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Gesendet: Dienstag, 20. November 2001 23:45
An: Freundeskreis-Lorberliste@yahoogroups.ca
Betreff: Re: AW: [Freundeskreis-Lorberliste] An Alle
In einer eMail vom 20.11.01 21:53:40 (MEZ) Mitteleuropäische Zeit schreibt CSchmeling@t-online.de:


Wenn also alles darauf ausgelegt ist das wir " göttlich" wie der Ursprung
alles Seins werden sollen, dann wäre es nur konsequent, wenn wir in unserem
Rahmen, ebenfalls das Attribut der Göttlichkeit ausleben dürfen, können und
sollen.

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Lieber Christian,

vielleicht liegt hier die Krux Deiner Denke. Wer so handeln will, der bringt sein eigenes Wollen mit ein, wünscht aus sich noch etwas: ein solcher  Mensch kommt mit Eigenvorstellungen an das Anliegen heran. Solche Eigenvorstellungen sind evtl. schon klein, aber es sind trotzem welche.

Scheint nicht auf der Route zum Königsweg der Wegweiser "Demut" zu stehen!? Erst wenn jemand ohne eigene Vorstellung über das ist, was sein soll, kommt der Herr in ihn hinein und füllt ihn aus nach den Fähigkeiten, die dieser Mensch auf dem Weg in seine Demut gewonnen hat. Das war das Stichwort vom "Werkzeug sein". Das ist ein Ausspruch von dem lieben, welt-dummen Franz von Assisi. Erst wenn alles im Gefäß Mensch leer geworden ist (wenn eigene Wünsche sich nicht mehr regen), dann kann das Auffüllen eines sochen Gefäßes durch den Herrn so richtig beginnen. Unsere Willensfreiheit soll uns veranlassen unser eigenes Gefäß zu entleeren. Ich denke, dass das sehr leicht gesagt aber sehr schwer erreichbar ist.  

Es gibt ein wunderschönes Gedicht vom heiligen Franz; ich hatte es schon mal in die Liste gestellt, hier ist es wieder:

"Herr
mach mich zum Werkzeug Deines Friedens:

dass ich     Liebe             bringe,    wo man sich hasst,
dass ich     Versöhnung   bringe,    wo man sich kränkt,
dass ich     Einigkeit        bringe,    wo Zwietracht ist,
dass ich     Glauben        bringe,    wo Zweife quält,
dass ich     Wahrheit       bringe,    wo Irrtum herrscht,
dass ich     Hoffnung       bringe,    wo Verzweiflung droht,
dass ich     Freude          bringe,    wo Traurigkeit ist,
dass ich     Licht             bringe,    wo Finsternis waltet.

Oh, Meister;
hilf mir, dass ich nicht danach verlange:

getröstet            zu werden,            
sondern zu tröten,
verstanden        zu werden,             sondern zu verstehen   
geliebt               zu werden,            sondern zu lieben.

Denn:

wer      gibt,          der empfängt,
wer      verzeiht,   dem wird verziehen,
wer      stirbt,        der wird zum ewigen Leben geboren.

Amen." (Franz von Assisi)  


All diese Bitten an den Herrn beziehen sich auf unser Alltagsleben, auf den Lebensbereich in den wir hineingestellt sind. Vielleicht ist bei den heutigen Verhältnissen die Aktivität bei der Heilsarmee die rechte Ergänzung zum eigenen Alltag um in der Wirklichkeit des Lebens gut gefordert zu sein.

Liebe Grüße