A D A M und die P R Ä A D A M I T E N
Wurde der Mensch von GOTT geschaffen oder entwickelte er sich in der Evolution und stammt vom Affen ab ?
Beides ist richtig.
Zum Studium nachfolgend ein Auszug aus der
Offenbarung
Jakob Lorber
/ Grosses Evangelium Johannes Bd. 8 :
[GEJ.08_069,07] Hier wage ich eine große Frage zu stellen, und diese besteht
darin:
War diese Erde zur
Zeit Adams hie und da noch von den Vormenschen bewohnt, und hat sich dieses
Geschlecht vielleicht auch irgendwo an gewissen Punkten der Erde bis auf unsere
Zeiten erhalten, und wird es sich vielleicht auch noch länger forterhalten? Und
wie kamen die Knochenüberreste der Vorwelttiere sogar unter die Grundfesten der
Berge und ebenso auch die riesigen Überreste der Präadamiten?
[GEJ.08_069,08] Herr, darüber gib mir noch einen näheren Aufschluß; denn was wir
forschenden Römer bis jetzt schon aufgefunden haben, das und sicher noch ein
mehreres werden unsere Nachkommen finden.
[GEJ.08_069,09] Die uns bekannten Bücher Mosis geben uns über die
Bestandsverhältnisse der Erde vor Adam gar keinen Aufschluß. Moses beginnt
gleich mit der höchst mystischen Schöpfungsgeschichte, die aber mit dem, was wir
nun auf der Erde finden, in gar keinem Zusammenhang steht, – ja, nur die
höchsten Widersprüche aufstellt.
[GEJ.08_069,10] Wenn Du uns über das nun kein höheres Licht zukommen läßt, so
wird das besonders bei den späteren Nachkommen große Wirrnisse erzeugen, und
Deine Lehre wird großen Spaltungen unterworfen werden. Denn Deine Lehre ruht auf
der mosaischen; ist aber jene in irgend etwas dunkel, so kann Dein Licht nicht
zur vollen Helle auf der Erde kommen. Darum gib Du uns auch da noch einen
helleren Aufschluß; wir bitten Dich darum!"
[GEJ.08_070,01] Sagte Ich: „Höre, du Mein Mir sehr liebgewordener Markus! Gar
vieles habe Ich euch schon gesagt und gezeigt und werde euch auch noch das sagen
und zeigen; aber alles das euch nun Gesagte und Gezeigte wird nicht viel über
eure nächsten Nachkommen hinauskommen, weil die Weltmenschen das nicht fassen,
nicht begreifen und somit auch nicht glauben werden. Du hast wohl einen ganz
guten Grund aufgestellt, demzufolge eine von dir beanspruchte Erklärung über die
Dinge und Bestandsverhältnisse dieser Erde zur wahren Festigung des Glaubens der
Menschen an Meine Lehre besonders als notwendig erscheint. Doch habe Ich es euch
aber auch gesagt, daß über alles in Meiner Schöpfung Vorkommende einem jeden,
der im Geiste wiedergeboren wird, eben der Geist es offenbaren wird. Wem es aber
der Geist offenbaren wird, der wird es dann auch im wahren Lichte lebendig
begreifen, wie sich alle die dir nun noch so unbegreiflich scheinenden Dinge
verhalten.
[GEJ.08_070,02] Was Ich euch aber nun mündlich darüber sagen werde, das werdet
ihr Mir wohl glauben, weil Ich es euch sage; aber in der Tiefe begreifen werdet
ihr es auch nicht, und noch weniger werdet ihr imstande sein, den andern nun im
Geiste noch völlig blinden Menschen einen rechten Begriff davon beizubringen.
Und so werden die Menschen noch lange zu warten haben, bis für sie alle die
sogenannten großen Fragen werden beantwortet werden können, auf eine solche
Weise, daß sie ihnen verständlich werden.
[GEJ.08_070,03] Siehe, auch die Juden sind als einst das erleuchtetste Volk der
Erde, abgesehen, daß ihnen Moses selbst alles erklärt hatte durch den Mund
seines Bruders Aaron in zwei nachgetragenen Büchern, nun dahin gekommen, daß sie
von allen dergleichen urweltlichen Dingen rein nichts mehr wissen und verstehen.
Alles, was sie irgend von solchen Urüberresten finden, bezeichnen sie als eine
Wirkung der von ihnen nicht mehr verstandenen noachischen Sündflut. Lehre sie
etwas anderes, so werden sie dich als einen Ketzer verdammen!
[GEJ.08_070,04] Ihr Heiden habt in eurer Götterlehre die mythische Kunde gleich
von zwei großen Erdüberflutungen und schreibt ihnen zunächst den ursächlichen
Grund der Erscheinungen zu, und das Volk hängt fest daran. Saget ihm nun die
Wahrheit, so wird es euch verlachen und, wenn es gut geht, dazu sagen: ,Ei, wer
kann das wissen? Das wissen nur die Götter!‘ Was könnet ihr ihm dann entgegnen?
Sieh, darum werden die Menschen in dieser Hinsicht erst dann die Wahrheiten zu
fassen imstande sein, wenn sie erstens in allerlei Wissenschaften werden
bewandert sein, und zweitens, so es ihnen ihr geweckter Geist offenbaren wird!
[GEJ.08_070,05] Euch aber will Ich nun gleichwohl einige Winke geben, wie sich
die Sachen etwa verhalten, obschon Ich es nur zu klar einsehe, daß ihr das alles
mit eurem gegenwärtigen Verstande nicht fassen werdet, weil fürs erste euch dazu
der Begriff von überaus großen Zahlen mangelt, und weil ihr fürs zweite von den
Sternen und ihren Größen, Entfernungen und Bewegungen nun nur das wisset und
glaubet, was Ich euch darüber gesagt habe; aber es ist alles das so lange auch
bei euch nur ein äußeres Wissen, bis es sich in eurem Geiste als eine
selbständige und selbstgeschaffene lichtvolle Wahrheit gestalten wird.
[GEJ.08_070,06] Daß diese Erde ein derartig hohes Alter hat, daß ihr die Zahl
ihrer Bestandjahre gar nicht fassen könntet, wenn Ich sie euch auch darstellen
würde, das habe Ich euch schon auf dem Ölberge gezeigt. Kurz aber und gut, die
Erde besteht als ein Weltkörper für eure Begriffe schon nahezu unendlich lange
und hat viele Veränderungen auf ihrer Oberfläche zu erleiden gehabt, bis sie zu
ihrer gegenwärtigen Gestalt gediehen ist. Feuer, Wasser, Erdbeben und andere
große Stürme, besonders in ihren Urzeiten, waren die Handlanger, die aus ihr
nach Meinem Willen das gemacht haben, was sie nun ist. Und damit sie fortbesteht
und zur zeitweiligen Ernährung von noch viel mehr Menschen und anderen Kreaturen
noch fähiger wird, so müssen Feuer, Fluten, Erdbeben und kleine und große Stürme
noch in ihr, auf ihr und über ihr nach rechtem Bedarf tätig sein."
[GEJ.08_071,01] (Der Herr:) „Als die Erde in ihren Urzeiten nur so weit gediehen
war, daß sich über ihren Gewässern nur einige größere und kleinere Inseln
erhoben, die mit dem Meeresschlamme überdeckt waren, da legte Ich auch bald aus
Meiner Weisheit und aus Meinem Willen allerlei Pflanzensamen in den fruchtbaren
Schlamm. Und siehe, da wurden solche Inseln denn auch bald bepflanzt, und zwar
zuerst mit allerlei seltenen Gräsern, Kräutern und kleinen und später auch
überaus großen Bäumen!
[GEJ.08_071,02] Als solche Inseln also bewachsen waren, da legte Ich dann auch
Eier oder Samen zur Bildung einer für jenen Erdzustand tauglichen Tierwelt, die
zuerst nur in allerlei kleinen und dann größeren Würmern bestand und im Verfolge
aus Insekten und endlich, als der trockener gewordene Boden schon des Futters in
großer Fülle hatte, auch aus riesig großen Tieren, deren Aufgabe es war, sich
mit den noch sehr rohen Kräutern und Baumästen zu nähren und mit ihrem Kote den
Boden mehr und mehr zu düngen, und endlich auch mit ihren umgestandenen
(verendeten) riesig großen Leibern, von deren Knochen ihr auch noch in den
tiefen Höhlen und Schächten der Erde Überreste finden möget.
[GEJ.08_071,03] Aus der Verwesung solcher Tiere entwickelten sich nach Meinem
Willen auch wieder eine Menge neuer Tiere in der Gestalt von kleineren und
größeren Würmern und aus ihnen allerlei Insekten.
[GEJ.08_071,04] Nennen wir nun das einen Erdbildungsabschnitt. Es versteht sich
aber schon von selbst, daß der Erdkörper vordem schon beinahe zahllose Male
allerlei Vorveränderungen unterworfen werden mußte, weil dieser Zustand ohne
jene Vorgänge nie hätte stattfinden können. Allein alle solche Vorgänge gehen
euch ebensowenig etwas an wie jene zum Beispiel eines ins Erdreich gelegten
Weizenkornes bis dahin, wo endlich aus dem Keime eine vollreife und sehr
gesegnete Frucht zum sicher sehr brauchbaren Vorschein kommt. Kurz, Ich habe
euch nun die Erde in ihrer ersten Befruchtungsblüte gezeigt, wo in ihrem
Oberboden allerlei Samen für Kräuter und Bäume gelegt worden sind und Eier für
allerlei Getier, für was alles schon lange zuvor im Wasser der Grund gelegt
worden ist; denn gewisse und sehr verschiedenartige Wasserpflanzen und -tiere
sind offenbar in allem um sehr vieles älter als die Tiere der festen Erde und
die Tiere der Luft.
[GEJ.08_071,05] Ihr habt nun einen ersten Abschnitt der ersten
Fruchtbodenbildung der Erde in Meinen Worten angeschaut und habt dabei euch
selbst denken müssen, daß auf diesem Urfruchtboden für ein besseres Getier,
geschweige erst für einen Menschen, ein Sein nicht stattfinden konnte. Aber es
war dieser sauere Zustand dennoch notwendig, da ohne ihn kein zweiter und
vollendeterer hätte folgen können, so wenig, als ohne die vorgängige
Magersauerknospe je auf einem Baume eine reifere und endlich ganz reife Frucht
zum Vorschein kommen kann.
[GEJ.08_071,06] Zum Vollreifwerden einer Baumfrucht aber gehören nach dem
Magersauerknospenbilden doch sicher noch eine Menge Vorgänge, die freilich nur
Mein Auge ganz genau beobachten kann; und das ist sicher bei der Reifebildung
eines Weltkörpers noch um so mehr der sehr bedingt notwendige Fall.
[GEJ.08_071,07] Wir haben nun die Erde in ihrer Magersauerknospengestaltung
gesehen. Was geschieht denn bei einem Baume im ersten Frühjahre, wenn die
Magersauerknospe so recht geschwollen und grünsaftig wird? Sehet, sie springt,
von innen gedrängt, auf, wirft ihre erste Umhüllung gewisserart über Bord ins
Meer der Vergänglichkeit und Auflösung und entfaltet sich zu einer größeren
Vollkommenheit, damit aus ihrer Mitte sich dann die Blätter als die notwendigen
Begleiter der nachfolgenden Blüte zur Entwicklung der Frucht entfalten können.
Obschon aber, wie schon bemerkt, ein Baum nur ein höchst magerer Vergleich zur
Entwicklung eines Weltkörpers ist, so kann er euch aber dennoch als ein gutes
Bild dienen, dem ihr in einem sehr verjüngten Maße entnehmen könnet, wieviel
dazu gehört, bis ein Weltkörper tauglich wird, um Menschen eurer Gattung zu
tragen und zu ernähren.
[GEJ.08_071,08] Diese erste Periode oder der erste Abschnitt der Erdbefruchtung
in der noch allerrohesten und unkultiviertesten Art geht nach sehr vielen
tausendmal tausend Jahren, wie sie nun auf dieser Erde gerechnet werden, unter;
denn damals gab es für diese Erde noch keine bestimmten Jahreszeiten, und die
schon da waren, die dauerten ein wenig länger als die nunmaligen.
[GEJ.08_071,09] Was wir in der ersten Periode gesehen haben, das ging durch
zugelassene und, noch besser, fest angeordnete Feuerstürme aus dem Innern der
Erde unter, und nach einer großen Anzahl von jetzigen Erdjahren erhoben sich
größere Landstrecken, schon mit Bergen geziert, aus den großen Tiefen der Meere
der Erde, mit einem schon um vieles fruchtbareren Schlamme überdeckt.
[GEJ.08_071,10] Zur rechten Zeit wurden aus Meiner Weisheit und aus Meinem
Willen vollkommenere Sämereien in diesen Schlamm gelegt, und bald ward es eines
schon gar üppigen Aussehens auf den größeren Länderstrecken der noch immer
jungen Erde.
[GEJ.08_071,11] Als es nun abermals des Futters in großer Menge auf den
verschiedenen größeren Länderstrecken gab, da ward von Mir aus auch gleich in
der weisesten Ordnung für eine größere und schon vollkommenere Anzahl der
kleinen und großen Konsumenten gesorgt. Da ward das Wasser zwischen den
Länderstrecken von größeren Tieren belebt, und die größeren Länderstrecken
hatten ihre großen Verzehrer dessen, was ihr Boden an neuen Pflanzen, Kräutern
und Bäumen bot.
[GEJ.08_071,12] Gräser, Pflanzen, Kräuter, Gesträuche und gar riesige Bäume
erzeugten teilweise schon Samen und konnten sich fortpflanzen; doch der größere
Teil wuchs immer noch den Pilzen gleich aus dem fruchtschwangeren Boden der
Länderstrecken, und die Tiere entstanden auf nahezu die Art und Weise wie die
euch bekannten Drachen des Nilstromes in Ägypten, nämlich aus den Eiern, und
konnten in der Luft wie auch im Wasser leben und sich auch nähren von Pflanzen
im Wasser und auf den Länderstrecken, auf denen es aber auch noch lange nicht
irgend zu trocken aussah.
[GEJ.08_071,13] Denn in dieser gewisserart für das fruktitive Pflanzen- und
Tierleben fortschreitenden Bildungsperiode der Erde konnte es ebensowenig
wohnlich trocken aussehen wie bei den sich mehr und mehr entfaltenden
Baumknospen; denn so es bei diesen ein trockenes Aussehen hat, dann sieht es mit
der Blüte und mit der nachfolgenden Frucht sicher eben nicht am besten aus."
[GEJ.08_072,01] (Der Herr:) „Die zweite Vorbildungsperiode dauerte wieder eine
für euch nicht aussprechbare Zeit von jetzigen Erdjahren. Aber die Erde war noch
lange nicht tauglich, warmblütige Tiere, geschweige Menschen von noch so unterer
Art, zu tragen; daher ging sie auch wie die erste unter, und es dauerte dann
wieder lange, bis eine dritte Vorbildungsperiode zum Vorschein kam.
[GEJ.08_072,02] Natürlich gingen zwischen einer und der andern
Hauptvorbildungsperiode eine Menge auch sehr stürmischer Zwischenperioden vor
sich, deren Bedeutung zunächst nur Ich als der Schöpfer am besten kenne und
endlich auch der Geist, dem Ich es offenbaren will.
[GEJ.08_072,03] Es entstand aus den vielen notwendigen Vorgängen wieder eine
dritte Periode. Nun treten schon gar bedeutend große Länder aus dem Meere
hervor, getrieben durch das innere Feuer der Erde, natürlich nach Meinem Willen.
Die Vegetation wird noch um vieles reichhaltiger und immer noch riesiger Art;
die Tiere ebenso wie die Vegetation. Aber auch diese Periode, die ebenfalls
überaus lange angedauert hat, und die man gewisserart mit der Blüte eines Baumes
vergleichen könnte, war so wie die beiden früheren noch lange nicht geeignet,
dem Menschen zu einem Wohnorte zu dienen; daher ging auch diese unter und begrub
so wie die erste und zweite ihre Produkte sowohl in der vegetabilen wie in der
animalischen Sphäre, nur nicht so tief wie die erste.
[GEJ.08_072,04] Darauf gab es wieder eine Menge Zwischenperioden, und es kam
nach langen Zeiten eine vierte Vorbildungsperiode zum Vorschein. Die Landteile
wurden wieder um vieles größer, die Vegetation abermals auch um vieles üppiger,
und es fing an, im Wasser, auf den schon trockeneren Landen, wie auch in der
Luft von allerlei kleinen und daneben auch von größeren Tieren sehr lebendig zu
werden, und es gab darunter schon sogar warmblütige Säugetiere, die nicht mehr
mittels der Eier in diese Welt kamen, sondern auf dem Wege der natürlichen
Zeugung, und sonach lebendige Junge zur Welt brachten, mit Ausnahme der
Wassertiere, einiger großer Amphibien, der Vögel, Würmer und Insekten.
[GEJ.08_072,05] Diese vierte Hauptvorbildungsperiode dauerte ungemein lange, und
der Boden der Erde wurde da schon von Zeit zu Zeit von den Strahlen der Sonne
beleuchtet, und an einigen Bäumen fing sich schon eine Frucht zu zeigen an, die
euch aber freilich eben noch nicht besonders gemundet hätte; aber sie diente der
damaligen Tierwelt doch zu einem guten Futter.
[GEJ.08_072,06] Auch in dieser vierten Vorbildungsperiode gab es noch nichts
Menschenähnliches auf der Erde.
[GEJ.08_072,07] Es kamen wieder große Erdumwälzungen und begruben auch zum
größten Teil alles, was ihr damals als eine Kreatur benamset hättet, und ihr
findet aus dieser Periode auch gar vieles und manches unter dem Boden der Erde
begraben, das sich aber von den Produkten der ersten drei Perioden hier und da
schon sehr wesentlich unterscheidet.
[GEJ.08_072,08] Nach langen Zeiten, in deren Verlauf nun auf der Erde schon eine
größere Ruhe und Ordnung eintrat, und nach vielen noch immer sehr großen
Erdstürmen sehen wir nun eine fünfte Erdvorbildungsperiode auftauchen. Aus dem
tiefen Meeresgrunde erheben sich von neuem große Länder, schließen sich an die
aus den früheren Perioden schon bestehenden an und bilden schon ordentliche
Festlande.
[GEJ.08_072,09] In dieser fünften Periode entstehen die meisten und höchsten
Berge der Erde. Ihre überhohen Spitzen werden von den Blitzen zertrümmert und
dann durch gewaltige Erdbeben und durch mächtige Wolkenbrüche entstandene
Strömungen in die tiefen Täler und Gräben der Erde geschoben. Dadurch werden
weitgedehnte Ebenen und minder breite Täler und Triften gebildet, auf denen dann
alles besser gedeihen kann.
[GEJ.08_072,10] Mit dem Beginn dieser Periode wird die Erde auch in eine
geordnete Umbahnung um die Sonne gebracht. Tag und Nacht wechseln schon
regelrecht, auch des Jahres Zeiten, obschon noch unter allerlei Veränderungen,
weil die Schwankungen der Erdpole noch immer bedeutend sind und in dieser
Periode auch noch sein müssen.
[GEJ.08_072,11] In dieser Periode, in der sich schon ein bleibendes Festland
gebildet hat, beginnen die regelmäßigen Meeresströmungen von 14000 zu 14000
Erdjahren. Durch diese wird nach und nach einmal die südliche Erdhälfte und
darauf wieder die nördliche vom Meer überschwemmt zur weiteren Fruchterdbildung
über die oft sehr weitgedehnten Steingeröllwüsten. Denn nach ungefähr 14000
Jahren hat das Meer so viel fruchtbaren Schlamm über die wüsten
Steingeröllflächen und Täler gelegt, daß sie dann, so das Meer wieder
zurücktritt und der zurückgelassene Schlamm zu einem gediegeneren Boden wird,
überaus fruchtbar sind.
[GEJ.08_072,12] Es bedurfte bei dieser fünften Periode wohl mehr denn tausendmal
tausend Jahre, bis aller gut gelegene Erdboden vollends für eine neue Schöpfung
von einer großen Anzahl der verschiedenartigsten Pflanzen, wie Gräser, Kräuter,
Sträucher und Bäume, und dann auch für allerlei Tiere und voradamitische
Menschen geeignet war.
[GEJ.08_072,13] In dieser Periode sehen wir schon eine große Menge von allerlei
Fruchtbäumen und anderen Fruchtgewächsen aller Art und Gattung für Tiere und für
die damaligen Vormenschen. Doch von einem Ackerbau ist da noch keine Rede, wohl
aber benutzen die Vormenschen schon gewisse Tierherden und führen ein rohes
Nomadenleben, haben kein Gewand und bauen sich auch keine Häuser und Hütten;
aber auf den dicken Baumästen errichten sie sich den Vögeln gleich gewisse feste
Wohn- und Ruhenester und schaffen sich Vorräte von Nahrungsmitteln, die sie nach
und nach verzehren. Ist der Vorrat aufgezehrt, so gehen sie wieder scharenweise
auf neue Jagd nach Nahrungsmitteln aus. Wenn es frostig wird, weil in dieser
Periode auch der Schnee zum gedeihlichen Vorschein kommt, so ziehen diese
Menschen samt ihren Haustieren, die in Mammuts, großen Hirschen, Kühen, Ziegen
und Schafen bestehen – auch der Elefant, das Nas- und Einhorn, allerlei Affen
und auch Vögel gehören dazu –, in wärmere Gegenden.
[GEJ.08_072,14] Mehr gegen das Ende dieser Periode erscheint auch der Esel, das
Kamel, das Pferd und das Schwein, welche Tiere auch von diesen Vormenschen
beherrscht werden. Denn so viel höheren Vernunftinstinkt besitzen sie, daß sie
die benannten Tiere beherrschen und auch gebrauchen können teils zum Tragen,
teils zur Jagd und teils zur Gewinnung der Milch und der Wolle, mit der sie sich
ihre Nester wohl auslegen und sich so ein weiches Lager bilden.
[GEJ.08_072,15] Sprache haben sie eigentlich in der Art, wie sie nun unter
Menschen gang und gäbe ist, keine; aber sie haben dennoch gewisse artikuliertere
Laute, Zeichen und Gebärden als selbst die vollkommensten Tiere und können sich
gegenseitig verständigen, was sie für ein Bedürfnis haben, und kommen dann auch
einander zu Hilfe. Wird jemand krank, gewöhnlich wegen hohen Alters, so kennt er
schon das Kraut, das ihm hilft; kann er nicht mehr gehen und es suchen, so tun
das die andern für ihn.
[GEJ.08_072,16] Nur ein Feuer machen und es benutzen, das können sie nicht; so
sie es aber hätten sehen können, wie es die Adamiten später machten, so würden
sie es ihnen nachgemacht haben, weil bei ihnen der Nachahmungstrieb ein sehr
vorherrschender ist und ihre Intelligenz mit einem gewissen Grade des freien
Willens schon weit über die Intelligenz eines noch so vollkommenen Affen ragt.
Also würden sie auch reden erlernen können nach unserer Weise, doch aus sich nie
eine weise Rede erschaffen.
[GEJ.08_072,17] Als Menschen aber waren sie riesig groß und überaus stark und
hatten auch ein so starkes Gebiß, daß sie sich dessen statt der
Schneidewerkzeuge bedienen konnten. Ebenso hatten sie auch einen höchst starken
Geruchs- und Gefühlssinn und gewahrten schon von weitem, wenn sich ihnen etwas
Feindliches nahte; mit ihren Augen und mit ihrem Willen bändigten sie die Tiere
und mitunter auch die Naturgeister.
[GEJ.08_072,18] Obschon aber diese fünfte Vorbildungsperiode gar sehr viel
tausendmal tausend Jahre währte, so war unter diesen Menschen doch keine wie
immer geartete Fortschrittskultur bemerkbar, sondern sie lebten ihr einförmiges
Nomadenleben fort und waren somit nur eine Vordüngung der Erde fürs gegenwärtige
Mir in allem völlig ähnliche Menschengeschlecht.
[GEJ.08_072,19] Die Farbe ihrer noch ziemlich behaarten Haut war zwischen
dunkel- und lichtgrau; nur im Süden gab es auch haarlose Stämme. Ihre Form hatte
eine bedeutende Ähnlichkeit mit den Mohren der Jetztzeit. Sie pflanzten sich bis
zu Adam in den Niederungen und dichten Wäldern fort; aber auf die Berge
verpflanzten sie sich niemals."
[GEJ.08_073,01] (Der Herr:) „Zu den Zeiten Adams, mit dem die sechste Periode
beginnt, hatte die Erde wieder teilweise große Umwälzungen zu bestehen durchs
Feuer und durchs Wasser, und da ging bei dieser Gelegenheit das beschriebene
Voradamitengeschlecht samt ihren Haustieren nahezu ganz unter, so auch die
vielen Wälder und deren andere Tiere, die nicht zu den Haustieren zu rechnen
sind; nur einige Gattungen der Vögel blieben, wie auch die Tiere der Berge und
der Gewässer der Erde.
[GEJ.08_073,02] Es erhielten sich hier und da die beschriebenen Vormenschen wohl
noch, aber höchst schütter mit den Adamiten bis in die Zeiten Noahs in Asien;
aber sie verkümmerten nach und nach, weil sie keine ihnen entsprechende Nahrung
in rechter Genüge mehr fanden. Doch in einigen tiefen Gegenden des südlichen
Afrika und auf einigen größeren Inseln der weiten Erde sind noch einige
verkümmerte Nachkommen aus der fünften Periode anzutreffen. Sie sind aber noch
ganz wild; nur haben sie sich von den Nachkommen Kains doch hier und da eine
etwas größere Kultur angeeignet. Sie können zu verschiedenen Arbeiten
abgerichtet werden, aber aus sich im Grunde doch nichts erfinden. Ein Teil steht
ja etwas besser, weil er aus der Vermischung der Kainiten und später auch der
Lamechiten hervorging; aber auch dieser Teil ist zu einer höheren und tieferen
Geistesbildung nicht geeignet.
[GEJ.08_073,03] Diese Art von Menschen aber wird sich alldort, wo sie nun ist,
noch lange forterhalten und fortpflanzen und nach und nach von den Adamiten auch
noch mehr Bildung annehmen, aber dabei doch nie zu einem großen Volke werden. –
Da habt ihr nun die Präadamiten aus der fünften Erdvorbildungsperiode.