Menschen und solchen, die ihre Heimat aufgaben und immer noch aufgeben. Dadurch gibt es einen Generationskonflikt zwischen den Alten, die so sehr gekämpft haben und den Jungen, die für nichts kämpfen außer für sich selbst, während doch der Patriot für andere kämpft. Dieser Konflikt verlagert sich bis in die Familien, wo die Kinder im Leben ihrer Eltern keinen Sinn sehen und umgekehrt. Durch diesen inneren Wertewandel gibt es einen äußeren Wortwandel dergestalt, daß sich die Kinder auf der seelischen Ebene nicht mehr mit den Eltern verständigen können. Damit wurde eine Verstandesbewegung eingeleitet, die sich immer weiter weg vom Herzen, von der Seele im Herzen begab.

 

3. Deshalb reicht die so über das Heimatgefühl reduzierte Liebe nicht mehr aus, daß die Kinder ihre Eltern lieben und ehren können. “Ehre Vater und Mutter!” heißt es im Vierten Gebot. Die Liebe der Eltern zu den Kindern ist ebenfalls reduziert.

 

4. Dadurch reicht die Entnazifizierung bis in die Ehe, wo sich der Mann nicht mehr mit seiner Frau versteht, weil sie die Liebe nicht mehr verstehen. Die Ehe, die laut Swedenborg eine Bindung zwischen Liebe und Weisheit ist, kann ihre seelischen Differenzen nicht mehr überbrücken und scheitert. Anstatt sich im Lebens- und Liebeskampf zu bewähren und sich dadurch seelisch zu entwickeln, entfernen sich die Partner nur von ihrer inneren Liebe. Weil diese Liebe jedoch von Gott (Jesus) kommt, schließt sich hier wieder der Kreis. Die gegenwärtige Struktur der Familien, die von solchen Ehen geprägt werden, ist daher von sehr wenig Nächstenliebe, dafür aber von umso größerem Freiheitsdrang gekennzeichnet.

 

Aber wir wollen es noch genauer wissen und schauen, wo und wie sich das Gottesbild mit der Entnazifizierung trifft. Zwar wurde schon 1954 offiziell diese Entnazifizierung beendet, aber hintergründig wird sie natürlich durch sehr viel sublimere Maßnahmen fortgeführt, wie einer lizensierten Presse, einer freudianisch[53] geprägten Soziologie und Pädagogik, die in Schulen und Universitäten eingeführt wurde, konkret in den Schulfächern der Staats- und Heimatkunde, sowie dem Hochschulfach der Politischen Wissenschaften.34  Das Wort Nazi entstand, von Kommunisten eingeführt, als Gegenreaktion auf das verächtliche “Sozi” für die Sozialdemokraten, während es heute ein Begriff für alles Böse ist. Hören wir dazu einmal Woltersdorf:35

 

“Im Mittelpunkt steht die Nation, ihre Geschichte und Kultur, so dargestellt, daß jedermann darauf stolz sein konnte, und so dargestellt, wie es die Franzosen, die Engländer, die Polen, die Italiener ebenfalls zu Gunsten ihrer Nation taten, selbst die Amerikaner, wenngleich sie in diesem Sinne weder eine Nation noch ein Volk waren. Denn da war die Verherrlichung von Blut und Boden, von der heimatlichen Scholle, die das Volk ernährte, von einem gesunden Bauerntum als Quelle unseres Ursprungs und Seins. Und was den Sozialismus im Nationalsozialismus angeht, so betraf dieser keine materielle Gleichmacherei, sondern die Solidarisierung des Menschen zu einer Volksgemeinschaft. Davon wollte sich kaum jemand ausschließen... Es war schlichtweg die Aufwertung eines Nationalgefühls, notwendig deswegen, weil der berüchtigte Schuldartikel 231 des Versailller Diktates die Deutschen als ein schlimmes Verbrechervolk disqualifiziert hatte – wie auch nach 1945.”

 

Und genau dagegen zielte die Entnazifizierung und die nach ihnen kommende Geschichts- und Sozialklittung ab. Begriffe wie Volk und Boden, wie Bauerntum, wie Nation, wie Heimat, wie Handwerk etc. wurden so verächtlich gemacht, daß speziell hier in Deutschland ein Klima der Europäisierung geschaffen wurde. Die Deutschen betrachteten sich dann nur noch als gute Europäer und sind darüber hinaus auch gute Globalplayer. So gut jedenfalls, daß sie wirtschaftlich betrachtet schon wieder ein Ärgernis darstellen.

 

Aber dieses Prinzip wurde nicht nur auf Deutschland begrenzt, sondern griff später auf alle westlichen und in der Neuzeit sogar auf alle östlichen Staaten über. Je erfolgreicher diese Entnazifizierung später dann in allen Staaten umgesetzt wurde, desto stärker wurden die Wurzeln des Christentums zerstört.

 

Einmal wird der Begriff vom Reich Gottes denunziert, weil die Begriffe von Heimat, von Boden, von Scholle, verächtlich gemacht werden. Gut mag man sagen, wenn die Heimat als Reich schon denunziert wurde, so wird wenigstens Gott respektive Jesus nicht heruntergezogen.

 

Weil aber unsere Geschichte im Kern den Widerstreit zwischen einer nächstenliebenden, von Jesus inspirierten Volksseele und dem glanz- und prunkvollen, herrschsüchtigen Hochmut darstellt, der diese Seele so ähnlich umstellt wie neidvolle Nachbarn einen Gutmütigen umstellen, die nur darauf lauern, in diesen Jesusgeist einzubrechen, so wurde mit dieser Denunzierung der Geschichte natürlich nur wieder Jesus und der Gutmütige schlechthin denunziert. Die Verbindungen zwischen Gott und Juden, wobei es den alttestamenarischen Juden nur dann gut ging, wenn sie Gottes Geboten gehorchten sowie die Verbindungen zwischen Jesus und Deutschen, wobei es den Deutschen nur wieder gut ging, wenn sie auf Jesus hörten, diese eminent wichtigen Verbindungen sind in der modernen Geschichtsforschung völlig verpönt. Damit ist aber auch verpönt, wer es wagt, zum einen auf diese Verbindung hinzuweisen und zum anderen klarzulegen, wer ein Interesse daran hat, diese Verbindung zwischen Gott und Jesus einerseits, sowie zwischen Juden und Deutsche andererseits offen zu legen. Genauso verpönt ist es konsequenterweise dann auch, sich mit dem Judas-Charakter des Geldes auseinanderzusetzen oder sich mit der Beziehung zwischen Paulus und Petrus zu befassen. Darum ist die moderne Geschichtsbetrachtung keine Betrachtungsweise, bei welcher unsere Seele irgendetwas gewinnen könnte, sondern sie kann nur verlieren, weil sie die Verbindung zu Jesus, weil sie die Verbindung zum Nächsten verliert, weil sie ihre Heimat verlor und dadurch nochmals aus dem Paradies vertrieben wurde. Aber eine wahre Geschichtsbetrachtung, die ihre seelische Heimat nicht vernachlässigt, ist im Deutschland der Nachkriegszeit schon wieder ein Wagnis. Erst in Deutschland, später in Europa und Amerika.

 

Aber Jesus soll auch der Führer sein, der uns zu seinem Vater, d.h. zu Gott hinzieht. Aber indem völlig undifferenziert der Begriff des Führers pauschal denunziert wurde, wurden sämtliche Autoritäten denunziert, wurde somit auch Gott als die oberste Autorität denunziert, werden heutzutage sogar die Eltern als Autoritäten gegenüber den Kindern denunziert. Anstatt zu realisieren, wo und warum Hitler als Führer versagen mußte, anstatt sich also die Unterschiede zwischen Hitler und Jesus einmal klarzumachen, wird das Kind mitsamt dem Bade ausgeschüttet.

Die Nächstenliebe der Deutschen, die trotz alledem noch sehr stark ausgeprägt ist, wurde nicht einfach nur aufgegeben. Dann hätte es wohl keine Deutschen mehr und kein Europa gegeben. Nein, diese Nächstenliebe wurde vielmehr auf den Übernächsten, wurde auf den Fremden und damit auf den Fernsten übertragen. Die Not des Nächsten, die man sehen, die man fühlen, die man hören, die man irgendwie spüren kann, indem man innerlich seelisch mitleidet, diese Not kann immer nur unmittelbar gelindert werden. Es ist die Not der eigenen Kinder, der Eltern, der Geschwister, der Familie, der Verwandten, der Bekannten, von Fremden, von Tieren, kurz derjenigen, mit denen man gerade zu tun hat. Aber indem man die seelische Not der Kinder nicht mehr sieht und sie nur einfach irgendwie abfertigt, so wie man später deshalb von diesen Kindern in ein Altenheim abgefertigt wird, so wie man auf seine Geschwister herabschaut, weil sie vielleicht nicht so erfolgreich sind, so wie man einseitig nur auf Karriere aus ist und Kinder einfach ausgrenzt, sie nicht haben will, so wie man das Neugeborene der Lust wegen einfach tötet, und so fort, so und nicht anders wird damit die direkte Nächstenliebe getötet. Wenn dann der Staat einspringt, um über gewisse Institutionen wie der Sozialhilfe, den Altenheimen, den Krankenhäusern, den Feuerwehren, etc. noch wenigstens rettet, was zu retten ist, so ist das natürlich sehr lob- und hilfreich, ist im Kern jedoch schon Fernstenliebe, ist also Drittliebe. Für diejenigen, die das nicht einsehen können, fragen wir nach dem “Warum?”

 

Wenn jemand ein Problem hat, so hat er das in Bezug auf den Nächsten, mit und durch den das Problem überhaupt entstanden ist. Er hat ein Problem mit dem Nächsten und dieses Problem ist ein Gefühlsproblem, ist letztlich also ein Liebesproblem. Die Nächstenliebe wird dadurch behindert und daraus entstehen weitere Probleme. Diese Probleme können wirklich sehr gravierend sein, sie können bis hin zum Tode führen. Um dieses Anfangsproblem auszuräumen, um es zu beseitigen, muß man sich logischerweise mit diesem Nächsten auseinandersetzen. Wenn sich also Mann und Frau streiten, wenn dieser Streit dann auf dem Rücken der Kinder ausgetragen wird, dann können die Kinder als die Dritten diesen Streit nicht beseitigen, bevor nicht die beiden Nächsten als Mann und Frau sich wieder besänftigen. Die Kinder könnten sie vielleicht zwingen oder sonst wie beeinflussen. Aber erst wenn sich die Eltern nächstenliebend äußern, erst dann haben sie Erfolg. Die Frau mag ihre Kinder so lieben, daß sie den Streit zugunsten der Liebe zu ihren Kindern beilegt oder sie mag ihren Mann so lieben, daß sie den Streit beendet. Egal wie, die Liebe zum Nächsten ist dann stärker als dieses Problem, auch wenn es später, bei weniger Nächstenliebe wieder aufbricht. Entscheidend ist aber immer, daß sich die beiden Partner aussöhnen. Aber ohne Nächstenliebe ist das nur Zwang und hält nur solange aufrecht, wie dieser Zwang akzeptiert wird.

 

Gibt es diese Aussöhnung nicht, werden die Eltern geschieden, dann werden die Probleme nur größer. Ein anderer Partner wäre nur wieder der Dritte in Bezug auf diese Anfangsproblematik und ein Dritter könnte nie die Probleme der vorhergehenden lösen, außer wenn dieser Dritte auch wieder Nächstenliebe hätte. Aber ohne Nächstenliebe bleibt er einfach der Dritte und bleibt damit diesen Problemen gegenüber fremd und fern und vergrößert diesen Konflikt nur. Das ist die so bezeichnete Fernstenliebe.

 

Damit jedoch ein Problem gelöst werden kann, darf das auch nie durch Zwang geschehen, sondern es muß bei Einschaltung eines Dritten naturgemäß von diesem soviel Nächstenliebe geleistet werden, daß die beiden Ursprungspartner wieder ausgesöhnt werden können. Jeder erfolgreiche Schlichter weiß dies und fordert von den Parteien Zugeständnisse in Form von Nächstenliebe. Wenn wir also Anfangs sagten, daß ein Dritter nie die Probleme anderer lösen kann, dann müssen wir das jetzt ergänzen, indem es heißt: er kann nur helfen wenn er zum Zweiten wird. Zum Zweiten jedoch wird man nur durch die Nächstenliebe im Sinne Jesu.[54]

 

Schauen jetzt wir nochmals auf die konkreten Tatbestände der Kindergärten, der Altenheime, der Sozialämter, der Kirchen, der Asylantenheime, der Tierheime etc. dann müssen wir uns doch fragen, wer von diesen Ämtern und Institutionen soll denn soviel der Liebe Jesu = Nächstenliebe aufbringen, um diese Stufe und Abgrenzung des Fremden, des Dritten zum Zeiten hin zu überspringen? Wie wir alle wissen, gelingt das nur in Ausnahmefällen und ist eben nicht die Normalität. Welches Sozialamt kann denn wirklich die familiären Probleme lösen? Es kann Geld geben, was eine materielle Hilfe, aber niemals eine seelische Hilfe ist. Kann die Kirche helfen, können die Altenheime, die Kinderheime, Asylantenheime, etc. denn wirklich seelisch, d.h. also nächstenliebend helfen? Und selbst wenn sie es könnten, müssen die Betreffenden es ja auch wollen. Aber wollen sie auch? Die wahre Nächstenliebe muß doch die Seele der Betreffenden berühren und muß sie wieder zusammenbringen, d.h. beide Parteien müssen es auch wirklich wollen. Darum artet Nächstenliebe, wenn eine der Parteien nichts von Jesus annehmen will, auch nur wieder in Fernstenliebe aus, bei welcher nur der kleinste gemeinsame Nenner in Form von Geld akzeptiert wird. Alles was diese Dritthilfe (Geldhilfe) bieten kann, ist nur die Vermeidung von materiellen Verhältnissen, die den Menschen unter die Stufe der Existenzgrundlage zieht. Das ist natürlich nicht wenig und hilft wirklich, um eine Not zu lindern. Aber diese Not ist ja nur die Folge der oben angeführten Seelen-Probleme. Darum kann die innere Seelennot so nie überwunden werden. Ohne Jesus kann einfach nichts überwunden werden!

 

Ist in einem Staat das Verhältnis von Dritthilfe zur Nächstenliebe so groß, daß diese Dritthilfe eine Fernstenliebe bleibt und die Ebene der Nächstenliebe nicht oder zu selten erreicht, dann wird die Möglichkeit dieses Staates Fernstenhilfe zu leisten, zuerst extrem behindert und später völlig unmöglich gemacht, weil durch zuviel Fernstenliebe die gesamte Problematik der Nächstenliebe nur wieder vergrößert wird und es zu dem aus der Wirtschaft bekannten Schneeballeffekt kommt. Da diese Institutionen inzwischen alle mehr an das Geld als an die Nächstenliebe gebunden sind, brechen alle Probleme verstärkt wieder auf, wenn das Geld knapper wird. Und wie und warum wird das Geld knapper? Der Geldumlauf wird aufgrund des Zinsproblems gesteuert, wobei niedrige Zinsen durch eine freie Zirkulation des Geldes bedingt sind, während hohe Zinsen auf die Hortungsfähigkeit eben dieses doppelgesichtigen “Janus-Gottes”, des Geldes beruhen und dadurch den Geldumlauf verknappen.

 

Also bräuchte man natürlich nur diese Hortungsfähigkeit des Geldes zu zerstören, indem man die Hortungsmöglichkeit abschafft. Genau das wurde in unserer Geschichte auch schon des Öfteren sehr erfolgreich praktiziert, indem man dem Gelde seine Zinsmöglichkeit nahm. Man verbot also einfach den Zins. Das Mittelalter sah im Zins eine Ausbeutung des Mitmenschen und lehnte ihn ab. Schon Kaiser Lothar verfügte: “Wer Zins nimmt, wird mit dem Königsbann belegt.” Thomas von Aquin sagte es kurz und prägnant: “Der Gebrauch des Geldes liegt einzig und allein darin, daß man es ausgibt; also ist dem Gläubiger kein Zins zu vergüten.” Diese Auffassung bekräftigt eine Bulle von Papst Bonifatius VIII im Jahre 1301: “Wir schließen aus der Gemeinschaft der Kirche alle jene aus, die das Geld untätig oder schlafend bei sich liegen haben. Von 1150 ab gab es für knapp drei Jahrhunderte in Mitteleuropa ein Geld, das seiner Funktion nicht entzogen werden konnte, begründet von Erzbischof Wichmann von Magdeburg. Dieses Geld bestand aus dünnem Silberblech und wurde halbjährlich zur Neuprägung aufgerufen, wobei das alte seinen Wert verlor und eine Prägesteuer von 25 Prozent einbehalten wurde. Diese Prägesteuer machte jede weitere Steuerbelastung überflüssig. (F. Strübling) Damit war dieses Geld in seinem Umlauf gesichert, regte dadurch die Wirtschaft an und konnte keinen Zins erbringen. Jeder lieh es sich auch gerne ohne Zinsen aus, da er so die Prägesteuer sparte. Genau diese Zeit war auch die Blütezeit des Mittelalters, wenn sie auch in Frömmigkeit ausartete. Die Problematik der Zinsen und der angehäuften Reichtümer wurde dann außerhalb dieser zinsfreien Zone geschürt, z.B. von dem Orden der Templer, der in Jerusalem ansässig war und der seine Reichtümer durch diese Zinspolitik erwarb. Später waren es die Jesuiten, die diese wirtschaftlichen Erkenntnisse der Templer wieder ausgruben und für sich nutzbar machten, noch später und noch effizienter dann die von Weishaupt beeinflußten Rothschilds und Rockefellers und wie sie alle heißen mögen.

 

Unser Geldmangel kann effizient nur durch praktizierte Nächstenliebe aufgefangen werden, aber die ist ja in der Form (in der geldlosen Form) nicht mehr bzw. kaum noch da oder aber, wirtschaftlich betrachtet, durch diese eben geschilderten geldpolitischen Mechanismen, die den Zins verbieten. Aber selbst vor den zwei Weltkriegen war man nicht bereit, auf die Vertreter dieser Lehren (vom rostigen Geld) zu hören. So versuchte es seinerzeit Sylvio Gesell vergebens, die Folgen dieser Hortungsfunktion des Geldes ruchbar zu machen. Keiner wollte oder durfte auf ihn hören.

 

Das familiäre System bricht also aufgrund mangelnder Nächstenliebe zusammen während sich wirtschaftspolitisch dieselbe Äquivalenz ergibt, weil dort das Geld als nächstenliebendes Prinzip dieser Nächstenliebe dadurch beraubt wurde, indem man Zinsen gewährt. Diese Zinsen sind denn auch die satanische Verschlingungsfunktion der Nächstenliebe und haben eine ständige Verschlingungserhöhung zur Folge, auch wenn Einzelne noch helfen können und dagegen steuern. Das können wir gegenwärtig nicht nur in Deutschland, sondern in allen europäischen Ländern genauesten verfolgen. Aber in Deutschland fällt es am ehesten auf, weil dieses Land schon immer eine hohe und große Umwandlungsfähigkeit der Dritt- zur Zweitliebe hatte, da sie unbewußt den Heiland (Jesus) liebte und unbewußt den Zins haßte. Aber in unserer Gegenwart will die Mehrheit davon nichts mehr wissen. Ihr Heiland ist das Geld geworden und ruft seelisch auch nur Verwirrung hervor.

 

Denn dieser Heiland ist ebenfalls nur ein Verführer und betrügt. Oftmals sind es ja auch die Dichter, die die Wirklichkeit mit klarerem Auge sehen als die Gelehrten und Politiker. So schreibt denn auch Adalbert Stifter über den luziferischen Charakter des Geldes:

 

“Das Geld, ein Ding, erst harmlos erdacht zur Bequemlichkeit der Menschen, ein hohler unbedeutender Vertreter der wahren Güter, dann sachte wachsend in mählicher Bedeutung unsäglichen Nutzen gewährend, Dinge und Völker mischend in steigendem Verkehr – endlich ein Dämon, seine Farbe wechselnd, statt Bild der Dinge selbst Ding werdend, ja einzig Ding, das all die andern verschlang, ein blendend Gespenst, dem wir als wäre es Glück, nachjagen – ein rätselhafter Abgrund, aus dem alle Genüsse der Welt auftauchen und in den wir die Wirtschaft wie das höchste Gut dieser Erde hineingeworfen haben, die Brüderlichkeit.”

 

Stifter erklärt den Charakter des Geldes, indem er zuerst auf die Bequemlichkeit hinweist. In der Bequemlichkeit ist nicht viel Nächstenliebe zu sehen, aber scheinbar auch nicht viel Böses enthalten.

 

Aber wenn wir uns vergegenwärtigen, was Jesus gegenüber Judas ausführt, dann sieht die Sache schon ganz anders aus :36

 

...Solange es kein Geld gab, gab es auch keine öffentlichen Buhldirnen also wie jetzt! Da man nun aber das Geld hat und allerlei Scheidemünze, so gibt es zu Jerusalem wie nahe in allen andern Städten feile Dirnen in die schwere Menge, und die Männer sündigen mit ihnen Tag und Nacht!.....Aber das ist nur der Anfang des Fluches, der an dem Gelde liegt. Es werden aber Zeiten kommen, die schlechter sein werden als jene, da Noah die Arche baute, und sie werden dem Golde und Silber ihr Elend zu verdanken haben,...”

Auf des Judas Gegenfrage, wenn man das Geld gut anwende, könne es doch nicht gefehlt sein, erwiderte der Herr:

 

“Ja, so man es gut anwendete, da wäre es ebenso gut als alles andere auf der Erde, das man ebenfalls gut und schlecht benützen kann! Aber der große Unterschied besteht darin: So du in eine Stadt gehst, so mußt du auf deinen Schultern hereintragen allerlei, entweder Gerätschaften oder Eßwaren, und du bekommst dafür etwas anderes, das dir Not tut, und bereitete Speise und Trank. Das ist freilich etwas unbequem, - aber auch unbequem, damit zur Sünde verleitet zu werden! Denn so du kommst mit Kram und Pack oder ziehest einen Karren voll Gerätschaften, kommst damit zu einer Dirne und willst mit ihr sündigen um einige Töpfe und Schüsseln, so wird sie dich verspotten und auslachen, und du bist von der Sünde verschont! Kommst du zu ihr aber mit Gold- oder Silberstücken, da wird sie dich nicht verspotten und auslachen, sondern dich führen in ihr Lottergemach und wird dich mit allerlei reizen zur Sünde, um dir dadurch desto mehr Goldes und Silber zu entlocken! Also ist das Geld wohl eine bequeme Sache, aber auch überaus lockend und bequem zur Sünde!

 

Und darum hat es der Satan in diese Welt gebracht, damit durch dasselbe leichter und mehr gesündigt werden solle in der Welt! – Kennst du dich noch nicht aus, wie die gute Gelegenheit das beste Mittel ist, Diebe zu ziehen?”

 

Kap. 135,20 “Es wird aber ohnehin nur zu bald eine Zeit kommen, in der das Gold, das Silber und das Erz die Menschen regieren wird und wird bestimmen ihren Wert vor der Welt. Das aber wird eine böse Zeit sein; da wird das Licht des Glaubens erlöschen, und die Nächstenliebe wird hart und kalt werden wie das Erz!”

 

Als uns Jesus damals durch Paulus seine Liebesgebote gab: Liebe Gott über alles und den nächsten wie dich selbst, da sagte er wohlweislich nicht, daß man den Fernsten lieben solle indem man ihm Geld gegen Zinsen leiht. Die Nächsten sind in diesem Sinne auch die eigenen Kinder, sind einfach die, mit denen man den unmittelbarsten Kontakt hat. Aber anstatt eigene Kinder zu zeugen, die ja das sichtbare Resultat dieser Nächstenliebe sind, haben die Deutschen aus Bequemlichkeit beinahe ihre Zeugung eingestellt und werden dafür mit fremden Kindern “bestraft”, die natürlich noch unbequemer sind. So kann man diese Überfremdung natürlich auch nachträglich sanktionieren und aus Deutschland dann eben ein Einwanderungsland machen mit der Folge: daß diese nichtassimilierbaren Fremden dann das wenige an Nächstenliebe verzehren, was überhaupt noch da ist. Ja, wenn Deutschland allerdings diese hohe unbequeme Nächstenliebe noch hätte, oder wenn diese Fremden sie hätten, oder aber, wenn schon, schlimm genug, wenigsten keine direkte Nächstenliebe, so doch wenigstens genügend Geld da wäre, um das Abdriften unter diesem materiellem Notstand zu verhindern. Aber so, wie es die reale Situation zeigt, sind beide Seiten völlig überfordert, weil der deutsche Staat über die Grenzen seiner Belastbarkeit gegangen ist und z. T. aufgrund internationaler Verträge auch gehen mußte und jenes Geld, was er zur Aufrechterhaltung der sozialen Absicherung für die eigene als auch für die fremde Bevölkerung braucht, dummerweise von den internationalen Geldgebern geliehen hat. Nur eine totale Rückkehr auf die ursprüngliche Nächstenliebe könnte noch retten was zu retten ist. Aber diese bequemen Deutschen sind dazu nicht mehr in der Lage, dazu haben beide Konfessionen zu sehr versagt.[55]

 

Aber schlimmeres könnte zum Teil gemildert werden, wenn wenigstens die Zahlungsfähigkeit der Deutschen erhalten bliebe, mit der sie es dann wie gesagt auch verhindern könnten, daß diese Fernstenliebe eine Fernstenliebe bleibt, indem sie mit diesem eigentlich nächstenliebend angewendetem Gelde diese Hürde der Fernstenliebe überspränge.

 

Anhand dieser Geldproblematik können wir auch das Problem der Nächstenliebe sehen, die also ähnlich wie das Geld ambivalent ist. Entweder ist die Nächstenliebe eine Eigenliebe, weil man sich selbst als Nächsten betrachtet oder aber sie ist wirklich für den Nächsten gedacht. Ähnlich auch das Geld, das entweder zinslos dem Nächsten geliehen wird, oder das sich selbst mehr liebt und sich diesen Akt über den Zins bezahlen läßt.

 

Diese Fernstenliebe scheint nun dazwischen zu hängen, tut es jedoch nicht, da sie, wenn sie denn dem Nächsten nicht wirklich hilft, ja doch nur eine verschleierte Eigenliebe ist. Das wird uns nur bei der seelischen Betrachtungsweise klarer, da wir erst dann wirklich sehen, wem diese Fernstenliebe nutzt: dem Körper oder der Seele?

 

Anders gefragt: wem nutzt das Geld im Sinne der Nächstenliebe? Antwort: Natürlich den Bedürftigen und damit auch dem Staat, der dadurch von Aufruhr verschont bleibt. Aber wenn nun dieses Geld nicht dem Staat, sondern den internationalen Banken deshalb gehört, weil es von ihnen geliehen wurde, wem nutzt dann diese Form der Nächstenliebe?

 

Antwort: Einmal den Bedürftigen, dann diesen Banken und dem Staat nur insofern, wie er die Mittel aufbringen kann, um das geliehene Kapital auch zurückzuzahlen. Wie wir wissen, hängt die Fähigkeit zur Rückzahlung von dem Beschäftigungsgrad seiner Wirtschaft und von der Nächstenliebe der Regierung sowie der Höhe der Bankzinsen ab. Der Staat, der sich Geld leiht, ist natürlich schon unvernünftig daß er es sich überhaupt Geld leiht, aber umso dümmer ist er, wenn er dieses Geld von fremden Leuten leiht, wo er es gegen einen hohen Zins zurückzuzahlen hat. Also ist diese Form der Nächstenliebe eigentlich nur eine verkappte Fernstenliebe, weil das Staatsbudget für die Zukunft extrem belastet wird, um in der Gegenwart einen kleinen Nutzen zu haben. Das drohende Damoklesschwert der Zahlungseinstellung schwebt somit schon über diesen Staat und belastet dadurch die eigene Bevölkerung, die nicht nur diese geliehenen Mittel, sondern auch die Verzinsung aufzubringen haben. Wenn aber also die eigene Bevölkerung die Mittel nicht nur zurückzahlt und es in Form von Steuern auch tut und darüberhinaus auch die Zinsen durch noch mehr Steuern zurückzahlt, so ist dieser ganze Vorgang ja eigentlich völlig sinnlos gewesen. Hätte sich der Staat das Geld gleich von den Bürgern über die Steuern geholt, dann würde zumindest die überhöhte Steuer für die Verzinsung gespart würden. Also nutzt dieser Vorgang höchstens den Banken, nicht jedoch dem Staat, es sei denn, es wären wenigstens Staatsbanken, aber auch dann wäre diese Verzinsung Unfug. Der Staat würde nur die Unzufriedenheit seiner Bürger schüren.

 

Warum handeln aber die Regierungen so? So weit her kann es mit ihrer Nächstenliebe gegenüber der eigenen Bevölkerung also nicht sein, eher schon gegenüber den Banken. Schauen wir schnell zu der Institution, die sich jahrhundertelang mit eben dieser Nächstenliebe rühmte, die Kirche, so sehen wir, wie sie sich vergeblich gegen diesen Zins gesträubt hat, denn der Zins d.h. die Verzinsung des eingesetzten Kapitals ist es letztendlich, die über die Nächstenliebe des Geldes entscheidet.

 

Um die Nächstenliebe in moralischer Hinsicht bewerten zu können, muß man sie natürlich mit Jesus in Bezug setzen. Da wir uns von Jesus aber schon zu weit entfernt haben, können wir dies für die Wirtschaft bzw. für die Allgemeinheit leider nur in dieser wirtschaftlichen Terminologie über die Nutzwirkung nachvollziehen. Und die Nutzwirkung des Geldes bleibt dann beim Geber, wenn er für sein geliehenes Kapital Zinsen nimmt. Die Nächstenliebe erlischt also mit der Verzinsung und alle Werke, die aufgrund verzinsten Kapitals getätigt werden, haben nur noch eine temporäre, aber keine reale Nutzwirkung außer für den Kapitalgebenden. Genau daran ist ja auch die Kirche gescheitert, deren Eigennutzen schließlich so hoch wurde, daß von Nächstenliebe nicht mehr soviel herausschaute.

 

Diesen angesprochenen Mechanismus zwischen der Wirkung der Nächstenliebe innerhalb des Geldes kann man auch in der Geschichte verfolgen und wir haben es zwischen den Zeilen hin und wieder angesprochen und werden das im Kapitel über das Christentum weiter vertiefen, wollen jedoch hier wieder zum ursprünglichen Thema der Entnazifizierung zurück.

 

Durch diesen Hitlerkomplex, der ja auch nur ein Zustand der mangelnden Nächstenliebe zum Nächsten war, sind wir bis in die Gegenwart automatisch mit der mangelnden Nächstenliebe innerhalb des Geldes durch dessen verwerflichen Zinscharakter verbunden, denn wir zahlen noch immer dafür, d.h. Hitler ist das eingesetzte Kapital, das uns noch immer zur Zinszahlung zwingt und es zu oft verhindert, daß wir zu Jesus kommen.

 

Man kann also sehr genau sehen, wie das Hitlerbild im Zuge der Entnazifizierung nicht nur auf Deutschland bezogen, sondern sogar global dermaßen überbläht wurde, daß unser christliches Gottesbild und damit die Liebe und damit die Nächstenliebe von Jesu verdeckt werden, stattdessen die unselige Fernstenliebe propagiert wird, weshalb das Geld und dessen Eigennutz, die Zinsen, immer wichtiger wird. Erinnern wir uns später bei dem Kapitel über die Besessenheit nochmals hieran. Wir müssen dann konstatieren, wie das deutsche Volk geistig besetzt, d.h. besessen ist und den Frieden mit Jesus noch nicht hat. Als Folge davon gibt es für Deutschland auch noch keinen Friedensvertrag mit den ehemaligen Feindmächten. Dadurch, daß es Jesus nicht mehr hat, ist es von Minderwertigkeitsgefühlen geprägt, weil ein Selbst ohne Jesus nichts taugt. Andererseits ist es dann auch wieder vom Hochmut geprägt, weil ein Selbst ohne den demütigen Jesus sich für Gott hält. So pendeln die Bewohner Deutschlands zwischen Depressionen und Hochmut. Viele machen dabei den Fehler und suchen die Schuld nur bei Hitler, andere suchen sie beim Gegner und glorifizieren ihn dadurch. Dabei ist beides völlig falsch und verschleiert nur wieder den Blick auf unseren Schöpfer. Wir als die Nachkriegsgeneration dürfen nicht rufen: “weg mit Hitler!”, wenn wir diese Problematik nicht aufarbeiten und dann nur allergisch auf ihn reagieren und allerlei Fälschungen zulassen, während wir den amerikanischen Materialismus und dessen Fernstenliebe ungehemmt genießen. Damit reagieren wir genauso allergisch auf Jesus. Denn es kann nur immer heißen: Entweder kommen ein Hitler, ein Stalin, ein Napoleon, etc. oder aber es kommt der wirkliche Führer in der Person von Jesus Christus. Entweder Verführte sein und hinterher vor dem Scherbenhaufen stehen, oder aber frei zu sein, frei von unnötigen Trieben, von sinnlosen seelischen Besessenheiten.

 

Deshalb dürfen wir auch nicht wieder rufen: “Her mit einem Hitler!” Denn ein Hitler, ein Stalin, ein Napoleon kommen ja nur, wenn die Seele eines Volkes, die sich von Jesus abgeschnitten hat, aus ihrer dann selbstverschuldeten Not heraus keinen anderen Ausweg mehr kennt und sich gewaltsam befreien will. Dadurch verstrickt sie sich immer nur tiefer in ihre Not und vergrößert wie gesehen auch nur ihr Elend. Aber wer Jesus nicht zu seinem Führer wählt, der wählt dann natürlich einen Napoleon, einen Stalin[56],  einen Hitler, etc., der wählt damit auch das Geld und dessen Zinsen und wird unter ihnen zu leiden haben. Genau an dieser Problematik haben die atheistischen Völker des Ostens zu leiden und könnten nur durch wahre Nächstenliebe unsererseits davon abgehalten werden, daß sie einem erneuten Hitler oder Stalin hinterherlaufen. Aber wo bleibt unsere Nächstenliebe. Alles, was wir ihnen geben, ist nur wieder von internationalen Banken geliehenes Zinsgeld. So wird uns dieses Geld zweifach treffen. Einmal müssen wir als Steuerzahler diese Kredite abzahlen, zum anderen bekommen wir sie von den atheistischen Staaten nicht mehr zurück, dafür bekommen wir Gewalt zurück.

Indem man also in Hitler nur den gewaltigen Verführer und nicht den armen und kranken Menschen sieht, indem man also niemals Pardon und Vergebung zeigen kann, hat man sich vom wahren Führer, vom Heiland, abgetrennt, hat man sich von der lebensrettenden Nächstenliebe abgetrennt und krankt dann ebenfalls. Darum krankt nicht nur Deutschland an diesem Hitlersymbol, sondern darüberhinaus die ganze Welt. Die Juden, die nicht vergeben, kranken daran und leben dann mit ihren Nachbarn in Unfrieden. Diejenigen Deutschen, die den Juden nicht vergeben, kranken dann mit Hitler und leben in Unfrieden, genau wie diejenigen Deutschen, die Hitler nicht vergeben, dann mit den Juden kranken. Die Amerikaner, die Engländer, die Franzosen, die Russen etc. sie alle sind krank, weil es ihnen an der wahren Nächstenliebe fehlt. Der Weg zum Herrn ist global völlig verbaut. Nun sollte man auch mal fragen: Wozu das? Qui bono? Wem nutzt das?

 

Wem nutzt es, wenn die Seele zerrissen wird und ihren Körper nicht mehr lenken kann? Wem nutzt es, wenn Deutschland als ein christliches Bollwerk durch zuviel Fernstenliebe zerstört wird? Wem nutzt ein entwurzeltes Europa, daß nicht bzw. kaum noch auf die christliche Nächstenliebe, sondern nur noch auf wirtschaftliche und damit auf egoistische Fundamente gegründet ist? Wem nutzt also die immense Zerstörung der christlichen Nächstenliebe, die deshalb christlich ist, weil sie ihre Wurzeln in Jesus hat?.. Auch hier kommen wir wieder zur Besessenheit und zum Satanismus, die wir deshalb in dem nächsten Kapitel ansprechen werden.

 

Darum auch sind die nach 1945 bis zur Gegenwart installierten Systeme zutiefst hedonistisch, weil sie nur auf eine kurze Triebbefriedigung innerhalb der irdischen Zeitspanne ausgehen. Ab 1980 wurde der Glaube nochmals reduziert, obwohl man sich das eigentlich nicht mehr vorstellen kann. Jetzt gilt nur noch die Kombination von Geld und Jugend. Die Jugend, die während der Jahrhunderte immer ihren infantilen Charakter besaß und innerhalb der Nationen ein sehr geringes Mitspracherecht hatte getreu dem christlichen Motto: “Du sollst Vater und Mutter ehren damit Du lange lebst!”, diese Jugend wollte und will ja nicht mehr lange leben um alt zu werden, sondern sie will nur im Hier und Jetzt im völligen Konsumrausch leben. Deshalb gilt nichts mehr was alt und ehrwürdig ist. Nun gilt nur noch das jugendliche mit seinen infantilen Prinzipien von Aufsässigkeit, Oberflächlichkeit, Unreife, Ungeduld, der Ablenkung wie Sport, etc. Es gilt also das Prinzip der Gärung, das Prinzip des Durcheinanders, um dann erst Hinterher zu reifen. Aber zu diesem “Hinterher”, wo das Unreine vom Reinen ausgeschieden wird, kommt diese ungeduldige Jugend nicht mehr. Nunmehr ist alles vagabundierend, und die geistigen Verhältnisse in Deutschland sind nicht viel besser als unter Hitler. Sie sind nur anders und sehr viel feinfühliger verpackt.

 

Man heiratet nicht mehr den Nächsten, sondern den Fremden, falls man überhaupt noch heiratet. Man arbeitet nicht mehr in der Nähe, sondern in der Entfernung, falls man überhaupt noch arbeitet. Man hilft nicht mehr dem Nächsten, sondern dem Übernächsten, falls man überhaupt noch hilft. Man liebt nicht mehr die Ruhe um zu Jesus zu finden, sondern man liebt die Bewegungen, man liebt den Sport, weil man vor ihm wegläuft. Statt in Kirchen geht man in die Arenen. Anstatt die Kinder in der Kraft und Ruhe um das Wissen der Liebe zu zeugen, vernichtet man sie durch eine extreme, nur auf die egoistische Befriedigung ausgerichtete Sexualität, die mehr mit dem Sport, als mit der Zärtlichkeit verknüpft ist. Diese Aufzählung könnte man endlos fortsetzen.

 

Fassen wir die Geschichte nochmals zusammen, so finden wir drei ausgeprägte Reduktionsstufen innerhalb unseres christlichen Glaubens.[57] Ausgehend vom Idealfall, wo Jesus als unser persönlicher Schöpfer erkannt wird, der unsere Sehnsucht zum Paradies stillen kann, wenn man seine leichten Gebote hält, betrachteten wir die einzelnen Phasen und stellten fest:

 

Die erste Reduzierung dieses Glaubens geschah, als ab dem 13. Jhdt. nicht mehr auf die Propheten gehört wurde. Dadurch wurde Jesus nicht mehr als Gott selbst erkannt und geliebt.

Er wurde nur noch der Sohn Gottes. Damit einher kam die Inflation von Religionsgütern um sich die Sicherheit zu verschaffen, die einem nur Jesus direkt geben konnte, die man jetzt natürlich nicht mehr hatte. Allerdings gab es noch die starke Jenseitsausrichtung; Himmel und Hölle wurden direkt im täglichen Leben einbezogen. Ja, dieses tägliche Leben wurde so geführt, dass man sich einen guten Himmelsplatz verschaffen wollte.

 

Da jedoch der Bezug zu Jesus im Allgemeinen nicht mehr so ausgeprägt war, hatten die Menschen diesen richtigen “Fahrplan” der diesseitigen Welt nicht mehr und nahmen dafür den falschen der römischen Kirche an. Der Kölner Dom, der indirekt das Erbe Karls des Großen war, wurde zum großen Teil aus dieser falschen Frömmigkeit heraus gebaut und kam dann genauso zum Erliegen wie diese Frömmigkeit. Er hätte sich noch mehr auf Jesus, als auf die “Pseudo-Gebeine der Dreikönige” stützen müssen.[58]  Das gotische Zeitalter mit seinem großen Versprechen dem Schöpfer gegenüber unterlag leider seinen Feinden und wurde so nur zu einer äußeren Frömmelei umfunktioniert.

 

Die zweite Reduzierung geschah ab dem 16 Jahrhundert mit der Aufklärung, indem Jesus nicht mehr als Gottessohn erkannt, sondern nur zum Mensch “dezimiert” wurde. Damit einher ging die Inflation von religionsfreien Gütern. Die Industrie trat auf und mit ihr das Zinsgeld und das von Goethe sehr richtig erkannte “faustische Streben” brach sich offen seine Bahn. Nun gab es keine Verbindung mehr zu Gott, weil auch der Sohn Gottes nichts mehr galt. Jetzt musste man sich erst recht mit materiellen Gütern betäuben.

 

Nun rückte das Diesseits immer weiter in den Vordergrund, während das Jenseits zur Fabel erklärt wurde. Luthers Korrekturphase hatte leider nicht so gegriffen, wie von vielen gewünscht. Um sich vor der Angst des Todes zu “schützen” wurde das unbekannte religiöse Element nun in das bekannte kaufmännische Streben nach Gütern pervertiert. Statt Gott kam nun das Gut als das “Gut”, kam nun als die Ware, kam als Konsummittel. Jetzt war nicht mehr Gott gut, jetzt war Jesus nicht mehr Trost und Heiler, sondern jetzt waren fast nur die Waren gut. Das “Gut” als die Güter mußten materiell darüber trösten, daß man seelisch keinen Frieden und keine Sicherheit mehr hatte. Durch Maria Theresia und ihren Sohn Josef konnte dieser Verlust zum Teil jedoch wieder aufgefangen werden, allerdings nicht völlig. In der Person von Goethe kann man die gesamte Tragik dieser Phase erkennen, die anstatt in der Liebe zu Jesus neu zu erstehen (Renaissance zur Gotik), sich nur noch mit Frauen tröstet (Romantik) und den Humanismus gegen Gott lenkt.

 

Die dritte Phase der Glaubensdezimierung fand im 19. Jahrhundert durch die Psychologie statt und erklärte Gott als einen überholten Reflex (Archetypen) und Jesus als einen verächtlichen Menschen und bewegt sich nunmehr auf ihren Endpunkt zu, indem diese Menschen völlig im Materialismus aufgehen. Jesus wird denunziert. Sämtliche bestehende Verbindungen zu Christen, welche die reine Urlehre vertraten, und die sich in den vergangenen Jahrhunderten immer wieder halten konnten, sind nach den beiden Weltkriegen verlorengegangen. Der gesellschaftliche und religiöse Einfluß dieser “Urchristen” ist völlig unerheblich geworden. Es gibt keinen mehr, der dieses Urchristentum offiziell lebt. Damit gibt es keine Gerechten mehr im Sinne Jesu und damit gibt es keinerlei Sicherheiten mehr, daß wir dieses irdische Leben auch in Ruhe vollenden können. Jesus kann nicht mehr als Bindeglied zwischen Volk und Leben fungieren, weil es keiner will!

 

Das Leben der Völker, nun nicht mehr an das Grundleben Gottes angeschlossen, dezimiert sich in erschreckendem Maße selbst. Jesus ist nicht mehr der gute Gott, der “Liebegott”, sondern nur noch der verachtete Mensch. Was zählt, ist das extrem kaufmännische Prinzip des Geldes, das durch seinen vaterlandslosen globalen Charakter, das ihn zu Gebieten mit hoher Verzinsung führt, zum “guten” Geld geworden ist und nun fleißig Güter produziert. Geld wird grenzenlos und ist in seiner Bewegung weitaus weniger beschränkt als die Liebe, die immer einen direkten Bezug braucht und nur mit Jesus grenzenlos werden kann. Statt Geist wird Materie geschaffen. Statt Nächstenliebe zu lieben, wird das Geld geliebt. Damit die Staaten untereinander funktionieren braucht man jetzt keinen lieben Gott mehr, sondern dafür reicht jetzt das liebe “geldschaffende Geld”. Die Hüter des Geldes, die global illuminierten Banker sind nun die Priester dieser Weltordnung und können unliebsame Personen im besten Fall entmutigen. (z.B. Lafontaine)

 

Innerhalb dieser dritten Phase fanden darum so große Tragödien statt, wo das zinstragende Geld wichtiger wird als die Zeugung eigener Kinder, wo man also seine nächstenliebende Funktion nicht auf die Nächsten, sondern auf das Fernste, damit auf das Geld überträgt. Die Zeugungsfähigkeit der Menschen wird vermehrt auf die Zeugungsfähigkeit des Kapitals übertragen, die natürlich ebenso wie die Kinder, im Sinne des Erzeugers handeln sollen. Die Erzeuger des Geldes sind jedoch gewisse Großbankvereine, sind internationale Wuchergruppen, deren Kinder aber viel gehorsamer sind, als die menschlichen, da deren Zins genau das tut, was er soll! Wollen wir sehen, was die Zukunft bringt, so können wir nur unter diesem Blickwinkel der Jesusverbindung zu realistischen Einschätzungen kommen.

 

Es wird im weiteren Verlauf dieses Buches oft genug angesprochen, aber weil es diese Thematik hier ebenfalls berührt, so wollen wir diese kleine Prognose auch durchführen, bevor wir uns etwas tiefer mit unserer Gegenwart beschäftigen.

 

 

2.2.8 Die Epoche des 21. Jahrhunderts

 

Entscheidend in allen diesen Phasen ist die jeweilige Beziehung des geistigen zum weltlichen Standpunkt. Das Geistige in Rom hatte die Jahrhunderte hindurch das christliche Abendland mit seinem Jesus-Geist mal mehr, mal weniger befruchtet. Die Deutschen als das Kernland Europas wurden automatisch der Nachfolger des römischen Reiches und damit wuchs diese innige Beziehung zwischen Rom und Deutschland, bis sie von Deutschland (Österreich) alleine getragen wurde. Ab dem Mittelalter wurde sie allmählich gelöst und durch kaufmännische Interessen ersetzt. Wie wir sahen, konnte sich ein geistiges deutsches Zentrum nicht durchsetzen, dafür jedoch ein weltliches. Diese beiderseitigen Beziehungen waren durch verschiedenste Reduktionsstufen geprägt, die ihrerseits die politische Landkarte empfindlich änderten.

 

Nachdem in der Neuzeit sich das die nordischen Götter liebende Deutsche Reich mit den Italienern und einem pseudo-christlichen Rom zusammengetan hatte, wurde dieses Götterreich naturgemäß vom unchristlichen und kaufmännischen Rom verraten, als deren kaufmännische Interessen gewahr wurde, wie sich Deutschland in der Welt als zweiter Hauptkaufmannsladen etablieren wollte, dabei aber immer mehr isolierte, weil der erste “Hauptkaufmannladen” England damit nicht einverstanden war. Aber keiner bemerkte, das durch einen Krieg ein Dritter, Amerika zum Hauptkaufmannsladen werden konnte, was dann auch geschah. Der deutsche Götterkult, auf sich alleingestellt, konnte sich nicht mehr halten.

In der Gegenwart bis in die 90er Jahren haben wir nun die finanzielle Beziehung, zwischen Vatikan, Amerika und Polen, weil Amerika, nunmehr unangefochten Hauptkaufmann Nr.1, mit Hilfe des polnischen Papstes, durch die konsequente Hilfe, die er der Solidarnosc angedeihen ließ, tatkräftig an der Auflösung der Sowjetunion mithalf. Wie von so vielen Gläubigen erhofft, wurde der ehemalige Osten einschließlich Polen jedoch nicht christlich, sondern diese verfielen dem Atheismus. Polen unternimmt genauso wie die Rumänen oder die Russen Raubzüge gegen den satten und trägen Westen. Noch findet das im Kleinen statt und kann deshalb weltmännisch belächelt werden. Man kann darüber sogar noch Witze reißen, wie es im Fernsehen in einigen Talkshows geschieht.

 

Waren die damaligen Deutschen in der Mehrheit christlich, während nur die Führungsriege sich als verblendete Götterabkömmlinge betrachtete, so sind die heutigen Deutschen kaum noch christlich, während der Osten hingegen völlig atheistisch ist. Eine weitere Glaubensreduktion findet gegenwärtig statt. Von einer seelischen Befruchtung der Deutschen gegenüber den anderen Nationen kann keine Rede mehr sein. Sie ist eher in die materielle Abart durch Befriedigung von Gütern und Konsumartikeln abgedriftet.

 

Wenn das Rom des zweiten Weltkrieges auch vom Deutschen Reich bedroht wurde, so konnte es in seiner Souveränität weitgehend fortbestehen. Bei einer weiteren Glaubens-Reduzierung wird es diesem Rom weitaus schlimmer ergehen. Die Deutschen des dritten Reiches akzeptierten Rom aus der vergangenen Geschichte heraus immerhin noch, weil sie sich in ihrem Unverstand als die Nachfolger des Heiligen Römischen Reiches sahen, und als treues Kind ihren Vater nicht verderben wollten. Aber die gegenwärtig sich neu formierende atheistische Koalition östlicher Staaten kennt keine wie immer geartete Schonung und muß alles unternehmen, um diese Keimzelle, an der die westlichen Völker noch oberflächlich hängen, zu bezwingen.

 

Polen befindet sich folgerichtig genau dazwischen, tendiert jedoch durch den Einfluß des Papstes sowie der Verführungskünste des Westens zum Westen hin, will aber noch alle Vorteile von damals aus der innigen Verbindung beim Fall der Sowjetrepubliken von Amerika aus haben, nahm deshalb auch am Irak-Krieg teil und sucht Anschluß an das westlich orientierte Europa. Polen mit seiner falschen Religionseinstellung der Überhöhung der Madonna hat sich jedoch nicht dem wahren Christentum, sondern auch nur dem “Scheinchristentum” zugewendet. Aber selbst das wird die ehemaligen Sowjetstaaten natürlich noch mehr erbosen und läßt sie heimlich auf Rache sinnen.

 

Da sich im gesamten Westen die Beziehung zu Jesus gegenüber fast auf dem Nullpunkt befindet, und sich die Menschen nur ihrem irdischen Vergnügen hingeben, so hat eine atheistische Koalition welcher Staaten auch immer, die im Gegensatz dazu am Hungertuch nagen, sehr leichtes Spiel. Sie haben dann keine Moral, die ihnen vorschreibt, daß sie bei uns nicht einfallen dürfen, im Gegenteil, sie fühlen sich dazu sogar noch berufen. Denn Völker, die nicht mehr durch den Jesus-Geist gebunden sind, haben nur zwei Möglichkeiten:

 

Erstens: Sie zerfleischen sich gegenseitig solange, bis sich ein starker aufmacht und sie bändigt.

 

Zweitens: Sie lenken anschließend ihre Augen zu dem Nachbarn, der alles das hat, was ihnen entbehrt und einigen sich untereinander in dem Bestreben, diese(n) Nachbarn zu überfallen. Hinzu kommt noch eine unterdrückte Wut gegenüber Jesus, die aus Satans Geschichte heraus logisch erscheint. Wenn auch im Vatikan nicht viel von Jesus vorhanden ist, so gilt er ihnen doch noch soweit als christliches Jesus-Symbol, das sie ihn vernichten möchten, damit im Westen die letzte Bindung an das Christentum aufgelöst wird und ihnen dadurch auch der letzte Halt genommen wird. Damit werden diese Menschen zu Heimatlosen gemacht, die sich in ihrem eigenen Land nicht mehr wohlfühlen. (Hölderlin) Aus dem von ihnen verachteten Jesus wird zuallerletzt der gehaßte Jesus, dessen Namen man nicht mehr nennen darf. Allerdings geschieht dies sehr heimlich, da sie wie weiland Satan eine unglaubliche Angst und Wut vor dem Namen Jesu haben.

 

Waren es z.B. früher die Hunnen, die Sarazenen oder die Türken, welche das christliche Abendland immer dann bedrohten, wenn dessen Glaube zu gering war, so sind es in der nächsten Phase deshalb die atheistischen Völker des Ostens, weil bei ihnen als Folge unserer Glaubensreduktion ebenfalls diese Reduzierung stattfindet. Dann kommt nicht mehr das Licht aus diesem Osten, wie Spengler seinerzeit ausführte, sondern nur noch Dunkelheit. Nur wird dieses Glaubenslicht bei uns durch Trägheit schlicht und einfach vergessen, während es bei ihnen durch den notwendigen Überlebenskampf völlig erlischt und an deren Stelle nur noch Kampf steht. Stünden eines Tages die Völker des Ostens vor unserer Tür, so würde der blinde Westen dies erst bemerken, wenn es zu spät wäre. Konnte sich damals ein Kaiser Leopold I. noch aufraffen, um die Türken 1783 vor Wien zu besiegen, so hätte bei unserem gegenwärtigen geistigen Reduktionsgrad keiner eine Chance.

 

Bei einer so “simplen” Angelegenheit wie die Selbstzerfleischung Jugoslawiens, die allerdings erst auf massiven Eingriff seitens der USA entstand, konnte und kann man sehen, wie unfähig unser Westen ist, sich in Hinblick auf Europa zu einigen und deshalb nur als amerikanischer Vasall fungierte. Amerika, nicht Europa profitierte von der jugoslawischen Zerstörung und konnte dadurch seine Industrie ankurbeln[59], während Europa und damit weitgehend Deutschland, die Folgen zu tragen haben.

 

England als Kaufmannsstaat ohne tiefverwurzelte Religion konnte und kann das habsburgische Vakuum nicht auffangen und wurde nach dem 2. Weltkrieg endgültig von Amerika entthront. Amerika jedoch wußte mit dieser nächstenliebenden Funktion der Habsburger erst recht nichts anzufangen. Stattdessen haben sich in der Vergangenheit die atheistischen Völker der ehemaligen Sowjetunion insgeheim mit diesen angloamerikanischen Kaufmannstaaten arrangiert, während Deutschlands Seele zusehends merkantilisiert wurde.

 

Durch den Kosovo-Krieg haben es die USA auch sehr erfolgreich verstanden, einen Keil zwischen Europa und den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion zu treiben, so daß entgegen der Hoffnungen der frühen 90er Jahre nun nicht mehr der europäische Teil von Rußland, der an sich logische Partner von Europa wurde. Stattdessen wurde Europa von den Amerikanern nur sehr erfolgreich domestiziert und agiert darum auch nicht mehr souverän, sondern benimmt sich zum Einen wie eine amerikanische Exclave. Andererseits kooperiert es nicht mehr mit Rußland, sondern scheint sich selbst zu genügen und drückt durch seine Osterweiterungspläne Russland wirtschaftlich an die Wand. Der Russe wird also gegenwärtig von China, USA und Europa eingekreist, obwohl das von den unfähigen Globalpolitikern nicht einmal bemerkt wird, bzw. die Konsequenz ist ihnen überhaupt nicht klar.

 

Diese negative Entwicklung wurde durch den Irak-Krieg noch verstärkt und die amerikanische Regierung verstand es, den Keil zwischen Europa noch tiefer einzuschlagen.

 

Die Deutschen sind gerade eben dabei, ihren letzten Kern, der sie mit Jesus verknüpft, zu zerstören. Sie unterminieren die Beziehung zum Schöpfer, indem sie nicht mehr den Nächsten, sondern den übernächsten, sei es der Türke, Kurde, Pole, Afrikaner, etc. lieben, indem sie ihnen Rechte einräumen, welche ihre eigene staatsbürgerliche Souveränität vernichtet. Diese “Fernstenliebe” erkennt man daran, daß immer mehr deutsche Familien auseinanderbrechen, die ja doch die Nächsten sind, während “Zerbrochene” aus der Fremde, diese Nächstenliebe aufsaugen, ohne dies dem Deutschen in irgendeiner nächstenliebenden Aktion wiederzugeben, wo doch eine Nächstenliebe die Nächste gebiert, während eine Fernstenliebe nur Gleichgültigkeit sät.

Diese in Wahrheit auf Pump basierende Form der Nächstenliebe ist deshalb auch keine Nächstenliebe, weil sie in Zukunft die Zahlungsfähigkeit des Staates bedroht und weil sie für die eigene Bevölkerung eine überhöhte Steuerzahlung bedeutet. (1992 geschrieben)

 

Betrachtet man die ausländischen Mitbürger unter diesem Gesichtspunkt, so muß man selbst als überzeugter Ausländerfreund gestehen, wie sie dem Deutschen fast immer nur gleichgültig gegenüberstehen und ihn nicht verstehen können und wollen, weil sie ihn nicht lieben, und weil sie oft genug auch nur “Wirtschaftsflüchtlinge” sind. Ausnahmen bestätigen nur die Regel. Wenn die Deutschen hingegen souverän wären, sich selbst (Jesus) akzeptierten und liebten und somit in völliger Intaktheit ihrer Beziehungen untereinander dem Ausländer Hilfe leisten würden, (was tatsächlich zu selten passiert) so würde damit diese Situation der unverträglichen Lauheit bei ihnen durchbrochen werden, und sie könnten diese Liebe den Deutschen auch erwidern.

 

Aber so schuldbewußt und nur auf eine Art dabei erpicht, ihr besudeltes Gewissen durch die Gräuel der Weltkriege zu säubern, sind sie gar nicht in der Lage, irgendjemandem zu helfen. Ihre Hilfe gleicht damit nur einer Betäubung, ist völlig unpersönlich und wird von den Fremden zwar angenommen, aber nur mit einer gewissen Verachtung gegenüber solch einem Deutschland, dass sich nicht liebt und sie, trotz aller gegenteiliger Ansicht, erst recht nicht lieben kann. So etwas nennt man dann die schon erwähnte Fernstenliebe, die keine Liebe, sondern nur Blindheit ist. Eine Integration, eine Assimilierung unter solch einem fernstenliebenden Prinzip ist so nie möglich. Die Tage solch eines Staates sind schon gezählt, unsere Tage sind gezählt.

 

Die angeblich so hochstilisierte Angst des Westens vor einem neuerwachenden Fanatismus islamischer Prägung ist völlig überzogen, hilft nur den illuminierten Kreisen mit ihrer neuen Weltordnung und lenkt nur vom eigentlichen ab. Diese islamischen Völker sind immerhin noch gottgläubig und halten sich darum auch noch an Verträge, etc. aber die Atheisten brauchen nichts und niemandem vertrauen, und brauchen die göttlichen Spielregeln deshalb auch nicht einzuhalten.

 

Was für die Atheisten zählt, sind vordergründig nur kaufmännische Fakten, hintergründig geht es natürlich um die Weltherrschaft. Dafür nehmen sie auch in Kauf, wenn der Westen auf ihre Kosten gedüngt und fettleibig gemacht wird, damit sie dann später umso mehr von dieser Fettleibigkeit zehren können. Die globalen illuminierten Banken, die dieses Schauspiel inszenieren, glauben, sie könnten allein durch die Steuerungsfunktion des konkreten und virtuellen Geldes dieses Schauspiel zu ihren Gunsten lenken. Aber sie alle haben die Rechnung ohne den Wirt gemacht.

 

Unsere unmittelbare Zukunft wird also von einer stetigen Abnahme der Nächstenliebe gekennzeichnet sein da es kaum noch intakte Familienverbände mit einem starken seelischen Glauben und einer hohen nächstenliebenden Integrationsfähigkeit gibt. Die Kinder solcher Familien funktionieren nur noch seelenlos, sie sind wie Larven, sie sind wie Hüllen ohne Inhalt, bzw. der Inhalt ist wurmstichig. Diese Kinder haben kein Heimatgefühl, sie haben ihre reine deutsche Sprache aufgegeben, sie haben Deutschland innerlich aufgegeben, sie haben Gott aufgegeben. (Von Jesus braucht man gar nicht mehr zu sprechen!)

 

Hören wir dazu einmal die Einschätzung des ehemaligen Sicherheitsdirektors unter dem amerikanischen Präsidenten Jimmy Carter, hören wir also Zbigniew Brzezinsksi :37

 

Die erste Phase der Geschichte habe sich um Religion gedreht und dafür gesorgt, daß die Idee angenommen wurde, das Schicksal des Menschen liege im Wesentlichen nur in der Hand Gottes. Die zweite Phase müsse der Mensch auf dem Weg zur wahren Erleuchtung durchgehen und wäre der Nationalismus. Die dritte Phase sei der Marxismus, der eine weitere entscheidende und kreative Phase der Ausreifung des menschlichen Universalbildes darstellt. Gleichzeitig bedeute der Marxismus einen Sieg des äußeren, aktiven Menschen über den inneren, passiven Menschen und einen Sieg des Denkens über den Glauben. Die vierte und abschließende Phase wird von Brezinkski als die Technotoronische Ära bezeichnet – bzw. das Ideal des vernünftigen Humanitarismus, den Grundsatz, der das göttliche Wesen von Jesus Christus verneint. (Des Griffin über Brezinski)

 

Wir leben also in dieser vierten, der “Technotronischen Ära”, wo das Ideal des “vernünftigen Humanitarismus” die Nächstenliebe von Jesus Christus verneint, wo also der äußere materielle “Körpermensch” den inneren “Geistmensch” übertölpelt. Ja, so kann man unsere Geschichtsphase auch ausdrücken, wenn man uns und unsere Kinder so oberflächlich betrachten will. Aber so leicht sollte man es sich wirklich nicht machen, denn dies ist nur der flüchtige Schein.

Unsere Kinder leben als Erwachsene im großen Konflikt mit ihren Eltern. Als die “Jesus-People” , als die Hippi-Generation damals gegen das Althergebrachte protestierte, da gab es immerhin noch Bindungen zwischen den Generationen. Aber hier im 21. Jahrhundert wird es so etwas nicht mehr geben. Der gemeinsame Konsens ist aufgehoben. Damit nimmt die seelische Verzweiflung der Älteren auf der einen Seite zu, während auf der anderen Seite die illuminatorische Ablenkung der Jüngeren extrem stark wird. Die “Technotronic” mag zwar in Form der globalen Telekommunikation mit seinen Handys, mit seinem digitalen Fernsehen, mit seinem Internet, mit Apparaten der Gedanken und Gefühlskontrollen, mit den Wetterkriegsgeräten, etc. zwar zunehmen, aber diese Kinder bleiben innerlich leer: sie bleiben sich fremd, damit bleiben sie ihren Eltern fremd. Ein Ehepartner wird nur noch akzeptiert, wenn er die persönliche Freiheit des Einzelnen nicht beschneidet. Reisen und Geld rückt vollends in den Brennpunkt der Menschen. Glücklich jene, die es sich erlauben können, unglücklich solche, die weder das eine noch das andere haben. Die Beziehung zwischen Staat und Bürger wird beinahe kriminalisiert, weil der Staat, um seinen Haushalt zu finanzieren, ständig mehr Steuern von den Bürgern verlangen wird, während die Bürger immer mehr Wege suchen, dieses zu umgehen. Alle Krankheiten und sämtliche Naturkatastrophen treten äußerst verstärkt auf. Kurz und gut: in den kommenden Jahren wird es eine derartige seelische Vereinsamung geben, die unter einer extrem dünnen Oberflächlichkeit verborgen ist, daß die Menschen nicht mehr ein noch aus wissen. Solche, die nach einem weltlichen Führer Ausschau halten, werden enttäuscht sein, da dann jedermann “Dreck am Stecken”  hat. Solche, die auf Gott vertrauen, werden dann verzagen, weil sie sich fragen, wie Gott denn so etwas zulassen könne.

 

Darüber hinaus wird es eine starke Bewegung nach links geben, indem rechte Parteien völlig bloßgestellt werden, wie dies durch die Parteienfinanzierung der CDU Ende 1999 ja auch schon geschah. Aber dieser Ruck nach links wird auch ein internationaler sein. Durch diese, sich bald einstellende Linksbewegung, ist im Prinzip nicht nur das rote Tuch der Kommunisten gemeint (wir erinnern uns, Amschel Mayer Bauer änderte seinen Namen 1850 damals in Rotschild um, dem Zeichen seines Vaters Moses, der es als Siegeszeichen für die revolutionsbewußten Juden in Osteuropa verstand und an sein Haus geheftet hatte) sondern in der Tiefe bedeutet es die Einstellung des Verstandes, der sich von seinem Jesus Gefühl im Herzen gelöst hat. Das rote Zeichen steht in der tiefsten Tiefe seiner Bedeutung also nur dafür, daß die Liebe Jesus als das rote Tuch betrachtet wird, den man so erledigen muß wie es der Torero mit dem Stier vormacht. Dieses Erledigungsmittel heißt beschönigend und völlig harmlos: die geheime Staatskunst der Politik. Als Sinnbild von Jesus werden und wurden natürlich alle seine Anhänger und damit vor allem die katholische Kirche betrachtet. Die katholische Kirche, die sich durch ebenfalls “rote Politik” aus der Schußlinie ziehen wollte, wird in Zukunft genauso sehr wie andere Kirchen als dieser Stier betrachtet werden, den es zu schlachten gilt.

Die Religionsvertreter wissen dann nicht mehr ein noch aus. Sie kennen Jesus nicht mehr, kennen Gott nicht mehr und haben in diesem letzten Stadium nur noch die vage Hoffnung auf die Jungfrau Maria. Das was der “Polenpapst” Wojtila die ganzen Jahre vorpredigte und das was ihn auch so unsagbar leiden ließ, das was der letzte Notnagel der Verzweifelten ist, das was Jesus am meisten traf, ist jedoch nicht nur Judas als Stellvertreter der Juden. Dieser Verrat wäre zu leicht zu durchschauen und trotzdem glauben es noch zu viele. Das was es ist, ist die Kirche in ihrer Verhärtung dann selbst geworden: Es ist und war die Umwandlung der jungfräulichen Kirche in die hochmütige Hure Babylon, die es, um ihre Macht zu erhalten, mit allen trieb und dann erst den Herrn verkaufte, wie weiland Judas. Rein wie Maria hätte sie sein müssen, rein und voller Demut hätte sie die Magd des Herrn sein müssen, indem sie Ihm gehorchte, aber sie wurde vorerst zur Maria Magd(alena) ohne sich wie die historische Gestalt, von Jesus heilen zu lassen und dadurch gleitet sie immer weiter ab, bis sie zur Hure Babylon wird. Zuletzt hat sich die Kirche mit den Kommunisten eingelassen, hat sich mit Gottlosen eingelassen. Jetzt in der Endphase, wo sie von allen früheren “Geliebten” verlassen wird, wendet sie sich noch immer nicht an den Herrn, sondern nur an die reine Jungfrau Maria zurück und erhofft von ihr Fürbitte beim Herrn.

 

Wenn man den Maria-Kult der katholischen Kirche insbesondere seit Woytila betrachtet, so kann man es kaum fassen, inwieweit der Name und die Stärke von Jesus zugunsten Marias abgenommen haben. Und doch ist es so. Maria ist momentan allgegenwärtig und scheint mithin zum Messias mutiert zu sein. In der Endphase wird das noch übersteigertere Züge annehmen. Aber von einem Messias Maria kommt im wahren Christentum nichts vor, weshalb sie auch keine Hilfe geben kann. Es heißt denn auch bei Jesus zu den Aposteln: “In meinem Namen treibt ihr die Dämonen aus!” Also nur im Namen Jesu kann die Kirche so genesen, wie weiland Maria Magdalena genaß, nachdem sie dem Herrn die Füße gewaschen hatte und ihren Lebensstil bitter bereute. Der gegenwärtige Papst Benedikt, den die Last des Alters drückt, hat dem Maria-Kult leider nichts entgegenzusetzen und kann auch nicht viel zu der notwendigen Erneuerung der Kirche beitragen und kann den Kräften des Atheismus dann später auch nichts mehr entgegensetzen. In diesem Sinne hatte der verstorbene Papst Woytila auch kläglich versagt.

 

Europa als übergeordnetes Staatsgebilde wird so ähnlich wie weiland Hanoch[60],  die einzelnen von Amerika zu beugen. Der Euro hat dem Dollar nicht viel entgegenzusetzen. Durch die Hereinnahme völlig verarmter und unterentwickelter Länder wird die Kaufkraft des Euro sogar soweit abnehmen, daß Deutschland als größter Nettozahler allmählich ausblutet und sich nur durch weitere Staatsanleihen eine gewisse Zeit über Wasser hält, aber die Inflation wird dadurch natürlich nicht aufgehalten. Andererseits wird es dann auch wieder Phasen der Erstarkung geben, damit der so kranke Patient eben zur gewünschten Zeit und nicht vorzeitig stirbt, während alle denken, das der an sich Kranke nun völlig genesen ist. Wenn es dann beginnt, seine völlig überzogenen Sozial- und Asylleistungen herabzuschrauben, wird sich durch die gleichgeschaltete Presse ein Sturm von Entrüstung erheben.

 

Die Bevölkerung wird zusehends gespalten und bürgerkriegsähnliche Zustände werden auftauchen. Die Deutschen, die dann einer sehr starken politischen Zensur unterliegen, haben auf der anderen Seite eine völlige Triebfreiheit gegenüber Drogen, Sex, Sport, Nahrung. Durch die ständige offene Präsenz sämtlicher östlich- fernöstlich- süd- und westlicher Mafiastrukturen wird die Verfügbarkeit von Waffen, Drogen, Prostitution so stark werden, wie es in etwa in den südamerikanischen Staaten an der Tagesordnung ist. Damit einher geht die völlige Tabulosigkeit in den Medien. In den nächsten Jahren dürften die Paragraphen für die Jugendgefährdung alle hinwegfallen. Erigierte Geschlechtsteile werden dann über das normale Fernsehen den Jugendlichen zugänglich gemacht werden, Drogen noch mehr in den Schulen verteilt werden, die Prostitution wird dann auch das letzte Dorf erreicht haben und wird als Beruf betrachtet werden, etc. Die einzigen Tabus, die überhaupt noch bestehen werden, sind die Beziehungen Hitler, Jude, Judas, Priester, Zinsgeld – Seele, Gott, Kirche, Jesus; es sind die Beziehung zwischen Körper, Seele und Geist. Der materielle Kommunismus als Gegenpol zum nächstenliebenden Christentum wird wieder erstarken und wird seine östlichen Vasallen zurückerobern, während er sich als Wolf hier bei uns im Westen mit einem Schafspelz verkleidet und bedenkenlos wütet. In spätestens 10 bis 15 Jahren wird die Situation dann dermaßen verfahren sein, daß man eigentlich leichter sterben sollte, da solch ein Leben ohnehin nicht mehr lohnt.

 

Europa als multikulturelles fernstenliebendes Kunstgebilde hat leider nicht die Kraft gehabt, sich im Sinne der Nächstenliebe genügend zu konstituieren. Durch ihre ungenügende seelische Ausprägung. Die USA lassen das auf der einen Seite genauso wenig zu, wie andererseits die kommunistischen Staaten.

 

Da wir das in späteren Kapiteln noch ausführen werden, brauchen wir jetzt nicht noch tiefer einzusteigen und kehren in unsere Gegenwart zurück, die wir jetzt ein wenig persönlicher betrachten wollen.

 

26.

Aus Scivias – Wisse die Wege von Hildegard von Bingen, aus der Einleitung von Rose Termolen, Seite X

 

27.

zu den Habsburger siehe bei J. Lorber – Von der Hölle bis zum Himmel Bd. II, S 211 ff

 

28.

siehe Jakob Lorber, Von der Hölle bis zum Himmel, die jenseitige Führung des Robert Blum, wo der Herr zu dieser fatalen habsburgischen Haltung Stellung nimmt. S. 211 - 255

 

29.

siehe dazu im Buch “Mehr Licht” von Herman Ahlwardt

 

30.

30 Johannes Fischedick – Vom inneren Leben, Worte der Ewigen Liebe, Seite 38

 

31.

siehe in der Haushaltung Gottes von J. Lorber, wo kurz bevor die noahsche Süntflut geschah, der Rat der 1000 noch versuchte zu retten, was zu retten war.

 

32.

Aus G.L. Mosse – Der Nationalsozialistische Alltag, Seite 268, Athenäum Verlag

 

33.

siehe dazu auch in dem Buch von W.J. Bekh – Therese von Konnersreuth. Bekh weist dort nach wie der Hauptschriftleiter der Münchner Nachrichten,

Fritz Gerlach, der mit Hitler schon 1923 in Kontakt kam, rechtzeitig auf die Katastrophe hinwies und dafür mit seinem Leben bezahlen mußte.

 

34.

Caspar von Schrenck-Notzing in “Charakterwäsche – Die Politik der amerikanischen Umererziehung in Deutschland”, Kristall Verlag bei Langen

Müller. Dieses Buch wirkte bei seinem ersten Erscheinen 1965 wie ein literarischer Schock, da es eines der am meisten tabuisierten Themen aufgriff,

in einer Zeit, in der die Debatte über das deutsch-amerikanische Verhältnis auf breiter Front aufgerollt wird, ist deses streckenweise prophetische Buch erneut aktuell geworden.

 

35.

Hans Werner Woltersdorf – Hinter den Kulissen der Politik, Was die Deutschen nicht wissen sollen auf Seite 141, Grabert Verlag - Tübingen

 

36.

siehe im GEJ Bd. 1 Kap. 94 Abs. 12 über das Geld

 

37.

Zbigniew Brzezinski in Between two Ages

 

 

 

[35]              siehe dazu Dr. Konrad Lerich in seinem Bericht – Der 1. Bis 33 Grad – Vom Suchenden zum Wissenden -  Dr. Lerich erwarb die höchsten Grade und Ämter im Freimaurerbund. Er war als Inhaber des 33. und letzten Grades Aktivmitglied des Obersten Rates für Österreich XE "Österreich" .

[36]             Siehe dazu in seiner Lobesschrift “Von Deutscher Baukunst” D.M. Ervini a Steinbach XE "Steinbach"

[37]            "Eckhart, Meister", Microsof t® Encarta ® 98 Enzyklopädie. © 1993-1997 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.

 

 

[38]              siehe dazu u.a. “Der Verfassungsschutz” von Claus Nordbruch, wo über die Organisation und dessen Pannen (Celler Loch) und Skandale berichtet wird. Auch wird dem Verfassungsschutz vorgeworfen, viele der später erfolgten Rechtsbrüche überhaupt erst initiiert zu haben.

[39]              so geschieht es heutzutage noch in der Musik, die in der Richtung der Ghotic (Rockmusik) eine mystisch, tief depressive Richtung eingeschlagen hat, in welcher eine unterschwellige Todessehnsucht mitschwingt.

 

[40]             Das erinnert an die Vandalen, (Vandalismus) denen zu unrecht die Plünderung Roms zugeschrieben wurde. Jedenfalls wurde und wird alles, was irgendwie germanisch oder gotisch war, insgeheim ein wenig verachtet.

[41]            (aus “Sicher Bauen”  der Bau-Berufsgenossenschaft Hannover 1/99, Seite 6 über den Kölner Dom)

 

 

[42]            siehe Alltag im Spätmittelalter von Harry Kühnel, Studie des österreichischen Instituts für mittelalterliche Realienkunde in Krems

[43]            ambulant bedeutet, daß es keinen Reichsmittelpunkt gab und der ganze Hofstaat sich innerhalb des Reiches von Ort zu Ort bewegte. Im Reich waren viele Residenzstädte verteilt. Erst die Habsburger konnten mit Wien einen Ruhepunkt schaffen.

[44]            Zu den Jesuiten siehe auch in den Werken von J. Lorber “Bischof Martin” auf Seite 169ff sowie in “Von der Hölle bis zum Himmel” in den Kapiteln 90,7sowie 92,7 und 94,9

[45]            Hermann Ahlwardt gehörte zu den unbequemsten Vorkämpfern für Freiheit, Wahrheit und Recht vor dem 1. Weltkrieg. 1914 wurde er ermordet. In seiner Schrift “Mehr Licht” legt er zunächst seine eigene weltanschauliche Einstellung dar, danach schildert er seine Kenntnisse über die Entstehung und Wirken des Jesuitenordens.

[46]            Mit diesem Humanismus ist nicht derjenige eines Dante Alighieri des 15. Jhdts. gemeint. Hier wird das Bild des Menschen sofern es vom Menschen selbst und nicht von Gott kommt verstanden. Das Bild des Menschen jedoch, ohne von Gott kommend, ist damit das Bild des Tieres.

[47]            siehe dazu auch “Die Zwölf Stunden” von J. Lorber

 

[48]            siehe auch Oswald Spengler in seinem Werk “Vom Untergang des Abendlandes”

 

[49]            siehe dazu J. Lorber – Von der Hölle bis zum Himmel. Hier wird auf die Entstehung der Demokratie Bezug genommen.

[50] "Spengler, Oswald", Microsoft® Encarta® 98 Enzyklopädie. © 1993-1997 Microsoft Corporation.

[51]             Siehe dazu bei Christian Graf von Krockow- Warnung vor Preußen

[52]             In dem Großen Evangelium Johannes Kap. 94, 6 von Jakob Lorber

[53]             Dazu brauchen wir uns nur wieder an das Kapitel über Freud erinnern, dann erkennen wir den Grad der Zerstörung.

[54]             Darauf kommen wir später zurück und werden es noch vertiefen, siehe Seite 285

[55]             Dazu kommen wir noch sehr ausführlich

[56]             es bleibt abzuwarten, ob sich Putin als der Mastin von Nostradamus entpuppt und sich dadurch als “würdiger” Nachfolger von Stalin aufführt. Aber kritisch betrachtet wächst in Rußland ein enormes Gewaltpotential zusammen, daß, äußerst enttäuscht durch den Westen, sich demnächst gewaltsam äußern könnte.

                  Siehe auch Buch 2

[57]              Im Dritten Teil des Buches werden wir das noch vertiefen

[58]              Siehe nochmals auf Seite 83 unter dem Kölner Dom nach

[59]              siehe dazu bei Manur Khan – Das Kosovo Komplott, Vom Balkankrieg zur US-Weltherrschaft, erschienen im Grabert Verlag

[60]              siehe in der Haushaltung Gottes Bd. 2  von J. Lorber- angefangen vom Rat der 1000 bis hin zur Sintflut.

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