Von: Ralf M
Gesendet: Dienstag, 11. Dezember 2001 19:19
An: Freundeskreis-Lorberliste@yahoogroups.ca
Betreff: [Freundeskreis-Lorberliste] Arbeits-Evangelium, Furcht vor dem Tode, Ruhe und Tätigkeit

Lieber Luis, liebe Freunde,
 
 
vor einiger Zeit postete Luis das Arbeits Evangelium:
 
Darnach aber sprach Jesus zu Jakob: »Eile mit Weile! In aller Weltarbeit, wenn sie zu eifrig betrieben wird, liegt der Tod! 
Daher ist's besser, zu sein faul für die Welt, aber um so eifriger für den Geist zu sein, bei jeder Gelegenheit. 
Also aber sollen die Weltfleißigen stets den Tod ihrer Seele in ihrem Eifer ums Irdische finden! 
Ich aber werde die Weltmüßiggänger aufsuchen und werde sie in Meinen Dienst nehmen für ewig; und denen, die nur eine Stunde des Tages gearbeitet haben, werde Ich gleichen Lohn geben wie denen, welche den ganzen Tag überfleißigst gearbeitet haben. 
Wohl jedem Faulenzer für die Welt; wehe aber jedem Fleißigen in Geschäften für die Welt! Der erste wird sein Mein Freund - und der zweite Mein Feind
!« 
Jakob merkte sich diese Worte und lebte darnach und machte sich nichts daraus, wenn er auch öfter den Namen »der Faule und Träge« bekam;
Nun lese ich aber im GEJ IV Kapitel 127
 
(8) Ihr meint nun freilich, diese Furcht (vor dem Tode) sein nur eine Folge der Unbestimmtheit im Wissen und Erkennen des Jenseits. Ich aber sage es Euch allen: Mitnichten, dieses ist selbst nur eine Folge der tief verwurzelten Tätigkeitsscheu der Seele, und weil die Seele es geheim ahnt, dass mit der Wegnahme des Leibes ihre Weiterexistenz eine höchst tätige werden wird, so ist sie ganz untröstlich darüber und gerät in eine Art Fieber, in welchem dann auch eine Art Ungewissheit über das einsitge Fortbestehen sich herausstellt. - Denkt ein wenig darüber nach, und wir werden dann in dieser sehr wichtigen Sache weiter fortfahren.
 
Man könnte meinen die beiden Stellen wären in krassem Widerspruch. Das kann natürlich nicht der Fall sein. Also wie beschaffen soll die Tätigkeit sein? Es muß wohl etwas mit der inneren Tätigkeit zu tun haben, aus der die Seele kräftig wird und der Geist erwacht. Aus der Tätigkeit muß wohl das ewige Leben erwachen und nur in der Tätigkeit ist eine forwährende Seligkeit zu gewährleisten. Aber wie? Es gibt noch Textstellen (leider finde ich sie im Augenblick nicht) mit der Ruhe und der Tätigkeit, so dass in der Ruhe Aktivität und in der Aktivität Ruhe vorhanden sein soll. Ist es so zu verstehen, dass man wenn man aktiv ist inneren Frieden haben soll und wenn man Ruhe hat innerlich aktiv sein soll? Kann mir hier jemand auf die weiter helfen? Ich glaube dass das Thema Ruhe und Tätigkeit für die Wiedergeburt nicht unerheblich sein dürfte.
 
Jesus mit Euch
 
Ralf
 
 
Noch ein paar kleine Textstellen:
 
[JJ.01_158,15] Die wahre Ruhe im Herrn besteht sonach in der wahren Liebe im Herzen zu Ihm und in der unablässigen Tätigkeit darnach zur Erhaltung der ewigen Ordnung.
 
[JS.01_52.05.31,20] Durch diese Tätigkeit (ihres Urgeistes aus Gott) wird die wilde Tätigkeit der Seele beruhigt, so daß am Ende die Seele in sich selbst in einen förmlichen Schlaf gerät, also ruht, und in dieser Ruhe als mehr vereinigt mit ihrem Urgeiste aus Mir in einen förmlichen Traum kommt und, weil sie sich in solchem Zustande ganz behaglich fühlt, darin auch verbleibt, – ein Zustand, den die alten Seelen- und Lebensforscher den Seelenschlaf nannten.
 
[RB.02_281,02] Sage Ich darauf: „Freund und Bruder, Tätigkeit ist zwar das eigentliche Hauptwesen des Geistes. Dann und wann aber ist es auch gut, daß er ein wenig ruht. Denn in der Ruhe sammeln sich die erschöpften Kräfte der Seele, die da ein Organ des Geistes ist, zu neuer Tätigkeit. Daher ist auch euch eine kleine Ruhe vonnöten, auf daß ihr euch alle stärkt zu großen neuen Tätigkeiten in Meinem Reich. Der Sabbat geht zu Ende.
 
[GEJ.01_220,07] Darum seid denn auch alle nicht eitel pure Hörer Meines Wortes, sondern eifrige Täter desselben, so werdet ihr erst dessen Segnungen in euch wahrzunehmen anfangen!
[GEJ.01_220,08] Denn das Leben ist ein Tun und kein Müßigstehen der Kräfte, durch die das Leben bedingt ist, und so muß das Leben auch durch die gleichfort währende Tätigkeit der sämtlichen Kräfte desselben sogar für ewig erhalten werden; denn in dem Sich-zur-Ruhe-Legen waltet kein bleibend Leben.
[GEJ.01_220,09] Das gewisse Wohlgefühl, das euch die Ruhe beut, ist nichts als ein teilweiser Tod der zum Leben erforderlichen Kräfte; wer dann stets mehr und mehr an der tatlosen Ruhe, besonders der geistigen Lebenskräfte, ein behagliches Wohlgefallen findet, der schiebt sich dadurch eben auch stets mehr dem wirklichen Tode in die Arme, aus denen ihn auch kein Gott gar zu leicht mehr befreien wird!
[GEJ.01_220,10] Ja, es gibt auch eine rechte Ruhe voll Lebens; aber die ist in Gott und ist für jeden Menschen ein unnennbar beseligendes Gefühl der Zufriedenheit, nach dem Willen Gottes tätig zu sein.
[GEJ.01_220,11] Dieses beseligendste Zufriedenheitsgefühl und die klarste Erkenntnis, wahrhaft nach der Ordnung Gottes gleichfort gehandelt zu haben, ist die bewußte rechte Ruhe in Gott, die allein voll Lebens ist, weil voll Tatkraft und Handlung darnach. Jede andere Ruhe, die in einem Aufhören der Lebenskräfte besteht, aber ist, wie schon gesagt, ein wahrer Tod insoweit, als inwieweit die verschiedenen Lebenskräfte sich der Tätigkeit entzogen haben und dieselbe nicht wieder ergreifen. – Verstehet ihr solches?“
[GEJ.01_220,12] Sagt Judas Ischariot: „Herr, wenn so, da sollte der Mensch den Schlaf fliehen wie eine Pestilenz; denn der Schlaf ist doch auch eine Ruhe von einer Anzahl, wennschon äußerer Lebenskräfte!“
[GEJ.01_220,13] Sage Ich: „Allerdings! Darum werden Langschläfer auch nie ein besonders hohes Alter erreichen. Wer seinem Leibe in der Jugend fünf Stunden und im Alter sechs Stunden Schlafruhe gönnt, der wird auch zumeist ein hohes Alter erreichen und wird lange ein jugendliches Aussehen behalten, während ein Langschläfer bald altert, ein faltiges Gesicht und graue Haare bekommt und im etwas vorgerückten Alter wie ein Schatten einhergeht.
[GEJ.01_220,14] Wie aber der Leib durch zu vielen Schlaf stets mehr und mehr tot wird, ebenso und noch bei weitem mehr wird es die Seele, wenn sie mehr und mehr nachläßt in ihrer Tätigkeit nach Meinem Worte und Willen.
[GEJ.01_220,15] Wo aber der Müßiggang sich einmal in eine Seele eingenistet hat, da nistet sich auch bald das Laster ein; denn der Müßiggang ist nichts als eine sich selbst wohltuende Liebe, die jede Tätigkeit für jemand anderen um so mehr flieht, weil sie im Grunde des Grundes nur das will, daß alle anderen zu ihren Gunsten und Nutzen arbeiten sollen!
[GEJ.01_220,16] Darum hütet euch auch insbesondere vor dem Müßiggang; denn dieser ist ein wahres Samenkorn für alle möglichen Laster!
[GEJ.01_220,17] Als Beispiel mögen euch die verschiedenen Raubtiere dienen. Sehet, diese Tiere setzen sich nur dann in eine verderbenbringende Tätigkeit, wenn sie ein brennender Hunger antreibt; haben sie einen Fraß erbeutet und ihren Hunger gestillt, so begeben sie sich alsbald wieder in ihre Höhlen und ruhen da oft tagelang, besonders die Schlangen.
[GEJ.01_220,18] Betrachtet nun einen Räuber und Mörder dagegen! Dieser sonst aller Arbeit scheue Mensch, eigentlich Teufel im Fleische, liegt tagelang in irgendeinem seiner Raubnester; nur wenn die Laurer ihm vermelden, daß eine reiche Karawane bei seinem Raubneste vorüberziehen werde, da erst setzt er sich mit seinen Gesellen auf die Mitlauer und fällt dann die kommende Karawane rücksichtslos an und raubt sie aus und ermordet die Kaufleute, auf daß er nicht verraten werden möchte! Und das ist eine Frucht des Müßiggangs.
[GEJ.01_220,19] Darum noch einmal gesagt: Hütet euch vor allem vor dem Müßiggang; denn er ist der Weg und die breite Tür zu allen erdenklichen Lastern!
[GEJ.01_220,20] Nach getaner Arbeit ist eine mäßige Ruhe gut den Gliedern des Leibes, aber dafür eine übermäßige schlechter als gar keine.“
 
221. Kapitel
[GEJ.01_221,01] (Der Herr:) „So jemand einen weiten Weg zurückgelegt hat zu Fuß und erreicht endlich eine Herberge, so wird er, wenn er in der Herberge sich nicht alsobald zur Ruhe begeben wird, sondern kleine Bewegungen machen und am nächsten Tage schon vor dem Aufgange auf den Füßen sein wird, den ganzen Tag über von keiner Müdigkeit etwas verspüren, und je länger er also seine Reise fortsetzen wird, desto weniger müde wird sie ihn machen.
[GEJ.01_221,02] So aber jemand ebenso stark ermüdet vom Tagesmarsche auf eine Herberge kommt, sich sogleich auf ein Lager hinwirft und dasselbe gar erst am Mittag des nächsten Tages verläßt, so wird er mit völlig steifen Füßen und mit einem völlig betrunkenen Kopfe seine Weiterreise fortzusetzen anfangen und wird nach einer Strecke zurückgelegten Weges sich vor lauter Müdigkeit nach einer Ruhe sehnen, und es kann am Ende sogar geschehen, daß er am Wege liegenbleibt und allda verkümmert, so ihm niemand – was leicht möglich – zu Hilfe kommt.
[GEJ.01_221,03] Was aber schuldet daran? Seine eigene zu große Ruhelust und der mit derselben verbundene Wahn, daß die Ruhe den Menschen stärke.

[GEJ.01_221,12] Und sehet, das kommt alles von der Tätigkeit, nie aber von einer faulen Ruhe her!
[GEJ.01_221,13] Daher fliehet die Ruhe und suchet die volle Tätigkeit, und euer Lohn wird sein das ewige Leben!
[GEJ.01_221,14] Glaubt ja nicht, daß Ich etwa gekommen sei, den Menschen auf dieser Erde den Frieden und die Ruhe zu bringen; o nein, sondern das Schwert und den Krieg!
[GEJ.01_221,15] Denn die Menschen müssen durch Not und Drangsale aller Art zur Tätigkeit angetrieben werden, ansonst sie zu trägen Mastochsen würden, die sich selbst mästeten zum Fraße für den ewigen Tod!
 
[GEJ.02_132,07] Sieh, das machte der Geist im Menschen möglich! Ich habe auf diese Zeit die Geister im Menschen erweckt, und diese trugen ihre Fleischhülle hierher auf diese Höhe. Da aber ihre Geister solcher Tätigkeit noch ungewohnt sind, so begaben sie sich, wie Ich sie nur ein wenig ausließ, wieder in ihren Leib zur Ruhe, und des Leibes Seele ward mit Furcht erfüllt. Wäre aber ihr Geist in ihren Herzen vollwach geblieben, so hätten sie keine Furcht; denn der Geist selbst hätte die Seele mit der leuchtendsten Zuversicht erfüllt und ihnen die lebendigste Überzeugung ins Herz gelegt, daß ihm alle Natur untertan sein muß! Da aber solches der alten Welt wegen, von der ihre Seelen noch einen Teil in sich bergen, nicht für die Dauer stattfinden konnte, so befällt ihre Seelen auch noch immer etwas von der Weltfurcht, die du hier bei ihnen erfährst.
 
[GEJ.02_229,12] Satan ist eine große Persönlichkeit und entspricht der zu starren Ruhe und Trägheit; denn diese geschaffene erste große Persönlichkeit wollte alle anderen Kräfte in ihre Wesenheit vereinen und ist aber darum tot und tatunfähig geworden in sich selbst. Aber die in ihr besiegten anderen Kräfte ruhen dennoch nicht völlig, sondern stehen in einer fortwährenden Tätigkeit und personifizieren sich dadurch wie selbständig. Durch solche Tätigkeit beleben sie aber das Grundwesen wie mit einem Scheinleben, und dies Leben ist dann offenbar nur ein Trugleben einem wahren freien Leben gegenüber.
 
[GEJ.05_218,02] Es ist aber solch eine Ruhe, in der dem Leibe und seinen Gliedern die Tätigkeit vorenthalten wird, dennoch keine Ruhe, sondern vielmehr eine innere große Tätigkeit der Seele danach und darin, sich mit ihrem Geiste, den sie wahrzunehmen angefangen hat, mehr und mehr zu einen. Und so du eine solche Ruhe verlangst, so tust du, wie auch ein jeder andere, wohl daran, und nach fortgesetzter und täglich einmal vorgenommener solcher innerer Ruhe, oder besser Seelentätigkeit, wirst du erst zu fühlen anfangen, welch einen großen wahren Lebensnutzen du daraus gewonnen hast.
 
GEJ.06_226,16] Darum meine ja niemand von euch, daß er sich einst jenseits in einer ewig untätigen, süßen Ruhe befinden werde; denn das wäre gerade des Geistes oder der Seele wahrster Tod. Je geistiger ein Mensch in seinem Innern wird, desto tätiger wird er auch, und das durch und durch. Wenn aber solches schon gar wohl ersichtlich und klar erkenntlich in dieser Welt der Fall ist, um wieviel mehr wird das erst drüben der Fall sein, wo kein schwerer Leib die Seele in ihrer Tätigkeit hemmen wird! – Nun rede, ob du das wohl verstanden hast!“