Vortrag anläßlich der Swedenborg-Tagung im Mai 2001 in Horath

von Arnulf Kreuch:

 

Der Tempel Salomos II

 

 

Abendvortrag

 

Einleitungsgebet:

Um uns in dieser Gemeinschaft mit dem Herrn und Heiland Jesus Christus zu sammeln, werden wir still. Himmlischer Vater, wir bitten Dich, laß uns nun zur Ruhe kommen und andächtig werden. Gib uns Einsicht in das, was Du sagen möchtest. Schließe unsere Herzen auf, damit wir recht begreifen, was Du uns mit dem Bilde des Tempels wahrlich sagen möchtest. Führe uns dahin, daß dieser Tempel in uns erstehe. Du bist der Tempel Selbst als die Liebe und Weisheit. Du bist die Kraft, die in alle Ewigkeit zum Heile Deiner Schöpfung wirkt. Amen.  

Vergegenwärtigen wir uns kurz das, was wir morgens gehört haben:

Der erste Zustand, unsere Innewerdungen aus der Liebe und Weisheit Gottes ging verloren.

Auch der 2. Zustand ging verloren, um aus der Wahrheit, aus der Weisheit und aus dem Glauben in die Liebtätigkeit zurückgeführt werden zu können. Der Mensch war ohne Liebe und Glaube im wahren inneren Bezug. Es blieben Gedanken übrig, äußere Zuführungen, äußere Darstellungen des Herrn, Seines Reiches und unseres Weges zu Ihm.  

Der Tempel fiel nicht aus den Himmeln, sondern er erstand genau in dieser geistigen Entsprechung in der Zeit, an einem Ort, in der Weise und in der Art mit entsprechenden Materialien. Alles wurde auf Gott und auf unseren Weg, den wir zu Ihm zu nehmen haben, zugeführt.  

Jetzt betrachten wir das Tempelleben und werden auf die Feierlichkeiten aufmerksam gemacht, die dort im Laufe eines jeden Jahres stattfanden. Wir beziehen jetzt also die Menschen mit ein. Es gibt 3 grundlegende Feste.  Es ist das Passahfest , das Fest der Erstlingsfrüchte und das Laubhüttenfest. 

Emanuel Swedenborg schreibt hierzu in den „Himmlischen Geheimnissen“:

„Dreimal sollst du Mir im Jahre ein Fest feiern. Das Fest des ungesäuerten Brotes sollst du halten, 7 Tage sollst du Ungesäuertes essen, wie Ich dir geboten habe zur bestimmten Zeit (März/April), denn in demselben Monat bist du aus Ägypten ausgezogen und man soll nicht leer erscheinen vor Meinem Angesichte. Und das Fest der Ente, der Erstlinge deiner Werke, die du gesät hast auf dem Felde und das Fest der Einsammlung am Ausgang des Jahres, wenn du deine Früchte eingesammelt hast von dem Felde. Dreimal im Jahr sollen alle deine Mannsleute  erscheinen vor dem Angesicht des Herrn Jehova. Du sollst nicht opfern über dem Gesäuerten das Blut Meines Opfers und das Fett Meines Festes sollst du nicht über Nacht stehen lassen bis zum Morgen. Das Erste von den Erstlingen deines Bodens sollst du bringen in das Haus Jehovas, deines Gottes. Du sollst das Böcklein nicht kochen in der Milch seiner Mutter.“ 

Hierüber denken wir ein wenig nach über das, was wir selbst mit diesen Festen erleben und in Erinnerung bringen  können.  

Die Zahl drei steht für das Ganze. Wir sollen nicht nur zu Weihnachten, Ostern und Pfingsten in die Kirche gehen, die 3 steht vielmehr für permanent. In der 3 klingt auch die Trinität, das Ganze auf. Am 3. Tag ist der Herr auferstanden von den Toten, hier hat sich etwas vollendet. Es ist keine summarische, sondern mehr eine inhaltliche, ständig in Bewegung seiende Verlaufsform. Dies sollen die Feste darstellen, es ist das Fortlaufende von einem niederen über einen mittleren zum höchsten, vollendeten Zustand. 

Das erste Fest, das Passahfest, soll das Volk Israel daran erinnern, wo es denn gewesen ist, in welcher Lage es sich befand, nämlich in der Sklaverei in Ägypten und damit in der Knechtschaft. Dies ist ein Bild für die Menschen in der geistigen Entfernung von Gott, in der Knechtschaft von anderen Wissenschaften, auch Geisteswissenschaften im Besonderen oder Religionen und anderer wertbildenden Erkenntnissen und Wissenschaften. Dort sind die Kinder Israels gewesen, weil sie an ihren Gott Jehova nicht Genüge hatten. Dessen sollen sie gedenken. Der Herr hat sie wieder von dort zurückgeführt.  

An diesem Passahfest werden mehrere Riten gefeiert. Beim Auszug aus Ägypten wurden die Türpfosten mit Blut bestrichen, um die Bewohner vor den Plagen zu schützen, die über die Ägypter fielen, weil sie die Israeliten nicht aus der Knechtschaft entlassen wollten. Dieses Ritual ist ein Zeichen dafür, daß der Herr Seine Kinder erkennt. Jetzt wissen wir , daß Er in unserem Herzen wohnt und uns aus unseren Herzen erkennt. Dieses äußere Zeichen hat Er nicht mehr nötig, das aber als Vorbildung für unseren geistigen Weg herangezogen werden kann.  

Erinnern wir uns an das Wort des Herrn: „Ich stehe vor Deiner Tür!“ Aus der Verlaufsform ersehen wir, daß der Herr über Seinen himmlischen Himmel, dem geistigen Himmel an unseren Menschengeist anklopfen möchte, an unser inwendiges, uns nicht bewußtes Sein, dort, wo wir in unserer tiefsten Tiefe wohnen. Dort möchte Er anklopfen.  Dort gibt es noch eine Tür von dem inwendigen zum äußeren Menschen, in unser Tagesbewußtsein. Der Herr kommt von innen, wir sollen Ihm von außen entgegenkommen. Wenn wir dazu bereit sind, was sich in der Kennzeichnung der Tür  ausdrückt, dann kommt Er uns entgegen. Diese Kennzeichnung soll besagen, daß wir Seine Wahrheiten auflegen (die Tür bestreichen), damit sie sich für uns als eine Tür der Wahrheit erweist. Dann  läßt Er uns durch die Tür Seiner Wahrheit schreiten.  

Um welche Wahrheit geht es denn bei diesem Fest?

Es geht um erste Erkenntnisse. Der Name des Herrn soll wieder bekannt werden. Dies ist eine allgemeine Wahrheit und eine Aufforderung: „Mach dich wieder bekannt mit dem Namen des Herrn!“  Dies können wir zunächst ganz äußerlich begreifen, um welchen Gott wir uns versammeln sollen. Soll es Buddha, soll es Allah, soll es eine andere Gottheit sein oder wollen wir uns ergreifen, um uns um Jesus, Jehova, zu versammeln? Dies sind die allerersten Gedanken, Ideen und Richtungen, die wir haben sollten. Wir sollen mit dem Wesen Gottes ein wenig bekannt und vertraut werden. Wir sollen etwas von der Beschaffenheit Gottes in unsere Erfahrung bringen, um zu erkennen, wer und wie Gott ist, in den ersten Ansätzen und gleichermaßen in diesem Spiegel dürfen wir sehen, wer wir sind, alles in erster Erkenntnis.

In der Schöpfungsgeschichte wird auch von einer Feste gesprochen, auf der wir uns begründen sollen. Diese Feste scheidet zugleich die Wasser des Himmels und der Hölle, die Wasser des Herrn von den Wassern der eigenen Einflüsse, Erkenntnisse und Wahrheiten. Wir gelangen dann in einen Zustand, in einer Idee oder in einer Anwendung, damit wir erkennen können, was und wie der Herr ist und wie wir sind. Daraus gehen wir in den notwendigen Zustand der Buße ein , um uns darin weiter zu besinnen. 

Der Weltmensch, der eine solche Begrifflichkeit nicht in sich trägt, denkt nicht daran, Buße zu tun. Er läßt sich durch nichts und über nichts erschüttern. Nur derjenige, der mit den neuen Erkenntnissen und Wahrheiten im ersten Schöpfungstag bekannt gemacht wird, der beginnt zu unterscheiden und läßt sein Gemüt erschüttern.  

Nach der Auswanderung aus Ägypten folgt erst eine 40-jährige Wüstenzeit, in der die Menschen umgebildet werden. In dieser Phase werden sie auf den kommenden und wachsenden geistigen Einfluß vorbereitet. Wir sollen nicht Gesäuertes essen bedeutet, daß wir das Falsche ablegen und das Wahre und Gute in uns aufnehmen sollen.

Dies alles wird mit diesem Fest verbunden.

 

Nach dem Passahfest folgt das Fest der Erstlingswerke 

Dieses Fest deutet an, in welche Richtung unsere Umbildung und Zuführung gehen soll, die in der Genesis mit den nächsten Tagen beschrieben wird. Jetzt  gehen Sonne und Mond als die großen Himmelslichter auf.

Das Fest der Erstlinge, so sagt Swedenborg, ist auch ein Gedenken, eine Signatur für das Einziehen in das Land Kanaa, wo jetzt in unserem inwendigen Menschen das Geistig-Himmlische einfließen möchte. Hierbei ist der inwendige Mensch eine Drehscheibe, der Mittler zwischen den  Himmeln und unserem natürlichen und körperlichen Weltmenschen. Jetzt möchte der Himmel in die Gefäße einfließen, die im 2. Vorhof stehen. Dies soll das Ernten , Reinigen und Einbringen der Erstlingswerke besagen. Dies sind unsere ersten Bemühungen, damit wir durch unsere Worttaten die ersten Früchte einbringen. An den Werken, an den Früchten werdet ihr sie erkennen. Nach unseren Werken und Taten werden wir gerichtet. Alles dieses ist ja doch die Zuführung, damit der Mensch wieder in die tätige Liebe des Abel kommen kann. Der Mensch muß aber nach der ersten Erschütterung und Buße gereinigt werden. Im Gleichnis von dem Weinstock spricht der Herr auch von dem Reinigen der Früchte. 

Schauen wir in unser Leben zurück, wo wir schon aus und für den Herrn  gelebt haben.

Betrachten wir unsere Taten nunmehr aus einer anderen Perspektive, so können und müssen wir feststellen, daß sie noch nicht rein gewesen sind. Unsere Willensverfassung war vielleicht gut. Es kamen aber noch andere Taten heraus. Gut war, daß wir Herz, Hand und Fuß zusammenbringen wollten. Noch lange war aber das Ergebnis nicht gut, sodaß der Vollender und alleinige Vollbringer in unserem inwendigen Menschen noch eine Menge zu tun hat.

Die ersten drei Tage sollen uns anregen bereit zu sein und zu sagen, so will ich es nicht mehr, ich möchte lieber der Intention der Gebote nachkommen. „Du sollst nicht“ ist die Intention. Da steht nicht, tut dies und jenes, sondern es wird gewichtet „du sollst nicht“. Wir sollen also von unseren früheren Werken lassen und dafür unsere Kraft und unsere  neue Einsicht einbringen. Erst dann kann der Herr, ohne unseren freien Willen einzuschränken, im inwendigen Menschen in den Fluten unserer Sündflut, die wir nicht überblicken, die Reinigungsarbeit beginnen. Unsere früheren Werke legen wir auf dem Opferaltar im zweiten Vorhof. Dort wurden Rauch- und Schlachtopfer gebracht. Diese Opfer beziehen sich auf das Verstandesgebiet, auf unser falsches Denken. Wenn wir unser falsches Denken in Liebe aufgeben, erbringen wir ein Brandopfer. Dann werden unser Verstehen und unsere menschliche Liebe wieder gereinigt. Wir müssen lernen, alles Gott zuzurechnen. Dies sind auch die Erstlingsgaben unseres Bodens. Alle Gaben kommen von Gott. Wir dürfen nicht in den schlimmen Fehler verfallen, unsere Werke uns selbst zuzurechnen. Auch diese Zurechnung ist ein zu erbringendes Opfer. Hierdurch bilden wir uns um und werden bußfähig. Von nun an sagen wir, alles, was uns der Herr gegeben hat, bleibt Angehör des Herrn. Haben wir diese Erkenntnis nicht, dann stehlen wir. Dies ist der innere Sinn auch dieses Gebotes. Alles, was wir erhalten, rechnen wir Ihm im Gefühl, in Gedanken, im Bewußtsein und im Gebet zu und geben es Ihm wieder als Morgengabe zurück.

In diesem Zustand ermahnt Er, daß wir das Böcklein nicht in der Milch seiner Mutter kochen sollen. Wir können mit diesem Bild zunächst nichts anfangen, wenn wir dafür nicht den Schlüssel für den inneren Sinn erhalten. „Wir beim Pflügen zurückblickt, ist nicht geschickt für das Reich Gottes!“ Dieses Bild sagt dies auch. Es betrifft unser früheres Verständnis. Wir sollen das neue Geschehen nicht mit unserem früheren Verständnis bewerten, aus dem früheren Denken nicht handeln, weil wir dadurch wieder zurückfallen.

All dies sind Ermahnungen des Herrn, die Er uns aus Seiner Liebe gibt und die in diesem Fest eine Bedeutung haben.

 

Laubhüttenfest 

Das Jahr geht zu Ende, es ist Erntezeit. Auch Trauben werden geerntet, die das Geistige symbolisieren.

Das 3. Fest bezeichnet Swedenborg als das Fest der Einsammlung der Landes-Früchte. Beim 2. Fest ging es um das Einziehen in Kanaa und das Auskundschaften des Landes. Es wurde nach Früchten gesucht und nach Möglichkeiten für ein häusliches Einrichten, damit der Mensch in einem richtig verstandenen Sinne wieder zur Ruhe kommt. Dies bedeutet nicht auszuruhen, sondern aus der Ruhe und Frieden des Herzens, aus der nun wieder geborenen, erschlossenen Liebe des Herzens liebtätig zu sein. Dann sind wir nicht hektisch, unruhig und haben Angst oder fühlen uns von der Welt geplagt. „Siehe, Ich hab die Welt überwunden, Meinen Frieden gebe Ich euch!“, spricht der Herr. Dann haben wir Sabbat, den 7. Tag, die Ruhe des Herzens, den liebevollen Pulsschlag und ein Tätigsein aus und in diesem Geiste.

Swedenborg spricht von „wohnen“. „Hier laßt uns Hütten bauen!“ Hier kann es jetzt wirklich geschehen. „Siehe, Ich gehe euch eine Wohnung zu bereiten!“, hat Er gesagt. Wenn wir uns soweit an Ihn angenähert haben und annähern durften, dann wohnen wir wahrhaft. Dann beginnt ein großes Sammeln. Es sind dann nicht nur die Erstlingsfrüchte, es sind dann schon ausgereiftere Taten, in die wir einbezogen werden konnten. Wir konnten am Werk des Herrn teilhaben und an Seiner sich weiterentwickelnden Schöpfung. 

In diesem Sinne  fügt sich alles zusammen, wie wir es nochmals in dieser Darstellung sehen können: 

Wir können also auch alle Festlichkeiten im und um den Tempel als ein Bild des fortwährenden Prozesses für unsere Wiedergeburt sehen.

Das erste Fest, das Passah-Fest, ist der Auszug aus dem Wisstümlichen. Das Verständige ist nach Swedenborg das Wisstümliche. Über das Wisstümliche und über das Vernünfteln oder Nachdenken kommen wir zu bestimmten Einsichten und Umsichten  im besseren Sinne. Über unsere Gefühle können wir uns ergründen wie es mit uns steht, wenn wir darauf achten und sie reflektieren. Dann wird dies in eine neue Wahrheit umgebildet und in den Tagen 2-3 ein besseres Leben, das mit unserer Buße beginnt. Geschieht dies und sind wir dazu bereit, so kommt uns der Herr aus Seinem Reiche in den Tagen 4-6 entgegen, noch bevor dies alles in Bewegung gesetzt werden konnte und sich der Mensch noch im Kampf, in seiner Umbildung befindet. Möchten wir Ihm in Sein Reich folgen, dann werden wir mit Seiner himmlischen Liebe begabt. Hier beginnt Seine Kirche, die Kirche Adam, wie sie vor dem Fall gewesen war. Alles dies spielt sich im inwendigen Menschen ab. Die Segnungen, die Empfindungen und Gedanken dringen in unser Tagesbewußtsein. Im Tagesbewußtsein befinden sich die großen Opferaltäre, an denen und um die Jesus wesentlich wirkt. Wenn wir dies alles in einem bestimmten Grad nachvollziehen, dann fließt Er in uns mit Seinem himmlischen Reich ein.  

Dies ist der Sinn der drei Festlichkeiten, die mit ganz bestimmten Riten, Abläufen und Zeremonien im Tempel verbunden waren. Alle Feierlichkeiten wurden von Priester geleitet. Befassen wir uns ein wenig mit ihnen.

Auf den Priester zielen alle Bewegungen ab, er leitet uns durch das Fest und geht uns in der Bewegung voran. Dies ist auch geistig zu sehen. Swedenborg sagt, daß der Priester, der Mensch, der in den Gewändern steckt, den Herrn Selbst vorbildet. Er ist der eigentliche Mensch. Die Kleider stellen Sein himmlisches Reich dar. Wieder haben wir in dieser Darstellung der äußeren Form eine Verbindung vom himmlischen in das geistige Reich . An dem Priester an sich war nichts Heiliges, obwohl es welche gegeben hat. Melchisedek war der letzte Heilige Priester.

Der Priester sollte darstellen und es kam darauf an, ob er eine Gottverbindung herstellen konnte.

Als Mensch stellte er den Herrn in Seiner göttlichen Liebe dar und  seine Kleider das geistige Reich.

Es gibt 3 Kleidungsstücke mit den Farben rot, blau und weiß. Betrachten wir die Kleider vom Leib ausgehend. Ganz eng aufliegend trug er zuunterst den weißen Leibrock. Swedenborg sagt, daß jeder Zustand des Menschen die Trinität widerspiegelt. So hat auch das geistige Reich diese Trinität in sich. Es hat das Zentrum als Ausgangspunkt des Himmels. Es hat eine Mitte, wo das Originäre des geistigen Reiches ist und es gibt den Bereich, der die Schöpfung mit dem geistigen und himmlischen Bereich verbindet und durchwirkt. Die drei Kleidungsstücke repräsentieren diese Zustände.

Der weiße Leibrock steht in direkter Verbindung zum Herrn, zum himmlischen Reich. Swedenborg sagt, daß er weiß ist, weil er die vom Herrn ausgehende Weisheit und die Unschuld der Liebe symbolisiert. Dis ist auch der wesentliche Zustand im himmlischen Himmel.

Darauf trägt er den blauen Rock. Blau ist in der Entsprechung die Liebe zur Weisheit. Das Wesen des geistigen Reiches ist die Liebe zur Weisheit. Sie befähigt uns, in die Liebtätigkeit zu kommen und in eine göttliche Liebeordnung einzutreten. Am unteren Rocksaum befinden sich symbolische Granatäpfel und Schellen. Der Granatapfel ist eine besonders hochwertige Frucht und ist ein Symbol der Liebtätigkeit die Frucht des neuen bereinigten Glaubens. Die Schellen sollen ihn sozusagen hinaustragen. Mit ihrer Schwingung und ihrem Klang sollen sie dieses Ereignis künden. Die hinausgetragene Frucht soll die Nutzwirkung dieses Reiches in der Mitte sein.

Jetzt verbindet sich dieses geistige Reich mit dem natürlichen Reich. Swedenborg beschreibt einen dritten Himmel, der der natürlich-geistig-himmlische Himmel ist. Dort wirkt der geistige Himmel mit dieser Begabung der Liebe zur Weisheit und Liebtätigkeit hinein. Hier befinden sich die Menschen noch in einem anderen Zustand, der unter dem des geistigen Himmels liegt.

Über dem blauen Kleid befindet sich der rote Überrock. Rot ist nach Swedenborg das Gute aus dem Wahren zum Natürlichen. Rot ist schon eine etwas sinnliche Farbe. Von daher kommt man schon in eine natürlichere und noch nicht so umfassend gereinigte Form. Immerhin ist sie eine himmlische Verfassung und darf nicht mit unserer natürlich sinnlichen gefallenen Neigung verwechselt werden, die wir mit der sinnlich roten Farbe verbinden.  Auch das Äußerste kommt vom Herrn. Es strahlt vom Brustbereich über das Brustschild aus.

Das Brustschild ist mit 12 Edelsteinen bestückt. Es bezieht sich auf das Willens- und auf das Verstandesgebiet, das vom Herrn kommend über dieses Brustschild herausleuchtet. Insbesondere geht es um das Leuchten der Steine Urim und Tumim. Diese beziehen sich auf das Gute , auf die Liebe und auf das Wahre, auf den Glauben. Aus den Facetten der 12 Edelsteine strahlen Liebe und Weisheit aus und stellen die zwölf Stufen des Glaubens dar. Die Edelsteine finden wir auch im himmlischen Jerusalem. Sie geben Kunde vom Wesen und von der Beschaffenheit und von den Um- und Zuständen dieses Reiches und seiner Verfassung.

So weist uns der Priester als das Abbild des Herrn den Weg durch  die Feierlichkeiten der Feste, durch den Tempel und durch unsere seelisch-geistigen Institutionen. Alles zusammen ergibt ein Bild des Herrn und beleuchtet den Weg unserer Wiedergeburt.

Wenn wir uns jetzt noch einmal die 2. Darstellung betrachten, so sehen wir den Herrn in der Mitte. Der Tempel wurde etwa 70 n. Chr. abgerissen. In der Offenbarung erscheint der Tempel nicht mehr. Im 12. Kap. des Matth.-Evangeliums sagt der Herr: „Größeres als der Tempel ist hier!“ Hierbei deutete Er auf Sich!  Diese Aussage liegt auch in dieser Darstellung. Er kommt von Zion im Aufgang der Sonne, durchschreitet Seine Himmel, Er durchschreitet den Tempel, geht aus ihm hervor und war auf Erden Mensch geworden. Auf Erden war und ist Er der lebendige Tempel Selbst.  

Der Vorhang im Tempel zerriß als erstes Zeichen zu Seiner Todesstunde, die nach Seiner Kreuzigung Seinen Hinübergang , Seine Vollendung und Wiedervergöttlichung beinhaltete. Sein menschlicher Körper hauchte Seinen Geist aus und gab Ihn wieder für Sein Reich frei. Er verschied also nicht wie ein gewöhnlicher Mensch, sondern wir dürfen darin das Erlösungs-Geschenk, die Bekräftigung, das Ausgießen des Heiligen Geistes erblicken. Der Riß im Vorhang weist darauf hin, daß sich etwas grundlegend verändert hat. Mit der Tempelzerstörung schließt eine Entwicklung ab, in der der Tempel als vorbildende Kirche seine Aufgabe und Funktion eingelöst hatte. Sie war in dieser Form nicht mehr nötig. So wurde das Vorbild dieses Tempels als Kristallisationspunkt zerstört und das Volk in alle Himmelsrichtungen zerstreut. Hierdurch war das Ende einer Vorbildung in der Geschichte des Herrn mit den Menschen erreicht.  

Jesus Christus hat aber gesagt: „Ich bin nicht gekommen, auch nur ein Jota zu streichen, sondern zu erfüllen!“ Er hat jedes Wort erfüllt und lebendig dargestellt. Er hat alles vorgelebt, was wir zu diesem Tempel erfahren haben und selbst schon wissen. Er hat aus jedem Buchstaben Seine Leben herausgelockt und uns als Vorbild gegeben. Jetzt können wir an Ihm, an Sein Leben und Seinen Weg Maß nehmen und Rückschlüsse für uns selbst ziehen. Aus dem Sinnbild des Tempels ist das lebendige Vaterherz erwachsen. Wir können uns an Seinem Herzschlag anbinden.

Nach dem Alten Testament sollen wir den Zehnten geben und wir sollen 1/5 freiwillig hinzufügen, was wir haben und besitzen. Dies ist jetzt nicht mehr buchstabenmäßig nachzuvollziehen, sondern wir haben uns zu fragen, was hat Jesus zu einem solchen oder zu einem anderen Punkt lebendig als Lehre gegeben. Wenn ich die Reste des Wahren und Guten aus dem Herrn in meine fünf Gefäße eingefüllt bekommen  möchte, die im zweiten Vorhof neben dem Opferaltar standen, so muß ich zuvor selbst etwas dazu beitragen, nämlich den fünften Teil - und der ist der geringste Teil -. Dies muß ich opfern und bereinigen lassen. Es ist das, was ich im Natürlichen durch Emotion und Intellekt als unrein wahrnehme. Jesus hat dies vorgelebt. Er ging in die Wüste, um sich durch Versuchungen  abzuöden . Er hat Seine Seele durchdrungen, bis in das Kreuz geläutert und in das Göttliche geführt. Dies alles sind Prüfungen bis in die Verzweiflung hinein.

Dies alles müssen wir nicht mehr so buchstabenmäßig sehen, es ist nicht erforderlich, sklavisch von allem den Zehnten zu geben. Wir sollen vielmehr von den Umtrieben des Lebens Abstand nehmen. Wir müssen uns auch nicht dreimal am Tag bis zum Ellenbogen die Hände waschen, bevor wir essen. Auch das ist ein Bild. Wir sollen unsere Handlungen reinigen, wenn wir uns mit Ihm, im heiligen Abendmahl essend und trinkend verbinden. Dies ist der Ausdruck der hingebenden Liebe.  

Im Johannes-Evangelium spricht der Herr: „Brechet diesen Tempel ab, in 3 Tagen will Ich ihn wieder aufbauen!“  Er wußte wohl, daß die Juden darunter den äußeren Tempel verstanden. Er spricht aber von Sich Selbst und Seinem Leib als die Verkörperung Seiner Liebe. Er sprach vielmehr von Seinem Geisttempel, die Er in Seine Welt gestellt und in unsere Herzen errichten möchte. Mit dem “Es ist vollbracht!“ hat Er hierfür in allen Menschenherzen einen Grundstein gelegt.  

Auch im Lukas-Evangelium finden wir einen Bezug auf dem Tempel: „Tage werden kommen, in denen nicht ein Stein auf dem anderen gelassen wird..!“  Er ergänzt diese Worte, die bei den Juden wie ein Paukenschlag wirken mußten: „Sehet zu, daß ihr nicht verführt werdet!“ Hierdurch deutet Er an, wie dies alles zu verstehen ist. Nicht das Äußere und die Darstellung zählt, sondern ab jetzt zählt mit dem Anbruch der neuen Zeit, daß wir im Inneren geistig wieder hergestellt werden. Er möchte in unserem Inneren den Tempel Seiner Liebe und Wahrheit errichten. Wir sollen nicht über dem Steintempel trauern, sondern wir sollen auf das Neue dieser Zeit achten. Unsere Herzen sollen wieder mit Seiner Liebe und Weisheit erfüllt werden.  

Mit dem Kommen des Herrn ist ein großer Zustandswechsel eingetreten. Bis zu Seiner Ankunft, so spricht der Herr durch Swedenborg, konnte Er nur über Seine Engel und Geister auf die Menschen einwirken. Mit Seiner Menschwerdung hat Er eine direkte Brücke geschlagen und ein direktes Dasein in die menschlichen Herzen gelegt. Dies ist etwas Neues und Großartiges. Deshalb sagt ER, daß wir nicht auf den Steinhaufen blicken, sondern nur noch auf unsere innere Verfassung achten sollen. Hierauf  bezieht sich auch das Gespräch, das der Herr mit dem Weib am Jakobsbrunnen geführt hat:  

„Herr, ich sehe, daß DU ein Prophet bist. Unsere Väter haben auf diesem Berg angebetet und Ihr saget,  daß in Jerusalem der Ort sei, wo man anbeten solle.“

„Weib, glaube Mir, es kommt die Stunde, da ihr weder auf diesem Berge noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. Ihr betet an und wisset nicht was. Wir beten an und wissen was. Denn das Heil ist aus den Juden. Es kommt aber die Stunde und ist jetzt da, da die wahrhaftigen Anbeter den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten werden. Denn auch der Vater sucht solche als Seine Anbeter. Gott ist Geist und die Ihn anbeten, müssen Ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.“ 

Jesus hat die Voraussetzung hierfür in unsere Herzen gelegt. Was heißt es denn, im Geist und in der Wahrheit anzubeten?  Dies heißt, wir sollen in der tätigen Liebe sein, im Liebegottesdienst. Dies ist der Geist der Liebe und der Geist der Wahrheit. Es ist etwas ganz Warmherziges und Tätiges. Dies soll auch „ora et labora“ beinhalten. Es ist eine ständige Vergewisserung und Rücksprache, damit wir in uns in jedem Moment unseres Lebens wahrnehmen, was zu tun und zu lassen ist. All dies heißt in dem Geist und in der Wahrheit anzubeten. Von einem besonderen Ort, von besonderen Um- und Zuständen ist nicht mehr die Rede. Jesus weist auf Sich Selbst hin. Er Selbst ist das lebendige Beispiel.  Nicht der Zeremonientempeldienst ist geboten, sondern ein Leben und das das Wirken  wie das des barmherzigen Samariters, das auch ein Sinnbild für den umgekehrten verlorenen Sohn ist. Hier wird wirkliche Liebtätigkeit ausgedrückt und durch unsere Handlungen in die Welt hineingetragen. Dies kann jetzt und in jedem weiteren Augenblick stattfinden und sich im Menschenherzen verankern.  

In der Johannes-Offenbarung wird diese Liebeslehre und die Möglichkeit, Ihm zu folgen, beschrieben. Lassen wir uns von dem Glanz und dem Leben dieser Worte, die in uns liegen, berühren: 

„Und Er führte mich im Geist hinweg auf einen großen und hohen Berg und zeigte mir die Heilige Stadt Jerusalem, herniederkommend aus den Himmeln von Gott. Sie hatte die Herrlichkeit Gottes. Ihr Lichtglanz war gleich einem sehr kostbaren Edelstein, wie ein kristallener Jaspisstein...

Und die Stadt liegt viereckig. Ihre Länge ist so groß wie ihre Breite und Er maß die Stadt mit dem Rohre, 12000 Stadien die Länge und Breite und Höhe.

Die 12 Tore waren 12 große Perlen.

Ich sah keinen Tempel in ihr, denn der Herr, Gott, der Allmächtige ist ihr Tempel und ihr Lamm...

In der Mitte ihrer Straße und des Stromes diesseits und jenseits der Bäume des Lebens, der 12 Früchte gibt und jeden Monat seine Frucht gibt und die Blätter des Baumes sind zur Heilung der Nationen.

Und Nacht wird nicht mehr sein und kein Bedürfnis nach einer Lampe und einem Licht der Sonne. Denn der Herr Gott wird über ihnen leuchten und sie werden herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit...“        

Das alles ruht in uns und lebt außerhalb von uns in der geistigen Welt. Wir können es zur lebendigen Wirklichkeit machen, wenn wir uns in der Nachfolge der tätigen Liebe Jesu Christi begeben. Er als das Lamm ist der Mittelpunkt des Ganzen. Er Selbst ist der lebendige Tempel. Dies ist Demut, Dienst und Unschuld sowie die herrlichste, wonniglichstem hingebende Liebe. 

„Ich bin nicht gekommen, daß Mir gedient werde“, spricht der Herr, „sondern daß Ich euch diene!“  Deshalb sind auch alle Maße im Himmlischen Jerusalem gleich. Da ist nichts höherwertiger.  Die Liebe, der Glaube und das Tun  drücken diese Maße aus. Sie sind gleichwertig und nicht voneinander zu trennen. Wir können hier mit Emanuel Swedenborg sprechen, wenn er die göttliche Liebe und Weisheit im Auge hat. Sie sind nicht unterscheidbar eins. Dieser Zustand wird ewig sein, wenn wir ihn in Anwehungen erlangen dürfen. Dafür trägt der Herr in Seiner Vorsehung und Vorhersehung Sorge, daß wir diese Dinge als ewige Frucht und ewiges Geschenk behalten dürfen. Wir erinnern uns: Das Geschenk unseres Innewerdens, die göttliche Liebe schmecken, sehen und fühlen zu dürfen, ging verloren. Das Geschenk,  aus Glauben in die Annäherung zurückkehren zu können, ging auch verloren. Damals befand sich der Mensch zur Zeit Adams noch im Zustand des Kindes. Er hatte sich ihn noch nicht willentlich, wissentlich erworben und im Leben erprobt. Es war ihm sozusagen eine überkommene Gabe oder ein Geschenk. Es war daher in dieser Anlage auch möglich, daß dieses Kind mit diesem Geschenk unsachgemäß umgeht.

So war es auch mit der zweiten Gabe zur Zeit Noah´s. Alles das mußte wohl so sein, damit der Mensch in der Menschheitsentwicklung geistesgeschichtlich durch Jahrtausende hindurch und so ja auch im Erdenleben der christlichen Kirche erst einmal eigene Erfahrungen machen konnte. Es waren keine widergöttlichen blinde Betriebsunfälle , sondern etwas, was den Menschen auf die neue Ordnung willentlich ausrichtet. Dieses Geschenk muß durch die Erfahrung, die wir dadurch gewinnen, durch die Geschichte, durch unser persönliches Leben erworben werden. All diese Zustände, die wir mit dem Tempel verbinden, durchleben wir heute mehr oder weniger auch. Am Ende unserer Zuführung können wir das ewige Heil bewußt aufnehmen. Dies geschieht alles vor dem Hintergrund des verlorenen Sohnes, der da sagt: „Ich will mich aufmachen!“  Damit tritt er , damit treten wir in das Erwachsenen-Zeitalter ein und gehen einst über in das Greisenalter, wo auch dann noch viel gelernt werden kann, wo wir dann wieder werden wie die Kinder, aber auf einer ganz anderen Ebene unserer persönlichen Erfahrung und Umbildung , die unsere Wiedergeburt folgen lassen. 

Dies ist schon ein ganz anderer Zustand. Wir selbst können dies an Beispielen nachvollziehen, in denen wir etwas durch unachtsames Leben verloren haben. Wo wir vielleicht wieder angeregt worden sind und gerungen haben. Dann konnte es uns möglicherweise – Gott sei Dank  - zurückgegeben werden, wenn auch in einer anderen Form.  Dann schätzen wir dies um so mehr. Wenn wir durch einen Unfall z. B. vorübergehend nicht mehr gehen konnten, dann fühlen wir uns wie neugeboren, wenn die Heilung erfolgreich war. Wenn wir etwas Verlorenes wieder zurückbekommen, dann halten wir es für heilig und besonders wertvoll.  

Genauso ist auch die Führung und Zuführung des Herrn von der Kirche Adam´s bis zur jetzigen christlichen Kirche, in der sich alles vollenden wird. Dadurch, daß der Mensch aus Vernunft und freiem Willen eigene Erfahrungen gemacht hat, ist er nunmehr bereit, diese dem Herrn zum Opfer und zur Bearbeitung zu übergeben.  

Zum Tempel mußte der Mensch gehen, dort stand er auf dem hohen Berg. Jetzt können wir entdecken, daß es die Stadt Gottes und den Tempel, der Er Selbst ist, in uns gibt und in uns erschlossen werden kann. So nah, so lebendig und so mitteilsam ist uns Gott gekommen. Die 7 Tage der Genesis können von uns in der Erfüllung der tätigen Liebe aus dem Herrn durch unsere Umbildung und Wiedergeburt erlebt werden. Damit kann dann die Nutzwirkung- Bringung in uns als Lebensthema aufklingen. 

Hierzu noch ein Text aus „Himmel und Hölle“ von Swedenborg. Er durfte in den Himmel blicken und Engel sehen, wie sie in der Vielfalt wunderbarer, liebevoller Tätigkeit leben. Wir dürfen übersetzen: „Wie im Himmel, so auf Erden!“ So sind auch wir aufgerufen, begabt und bevollmächtigt aus Jesus Christus,  ebenso auf Erden nach Einbrüchen, Versuchungen, Umbrüchen ebenso zu leben und zu empfinden, wie es Swedenborg aus den Himmeln aufzeichnen durfte:  

„Fast alle, die in das andere Leben eintreten, nehmen an, daß die Hölle wie auch der Himmel für jedermann gleich ausfalle. In Wirklichkeit bestehen in beiden unendliche Mannigfaltigkeiten und Verschiedenheiten. Auch sieht nirgends die Hölle oder der Himmel für den einen völlig gleich wie für den anderen aus. Es gibt ja auch nirgends einen Menschen, Geist oder Engel , der dem Anderen vollkommen gliche und wäre es auch nur in den Gesichtszügen. Als mir auch nur der Gedanke kam, zwei könnten einander völlig ähnlich oder gleich sein, setzten sich die Engel und sagten, jedes Eine werde durch die harmonische Übereinstimmung Vieler gebildet und die Beschaffenheit dieses Einen richtet sich nach der Art der Übereinstimmung. Auf diese Weise bilden auch jene himmlischen Gesellschaften eine Einheit. Dasselbe gelte für alle Gesellschaften des Himmels und dies allein aus dem Herrn durch die Liebe.  In gleicher Weise zeigen die Nutzwirkungen in dem Himmel jede Mannigfaltigkeit und Verschiedenheiten und nirgends gleicht der Eine vollkommen dem Anderen. Dasselbe gilt auch für die damit zusammenhängenden Freuden, ja mehr noch, die Freuden einer jeden Nutzwirkung sind unzählig und diese unzähligen wieder Gleicherweise verschieden. Dabei sind sie doch in eine Ordnung miteinander verbunden und aufeinander bezogen, ebenso wie die Nutzwirkungen eines jeden Gliedes, Organs und Eingeweideteils im Körper. Ja noch mehr. Sie verhalten sich wie die  Nutzwirkungen jedes Gefäßes oder jeder kleinsten Faser in jedem Glied, Organ oder Eingeweideteil, die samt und sonders in einer Weise zusammenspielen, daß sie im Anderen und somit in Alle und Allen in jedem einzelnen Gutes erblicken. Auf dieser Grundlage dieser allumfassenden, besonderen Bezogenheit aufeinander wirken sie als Einheit.“  

Wir dürfen erblicken und sind aufgerufen, unser Liebespfand, unsere Pfunde mit denen wir wuchern sollen, zu entdecken, die Jesus für uns bereit gelegt hat. Wir alle sind jetzt in der guten und glücklichen Lage, diese Pfunde anzunehmen und mit ihnen wuchern zum Wohle des Nächsten  zu dürfen. Dies ist die neue Zeit, die ewig sein wird. 

         

  Bearbeitete Niederschrift nach einer Kassettenaufzeichnung von Peter Keune                                    von A.u.L. Broß

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Beitrag von Joachim Herbst:

Herzlichen Dank!

Die Ausarbeitung und Deine Sammlung sind wirklich großartig. Ich freu

mich so über die Bilder. Ich werde versuchen, Arnulf anzuschreiben, ob

er  Lust hat, die Arbeit zu dem Kommentierungsprojekt beizusteuern.

Vielleicht gelingt es einmal, eine wirklich bebilderte Ausgabe auf das

Netz zu stellen??? Und da sind die Tempelbetrachtungen sicher ein

wertvoller Baustein und Kommentar zu etlichen Szenen in der NO.

Herzlichen Glückwunsch

Euer

J. Herbst

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Von:
Gesendet: Freitag, 27. Juli 2001 13:03
An: lorber@yahoogroups.com
Betreff: Re: [lorber] "Der Tempel Salomos", Vortrag von Arnulf Kreuch
anläßlich der Sw...

In einer eMail vom 19.07.01 19:58:28 (MEZ) - Mitteleurop. Sommerzeit schreibt 
a.u.l.bross@onlinehome.de:


> Hallo,
> in www.lebensstufen.de befindet sich eine Niederschrift des o.g. Vortrages
> mit vielen Bildern und Darstellungen (Lorber-Freunde, 3. Seite, Arnulf
> Kreuch). Ich rege an, hierzu ggf. aus der Sicht eines Lorberianers Beiträge
> einzubringen.
> Mit herzlichen Grüßen
> Lothar

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Lieber Lothar,

die im Vortag von Arnulf Kreuch (siehe oben) wiederholt betonte Kernaussage 
wird mit anderen Worten - aber inhaltlich deckungsgleich - auch im 
Offenbarungswerk durch Jakob Lorber zum Ausdruck gebracht.

Der Vortrag von Arnulf hat als geistige Grundlage Mitteilungen durch 
Swedenborg. So führt Arnulf z.B. aus: 

- "Alles, was sich um den Tempel herum bildet und was wir in der Schrift 
über ihn lesen, ist ein Ausdruck innerer geistiger Bilder und 
Zustände, die sich im Äußeren manifestieren. Somit wird dieses 
mächtige Gebilde auf das Wesen Gottes und auf unseren Weg zu Ihm 
zurückgeführt". (Vortrag Teil 1, S.1)

- "Dieser Zustand (die herzliche Verbundenheit mit Gott) ging verloren. Wenn 
wir ihn (den Zustand) in uns anklingen lassen, dann ist es verständlich,
dass es eines äußeren Gebildes wie dem des Tempels nun wirklich nicht
bedurfte. Denn der Tempel war ... die Verbundenheit mit dem Herrn und es
gab die Außen-Innenschau, die im Zustand des Innewerdens ist." (Vortrag 
Teil 1, S.4) (Das Gebäude des Tempels als Vorbildung (Bild) dessen, wie 
es im Innern des Menschen (in seinem Zustand) ist bzw. sein soll.) 

- "Zusammenfassend kann man sagen, dass die Seele des Menschen 
den ganzen Tempelbereich umfasst." (Vortrag Teil 1, S.11) 

Soweit zum Vortrag von Arnuf. Der Mensch selbst ist der Tempel Gottes und das 
materielle Tempelgebäude bei den Juden war eine Vorbildung (Swedenborg), d.h. 
ein Bild dessen, wie der Tempel im Innern der Menschen ist und werden soll.

All das kommt auch bei Lorber zum Ausdruck. Der Tempel ist das Sinnbild des 
Menschen, äußerlich und geistig (Großes Evangelium Johannes Bd.1, Kap. 16) 
und Der Tempelbau soll im Herzen des Menschen erfolgen (Jugend Jesu, Kap. 92) 
sowie zusätzlich Die Tempelreinigung durch den Herrn in ihrer geistigen 
Bedeutung (Großes Evangelium Johannes, Bd. 1, Kap. 13 ff).

Nach meinem Verständnis kann man am Beispiel des Tempels sehen:

- dass die Offenbarungen durch Swedenborg und Lorber konform sind,

- dass die geistige Welt ihren Ausdruck durch Vorbildungen und
Entsprechungen in unserer Welt findet.

- dass man nicht an den äußeren Bildern oder Geschichten hängenbleiben
soll, denn alles was ist, ist zuerst und vornehmlich geistig. Unsere 
materielle Welt ist lediglich der äußere oder der unterste Ausdruck davon.

Der Vortrag von Arnulf (Teil 1 und 2) ist eine sehr einprägsame und 
umfassende "Geschichte" über den Zustand des Menschen als eines Tempels 
Gottes.

Ich frage mich allerdings - aber es ist nicht wichtig - woher die Angaben 
über den äußeren Tempelbau, der in Jerusalem gestanden haben soll, kommen. 
Anscheinend weiß man ja gar nicht genau wo der Tempel stand und wie er im 
Detail ausgesehen hat. Arnulf jedoch zeigt uns Bilder (bunte Zeichnungen) 
über diesen ehemaligen und materiellen Tempelbau und diese sind voller 
Details. 

Herzliche Grüße


Von: j-herbst
Gesendet: Mittwoch, 17. Oktober 2001 18:46
An: Freundeskreis-Lorberliste@yahoogroups.ca
Betreff: AW: [Freundeskreis-Lorberliste]

 

Delmenhorst, der 17. Oktober 2001

 Liebe Freunde ! 

Ich bin ja Fan der großen Tempel J. Und habe ein paar Skizzen gemacht zu sehen unter                    http://www.j-lorber.com/Themen/GeistigeSonne/Tempel.html. Es ist dieser Prunktstein da oben mehr normal wie hier Basalt oder Marmor und es werden natürlich Lehrgegenstände etc, ausgestellt, aber das gibt es hier auch z.B. in Bremen im "Universum" für Kinder etc. also das ist alles nicht so unnormal und das neue Jerusalem ist auch sehr prachtvoll aber mehr wie das Capitol schlicht aber extrem solide und haltbar ... 

Euer

Joachim H.

______________________

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von:
Gesendet: Dienstag, 16. Oktober 2001 05:39
An: Freundeskreis-Lorberliste@yahoogroups.ca
Betreff: Re: [Freundeskreis-Lorberliste] Man gönnt sich ja sonst nix ...

 

In einer eMail vom 16.10.01 12:47:52 (MEZ) - Mitteleurop. Sommerzeit schreibt Norbert-Hoegel@gmx.de:

und den pracht- und prunkvollen Klotz
des
Neuen Jerusalems würde man aufsuchen, wenn Dienstgeschäfte es erfordern.
Wegen mir kann der ganze Zierat des prunkvollen Jerusalem entfallen, sage
ich,
Norbert, und entsprechende protzige Mäntel und Kronen ebenfalls. Jesus aber
erklärt, daß dies dennoch einen Sinn machen solle, in Seinem Reich, und nun
denn,
wenn es sein muß, werde ich mich dann auch in dieses Schicksal
gegebenfalls(?)
ergeben.

------------------------
Lieber Norbert,

es freut mich, dass ich es mal von einem Geistesbruder höre: mir geht es so wie Dir. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass mir Prunk jeglicher Art in der geistigen Welt gefallen könnte. Wenn man in "Die geistige Sonne" Band 2 im Abschnitt "Der Sonnenpalast" liest, wie prunkvoll es ist und wie prunkvoller es von Plattform zu Plattform des 12 geschossigen Palastes wird, kann ich mit diesen Beschreibungen von Prachtsituationen leider so gut wie nichts anfangen. Ich erkenne den Sinn dieser Mitteilungen über die Pracht des Gebäudes nicht. Ein Baum durch dessen Blätter das Sonnenlicht fällt ist mir da stets viel lieber als alle schillernden Diamanten und vieles andere mehr. Es ist mir aber klar, dass es da nicht auf meine eigene Neigung ankommt.

Wie kann man das erklären? Weiß jemand die Antwort?

Liebe Grüße