Von: j-herbst
Gesendet: Montag, 24. September 2001 01:51
An: Freundeskreis-Lorberliste@yahoogroups.ca
Betreff: [Freundeskreis-Lorberliste] Veden Schmankerl
Liebe
Freunde!
Zu den Veden
noch ein Schmankerl.

Da verblaßt
mein Briefengel reichlich ( habe ihn deshalb
dienstsuspendiert
). Die vedische Vorstellung des Himmels ist der katholischen sehr ähnlich. Klar erkennbar ist die
Strukturierung im 3. Himmel. Krishna ( Christus ) in Mitten. Man bedenke die
Stelle in Großglockner, wo die seligen Verwandten im 2. Himmel zu sehen sind.
So haben die großen Seher den "echten" Himmel, der in der echten
"physikalischen" Atmosphäre existiert gesehen und erlebt.
Ein Erlebnis zu dem Bild aus
dem Großglockner
[Gr.01_011,01] Was lehren und
predigen die Berge denn noch?
[Gr.01_011,02] Was die Berge
noch lehren und predigen, davon kann sich ein jeder unbefangen denkende
Gebirgsbesteiger auf den ersten Blick überzeugen und in seinem Gefühle recht
klar und deutlich die Worte vernehmen, welche also lauten dürften:
[Gr.01_011,03] „Siehe uns
an, du staubbelasteter Erdenpilger, wie frei und unabhängig wir von
unsern hohen Scheiteln in die weite Ferne der Schöpfungen Gottes dahinblicken!
Eine freie Luft weht um unsere Stirnen, und der Sonne Strahl bricht sich sanft
über unsere hohen Rücken! Kein Grenzstein sagt hier dem Wanderer: ,Bis hierher
und nicht weiter!‘, sondern wo immer er seinen Fuß hinsetzt, betritt er
seinen eigenen Boden. Denn von dem Boden, auf welchem er geboren ward, muß
gesteuert werden; wir aber sind ohne Grenzsteine, und für unsere Scheitel wird
keine Steuer entrichtet. Daher bist du, Wanderer, auf unseren Höhen völlig zu
Hause!“
[Gr.01_011,04] Daß diese
Worte vollkommen richtig sind, davon kann sich ein jeder leicht überzeugen,
wenn er je solche hohen Triften der Gebirge betritt. Wie da seine Augen einen
weitgedehnten Sehkreis bekommen, also bekommt auch sein Gemüt einen
weitgedehnten Gefühlskreis, und dadurch werden seine Gedanken mit dem Gefühl
vereinigt, und er,
der vielleicht noch nie im
Herzen gedacht hat, empfindet nun zum ersten Male, wie süß, lieblich und frei
die Gedanken des Herzens schmecken, und um wie vieles weiter sie sich über den
Horizont des gewöhnlichen Verstandes erstrecken.
[Gr.01_011,05] Wenn solches
nun der Fall ist, wird es da nicht behaglicher in dem armseligen Kopf, da auch
um seine Stirn freiere Lüfte aus dem hohen Reich der Geister wehen?! Und wird
es nicht einheimischer und traulicher sein, sich allda zu befinden, wo die
Strahlen des sonst so hitzigen Verstandes sanft gebrochen werden und sich nach
solcher Brechung gar lieblich in das frei gewordene Herz hinabsenken?!
[Gr.01_011,06] Wo ist auf
diesen Höhen ein Zollverein der Gedanken anzutreffen und wo eine Taxierkammer
dessen, was da ist ein freies Eigentum des unsterblichen Geistes?! Wo ist da ein
Grenzstein anzutreffen, über welchen die fühlende Seele nicht treten soll?!
[Gr.01_011,07] Ja, hier lernt
der unbefangene Wanderer – wenn er nicht mit verstopften Ohren und verbundenen
Augen solche Höhen betritt –, was das heißt: frei sein in der Höhe seiner
Gedanken und in der Tiefe seines Gefühls, und wie selig es ist, wenn diese zwei
sich unbefangen die Hände reichen können, und wie selig da der Gedanke an Gott
ist, wenn Ihn der Wanderer aus der Tiefe seines Herzens frei bekennen und Ihn
lieben und anbeten kann in dem freien großen Tempel der Unendlichkeit!
[Gr.01_011,08] Saget Mir,
welcher nur einigermaßen innerlich geweckte Mensch wird nicht von diesem
heiligen Gefühl beseelt sein, so er sich an einem heitern Morgen auf einer
solchen geheiligten Höhe befinden möchte?!
[Gr.01_011,09] Der Mensch kann
zwar auch in der Tiefe Heiliges und Großes denken; aber es geht ihm dabei, als
wenn er mit ziemlich hungrigem Magen in einem Buche die Beschreibung einer guten
Mahlzeit liest, bei welcher Gelegenheit ihm die wirkliche Mahlzeit ums
Hundertfache lieber wäre denn hundert noch vortrefflichere
Mahlzeitbeschreibungen, von denen er aber dessenungeachtet dennoch nichts abbeißen
kann.
[Gr.01_011,10] Also ist auch
auf solchen Höhen ein inneres Gefühl und die innere Wahrnehmung gerade um so
viel kräftiger und mächtiger gegen das, was er in seiner Kammer empfindet, als
um wieviel da kräftiger und mächtiger ist eine wirkliche Mahlzeit gegenüber
einer beschriebenen. Oder welcher Mensch hat ein lebendigeres Gefühl: einer,
der seine lebendige zukünftige Braut am Arme führt, oder derjenige, der sich
dieselbe mit den allerschönsten Farben kunstgerecht entweder gemalt oder
beschrieben hat? Sicher wird ein jeder die lebendige ergreifen und wird dem
andern sein Gemälde und seine Beschreibung unangetastet lassen!
[Gr.01_011,11] Also ist es
auch hier der Fall! Auf solchen Höhen findet der Wanderer gastfreundlichst
dasjenige, was ihm in der Tiefe alle Mühe und Anstrengung nicht zu geben
vermag. Daher ist es wohl gar gut und nützlich in jeder Hinsicht, sich zu öfteren
Malen die Mühe nicht gereuen zu lassen, eine oder die andere Gebirgshöhe zu
besteigen. Der Gewinn ist ja ein doppelter und reichlicher: Fürs erste werden
dadurch alle naturmäßigen Lebensgeister gestärkt; jedoch ist dieser Gewinn
der geringere, obschon eine Gebirgsbesteigung besser ist denn zehn Apotheken und
ebensoviel der renommiertesten Ärzte. Bei weitem größer aber ist der Nutzen für
den Geist, weil dieser eine so große Stärkung von seiner ursprünglichen
Heimat aus bekommt.
[Gr.01_011,12] Wer von euch,
so er Gebirge bestiegen hat, wird sich dessen nicht erinnern, daß ihm zwischen
den hohen Alpen traulicher und heimlicher zu Gemüte war, als wenn er sich in
einer noch so volkreichen Stadt befinden möchte?!
[Gr.01_011,13] Woher rührt
denn solches Gefühl?
[Gr.01_011,14] Frage nur die
Berge, und sie werden dir alsbald durch eben dieses Gefühl sagen: „Siehe, was
dir dein inneres Gefühl – freilich wohl noch etwas dunkel – sagt, ist volle
Wahrheit; denn hier bist du wahrhaft zu Hause, und zwar im Kreise deiner vielen
Voreltern, welche sich in entsprechender Weise schon lange hier überselig
befinden!“
[Gr.01_011,15] Sehet, solches
alles lehren auch die Berge! Was lehren und predigen sie aber noch? Höret sie
nur ferner an; sie wissen noch allerlei zu erzählen!
[Gr.01_011,16] Um euch
solches, was da noch kommt, ein wenig näher vor Augen zu stellen, so will Ich
euch auch eben aus einer solchen Gebirgsbegebenheit ein kurzes Histörchen zum
besten geben:
[Gr.01_011,17] Es war einmal
ein frommer Mann; er war an Jahren schon sehr vorgerückt. Dieser Mann hatte gar
viele Prüfungen zu bestehen, und unter diesen Prüfungen war auch diese eine
der stärksten, daß er bis auf seine jüngste nahezu zwanzig Jahre alte Tochter
alle seine Kinder samt seinem ihm überteuren Weibe verlor.
[Gr.01_011,18] Also stand er
nun allein mit dieser seiner Tochter da, ein Häuschen am Fuße einer bedeutend
hohen Alpe bewohnend, bei dem sich eben so viele Grundstücke befanden, daß sie
ihn und sein Töchterchen nebst einer bejahrten Magd und einem alten Knecht kümmerlich
ernährten.
[Gr.01_011,19] Dieser Mann
betete in Gesellschaft seines Töchterchens oft und viel zu Mir, weinte dabei
auch viel um die Seinigen und hatte oft eine große Sehnsucht, ihnen bald
nachfolgen zu können.
[Gr.01_011,20] Als er einmal
an einem Sonnabend mit seiner Tochter nahezu über die Mitternacht hinaus
gebetet und geseufzt hatte und er samt der Tochter betend und seufzend
einschlief, da träumte es der Tochter, als sei sie mit dem alten Vater auf dem
höchsten Gipfel der Alpe gestanden. Und wie sie da freudig um sich her blickte
in die weiten Fernen hinaus, da bemerkte sie alsbald eine ganze Menge lieblich
weißer Wölkchen der Höhe zuschweben, und als diese Wölkchen vollends zu der
Höhe hinangeschwebt waren, da gewahrte sie alsbald, daß diese Wölkchen
vollkommen menschliche Wesen waren. Diese Wesen waren anfangs verschleiert; aber
bald lüfteten sie ihre Schleier, und sie, die Tochter nämlich und der alte
Vater, erkannten sogleich überseligen Herzens, daß diese Wesen ihre
vorangegangenen Teuren waren, von denen die Mutter alsbald zu ihrem geliebten
Gatten trat, ihn herzte und koste. Der Gatte, als der Vater der Tochter, aber
weinte vor übergroßer Freude ob dieses seligen Wiedersehens. Darauf aber begab
sich die Mutter zur Tochter, küßte sie und sagte zu ihr:
[Gr.01_011,21] „Liebe
Tochter, also wie du dich mit deinem Vater jetzt allhier befindest, eben also
sollet ihr euch beide morgen nachmittag hier befinden, da werdet ihr noch mehr
sehen und empfinden denn jetzt; aber darob sollet ihr daheim nichts versäumen,
was euch was immer für eine Ordnung der Dinge vorschreibt!“
[Gr.01_011,22] Nach diesen
Worten erwachte die Tochter sogleich und weckte durch ihr Erwachen ihren noch
schlafenden Vater, und da dieser den Anbruch des Tages merkte, so blieb er nach
alter Gewohnheit auch sofort wach, stand auf, kleidete sich an und weckte dann
auch das Hausgesinde. Nach dieser Arbeit aber begab er sich wieder in sein
Zimmerchen, allwo er sein Töchterchen schon angekleidet und das Morgengebet
verrichtend fand.
[Gr.01_011,23] Er segnete sein
Töchterchen und küßte es, kniete dann selbst nieder und verrichtete mit ihm
seine Morgenandacht. Als aber beide damit fertig waren, da standen sie auf, das
Töchterchen umarmte seinen alten Vater und küßte ihn gar traulich und
herzlich, so daß der Vater es ihm ansah, daß es übergewöhnlich fröhlichen
und heiteren Mutes war. Er fragte es auch alsobald: „Mein liebes Töchterchen,
wie kommt es denn, daß du heute gar so munter und fröhlich bist?“
[Gr.01_011,24] Das Töchterchen
aber sagte zu ihm: „Aber lieber Vater, hat denn dir heute gar nichts geträumt?“
[Gr.01_011,25] Der Vater aber
erwiderte: „Es kommt mir wohl vor, als hätte mir etwas geträumt; allein was,
– das wäre mir unmöglich herauszubringen!“
[Gr.01_011,26] Das Töchterchen
aber erzählte nun dem Vater seinen Traum, welchen er mit großer und sichtbarer
Bewegung seines Gemütes anhörte und dann nach der beendeten Erzählung sagte:
„Höre, mein liebes Töchterchen, was dir geträumt hat, das wollen wir heute
auch in der Wirklichkeit ausführen!
[Gr.01_011,27] Daher wollen
wir uns sogleich jetzt in der Frühe in die nicht ferne Kirche begeben, daselbst
dem Gottesdienste wohlandächtigen Herzens beiwohnen, sodann zu Hause unser Mahl
nehmen und uns dann in Begleitung unseres alten Knechtes hinauf auf die Höhe
begeben. Wenn wir nur eine Stunde vor dem Mittage fortgehen, so sind wir bis zum
Nachmittag um die dritte Stunde ja gar leicht auf der besagten Vollhöhe unserer
herrlichen Alpe und können bei dieser Gelegenheit auch im Namen des Herrn
nachsehen, was unser Hausvieh und unsere zwei Hirten da oben machen, und ob
alles gesund und in gutem Zustande ist.“
[Gr.01_011,28] Wie gesagt,
also auch getan! Um 3 Uhr nachmittags stand unsere kleine Familie schon auf der
Vollhöhe; wie aber das Töchterchen es im Traume gesehen hatte, so sah sie auch
jetzt in der Wirklichkeit ganz gleiche Wölkchen sich gegen die Höhe begeben.
[Gr.01_011,29] Als diese Wölkchen
näher und näher kamen, bemerkte sie auch der Vater und mit ihm auch der alte
Knecht; und als die Wölkchen endlich vollends die Höhe umschwebten, da
gestalteten sie sich auch alsbald zu den im Traume schon kundgegebenen Wesen.
[Gr.01_011,30] Als der alte
Vater in diesen Wesen die Seinigen erkannte und sah, wie diese auch gar so
liebend ihn umfingen, daß er darum nicht im geringsten mehr zweifeln konnte, daß
das wahrhaft seine seligen Teuren seien, da weinte er laut vor Freude und dankte
Mir mit dem inbrünstigsten Herzen, daß Ich ihm noch in diesem Erdenleben eine
so große Seligkeit habe zukommen lassen.
[Gr.01_011,31] Nach solchem
Dankgebet aber wurde seinem Geiste die innere Sehe völlig geöffnet. Da sah er
alsbald die ganze Höhe verklärt und verwandelt in eine himmlische Gegend und
sah da die herrlichen Wohnungen der Seinigen. Und aus einer Wohnung sah er einen
Mann treten, der da hatte ein großes Gefolge; und dieser Mann begab sich
geradewegs zu unserm alten Manne hin und sagte zu ihm:
[Gr.01_011,32] „Sieh, mein
lieber Sohn, wo es auf der Erde bunt und lebendig zugeht, da sieht es im Geiste
leer und tot aus; wo es aber auf der Erde aussieht, als hätte der Tod für alle
Zeiten seine Ernte gehalten, da ist es im Geiste um so lebendiger und
lebensvoller!
[Gr.01_011,33] Siehe, auf den
hohen Alpen wächst zwar kein Getreide, und es sind keine Weinberge, keine
Fruchtbäume, wie auch keine Goldbergwerke anzutreffen, was aber dafür
anzutreffen ist im Geiste, das siehst du jetzt im Geiste durch die Gnade des
Herrn vor deinen Augen enthüllt!
[Gr.01_011,34] Du wirst noch
eine kurze Zeit die Erde mit deines Leibes Füßen betreten; wachse aber in
dieser Zeit in der Liebe zum Herrn! Und siehe dort neben meiner Wohnung einen
zweiten herrlichen Palast; dieser ist schon für dich bestimmt und für die
Deinigen, wenn du das Zeitliche verlassen und antreten wirst das freie, ewige
Leben!“
[Gr.01_011,35] Bei diesen
Worten erkannte unser alter Mann, daß dieser Redner sein irdischer Vater war,
– nach welcher Erkennung das selige Gesicht alsbald verschwand. Unsere
Wanderer behielten davon das lebendige, selige und stärkende Gefühl, priesen
und dankten Mir darauf für solche erzeigte Gnade und kehrten sodann heiteren
und gestärkten Mutes wieder in ihre irdische Heimat zurück.
[Gr.01_011,36] Der bisher
traurige Mann verlebte dann die übrige Zeit noch recht heiteren Mutes und voll
Liebe und Dankbarkeit zu Mir auf der Erde; und so sich seiner noch dann und wann
eine überflüssige Schwermut bemächtigte, dann machte er, wenn es nur immer
seine leiblichen Kräfte gestatteten, alsbald einen Besuch unserer
vorbezeichneten Höhe, von welcher er allzeit wieder neu gestärkt zurückkehrte.
[Gr.01_011,37] Sehet, solche
Geschichten erzählen auch die Berge, – wenn auch nicht für jedermann mit
vernehmlichen Worten, aber desto mehr mit einer sehr wahrnehmbaren Einflüsterung
in das Gefühl der Seele und durch diese auch zur Liebe des Geistes.
[Gr.01_011,38] Wenn ihr euch
zufolge dieses Wissens bei guter Gelegenheit auf irgendeinen Berg von einer
bedeutenderen Höhe begebet und euch daselbst solche Gefühle anwandeln, so könnt
ihr daraus sicher schließen und sagen: „Ja, das sind wahrhaft heimatliche Gefühle!
Wie süß und angenehm sind sie, und wie herrlich muß es sein für diejenigen,
welche sich schon für ewig in diesem stillen Heimatlande befinden!“
[Gr.01_011,39] Denn ihr könnt
es glauben, daß solche Gefühle nicht etwa allein Wirkungen der für sich
dastehenden Höhen sind, sondern sie entstammen den euch umgebenden seligen
Geistern, die gleich Mir euch vorangegangen sind, um für euch eine bleibende Stätte
zu bereiten. Doch müsset ihr dabei etwa nicht einseitig sein und denken:
„Dieser oder jener Berg ist es, wo solche Wohnungen im Geiste aufgerichtet
sind!“, sondern was hier gesagt ist, das gilt zumeist von jedem Berge, auf
welchem die Grenzsteine des zeitlichen Eigentumsrechtes weit voneinander
abstehen.
[Gr.01_011,40] Ähnliche Gefühle
möget ihr wohl auch schon auf unbedeutend hohen Hügeln gewahren; aber lebendig
werden sie erst da, wo die Axt des Holzhauers nichts mehr zu tun hat.
[Gr.01_011,41] Solches also
erzählen, lehren und predigen auch die Berge. Was sie aber außerdem erzählen,
lehren und predigen, das wollen wir noch in der vorletzten Mitteilung mit vieler
Klarheit dartun; daher lassen wir es für heute wieder gut sein!
J.Herbst