Liebe Geistesfreunde,
das Thema „Argumentationshilfe“ zugunsten der Neuoffenbarung ist zwar schon ein paar Tage her, der Aufsatz von Margarete Eckel zu diesem Thema liegt mir aber leider erst seit heute auf Datenträger vor.
Für diejenigen, die das Thema interessiert ist er sicher immer noch von Bedeutung.
Herzlichen Gruß
Dieter
Margarete Eckel:
Allgemein
herrscht in den christlichen Gemeinschaften die Ansicht, Gott habe durch die
Bibel ein- für allemal zu den Menschen gesprochen, daher könne es
Neuoffenbarungen nicht geben; die von einzelnen Menschen empfangenen
Mitteilungen aus dem Reich des Geistes seien zweifelhafter Herkunft, zumindest
aber unverbindlich und im Grunde überflüssig. (Die katholische Kirche lässt
sie wenigstens als Privatoffenbarungen gelten.)
Menschen
befinden
also darüber, wie oft Gottes Ansprache an seine Menschheit erfolgen darf! Man
„gestattet“ dem Herrn der Unendlichkeit nur ein begrenztes Maß an Äußerung
gegenüber seinen Kindern, und man bemisst dessen Umfang und Zeitdauer nach
eigenen Vorstellungen. Das ist umso erstaunlicher, als doch jeder Mensch an
sich selbst erfahren hat und an allen Kindern der Welt beobachten kann, dass
nur durch ständige Belehrung das
Ziel der Erziehung und des Unterrichts zu erreichen ist, dass man ferner zu
einem Kleinkind anders spricht als zu einem Schulkind und wieder anders zu
einem Lehrling oder Studenten oder gar zu einem Anwärter auf die Doktorwürde,
ganz zu schweigen davon, dass Eltern ja nicht nur Lehren
erteilen, sondern auch aus Liebe mit
ihren Kindern Umgang haben.
Was
würden wir von einem irdischen Vater halten (einem von uns, die wir doch böse
sind!), der seine Kinder in ein fernes Land setzte, versehen mit einem Buch,
in welchem alle seine Lehren und Anordnungen aufgeschrieben sind (noch dazu
verschlüsselt und in Symbolsprache), und sie dort mit diesem Buch allein ließe,
ohne sie jemals wieder anzusprechen, zu beraten, zu warnen, zu ermahnen, neu
zu belehren, ihnen Unverständliches zu erklären, sie auf Irrtümer
hinzuweisen und ihnen schließlich die Verhüllungen des Buches allmählich
durchschaubar zu machen, wie es ihre fortschreitende Entwicklung erfordert!?
Einen
solchen „Rabenvater“ macht man aus Gott (den man die Liebe nennt!), wenn
man IHM unterstellt, ER habe von einem bestimmten Zeitpunkt ab nie mehr zu
seinen Kindern gesprochen, sondern sie den Irrtümern ihres eigenen unzulänglichen
Denkens überlassen. Hinzu kommt, dass dieser Annahme jede vernünftige Begründung
fehlt. Warum sollte Gott von Adam
angefangen bis zu seinem eigenen Erscheinen auf Erden laufend
Seher und Propheten gesandt haben, durch die ER warnte und sogar Zukünftiges
enthüllte, und dann nie mehr? Da es keine vernünftige
Erklärung für ein solches Schweigen Gottes gibt, flüchtet man in den
Buchstaben der Bibel, um eine ablehnende Haltung gegenüber den neuen
Offenbarungen zu rechtfertigen:
„Nachdem
vorzeiten Gott manchmal und auf mancherlei Weise geredet hat zu den Vätern
durch die Propheten, hat er am letzten in diesen Tagen zu uns geredet durch
den Sohn.“ (Hebr.1, 1—2)
In
der Tat: Zu jener Zeit, als dieser Satz niedergeschrieben wurde, war es der
Sohn, durch den Gott „als Letzten“ gesprochen hatte: Jesus Christus. Doch
das nur nebenbei: Es gibt noch ein übergeordnete Verständnis des Bildwortes
„Sohn“. Hier ist nicht nur Jesus, der Erstling gemeint, sondern alle durch
Seine Erlösung vor Gott gerechtfertigten Brüder und Schwestern des Herrn. Da
durch das Opfer Jesu der Vorhang im Tempel zerriss (d.h. die Trennung zwischen
dem Herzen Gottes und dem Menschenherzen aufgehoben wurde), konnte Gott von
nun an sogar unmittelbarer Seine Kinder ansprechen als bis dahin, nämlich von
innen her (was vor Golgatha nicht möglich war). ER konnte die Gottessöhne
und -töchter in ihren eigenem Herzen ansprechen, genauso wie ER mit Jesus dem
Erstling verkehrt hatte, in dessen Herzen ER in aller Fülle wohnte. („Ihr
werdet alle von Gott gelehrt sein!“) Wohl ist in uns das WORT nur in
einem Funken Fleisch geworden, aber dennoch ist es Geist von Seinem Geist, der
da spricht, wenn Gott Sich durch ein Menschenherz äußert und offenbart.
Waren es in den Propheten des Alten Bundes noch einzelne Menschen und
Ausnahmen, durch die sich Gott offenbarte, so ist im Neuen Bund Sein Heiliger
Geist in großer Fülle auf die Menschen herabgekommen. Eigentlich sollte der
Herzensverkehr und die Wahrnehmung Seiner Stimme in uns Christen, etwas ganz
normales und selbstverständliches sein. Doch man hat diesbezüglich eher
Angst vor den Verheißungen des Herrn, z.B.: dass der Heilige Geist uns in
alle Wahrheiten führen und leiten wird. Oder :“ Wer Mich liebt, zu dem
werde ich mit dem Vater kommen und Wohnung bei ihm nehmen!“ Wie soll
denn dieses Zusammenleben, diese intime Beziehung mit dem Vater (der Liebe)
und dem Sohn (der Weisheit) ganz praktisch für uns aussehen, nach Meinung der
verknöcherten Buchstabengelehrten???
Es
gibt noch ein zweites Wort im Neuen Testament, dessen man sich gern bedient,
um Neuoffenbarungen auszuschließen: Kapitel 22 der Offenbarung des Johannes,
Vers 18—19:
„Ich
bezeuge allen, die da hören die Worte der Weissagung in diesem Buch: So
jemand zusetzt, so wird Gott zusetzen auf ihn die Plagen, die in diesem Buch
geschrieben stehen. Und so jemand davontut von den Worten des Buchs dieser
Weissagung, so wird Gott abtun sein Teil vom Holz des Lebens.
Der
unterstrichene Satzteil zeigt überdeutlich, dass hier lediglich von „diesem
Buch“ (d.i. die Offenbarung des Johannes) die Rede ist. Will man das Änderungsverbot
aber auf die ganze Schrift ausdehnen, nun, dann umso besser, und es wäre gut,
wenn man sich daran hielte, denn in der Tat hat kein Mensch das Recht, nach
menschlichem Gutdünken dem Wort Gottes etwas hinzuzufügen oder etwas davon
wegzunehmen. Heißt denn das aber, dass Gott nun nicht mehr reden darf?
Auffallend
ist, dass man dieses Änderungsverbot nur im Zusammenhang mit neuen
Offenbarungen zitiert, die laufenden Änderungen der Theologen an der Bibel
selbst aber ruhig hinnimmt. Gott soll schweigen, aber die Theologen dürfen
das Wort Gottes drehen und wenden nach dem Wind des Zeitgeistes und wie es
ihnen ihr irrender Menschenverstand eingibt! Kein Buch ist so häufig
abgeschrieben, übersetzt und gedeutet worden wie die Bibel, zu allen Zeiten,
auch schon im Alten Bund. Das bezeugt die Schrift selbst:
„Wie
mögt ihr doch sagen: „Wir wissen, was recht ist, und haben die heilige
Schrift vor uns? “Ist‘s doch eitel Lüge, was die Schriftgelehrten setzen.
Darum müssen solche Lehrer zu Schanden, erschreckt und gefangen werden..“
(Jeremia 8, 8—9)
Die
Schriftgelehrten unserer Zeit sind die Theologen, und sie tragen dadurch, dass
ihre Arbeit an der hl. Schrift in unerleuchtetem Verstandesdenken geschieht
(von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen), nicht nur zur Veränderung des Inhalts
der Bibel bei, sondern auch zur Abschwächung ihrer geistigen Wirkung. Die
Kraft, die das Wort Gottes einst ausstrahlte, wird immer geringer. Gott aber
sieht dieser Entwicklung nicht schweigend und tatenlos zu, wie man meint,
sondern ER setzt etwas dagegen, nämlich Sein Neues Wort in voller
Strahlkraft.
Daneben
läuft der Abnützungsprozess am alten Wort in natürlicher Weise weiter. Das
muss so sein. Nichts kann unverändert bleiben, was dem freien Willen und
Wirken der Menschen anheimgegeben ist; nichts kann rein bleiben, was dem
Wirken der Zeit und der Willkür böswilliger Menschen ausgesetzt ist. Die
Priester des Alten Bundes befanden sich in zunehmender Verfinsterung des
Geistes; die Schriftgelehrten und Pharisäer waren (zuletzt in ihrer überwiegenden
Mehrheit) habgierige, herrschsüchtige, ja verbrecherische Menschen, die sich
nicht scheuten, die Propheten Gottes und zum Schluss auch JESUS, das Licht der
Welt, umzubringen. Und diese Menschen sollen ausgerechnet die Schrift von
ihrer Willkür ausgenommen haben? Sollen in diesem einen Fall ehrlich gewesen
sein, die Schrift getreu weitergegeben haben? Das kann wohl niemand im Ernst
annehmen!
Der
natürliche Vorgang der zunehmenden Verunreinigung der hl. Schrift setzte sich
dann im Neuen Bund fort, so dass nicht nur das alte Wort Gottes weiteren Veränderungen
unterlag, sondern und vor allem auch das (damals) neue Wort: die Evangelien.
Leider sind sich Theologen, Priester und auch das Kirchenvolk nicht klar darüber,
dass eine solche natürliche Entwicklung stattfindet. Die meisten glauben,
Gott habe laufend dafür gesorgt, dass die Bibel rein erhalten bleibt. Das ist
ein Irrtum. Eine solche, von Gott selbst bewerkstelligte Reinerhaltung seines
Wortes wäre eine zwangsweise, d.h. durch seine Allmacht getätigte. Dadurch würde
aber das Gesetz des freien Willens umgestoßen, auf welches Gott alle Schöpfung
und Entwicklung des Menschen gegründet hat. So etwas ist unmöglich. Gott
verstößt nicht gegen Seine Gesetze. Auch Priester und Theologen sind von IHM
aus freie Menschen, und ER lässt sie innerhalb eines gewissen Spielraums frei
wirken und auch Verkehrtes tun, lässt Veränderungen, Verwässerung und Entkräftung
seines Wortes, bis zu einem gewissen Grad zu. Vor einiger Zeit las man, eine
Expertenkommission habe 50.000 Übersetzungsfehler in der Bibel gefunden.
Nimmt man Abschreibfehler, absichtliche Fälschungen, verlorene oder
unterschlagene Teile hinzu, so ist es wohl verständlich, dass manche
Theologen heute die Autorschaft Gottes und die göttliche Inspiration der
Evangelisten überhaupt bestreiten.
Doch
darin tun sie Unrecht. Die Bibel ist immer noch das Hauptbuch und die
Grundlage aller göttlichen Offenbarung und immer noch rein für den, der sie
zu lesen versteht aus dem Geiste Gottes, denn er durchdringt die verunreinigte
Schale und kommt zur inneren Wahrheit. Gott hat tatsächlich dafür gesorgt,
dass sein Wort rein erhalten bleibt, aber auf eine andere Weise als man sich
das gewöhnlich vorstellt, nämlich dadurch, dass ER den eigentlichen Sinn der
Schrift, ihre Wahrheiten, in das Innere legte und in Entsprechungen (welche
die Menschen selbst heute nur selten verstehen) verbarg.
Die
Bibel ist ein geistiges Buch. Jedes Wort hat neben seinem äußeren, naturmäßigen
Sinn (dem Buchstabensinn) auch eine innere, geistige Bedeutung oder
Entsprechung. Dieses kann aber nur von Menschen erfasst werden, deren Geist
vom Geist Gottes erleuchtet wird, also von Menschen, in deren Herzen Gott
wohnt. Wohnen kann Gott aber nur in einem Herzen, das IHN und die Wahrheit über
alles liebt! Und die Wahrheit war stets ein einsamer Wanderer, da der Mensch
lieber seinen Liebeleien folgt, auch denen mit religiösem Anschein!
Auf
diese Weise ist dafür gesorgt, dass Änderungen, Fehler und Fälschungen der
Schrift nur an Teilen ihrer äußeren Hülle geschehen sind, ohne das dadurch
jedoch die eigentliche Botschaft von der Erlösung und Menschwerdung Gottes in
Jesus Christus verwischt wurde. Gott hat die Schale der Frucht den Menschen
zum Zernagen überlassen, während der Kern der göttlichen Wahrheit für alle
unberührt und vor Entheiligung bewahrt blieb, die nicht nur am toten
Buchstaben hängen.
Wie
notwendig diese Vorsorge war, zeigt neben der fortschreitenden Schwächung und
Entstellung des Gotteswortes auch die Existenz von einigen hundert Sekten, die
sich alle auf die Bibel berufen. Alle diese Erscheinungen beweisen, dass des
Menschen Gehirnverstand nicht befähigt ist, in das Innere des Gotteswortes
vorzudringen, und sie beweisen weiter, dass die Gründer dieser Sekten vom
Geiste Gottes nur teilweise oder auch gar nicht erleuchtet waren.
Wir
haben den Verstand zur Bewältigung der irdischen Aufgaben bekommen, daher
kann er nur begreifen, was seinem Bereich angehört: das Irdische, Materielle.
Die göttlichen Dinge kann auch der schärfste Intellekt nicht erfassen,
sondern allein der Geist aus Gott, der Geistfunke in uns, der aber zunächst
nur als Befähigung in unsere Seele gelegt wurde und erst durch die tätige
Liebe erweckt und genährt werden muss. Erst dann wird auch die Seele mit
ihrem Verstand vom alles erleuchtenden Licht aus Gott durchdrungen. Jesus
Christus, muss in uns auferstanden sein, d.h. die Seele muss sich mit dem
Geist aus Gott vereinigt haben, ehe wir auch mit dem Göttlichen über uns
korrespondieren können. Niemand wird vom Geist Gottes erfüllt etwa deshalb,
weil er ein Theologiestudium absolviert und dann ein geistliches Amt übernommen
hat. Die Grundvoraussetzung für das Innewohnen des Gottesgeistes im
Menschenherzen ist — wie schon gesagt — die Erfüllung der Liebesgebote
Gottes. Daneben muss aber auch ein echtes Wahrheitsverlangen vorhanden sein,
denn die Wahrheit aus Gott wird nicht automatisch „eingegossen“, sondern
muss begehrt werden im freien Willen. Und drittens muss der Mensch demütig
sein, und das deshalb, weil nur der demütige Mensch bereit ist, das Eigene
beiseite zu stellen und neue Belehrungen anzunehmen. Offenbarungen, die meist
in sehr unscheinbarem Gewand und durch gering scheinende Menschen dargeboten
werden, an denen der religiöse Hochmut vorübergeht, ohne sie
unvoreingenommen zu prüfen.
Alle
diese Bedingungen werden nun aber gerade von Theologen oder wortgetreuen
Bibelchristen (die Bibel und nichts als die Bibel) nur selten erfüllt.
Geschieht es aber doch, dann kann auch ein solcher Mensch erleuchteten und
freien Geistes werden, und sein Verstand ist nicht mehr ein Hindernis für den
Geist, sondern ein ideales Instrument. Durch die Liebe zu Gott wird es hell im
Menschenherzen, und dieses Licht der Liebe strahlt vom Herzen aus in das
Gehirn des fragenden, suchenden, aufnahmebereiten Menschen und erleuchtet auch
seinen Verstand, dessen der Geist Gottes sich nun bedienen kann in
verschiedener Weise. Nun begreift der Mensch Geistiges, Göttliches und auch
Gott selbst, denn „Der Geist erforscht alle Dinge, selbst die Tiefen der
Gottheit“. Nun hat der betreffende Mensch gleichzeitig auch die Gabe der
Unterscheidung der Geister und gibt keine unqualifizierten und
rechthaberischen Verurteilungen über etwas ab, das er im Grunde nicht erfasst
hat. Denn würde er mit dem gleichen Maß, mit dem er die Neuen Offenbarungen
misst auch die Bibel beurteilen, so hätte auch diese mit all ihren
scheinbaren Widersprüchen keine Chance, als göttlichen Ursprungs anerkannt
zu werden. Nur mit einem Glaubensvorschuss und Wohlwollen kann man den inneren
Sinn der hl. Schrift erfassen, und so auch die neuen Offenbarungen beurteilen
und von den Erzeugnissen falscher Propheten unterscheiden.
Durch
die Neuen Offenbarungen hat Gott auf eine allgemein zugängliche Weise dafür
gesorgt, dass Seine Wahrheit auch heute den Menschen verständlich zur Verfügung
steht. Denn es waren ja immer nur wenige, die jenen hohen Grad der Liebe zu
Gott erreichten, der alles bei ihnen ins rechte Licht rückte und sie zu Verständigen
und Wissenden machte. Daneben hat sich Gott aber auch immer demütige und
durch ein entbehrungsreiches Leben zubereitete Menschen erwählt, die als Träger
des inneren Wortes die Aufgabe hatten, in Reinheit die eine Wahrheit aus Gott
in neuem Gewand und in zunehmender Enthüllung, den Menschen zu offenbaren.
Diese Art der Erneuerung und Reinerhaltung des Wortes Gottes befindet sich
nicht nur im Einklang mit der dem Menschen von Gott gegebenen Willensfreiheit
(d.h., es steht jedem frei, die Neuen Offenbarungen anzunehmen oder nicht),
sondern auch in Übereinstimmung mit der hl. Schrift. Die Bibel, in der sich
kein einziger Satz vorfindet, durch welchen neue Offenbarungen ausgeschlossen
würden, enthält etliche Textstellen, die eindeutig auf solche Offenbarungen
hinweisen:
1.
Thess. 5, 19—22
„Den
Geist dämpfet nicht, die Weissagung verachtet nicht, prüfet aber alles und
das Gute behaltet.“
Apostelgesch.
2, 17—20 bzw. Joel 3, 1—5.
„In
der Endzeit, spricht Gott, werde Ich ausgießen Meinen Geist über alles
Fleisch. Dann werden eure Söhne und Töchter weissagen.“
(d.h. reden aus der Weisheit, dem Wissen Gottes.)
„Wer
an Mich glaubt, wie die Schrift sagt, aus dessen Leibe werden Ströme
lebendigen Wassers fließen.“ (Das „Wasser des Lebens“ ist das Wort
Gottes; dieses lebendige Wasser ist Nahrung für Seele und Leib, und sie fließt,
wie verheißen, immer wieder frisch bereitet den Menschen zu.)
„Fraget
Mich, und Ich will euch Dinge kundtun, die ihr nicht gewusst habt.“
(Jeremia)
„Wer
Meine Gebote hat und hält sie, der ist es, der Mich liebt. Wer Mich aber
liebt, der wird von Meinem Vater geliebt werden, und Ich werde ihn lieben und
Mich ihm offenbaren.“ (Joh.14,21)
„Es
kommt aber die Zeit, dass Ich nicht mehr durch Sprichwörter mit euch reden
werde, sondern frei heraus verkündigen von meinem Vater.“ (Joh. 16, 25—2
6)
Dies
ist einer der deutlichsten Hinweise auf Neue Offenbarungen, wenn nicht der
markanteste überhaupt, denn diese Verheißung hat sich während des
Erdenlebens Jesu nicht erfüllt. Das Wesen des Vaters und die Tiefen der
Gottheit waren für die ersten Christen noch Pionierland. Diese Verheißung
hat sich in herrlichster und umfassender Weise erst in den Neuen Offenbarungen
Gottes, in unseren Tagen erfüllt. Besonders durch Jakob Lorber kündet der
Herr tatsächlich „frei heraus von Seinem Vater und dem Wesen Gottes in
Seiner ganzen Tiefe.“
„Der
Tröster, der Heilige Geist, welchen Mein Vater senden wird in Meinem Namen,
der wird euch alles lehren und euch erinnern alles des, was ich euch gesagt
habe.“ (Joh. 14,26)
Wäre
in der Bibel alles enthalten, was JESUS gelehrt und getan hat, und wäre es
durch Gottes Allmacht auf wunderbare Weise rein erhalten worden, so hätte es
dieser Verheißung des hl. Geistes niemals bedurft; sie wäre sinnlos und überflüssig.
Wozu brauchten wir dann einen Tröster, und was sollte dieser uns lehren, da
wir doch alles schon besäßen? Und wozu brauchte er uns dessen zu erinnern,
was Jesus gelehrt hat, wenn es vollständig und rein in der Bibel geschrieben
stünde?
„Wenn
aber jener, der Geist der Wahrheit kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit
leiten, denn der wird nicht von sich selbst reden, sondern was er hören wird,
das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkünden.“ (Joh.
16,13)
Zu
diesem Bibelwort sagt der Herr selbst in einem seiner neuen Worte: „Aber
Ich hatte euch doch die Wahrheit gebracht. Wäre denn wohl das Einführen in
die Wahrheit nötig, wenn Ich nicht vorausgesehen hätte, dass sich die
Wahrheit nicht rein erhält? Außerdem beweist diese (ebenso wie die
beiden folgenden Textstellen) wiederum überdeutlich, dass die Bibel nicht
alles enthält und dass in den neuen Offenbarungen mit neuen Mitteilungen, mit
überraschenden Enthüllungen gerechnet werden muss (nicht nur darf). Dies sei
bemerkt im Hinblick auf jene Leute, die an die Prüfung der neuen
Offenbarungen in der Weise herangehen, dass sie Satz für Satz mit der Bibel
vergleichen. Wenn Gott Sich nach fast 2000 Jahren erneut an Seine Kinder
wendet, so wird Er sich sicher nicht ausschließlich in Wiederholungen
altbekannter Bibelstellen kundtun, nur um bei den Fundamentalisten kein Ärgernis
zu verursachen. Die Parallele zum damaligen Auftreten Jesu mit Seiner „Neuen
Lehre“ in einem festgefügten und etablierten Religions- und Gottesverständnisses
ist mehr als augenscheinlich. Auch die damaligen Pharisäer und
Schriftgelehrten beurteilten Jesu nach ihrem Verständnis der „Alten
Schriften“ und ihrer Buchstabengebundenheit und Er konnte in Seiner
Andersartigkeit gar nicht anders als durchfallen und in ihren Augen als
falscher Prophet entlarvt werden. Genau das gleiche geschieht in unserer Zeit
mit den „Neuen Offenbarungen“. Auch hier misst man nur nach dem Alten und
den eigenen Interpretationen, dem eigenen Verständnis der Schrift. Hier
werden meistens vorgefertigte Denkmodelle übernommen, deren Richtigkeit nicht
mehr hinterfragt, sondern blindgläubig übernommen werden. Man legt sich
nicht mit den Autoritäten oder Schriftgelehrten an.
Die
Bibel ist ein verschlüsseltes Konzentrat; die neuen Offenbarungen nehmen
einen Teil der Hüllen hinweg und eröffnen einer fortgeschrittenen Menschheit
vieles von dem, was man zu JESU Erdenzeit noch garnicht hätte fassen können.
„Es
sind auch viele andere Dinge, die Jesus getan hat; so sie aber sollten eins
nach dem anderen geschrieben werden, achte ich, die Welt würde die Bücher
nicht fassen, die zu schreiben wären.“ (Joh. 21,25)
„Auch
viele andere Zeichen tat Jesus vor seinen Jüngern, die nicht geschrieben sind
in diesem Buch. (Joh. 20, 30—3 1)
„Ihr
werdet alle von Gott gelehrt sein.“
Alle
diese Verheißungen haben sich an den von Gott berufenen Trägern des inneren
Wortes wunderbar erfüllt: Sie redeten, oder schrieben auf was sie hörten
(mit dem Ohr des Geistes in ihrem Herzen) und wir alle sind durch sie von Gott
selbst belehrt. Sie vermitteln uns die ganze Fülle dessen, was Jesus damals
gesagt und gelehrt hat. Sie prophezeien und offenbaren uns zukünftiges
Geschehen und geben uns Einblick in die jenseitigen, geistigen Schöpfungswelten.
„So
tut nun Buße und bekehret euch‚ auf dass da komme die Zeit der Erquickung
von dem Angesichte des Herrn, wann ER senden wird Jesum Christ, welcher muss
den Himmel einnehmen bis auf die Zeit, da wiedergebracht werde alles, was Gott
geredet hat durch den Mund aller seiner heiligen Propheten von der Welt an.“
(Apg. 3, 19—2 1)
Jesus
Christus, die zur Person gewordene Liebe Gottes, wohnt im Himmel bis zu ihrer
neuerlichen Herabkunft auf die Erde, und das ist jene Zeit, da alles
„wiedergebracht“ wird, was Gott vom Beginn der Welt an durch seine
Propheten zu den Menschen geredet hat. Jesus hat den Himmel verlassen, um
wiederzukommen, um seine verirrten Schafe zu suchen, sie zu rufen durch sein
Wort, und ER ist geistig (in seinem neuen Wort) längst unter uns, wie es in
der Schrift verheißen ist. Sein neues Wort ist die Wiederkunft des Herrn im
Geiste, die der persönlichen vorausgeht.
Alle
zitierten Bibelstellen zeigen, dass die Existenz neuer Offenbarungen biblisch
belegt ist, von Gott Selbst angekündigt und gerechtfertigt. Es kommt nur
darauf an, dass der Mensch sie auch erkennt als das, was sie sind. Dazu bedarf
es wie gesagt der Gabe der Unterscheidung der Geister, und diese (als eine
Gabe des Heiligen Geistes) steht eben nicht allen Menschen zur Verfügung,
auch nicht allen Christen, sondern nur jenen, in deren Herzen Liebe wohnt,
Liebe zu Gott und zu allem, was von Gott ausgegangen ist. Denn Gott ist die
Liebe und äußert sich daher nur dort, wo Liebe vorhanden ist: in einem
liebenden Menschenherzen. Wo noch Eigenliebe, Rechthaberei, Hochmut und
Weltliebe wohnen, ist der Gottesfunke im Herzen der Seele wie tot,
eingekerkert, und der Mensch kann daher auch keine Impulse von ihm empfangen.
Immer
liegt es am Menschen, der die Bedingungen für das Wirken des Geistes in ihm
nicht erfüllt, wenn Offenbarungen nicht erkannt werden. Es müssen alle
Voraussetzungen dazu vorhanden sein, nicht nur die eine oder die andere. So
kann z.B. auch ein Gott liebender Mensch blind sein für die Wahrheit, wenn er
sie nicht vorbehaltlos sucht. Wer aber nun sein Inneres in Liebe auf Gott
gerichtet und geöffnet hält, der erkennt dann auch die Stimme des Hirten,
egal wo und wie sie ertönt. Der Herr selbst ist es, der uns das sichere
Empfinden, die freudige Hinneigung zu seinem Wort ins Herz legt. „ER ruft
die Schafe, die IHM gehören einzeln beim Namen und führt sie hinaus aus
jedem falschen Eigendünkel und dieser hat viele Gesichter.
Ein
Glaube oder einer Kirche, der das wahre innere Leben fehlt, ist mehr oder
weniger ein Gefängnis. Seine Insassen (in ihrer überwiegenden Mehrheit)
wiederholen Lippenbekenntnisse, von denen das Herz nichts weiß. Sie nehmen an
Pflichtübungen teil, die die Tradition vorschreibt. „Die Wahrheit wird
euch frei machen,“ seine Wahrheit führt alle die seine Stimme hören
und ihr folgen hinaus in die Freiheit des Geistes und macht sie lebendig. So
lebendig, dass sie selbst zu Lebensspendern werden, so feurig, dass sie die
alte Kirche, in der das Feuer erloschen ist, neu entzünden zu einer
lebendigen, vom Feuer des Geistes erfüllten Kirche umgestalten.
Die
Stimme des guten Hirten ertönt in einem jeden Herzen auf verschiedener Weise,
für jeden so, wie er es braucht. Gott geht auf die Menschenseele ein, gibt
ihr die Nahrung die sie ihrer Eigenart gemäß braucht, um zum geistigen Leben
zu kommen. Nicht für alle Menschen sind die neuen Offenbarungen die geistige
Nahrung, die ihnen gemäß ist, aber für sehr viele, besonders für viele
Glaubenslose haben sie sich als das Mittel erwiesen, das sie zu Gott und
besonders zu Jesus Christus zurückgebracht hat. Und wer in unseren Tagen hätte
eine geistige Belebung nicht nötig?
Sicher
ist, dass die erneuerte Kirche des heraufziehenden geistigen Zeitalters, in
der wieder Inneres und Äußeres (geistiger Inhalt und äußere Form)
harmonisch vereinigt sein werden, dass diese neue Kirche neben der Bibel auch
das neue Wort Gottes als das Lebensspendende Wasser erkannt und dankbar
angenommen haben wird. Bisher ist leider von Seiten der Amtskirche und vieler
christlichen Gemeinden nichts zu erkennen, was in diese Richtung weist. Was
aber von Gott ist kann niemand unterdrücken. Und daher breiten sich die neuen
Offenbarungen trotzdem immer weiter aus. Es sollten sich aber die Gegner
dieser Offenbarungen und alle jene, die ihre Existenz leugnen, doch einmal
fragen, wo denn nun die Erfüllung der biblischen Verheißungen (siehe
Zitate!) geblieben ist! Erwartet man sie immer noch von der Zukunft, so wie
auch die Juden heute noch auf den Messias warten?
Gott
hat nie aufgehört zu uns zu sprechen, auch wenn man Ihn von vielen Seiten
Mundtot gemacht hat. Seit etwa 300 Jahren wurden immer umfangreichere, immer
lichtvollere Offenbarungen zur Erde geleitet, ganz besonders in den deutschen
Sprachraum. Alle diese Brücken, diese liebevollen, hilfreichen Gaben Gottes
wurden von den Verantwortlichen in Kirchen und Gemeinden links liegen gelassen
oder abgelehnt, obwohl sie dazu bestimmt sind, alle Christen aus ihren Irrtümern
zu befreien und im Geiste der immer gleichen Lehre Jesu – des ewigen
Evangeliums - zu vereinen.
„Wie
oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küken
unter ihre Flügel; und ihr habt nicht gewollt.“ (Matth. 23, 37—38)
Im
katholischen Bereich ließ man die Ansprachen Gottes wenigstens als
„Privatoffenbarungen“ bestehen. Doch waren es unwillkommene Botschaften,
so wurden ihre Überbringer überall und zu allen Zeiten schlecht behandelt.
„Jerusalem,
Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt
sind!“ (Matth. 23,37)
Man
tötete sie physisch und geistig, später nur noch geistig, indem man sie mit
Steinen des Spottes und der Verleumdung bewarf oder sie einfach totschwieg.
Das Etikett „Privatoffenbarung“, mit dem sich die katholische Kirche
behilft, ist eine Art „Vogelfrei-Erklärung“. Jeder kann mit diesen
Botschaften tun, was er will; sie sind nicht verbindlich, weil sie ja
„nur“ privat gegeben wurden. Hier sei die Frage gestellt: Welche
Offenbarung ist nicht Privatoffenbarung? Wie müsste eine Offenbarung
beschaffen sein, dass man sie als „offizielle Äußerung Gottes“
bezeichnen könnte?
Im
Alten Bund hätte Gott sich an den Hohenpriester zu Jerusalem wenden müssen,
allenfalls an dessen Vertreter oder einen anderen der Obersten. Im Neuen Bund
hätte der Herr nur die Macht Zuständigkeit der Pharisäer und
Schriftgelehrten in Glaubensfragen anerkennen müssen. Heute müsste Gott sich
zuerst mit dem Vatikan abgleichen, bevor Er den Menschen Seine Wahrheiten
offenbart. Nichts dergleichen ist jemals geschehen und wird jemals geschehen.
Gott wirkt immer unauffällig, immer so, dass niemand genötigt, niemand in
seinen freien Entscheidungen beeinträchtigt wird. Er wählte Sich Menschen
nach Seinem Willen und Seinen Plänen aus. Und Er wird uns nicht als Ratgeber
für Seinen weisen Absichten heranziehen.
Demnach
sind die prophetischen Bücher des Alten Testaments Privatoffenbarungen;
ebenso sind es die Evangelien des Neuen Testaments, denn auch sie sind von
Privatpersonen niedergeschrieben worden (nicht von kirchlichen Würdenträgern),
und die Berichte stammen zum Teil aus zweiter und dritter Hand. Vorbemerkung
zum Lukas-Evangelium:„Sintemal sich viele unterwunden haben, Bericht zu
geben von den Geschichten, so unter uns ergangen sind, wie uns das gegeben
haben, die es von Anfang selbst gesehen und Diener des Wortes gewesen sind;
habe ich es auch für gut angesehen, nachdem ich alles von Anbeginn mit Fleiß
erkundet habe, daß ich‘s dir, mein guter Theophilus, in Ordnung schriebe,
auf dass du gewissen Grund erfahrest der Lehre, in welcher du unterrichtet
bist.“
Demnach
ist das Lukas-Evangelium ein Privatbrief! Ein Bericht, den ein Mensch an
seinen Freund geschrieben hat, um ihm, diesem einen Privatmenschen, von Dingen
zu erzählen; die andere miterlebt haben, die der Briefschreiber „mit Fleiß
erkundet“ hat, um sie schriftlich weiterzugeben. Wieso soll dieser, aus
verschiedenen Quellen zusammengeholte Evangelien-Bericht weniger privat und
obendrein verlässlicher und authentischer sein als das, was Gott selbst in späterer
Zeit einem Menschen in direkter Ansprache ins Herz diktierte? In beiden Fällen
hat der Geist Gottes im Menschen gewirkt, und die Authentizität bemisst sich
danach, wie stark dieser Geistfunke im Menschen entwickelt ist. Wie fest seine
Verbindung mit dem Vatergeist und wie rein das Gefäß in das dieser einströmt
war, nicht danach, ob der empfangende Mensch eine Amts-oder eine Privatperson
ist! Schließlich ist auch Gott selbst, unscheinbar als der Mensch Jesus
Christus zur Erde gekommen; also eine Privatoffenbarung! Das mag für manchen
Menschen unerhört klingen, und doch ist es so: Jesus kam nicht im Tempel von
Jerusalem zur Welt, ja nicht einmal innerhalb der Stadt Jerusalem, sondern
abseits, ganz privat und unbemerkt. Das Inoffizielle, Unauffällige der
Selbstoffenbarungen Gottes ist Absicht und Prinzip: Niemand soll (wie schon
vorhin erwähnt) in seiner freien Wahl beeinträchtigt und zur Annahme einer
Botschaft genötigt werden, und niemals soll das, was vor der Welt groß und
glänzend ist (die Weltkirche), durch den Himmel in seiner Welttümlichkeit
bestärkt werden. Gott ist Geist und als solcher das Inwendigste aller Dinge
und Wesen und auch das unsichtbare Innerste seiner Kirche. Gott ist auch von
Herzen demütig und liebt es, große Dinge in unscheinbarer Hülle zu bergen
(sich selbst in dem Zimmermann Jesus) und seine Himmelsgaben durch kleine,
bescheidene Boten zu senden.
„Ich
preise Dich, Vater und Herr Himmels und der Erde, daß Du solches den Weisen
und Klugen verborgen hast und hast es den Unmündigen geoffenbart.“ (Matth.
11,25 u. Lukas 10,21)
Allein
dieses eine Schriftwort rechtfertigt die Empfänger von
„Privatoffenbarungen“ vollauf! Warum distanziert sich die Kirche trotzdem
von ihren Botschaften? Für die Priester und Religionslehrer wäre es von
unschätzbarem Wert, wenn sie sich auch durch die Erleuchteten Gottes, also
von Gott selbst, lehren ließen. Und das besonders in unserer Zeit, wo die
theologische Ausbildung nicht mehr die Einheitlichkeit aufweist, die früher
selbstverständlich war. Theologie ist zwar immer noch eine Beschäftigung mit
Gott, aber diese kann u.U. auch in gegnerischem Sinne stattfinden. Dass ein
Teil der Theologen beider Konfessionen Atheisten sind, ist kein Geheimnis.
Keine einheitliche Lehre wird heute den Studierenden geboten, sondern
verschiedene Theologen-Meinungen, darunter auch atheistische, werden von den
Lehrkanzeln herab verkündet! Offenbar gilt der Umgang mit Atheisten als ungefährlich.
Hingegen lässt man höchste Vorsicht walten, wenn es sich um Seher und
Propheten handelt. Und doch sind es gerade die Botschaften dieser
Gotteswerkzeuge, die nicht nur die Einheit der Lehre wieder herstellen, indem
sie die alten Glaubenswahrheiten wieder verständlich machen und neu, tiefer
und umfassender erklären, sondern auch die Antworten liefern, die jeder
Geistliche, jeder Religionslehrer im Umgang mit den Ungläubigen, in der Bemühung
um die Zweifler und Skeptiker unserer Zeit so dringend nötig brauchte. Da die
Kirchen es aber vorziehen, die von Gott für diesen Zweck vorsorgend
bereitgestellten Himmelsgaben beiseite zu lassen, ist es kein Wunder, dass so
viele Menschen unserer Zeit, die Gott - und besonders dem Christentum – fern
standen, außerhalb der Kirche, der sie eigentlich angehören, zum Glauben
gekommen sind und dass laufend solche Bekehrungen stattfinden.
Weinbergarbeit
großen Ausmaßes wird - von den Kirchen unbeachtet - in aller Stille
geleistet, überall, wo Menschen durch das Licht der Neuoffenbarung sehend
geworden, in Freude und Dankbarkeit weitergeben, was sie selbst empfangen
haben und als größte Beglückung empfinden: Erkenntnis der Wahrheit,
lebendigen Glauben, Begeisterung, Liebe zu Gott, neues Verständnis der alten
Glaubenswahrheiten, Schrifterkenntnis, Gotteserkenntnis und eine Überfülle
sonstigen geistigen Wissens. Das alles wird weitergetragen nahezu ohne
Organisation, aus der Initiative dieser neuen Jünger Jesu heraus, geleitet
vom Geist Gottes in dem Maße, als der einzelne Jünger in Uneigennützigkeit
wirkt und nach dem Evangelium lebt (denn die Bedingungen für das Wirken des
hl. Geistes im Menschen sind immer und überall dieselben). Auf diese Weise
erbarmt sich Gott seit vielen Jahren all derer, die glauben möchten, aber
nicht mehr glauben können, weil ihre Fragen unbeantwortet bleiben; die IHN
suchen, aber in der Kirche nicht mehr finden können.
Auffallend
ist, dass die Heiden innerhalb des Christentums (die zwar als Christen
getauft, aber kein Glaubensleben mehr haben) den Herrn in seiner geistigen
Wiederkunft – im Wort - meist schneller und leichter erkennen als die
Kirchenchristen, wie es ja auch zu Jesu Erdenzeiten oft Römer und Griechen
waren, die IHN erkannten und seine Lehre annahmen, während die Juden, und
besonders die Schriftgelehrten unter ihnen, blind und taub waren.
Doch
einerlei, wie sich die Kirche zu den neuen Offenbarungen stellt; sie sind von
Gott, und niemand kann aufhalten, was Gott selbst vorwärtstreibt. Einmal wird
dieses Himmelslicht, zusammen mit der Bibel, die allgemeine geistige Grundlage
der Menschen sein, darüber gibt es keinen Zweifel. Ebenso sicher aber ist,
dass die Kirche im Auftrag Gottes besteht und weiterhin ihre vielen Aufgaben
zu erfüllen hat. Mögen ihr auch noch Wandlungen bevorstehen, das ändert
nichts daran, dass sie berufen ist, das Christentum in der Welt und vor der
Welt zu vertreten und gegen seine Feinde zu verteidigen und ferner jene große
Hürde zu sein, die die Schafe davor bewahren soll, dass sie sich verlaufen.
(Nicht zufällig nimmt das Sektenunwesen immer mehr zu; diese Erscheinung ist
u.a. darauf zurückzuführen, dass viele Menschen der Kirche den Rücken
kehren, weil sie unbefriedigt bleiben, dann aber ohne äußeren Halt nicht
auskommen und so zur Beute geschickter „Angler“ werden.)
Vor
allem aber ist die Kirche nach wie vor‘ die „äußere Speisekammer der
Seele“ (wie der Herr selbst in einem Seiner neuen Worte sie nennt), eine
notwendige, ja unentbehrliche Einrichtung also, deren Aufgabe es ist, das
Evangelium weiterzutragen: an jede neue Generation der Christenheit und an die
Ungläubigen in aller Welt. Ihre Priester sollen Seelenhirten und Seelenführer
sein. Ein Seelenhirte hat von Gott viele Aufträge erhalten. Er soll nicht nur
die ihm Anvertrauten vor Schaden bewahren, kranke Seelen heilen, verirrte
suchen und heimbringen, schwache Seelen stützen und ermutigen usw., er sollte
die Menschen auch so führen, dass sie Gott näher kommen, d.h. dass sie allmählich
reif werden zur Verbindung mit Gott im eigenen Herzen, denn Gott will mit
jedem seiner Kinder selbst verkehren. Geschah das bisher immer nur bei
Einzelnen, so ist nun die Zeit gekommen, wo diese Herzensverbindung immer mehr
zum allgemeinen Verständigungsmittel zwischen Gott und dem Menschen werden
soll, wo alle von Gott gelehrt, beraten und geführt sein werden (mehr oder
weniger, je nach Seelenreife).
Das
heißt aber nicht, dass der Priester dann überflüssig ist, wenn es gelingt,
dieses Ziel zu erreichen. Immer wird es wenige Reife, viele‘ Halbreife und
Massen von Unreifen geben, darum kann der wahre Priester niemals überflüssig
werden. Im Gegenteil, das Ideal des Priesterarztes wäre anzustreben (und es
wird im neuen Geistzeitalter sicher auch wieder verwirklicht werden), des
Priesters, der gleichzeitig auch Geistheiler ist, der durch seine enge
Verbundenheit mit Gott so geisterfüllt ist, dass er durch Gebet und Händeauflegen
Heil vermitteln kann, Heilung von Gebrechen der Seele und des Leibes.
Schließlich
bedürfen auch die geistig Reiferen in einer Gemeinde der geistigen Führung
und sollten diese eigentlich von den Priestern erhalten. Dass es in der Praxis
heute vielfach anders ist, kann nicht als Normalzustand bezeichnet werden; es
ist ein Übergangszustand, an dem zum Teil die Kirche selbst schuld ist, u.a.
auch durch ihre ablehnende Haltung gegenüber den neuen Offenbarungen Gottes.
Doch
leider verhalten sich auch viele Freunde der Neuoffenbarung falsch, indem sie
dem kirchlichen Leben fernbleiben. Gott selbst hat in eben diesen neuen
Offenbarungen seine Kirche bestätigt und ihre Unentbehrlichkeit festgestellt,
und nach seinem Willen soll niemand seine Mutterkirche verlassen. Man hält
sich wohl an diese Weisung, aber nur buchstabenmäßig, d.h. man tritt nicht
aus. Doch bedeutet „in der Kirche bleiben“ sicher mehr als eine formal,
aufrecht erhaltene Mitgliedschaft. Der Christ soll am Leben der Kirche
teilnehmen, deren Mitglied er ist, und gerade die Freunde der Neuoffenbarung
sollten das tun, auch wenn ihnen manches entbehrlich erscheint, was zu den Übungen
des Kirchenvolkes gehört, denn sie sollen in die Kirche hineintragen, was sie
durch Gottes Gnade empfangen haben, sie sollen mithelfen, das Feuer in der
Kirche wieder zu entzünden, sie sollen ihren lebendigen Glauben ausstrahlen,
um andere zu stärken, deren Glaube vielleicht zu schwach ist. Kurzum: Alle
sollten in der Gemeinschaft der Kirche leben nach dem Willen Gottes; sollten
auch den äußeren Ordnungsweg der Heiligung einhalten, wie er von Gott
eingesetzt ist, und sich dem Leben der Kirche einordnen.
Kann
nun die Beschäftigung mit den neuen Offenbarungen auch Gefahren mit sich
bringen? Dazu kann man nur sagen: Es gibt nichts., was dem Menschen in seiner
inneren Freiheit nicht gefährlich werden könnte, denn er kann auf alles
richtig oder falsch reagieren, kann aus allem und jedem, was ihm begegnet,
richtige oder falsche Schlüsse ziehen. In diesem Sinne ist sogar die Religion
als solche u.U. eine „Gefahr“; denn es gibt so und so viele Menschen, die
dem religiösen Wahnsinn verfallen sind. Soll man sich deshalb nicht mit
Religion beschäftigen? Es ist nicht zu vermeiden, dass auch das neue Wort
Gottes (ebenso wie das alte) von manchen Menschen missverstanden wird in
diesem oder jenem Punkt; es kommt auch vor, dass hie und da ein falscher
Prophet oder Lehrer für einen echten gehalten wird und auf diese Weise Irrtümer
in das Lehrgut eingeschleust werden können, wenn die Prüfenden nicht genügend
geistig erleuchtet sind. Auch religiöse Fanatiker machen vor den Neuen
Offenbarungen nicht halt und nutzen sie als Plattform für ihre lieblosen
Wortgefechte oder nur um sich selbst zu profilieren.
Die
Kirche aber ist einer anderen Gefahr erlegen! Und zwar durch
Aufgeschlossenheit am falschen Platz! Man hat sich geöffnet, aber nach der
falschen Seite hin: zur Welt hin hat man die Tore weit gemacht (während man
sie vor dem neuen Wort Gottes sorgfältig verschließt); dem Weltgeist hat man
Einlass gewährt. Einem verweltlichten, dem Zeitgeist angepassten Christentum
hat man Raum gegeben, welches mit dem Christentum Jesu nicht mehr identisch
ist und keine Erlöserkräfte mehr in sich trägt, weil das Kreuz und die
damit verbundene Erlösungstat Jesu immer mehr ausgeschaltet wird zugunsten
nur menschlich-irdischer Beglückungsabsichten. Man lässt zu, dass der Erlöser
aus dem Zentrum des Christentums verdrängt und der Mensch an seine Stelle
gesetzt wird! Menschlich verstandene und missverstandene, unzulängliche Nächstenliebe
ersetzt die Liebe zu Gott und das Streben nach irdischen Paradiesen tritt an
die Stelle der Sehnsucht nach dem Himmelreich. Und was am schlimmsten ist:
Jesus Christus wird immer mehr seiner Gottheit beraubt und zum irdisch,
sozialen Menschheitsbeglücker degradiert! Gegen alle diese, so deutlich von
der antichristlichen Geistesmacht inspirierten Strömungen ist die
Neuoffenbarung Gottes ein Bollwerk. Durch sie würden alle guten Impulse, alle
Erweckungsbewegungen innerhalb der Kirchen nur Positives erfahren: Auftrieb,
Stärkung, Beglaubigung. Nein, die Kirchen und Gemeinschaften hätten keinen
Schaden davon, wenn sie die neuen Offenbarungen Gottes als das anerkennen würden,
was sie sind, aber es geht ihnen unendlich viel verloren dadurch, dass sie
diese Neuen Offenbarungen ignorieren und nicht annehmen wollen!
Die
Offenbarungen Gottes haben nie aufgehört; seit Jakob Böhme, Emanuel
Swedenborg und Jakob Lorber ist sie immer umfangreicher geworden und reicht
bis in die Gegenwart. Sie wird auch in der Zukunft nicht aufhören, denn der
Herr hat uns die Gegenwart des göttlichen Trösters bis zum Ende der Welt
versprochen. Auch ist es gar nicht anders denkbar, dass einer geistig
fortgeschrittenen Menschheit auch ein entsprechendes geistiges Nährbrot
geboten werden muss. Denn das Kleinkind bekommt Milch zur Speisung die leicht
verdaulich ist, dem herangewachsenen Menschen gibt man aber festere Speise,
weil die inneren (geistigen) Organe die schwerere (geistige) Nahrung schon
verdauen können und auch sollen. Dies ist die Ordnung Gottes!
Der
Ausdruck (NO) „Neuoffenbarung“ ist eine Abkürzung, mit der das „neu
geoffenbarte ewige Wort oder Evangelium Gottes“ gemeint ist (nicht eine
andere Offenbarung) und bezieht sich im engeren Sinne und besonderen Maße auf
die Niederschriften, die Jakob Lorber im 19. Jahrhundert nach dem Diktat der göttlichen
Stimme in seinem Herzen erstellt hat. Diese Offenbarung wird mit ihrer
All-umfassenden Schöpfungs- und Lebensschau, neben der Bibel mit ihrem
besonderen Schatz an geistigem Wissen und Tiefe der Erkenntnis, das geistige Nährbrot
für die nächsten zwei Jahrtausende sein. Alle äußeren Offenbarungen sollen
uns letztlich vorbereiten für die Offenbarung Gottes in unserem eigenen
Herzen, denn dazu sind wir von Ihm berufen, und darauf wartet Er als unser
liebender Vater, der mit jedem Seiner Kinder persönlich verkehren will.
Wir sollen vollkommen werden, wie unser Vater im Himmel vollkommen ist!
(Aus
einer ergänzten Abhandlung von Margarethe Eckel)