Von: Hans
Gesendet: Samstag, 25. August 2001 17:52
An: Freundeskreis-Lorberliste@yahoogroups.ca
Betreff: [Freundeskreis-Lorberliste] Der Weg zum Vater.
„Ich bin der
Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch Mich.“
(Johannes 14,6)
Liebe Freunde,
Wir hören wohl die Glocken läuten, doch
das Dorf sehen wir immer noch nicht. Auch in unseren Lorberlisten - ich
nicht ausgenommen - gibt es immer wieder den heimlichen Wunsch, den Vater
doch einmal sehen zu könnnen, auf Augenblicke wenigstens.
Welche Richtung müssen wir belesenen
Lorberfreunde dazu einschlagen ? Was müssen wir noch tun ?
Hier aus den Schrifttexterklärungen, Kapitel
4, für alle Lorberfreunde ein interessanter Wegweiser zum Herzen des
Vaters:
Wo aber ist die Tür zum
Vater? Und wer ist diese Tür? Sind es die vielen Bücher und Schriften, die
jemand liest, oder bin Ich es?
Wenn man zu euch sagen
wird: ‚Siehe, die wahre Weisheit, die lebendige Wahrheit ist in den Büchern;
leset sie, und ihr werdet sie finden!‘, da sage Ich dann darauf: ‚Gehet
nicht hinaus in diese Wüste; denn da ist weder Weisheit noch die innere,
lebendige Wahrheit zu finden!‘, sondern Ich sage: ‚Gehet in die Liebe zu
Mir und zu eurem Nächsten, suchet in der Tat Mein Reich, so wird euch alles
andere in der höchsten Überfülle hinzugegeben werden!´
Doch Gottes Wort soll man doch lesen, oder ?!
Ich aber sage: Das
ist einerseits wohl wahr, – es ist sicher besser, so etwas zu tun, als alles
zu verwerfen und dann dem Hochmute der Welt zu frönen; aber in der Schrift
heißt es auch: „Es werden zu der Zeit viele zu Mir sagen: ‚Herr,
Herr!‘“, und dagegen heißt es dann, daß Ich zu ihnen sagen werde:
„Weichet von Mir; denn Ich habe euch noch nie erkannt!“
Beachten wir also beim Studieren der
Offenbarungen dabei nur, daß wir nicht "hinaus gehen in die Wüste"
des trockenen Verstandes. Das ist nicht der Weg zum Vater. So finden
wir ihn nicht. Wie aber kann man die gelesenen wunderbaren Worte dann
aufnehmen ? Wie soll das gehen außer mit dem Verstand ?
Das ist der Grund der euch sicher bekannten
Stelle im Neuen Testament. Unter dem Spruche „Herr, Herr!“ wird dargetan,
daß Christus wohl als der Weg, die Wahrheit und das Leben erkannt wird. Aber
was nützt diese Erkenntnis, so niemand auf dem Wege wandeln will und mag
nicht tätig ergreifen die Wahrheit, um durch sie zu gelangen zum Leben?
Betrachten wir die Offenbarungsworte, und zwar ein jedes (!), als Wegweiser.
Alle Worte Christi weisen in nur eine einzige Richtung. Den Weg aber müssen
wir selbst gehen. Wegen unseres freien Willens.
Das Tor zum Weg ist das Herz, d.h. der WILLE, das WOLLEN, das BEFOLGEN
WOLLEN. So gesehen sind die, die weniger haben und weniger wissen, manchmal
reicher als die, die viel haben und wenig wissen. Es kommt letztendlich
auf die Herzensbildung an, weniger auf die Schulbildung und
sogenannte Intelligenz. Die Herzensbildung - ein Wort übrigens, das heute
immer seltener verwendet wird - kann jeder erwerben ohne viel gelesen
zu haben, ohne besonders "intelligent" zu sein.
Nach unserem Weggang von dieser Erde verlieren wir schließlich auch unser
Gehirn und alles, was da gespeichert wurde. Was aber die Seele in
sich aufnahm mittels der Liebe, ihrem Wollen, das bleibt erhalten. Daran muß
ich nun arbeiten - mal sehen, ob ich diese Stufe schaffe. Im Alltag kann man
ja üben: Gutes für Böses geben, den Nächsten als Bruder oder Schwester
im Herrn ansehen, eine andere Meinung zu verstehen versuchen, Humor
üben statt sich ärgern, helfen, Freude und Frieden verbreiten, sich
positiv einstellen und gottgewollt handeln.
Die guten Taten folgen uns nach und bekleiden uns im Jenseits. Und
unserer Liebe gibt Gott mehr Weisheit hinzu, als wir hier auf
Erden lernen können.
Gottes Segen und Frieden wünscht
Hans
Von: Hans
Gesendet: Sonntag, 26. August 2001 22:19
An: Freundeskreis-Lorberliste@yahoogroups.ca
Betreff: Re: [Freundeskreis-Lorberliste] Der Weg zum Vater.
"..wir
verlieren nach unserem Weggang alles, was in ihm gespeichert ist"
(sinngemäß zitiert)? Ich glaube nicht, daß wir die Erinnerung
verlieren, denn bei schon halb kaputten Gehirnen .... Außerdem,
warum sollte uns unser Vater im Himmel die Erinnerung daran, wie wir Ihn
haben finden können, wie mühseelig, wechnehmen?
Lieber Norbert,
da liegt nur ein kleines Mißverständnis vor. Ich hätte mich deutlicher
ausdrücken müssen !
Nach untenstehender Textstelle verlieren wir wirklich alles,
was in unserem Gehirn gespeichert wurde bei unserem Tode, vor allem
das nur für die Welt nötige Wissen.
Natürlich wird uns damit nicht alle Erinnerung genommen. Denn auch
die Seele hat einen Gedächtnisspeicher, allerdings im
"Herzen". Dorthin wird ständig aus dem Gehirn alles übernommen
und für ewig gespeichert, was mit unserer Liebe irgendwann einmal belebt
wurde. - Im praktischen Leben ist es doch auch so, daß wir das, was
wir ohne Liebe auswendig, ungern und somit schwer in der Schule lernten,
auch leicht wieder vergessen. Dagegen vergessen wir das, was wir
lieben oder was mit einem besonderen Ereignis verbunden ist oder
schwer erarbeitet werden mußte, nicht so schnell. Es war mit dem Herzen
verbunden. Denk z.B. an die erste Liebe, und Du wirst spüren, daß diese
Erinnerung nicht aus dem kalten Gehirn kommt. Denk an die Vokabeln,
die Du lernen mußtest oder anderes trockenes Zeugs, das Du nie weiter
brauchtest, und Du merkst, daß diese Erinnerung nicht aus dem Herzen
kommt, sondern aus dem Kopf, wenn damit kein besonderes Ereignis verbunden
wurde. Besser kann ich es momentan nicht ausdrücken. Das jedenfalls, was
an "Herz und Nieren" ging oder auf den Magen schlug, wird übernommen.
Es muß also nicht nur mit etwas Schönem verbunden sein, es kann auch
etwas Trauriges oder Häßliches sein. All das wird übernommen. Doch
Jesus tröstet uns dann und wischt alle unsere Tränen wieder weg mit
seiner wunderbaren Liebe.
Deswegen sollen wir aber das ewig lebenswichtige Wort Gottes
auch mit dem Herzen, mit unserer Liebe, ergreifen und möglichst in die
Tat umsetzen (wollen), selbst wenn Letzteres nicht immer zur Ausführung
kommt, weil die Gelegenheit fehlt. Gott nimmt auch unseren Willen für die
Tat. Der Wille, aus unserer Liebe geboren, ist das "A" und
"O" ! Dann kann das Gehirn tausendmal verrotten und wir
wissen doch noch um alles, sogar viel klarer als es mit dem irdischen
Gehirn möglich war. Alles, was zu Herzen ging, folgt uns als ein Stück
Leben ins Jenseits, so oder so ! Danach richtet sich sogar
unsere ganze erste jenseitige Welt: Himmel oder Hölle, und wir müssen ja
auch Rechenschaft ablegen für jedes böse Wort, für jede schlechte Tat.
Wenn die Liebe Christi sich da nicht in die Waagschale legen kann und
keine weiteren guten Taten und Worte gefolgt sind, dann bleibt nur die
Reue über eine nicht genutzte Chance. Was tat der Herr mit dem Knecht,
der sein Talent vergrub ?
So zeigt sich wieder einmal, daß die Liebe alles belebt. Ohne Liebe ist
alles wie tot. - Was wir aber geliebt (gut oder bös) haben, das
bleibt in unserem seelischen "Gedächtnis" erhalten.
Liebe Grüße
Dein Hans
Zitat:
[GEJ.03_182,19]
Entwickelst aber solches du aus deinem Herzen, so bleibt es dann auch für
ewig in dem, der selbst ewig ist, nämlich in deinem Geiste, und durch
ihn auch ebenso für ewig in deiner Seele; aber was das Gehirn faßt,
das vergeht, und es bleibt nichts von all dem vielen Weltwissen in der
Seele, wenn sie dereinst den Leib verlassen hat.