Wenn also alles darauf ausgelegt ist das wir " göttlich" wie der Ursprung
alles Seins werden sollen, dann wäre es nur konsequent, wenn wir in unserem
Rahmen, ebenfalls das Attribut der Göttlichkeit ausleben dürfen, können und
sollen.
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Lieber Christian,
vielleicht liegt hier die Krux Deiner Denke. Wer so handeln will, der bringt
sein eigenes Wollen mit ein, wünscht aus sich noch etwas: ein solcher Mensch
kommt mit Eigenvorstellungen an das Anliegen heran. Solche Eigenvorstellungen
sind evtl. schon klein, aber es sind trotzem welche.
Scheint nicht auf der Route zum Königsweg der Wegweiser "Demut" zu
stehen!? Erst wenn jemand ohne eigene Vorstellung über das ist, was sein soll,
kommt der Herr in ihn hinein und füllt ihn aus nach den Fähigkeiten, die
dieser Mensch auf dem Weg in seine Demut gewonnen hat. Das war das Stichwort vom
"Werkzeug sein". Das ist ein Ausspruch von dem lieben, welt-dummen
Franz von Assisi. Erst wenn alles im Gefäß Mensch leer geworden ist (wenn
eigene Wünsche sich nicht mehr regen), dann kann das Auffüllen eines sochen
Gefäßes durch den Herrn so richtig beginnen. Unsere Willensfreiheit soll uns
veranlassen unser eigenes Gefäß zu entleeren. Ich denke, dass das sehr leicht
gesagt aber sehr schwer erreichbar ist.
Es gibt ein wunderschönes Gedicht vom heiligen Franz; ich hatte es schon mal in
die Liste gestellt, hier ist es wieder:
"Herr
mach mich zum Werkzeug Deines Friedens:
dass ich Liebe
bringe,
wo man sich hasst,
dass ich Versöhnung bringe,
wo man sich kränkt,
dass ich Einigkeit
bringe, wo
Zwietracht ist,
dass ich Glauben
bringe, wo Zweife quält,
dass ich Wahrheit bringe,
wo Irrtum herrscht,
dass ich Hoffnung bringe,
wo Verzweiflung droht,
dass ich Freude
bringe, wo
Traurigkeit ist,
dass ich Licht
bringe,
wo Finsternis waltet.
Oh, Meister;
hilf mir, dass ich nicht danach verlange:
getröstet zu
werden,