jardin9 

 

Ich will euch künden, Kinder dieser Welt,

was euer ist,

was euer Seelenschrein verschlossen hält,

bis ihr es wißt,

bis ihr das Heiligtum in euch entdeckt,

bis ihr gleich mir

zum Künder werdet und die ändern weckt.

Sie leiden hier,

sie leiden euer Leid und wissen's nicht,

denn traumbefangen

gehn sie dahin, und ihrer Seele Licht

ist leidverhangen.

Was sie erschaffen, wandelt sich zu Staub

in ihrer Hand.

Ihr nur dem Äußern zugewandtes Sein,

sie nennen's Pflicht;

daß sie das Heiligtum entweihn,

sie wissen's nicht.

Es führt sie kreuz und quer und führt sie weit

ihr Wissensdrang;

in sich zu gehn jedoch fehlt es an Zeit,

denn dieser Gang,

der nächste, kürzeste, zum eignen Ich,

wird erst getan,

sieht man die Brücken brechen hinter sich

und seinen Wahn.

 

Die Antwort, die das Leben schuldig blieb,

hier hört man sie

und Sehnsucht sänftigt sich und Leid und Lieb'

zur Harmonie.

Und Gottes Odem löst, in ihm erwacht,

leise und sacht,

was ihn gefesselt hielt in banger Nacht,

bis es vollbracht.