Liebe Freunde,
in seiner E-Mail vom 3.9. hat Dirk angeregt, mal über die Bedeutung von
Träumen zu reden. Das wurde bisher nicht aufgegriffen, ich möchte deshalb ein
paar Anstöße zum gemeinsamen Nachdenken darüber geben, denn es ist ja nicht
unwichtig zu erkennen, in welche "Schublade" der Traumäußerungen unsere
eigenen Träume gehören, um daraus Schlüsse für sich selbst ziehen zu können.
Dabei geht es aber nicht darum, eigene Träume der Gruppe vorzutragen.
In GEJ 01.037,08 steht eine grundsätzliche Aussage über die Träume:
"Ich (der Herr) aber sagte: Was die Seele im Traume schauet, das ist alles
ihrer Art. Ist die Seele im Wahren und Guten aus dem, was Ich euch lehre zu
glauben und zu tun, so sieht sie auch im Traume Wahres und kann sich daraus
Gutes fürs Leben schaffen; ist aber die Seele im Falschen und daraus Bösen,
so wird sie im Traume Falsches sehen und daraus Böses bilden."
Da hiernach alles in unseren Träumen von uns selbst ist (von der Art der
eigenen Seele), so sieht die eigene Seele im Traum Wahres oder Falsches,
Gutes oder Böses und kann damit für sich etwas daraus bilden und für das
eigene Leben schaffen.
Wie kann man mit Hilfe dieser Kernaussage mit Blicke auf die eigenen Träume
richtige Schlussfolgerungen ziehen, um für sich eine Nutzanwendung aus den
Bildern der eigenen Träume zu bekommen?
Vielleicht kann da die Mitteilung durch Raphael in GEJ 08.135 und 136 ein
wenig weiterhelfen (Raphaels Rede über das Wesen der Träume). Raphael teilt
die Träume in drei Kategorien ein: "drei unterscheidbare Schau- und
Wahrnehmungsgrade!"
a) Hier "ruht der innere Geist noch so untätig wie der Pflanzengeist im
Keimhülschen eines Samenkorns, ..." Dieser Schau- und Wahrnehmungsgrad wird
von Raphael als "pur naturmäßiger" bezeichnet.
Vermutlich darf man das, was z.B. C.G. Jung über Träume sagt, hier einordnen:
"Ein Traum sagt niemals (wenn man materiell denkt), was man tun sollte. Die
Natur macht einem nie Vorschläge." (aus "Traumanalyse", S. 242) Und weiter
mit Rapahael: "So des Leibes Sinne im Schlafe wie tot und untätig ruhen, da
beschaut die Seele, die nicht schlafen und tot werden kann, ein und das
andere aus den materiellen Gebilden in sich, belebt sie auf einen Momente und
erheitert (erfreut) sich, so sie auf etwas Schönes und Angenehmes geraten
ist; ist sie aber auf etwas Arges und Unschönes geraten, da wird sie auch im
Traume etwas ängstlich (bekommt Angst) und müht sich ab, der sie bedrängenden
Erscheinungen durch den vollen Rücktritt in ihres Leibes Fleisch los zu
werden" (Ziff. 4). Warum aber gerät die Seele im Traum auf etwas Angenehmes
oder Unangenehmes? Und noch mal weiter mit Raphael: "Was eine Seele in
solchem ersten Schaugrade in einem Traum ersieht, hat dann freilich keine
objektive, sondern nur eine leidende, subjektive und verbandlose Realität;
denn sie beschaut da nur in der materiellen Weise ihr eigenes Weltkonglomerat
und ist dabei zum Teil tätig und zum Teil leidend" (Ziff. 5). Die
allermeisten Träume werden wohl in diese Kategorie gehören.
b) Hier "befindet sich eine Seele in der Übergangsstufe von dem ersten
Sehgrade in den zweiten und höheren. In diesem Falle ist die Seele von ihrem
pur Materiellen schon mehr isoliert, tritt gewisserart aus ihrem Fleische,
setzt sich durch ihren Außenlebensäther mit der Außenwelt in eine volle
Verbindung und sieht und fühlt da Fernes und Wahres aus den auf sie
einwirkenden Lebens- und Sachverhältnissen auf der Erde" (Ziff. 6). Solche
Zustände wird man als Fernfühlen- und Fernerkennen bezeichnen dürfen. Wenn
ich das richtig sehe, dann geht es hier nicht um Zustände in der eigenen
Seele (wie unter a)), sondern um Zustände irgendwo außerhalb dessen, der
"träumt". Das hier erlangte Wissen geht beim Aufwachen meist wieder verloren;
manche Menschen könne solche "Traum-Eindrücke" jedoch in das Fleischgehirn
herüberholen und dort aufzeichnen (Ziff. 7 - 10).
c) Wieder Raphael in Kap. 136: "Der volle zweite und wohlunterscheidbare
höhere Schau- und Fühlgrad der Seele tritt im Leibesleben wie auch im Traume
dann ein, wenn der Geist in der Seele also tätig zu werden anfängt, wie der
Pflanzengeist im Samenkorne, so er aus der eigentlichen Seele," (verkürzt) zu
keimen und Wurzeln zu schlagen beginnt (Ziff. 1). "Alles das aber geschieht
durch die stets steigende Tätigkeit des Geistes in der Seele." Hier ist das
Schauen und Fühlen der Seele kein dumpfes Ahnen mehr (wie unter b)), sondern
schon ein helles und klares Bewusstwerden aller Lebensverhältnisse, wie sich
dieselben sich zum eigenen Leben verhalten" (Ziff. 2). "Der Mensch erkennt in
diesem zweiten und höheren Schaugrade sich und auch Gott und kann da auch die
Geister oder respektive Seelen der sowohl schon verstorbenen, als auch noch
im Fleische lebenden Menschen schauen und auch beurteilen, wie sie beschaffen
sind" (Ziff. 3). Solche Traumgesichte sind dann "Hellsehen" und wieder
Raphael dazu: "... und es wird da wenig Unterschied mehr zwischen dem
Hellsehen im wachen Zustande oder im leiblich schlafenden Traumzustande eines
Menschen sein" (Ziff. 3).
Nach meiner Meinung kann man dieser Dreiteilung durch Raphael entnehmen, dass
sich unsere Träume vorwiegend in der Kategorie unter a) bewegen, und so sind
viele Träume, die uns in der NO beschrieben werden eher zur Kategorie b) oder
c) gehörend.
Ích fände es hilfreich für uns, wenn wir einen Meinungsaustausch über das
Traumgeschehen nach Kategorie a) führen würden, denn ein besseres Verständnis
zu gewinnen, weshalb man Gutes und Schönes oder Falsches und Unschönes
träumt, kann ja hilfreich sein. Dabei muss man ja eigene Träume nicht vor der
Gruppe ausbreiten.
Herzliche Grüße
HGt.01_000,13] Und nun denn allen Segen und jegliche Gnade den rechten Lesern, die eines reinen Herzens und eines guten Willens sind. Amen