Von Hans am 28.3.2002
Liebe Freunde Jesu Christi,
heute vor fast 2000 Jahren, einen Tag vor der Kreuzigung Jesu, deren wir
morgen weltweit gedenken, sprach Jesus
"Ich sage euch nun: Ein
neues Gebot gebe ich euch, daß ihr euch untereinander liebet, wie ich euch
geliebet habe, auf daß auch ihr einander lieb habet." (Johannes 13:34)
So laßt uns auch in diesem Sinne brüderlich miteinander
umgehen, auch wenn die einen "nur die Bibel", die anderen "nur
Lorber" und andere wieder nur eine andere "Offenbarungen" lieben.
In Wirklichkeit aber ist es nur wichtig, daß wir alle an Jesus, den Christus,
glauben als unseren Herrn. Wer das tut, der ist auf dem
rechten Weg und unser lieber Bruder, unsere liebe Schwester, und hat den
Heiligen Geist.
"Darum tue ich euch kund
..... niemand kann JEsum einen HErrn heißen ohne durch den Heiligen
Geist." (Korinther 12,3)
"Ihr
heißet mich Meister und HErr und saget recht daran; denn ich bin’s auch.
(Johannes 13:13)"
Wir Christen sehen uns einer
großen antichristlichen Macht in dieser Welt gegenüber. Ungläubige
Besserwisser gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Wenn diese uns als Spinner
abtun, ist das noch gnädig, oft jedoch folgen Spott und Hohn, wenn nicht sogar
Drohungen. - Wie traurig ist es aber, daß die Christen untereinander haßerfüllt
bekämpfen ! Man blicke nur nach Belfast. Es ist aber noch gar
nicht lange her, etwa 150 Jahre, da mußten auch bei uns Christen, die aus der
katholischen Kirche in die evangelische Kirche übertraten oder umgekehrt,
zuerst Vater, Mutter und Geschwister verfluchen, bevor sie von der neuen Kirche
aufgenommen wurden, was oft wegen einer Heirat und des damit verbundenen
Kirchensegens erforderlich war. Viele Vorurteile gegenüber anderen
christlichen Kirchen, Sekten oder Freigläubigen sind bis heute geblieben. Jeder
hält sich für besser. - So sollte es bei uns nicht sein ! -
Weil aber gerade in dem sich tolerant nennenden IBJC-Forum einige verschlossene
"Nur-die-Bibel-und-sonst-gar-nichts-Fanatiker" keine
Freundschaft mit anderem christlichen Gedankengut schließen wollen und die
"Auch-Neuoffenbarung-Freunde" kaum noch als gute Christen
erachten, möchte ich an diesem denkwürdigen Abend beweisen, daß das Neue
Testament und damit die Bibel in unserem Sinne auch erst im 4. Jahrhundert nach
Christus entstand und nur aus einer willkürlichen Sammlung von Evangelien
und Briefen besteht. Schließlichweist die Bibel aber selbst darauf
hin, daß Christus sich jedem jederzeit immer offenbaren kann. ER
aber ist Gottes Wort.
Die Bibel ist nicht Gottes
letztes Wort !
Die Bibel selbst
und das Konzil zu Nizäa beweisen es.
Hier die Fakten:
Im Jahre 325 wurde das Kirchenkonzil zu Nicäa einberufen von
Kaiser Konstantin, weil bis dahin zahlreiche sich widersprechende
"Evangelien" kursierten. Die Römer waren im Besitz aller möglichen
Judenevangelien, sowie der alten Judenschriften und auch der Heidenevangelien,
und stellten da gewisse sog. Kirchenväter auf, welche die Hauptfabrikanten
der römischen Dogmen waren, die aber den griechischen Evangelien oft
schnurstracks entgegen standen, und das um so leichter und um so mehr, weil
der römische Oberhirte nichts Emsigeres zu tun hatte, als auch die Griechen
mit seinen Missionären zu beschicken, was nach dreihundert Jahren, (also i.
J. 325) unter den Gläubigen eine solche Verwirrung hervorgebracht hatte, daß
viele der Griechen wieder anfingen, die heidnischen Altäre und Tempel
aufzurichten und darinnen (in den Tempeln) der Göttin Minerva, dem Gott
Apollo, dem Jupiter und der Ceres ihre Opfer dazubringen.
Kaiser Konstantin, der für sich ein eifriger Christ war,
beschloß diesem Unfuge dadurch Schranken zu setzen, daß er in der Stadt Nicäa,
als dem Hauptsitze der verschiedensten Glaubensmeinungen, eine große
Kirchenversammlung (325, d. Hrsg.) zusammen berief, zu der auch der
Oberbischof von Rom geladen wurde. Er selbst führte den Vorsitz und zeigte
ihnen die üblen Folgen, die sich in jüngster Zeit aus der großen
Glaubensverschiedenheit über Christum erheben müßten.
Er schlug ihnen dann eine vollkommene Sichtung, sowohl der
geschriebenen Evangelien, wie noch mehr jener, der traditionellen, vor und
sagte, "daß man sich aus den vielen einander völlig widersprechenden
Evangelien nur eines einzigen, und zwar dessen des Johannes bedienen solle,
damit die Christen im Glauben einig würden und sich nicht mehr wegen der
Glaubensverschiedenheit gar so verfolgten wie die wilden Tiere, und damit
nicht die Heiden lieber wieder zu ihrem alten Heidentume zurückkehrten, als
so verbleiben unter einer solchen Lehre, von der man bei dem besten Wissen und
Willen nirgendwo Wahres und Rechtes mehr erfahren kann.
Denn so es in der Christenlehre irgend einen Stifter gegeben
habe, so muß er nur Einer gewesen sein, der auch nur eine Lehre den Menschen
überliefert hat. Und diese eine Lehre muß einen Sinn und einen Geist haben.
So aber gibt es schon seit lange her eine große Menge geschriebener
Evangelien und eine noch größere Menge der von Mund zu Mund überlieferten,
von denen ein jedes von seinem ganz eigenen Christus spricht, der mit den
andern Christussen nicht die geringste Ähnlichkeit hat.
Es werden demnach alle die vielen Evangelien bis auf eines,
welches wohl das älteste sein dürfte, vollends zu verwerfen sein. Und so
dieses von den Bischöfen nicht sollte genehmigt werden, so werde er sich von
dem Christentume ganz abwenden und allenthalben in seinem großen Reiche das
alte Heidentum wieder aufrichten lassen, das für sich trotz der vielen Götter
um vieles einiger war als ein solches zerklüftetes Christentum. -
Da schlugen ihm die griechischen Bischöfe vor, daß die
Namen Matthäus, Markus und Lukas auch in die alte Christenzeit zurückfallen
und nicht irgend doppelt oder auch noch mehrfach unter einem und demselben
Evangelisten-Namen erscheinen. Und der Kaiser willigte dazu ein unter der
Bedingung, daß man dazu auch die Lehre des Heiden-Apostels Paulus in
Anbetracht ziehen solle und mit ihr alle die andern Evangelien fegen.
Man machte ihn zwar darauf aufmerksam, daß auch Paulus sich
in seiner Lehre nicht immer gleich geblieben sei, und er an die Heiden ganz
andere Briefe schrieb und an die Juden wieder andere, die sich im Sinne und
Geiste nicht völlig ähnlich wären. Und Konstantin sagte, daß dies eben
nichts mache; denn Paulus habe doch am meisten bewiesen durch Worte und Taten,
daß er keinen falschen Christus predige, sondern nur Den, dessen Geist ihm
vor Damaskus wunderbar das Amt eines wahren Apostels gegeben hat.
Nach mehr als dreißigjähriger
Beurteilung verwarf man endlich doch alles bis auf die vier
noch gegenwärtig vorhandenen Evangelien samt der Apostelgeschichte des Lukas
und den Briefen des Paulus und einigen wenigen Briefen weniger alter Apostel
Christi mit der Offenbarung Johannis, schrieb
das alles nach der Ordnung in ein Buch und hieß es infolge der beiden Briefe
des Paulus an die Hebräer: ,Das neue
Testament' - welches dann von allen Bischöfen
angenommen ward, das man aber in späteren hundert Jahren darauf doch wieder
dahin umgemodelt hatte, daß man den Evangelisten Johannes in den Hintergrund
schob und Matthäus, Lukas und Markus voransetzte und auch in den Kapiteln und
Versen eine kleine Abänderung machte und überall vorzeichnete, an welchem
Festtage ein oder das andere Evangelium dem Volke vorzutragen sei (die
sogenannte alte Perikopen-Ordnung), wonach sich die Griechen noch heutigentags
richten wie auch manche anderen christlichen Sekten.
***
Weil das neue Testament erst mehrere hundert Jahre nach der
Johannesoffenbarung entstand, wird allen Nur-Bibelianern ihr einziges
schwaches Argument aus der Hand genommen. Sie glauben nämlich, daß die
Schlußverse von der Johannesoffenbarung sich auf die gesamte Bibel beziehen,
wie wir sie heute kennen. Sie wissen aber nicht, daß es damals diese Bibel
noch gar nicht gab ! . Sie entstand erst nach langem Streit zwischen
weltlich orientierten und nicht göttlich inspirierten Kirchenfürsten unter
Kaiser Konstantin.
Resume:
1. Das Verbot etwas dem Buch der Weissagungen (Offenbarung
Johannis) hinzuzufügen, kann sich nur auf die Johannes-Offenbarung
beziehen, weil es noch gar keine Bibel (AT+NT) gab. Außerdem wird ganz
deutlich von Johannes selbst gesagt, daß sich die Warnung nur auf seine
Offenbarung(= "diese Weissagung") bezieht. Es ist völlig abwegig
aus diesem Vers zu schließen, daß Gott sich niemandem mehr offenbaren will.
Der einzige vernünftige Schluß lautet höchstens, daß kein Mensch eine
Offenbarung verfälschen soll:
In der unrevidierten Lutherbibel von
1545 steht in der Johannesoffenbarung:
19 Und so jemand davontut von den
Worten des Buchs dieser Weissagung, so wird GOtt abtun sein Teil vom
Buch des Lebens und von der heiligen Stadt und von dem, was in diesem Buch
geschrieben stehet.
2.Der Heiligen Schrift der Juden bzw. Judchristen wurden
Jahrhunderte nach der Johannesoffenbarung nach langen Streitereien als
Kompromiß die evangelialen Werke hinzugefügt und abschließend "Neues
Testament" genannt: Ein Ergebnis eines Willküraktes, eines
politischen Streites. Das war keine göttliche Eingebung.
3.Zu diesen neu hinzugefügten Evangelien gehört neben der
oben erwähnten Johannesoffenbarung auch die Apostelgeschichte. Dort aber
spricht Gott, daß weiterhin Weissagungen erfolgen werden, sogar in den
letzten Tagen !
Apostelgescht 2:17 Und es soll
geschehen in den letzten Tagen, spricht GOtt, ich will ausgießen von
meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter sollen
weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Ältesten
sollen Träume haben.
Laut moderner Enzyklopädie sind das Gottes-Offenbarungen
- und die meisten der großen
Weltreligionen gründen auf solchen Offenbarungen. Eine göttliche
Offenbarung kann in Form einer Vision erfolgen oder nur aus Worten bestehen.
Apostelgescht 2:18 Und auf meine
Knechte und auf meine Mägde will ich in denselbigen Tagen von meinem Geist
ausgießen, und sie sollen weissagen.
Solche Mägde und Knechte, die Jesus ihren Herrn nannten, waren
u.a.
Hildegard von Bingen (12. Jahrhundert)
Meister Eckhart (14. Jahrhundert)
Emanuel Swedenborg (18.Jahrhundert)
Jakob Lorber ( 19.Jahrhundert)
Roque Rojas (19. Jahrhundert)
Bertha Dudde (20.Jahrhundert)
Neben diesen größeren Sehern mit ihren großen Buchwerken gab
und gibt es eine Menge kleinerer Visionäre und Hellseher, auf die Gott in der
Apostelgeschichte 2:17,18 hinweist.
Die Plagen werden also nicht die treuen Neuoffenbarer, die
frommen Mägde und Knechte Gottes, treffen, sondern die Kirchen, die in den
letzten fast 2000 Jahren immer wieder die alten offenbarten Texte veränderten
zu ihren weltlichen Vorteilen und die Neuoffenbarungen verketzerten. Das
geschieht leider auch noch heutzutage.
* * *
Persönliche Christus-Offenbarungen gibt es auch heute.
So steht geschrieben :
Johannes 14:21 ....
"Wer mich aber liebet, der wird von meinem
Vater geliebet werden,
und ich werde ihn lieben und
mich ihm offenbaren. "
Welch ein Evangelium !
Welch eine frohe Botschaft !
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Von Myrta a, 29.3.2002
Lieber Hans, Du hast ganz recht, darum verlasse ich
mich mehr auf die Lorberschriften.
Allen herzliche Ostergruesse Myrta
J. Lorber: 'Himmelsgaben' (Div. Themen)
Vulgata oder Lutherbibel? {23.02.1843}
00] Bitte: »O Herr, möchtest Du mir armem Sünder denn nicht
kundtun, ob die Luthersche Bibel richtiger ist als die Vulgata? - Denn siehe,
wie ich entdeckt habe, so gehen die Zahlen der Verse und noch so manches
andere nicht zusammen. Darum möchte ich ganz bestimmt wissen, welches Buch da
wohl das richtigere ist? - O du liebevollster Vater, gebe mir doch solches
kund, so es Dein heiliger Wille ist!«
01] Also schreibe denn! Ich sage dir und euch allen: Weder die
Vulgata (Lateinische Übersetzung der Bibel) noch die Lutherische Übersetzung
ist (vollkommen) richtig und ist die eine wie die andere voll Fehlern. Ja, Ich
möchte dir sagen: Die 'Zerstörung Jerusalems' ist in der einen wie in der
andern anzutreffen. Selbst die griechische ist voll Unordnung und Irrtümern.
Darum denn auch in allen den Sekten kein wahrer Glaube und keine rechte Liebe
mehr anzutreffen ist, weil allenthalben der Grund verstört ist!
02] Diese Verstörung des Grundes aber rührt aus derselben
grundeitlen Herrschquelle, aus welcher die ganz entsetzliche
Kirchenversammlung zu Nizäa (vom Jahre 325) geflossen ist! - Wie gestaltig
aber war wohl diese schmähliche Quelle?
03] Siehe, als Mein Wort durch die Apostel und Jünger schon
gar vielseitig ausgebreitet war, da gab es denn auch bald eine Menge
Evangelisten, welche das niedergeschrieben haben, was sie entweder aus dem
Munde der Apostel oder Jünger selbst vernommen haben oder was ihnen von
Augen- und Ohrenzeugen wiedererzählt worden ist. Solche (Ur-)Aufzeichnungen,
entweder in griechischer oder jüdischer Sprache, wären alle anzunehmen, denn
da wirkte der Heilige Geist und war alles richtig.
04] Aber weil derlei Aufzeichnungen bald einen guten
Handelsartikel zu bilden anfingen, so erstanden bald in allen Winkeln falsche
Evangelisten, schrieben Evangelien zu Tausenden, ohne daß sie von der
eigentlichen Lehre mehr wußten als jetzt die Chinesen, und behaupteten aber
doch, solches aus dem Munde der wundertätigen Apostel selbst vernommen zu
haben, und gaben sogar eidlich vor, daß sie dazu von den Aposteln selbst
aufgefordert worden seien.
05] Ein gewisser, vorher rechtschaffener Mann, namens Arius, war
gar ein berüchtigter solcher falscher Prophet und Evangelist. Dieser
behauptete am Ende sogar, daß er vom Geiste Gottes dazu aufgefordert worden
sei, den Menschen klärlichst darzutun, daß Christus kein Gott, sondern nur
ein ganz gewöhnlicher Prophet war und er (Arius selbst) es nun auch sei, so
gut wie Christus!
06] Solche Lehre hatte damals besonders unter den Erzjuden und auch gar vielen
Heiden ein großes und sogar vielfach willkommenes Aufsehen erregt. Und Arius
befand sich dabei sehr wohl, und das eine geraume Zeit hindurch. Diese Lehre
machte große Fortschritte und bedrohte bald die anderen, alten christlichen
Gemeinden.
Kanonerstellung ohne Mitwirken des
Heiligen Geistes; Primatstreit; Kirchenspaltung
07] Die Bischöfe fingen daher an, sich untereinander zu
beraten, wie dieser Sache abzuhelfen sei?
Aber Mich besahen sie nicht und ließen Mich aus der Beratung.
08] Sie ließen alle Evangelien sammeln und prüften sie mit
ihrem Verstande. Dieser aber konnte ihnen nicht zeigen, welches da das rechte
wäre. Sie entschlossen sich daher zu einer allgemeinen Versammlung, in
welcher der Heilige Geist offenbar zugegen sein würde, ja sein müßte!
09] Allein der Heilige Geist kam nicht, und so stritt die
Versammlung statt um die Wahrheit des Evangeliums nur um das bischöfliche
Primat (Der arianische Streit wurde durch die Verdammung des Arius und
Aufstellung der Dreifaltigkeitslehre .Trinitätslehre] entschieden),
demzufolge denn auch der Patriarch von Konstantinopel und der Bischof von Rom
einander in die Haare gerieten, welche Haarreißerei das bisher dauernde
Schisma (Kirchenspaltung) zur Folge hatte.
10] Da nahm denn der Bischof von Rom (Hieronymus, 383 n.Chr.)
alle die gesammelten Schriften und ließ daraus die Vulgata zusammenschreiben
(d.h. ins Lateinische übersetzen) und authentisierte dieselbe. Seine
Nachfolger taten noch eine Zeitlang dasselbe und feilten mit Hilfe der
sogenannten Kirchenväter über einhundertsiebzig Jahre lang daran.
11] Desgleichen tat auch der Patriarch von Konstantinopel. Da
aber der Patriarch seine griechische wegen der vorgeblichen Ursprache für die
authentischere ausposaunte, so ward auch die Vulgata allerschnellst geheim ins
Griechische (rück-)übertragen und wurde häufig unter die Griechen verteilt.
Solchen Unfug erlaubten sich aber auch die Griechen. Darum ward denn für Rom
wieder die lateinische geltend und für die Griechen die griechische.
12] Da der Arius aber noch sein Wesen in seinen Schülern forttrieb,
trotz der vielfachen Verdammung sowohl von Seite Roms wie auch von Seite
Konstantinopels, so fing man gar bald an, mit Schwertern in den Arianismus zu
schlagen und verbrannte womöglich alle alten Urkunden, so sie nicht entweder
mit der Vulgata oder mit der griechischen Bibel übereinstimmten.
13] Nun siehe, Luther hatte sonach zu seiner Zeit nichts als
diese zwei Bücher, nämlich die von ihm verdächtigte Vulgata und die
griechische Bibel, welche freilich wohl in mehreren asiatischen Sprachen zu
haben war, dennoch aber stets dieselbe blieb.
14] Wenn du nun solches weißt, so wirst du gar leicht einsehen,
daß weder die eine noch die andere völlig richtig ist. Die Lutherische
jedoch ist der Vulgata in manchem vorzuziehen. Daher rühren denn auch bei
Luther die versetzten Textzahlen her, da er dadurch das Abweichende der
Vulgata und der griechischen Bibel andeuten wollte.
15] Jedoch ist in der Form dieser Bücher die Hauptsache
aufbewahrt und für den Geist völlig rein. Denn der innere Sinn blieb völlig
rein unter was immer für einer Form. Und das aber ist ja auch die Hauptsache.
16] Daher kannst du dich an eine oder die andere halten, und du
kannst nicht irren und kannst darum auch ganz ruhig sein. Denn auf den
Buchstaben kommt es nicht an, sondern auf den Geist; dieser ist es ja, der da
lebendig macht!
17] Verstehe demnach solches wohl und sei völlig ruhig! Amen.