Der  Prophet  Mohammed  im  Jenseits 

Empfangen von Franz Schumi

Wie der himmlische Vater liebreich für seine Kinder sorgt!


(Neue Überraschung als Folge des Nächsten Liebewirkens. Wie der Vater liebreich für Seine Kinder sorgt. Lobspruch dem Vater. Neue Suche nach hilfebedürftigen Armen. Ankunft in eine mohammedanische Ortschaft und feindliche, Gesinnungsänderung gegen Christen. Frage, warum die Verheißungen Mohammeds nicht in Erfüllung gingen. Beweis, daß der christliche Glaube der echte ist. Zweifel der Mohammedaner)

Als der Unterricht zu Ende war, brach die ganze Gesellschaft auf und ging zurück in ihre Gegend, von wo sie ausgegangen war. Als sie zurückkam, fand sie die Gegend ganz verändert und wieder viel schöner hergestellt als das erste Mal. Nun ging ein Jubel los und alles lief, die Neuigkeiten in Augenschein zu nehmen, welche außerordentlich hübsch und zierlich in Wohnhäusern, wie in Gärten und Anlagen sich darstellten.

Die neuen Brüder hatten die Gnade, die neuen Zustände mit ansehen zu können, obwohl ihr geistiger Zustand noch nicht reif dazu war aber wo sich der eine freut soll der andere nicht traurig und zurückgesetzt sein, und so trat der Bruder Liebe vor und sagte: „Ich sehe, daß viel mehr neue Wohnungen, Gärten und Anlagen da sind, als es deren bei der Fortreise waren, und so glaube ich, daß sie der himmlische Vater für die neuen Brüder und Freunde herstellen ließ, daher lassen wir sie dieselben beziehen und sich so mit unserem Glück mitfreuen.“

Mit diesem Antrage waren alle einverstanden und so gingen die neuen Freunde, die für sie bereiteten Häuser zu beziehen. Aber wie erfreuten sie sich, als sie eintraten, dafür jeden neuen Bewohner nicht nur alles Nötige da war, sondern es lagen auch neue und so schöne Anzüge für sie in Bereitschaft, wie sie die Gesellschaft anhatte.

Sogleich zogen sie dieselben an und kamen heraus zu den Freunden aus der Gesellschaft und zeigten ihnen die neue Bekleidung, was allen eine große Freude verursachte, daß kein Unterschied mehr unter ihnen bestehe. Wieder trat Bruder Liebe unter sie und sprach: „Alles Lob, aller Dank, alle Ehre und alle Liebe sei von uns allen dem guten himmlischen Vater dargebracht, daß Er uns so gütig mit allem versorgt und ausgestattet hat; daher wollen wir nun Ihm dienen und Seinen Kindern Gutes tun, da Er, wie ihr alle augenscheinlich vor euch habet, daran die größte Freude hat, wenn Seine Kinder Ihn lieben und aus dieser Liebe ihre Brüder und Schwestern lieben und ihnen Wohltaten erweisen.“

Von allen Seiten hörte man bejahende und zustimmende Laute und also ward durch diesen guten Fischzug die ganze Gesellschaft bedeutend größer, denn die Zahl der neuen Freunde betrug viele tausend Köpfe, die durch diese Belohnung des guten Willens ganz Herz und Kopf für die neue Ordnung des Lebens geworden waren. Es wurde nun beschlossen, nicht lange untätig zu bleiben, sondern bald wieder eine neue Reise zu unternehmen, um wieder Gutes tun zu können, dort, wo unterstützungsbedürftige Menschen sich aufhalten.

Also brach schon nach einigen Tagen die ganze Gesellschaft der alten und neuen Brüder, die nun bloß eine Gesellschaft bildeten, auf, und ging auf neue Suche aus, wo sich solche Menschen aufhalten, denen geistig und materiell beigesprungen werden kann. Nicht lange dauerte es und schon trafen sie auf einen großen Ort, der mit den ärmsten Bewohnern voll besetzt war, welche sogleich an die neuen Ankömmlinge sich heranmachten und fleißig um Nahrungsmittel und Kleider baten.

Der Bruder Liebe aber beschied sie, ein wenig zu warten, denn es seien noch andere Sachen früher zu besprechen, bevor sie das Erwünschte bekommen könnten. „Vor allem saget uns, wie steht es mit eurem Glauben?“ Sie antworteten: „Mit unserem Glauben steht es ganz gut, wir sind Mohammedaner und beten täglich dreimal Allah an und das ist gut und recht, wie uns unser Prophet Mohammed gelehrt hat. Darauf sagte der Bruder Liebe: „Ja, was werdet ihr sagen, wenn wir euch kundtun, daß wir Christen sind? „Was, Christen seid ihr? Ungläubige Giaur! Na, schöne Bande, euch soll man gleich ordentlich durchhauen, das wäre die schönste Gelegenheit, uns an euch zu rächen.

Ihr Hunde, dir ihr den einzig wahren Glauben nicht annehmen wollet und sogar gegen uns gesinnt seid. Saget uns, woher kommet ihr und was suchet ihr hier in unserem Ort, wo lauter echte Gottesgläubige sind? Ihr kommet uns nicht mit heiler Haut durch.“ Da hob der Bruder Liebe an zu sprechen und sagte: „Liebe Freunde! Wir sind gute Leute und sind gekommen, euch Gutes zu tun, nicht aber uns mit euch blutig zu schlagen. Außerdem wisset, daß wir im Geisterreich sind, wo für die Leiden der Welt, wenn wir im Sinne der göttlichen Gebote gelebt haben, die Belohnung erfolgt.

Nun, liebe Freunde, wenn euer Glaube der rechte ist, saget mir, warum gehen die Verheißungen eures Propheten nicht in Erfüllung? Warum seid ihr hungrig und halbnackt und zerrissen und sogar sehr garstig!?“ Hier stutzten die rechtgläubigen Mohammedaner und wußten keine Antwort zu geben.

Diese Verlegenheit benützend, fragte sie der Bruder Liebe weiter: „Ihr Mohammedaner saget uns, daß wir Christen Ungläubige und Hunde sind aber schauet uns an, wie schön wir angezogen sind, wie voll unsere Leiber und wie garstig ihr seid und dieser Vorzug auf unserer Seite ist der sichtbare Vorzug unseres Glaubens, daß er der echte und der eure der unechte ist. Denn hier sprechen die Beweise und können die Worte schweigen, wo eine Verdrehung der Wahrheit als Lüge sich herausstellt Schauet uns nur gut an und euch, und der Beweis wird euch entscheidend sein.“

Auf diese Worte konnten die Mohammedaner nichts erwidern, daher fragten sie weiter: „Wie könnet ihr uns beweisen, daß euer Glaube tatsächlich der echte und unser der unechte ist, da wir bisher noch immer gehört haben, daß unser Glaube der, allein echte ist, alle anderen Religionen aber als Ketzerei, zu betrachten sind. Es ist wohl wahr, daß ihr sehr schön am Kleide und Leibe seid, aber das ist uns nicht entscheidend, es gibt auch auf der Erde schön angezogene und gut gemästete Menschen, und doch sind sie schlecht und ungläubig, daher kann in diesem der Beweis nicht liegen.“

Mohammed trat im Jahre 1653 zum Christentum über !

(Verlangen des Mohammed als Glaubenszeugen. Mohammed wurde vom Bruder Liebe ein Volksbetrüger genannt, worauf große Entrüstung und Drohen mit Dreinhauen unter den Mohammedanern. Mohammed, vom Bruder Liebe heruntergerufen, erschien und hielt eine schöne Beichtrede über sein einstiges falsches Prophetentum, sein Lohn dafür die unterste Hölle und die Rettung daraus durch Bruder Liebe.)

„Gut“, sagte der Bruder Liebe, „saget mir also, welcher Beweis wäre für euch maßgebend oder unanfechtbar, daß bloß ihr die Rechtgläubigen seid, wir Christen aber Irrgläubige und Ketzer, da ihr uns mit Giaur tituliert?“

Diese Frage brachte sie wieder in Verlegenheit, da sie für den ersten Moment, nicht darauf gefaßt waren, Doch erholten sie sich bald und sagten: „Das könnte uns nur unser Prophet Mohammed sagen, aber wo steckt er jetzt, wer weiß den Ort, um ihn aufzusuchen und sein Urteil zu hören?“

Der Bruder Liebe meinte nun: „Euer Prophet, der übrigens kein Prophet, sondern ein Religionsschwärmer und Volksbetrüger zugleich war, da er euch eine Religion zusammenpfuschte daß alle Türken und Mohammedaner, wenn sie sterben, in so armselige und viele in noch armseligere Zustände wie ihr nach dem Leibestode kommen, wäre mir leicht aufzufinden, da ich weiß, wo er sich befindet, aber es ist die Frage, ob ihr mir und ihm glauben werdet, da ihr ihn nie persönlich gekannt habet. Also saget mir, was ist eure Antwort darauf ?“

Die Bezeichnung Volksbetrüger und Stifter einer falschen Religion reizte sie, daher sagten sie: „Du wirst uns nicht mehr von dannen gehen, bis du uns deine Behauptung erwiesen hast, sonst hauen wir dich zusammen, daß du liegen bleibst, du christlicher Maulheld und böser Hund!“ „Na, ich wußte ja gut, was euch nicht schmecken wird darum sprach ich die Wahrheit und bin auch bereit, euch nachzuweisen, daß ich die Wahrheit sprach und daher frage Ich euch wieder: Was wünschet ihr von mir, als einen vollgültigen Beweis dessen, was ich sagte?“

Da stutzen die Mohammedaner neuerdings, da der Bruder Liebe diese Worte fest betonend und wie herausfordernd sprach und daher zogen sie sich ein wenig zurück und besprachen sich.

Nach einigen Minuten kehrten sie sich um und traten wieder vor und sagten: „Wer sonst, wie Mohammed, könnte uns das vollwahr kundgeben, denn deinen Worten als Giaur können wir unmöglich glauben, also schaue zu, daß du uns den Mohammed herschaffst, sonst kommst du unter unsere bearbeitenden Hände, damit du ein anderes Mal wissen wirst, wie man mit Mohammedanern spricht, um sie nicht zu beleidigen in ihrem Glaubensgefühl.“ Diese Worte aber sprachen sie in voller Überzeugung, daß es dem Bruder Liebe nicht möglich sei, den Mohammed herzuschaffen oder zu finden.

Der Bruder Liebe fragte sie nun, ob sie wirklich den Mohammed wünschen und ob sie vorbereitet sind, ihn zu befragen und anzuhören.
 

Denn Mohammed hat sich bekehrt und ist im Jahre 1653 ein Christ geworden und ist im obersten Himmel beim Christengott Jesus, den ihr nur für einen kleinen Propheten haltet.

„Was! Wie!“ schrien sie auf, „das getraust du dich auch noch uns zu sagen! Soll man dich nicht sogleich durchhauen, daß dir Hören und Sehen vergeht, du elender Wicht von einem Lügenmaul!

Du kommst immer tiefer in die Fallstricke, die du dir selber legst. Warte du nur, du bist in unseren Händen, und daher bereite dich vor auf unsere Fäuste, die dich breit schlagen werden. Jetzt verlangen wir um so entscheidendere Beweise von dir. Also gib uns Beweise, bevor wir die Hände an dich legen.“ „Also Beweise wollet ihr?“ sagte der Bruder Liebe, „ich habe euch ja gesagt, daß ich euch den Mohammed auffinden kann, aber ihr seid nicht bereit, ihn zu befragen; denn er ist jetzt ein herrliches, himmlisches Wesen, und ihr würdet euch erschrecken, wenn er plötzlich vor euch käme, um euere Fragen zu beantworten. Sammelt euch und denket nach, was ihr ihn befragen werdet, ohne euer Ziel des Verlangens zu erreichen.

Es handelt sich zugleich darum, euch dann auch zu bekehren, aus diesem elenden Zustande zu erlösen und glücklich zu machen, wie wir es sind.“ Diese entscheidenden Worte wirkten wie eine Dusche auf sie und nun fingen sie an zu beraten, was sie anfangen sollten, wenn er wirklich käme. Da trat ein türkischer Geistlicher vor und sagte: „Brüder! Die Sache ist ernst, ich habe immer mit meinen Brüdern von der Seite zugehört, was vorgeht und sehe nun ein, daß es Zeit ist sich für die Sache ernst zu interessieren, damit kein Schwindel und Betrug herauskomme.

Da wir als Geistliche und eure Religionslehrer in erster Linie interessiert sind, die Wahrheit zu erfahren, um zu wissen, wie wir mit diesem Menschen, der so siegesbewußt mit euch sprach, daran sind. Lasset einmal mich mit ihm sprechen, dann werde ich schon herausbringen, wie uns was er mit uns beabsichtigt. Ich werde schon mit ihm fertig werden. Überlasset daher mir euren Streit, damit die Sache einen wahren Ausgang findet.“ Gleich darauf trat der mohammedanische Geistliche zu Bruder Liebe und sagte ihm: „Höre junger Mensch, deine Rede mit den Männern aus meinem Glaubenskreise war sehr herausfordernd, und daher komme ich als Glaubenslehrer zu dir, um von dir die angebotenen Beweise zu sehen.

Also beweise uns, was du behauptest, damit uns der Wahrheitsbeweis geliefert wird, so können wir deine Behauptungen nicht glauben, also mache dich dazu, denn ich bin bereit, die Wahrheit zu prüfen.“ Der Bruder Liebe sagte nun zum Geistlichen: „Mache dich bereit, und nimm dich sehr zusammen, damit du vor Schreck und Staunen nicht am Ende stumm verbleibst. Rufe noch deine Mitbrüder und Geistlichen dazu, damit ihr mehr Mut haben werdet, wenn Mohammed erscheinen wird.“ Der Geistliche rief sogleich noch die übrigen Geistlichen herbei und sagte: „Nun, mache deine Behauptungen zur Wahrheit!“

Der Bruder Liebe sagte nun laut, daß alle deutlich hörten: „Bruder Mohammed, komme herunter!“ In diesem Moment schoß ein Blitzstrahl aus der Höhe herunter und Mohammed stand im schönsten türkischen Anzuge, mit dem Turban auf dem Kopfe vor den erschrockenen Geistlichen und fragte sie: „Liebe Brüder, saget mir nun, was wünschet ihr denn vor mir?“ Die Priester aber waren so erschrocken, daß sie keinen Laut hervorbringen konnten und starrten ihn immerfort an.

In dieser Verlegenheit meldete sich der Bruder Liebe und sagte: „Ihr wollet Beweise und hießet mich Maulheld, einen elenden Wicht, der ob seiner Lügenmäulerei breitzuschlagen sei. Nun, ihr Maulhelden, wo ist euer Mut, dreinzuhauen? Möchtet ihr nicht euren Propheten Mohammed ergreifen und als Betrüger durchhauen? Er ist da und da mit der Beweis geliefert, den ihr verlangtet. Du Bruder Mohammed aber, sprich selber die Wahrheit, damit diese, rechtgläubigen Hitzköpfe sich abkühlen!“

Darauf ergriff Mohammed das Wort und sagte: „Liebe Brüder und Glaubensgenossen nach meinem einstigen Glauben, der Bruder der mich herunterrief aus den himmlischen Höhen, ist ein sehr hoher Geist, der allen Glaubens wert ist, was er spricht, und so hat er auch die Wahrheit gesagt, daß ich einst als euer Glaubensstifter ein Volksbetrüger war, weil ich nicht nach göttlichen Eingebungen, sondern nach meinen Ansichten eine neue Religion zusammenpfuschte, welche dem Charakter und den Sitten des orientalischen Volkes entsprach.

Ich benützte alles, von dem ich wußte, daß es dem Volke gefallen würde, denn ich wollte in meinem Ehrgeize ein großer Mann werden, und daher log ich zusammen, was ich für gut fand. Ich war im vollsten Sinne des Wortes ein Lügner oder falscher Prophet, so lange ich auf der Erde lebte. Als endlich mein Tod kam, ging der große Prophet Allahs in die tiefste Finsternis der untersten Hölle und nicht in den siebenten Himmel! Hier in der tiefen Finsternis und unter Qual und Schmerzen hatte ich genug Zeit nachzudenken, daß ich eine Hauptsünde begangen habe, weil ich gar so stark gestraft worden bin dafür.

Die Religion Jesu Christi war mir gut bekannt, denn ich entnahm ja manches daraus, nur wußte ich nicht, ob Jesus wirklich Gott oder bloß ein göttlicher Gesandter als Religionslehrer war; denn ich konnte mich nicht aus dem Tagesmenschen herauswinden und ein höheres Licht sehen, weil ich zu finster im Geiste war, denn Christusglaube und Hochmut und Ehrgeiz, die in mir steckten, vertrugen sich nicht. Denn es wird einem kein Licht, solange man diesen Hauptsünden huldigt. Ich blieb lange Jahrhunderte, die mir Ewigkeiten zu sein schienen, unter einer fürchterlichen Ausgeburt von allerbösesten Teufeln wohnend und konnte mir nicht helfen.

Ich rief zu Allah, aber es schien, als wenn es keinen Allah gäbe. Ich blieb unerhört und litt fürchterliche Schmerzen und geistige Leiden und Gewissensbisse, die unbeschreiblich waren. Ich wußte nun, daß meine Religionsstiftung im Auge des Allahs den größten Widerwillen erzeugt hatte und es schien, als hätte mich Allah ganz verstoßen und in die ewigen Flammen des Leidens der Hölle verdammt. Ein Jahrhundert der größten Schmerzen und Leiden verging nach dem anderen, und immer schien es, daß dieser schreckliche Zustand kein Ende nehmen würde. Allah wollte von mir nichts wissen, und so mußte ich leiden ohne jede Hoffnung einer Erlösung und Linderung meines allertraurigsten Zustandes.

Meine Umgebung, die Ausgeburt der allerbösesten Teufel, ließ mir auch keine Ruhe und verhöhnte mich auf alle erdenkliche Weise. Anfangs hielt ich mich freilich über die Verspottungen meines Prophetentums auf, denn ich war noch hochmütig und ehrgeizig. Aber wie die Zeit alle Wunden heilt, so gewöhnte auch ich mich an die Geringschätz-ungen und Bosheiten meiner Umgebung, und dieses war ein großer Vorteil für meinen Gemütszustand.

Ich hatte dadurch Muße, nachzudenken, was ich alles angestiftet hatte mit meiner neuen Religion. Sie erschien mir mit ihrer Unduldsamkeit gegen Andersgläubige, ihrer Unzucht mit den Weibern und anderen Untugenden, außer der Gastfreundschaft, eine Quelle zur Neuschaffung von Teufeln aller Nuancen für die Hölle. Und sehet, vor mir stehet ihr, die mein Glaube zu Höllenbewohnern gezüchtet hat.

Garstig, mehr nackt als angezogen, böse, unduldsam und geil stehet ihr da und wolltet vor einigen Minuten über den edelsten Bruder herfallen und ihn durchhauen, weil er euch die Wahrheit sagte. Also seid ihr hochmütig, weil unduldsam, und daher euer trauriges Los hier als Bewohner der Hölle, denn ihr seid Teufel im Inneren eures Wesens. Doch ich erzähle euch weiter. Eines Tages, wenn man in der Hölle so sprechen darf, besonders in der untersten, wo kein Funken eines Lichtes vorkommt, kam ich endlich auf die Idee, über den Jesus als Stifter der christlichen Religion nachzudenken. Die Lehren kannte ich und daher war es mir leicht, den ungeheuren Unterschied zwischen der Religionslehre Jesu und meiner zu erkennen.

In der Christusreligion fand ich nur Göttliches, in meiner aber eigenen Götzen-dienst, weil nach den weltlichen Untugenden des orientalischen Volkes zugeschnitten. Je mehr aber ich die Erhabenheit der Christuslehre durchdachte, desto mehr Liebe gewann ich zu Jesu als Stifter dieser Religion. Ich fand heraus, daß er wirklich ein Licht in der Finsternis war und daher aller Achtung wert. Dieses fortgesetzte Studium weckte die Sehnsucht in mir, diesen seltenen Mann kennen zu lernen. Aber wie das, in der tiefsten Hölle der Finsternis, das war mir unklar.

Allein die Sehnsucht ließ nicht nach, weil meine Achtung, Ehrfurcht und Liebe zu diesem ungewöhnlichen Genie und Geist der göttlichen Lehre der Liebe und Wahrheit eine zu hohe war. Eines Tages oder eines Nachts, das ist für die Erzählung Nebensache, überkam mich eine solche Sehnsucht nach diesem Manne, daß ich wie vor Wonne einen Liebesseufzer ausstieß: Ach, mein lieber Jesus, wenn ich doch die Gnade hätte, dich einmal zu sehen und zu sprechen! Das möchte gewiß meinen unerträglichen Leidenszustand lindern. In diesem Augenblick blitzte es auf vor meinen Augen und ein wunderschöner Strahlenbogen stand über mir und eine unsichtbare Stimme sprach: ‘Mohammed! Deine Sünden sind groß, aber die Liebe des ewigen Vaters der Menschen, Jesus, ist noch größer.’

Als diese Stimme verstummte, verschwand der Strahlenbogen und ich befand mich auf einer schönen grünen Wiese voller Blumen und voll Wohlgeruches und alle Qualen und Leiden waren weg. Ich fiel auf die Knie und aufs Gesicht und verbarg es in meine Hände und weinte vor Freude, dieses herrliche Ereignis erlebt zu haben, wo ich aus der schrecklichen Hölle erlöst wurde und zugleich erfuhr, daß Christus tatsächlich Allah, Vater und Schöpfer der Menschen war und ist; denn davon überzeugte mich auch diese Versetzung aus der tiefsten Hölle und Finsternis auf eine so herrliche und lichte Wiese. Ich dankte, so oft ich konnte, für die große Gnade und wunderte mich zugleich, wie ich so plötzlich frei von allen Leiden werden konnte und mich so wohl und gesund fühlte.

Als ich schon lange auf dem Gesichte lag und den Allah in Jesus lobte und pries, fühlte ich eine Hand, welche mich berührte und hörte eine Stimme, die mich aufstehen hieß. Verwundert blickte ich nach der Gestalt, die mich aus meinem Zustand der Zufriedenheit weckte und aufstehen hieß, und da sah ich denselben edlen Menschen, mit dem ihr so sehr für meinen falschen Glauben gestritten habet, vor mir stehen und mich freundlich anschauen. Ach, ich kann euch nicht beschreiben, welche Wonne mein Herz durchströmte nach solcher finsteren Nacht der allerbösesten Hölle einen freundlichen Menschenanblick zu sehen.

Ich war eine Zeit wie gebannt vor Freude und schaute ihn an, endlich kam ich zum Worte und sagte: Allah mit dir, guter Freund! Sage mir, wo bin ich denn, da ich mich gar nicht auskenne? Und der gute Bruder sagte: Auf deinem eigenen Grunde deiner Erkenntnis und Liebe. Diese Antwort verstand ich nicht, aber ich nahm sie gutwillig auf und fragte ihn weiter: Lieber Bruder, sage mir, wie komme ich zu meinem Allahvater Jesus, denn Er hat mich vor einiger Zeit aus der tiefsten Hölle erlöst und hierher versetzt.

Da antwortete der liebe Bruder: Du wirst zu ihm kommen, aber du bist bar aller Liebeswerke und ohne diese kommt niemand zu Allah, dem Vater, der pure Liebe ist und in Jesusgestalt sich von seinen Kindern anschauen läßt und mit ihnen in dem obersten Himmel wohnt. Ich will dich aber leiten, daß du dir diejenigen Tugenden aneignest, welche dich zu Ihm bringen, und du auch etwas zu zeigen hast, womit man den Himmel erlangt, und sehet, diesem edelsten Menschen, der hier steht, habe ich alles zu verdanken, daß ich nun überglücklich bin.“ In diesem Augenblick erstrahlte er wie eine Sonne und schoß wie ein Blitz zurück in die himmlischen Höhen und verschwand.

Wiederholtes Wunder durch Vermehrung der Speisen und Getränke !

(Die Mohammedaner bekehren sich zum Christentum und werden bewirtet, Wiederholte wunderbare Vermehrung der Speisen und Getränke. Kniefälliger Dank für die Speisung. Gesang angekommener Engel, die sich zur Gesellschaft begaben und in Dienst beim Bruder Liebe traten, der sie die Mohammedaner zu belehren hieß.)

Die mohammedanischen Geistlichen und ihre Gläubigen standen da wie verzaubert und wußten nicht, wie es mit ihnen steht, daher wandte sich der Bruder Liebe an sie und fragte sie: „Nun, was saget ihr dazu, habe ich meine Behauptungen als wahr erwiesen oder nicht?“

„Ja, bei Allah, es ist wahr, was wir nicht geglaubt haben, darum wollen wir auch nicht mehr mit dir streiten, sondern Christen werden, wie ihr es seid und es wird sich zeigen, ob wir würdig sind, als solche angenommen zu werden.“ „Es ist gut, daß ihr nach einem so starken Beweis doch breitgeschlagen seid, statt daß ihr mich breitschlaget, wie ihr mir versprochen habet.

Da ihr aber hungrig seid, so wollen wir euch zuerst bewirten, damit ihr sehet, daß wir wirklich gute Menschen sind und Böses mit Gutem vergelten, wollen wir euch gleich eine Satzung Christi in Erfüllung gehen lassen. Und daher setzet euch gruppenweise so, daß man euch die Speise darreichen kann.“

Darauf wandte sich der Bruder Liebe an seine Gesellschaft und sagte ihr: „Setzet alle eure Vorräte vor euch, damit sie gesegnet werden vom himmlischen Vater, wie letztesmal, und daher genügen für die große Menge der neuen Gäste.“ Sogleich bereitete ein jeder das Mitgebrachte vor sich und wartete ruhig auf den Bruder Liebe, daß er den Segen vom Himmel erbäte. Doch diesmal wollte er nicht sogleich, sondern wandte sich an Swedenborg und fragte ihn, ob er nicht versuchen möchte, den Segen von Oben zu erbitten.

Dieser aber geriet in Verlegenheit, denn er getraute sich nicht, diese große Gnade zu erbitten und bat, da der Bruder Liebe einen viel größeren Glauben und mehr Erfahrung habe, er wolle nur selber wieder um den Segen bitten, denn er (der Swedenborg) habe zuviel Zweifel am Gelingen, und also dürfte es ihm mißlingen.

„Ja, wenn so, dann muß ich es freilich selber tun“, erwiderte ihm der Bruder Liebe und segnete sogleich die Speisen und ließ sie von jedem selber verteilen, und es blieb wieder ein großer Überfluß; man sah unter der Hand, daß sich die Nahrungsmittel mehrten, und daher herrschte eine große Freude unter den Austeilenden, denn am Ende hatte ein jeder beinahe soviel über, als er anfangs vor der Verteilung hatte und somit auch genug, sich selbst daran zu sättigen, was auch geschah.

Und wieder erscholl dasselbe Loben des guten Geschmackes und Wohlgeruchs, wie bei dem letzten Segen, und deshalb waren alle Leute in einer sehr fröhlichen und guten Stimmung. Nachdem das Mahl verzehrt war, sagte der Bruder Liebe: „Es soll nach einer Mahlzeit jedesmal der liebe Vater im Himmel, der sie uns gab und segnete, auch mit der Liebe des Herzens gebührend bedankt werden, damit Er Freude an Seinen guten Kindern habe.“ Sogleich knieten alle nieder und dankten in tiefer Demut des Herzens dem Geber und Spender der guten Mahlzeit für Seine Güte und Seinen Segen, der die Speisen so himmlisch gut zu genießen machte.

Als dies geschah, hörte man in großer Entfernung ein wunderschönes Lied von einem großen Chor von Menschen singen, welche immer näher zu kommen schienen. Und tatsächlich erblickte man in der Entfernung, von wo der Gesang herkam, eine Lichtung am Firmament und eine große Zahl Menschen heranziehen, die das herrliche Lied sangen. Die ganze Gesellschaft schaute neugierig auf diese Erscheinung, die näher und näher schwebte und ein hohes Danklied dem guten Vater im Himmel sang. Als der Sängerchor über der Gesellschaft war, blieb er am Platze und sang weiter.

Dieser Gesang war aber so schön, daß alle ganz wie außer sich und in himmlische Höhen emporgehoben zu sein schienen. Unverwandt schauten alle die Sängergruppe an, die aus lauter herrlichen Jünglingsgestalten bestand und herunter auf die Menge schaute.

Endlich verstummte der Gesang und der Sängerchor schwebte langsam herunter zur Gesellschaft, die voller Verwunderung war, was das wohl bedeuten möchte. Der Bruder Liebe sagte nun zur Gesellschaft: „Wie es scheint, kommen selige Geister zu uns, und daher müssen wir sie freundlich aufnehmen; denn sie sind auch unsere Brüder, wenn auch höher geistig ausgebildet.“ Alle stimmten bei und meinten: „Was bringen uns diese herrlichen Jünglinge für eine Botschaft?“

Der Jünglingschor kam nun herab, bildete eine runde Kreisordnung vor dem Bruder Liebe und verbeugte sich tief vor ihm und sagte: „Lieber Bruder, wir sind ausgesandt von der göttlichen Liebe, Dir und deiner Gesellschaft zu dienen, wenn du uns wünschest.“ Darauf sagte der Bruder Liebe: „Ganz recht, ich habe genug Arbeit für euch, denn wir haben heute eine vieltausendköpfige Menge neue Christusbekenner bekommen, und diese müssen im christlichen Glauben unterrichtet werden. Daher habet ihr sogleich eine Arbeit und könnet euch sogleich daran machen.

Wir aber wollen derweil untereinander plaudern. Und so machet euch an eure Arbeit und unterrichtet die neuen Brüder und Freunde in allem, was nötig ist. Denn, wie ihr sehet, sind das Mohammedaner und benötigen daher eine diesbezüglich Auseinandersetzung der Widersprüche gegen die christliche Religion, damit sie sich dann in allem auskennen, was zu einem friedlichen Zusammenleben und geistigen Fortschreiten gehört.“

Swedenborg erkennt in Bruder Liebe den Vater Jesus !

(Swedenborg erkannte in Bruder Liebe den Gottvater Jesus, der ihm sagte, dies nicht zu verraten, sondern ihn fortan Bruder Liebe zu nennen. Swedenborg, ganz übernommen von der Liebe, küßte wiederholt den Vater. Gespräch über den Glauben, Die Mohammedaner bekamen himmlische Bekleidung.)

Sogleich traten die Jünglinge, nachdem sie sich tief verbeugt hatten, unter die Mohammedaner und hießen sie, sich niedersetzen, damit sie ruhig unterrichtet werden könnten. Als dies geschehen war, fingen sie an zu lehren. Indessen entfernte sich der Bruder Liebe mit der Gesellschaft ein wenig und sprach Verschiedenes. Während dieses Gesprächs näherte sich Swedenborg dem Bruder Liebe und betrachtete ihn lange, ohne etwas zu sagen.

Endlich trat er näher und meint: „Lieber Bruder, ich habe etwas auf dem Herzen, was ich allein mit dir besprechen möchte, wärest du nicht geneigt, mit mir allein und abseits zu sprechen?“ „O ja, ich will schon, denn ich diene gern jedem nach seinem Wunsche, also auch dir. Und so wollen wir allein lustwandeln gehen und miteinander sprechen.“

Darauf entfernten sich beide von der Gesellschaft und gingen allein. Als sie soweit waren, daß sie frei reden konnten, sagte Swedenborg: „Lieber Bruder! Du bist kein gewöhnlicher Bruder, unter uns, sondern wie ich fest glaube, der Vater Jesus selber.
 

Das hat mir der Segen und die Vermehrung der Speisen gezeigt, wie auf dem Berge von Kapernaum, denn dein bloßes Sagen ‘Bruder Mohammed, komm herab’ und er folgte blitzschnell deinem Befehle, und endlich diese Engel und ihre tiefste Verbeugung und dein Befehlen mit ihnen, wie ein Herr mit seinen untergebenen Dienern, das bezeugt mir, daß du über Mohammed und über den Engeln stehend der Herr Selber bist, und endlich, je mehr ich dich anschaue desto größer wird meine Liebe zu dir, so daß ich beinahe für alles keine Augen habe, wie ein Verliebter, und nur dich schaue. Lieber Bruder, sage mir aufrichtig, ob mein Urteil richtig ist oder nicht.“

Und Ich als Bruder Liebe sagte ihm: „Ja, lieber Bruder, es kann schon richtig sein aber verrate Mich nicht, damit kein Mußgericht über die Gesellschaft komme, sondern jeder frei lebe und handle wie er will. Du aber betrage dich gegen Mich wie bisher und lasse dir nichts anmerken, daß Ich dir ein anderer geworden bin, sondern Ich bleibe dir dein Bruder Liebe wie bisher. Und so wird kein Aufsehen erregt werden.“

Voller Liebe drückte Swedenborg Meine Hand an seinen Mund und küßte sie, Mich in Tränen gebadet, lieb anschauend und sprechend: „Ach Vater! Wie unendlich glücklich bin ich, dich, meine Liebe und mein alles, endlich zu sehen! Lieber, guter Vater, lasse dich doch küssen, da meine Liebe so groß ist, daß ich mich nicht mäßigen kann.“ Und als er dies aussprach, umarmte er Mich und küßte Mich wiederholt ab, so daß ich ihn erinnern mußte, daß er sich mäßigen sollte, sonst könnten die anderen darauf aufmerksam und neu-gierig werden, was zwischen uns zwei so liebevolles bestehen möge. Also erwachte er schnell und bat Mich um Verzeihung, seiner ungestümen Liebe wegen.

Ich aber sagte ihm: „Siehst du, hättest du Mir geholfen den schweren Baumstamm zu tragen. so wäre es nicht nötig gewesen, der zweiten Hölle einen unliebsamen Besuch abzustatten, sondern wir wären dann schon früher zusammengekommen.“ Diese Offenbarung machte ihn traurig, und er bat Mich tiefgerührt um Vergebung wegen seiner Lieblosigkeit, die Ich ihm schon längst im geheimen erteilt hatte.

Wir gingen, derweil die Engel die Mohammedaner belehrten, allein spazieren und sprachen über verschiedene Angelegenheiten des Glaubens, und wie schwer es geht, bei dem Unglauben und der Weltsinnlichkeit des Volkes diesen als echtes Wort Gottes einzuführen. Ferner sprachen wir über die fortwährende Verminderung des Glaubens, und endlich über die völlige Glaubenslosigkeit des Volkes und daß dann aber auch schon das Weltgericht vor der Tür sein wird, welches die in den Gräbern ihrer Sünden Schlafenden zu wecken anfangen wird. Inzwischen. waren die Engel mit der Belehrung fertig geworden, und wir zwei begaben uns sogleich zurück zur Gesellschaft.

Zurückgekommen von unserem Spaziergang, traten sogleich die Jünglinge vor, verbeugten sich und meldeten, daß sie ihren Auftrag genau ausgeführt hätten. Und so kehrte ich Mich als Bruder Liebe wieder zu den Mohammedanern und sagte ihnen: „Allah ist groß und seine Liebe unendlich, daher will Ich euch Kleider schaffen, damit ihr eure Blößen bedecket,“ und zu den Jünglingen gekehrt: „Gehet und bittet die ewige Liebe in Meinem Namen um Kleider für die armen Brüder, die ihr belehret habt, damit sie uns ein wenig ähnlicher sehen.“

Kaum ausgesprochen, verbeugten sich die Jünglinge und entschwebten eiligst den nachschauenden Brüdern, aber sie waren auch gleich wieder da, vollbeladen mit neuen Kleidern, die sie wie im Fluge den Wartenden übergaben, die sich schnell anzogen und sich wunderten, daß alles wie angemessen paßte.

Als dies geschehen war und alle guter Laune waren, sagte Ich zu der ganzen Gesellschaft: „Brüder, unsere heutige Expedition ist gut gelungen, wenn sie auch, anfangs sehr stürmisch begann. Allein Ich weiß schon, wie Ich die irrenden Brüder vornehmen muß, um des Sieges der Wahrheit gewärtig zu werden, und also war es auch hier der Fall: Aus Wölfen sind Schafe geworden. Jetzt aber, da wir alle genug Vorräte haben, wollen wir nicht zurückkehren, sondern noch andere Gegenden aufsuchen und geistig und leiblich Bedürftigen beispringen.“ Mit diesem Antrag waren alle Anwesenden einverstanden.

Diese Begebenheiten im Jenseits sind ein kleiner Auszug aus dem Geschauten und Gehörtem von Franz Schumi. Dazu noch der Auszug am Anfang der Quelle:


1901, 18.-28. Juli, Graz.

Geschichte Emanuel Swedenborgs, welche Vater Jesus durch Franz Schumi gab, und worin die geistige Führung dieses für die echte Lehre Christi hochverdienten Mannes im Geisterreich bis zu seiner Vollendung als Großer und Fürst unter den Großen und Fürsten des Neuen Jerusalems beschrieben ist. 
 
Alle Werke Emanuel Swedenborgs sind erhältlich beim:

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