Von: Hans

Gesendet: Sonntag, 9. September 2001 20:25
An: Freundeskreis-Lorberliste@yahoogroups.ca


Betreff: [Freundeskreis-Lorberliste] Die Flamme  

Hat in Euren Herzen schon einmal eine Flamme gebrannt und Euch das Leben versüßt ? Ihr wißt schon, was ich meine !  - Nun, eine Flamme spielte auch vor der Schöpfung die allergrößte Rolle und tut es heute noch im Verborgenen:

Einem kleinen Flämmchen ordnete sich die unendlich weise und mächtige Gottheit für alle Ewigkeiten unter, was den größten und herrlichsten aller Engel, Luzifer genannt, erzürnte und zu dessen Fall führte, wobei er ein riesiges Geisterheer mit in die Tiefe riss.

Luzifer antwortete während seines Falles in die einsamen Tiefen der Tiefen zu einem unbekannten ihm nachfolgenden Wesen: 

,Siehe, als ich noch war ein Fürst alles Lichtes, da wurde mir gezeigt ein mattes Flämmchen. Dieses hätte ich sollen anbeten; denn es wäre die ewige Liebe Gottes. Dieses konnte ich nicht glauben in meinem Strahlenglanze und sah mich weit erhaben über das matte Flämmchen. Und siehe, da ergriff mich der Grimm meiner Lichthöhe. Ich entzündete mich noch mehr und wollte vernichten mit meinem Lichte das Flämmchen gänzlich; allein da erfaßte mich der göttliche Zorn, und ich wurde geschleudert hierher in diese ewige, finstere Leere, welche ich erst nach Ewigkeiten erreicht habe.‘ 

Und seht, da sah ich auf einmal das Flämmchen über dem Haupte dieses Wesens schweben, und das Wesen aber sprach wieder zu mir: ,Luzifer, erkennst du Mich jetzt?‘ – Und ich antwortete: ,Ja, Herr, ich erkenne Dich; Du bist Gottes Liebe und reichst weiter als Seine unendliche Zornflut. Sieh mich an in Deiner Gnade, und schaffe mir ein festes Plätzchen, damit ich Ruhe finden möchte in dieser ewigen Leere!‘ [HGt.01_040]...Und seht, da rollte eine Träne aus dem hellen Auge der ewigen Liebe hinab in die finsteren Räume der Ewigkeit und ward zum großen Gewässer. Und die Liebe hauchte über die großen Gewässer in der Tiefe, und die Wasser teilten sich, und da wurden der Tropfen zahllose aus den Gewässern. Und das Flämmchen über dem Haupte der ewigen Liebe dehnte sich aus im Augenblick und entzündete die Tröpfchen zu zahllosen großen Sonnen; die Sonnen aber sprühten in der Wärme der ewigen Liebe Erden, und diese ihre Monde..... 

Diesen gewaltigen Schöpfungsakt der erbarmenden Liebe nennt die Menschheit heute kalt und dumm "Urknall" ohne dessen Ursache auch nur zu ahnen. Der Weltverstand leugnet jede göttliche Ursache. Luzifer belügt und betrügt nach wie vor die Menschheit und will keine Seele freilassen aus seinem materiellen Reich, dem kosmischen Netz. 

 

Uns jedoch laßt dieses Flämmchen suchen, finden und lieben ! Die Sehnsucht ist der Wegweiser. 

Das sanftmütige Flämmchen erklärte sich als erstes Wesen bereit, allen Gefallenen zu helfen, sie aus dem Tod zu erlösen und zurückzugeleiten in die Seligkeiten der Himmel, und hielt Sein heiliges Wort, das nie vergehen wird und die Wahrheit selbst ist. Es sagte in den großen Zeiten der Zeiten: 

Ich bin in die Welt gekommen als ein Licht, damit, wer an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe. Wer mich verachtet und nimmt Meine Worte nicht an, de r hat schon seinen Richter: Das Wort, das ich geredet habe, das wird ihn richten am Jüngsten Tage ! 

 .... begreifet Meine Liebe, welche so viele Worte verschwendet, um ein kleines geistiges Flämmchen in euren Herzen anzuzünden – während sie mit einem Machtwort Sonnen von ungeheuren Größen angezündet hat....[Sg.01_025,60] ! 

Jesus Christus hat die Welt besiegt und uns den Weg gezeigt. Er ist unser Heiland und Erlöser. Sein mächtiger Geist ist stets bei uns. Er reicht Dir, mir,  uns allen auch in diesem Augenblick Seine heiligen Hände zur Rettung aus Tod und Materie mit ihren Inkarnationskreisläufen. Ergreif diese Hände der Liebe ! 

Liebe Freunde, wir sollten uns immer wieder erinnern, daß der Herr zwar die Liebe in Person ist, und zu uns auf Erden gekommen ist als die "gezeigte" Liebe Gottes, als die "vorgestellte Liebe Gottes, aber es gibt auch gewisse Kriterien, die wir Nachfolger Christe erfüllen sollten:  

 "Wer nicht mit Mir sammelt, der zerstreut!" "Wer Mein Jünger sein will, der nehme sein  Kreuz auf sich und folge Mir nach!"  (Und zwar ohne zu Murren !)

***

"Liebe Gott über alles !"

 

 

Keineswegs ist das Erdenleben gerade eines Arbeiters im Weinberg Gottes paradiesisch. Krankheit, Leid, Verachtung, Versuchungen aller Art, Not und am Schluß der Tod sind das zu tragende Kreuz. Nicht frage: "Warum muß auch ich leiden, obwohl ich Jesus liebe ?! Warum hilft mir nicht das Sonnenheilmittel, warum nicht Lourdes ?!", sondern bedenke, daß das Erdenleben sehr kurz ist, danach aber jeder ewig selig sein wird, erlöst von jeglichem zu Inkarnation und weiterem Leid führenden belastendem Karma. Glaube und vertraue Gott und wisse, daß dieses oder jenes Leid ebenso wie die Krankheiten zur Erlösung höchst weise angeordnet oder zugelassen wurden und bar aller Weltliebe leicht ertragen werden können. Vertraue darauf, daß Du nicht allein bist oder gar im Stichgelassen wirst von den himmlischen Mächten !    

Denke auch, daß nicht Gott unser Leid will, daß aber Satans Rotten als Geistwesen und in Menschengestalt jede Gelegenheit ausnutzen werden, um uns zu schaden, die wir Gott lieben und sowohl uns selbst als auch andere aus den Fängen Satans erlösen helfen können. Sie wollen uns zu Lieblosigkeiten reizen, damit wir wieder auf ihre Stufe zurückfallen, wo uns Gott gegen unseren Willen nicht helfen kann. Deswegen:  

Liebet auch eure Feinde! Seid sanftmütig ! Wachet und betet, daß ihr nicht fallt, denn Satan geht umher wie ein hungriger Löwe. 

Weil aber unsere Schwäche so groß und Gottes Liebe unendlich ist, wacht der Herr Selbst über alles und keine Seele kann Satan Ihm nehmen, die Gottes Wort aus Liebe befolgen will. 

Ich, der heilige Vater Selbst, bin euer großer Schutzgeist, und werde aus Meiner großen Liebe immer wieder Gelegenheiten schaffen, durch welche ihr am ehestens zur völligen Wiedergeburt des Geistes gelangen könnt.  

Viele - auch tätige Christen - hadern mit Gott und verstehen weder ihre Krankheit noch ihr Leid oder das anderer frommer Menschen. Die übleren weisen wie Adam und Eva alle Schuld von sich und schieben sie auf die Erziehung oder gar den Schöpfer selbst. Der Vater aber sagte: 

[BM.01_020,27] Siehe, wie unrecht du dem Schöpfer tust! Erkenne das, und sei demütig; denn mit aller deiner Entschuldigung wirst du bei Gott ewig nicht auslangen, da alle Haare gewogen sind! Liebe Gott über alles und deine Brüder, so wirst du die rechte Gerechtigkeit finden! Es sei!“ 

*** 

Christus ist nicht allein gekommen, sondern mit mächtigen Heerscharen von Engeln, ohne deren geheimen Beistand wir blinden Menschen Satan List und Heimtücke völlig unterlegen wären. Nicht daß Gott die Engel und Erzengel unbedingt bräuchte, nein, ER tut es wegen ihrer Seligkeit, die darin besteht, uns zu helfen und IHM dienen zu können aus Liebe. Jeder Mensch hat deswegen mindestens drei beschützende Geistwesen Gottes bei und um sich: 

[Er.01_050,05]   Diese Geister aber sind das, was ihr „Schutzgeister“ nennt, und es sind Engel und große Engel, die alle da Einfluß nehmen: und da gibt es keinen Menschen, der nicht wenigstens drei Schutzgeister, zwei Engel und einen großen Engel hätte, über die noch ein Siebenter wacht, Den ihr schon wohl kennet! 

Es geht um Dich ! Auf der einen Seite Luzifers Scharen - auf der anderen die Engel der Himmel. Wem reichst Du, der Du selbst bestimmen darfst, die Hand zum Sieg ?! Der Welt und ihren vergänglichen Freuden oder dem Himmel und Seinen Engeln, die Dich aus der Materie erlösen wollen, wozu aber auch ein Kreuztragen gehört ? - Der Herr tröstet:

Matthäus

11,29 Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir;
denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig;
so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.
11,30 Denn mein Joch ist sanft, und meine Last
ist leicht.

"Ruhe finden" für unsere unvollkommenen halben Seelen, Ruhe in der Vollkommenheit! -Angst vor dem Alleinsein, Angst vor der Zukunft, geistige Blindheit, aber manchmal auch Sehnsucht nach dem Dual treiben die Seelen durch viele schmerzhafte Inkarnationen, die nicht sein müßten bei einer gerechten Ausrichtung unserer Liebe (666 => 600-60-6 ). 

Doch schauen wir auf das Flämmchen, das Licht, das die Herzen finden läßt, das Licht der Liebe, die auch aus den zwei Hälften, die sich verloren, wieder eine mächtige selige Einheit voller Licht und Liebe bilden wird. 

Sind die Wege der weiblichen und der männlichen Seelen auch verschieden, so hält der Liebelichtstrahl aus dem Gottesfunken beide Wesen zusammen und sorgt sich um sie wie Mutter und Vater. Denn für immer getrennt werden dürfen sie nie ! Das wäre Satans Sieg und unser Ende. Andererseits ist eine Verbindung erst in diesem Flämmchen, im Neuen Jerusalem, möglich wenn beide Teile dafür reif sind. Das zusammengehörende Gute und das Wahre bilden auf alle Fälle eine mächtige Einheit. Getrennt sind beide hilflos, blind und schwach. Deswegen Gottes Schutzmacht für uns, die eigenmächtige Übergriffe Satans verhindert. 

Gott, Abedam, Jesus usw. liebte das weibliche Geschlecht genauso wie das männliche, wie uns die Offenbarung lehrt. In Gottes Angesicht sind die äußerlich getrennten Wesen nach wie vor eine Einheit. Wenn Gott zum Mann spricht, so spricht er gleichzeitig zur Frau. Deswegen das Mißverständnis vieler, die meinen, daß Gott in der Bibel scheinbar vorzugsweise nur mit Männern verhandelt. Gott kennt den Unterschied zwischen den Teilwesen gut, aber ER behandelt beide stets gemeinsam, indem ER dem Mann das Licht der Liebe in Worten gibt und der Frau die Macht der ehelichen Liebe schenkt. Gott ist vollkommen. Er liebt keine halben Sachen, Er spricht zu beiden Teilen wie zu einem. 

Hast Du Dich noch nicht gefragt, wer ganz persönlich unter "Dein Nächster" zu verstehen ist ? Hast Du Dich noch nicht gefragt, warum wir beten: "Vergib und unsere Schuld?" Das ist nicht nur kollektiv, sondern auch ganz persönlich gemeint. 

Alles Göttliche hat zwei Seiten: Eine gute und eine wahre. Diese zwei Seiten gehören zusammen wie bei einer Batterie die Pole, wie Yin und Yang - sie sind unser Vorbild in Gott, der ebenfalls aus zwei Wesenheiten besteht: Liebe und ihr Licht, persönlicher Vater und seine herrliche Gottheit. Die Seite, die seit unsere Schöpfung zu uns gehört aber abgerissen wurde, ist unser Dual. Dieses ist unser Aller-Nächster. Natürlich gesehen kann man auch jeden Menschen, der uns begegnet als Nächsten auffassen, sogar die Geschöpfe Gottes wie Tiere und Pflanzen fallen im weiteren und weitesten Sinn darunter. All diesem gilt ebenfalls das Liebegebot in abgewandelten Stufen. 

Auch alles Menschliche hat auch zwei Seiten: Eine gute und eine böse. Die böse Seite gehört zur Erdschwingung, erntfernt uns von Gott, will uns an die Materie und den Reinkarnationskreislauf fesseln. Solange Böses wie Schmutz an uns klebt, kann weder das Irdische verlassen noch das sog. Dualwesen gebunden werden. Jesus allein konnte das Böse überwinden. - Er allein kann uns reinwaschen und wiederverbinden zu einem Engel. Vorher sind die Duale noch äußerlich getrennt, helfen sich aber gegenseitig, wenn sie sich einmal gefunden haben. Das geschieht zunächst unbewußt durch den Zug der Liebe und Sehnsucht, später immer bewußter und seeliger. Hat durch Gottes weisen Ratschluß eine schon sehr vollendetes Geistwesen sein Dual gefunden, das noch auf niedriger Stufe steht oder inkarniert ist, so offenbart es sich zumeist nicht, hilft aber tatkräftig und betet unablässig bis das andere ergänzende Wesen in Liebe zum Vater auferstanden ist. Das Flämmchen und die Sehnsucht verbindet beide innerlich jederzeit. 

Kein Geistwesen, das seine Ergänzung gefunden hat und weiß, daß es auf Erden weilt, wird zusehen, tatenlos und gleichgültig, was dem anderen beschieden ist und widerfährt: Es wird Hilfe leisten und in die Ereignisse eingreifen.

Jeder Geist benötigt einen anderen zu seinem Fortschritt und zur Vollendung und es muß einleuchten, daß nicht immer beide zusammengehörige Geistwesen, also die Duale, gleichzeitig im Diesseits oder Jenseits leben. Dies ist sogar recht selten der Fall. Dann aber genügt ein Ruf im Herzen und der jenseitige Partner ist zur Stelle, wenn er nicht schon als ein himmlischer Schutzengel ständig wachen kann.


Gottvater hat in Jesus auf der Erde Wegweiser aufgestellt, so daß jede willige Seele aus diesem Jammertal herausfindet. Diese Wegweiser sind zum einen das Wort Gottes, das Jesus vorlebte, zum anderen zahlreiche Engel in Mission auf Erden.

So möge auch unser kleines Licht, das den Abend regiert, dem matten Flämmchen der Liebe sich untertan machen, damit das große Liebelicht aufgehen kann ! Hören wir auf die Stimme des Herzens :

Im Gefühle ist's gelegen, was das Leben mag begreifen.

Und auf allen finstren Wegen mag das Licht allein nur reifen,

wenn das Leben im Gefühle sich dir gibt getreu zur Kunde

unter gläubig lichter Hülle, treu in jeder Zeit und Stunde.

 

Magst du reden, disputieren, was dir immer mag gefallen,

magst dich geistig instruieren, was das Leben in den Allen

nimmer doch wirst du es finden, was in sich da ist das Leben.

Im Gefühl nur wird sich's künden, wie das Leben ist gegeben.

 

Darum lebe im Gefühle, treu nach alter Lebenskunde,

und in aller Herzensstille auf dem öden Erdenrunde!

Dann lebst du ein wahres Leben selbst ein Leben, dir gestellet,

treu und wahr von Gott gegeben, also auch von Ihm erwählet! –

So denn fühlet sich das Wahre selbst als ein'ge Kraft hienieden;

und einst über Zeit und Bahre reicht es dir den ew'gen Frieden.

(Lorber: Das Gefühl. – 7. August 1842, Sonntag, nachmittags [HiG.02_42.08.07,01] )