Darnach aber sprach Jesus zu
Jakob: »Eile mit Weile! In aller Weltarbeit, wenn sie
zu eifrig betrieben wird, liegt der Tod!
Daher ist's besser, zu sein faul für die Welt, aber um so eifriger für den
Geist zu sein, bei jeder Gelegenheit.
Also aber sollen die Weltfleißigen stets den Tod ihrer Seele in
ihrem Eifer ums Irdische finden!
Ich aber werde die Weltmüßiggänger aufsuchen und werde sie in
Meinen Dienst nehmen für ewig; und denen, die nur eine Stunde des Tages
gearbeitet haben, werde Ich gleichen Lohn geben wie denen, welche den ganzen
Tag überfleißigst gearbeitet haben.
Wohl jedem Faulenzer für die Welt; wehe aber jedem Fleißigen in
Geschäften für die Welt! Der erste wird sein Mein Freund - und der zweite
Mein Feind!«
Jakob merkte sich diese Worte und lebte darnach und machte sich nichts
daraus, wenn er auch öfter den Namen »der Faule und Träge« bekam;
Nun lese ich aber im GEJ IV
Kapitel 127
(8) Ihr meint nun freilich, diese
Furcht (vor dem Tode) sein nur eine Folge der Unbestimmtheit im Wissen und
Erkennen des Jenseits. Ich aber sage es Euch allen: Mitnichten, dieses ist
selbst nur eine Folge der tief verwurzelten Tätigkeitsscheu der Seele,
und weil die Seele es geheim ahnt, dass mit der Wegnahme des Leibes ihre Weiterexistenz
eine höchst tätige werden wird, so ist sie ganz
untröstlich darüber und gerät in eine Art Fieber, in welchem dann auch eine
Art Ungewissheit über das einsitge Fortbestehen sich herausstellt. - Denkt ein
wenig darüber nach, und wir werden dann in dieser sehr wichtigen Sache weiter
fortfahren.
Man könnte meinen die beiden
Stellen wären in krassem Widerspruch. Das kann natürlich nicht der Fall
sein. Also wie beschaffen soll die Tätigkeit sein? Es muß wohl etwas mit der
inneren Tätigkeit zu tun haben, aus der die Seele kräftig wird und der Geist
erwacht. Aus der Tätigkeit muß wohl das ewige Leben erwachen und nur in der
Tätigkeit ist eine forwährende Seligkeit zu gewährleisten. Aber wie? Es
gibt noch Textstellen (leider finde ich sie im Augenblick nicht) mit der Ruhe
und der Tätigkeit, so dass in der Ruhe Aktivität und in der Aktivität Ruhe
vorhanden sein soll. Ist es so zu verstehen, dass man wenn man aktiv ist
inneren Frieden haben soll und wenn man Ruhe hat innerlich aktiv sein soll?
Kann mir hier jemand auf die weiter helfen? Ich glaube dass das Thema
Ruhe und Tätigkeit für die Wiedergeburt nicht unerheblich sein dürfte.
Jesus mit Euch
Ralf
Noch ein paar kleine Textstellen:
[JJ.01_158,15] Die wahre Ruhe im
Herrn besteht sonach in der wahren Liebe im Herzen zu Ihm und in der unablässigen
Tätigkeit darnach zur Erhaltung der ewigen Ordnung.
[JS.01_52.05.31,20] Durch diese Tätigkeit
(ihres Urgeistes aus Gott) wird die wilde Tätigkeit der Seele beruhigt, so daß
am Ende die Seele in sich selbst in einen förmlichen Schlaf gerät, also
ruht, und in dieser Ruhe als mehr vereinigt mit ihrem Urgeiste aus Mir in
einen förmlichen Traum kommt und, weil sie sich in solchem Zustande ganz
behaglich fühlt, darin auch verbleibt, – ein Zustand, den die alten Seelen-
und Lebensforscher den Seelenschlaf nannten.
[RB.02_281,02] Sage Ich darauf: „Freund
und Bruder, Tätigkeit ist zwar das eigentliche Hauptwesen des Geistes. Dann
und wann aber ist es auch gut, daß er ein wenig ruht. Denn in der Ruhe
sammeln sich die erschöpften Kräfte der Seele, die da ein Organ des Geistes
ist, zu neuer Tätigkeit. Daher ist auch euch eine kleine Ruhe vonnöten, auf
daß ihr euch alle stärkt zu großen neuen Tätigkeiten in Meinem Reich. Der
Sabbat geht zu Ende.
[GEJ.01_220,07] Darum seid denn auch alle
nicht eitel pure Hörer Meines Wortes, sondern eifrige Täter desselben, so
werdet ihr erst dessen Segnungen in euch wahrzunehmen anfangen!
[GEJ.01_220,08] Denn das Leben ist ein Tun und kein Müßigstehen der Kräfte,
durch die das Leben bedingt ist, und so muß das Leben auch durch die
gleichfort währende Tätigkeit der sämtlichen Kräfte desselben sogar für
ewig erhalten werden; denn in dem Sich-zur-Ruhe-Legen waltet kein bleibend
Leben.
[GEJ.01_220,09] Das gewisse Wohlgefühl, das euch die Ruhe beut, ist nichts
als ein teilweiser Tod der zum Leben erforderlichen Kräfte; wer dann stets
mehr und mehr an der tatlosen Ruhe, besonders der geistigen Lebenskräfte, ein
behagliches Wohlgefallen findet, der schiebt sich dadurch eben auch stets mehr
dem wirklichen Tode in die Arme, aus denen ihn auch kein Gott gar zu leicht
mehr befreien wird!
[GEJ.01_220,10] Ja, es gibt auch eine rechte Ruhe voll Lebens; aber die ist in
Gott und ist für jeden Menschen ein unnennbar beseligendes Gefühl der
Zufriedenheit, nach dem Willen Gottes tätig zu sein.
[GEJ.01_220,11] Dieses beseligendste Zufriedenheitsgefühl und die klarste
Erkenntnis, wahrhaft nach der Ordnung Gottes gleichfort gehandelt zu haben,
ist die bewußte rechte Ruhe in Gott, die allein voll Lebens ist, weil voll
Tatkraft und Handlung darnach. Jede andere Ruhe, die in einem Aufhören der
Lebenskräfte besteht, aber ist, wie schon gesagt, ein wahrer Tod insoweit,
als inwieweit die verschiedenen Lebenskräfte sich der Tätigkeit entzogen
haben und dieselbe nicht wieder ergreifen. – Verstehet ihr solches?“
[GEJ.01_220,12] Sagt Judas Ischariot: „Herr, wenn so, da sollte der Mensch
den Schlaf fliehen wie eine Pestilenz; denn der Schlaf ist doch auch eine Ruhe
von einer Anzahl, wennschon äußerer Lebenskräfte!“
[GEJ.01_220,13] Sage Ich: „Allerdings! Darum werden Langschläfer auch nie
ein besonders hohes Alter erreichen. Wer seinem Leibe in der Jugend fünf
Stunden und im Alter sechs Stunden Schlafruhe gönnt, der wird auch zumeist
ein hohes Alter erreichen und wird lange ein jugendliches Aussehen behalten, während
ein Langschläfer bald altert, ein faltiges Gesicht und graue Haare bekommt
und im etwas vorgerückten Alter wie ein Schatten einhergeht.
[GEJ.01_220,14] Wie aber der Leib durch zu vielen Schlaf stets mehr und mehr
tot wird, ebenso und noch bei weitem mehr wird es die Seele, wenn sie mehr und
mehr nachläßt in ihrer Tätigkeit nach Meinem Worte und Willen.
[GEJ.01_220,15] Wo aber der Müßiggang sich einmal in eine Seele eingenistet
hat, da nistet sich auch bald das Laster ein; denn der Müßiggang ist nichts
als eine sich selbst wohltuende Liebe, die jede Tätigkeit für jemand anderen
um so mehr flieht, weil sie im Grunde des Grundes nur das will, daß alle
anderen zu ihren Gunsten und Nutzen arbeiten sollen!
[GEJ.01_220,16] Darum hütet euch auch insbesondere vor dem Müßiggang; denn
dieser ist ein wahres Samenkorn für alle möglichen Laster!
[GEJ.01_220,17] Als Beispiel mögen euch die verschiedenen Raubtiere dienen.
Sehet, diese Tiere setzen sich nur dann in eine verderbenbringende Tätigkeit,
wenn sie ein brennender Hunger antreibt; haben sie einen Fraß erbeutet und
ihren Hunger gestillt, so begeben sie sich alsbald wieder in ihre Höhlen und
ruhen da oft tagelang, besonders die Schlangen.
[GEJ.01_220,18] Betrachtet nun einen Räuber und Mörder dagegen! Dieser sonst
aller Arbeit scheue Mensch, eigentlich Teufel im Fleische, liegt tagelang in
irgendeinem seiner Raubnester; nur wenn die Laurer ihm vermelden, daß eine
reiche Karawane bei seinem Raubneste vorüberziehen werde, da erst setzt er
sich mit seinen Gesellen auf die Mitlauer und fällt dann die kommende
Karawane rücksichtslos an und raubt sie aus und ermordet die Kaufleute, auf
daß er nicht verraten werden möchte! Und das ist eine Frucht des Müßiggangs.
[GEJ.01_220,19] Darum noch einmal gesagt: Hütet euch vor allem vor dem Müßiggang;
denn er ist der Weg und die breite Tür zu allen erdenklichen Lastern!
[GEJ.01_220,20] Nach getaner Arbeit ist eine mäßige Ruhe gut den Gliedern
des Leibes, aber dafür eine übermäßige schlechter als gar keine.“
221. Kapitel
[GEJ.01_221,01] (Der Herr:) „So jemand einen weiten Weg zurückgelegt hat zu
Fuß und erreicht endlich eine Herberge, so wird er, wenn er in der Herberge
sich nicht alsobald zur Ruhe begeben wird, sondern kleine Bewegungen machen
und am nächsten Tage schon vor dem Aufgange auf den Füßen sein wird, den
ganzen Tag über von keiner Müdigkeit etwas verspüren, und je länger er
also seine Reise fortsetzen wird, desto weniger müde wird sie ihn machen.
[GEJ.01_221,02] So aber jemand ebenso stark ermüdet vom Tagesmarsche auf eine
Herberge kommt, sich sogleich auf ein Lager hinwirft und dasselbe gar erst am
Mittag des nächsten Tages verläßt, so wird er mit völlig steifen Füßen
und mit einem völlig betrunkenen Kopfe seine Weiterreise fortzusetzen
anfangen und wird nach einer Strecke zurückgelegten Weges sich vor lauter Müdigkeit
nach einer Ruhe sehnen, und es kann am Ende sogar geschehen, daß er am Wege
liegenbleibt und allda verkümmert, so ihm niemand – was leicht möglich –
zu Hilfe kommt.
[GEJ.01_221,03] Was aber schuldet daran? Seine eigene zu große Ruhelust und
der mit derselben verbundene Wahn, daß die Ruhe den Menschen stärke.
[GEJ.01_221,12] Und sehet, das kommt alles von der Tätigkeit, nie aber von
einer faulen Ruhe her!
[GEJ.01_221,13] Daher fliehet die Ruhe und suchet die volle Tätigkeit, und
euer Lohn wird sein das ewige Leben!
[GEJ.01_221,14] Glaubt ja nicht, daß Ich etwa gekommen sei, den Menschen auf
dieser Erde den Frieden und die Ruhe zu bringen; o nein, sondern das Schwert
und den Krieg!
[GEJ.01_221,15] Denn die Menschen müssen durch Not und Drangsale aller Art
zur Tätigkeit angetrieben werden, ansonst sie zu trägen Mastochsen würden,
die sich selbst mästeten zum Fraße für den ewigen Tod!
[GEJ.02_132,07] Sieh, das machte der Geist im Menschen möglich! Ich habe auf
diese Zeit die Geister im Menschen erweckt, und diese trugen ihre Fleischhülle
hierher auf diese Höhe. Da aber ihre Geister solcher Tätigkeit noch
ungewohnt sind, so begaben sie sich, wie Ich sie nur ein wenig ausließ,
wieder in ihren Leib zur Ruhe, und des Leibes Seele ward mit Furcht erfüllt.
Wäre aber ihr Geist in ihren Herzen vollwach geblieben, so hätten sie keine
Furcht; denn der Geist selbst hätte die Seele mit der leuchtendsten
Zuversicht erfüllt und ihnen die lebendigste Überzeugung ins Herz gelegt, daß
ihm alle Natur untertan sein muß! Da aber solches der alten Welt wegen, von
der ihre Seelen noch einen Teil in sich bergen, nicht für die Dauer
stattfinden konnte, so befällt ihre Seelen auch noch immer etwas von der
Weltfurcht, die du hier bei ihnen erfährst.
[GEJ.02_229,12] Satan ist eine große Persönlichkeit und entspricht der zu
starren Ruhe und Trägheit; denn diese geschaffene erste große Persönlichkeit
wollte alle anderen Kräfte in ihre Wesenheit vereinen und ist aber darum tot
und tatunfähig geworden in sich selbst. Aber die in ihr besiegten anderen Kräfte
ruhen dennoch nicht völlig, sondern stehen in einer fortwährenden Tätigkeit
und personifizieren sich dadurch wie selbständig. Durch solche Tätigkeit
beleben sie aber das Grundwesen wie mit einem Scheinleben, und dies Leben ist
dann offenbar nur ein Trugleben einem wahren freien Leben gegenüber.
[GEJ.05_218,02] Es ist aber solch eine Ruhe, in der dem Leibe und seinen
Gliedern die Tätigkeit vorenthalten wird, dennoch keine Ruhe, sondern
vielmehr eine innere große Tätigkeit der Seele danach und darin, sich mit
ihrem Geiste, den sie wahrzunehmen angefangen hat, mehr und mehr zu einen. Und
so du eine solche Ruhe verlangst, so tust du, wie auch ein jeder andere, wohl
daran, und nach fortgesetzter und täglich einmal vorgenommener solcher
innerer Ruhe, oder besser Seelentätigkeit, wirst du erst zu fühlen anfangen,
welch einen großen wahren Lebensnutzen du daraus gewonnen hast.
GEJ.06_226,16] Darum meine ja niemand von euch, daß er sich einst jenseits in
einer ewig untätigen, süßen Ruhe befinden werde; denn das wäre gerade des
Geistes oder der Seele wahrster Tod. Je geistiger ein Mensch in seinem Innern
wird, desto tätiger wird er auch, und das durch und durch. Wenn aber solches
schon gar wohl ersichtlich und klar erkenntlich in dieser Welt der Fall ist,
um wieviel mehr wird das erst drüben der Fall sein, wo kein schwerer Leib die
Seele in ihrer Tätigkeit hemmen wird! – Nun rede, ob du das wohl verstanden
hast!“