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Gesendet: Freitag, 13. Juli 2001 23:28
An: Freundeskreis-Lorberliste@yahoogroups.com
Betreff: Re: [Freundeskreis-Lorberliste] Zahlenmystik
In einer eMail vom 13.07.01 13:47:11 (MEZ) - Mitteleurop. Sommerzeit schreibt
:


Liebe Freunde,

noch immer beschäftigt mich die Demut, hoffentlich gehe ich Euch nicht
auf die Nerven damit, ich werde wenn es Euch nicht stört auch nicht so
schnell aufhören.

Demut ist doch zuerst Gott als das wichtigste anerkennen, dann den
Nächsten und erst am Schluß sich selbst.

Die Zahl 666 zeigt doch wie die Liebe gestaltet sein soll im Menschen,
600 Gott, 60 dem Menschen und 6 sich selbst. Diese Aufteilung
entspricht der Demut.

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Lieber Ralf,

zu Deinen interessanten Angaben über die 6, die 60 und die 600 möchte ich ein
paar weitere Hinweise geben, die sich auf das Alt-Hebräische stützen. In
dieser Sprache, in der die 5 Bücher Moses niedergeschrieben wurden (die
Thora), ist jeder der 22 Buchstaben des Alphabetes zugleich ein Zahlenwert.
So kann man mit Buchstaben Worte bilden, die ihren Symbolgehalt haben
(qualitative Betrachtung), man kann aber zusätzlich und gleichzeitig die
Zahlenwerte heranziehen (quantitative Betrachtung) und komplexe Strukturen
erkennen, die mit den Zahlen ausgedrückt werden. In diesen, den Buchstaben
unterlegten Zahlen, kommen Strukturen des Göttlichen in unserer Welt zum
Ausdruck (... sagen namhafte Kenner; und es ist alles sehr plausibel). An all
dem ist aber gar nichts "mystisch", sondern ausgesprochen rational, nur
ungewohnt für uns in unserer heutigen Welt. Man kann also die 6, die 60, die
600 aus der Sicht des Alt-Hebräischen betrachten; dabei ergibt sich -
allerdings nur grob ausgedrückt - in etwa das Folgende:

Die 6 ist im Hebräischen der Buchstabe WAW und bedeutet Haken. Der Haken
verbindet.
Diese Verbindung entspricht unserem Wort "und". In der
Überlieferung wird gesagt, dass die 6 Tage der Schöpfung (vgl. Genesis) jene
Welt, die  v o r  der materiellen Schöpfung bestand (vor dem Fall durch
Luzifer, denn dadurch wurde die materielle Schöpfung ja erst verursacht), mit
unserer Welt, die der 7-te Tag genannt wird, verbinden. Der 7-te Tag ist die
"Zeit" (besser: der Zustand) von uns Menschen (des gefallenen Adam) innerhalb
der Schöpfung. (Deshalb auch die zwei unterschiedlichen Schöpfungsgeschichten
der Genesis). Das Zeichen WAW entspricht dem Menschen, der in seiner
Anwesenheit (hier im Diesseits) das Sichtbare mit dem Unsichtbaren, das
Diesseitige mit dem Jenseitigen verbindet. Als "Verbindung" steht der Mensch
im Zeichen des "Bundes" (des "alten" Bundes bzw. seit Jesus des "neuen"
Bundes). Dieses Wissen ist nach meinem Verständnis dann ganz nahe bei der
Aussage:
Die 6 (aus der Reihe 600-60-6) ist die Zahl, die der diesseitige Mensch (wir)
für sich beanspruchen darf; er soll seinen eigenen "Haken" zum Jenseitigen
hin haben.

Die 60
ist im Hebräischen der Buchstabe SAMECH und bedeutet Schlange. Die
Schlange - das Böse - stellt sich in den Weg, hindert, weil es durchschaut
werden will (soll);
(vgl. die Schlange in der Adam/Eva-Geschichte). Die
Schlange veranlasst den Menschen vom Baum des Wissens zu nehmen. Das
ermöglicht die eigenständige Existenz (fern von Gott) in dieser Welt und
bringt zugleich das Leiden in und an der Zweiheit (des Getrenntseins von
Gott; vom Ursprung). Die Gewissheit des Zustandes der NUN (= der Buchstabe
davor, die 50, der reine Zustand) wird von der Schlange angegriffen, damit
der ganze Weg (durch unser diesseitiges Menschsein) gegangen werden kann
(muss).
Die 60 (aus der Reihe 600-60-6) ist demnach die Zahl (oder Situation) die
anzeigt, dass diese Welt, in der wir durch die Schlange "verführt" sind,
durch die Liebe zum Nächsten
(durch Selbstlosigkeit) überwunden werden kann
(soll): 60 Anteile Nächstenliebe.

Die 600 jedoch
ist keine Zahl, die im Alt-Hebräischen darstellbar ist. Sie
ist darüber; die Zahlenwerte und damit auch die Buchstaben des Hebräischen
reichen in unserer diesseitigen Welt (für unsere Welt ist ja diese Sprache
oder vernünftige Ausdrucksfähigkeit gegeben worden) maximal bis zur 400 (=
TAW = "Zeichen"; als Hieroglyphe das Kreuz-Zeichen). Schon im Wert 400 ist
diese Welt gekreuzigt, hat ihr Ende erreicht.
(Die 400 ist der letzte
Buchstabe des Hebräischen.) Die 600 ist ja dann noch darüber, aber eben
außerhalb unserer diesseitigen Welt (nicht darstellbar mit den 22 Buchstaben
oder Zahlenwerten des Hebräischen).
Man kann ja auch sagen: die 60 ist die
Zehnerpotenz der 6 und die 600 ist die Zehnerpotenz der 60; in diesen hohen
Bereich reicht die Ausdrucksfähigkeit der Sprache nicht.
Die 600 (aus der Reihe 600-60-6) könnte dann ja für uns zum Ausdruck bringen,
dass die "gerechte" 6 (Eigenanteil des Menschen) und die darauf aufbauende
Zehnerpotenz der 60 (Nächstenliebe in dieser Welt) in der Ordnung der 600
sind: diese weitere Zehnerpotenz der 6, oder das, was wir als das Göttliche
erahnen können,  soll von uns 6 x 10 x 10 mal mehr geliebt und verehrt
werden; und die gerechte Eigenliebe soll 10 mal kleiner sein als die Liebe
zum Nächsten (der 60).

Hier wurden zwar Zahlen verwendet und ihre Deutung nach dem Alt-Hebräischen
versucht, aber mit dubioser  Mystik hat das nichts zu tun, sondern ist
konkrete Erkenntnis aus alter Überlieferung; ob man es auch
Offenbarungswissen der Alten nennen darf, weiß ich nicht.
Eine solche
Darstellung kann aber starke Hinweise darauf geben, was in den Angaben über
die Liebe oder Zuneigung zur 6, zur 60, und zur 600 mit anderen Worten
ausgedrückt sein kann. Die Angabe 6 Anteile Eigenliebe (aber dabei den
"Haken" nach oben haben), 60 Anteile Nächstenliebe (aber dabei im Blick die
Überwindung der "Schlange" durch die Liebe zum Nächsten) und 600 Anteile
Gottesliebe ist eine griffige und einprägsame Formel. Das etwas genauere
Hinsehen auf die Zahlen kann dann ein Bemühen unterstützen, den inneren Sinn
der 6, der 60 und evtl. auch der 600 zu erhellen.

Nun muss man selbstverständlich Solches gar nicht wissen; man muss sich nicht
damit "belasten". Man kann aber andererseits Soches zu verstehen versuchen,
weil es aufzeigt, wie großartig alles von Gott, unserm Herrn und Vater für
uns zubereitet worden ist. Darüber kann man sehr dankbar und froh werden: als
kleines Geschöpf die von Ihm für uns bereitete Ordnung besser kennenlernen zu
dürfen. Aus Einsicht und Dankbarkeit kann auch Liebe zum Vater erwachsen (das
ist evtl. eher die Sicht der Männer im Vergleich mit den Frauen, die viel
unmittelbarer zum Vater finden können (so scheint es zu sein)).            

Herzliche Grüße